Es war wieder die Nacht eingebrochen über der friedlich wirkenden Stadt Bajard. Nur ein leiser Winzug liess das Geässt der Bäume sich regen.
Der Mond schien in seiner ganzen Pracht und Wolfsgeheule ist aus der
Ferne zu vernehmen.
Malachai machte es sich wieder einmal auf einem dicken Ast bequem, doch dieses mal schaute er nicht zu den Lichtern Bajards, sondern hinab auf ein kleines, einfaches Holzhaus.
Die Hühner im Gehege daneben schliefen, doch Malachai konnte den Blick nicht abwenden.
Es war nun sein, sein eigen. Für viele war es sicher zu klein und zu schäbig, doch für Malachai war es wunderschön und perfekt.
Es war sein kleines Haus und er liebte es, so wie es ist. Jetzt, nach all den Strapazen, besass er ein Heim, einen Ort, wo er sich zurück ziehen konnte. Einen friedlichen Ort, wo er vergessen konnte, was einmal war. Einen Ort, wo er die Regeln bestimmen würde. Einen Ort, wo er kein Knecht war und kein Leid ertrug.
Es war der Ort, der nun den Neuanfang besiegelte.
Er würde nun sammeln. Alles Gold was er kriegen würde. Wenn er genug hat, reist er zurück in seine alte Heimat, würde sich damit bei seinem Stiefbruder seinen Kopf frei kaufen und Stephanie holen.
Das Haus wäre dann eingerichtet für beide. Er würde es hübsch gestallten und ihre Freude würde jenen Orte noch mehr erhellen.
Dann könnten beide in Frieden leben.
Malachai lehnte sich am Aste zurück gegen den mächtigen Stamm der Buche.
Er wollte jene Nacht noch draussen verbringen. Es war einfach zu ungewohnt in einem Bette zu schlafen und diese Nacht ist einfach zu schön, als jenen Himmel nicht erblickt zu haben.
Er verschrenkte die Arme, rollte sich in seinen Umhang ein und schloss die Augen.
Es dauerte nicht lange, ehe er tief und fest schlief.
Malachai schritt durch einen Tunnel. Das Schwert fest in seinen Händen, immer weiter gehend.
Er sah Licht, er rannte, doch es schien, als würde sich der Tunnel immer weiter Strecken.
Er rannte weiter, seine Beine schmerzten, doch er rannte weiter, bis er jenes Ende erreicht hat.
Er kam in einen dunklen Raum. Jener, mit schwarzen Wänden, wurde nur durch das Licht einiger Fackeln erhellt.
Er ging weiter, am Ende erkannte er Umrisse von einigen Gestallten.
Er rief, wer da seie, er wollte, wissen, wo er war.
Doch es kam nur höhnisches Gelächter.
Er kannte jenes Lachen, doch es war unmöglich.
Solch lachen, von einem Herrscher an den Gepeinigten, besass nur einer in Malachai´s Leben: Sein Ziehvater. Jenen, welchen er umgebracht hatte.
Das Licht hellte auf, die Umrisse wurden deutlicher.
Es waren 4 Personen. Zwei kräftig gebaute und zwei zarte Körper.
Er trat noch einen Schritt näher, als er alles erkannte.
Links stand sein Ziehvater, sein Gesicht war zermatscht und voller Blut. Seine Augen waren vom Schatten verhüllt. So sah er aus, als Malachai ihn das letzte mal sah, als er ihn aus Zorn getötet hat und immer weiter auf ihn einprügelte.
In seiner Rechten hielt er ein Messer und jenes führte er an...Stephanie.
Er hielt es ihr an den Hals, sie versuchte sich zu wehren.
Dann schaute er zum anderen.
Es war sein Stiefbruder. Sein Gesicht sah immer noch so jung aus, doch sein Körper ist gewachsen. Seine Augen waren ebenfalls vom Schatten verdeckt. Er grinste wie sein Vater und auch er hielt ein Messer an die Kehle einer Person....Fiona!
Malachai rief, er solle sie los lassen und stellte sich Kampfbereit auf. Er merkte, wie der Zorn in ihm stieg, er sein Schwerte mit aller Kraft fest hielt.
Doch beide lachten nur, dass Messer immer noch an der Kehle ihrer Opfer gedrückt.
Malachai´s Wut wurde nur von seiner Verzweiflung übertroffen. Er konnte nicht klar denken, sollte er nun angreifen, doch wen und dann würde die andere wohl sterben.
Doch jene Entscheidung wurde ihm abgenommen.
Eine Stimme sprach, er wusste nicht, wer es war, denn keine Lippen bewegten sich. Es war eine bösartige Stimme, in ihr klang alles Leid der Welt. Sie sagte, er solle sich Entscheiden, wen ihr retten würde.
Malachai sankte zu Boden, das Schwert glitt ihm aus der Hand, eine Träne lief ihm hinab. Entscheiden? Für wen Entscheiden?
Zwischen Fiona und Stephanie?
Beide bedeuteten ihn zu viel, niemanden will er verlieren.
Die Stimme sprach abermals, ein kalter Schauer lief ihm über den Rücken, er solle sich entscheiden.
Doch Malachai konnte nicht. Er könne nicht zwischen beiden wählen. Er musste versuchen, beide zu retten, doch wie.
Ehe er aber handeln konnte, sprach ein letztes mal die dämonische Stimme, sie sagte: Zu Spät.
Malachai schrie auf, er erblickte, wie sein Stiefbruder und sein Ziehvater das Messer mit einem Ruck an die Kehlen der Opfer entlang rissen und...
Malachai schrack hoch. Er fiel von seinem Baum und landete unsanft auf dem Boden.
Frischer Morgennebel zog durch das Land, die Sonne schien gerade erst aufgegangen zu sein und die Luft war feucht.
Er stand auf, seine Knochen taten ihm weh, schüttelte kurz den Kopf und trat dann in richtung Haus.
Ehe er jenes betrat sagte er sich abermals, es war nur ein Traum.
Neue Heimat...neues Glück?
- Malachai Schwarzmourne
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- Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04
Neue Heimat...neues Glück?
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