Der Wille Temoras und das schlechte Gewissen

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Rolosin Vadebor

Der Wille Temoras und das schlechte Gewissen

Beitrag von Rolosin Vadebor »

Rolosin dachte viel nach die letzte Zeit. Ja er war ein Söldner, teilweise gar stolz darauf, eine Krähe zu sein, doch momentan plagten ihn Gewissensbisse. Er hätte Varuna helfen wollen, helfen sollen und helfen müssen im Kampf um jene merkwürdigen Steine und um seine Hoheit. Doch einerseits hielten ihn die grundsätze der Gilde zurück, einfach so unentgeldlich seine Hilfe anzubieten, andererseits wusste er um den teilweise schlechten Ruf der Krähen, insbesondere beim Adel.
Somit blieb er am Schluss im Lager und grübelte darüber nach, ob es richtig war, seinen besten Freund Gilvert alleine streiten zu lassen, ohne sich und seine Axt an dessen seite zu stellen. Und gar Thelor, der ihm anfangs ohne gefragt zu haben half und mit dem er sich gut verstand, fragte nach, ob er nicht mithelfen wolle.

Doch nun konnte man all das nicht mehr ändern, er musste etwas tun, er musste sich entscheiden, entweder die Krähen oder das Licht.

Dann kam jener Brief der Menekaner.. ein Auftrag, soweit so gut für die Krähen, doch ausgerechnet in die Mine der Zwerge bei Berchgard soll es gehen, ausgerechnet mit deren feinde, einem Trupp Menekaner. War das nicht auch ein angriff gegen Berchgard? Und somit gegen das Reich? Varuna? Gilvert? Er fand keine klare Antwort darauf und da half ihm die Tatsache, dass die Menekaner knauserig waren und einen Preis bezahlen wollten, der für eine Truppe vom Format der Sturmkrähen schlichtweg lächerlich war, doch das schienen Farbiano und Magnus nicht zu sehen.

Er musste weg! Distanz, Abstand, etwas Ruhe brauchte er, Ruhe zum nachdenken und um versuchen, den Willen der Götter zu erahnen. Er ging in die Nähe des Temoraklosters bei Bajard, weilte am Meeresufer. Hier fand er etwas Ruhe, und auch die Gewissheit. Es konnte nicht Temoras Wille sein, dass er sich von ihr abwandte und es konnte nicht ihr wille sein, dass er Berchgard angriff, doch weshalb sah er das erst jetzt? Weshalb hörte er die innere Stimme nicht als er mitglied der Krähen wurde?

Der bald 40 Jährige wusste keine Antwort darauf, doch er stand auf. In Bajard fand er Halungar, mit dem er sich inzwischen befreundete, er bedeutete ihm, dass sie reden müssen. Halungar schien eindeutig ähnliche Erfahrungen gemacht zu haben wie Rolo, und er war inzwischen Anwärter der Allianz. Kadett nannten sie das, Rolo überkam ein schauder, die Erinnerung an die kurze Zeit in der Garde. Ein gestandener Mann und ehemaliger Truppführer und Unteroffizier einer fernen Armee, und nun sollte er wieder Kadett werden? Er brauchte mehr informationen über die Allianz, es schien doch eher ein lockerer Verbund von Menschen gleicher Gesinnung und er hoffte dass dieses 'Kadett' nichts damit zu tun habe, was ein Kadett oder Rekrut in der Garde war.

Des Abends folgte ein langes Gespräch mit Farbiano, dem Hauptmann der Krähen, und wie es Rolo erwartete, war dieser einverstanden was die Menekanersache und den Preis anging, doch Rolos Gedanken und Gefühle konnte er nicht lesen und so beliess er es bei einer Andeutung.
Schlussendlich war es beschlossene Sache, Rolosin würde austreten. Er musste noch mit Siberius sprechen, seinem Schüler, doch er würde aus der Gilde austreten und sich seinen weg suchen, den Weg zurück zum Licht, und mit Temoras Hilfe wird er ihn finden.
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