Still und leise im Lichte

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Rocas Rogrem

Still und leise im Lichte

Beitrag von Rocas Rogrem »

Es waren vielleicht ein paar Tage, wo man Rocas nicht mehr sah. Doch als er im Wald in der Nähe des Klosters fand, wirkte er friedlich und still wie jederzeit.

Eine kleine eisige Schicht zog sich über sein Antlitz und seine Rüstung, sowie den blauen Umhang des Klosters. Die rechte Hand hielt das Schwert fest, welches kraftlos neben ihm lag. Die linke Hand umfasste den hölzernen Anhänger, welchen er immer und jederzeit bei sich getragen hatte. Sein Zeichen des Glaubens und sein Halt in all den Jahren.

Auch war der Pfeil mit Eis überzogen, welcher aber im leisen Beginn des Frühlings zu tauen und zu tropfen begann. Irgendwie hatte dieser Pfeil die Rüstung durchschlagen, Silber war wohl doch nicht so stabil, und sein Herz durchbohrt. Die günen Augen standen offen und waren verblasst, doch glitzerten sie in der Kälte und waren gen Himmel gerichtet.

Vielleicht hatte sich Temora seiner erbarmt, doch was in seinem Leben geschah wird wohl für immer im Mantel des Vergessens gehüllt werden und niemals erhört. So still wie er lebte, verging er. Doch Frieden war in seinem Gesicht, als fürchte er sich nicht.

Wer ihn getötet hatte blieb ungewiss. Vielleicht ein Räuber oder ein Diener Alatars. Auch dieses Geheimnis nahm er mit.

In seinem kleinen Zimmer konnte die Klosterwache sich Zutritt verschaffen und einige persönliche Gegenstände finden. Doch es war nicht viel. Sein Leben war spartanisch und nur wenigen Luxus gönnte er sich.

Doch so kurz sein Dienst in der Wache war, so konnte man sich sicher sein, dass er es gut finden würde, wenn es für das Kloster und die Wache verwendet werden würde.
Andra von Amaryll
Beiträge: 868
Registriert: Freitag 13. Januar 2017, 23:02

Beitrag von Andra von Amaryll »

Wie jeden Tag war sie auf einer ihrer Runden, dieses mal jedoch sollte es eine Route sein, welche sie schon eine weile nicht mehr genommen hat.
Es war friedlich und ruhig wie immer. Der Schnee mit Spuren von den Tieren und einzelnen Menschen versehen.
Doch Plötzlich hielt sie inne... Was war da im Schnee, irgendwas lag da.. oder eher irgendwer lag da!
Vorsichtig näherte sie sich bis sie das blau erkannte. Das Blau der Kirche Temoras....
Sie schaute sich um aber niemand war zu sehen und so eilte sie herbei und kniete sich neben den Leib.
Andra konnte nicht anders und hielt ihren Atem an als sie schaute wer es war, der dort lag.
Rocas... er lag da mit dem Pfeil, der ihn getroffen hatte. Sie drehte ihn vorsichtig und schluckte schwer. Es war kein Problem einen Toten zu sehen und doch war dies anders. Er sah so friedlich aus, er schien gewusst zu haben das er es nicht schafft und doch mit sich im reinen. Viel ging Andra durch den Kopf und so schwer er auch war in seiner Rüstung, sie legte den Umhang über ihn und hievte ihn hoch.
Es dauerte aber der Weg war nicht weit und so trug sie ihn mit kleinen Schritten zum Kloster, sich auch so ihr wer begegnet nicht den Körper abnehmen lassend.
Sie legte ihn in das Heilerhaus und deckte ihn zu ehe sie Lucien suchte.
Fast trat sie ihm die Türe ein, viel zu kräftig klopfte sie und brachte nichts außer einem
Rocas, tot, Klosterheilstube, komm schnell... hervor und holte dann auch schon Beak. So sie ihn nicht fand, hätte sie ihm einen Zettel hingelegt und sich vor der Klosterheilstube postiert. Hochwürden Hohenhain wurde durch einen der anderen Wächter welche vor dem Kloster postiert waren losgeschickt um sie zu informieren.

Es dauerte bis sie klar denken konnte. Was immer geschehen war, es traf wie meist den falschen und so verharrte sie und würde mit den anderen gemeinsam nun sehen wie sie weiter handeln würden.
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Beak von Sankurio
Beiträge: 1113
Registriert: Montag 23. Februar 2015, 21:17
Wohnort: Schwingenstein

Beitrag von Beak von Sankurio »

  • ... der von Andra in flüchtiger Handschrift geschriebene Zettelabriss, wehte an den rissigen Kanten im kalten Wind umher.
    Von einem kleinen Eisenerzklumpen, an der Eingangstür seiner eigenen Behausung beschwert, fand Beak auch schon rasch die Niederschrift.

    Nachdem die Zeilen überflogen wurden, sorgte die Stille im Schatten des Berges dafür - sinnierend die Augen zu schließen.
    Waren es doch Gedanken voll Trauer die einem gänzlich empor schossen - aber auch Ungewissheit.

    So sind in den vergangenen Tage doch einige Dinge passiert, die für großes Unheil sorgten.
    Und nun der tödliche Angriff auf einen Klosterwächter - ein Anwärter, welcher noch vor seiner großen Aufgaben stand.

    Nein - ein Freund und Kamerad, viel schlimmer!

    Der Atem wiegte schwer, die rechte Hand, welche den Zettel trug - formte sich zu einer Faust.
    Das Stück Papier formte sich zu einem knitternden Ball, die Augen öffneten sich rasch.
    Wut und Hass' durfte nicht übergreifen - es galt' viel mehr den Täter ausfindig zu machen, andere zu Schützen!

    Dem kalten Wintermantel entfliehend, suchte Beak erst einmal das innere seiner Behausung auf.
    Die verknäulte Notiz landete in irgendeiner Zimmerecke im Flur, der Weg in die obere Etage wurde zielstrebig aufgesucht.
    Gedanken galt es zu sortieren, ehe Beak seinem Schwertkameraden die letzte Anerkennung schenken würde ...
Zuletzt geändert von Beak von Sankurio am Dienstag 5. Februar 2019, 21:43, insgesamt 1-mal geändert.
Lucien de Mareaux

Beitrag von Lucien de Mareaux »

Als ich zur Tür eilte, dank des ungestümen Hämmerns, hatte ich mich in Gedanken schon darauf vorbereitet, dem- oder derjenigen den Kopf abzureißen, allein schon der Kinder wegen. Selbst der Kater hatte sich vor Schreck verkrochen.
Als die Tür dann offen war, änderte sich die Einstellung, bei dem was ich zu hören bekam schlagartig. Wider besseres Wissen, denn mir war bewusst, dass Andra dem Tod zur Genüge begegnet war, packte ich meine Heilertasche und machte mich auf den Weg hinüber zur klösterlichen Heilstube. Auf den Mantel verzichtete ich, es war ja nur ein kurzes Stück bis dahin. Vor der Tür drückte er Andras Schulter einmal kurz, dann ging er hinein.

Der erste Griff ging natürlich an den Hals, wobei mir die Kälte der Haut, die Färbung und auch die Regungslosigkeit genug verrieten. Die Tasche stellte ich beiseite, legte mir meine Robe an, danach wusch ich mir die Hände und machte mich danach an den unschönen Teil der Arbeit. Im Grunde war das nicht mal Teil meines Handwerks, kam aber auch nicht zum ersten Mal vor. Und in diesem Fall war es mir sogar ein Anliegen. Ein sehr persönliches.

Ich begann damit, ihn auszukleiden und den Pfeil zu entfernen. Jeder Handgriff hatte für mich etwas Rituelles. Dabei verlor ich keine Worte, aber dafür hing ich einem Haufen Gedanken nach. In erster Linie handelten die sich zunächst um gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen. Auch wenn es nicht viele waren, so doch immerhin Gute. Gleichzeitig fragte ich mich, ob der Mann vor mir eine stille Beisetzung gewünscht hätte, bejahte dies dann aber auch für mich.

Seine Rüstung, den klosterblauen Umhang, den Waffenrock, legte ich zusammen in eine Ecke zunächst. Darum wollte ich mich später kümmern und dort störten die Sachen nicht. Mit einem tiefen Durchatmen holte ich eine Schale warmen Wassers, einige Tücher, Lavendelseife und stellte alles bereit. Danach nahm ich einige Räucherschalen hervor: Schwerduftendes Harz, Lavendel, Nelke.
Nachdem sie angezündet waren, machte ich mich schließlich an die Waschung des Toten. Auch hier ließ ich mir Zeit, ging sehr gründlich vor und störte mich auch nicht daran, falls wer hereinkam. Ich behielt das Schweigen bei, zeigte die üblichen Respektsbekundungen allenfalls mit Verneigung oder Hauptneigen, falls erforderlich und ansonsten blieb ich konzentriert und versunken bei meiner Arbeit.

Der wievielte Mensch war das nun, den ich hinüber begleitete? Der wievielte Mensch, der mir am Herzen lag? Ich wusste es nicht mehr. Gefühlt hatte das angefangen mit meinem Vater. Seither hatte ich immer mal wieder den Eindruck, die Guten starben mir weg, unter meinen Händen. Immer und immer wieder. Umso irrsinniger war es eigentlich, dass ich nun Heiler war. Vermutlich auch getrieben von dem Wunsch genau das verhindern zu können.
Und wieder wurde mir gezeigt, dass ich gar nichts verhindern konnte, wenn die Götter es anders bestimmt hatten.

Nachdem er sauber und gewaschen war, die Wunde soweit wiederhergestellt, dass er lediglich aussah, als schliefe er friedlich unter Ihrer schützenden Hand, legte ich ihm ein weißes Leichentuch an, und er bekam auch seine Kette mit dem hölzernen Anhänger zurück. Sie hatte immerhin eine tiefere Bedeutung für ihn gehabt. Ein flüchtiger Gedanke galt seiner Familie in dem Moment. Dann, als wirklich alles für ihn getan war, sammelte ich alles ein, räumte auf und machte sauber. Routine. Im Grunde, das spürte ich genau, funktionierte ich, aber all das gab mir auch meine Ruhe zurück und sorgte für einen gewissen Frieden, den ich mit der Situation machen konnte. Es schien einfach mein Weg zu sein, damit besser zurecht zu kommen.

Die Räucherschalen stellte ich um die Bettstatt herum auf, damit jeder, der ihn besuchen wollte, noch einmal aufsuchen konnte. Hier blieb es nun zu warten, dass die Geweihten ans Werk gingen.
Da ich mir sicher war, dass die Klosterleitung schon informiert war, suchte ich mir den Weg ins Kloster, um der Akoluthin bescheid zu sagen. Immerhin war sie es gewesen, die ihn aufgelesen hatte.
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