Die glühend heiße Sonne über der endlos scheinenden Durrah war noch nicht ganz untergegangen. Ihr gleißend gelbes, alles verzehrendes Brennen war einem roten Glimmen gewichen, das den strahlend blauen Himmel und die wenigen weißen Wolken in einen Kontrast aus eindringlichen Farben tauchte.
Langsam kam er zu sich. Ein stolzer Menekaner, ein Schatten seiner selbst. Unrasiert und zerlumpt lag er da am Boden im Sand, in einem kleinen Erdloch, das ihm Schatten und ein wenig schlammiges Wasser zum Leben bot.
Er wusste nicht wie lange er hier lag. Waren es Tage, Monate, Jahre?
In einer Ecke lag ein Beutel. Als sein Blick darauf fiel, erinnerte er sich. Doch so schnell, wie die Erinnerung gekommen war, so schnell war sie ihm entglitten, wie Wüstensand durch die Hand eines Kindes.
Er rappelte sich auf. Die Schmerzen in seinem Kopf waren wie das Brüllen eines Löwen und das gierige Kreischen eines Geiers zugleich. Er griff nach dem Beutel, darin war die Ausrüstung eines Janitscharen.
Die Uniform zerschlissen, die Rüstung in jeder Ritze vom Sand bedeckt. Das Schwert, ein imposanter Krummsäbel, hatte Rost angesetzt und auch der Rest der Ausrüstung sah aus, als wäre er seit Jahren nicht benutzt worden.
Er klopfte sich den Sand aus dem Kaftan und schulterte den Beutel. Es war Zeit, nach Hause zu gehen. Doch wieder hielt er verwirrt inne.
Zuhause.
Wo war das?
Da hörte er die Stimme in seinem Kopf. Sie sprach klar und tief, mit einer Vertrautheit, die seine Seele berührte. Als wäre sie ein untrennbarer Teil seiner selbst. Die Stimme sprach, doch sie sagte nur ein Wort:
Y A Z I R
Die Stimme war verstummt, doch seine Beine hatten bereits begonnen zu marschieren, hinaus in die Dämmerung der Durrah, dorthin, wo die Stimme ihn führte.
Der lange Weg nach Hause
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- Sahid Ibrahim Yazir
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Der lange Weg nach Hause
Zuletzt geändert von Sahid Ibrahim Yazir am Donnerstag 16. Juli 2020, 10:59, insgesamt 1-mal geändert.
*Das "G" in Yazir steht für Gönnen