Der andere Kreis der Hoffnung.

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Sarog Pilyan

Der andere Kreis der Hoffnung.

Beitrag von Sarog Pilyan »

Sarog war nicht mehr der Schüler. Er war nicht mehr der Mensch, für den er sich hielt. Mit dem Fall Tirells war ihm das genommen, was er einmal als "Plan" für sich vorgesehen hatte. Die Ausbildung stand still. Während sich andere Magier zusammenschloßen, um eine Gemeinschaft des Wissens zu bilden, musste sich Sarog wohl oder übel etwas einfallen lassen. Er und Reika hatten sich stundenlang zusammengesetzt und gebrütet, was nun zu tun sei. So kam es, dass sie zu dem Schluss kamen, sich um ein Selbststudium zu kümmern. Doch dafür müsste Wissen her - gebundenes Wissen, das was niedergechrieben steht.

Er vernahm von den Dörflern, dass der Sohn eines Fischers tatsächlich ein solches Buch in der Nähe von Tirell gefunden hatte - genau nach dem großen Knall. Es war zwar nur ein Gerücht, aber Sarog ging allem nach, was ihm auch nur ansatzweise weiterhelfen konnte. So fragte er sich im Volk von Bajard durch, bis er den Knaben tatsächlich vorfand. Der Junge wusste, um den Wert des Buches und wollte es um kein Gold der Welt hergeben. Lieber wollte er es der örtlichen Bürgermeisterin abgeben, oder der Garde - vielleicht einen kümmerlichen Finderlohn kassieren. Es ging ihm lediglich um die Gerechtigkeit?

Sarog verstand die Welt nicht mehr. Man konnte doch prinzipiell alles mit der richtigen Menge an Gold kaufen - ALLES! Dieser närrische kleine Rotzlöffel hätte sich nicht mit ihm anlegen sollen. So schmiedete Sarog diesen Abend einen Plan. Er suchte sich in der Nähe der Fischerhütte zusammen mit Reika ein Örtchen, wo sie es durchziehen konnten. Das Ritual begann, es war ein großes Pentagramm auf dem Boden aufgemalt worden, welches düster funkelte im Mondlicht. Gerade soetwas trieb das Adrenalin durch Sarogs Körper. Er liebte den Griff in dunkle Welten, mit der Gefahr zu spielen. So taten Reika und er das, was sie gelernt hatten und beschworen sich zusammen drei Kreaturen herbei. Diese sollten die Drecksarbeit machen. Kleine Wesen mit lederner Haut und komplett schwarzen Augen. Sarog sah lächelnd zu Reika und forderte sie auf, die Kontrolle über die Wesen zu übernehmen....
Reika Lypsan

Beitrag von Reika Lypsan »

Reika beschrieb einen Kreis mit den Armen und gebot den Kreaturen: "Bringt mir die Bücher! Auch so es das Leben des Knaben kosten soll! Ist er nicht vom Buche zu trennen, entführt den Knaben und bringt ihn zu mir!"

Sie beschrieb mit den Armen einen Halbkreis der in eine Himmelsrichtung deutet und via dieser Armbewegung, setzten sich die Kreaturen kreischend, geifernd und gierig mit den kleinen Augen schauend, in die gewünschte Richtung, in Bewegung. Das Kreischen glich fast einem hysterischen Kichern als sie nun ihrem Auftrag folgten.

Mit dunkeln Augen sah Reika zu Sarog... "Sie haben mich noch nie enttäuscht!", sagte sie ihn ernst mit den dunklen Augen anschauend..

"Sie werden es auch diesmal nicht!", ein zufriedenes Lächeln macht sich auf ihrem doch so unschuldig ausschauenden Gesicht breit.

Ein Gesicht, was viele Dinge zu verstecken schien und so ein optimales Versteck für die geplanten Dinge zu sein schien.

Sie nahm Sarogs Hand, drückt sie an ihre Lippen und schmunzelte siegesgewiss in seine Richtung. "Schon bald Liebster, schon bald wird die Zeit gekommen sein!"..
Reika Lypsan

Beitrag von Reika Lypsan »

Nach einer Weile hörte sie ein Kreischen... grausig anzuhören.. dazwischen menschliche Schreie...

"Liebster? Öffne Ihnen die Tür! Es ist vollbracht!", erschöpft lehnte sie sich in ihren stuhl zurück, hatte sie doch die Kreaturen die ganze Zeit in der Verbindung gehalten, und schloss die Augen!...
Sarog Pilyan

Beitrag von Sarog Pilyan »

Sarog war zufrieden mit seiner Liebsten. Er streichelte ihr kurz die Wange und schloss schließlich die Tür auf. Sie hatten sich zurückgezogen. Reika hatte beinahe ständig die Kontrolle über die Wesen halten können. Sie war stark und er war sichtlich zufrieden mit ihr. Die drei Kreaturen tänzelten wie wild durch den Raum, spuckten ihren Sabber auf den Boden und verdrehten wirr die Augen. Reika war wohl ermüdet und verlor die Kontrolle. So übernahm es Sarog mit der geistigen Peitsche und bestrafte die Wesen mit einzelnen geistigen Kraftstößen. Sie zogen ihre Flügel ein und verkrochen sich ins nächste Eck, während sich Sarog nach ihrem Mitbringsel umsah.

Zufrieden fasste er das Buch mit beiden Händen und schlug es auf. Ja, er war zufrieden. Dieses Werk würde für ein Selbststudium wichtig sein. So konnten die beiden endlich das erreichen, wofür sie so hart arbeiteten. Die Kreauten wurden mit einem letzten Befehl in ihre weltliche Ebene zurückgesogen. Sie hatten ihren Auftrag erfüllt - radikal und skrupellos - so wie es Sarog verlangte und so wie es Reika befehlen sollte. Reika hatte ihren Geist inzwischen wieder erholt. Sah zu ihm auf und Sarog blickte ihr lächelnd entgegen. Langsam hob er ihr die Aufschrift des Buches hin. Sie strahlte nur über das ganze Gesicht - endlich lief wieder alles die richtigen Bahnen. Das Buch wurde erst einmal niedergelegt. Er bettete seine Lippen auf ihren. Geschriebenes war für die nächsten Augenblicke zweitrangig.
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