Küchengerüchte
Verfasst: Sonntag 4. Juni 2006, 04:28
Elisa, die neue Magd, musste wirklich ein fleißiges Mädchen sein, dachte sich Helmar, seines Zeichens Koch am Hofe seiner Hoheit Adrian von Hohenfels. Immerhin war jetzt jeden Morgen die Küche ordentlich sauber.
Helmar, der wortkarge Chef, war entweder furchtbar penibel oder arbeitswütig, dachte sich Elisa. So oder so drohte ihr wohl bald der Rausschmiß, wenn das so weiterging. Denn jeden Morgen war diese verdammte Küche schon sauber. Vom Koch selbst gereinigt, wie sie vermutete.
Dabei hätte das doch ihre Aufgabe sein sollen. Aber wann sollte sie denn aufstehen, mitten in der Nacht noch? Oder durcharbeiten? Es war zum Haareraufen.
Frustriert hielt sie die Augen offen, als sie in einer der folgenden Nächte aufwachte, als es noch lange wohl dunkel sein würde. Sie hatte den Abend zuvor lange gewartet, doch niemand hatte die Küche aufgeräumt. Eigentlich hatte sie bisher auch nicht den Eindruck gewonnen, daß man es damit hier sonderlich genau nahm - eigentlich eine Schande für eine gräfliche Küche.
Sie wendete den Kopf, hatte sie nicht eben ein Geräusch gehört? Leise stand sie auf, warf sich etwas über und schlich zur Küche.
"Nicht mal eine Mülltonne können die hier aufstellen, verteilen sie stattdessen lieber großzügig auf dem Boden, was da reingehört", hörte sie eine Stimme gerade brummen, als sie an die Tür kam. Die Worte waren nicht laut gewesen, aber gut zu verstehen. Instinktiv duckte sich die Magd und presste das Ohr an die Tür.
Sie wollte ja nicht lauschen, nein... aber seltsam war das schon. Wer war denn da drin, mitten zu nachtschlafender Zeit? Sie meinte, das Schaben von Metall zu vernehmen, das Geräusch kochenden Wassers...
So langsam wie noch nie öffnete Elisa die Tür und lugte durch den Spalt.
Auf dem Tisch lag ein kleiner Berg von grob zerteiltem Fleisch, neben dem Tisch stand ein Holztrog, wie er zur Fütterung dieses furchtbaren Wolfes verwendet wurde, den die Frau Eileen ins Schloß angeschleppt hatte. Kaum jemand traute sich an das Vieh heran.
Hinter dem Tisch stand eine Frau in dunkelblauer Hose und weißem Hemd, die Ärmel hochgekrempelt und wischte sich gerade eine breite Haarsträhne aus dem zernarbten Gesicht... das war die Lady von Elbenau!
Erschrocken weitete Elisa die Augen. Was, in Temoras Namen, tat sie denn da?
Sie sah zu, wie die Ritterin mit geübt wirkenden Schwüngen des Hackbeils das Fleisch zerkleinerte und nach und nach in den Trog füllte. Es waren sonst keine Tiere im Schloß... es musste tatsächlich für diesen Wolf sein.
Als die Lady sich dem Kessel über dem Feuer zuwandte und ihr den Rücken kehrte, wagte Elisa, die Tür kurz etwas weiter zu öffnen und in den Rest der Küche zu blicken - alles blitzsauber, sah man von den gerade benutzten Dingen ab. Auf einem anderen Brett lagen die Reste von geputztem Gemüse, das die Ritterin gerade in den Topf gab. Daneben Fischfilet.
"Fischsuppe", analysierte die Magd die Zutaten und zog sich eilig wieder zurück, als die Gefahr drohte, entdeckt zu werden. Das durfte doch nicht wahr sein, daß das des Rätsels Lösung war?
In der Küche des Schlosses wischte die neue Ritterin seiner Hoheit den Dreck weg und kochte... zu götterlosen Zeiten. Kopfschüttelnd ging Elisa wieder ins Bett. Was die Ritterin mit dem Essen anstellen mochte, darüber dachte sie nicht einmal nach. Stattdessen zermartete sie sich das Hirn, was diese Geschehnisse zu bedeuten haben würden.
Die Lady von Elbenau war penibel, das war schnell bekannt geworden. Und daß die Führung der Küche nicht gerade die beste war, war schon seit längerem bekannt...
Helmar, der wortkarge Chef, war entweder furchtbar penibel oder arbeitswütig, dachte sich Elisa. So oder so drohte ihr wohl bald der Rausschmiß, wenn das so weiterging. Denn jeden Morgen war diese verdammte Küche schon sauber. Vom Koch selbst gereinigt, wie sie vermutete.
Dabei hätte das doch ihre Aufgabe sein sollen. Aber wann sollte sie denn aufstehen, mitten in der Nacht noch? Oder durcharbeiten? Es war zum Haareraufen.
Frustriert hielt sie die Augen offen, als sie in einer der folgenden Nächte aufwachte, als es noch lange wohl dunkel sein würde. Sie hatte den Abend zuvor lange gewartet, doch niemand hatte die Küche aufgeräumt. Eigentlich hatte sie bisher auch nicht den Eindruck gewonnen, daß man es damit hier sonderlich genau nahm - eigentlich eine Schande für eine gräfliche Küche.
Sie wendete den Kopf, hatte sie nicht eben ein Geräusch gehört? Leise stand sie auf, warf sich etwas über und schlich zur Küche.
"Nicht mal eine Mülltonne können die hier aufstellen, verteilen sie stattdessen lieber großzügig auf dem Boden, was da reingehört", hörte sie eine Stimme gerade brummen, als sie an die Tür kam. Die Worte waren nicht laut gewesen, aber gut zu verstehen. Instinktiv duckte sich die Magd und presste das Ohr an die Tür.
Sie wollte ja nicht lauschen, nein... aber seltsam war das schon. Wer war denn da drin, mitten zu nachtschlafender Zeit? Sie meinte, das Schaben von Metall zu vernehmen, das Geräusch kochenden Wassers...
So langsam wie noch nie öffnete Elisa die Tür und lugte durch den Spalt.
Auf dem Tisch lag ein kleiner Berg von grob zerteiltem Fleisch, neben dem Tisch stand ein Holztrog, wie er zur Fütterung dieses furchtbaren Wolfes verwendet wurde, den die Frau Eileen ins Schloß angeschleppt hatte. Kaum jemand traute sich an das Vieh heran.
Hinter dem Tisch stand eine Frau in dunkelblauer Hose und weißem Hemd, die Ärmel hochgekrempelt und wischte sich gerade eine breite Haarsträhne aus dem zernarbten Gesicht... das war die Lady von Elbenau!
Erschrocken weitete Elisa die Augen. Was, in Temoras Namen, tat sie denn da?
Sie sah zu, wie die Ritterin mit geübt wirkenden Schwüngen des Hackbeils das Fleisch zerkleinerte und nach und nach in den Trog füllte. Es waren sonst keine Tiere im Schloß... es musste tatsächlich für diesen Wolf sein.
Als die Lady sich dem Kessel über dem Feuer zuwandte und ihr den Rücken kehrte, wagte Elisa, die Tür kurz etwas weiter zu öffnen und in den Rest der Küche zu blicken - alles blitzsauber, sah man von den gerade benutzten Dingen ab. Auf einem anderen Brett lagen die Reste von geputztem Gemüse, das die Ritterin gerade in den Topf gab. Daneben Fischfilet.
"Fischsuppe", analysierte die Magd die Zutaten und zog sich eilig wieder zurück, als die Gefahr drohte, entdeckt zu werden. Das durfte doch nicht wahr sein, daß das des Rätsels Lösung war?
In der Küche des Schlosses wischte die neue Ritterin seiner Hoheit den Dreck weg und kochte... zu götterlosen Zeiten. Kopfschüttelnd ging Elisa wieder ins Bett. Was die Ritterin mit dem Essen anstellen mochte, darüber dachte sie nicht einmal nach. Stattdessen zermartete sie sich das Hirn, was diese Geschehnisse zu bedeuten haben würden.
Die Lady von Elbenau war penibel, das war schnell bekannt geworden. Und daß die Führung der Küche nicht gerade die beste war, war schon seit längerem bekannt...