Es war wieder einer dieser anstrengenden Tage gewesen.
Die viele körperliche Arbeit der letzten Wochen machte sich doch zusehends bemerkbar. Seufzend ließ sie sich mit der Angel in der Linken am Ufer nieder. Ja, das war jetzt genau das Richtige. Sanft strich eine kleine, kühle Brise durch ihr Haar. Bei jenem Wetter eine echte Erleichterung, sie schloss zufrieden für einen Moment ihre Augen.
Na! Nicht doch .. och, Zottel .. der so eben aus dem Wasser spazierende Hund machte Anstalten sich neben ihr ausgiebig sein nasses Fell trocken zu schütteln. Seufzend schlug sie die Augen auf und blickte vorwurfsvoll zur Seite. Da saß er, ihr treuer Gefährte mit hechelnder Zunge und fast schon entschuldigendem Blick. Kurz aber liebevoll tätschelte sie das Tier, das sich dann langsam unter einen der Schatten spendenden Apfelbäume schleppte.
Schnell war ein Köder am Haken befestigt und schwungvoll warf sie die Angel aus.
Nun hieß es abzuwarten. Hoffentlich würden die Fische heute gut anbeißen. Die vielen Mäuler der Zunft ließen sich auf Dauer nur schwerlich stopfen und Abwechlung sollte auf dem Speiseplan stehen.
Ruckartig zog die Angelschnur an und riss sie aus ihren Gedanken. Eeeendlich, es hatte einer angebissen. Doch was war das?
Wuuunderbar.. mal wieder ein ausgedienter Stiefel. Murrend zog sie ihren Fang an Land. Nein, das Glück schien ihr heuer nicht hold. Sie würde es lieber Zottel gleich tun und es sich neben ihm unter dem Apfelbaum gemütlich machen.
Abermals seufzend erhob sie sich und für einen kurzen Moment sah sie aus den Augenwinkeln etwas aus dem Stiefelschaft hervor luken.
Ja, die liebe Neugier war es, die sie dann dazu hinriss sich weit über den im Gras stehenden Stiefel zu beugen. Just in jenem Moment sprang im hohen Bogen etwas aus dem Schaft des triefenden Lederschuhs direkt auf ihr Gesicht zu. Die zunächst reflexartig geschlossenen Augen schielten nun über ihre Nasenspitze hinweg zu dem baumelnden Ding an ihrer Nase. Ein lauter Aufschrei folgte sogleich. Wild mit den Armen fuchtelnd machte sie einen riesigen Satz nach hinten. Der rechte Fuß fand unglücklicherweise Platz in Zottels Futtertrog. Sie verlor das Gleichgewicht und wie sollte es auch anders kommen.. fand sie sich doch im wohl einzigen Pferdeapfel sitzend wieder, den die Wiese anzubieten hatte. Der kleine Krebs ließ unterdes von ihrer Nase ab und krabbelte schleunigst, nachdem er ebenso unsanft im Gras gelandet war wieder zurück ins Meer. Leise vor sich herfluchend, mit zunächst finsterer Miene tastete sie vorsichtig ihre Nase ab. Gut, dachte sie, zumindest noch alles dran.
Erneut schielte sie auf ihre zusehends röter werdende Nasenspitze. Ein hektischer Blick nach Rechts, ein Blick nach Links… auch gut, das ganze Geschehen hatte kein Aufsehen erregt. Den Schrei schien niemand bemerkt zu haben. Wohl über sich selbst schmunzelnd rappelte sie sich langsam auf.
Nun war es wohl an der Zeit selbst ein Bad zu nehmen und vielleicht sollte sie Lando aufsuchen, der wenn sie Glück hatte über irgendeine Salbe verfügte die schleunigst Linderung versprechen sollte.