Den Anfang zu finden bei dieser Geschichte, der jungen Fischerstochter, die doch nur einen Wunsch in ihrem Leben hegte: Ihre wahre Mutter kennen zu lernen, ist wahrlich schwer. Doch ich will mich bemühen, einen jedem von ihrer Geschichte zu berichten – möglichst ohne Fehler – wie es sich wirklich ergab…
So war es, dass Nele Semfurt ihren Weg in Bajard beschritt. Die ersten Schritte waren natürlich von Tollpatschigkeit und Naivität kaum zu übertreffen. Eine der Eigenschaften legte sie ab als sie zur Frau reifte, die andere behielt sie bei. Ohne euch lange auf die Folter zu spannen: Sie blieb Naiv. Naiv in ihrer Ansicht all den Wesen um sie herum. Sie war stets voller Verständnis und Offenheit. Die junge Nele war es auch, welche diese seltsamen Zeichen (Buchstaben) verstehen wollte. Deshalb erfragte sie ohne Unterlass in ihrer Heimatstatt, Bajard, nach Jemanden der ihr dies beibrachte. Und die Geschichte würde wohl nicht den Lauf nehmen, welchen sie tat, wenn sie nicht eben jene Person gefunden hätte die ihr das ABC beibrachte. Es war eine ähnlich gütige Person wie die kleine Nele. So lernte sie das Lesen und Schreiben. Jedes Buch welches die bronzen-gekrönte kleine Gestalt in ihre Finger bekam, wurde zu ihrer neuen Lektüre. Auserkoren um Abenteuer zu erleben! Doch nicht am wahrhaftigen Leib, eher in schlichterer Form der Schrift.
Als sie ihr eigenes Abenteuer erlebte, war sie gut 20 lenzen jung. Ihre geliebte See bürgte ihr dieses Abenteuer auf. Sie drohte zu ertrinken, doch wie ein Wunder, überlebte sie diese schicksalsvolle Nacht. Kurz darauf, verließ Nele ihr Elternhaus und beschritt ihre eigenen Wege. Die Augen weiteten sich nicht minder, als sie vor der Academia Arcana stand und klingelte. Die Hand zitternd, niemals hätte sie es gewagt an dieser Pforte zu klingen – keiner wusste das sie später bis zum Sturm an ihr zerrte und klirrte - es tat sich was.. die Tore gingen auf und eine freundliche Frau sah ihr entgegen. Angelica Mondstein. Sie war so voller Veständnis für ihr Geschehenes, für das Ertrinken – den Wal’gesang‘ eben das, was Nele erlebte -, sie klärte Nele auf über ihr Dasein als Erwachte.
Und was tat Nele? Sie saufte.
Oh ihr denkt ihr lest nicht richtig? Doch, sie wusste doch nichts besseres mit dieser Nachricht, dass all das was sie wahrnahm, wenn sie die Augen schloss und sich auf Nichts zu konzentrieren schien, anzufangen. Sie war Magierin? Das musste betrunken werden. Und schon dort fand sie den Kameraden in einer Gestalt, die sonst wohl nur im weiten Bogen gemieden wurde. Das ist gar etwas Untertrieben, die Gestalt würde wohl als Seelenfresser einen nicht sichtbaren Bogen um sich ziehen – aber die naive Nele erlebte ihren ersten Suff mit ihm. So ganz genau wusste sie nicht, weshalb sie sich gerade an ihn band. Vielleicht war es gerade dieses Gesicht, welches nie ein Lächeln zuließ. Der Versuch ihm ein Lächeln zu entlocken scheiterte an dem Abend kläglich, jedenfalls war es das was sie berichten konnte, denn von dem Abend blieb nicht viel übrig als ein Saufspiel, welches sich „Novizin!“, schimpfte. Was genau dieses Spiel ist, weiß wohl weder sie noch der Rabendiener, noch ich selbst. So begab es sich, dass sie sich zumindest in ihrer Grundfeste mit dem Dasein einer Erwachten abgab...
Denn unsere Nele, hinterfragte. Sie hinterfragte alles was sie konnte, früher hinterfragte sie den Bestandteil des immer gleichen Haferschleims der sich des Morgens auf ihrer Tonschüssel ergoss, nun hinterfragte sie das Dasein von einer Fraktion. Weshalb taten es sich Menschen an sich dem Werkzeug der Götter zu unterlegen? Sie war sich nicht schlüssig in ihrem Handeln, sie las vom Götterkrieg. Waren die Menschen dazu verdammt, stets Bauern auf dem Schachbrett der Götter zu sein? Huch – Geschlagen – Damen zieht B3 – Matt. War dies das Urteil? Sie war sich nicht sicher. Wenn es so war, weshalb konnten einige von ihnen diesen - erneut war ein Buch ihre Quelle – ‚Gesang der Götter‘ wahrnehmen? Fragen über Fragen. Und keiner schien die Fischerstochter Nele gewinnbringende Antworten zu liefern.
Ach ja und wie es so war in der Jugend, war da noch die Liebe. Ein Kapitel welches es so nicht einfach aufzuschlagen gilt. Wer bis hier her las, wird gemerkt haben das Nele nicht so einfach war. Eigentlich war sie sehr analytisch. Schon früh hinterfragte sie das Gockelhafte Gehabe der Kerle. Weshalb taten sie plötzlich so als wären sie etwas Besonderes? Die Ärmel ihrer Hemden wurden kürzer, als wäre es wichtig ihre Oberarmmuskeln zu sehen. Irgendwie seltsam. Nele verstand diesen Umstand nie so ganz, als wäre es bedeutsam wie stark ein Leib war. Immerhin gab es sie.. der Quelle jeder Macht: Bücher. Wissen. Über Generationen vermittelt. Eine Sprache zu beherrschen war wie das Öffnen eines Tores. Es gab so viele Einflüsse. so viel Wissen. Sie konnte mit einem Mal erfahren wie jemand fühlte der vor über 20 Jahren lebte. Sie las Bücher vom Drachen, der Varuna zerstörte… welches sie nur als großes Grabmahl kannte, irgendwo Abseits von ihrem kleinen Bajard.
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Zurück zum Punkt, war sie sehr analytisch. Ebenso wie der junge Herr der sie seit geraumer Zeit so anstarrte. Beide suchten also im Hort nach einem Buch über die Liebe. Nachdem sie ein seltsames Buch aus Menek’Ur über Abbilder der… pflückenden Pflaume… im hintersten ihrer Gedanken verbannte (oder nicht?), lasen sie gemeinsam ein Buch über das Gefühl der Liebe. Seltsam. Wenn jemand diese Konstellation nur aus dem Fenster beobachten könnte! Eine naive kleine Fischerstochter mit einem weißen unsicheren Erwählten Kra’thors. Und wieder hinterfragte ihr Geist, die gesamten Nächten hindurch – und er ließ ihr keine Ruh‘ denn jeden Tag lief er ihr über den Weg.
Aber da war ja noch das Studium denkt ihr euch? Ja, war es. Auch wenn es erst später beginnen sollte gab es eben jenen Moment wo sich Nele erneut als Analyst hervortat. Ein impulsiver, sich selbst ernannter Mentor, der über einer Hecke in schierer Eigenüberzeugung Beleidigungen hinweg rief. Ja, das war Neles erstes Stunde... und sie erhob sich. Wie konnte sie auch anders? Immerhin verstand sie diese impulsive und aggressive Art nicht und wollte diesen Menschen auch nicht als ihren Mentor haben – also verließ sie ihren ersten freien Unterricht aus freien Stücken. Doch auch der Konzil zeigte sich an diesem Abend nicht aus seiner bester Sicht, immerhin sah sie den Funken den der Erzmagus als Erstes gesponnen hatte. So kam ihr der Sinn nach Elena, sie war so ruhig und… sie lächelte nie. Wie eine Herausforderung die Nele schon kannte, versteifte sie sich auf das Bild der Magistra die nie lächelte. Sie brachte schon einmal ein Wesen zum Lächeln was sonst nie lächelte.
Und wo wir nun zum Ende dieses Kapitels schreiten, fragt ihr euch gewiss was Nele überhaupt will. Nun, dass… ist doch sehr einfach nachzulesen, mh? Immerhin traf sie eine Sache völlig irrational - ohne, dass sie es jemals wollte.
