*ein kleines Zettelchen findet sich in dem Zimmer, in dem Amagar nächtigt. Sorgfältig zusammengefaltet liegt es auf dem Kopfkissen. Wenn er es öffnet, wird er die folgenden Worte in filigranen Buchstaben lesen können*
Amagar, mögen Seine Schwingen dich ewig schützen,
noch immer ist keine Entscheidung gefällt, doch bitten die Diener dich noch einmal zu einem Gespräch, gerade für jene, die nicht anwesend waren in den letzten Tagen und Wochen, ist es wichtig, ihre Fragen an dich richten zu können. Es wäre schön, wenn du dich in den nächsten Tagen in den Abendstunden bereit hältst.
PS: Und auch ich würde gerne noch einmal alleine mit dir reden. Pass auf dich auf. Und genieß den Schlaf.
Ich lebte. Der Wechsel von Licht und Dunkelheit strich so rasend schnell an mir vorbei, dass ich mich fragen musste, ob die Zeit beschleunigt worden war. Der junge Körper gefiel mir. Nicht weil ich sonderlich eitel gewesen wäre, sondern weil er zwei Merkmale meines alten Körpers nicht trug: Das Mal der Alben und das Mal der Krankheit. Doch ich durfte mir nichts vormachen, sie würden mich finden. Vielleicht nicht heute oder morgen, doch sie waren wie Bluthunde. Und solange sie mich selbst nicht fanden würden sie meiner Spur folgen, der Spur durch die vielen Träume, durch die vielen Ängste und Hoffnungen. Durch all die Gefühle, die im Geist hervorkrochen wie lichtscheues Getier, wenn das Bewusstsein den Schutz langsam abstreift.
Ich nahm an dem Schreibtisch Platz und notierte all meine Erinnerungen an die Träume, die ich betrachtet hatte und die mich genährt hatten. Meine Hände waren ungelenk und steif, Hände eines groben Mannes. Die Schrift war recht eckig, immerhin konnte man noch entziffern, was geschrieben stand:
Traum 1: Die Mutter mit dem verlorenen weißhaarigen Sohn. --- Verzweiflung.
Traum 2: Silea, eine Kriegerin mit Versagensängsten. Bruder Menos. --- Angst.
Traum 3: Die wandernde Naturverbundene ohne Schuhe. --- Glück.
Traum 4: Corakas, ein Kämpfer mit der Schuld eines Todes. --- Schuldgefühle.
Traum 5: Tarya, eine verliebte Rekrutin. Eichengrund. --- Furcht.
Traum 6: Carlos Viento, der misshandelte Sohn. --- Schrecken.
Traum 7: Das entwischte, ängstliche Häschen gejagt vom Wolf. Shanna. --- Beklommenheit.
Traum 8: Der bedrückte Magier mit der Furcht vor Einsamkeit. --- Verlustängste.
Traum 9: Garius, ein Heiler. --- Schmerz.
Traum 10: Karawyn, die geflohene Tänzersklavin. --- Schwäche.
Traum 11: Der Pantherdiener mit Versagensängsten. --- Angst.
Traum 12: Die Ehefrau mit der Angst vom Tod. --- Verlustängste.
Traum 13: Der abstürzende Vogel. --- Verwirrung?
Traum 14: Der „schwangere“ Kalure mit der Furcht vor den Rabendienern. --- Argwohn.
Traum 15: Die unterdrückte Frau mit der Schande für die Familie. Akademie? --- Besorgnis.
Traum 16: Keylon, ein Krieger mit Furcht vor den Rabendienern. Aries, Amelie. --- Mutlosigkeit.
Ich rieb mir über die Schläfen und betrachtete die Liste. Es waren viel mehr Träume als ich erwartet hatte. Ich schloss die Augen und fügte einzelne Worte hinter die Auflistung.
So eine Mühe für so etwas Unnötiges! Die Alben würden sie alle finden, wenn sie erst meine Spur zur Gänze aufgenommen hatten. Abzuwenden wäre es – vielleicht! Doch ich musste mir die Frage stellen, ob es das wert war? Mir bedeuteten die Personen auf der Liste nichts, kein Name darauf, keine Berufung. Nur die Emotionen. Sie hatten mich am Leben gehalten, als nichts anderes mehr mein Anker sein konnte. Widerwillig knallte meine flache Hand auf das Blatt Papier. Verdammte Alben!
In dieser und den folgenden Nächten werden die Betroffenen tief schlafen können und kein dunkles Gefühl verfolgt sie in ihren Träumen. Man könnte sich der Hoffnung hingeben, dass der Albtraum vorüber ist…
Seine Alpträume waren vorüber.
Temora sei dank.
Ob es an dem Trank von Liliana lag, oder aber das Hailey nun des Nachts bei ihm schlief, ihre Nähe, ihre Beruhigenden Worte wenn er schlecht träumte, wusste er nicht genau zu sagen, aber wen interessierte es, wenn das Ergebnis stimmte.
Keine Alpträume mehr. Endlich Schlaf... ruhiger erholsamer Schlaf.
Diese Tatsache stimmte Keylon so euphorisch das er fast glaubte das es endlich vorbei war.
Keine Alpträume mehr... Wie schön konnte doch die Welt sein.
Die schrecklichen Träume gingen wie sie kamen. Plötzlich. Er hatte sich lange geplagt, betäubt, ruhelose Nächte verbracht. Die Augenränder waren die letzten Tage mehr hervorgetreten, Mahu war nicht zu erreichen gewesen. Dennoch... Irgendwie hatte er begonnen einen gewissen gefallen an manchen der Träume zu finden, zumindestens zu einem kleinen Teil. Seine eigene sadistische Ader liess dies zu, der andere Teil....schweigen. Vergessen. Bloss nicht erneut. Dennoch war das nicht normal.
Er war von Natur aus misstrauisch. Solche Dinge ziehen sich nicht so kontinuierlich über mehrere Wochen hinweg und hören einfach so mir nichts dir nichts auf. Nach den fast 20 Stunden Schlaf die er nun nachgeholt hatte, arbeitete das Oberstübchen wie ein Uhrwerk. Nachwirkungen der Toro oder der Insel? Nein, dann hätte nicht nur er diesen Mist an Träumen, abgesehen davon waren die Geister der Insel anders vorgegangen.... und dem Rest der Crew ging es seines Wissens nach schlaftechnisch gut. Man sah es ihnen ja auch an das sie nicht Stunden lang in ihren Kämpfen zwischen den Übeln von kranken Träumen hin und her hingen. An dem Wildkraut lag es ebenfalls nicht, auch wenn er hin und wieder die versetzten seiner Gattin geraucht hatte... nach den ersten Albträumen hatte er damit aufgehört. Sie waren geblieben, teilweise. Der Alkohol? Nein den hatte er zwischendurch sogar weggelassen. Voodoo...das würde zumindestens einige Seltsamkeiten erklären. Und dann diese Augen die er immer im Hintergrund spührte...
Zwei Möglichkeiten...er wartete... oder er handelte. Und er war selten jemand gewesen der sich zurückhielt und abwartete, vor allem nicht wenn er irgendetwas witterte was nicht richtig war....
Gedankenverloren wandte sie den Blick abseits, ihre Erinnerungen verliefen sich in einem Irrgarten, ehe sie an den Punkt kamen, der sie so beschäftigte...
Die Träume... hatten sich wieder verändert... sie hatten alte Muster angenommen. Sie hatte beobachtet, wie andere unter den Träumen litten... Silea zum Beispiel. Sie hatte mitbekommen, dass sie ebenso, wie auch sie selbst oder auch Dazen, ein seltsames Gefühl beim Träumen hatte. Aber im Gegensatz zu Silea... fürchtete sie sich nicht davor... oder erlitt Qualen dadurch. Nein... eigentlich empfand sie es als.... angenehmer..
Um sie mehr zu quälen, wurde ihr gezeigt, was sie verloren hatte... nur war das noch nie der Fall gewesen.. sie hatte ihren Sohn nie lebend gesehen... nie in den Armen halten können... nie konnte sie ihm sagen, was sie für ihn empfand... er starb.. bevor er richtig am Leben war... und so waren die Träume, die einzige Verbindung zu ihrem Sohn... nie hatte sie in ihren Träumen ihren Sohn wirklich berühren können... er war immerzu nur fort gelaufen... um zu verdeutlichen, was sie verloren hatte... aber in diesen Träumen.. war das nicht der Fall... erst wurde ihr gezeigt, wie wunderbar es war... ehe es ihr entrissen wurde... es tat zwar im nachhinein umso mehr weh... aber dafür durfte sie endlich... dass haben.. wonach sie sich all die Jahre so gesehnt hatte.... daher tat es ihr nun umso mehr weh.... dass es nun weg war... und nur noch die Träume des Verlustes blieben.... der laufende Junge... mit dem weißen Haar... der doch unerreichbar für sie war.... für immer...
Zuletzt geändert von Fiora Talaen am Dienstag 28. Januar 2014, 22:41, insgesamt 1-mal geändert.
Gerade in den letzten, vergangenen Tagen, war es hart gewesen.
Die Tage waren lang, die Nächte kurz und wenig erholsam.
Ich musste mich zwischendurch immer wieder über Tag hinlegen, sonst schaffte ich mein Pensum nicht.
Jede Nacht war ein Horror.
Ich schlief, hundemüde, ein und wälzte mich hin und her.
Zuweilen sorgte ich dafür, das Ernst auch nicht schlafen konnte, oder ich rückte von hm weg, um ihm den benötigten Schlaf zu gönnen.
Wie oft hatte ich, aus diesem Gefühl heraus, meine Wohnung abgesucht?
Jemand beobachtet dich, und du kannst nichts finden.
Wie ein eigener Alptraum.
Aber natürlich war nichts zu finden.
Die Gedanken kreisten zwischendurch um ein misslungenes Magier-Projekt.
Immerhin war das Konzil…. Ja nicht weit weg, aber Unsinn.
Blöder Gedanke!
Ich fühlte mich wie eine verrückte.
Mal gut gelaunt und total gut drauf, mal nachdenklich und eher zurück gezogen, wobei ich letztere Momente eher dann hatte, wenn ich alleine zu Hause war.
Oft saß ich dann alleine vor dem Kamin, bis Ernst heim kam vom Dienst.
Das Gefühl des Beobachtet werdens hörte abrupt auf, auch konnte ich mal durchschlafen.
Ein Segen!
Das Ende oder die Ruhe vor dem Sturm?
Vielleicht hätte ich doch mal mit jemandem darüber reden sollen?
Stimmte etwas mit mir nicht?
Egal, erstmal schlafen!
Ruhig, erholsam, und ohne das Bett zu zerwühlen….
Es war ein angenehmer Tag. Der erste seit unzähligen ... eine Kabbelei mit Menos ...
ein Spatziergang mit Lessaja durch den Schnee und zum Abschluss der Gang zur Hafenschenke.
Man könnte meinen, dass es nach der
ersten ruhigen Nacht tatsächlich auch ein wunderbarer Tag war.
Scherze mit Fann und Neyla folgten, wärend sie ihren Wein trank. Sie saßen
am Thresen und unterhielten sich über jenen Tratsch, welchen Frauen zu
führen pflegten, wenn sie unter sich waren... *Es ist deine größte Schwäche! Liebe!* Sie blinzelte verwundert und schaute vor gen Neyla. Die Nachfrage, was
sie soeben gesagt habe, brachte keine direkte Antwort und lenkte das
Gespräch nur weiter .... Silea rieb sich die Schläfe und lenkte den Blick
suchend durch den Raum, doch niemand war dort. Sie hörte wie sich die Tür
öffnete, doch ehe sie nachschauen konnte wer da hinzustieß, ertönte erneut die Stimme. *Es ist zu spät! Du bist allein!* Sie zuckte unwillkürlich zusammen und musste schwer schlucken. Das
war nicht normal! Woher kam diese Stimme! Panisch ging der Blick gen
Dazen, welchen sie jedoch nur schemenhaft warnahm. Ihre ganze
Konzentration galt der Suche nach dem Körper zu dieser Stimme! *Du bist es! Du bringst ihnen den Tod!* Ihr Brustkorb hob und sank schneller unter dem beschleunigten Atem.
Sie sprang vom Hocker, welcher nun krachend zu Boden ging. Erst einen
dann einen weiteren Schritt taumelte sie rückwärts. Der Blick unstet
umher gerissen um die Ursache zu finden, doch da war nichts!
Ihr Herz raste förmlich, als sie Dazen wieder fixierte ... Er hatte irgendwas
zu ihr gesagt ... doch plötzlich umfing sie tiefste Dunkelheit und wärend
ihr Körper zu Boden stürzte und völlig reglos liegen blieb, fand sie selbst
sich in einer dunklen Höhle wieder.
Kalte Schauer jagden ihr über den Rücken wärend ihre Hände den
staubigen Boden abtasteten. Rückartig setzte Silea sich auf.
Vor ihr bewegte sich etwas ... riesengroß ...eine Statue! Sie rutschte
schnell in die entgegengesetzte Richtung davon.
Wer ist da? WO IST ER?
Ihr Kopf ruckte herum als sie die Stimme hinter sich hörte ... eine zweite
Statue .. ebenso groß ... ebenso ... lebendig! Sie wurde irre! Das war
doch nicht möglich!
Wo ist wer? WO IST ANDRIN?
Sie schlang die Arme um sich und eine weitere Statue machte sich
bemerkbar. Ein lautes Krachen ertönte als die erste einen kleinen Schritt machte*
Andrin?Ich kenne niemanden der so heißt! Wer oder was seid ihr? WIR WISSEN ER HAT DEINE TRÄUME BESUCHT! WIR WOLLEN IHN!
Vier .. es waren vier dieser Giganten ... und sie standen um sie herum.
Bei einer schnellen Bewegung stolperte sie über ihre eigenen Füße und
fiel zu Boden. Gefangen! Sie war gefangen!
Ich ... habe doch nur geträumt .. ich weiß nicht wer das war!
Ich konnte es doch nicht sehen! Wer ist er?
Eine der Statuen gab ein klickerndes unzufriedenes Geräusch von sich.
GNADEN DIR DEINE GÖTTER, WENN DU LÜGST! Wer seid ihr! Antwortet mir!
Ihr Blick wanderte stetig umher, auf der Suche nach einem Ausweg.
Die Hände krallten sich verzweifelt in den Dreck des Höhlenbodens.
Es stank nach verwesenden Überresten ... doch wurde ihre Aufmerksamkeit
sofort wieder auf die Statuen gerichtet, als ein donnerndes Geräusch
erklang. Sie sprangen von ihren Podesten und wankten auf sie zu.
GNADEN DIR DIE GÖTTER! ANDRIN!
Sie schnappte nach Luft und versuchte davon zu kriechen, doch als
der Kreis sich enger um sie zog, reckte sie schützend die Arme empor.
Panik überkam sie, als sie erneut von tiefster Dunkelheit umfangen wurde.
Plötzlich war da Licht und noch ehe sie wahrnahm wo sie sich befand
schnappte sie krampfartig nach Luft und schrie! Sie schob sich in die
hinterste Ecke des Bettes und blickte sich in dem kleinen Raum um.
Die Tür öffnete sich ... Fann trat ein und später noch Sophie und Kysira ...
Sie musste berichten und wurde untersucht ... doch ständig wiederholte
sie zwei Sätze: Wer ist Andrin? und Werde ich nun verrückt?
Zuletzt geändert von Gast am Mittwoch 29. Januar 2014, 17:44, insgesamt 1-mal geändert.
Als er gerade das selbstgebackene Brot aus dem Ofen holte, hörte er ein Flüstern das an sein Ohr drang. Sein Name. Langezogen und dann „Aries ist weg.... keine Widerrede?“
All das ergab doch keinen Sinn, oder doch?
Träumte er schon wieder?
Hier im Haus jedenfalls war niemand.
Tief durchatmend nahm er sein Schwert in die Hand, trat zur Tür und öffnete diese, obwohl ihm schon an der Schwelle die Haare zu berge standen.
„Wie Aries ist weg!!! Was meinst du?“
Erst jetzt bemerkte er Hailey die wohl gerade auf de Wege zu ihm gewesen war und ihn nun überrascht ansah. „Wie sie ist weg ?“
Keylon stürmte zu ihr bereit möglicherweise sie zu schützen.
„Hörst die es denn nicht. Diese Stimme?“ antwortete er und nur kurz kam ihm die Idee wie verrückt er wirken musste.
Hailey schien verwirrt. „Keylon da sind keine Stimmen, du redest Unsinn.“
Keylon drehts sich langsam in alle Richtungen spähend.
Die Angst um Hailey schnürrte ihm fast die Kehle zu.
So schob er sie mit der freien Hand gen Haus.
„Gerh rein Hailey... geh rein. Ich träume ... oder?
Ich träume ... ganz bestimmt träume ich.“ Hailey widersetzte sich gen Haus geschoben zu werden. „ Du wirst hier bestimmt nicht mit einem Schwert herumrennen! Keylon was zum Teufel ist los? Und Nein du träumst nicht !!!
Leg bitte das Schwert weg du machst mir Angst.“ Sie trat näher zu ihm und Keylon schüttelt den Kopf. Er versucht etwas zu sehen was Augenscheinlihc nicht da war.
„Geh rein Hailey... Bitte, du bist in Gefahr. Geh rein. mir zu Liebe. Er ist hier... Er ist ganz bestimt hier.“
Das Hailey noch etwas sagte bekam er dann schon nicht mehr mit.
Als würde ihn der Schlaf wie ein Blitz übermannen kippte er einfach um.
Das Hailey ihn zum Haus schleppte, um ihn weinte. Nichts von all dem.
Es war wie ein Traum oder doch nicht? Es schien so real und dann durchlief ihn ein Schauer als er langsam wieder aufwachte. Er schüttelte sich, versuchte seine Sinne zu sammeln und doch war er nicht mehr vor dem Haus. Es war eher wie eine Höhle, und dann sah er SIE!
Vier Statuen in den verschiedensten Formen und Haltungen standen um ihn herum.
Er war gerade im Begriff sich auf zu rappeln, als sich eine der Statuen ruckartig und knirschend bewegte. Vor Schreck viel Keylon zurück, starrte die sich bewegende Statue an und krabbelte zurück von ihr fort. „Nein! Das ist ein Traum nur ein Traum. Keylon wach auf !!!“
„Wo ist er ?!!“ rief die Statue zu ihm, obwohl er nicht mal sehen konnte ob sich ihre Lippen überhaupt bewegten. Wenn das ein Traum war, würde er sich doch ein Schwert, ein Schild, die Sonne, was auch immer herträumen können oder nicht?
Verzweifelt tastete er um sich, doch um ihn herum war nichts außer der karge Höhlenboden.“
„Wer?“ keuchte er „Wer?!“ er versuchte die Augen zu schließen, diese Situation war zu abstruckt.
„Wo ist Andrin!!“ rief die Statue ihm wieder zu und hatte ihn fast erreicht.
„Ich kenne keinen Andrin.“ brüllte Keylon in Verzweifelung und schlug den Arm vor die Augen, in der Absicht sich zu schützen.
Die Statue gab ein klickendes Geräusch von sich als wäre sie un zu frieden.
„WIR WISSEN ER HAT DEINE TRAEUME BESUCHT! WO IST ER?“
Keylon brüllte dem Ganzen erneut entgegen „ICH KENNE KEINEN ANDRIN VERFLUCHT NOCHMAL!!!! Was ist das hier? Wo bin ich?“
Die Tentakel einer der anderen Statuen schlug nach ihm, bewegten sich aufgeregt
„GNADEN DIR DEINE GOETTER, WENN DU LUEGST!“ fauchte diese Statue und Keylon wiederholte laut „Ich kenne keinen Andrin verflucht.“ Da zuckte er erschreckt zusammen als die restlichen drei Statuen von ihren Plattformen sprangen und sich krachend und Knackend auf ihn zubewegten. „ANDRIN!!“ schrien sie und Keylon bewegte sich
weiter zurück, doch wohin.
In seiner Verzweifelung begann er zu beten. „Herrin Temora steh mir bei, bringe mir Licht während ich im dunklen wandere....“ Weiter kam er jedoch nicht.
Er schlug zu Boden. Erneut wie ein Schlaf und als er erwachend wieder die Augen öffnete, lag er zitternd vor seiner Haustür in Haileys Armen.
Die Frau musste wahrlich Angst um ihn gehabt haben, und auch ihn ließ die Situation lange noch nicht kalt.
Auf Haileys Wunsch hin gingen sie zum Lehrhospital, wo sich Malena ersteinmal um Hailey kümmerte, dann ersts um Key.
Doch eine Erklärung für all das was geschah hatte auch sie nicht.
So beschloss der junge Mann in den nächsten Tagen in der Bibliothek nach dem Namen Andrin zu suchen und dann auf alle Fälle das Kloster aufsuchen.
*noch spät am Abend finden sich an einigen markanten Stellen im Reich Aushänge - sowohl am Kloster als auch in Berchgard, Adoran, Kronwalden und an den Kutschstationen
Die Aushänge sind auf schlichtem Pergament geschrieben, die Schrift säuberlich aber schnörkellos. Einige Begriffe sind aber deutlich hervorgehoben - offenbar um einem Passanten direkt ins Auge zu fallen*
Aufruf
Der Herrin Segen,
es sind einige Fälle von eigenartigen Albtraumserien bekannt geworden, zwischen denen ein Zusammenhang zu bestehen scheint. In der Annahme dass noch weitere Personen betroffen sind oder waren, würde ich jeden bitten sich am Kloster zu melden, der derlei bei sich oder Bekannten beobachtet hat. Jede Information kann hilfreich sein um eine Ursache zu finden und weitere Folgen zu vermeiden.
Vier waren es, ihre Stimmen waren wie Stiche in seinem Kopf. er versuchte sich zu orientieren. War er nicht eben noch mit seiner Nichte im Arm in seiner Spelunke? Saß nicht eben noch Lana vor ihm, und seine Frau neben ihm?
WO IST ER, WO IST ANDRIN?
Die Vision! Das war es worauf die Predigerin ihn vorbereitet hatte, er hustete und blickte auf. Es war dunkel aber ein wenig Licht liess die massiven Statuen die mit ihm sprachen konturmässig hervorscheinen. Er hob die Hände "Wadde wadde wadde! Andrin, aye... ick hef mick vorbereitet.... Information'n Aye..." stammelte er er hervor und drehte sich immer wieder zu den jeweils sprechendem Kopf mit heftigem Ruck als würden ihre Stimmen fingernägel auf einer Tafel sein, zuckte er jedesmal zusammen. Er wischte sich über das Gesicht, verscuhte seine Atmung zu regulieren damit er sprechen konnte.
WO IST ER, MENSCH?
Er hatte ihn noch nicht gefunden, das sagte er ihnen. Angst keimte in ihm auf, doch er versuchte sie zu unterdrücken. Er hatte zu wenig Anhaltspunkte, die Träume boten einfach zu wenig, die Unterhaltungen die er führte boten einfach zu wenig. Er sagte es ihnen. Alles was er bisher wusste, von den anderen von denen er wusste oder gehört hatte.
SIE WAREN NUTZLOS! BIST DU NUTZLOS?
Jemand wie er war nie nutzlos, er sagte ihnen das er die Ursache suchte, misstrauisch war und er sich fragte wer oder was er ist, wie es überhaupt sein konnte.
ER IST EIN SCHEMEN, NICHT TOT, NICHT LEBENDIG.
Er zuckte heftig zusammen. Das Stimmenwirrwarr überschlug sich nahezu darauf.
ER HAT DEN TOD BETROGEN.
ER HAT AUCH UNS BETROGEN.
ER HAT AUCH UNS BETROGEN.
ER HAT UNS BETROGEN.
Wieder ruckte sein Kopf in die jeweils gesprochene Richtung, sie waren um ihn herum verteilt, er war von ihnen umzingelt. Widerstand war eh zwecklos, nicht das er nicht daran gedacht hätte... aber er war unterlegen. Hoffnungslos.
BIST DU EIN BLUTHUND?
Er hatte ihm einen Streich gespielt. Auf verquere Weise hatte er jemanden in seinen Träumen heimgesucht der mit seinen Möglichkeiten genau das war, nur auf eine andere Weise als die meisten bisher erahnten. "Ick bin El Tiburòn, der Haifisch..." jappste er heiser hervor.
DANN FINDE IHN!
Er brauchte mehr Anhaltspunkte, er fragte. Sie gewährten ihm Einblick in sein Handeln, sein tun und seine Wirkungsstätte.
SIEH SELBST, OB ES DIR HILFT, BLUTHUND.
Dann sah er es. Ein zerfallenes Buch mit zersetztem Ledereinband und broeckelnden unleserlichen Seiten, verwesende Körperinnereien, ein toter Rabe, staubige Gerätschaften. Darunter ein Dolch, ein Gefäss, erloschene Lichtquellen und in dem Buch... nur einige alte Buchstaben die entzifferbar waren. Opf..... ... ....hle.'. Opferung der Höhle? War das richtig? Sein Kopf arbeitete auf Hochtour. "Krathordiener?" meinte er mit belegter Stimme.
DAS WAR ER EINST!
Noch ein Anhaltspunkt, er nickte. Er merkte nicht das sich eine der Statuen auf einmal hinter ihm stand. Dann zuckte er zusammen als mit einem plötzlichen Rucksich einer der Tentakeln in seine Schulter bohrte. Ungläubig blickte er unter einem ersticktem Schrei auf seine Seite.
DU BIST NUN GEZEICHNET VON DEN ALBEN! FINDE IHN! DANN WIRD ES DEIN SCHADEN NICHT SEIN. WIR SIND GROßZÜGIG... MÖGEN DIR DEINE GÖTTER GNADEN, WENN DU UNS ENTTÄUSCHT, BLUTHUND!
Er fiel mit dem Ruck der Tentakel aus seinem Körper nach hinten, Schwärze umfing ihn. Er erwachte wieder, ruckartig richtete er sich auf. Seine Lieben um ihn. Hektisch betastete er seine Schulter, ein Mal. Es war da, genau an seiner Schulter, Daumenbreit und wie untergelaufene Tinte einer Tätowierung. Genau wie der Teddybär seiner Nichte der in seinen Arm gedrückt war zum Schutz vor dem Bösen, die kleine wollte ihm helfen, ein gutes Kind. Er erzählte... seine Frau stürzte los. Sie holte die Predigerin, samt dem Magier der ebenfalls träumte, dann zuckte auch er zusammen, er fiel... Seine Vision hatte begonnen, es folgte mehr...
Er ging recht spät am Abend zum Kloster. Er war auf der Suche, auf der Suche nach einem Buch.Andrin Ragehtheißt der Gesuchte. Ein Mann der seit fast 250 Jahren tot sein müsste! Einige Aufzeichnungen aus der Bibliothek wiesen darauf hin, ebenso auf Aufzeichnungen im Kloster. Diese wollte er holen.
Aurea rannte fast in ihn rein als er das Kloster betrat und ging dann mit him an die Frische Luft. Sie gab ihm das gesuchte Buch, doch er kam nicht wirklich dazu großartig darin rum zu blättern. Alayna stand auf einmal neben ihnen, völlig ausser Atem. Was wollte sie? Was wollte sie HIER? Carlos!Er habe eine Vision gehabt. Und Alayna bat Aurea um klerikalen beistand. Natürlich wollte Merrik sie nicht alleine dort hin gehen lassen. Denn ihr Zielort war nicht gerade das schönste Fleckchen Land was es gab. sie mussten aufdie Insel.Sie eilten nach Bajard, und so schnell es ging ins Schiff rein. Es dauerte einen Moment bis sie ankamen. Er ging seine ersten Schritte auf der INsel, aber es kümmerte ihn nicht. Im Moment gab es wichtigeres als den Zwist zwischen Piraten und Lichtenthal. Es dauerte auch nicht lange als sie wohl am Zielhaus ankamen.
Er vernahm ein leises Wispern in seinem Kopf, unwarscheinlich, dass es die anderen auch hörten. Er tat das einzig sinnvolle, er konzentrierte sich auf eben jenes Wispern. Als sie im Türrahmen standen hatte er das gefühl, dass.. etwas aus dem Haus raus, ins Freihe, entschwand. Verdammt! Es darf nicht entkommen! er machte ein paar Schritte raus, konzentrierte sich auf das Etwas, versuche es ausfindig zu machen. Ein leises Knistern wie von Feuer drang an sein Ohr. Wo war die Quelle? Wer war die Quelle? Das knistern wurde lauter, ahtete zu einem Fauchen aus. In der Gefahr, dass er selbst auch eine Vision bekam und dabei das bewustsein verlor gibng er in das Haus und setzt sich, möglichst sicher, in eine Ecke.
Aus dem Knistern formten sich leise Worte.Wo.. ist..Er konzentrierte sich auf das Knistern, die Worte und wiederholte sie leise. Im nächsten Moment kippte sein Körper zur Seite gegen die Wand als wäre er einfach eingeschlafen.
Er schwebte in wohliger samter Dunkelheit.
Im nächsten Moment hatte er wieder harten Boden unter sich. Die Luft war staubig und trocken.
Vier Statuen umzingelten ihn. Bedrohliche aber doch bewegungslos standen sie auf ihren Sockeln.
WO IST ER?
Die stimme donnerte durch die Höhle und hinterlas in seinem Kopf ein fiepsendes Geräusch.
Seid ihr die, die AndrinRageth suchen?
WO IST ER?
Was wollt ihr von ihm?
Und .. wer seid ihr?
WIR SIND DIE ALBEN.donnerte es von allen vier Statuen gleichzeitig. WAS WIR VON IHM WOLLEN, IST NICHT DEIN BELANG!
Die Alben?
Wieso sollten wir euch helfen ihn zu finden?
NUTZLOS, NUTZLOS!
Das Konzil und das Kloster suchen nach ihm..
aber wieso sollten wir ihn euch geben wenn wir ihn gefunden haben?
Ein leises Knirschen drang von der Statue ihm gegenüber, dann ein Knacken, als sich die Fuesse von dem Sockel lösten.
WEIL IHR HOFFENTLICH NICHT SO DUMM SEID EUCH DAZWISCHEN ZU STELLEN.
SEID IHR DUMM?
NUTZLOS?
SCHWACH?
Ich bin weder Dumm noch nutzlos!
Und schwach ebenso wenig!
Er brauchte mehr Informationen! Er fragte die Statuen nach irgendetwas nützlichem.
FRAG DEN BLUTHUND! DER ERSTE NUETZLICHE MENSCH HIER!
Bluthhund?
Carlos?
DER BLUTHUND.Donnerte es wie eine Bestätigung zurück
Und was wenn wir ihn gefunden haben?
HALTET IHN FEST UND LASST EUCH NICHT UMBRINGEN.
Wieso sollten wir ihn fest halten wenn wir nicht wissen warum?
wieso sollten wir ihn finden wenn wir nicht wissen warum?
Die Statue macht einen plötzlichen Satz und unter Knacksen und Knirschen sprang sie vom Sockel und landete mit einem lauten Krachen direkt vor ihm. Merrik machte einen reflexartigen Satz nach hinten und ohne groß nachzudenken formte er zwischen einen Händen einen Feuerball.
Ein fataler Fehler, wie es sich im nächsten Moment erwieß.
WEIL WIR KONTROLLIEREN, WAS IHR NICHT KONTROLLIEREN KÖNNT!
Ein schnalzendes Geräusch ging von der Statue hinter ihm aus und eine harte steinerne Klaue packte ihn im Nacken.
VERSUCH NUR UNS ZU SCHADEN IN UNSEREM REICH, UNWÜRDIGER!
Mit schmerzverzehrtem geicht war sein Blick weiter nach vorne gerichtet, seine Hände wanderten reflexartig zur steinernen Klaue.
FINDET IHN ODER LEBT MIT DEM, WAS KOMMT!
Sonnerte ihm die Statue vor ihm wieder entgegen.
Was würde denn kommen wenn wir ihn nicht finden?
Die Statue vor ihm stand binnen eines Liedschlages wieder auf dem Sockel ohne ihm eine Antwort darauf gegeben zu haben.
Antwortet mir!
Ein leises knirschen erklang, als er von der steinernen Klaue angehoben wurde. Er griff nach eben jener um sich fest zu halten. Die statue hinter ihm zog ihn näher an sich heran und flüsterte ihm mit leiser und sanfter, aber Unheil ankündigender Stimme die Antwort entgegen.
Albenträume
Unmittelbar nach der Antwort löste sich der erbarmungslose Griff um seinen Nacken und er fiel. Er fiel in ein bodenloses Schwarz. Er schrie auf.
Seine Augen flatterten und er kam wieer zu sich. In dem Haus auf La Cabeza
Auch wenn die Träume aufhörten, konnte ich dennoch nicht schlafen. Obwohl sich mein Bett im warmen, fensterlosen Keller steht, fühle ich mich beobachtet. Es ist als stünde ein Geist neben mir um mir tief in meine Seele zu blicken, doch sobald ich mich umsehe ist niemand da. Es verfolgt mich überall hin, lässt mir keine Ruhe. Beim schlafen, oben im Wohnbereich, draussen im Wald oder sogar bei der Jagd. Überall spüre ich diese kalten aber unsichtbaren Augen an mir haften.
Wer oder was beobachtet mich?
Etwas in mir fürchtet sich. Mein Kopf schmerzt bereits. Jeder Gedanke über die Frage, wer mich verfolgt, lässt mich Tag um Tag mürrischer werden, was auch den Menschen in meiner Umgebung auffällt. Zudem fühlt es sich an, als hätte ich einen Eisklumpen in meinem Bauch der meinen Magen zusammen zieht und eine eckelhafte Übelkeit in mir auslöst. Doch Tatenlos herum zu sitzen bringt mich nicht weiter. Ich werde schon heraus finden wer oder was mich da verfolgt.
Der Bluthund! Aye, er war so oder so ein Bluthund, einmal die Fährte aufgenommen, lies er sich kaum bändigen.
Aber in wessen Namen?
Freiheit war das höchste Gut eines der ihren. Carlos war nicht mehr frei.
In ihm steckte etwas.
Die Frage, die sich ihr stellte war eine weitreichendere:
Würde das überhaupt umkehrbar sein?
Der Blutpackt war gezeichnet, Krathor würde so oder so ihre Seelen kriegen. Warum das jetzt?
Verfluchtes Schiff!
Und das was ihr am wenigsten passte war die tatsache, nicht so viel tun zu können.
Im Gegenzug war Carlos nun eine Gefahr für Inola!
Irgendwer würde dafür leiden, da waren sich Alayna und Sie einig.
La Familia!
Keiner geht an die Familie ohne es zu bereuen.
Auch Alben nicht!
Und wenn die nicht zu fassen waren (wie konnten Sie auch) dann musste es jemand anderes ausbaden.
Rabendiener....
Sie schnaufte unwillig aus.
Ja, es gab einen Namen! Ohja, finden lassen würde er sich bestimmt.
Wozu hat man Augen und Ohren im ganzen Land?
Einige Schritte waren zu tun. Und vor allem musste Inola sicher sein.
so sicher eben, wie es auf der Insel der Piraten halt war.
"Er ist bereits verloren. Wir können es nur hinauszögern."
Der Wind hatte zugenommen und strich wie die zarte Geste einer Mutter über den Schopf des Kindes durch ihr Haar. Die Sonne war ebenso bereits aufgegangen, in weiter Ferne des tiefblauen Wassers am Horizont und bahnte sich gerade ihren Weg empor ins wolkenlose Firmament. Wie lange sie hier schon saß, wusste sie nicht einmal – die morgendliche Ruhe, bevor das geschäftig-laute Treiben der Freibeuterinsel begann, gepaart mit den grellen Rufen der kreisenden Möwen, war die einzige Möglichkeit, überhaupt noch einen klaren Gedanken fassen zu können. An Schlaf war seit Tagen nicht mehr zu denken – zu oft tauchten diese Bilder vor ihrem geistigen Auge auf, die zu sehen ihr jedes Mal regelrecht den Brustkorb abschnürte.
...Es war ein fast abstruser Anblick, wie er dalag; die Züge friedvoll entspannt, als würde er nach all' den Wochen der Albträume das erste Mal richtig durchschlafen. Immer wieder strich sie über seine Wange und Stirn hinweg, zitternder Finger, sprach leise, beruhigende Worte, auch wenn er sie dort, wo er war, vermutlich nicht einmal hören würde.
Sie waren vorbereitet gewesen, hatten jeden Schritt bis auf das letzte Detail durchgeplant. Doch als er panisch ihren Namen rief, schienen die Worte der Priesterin wie aus ihrem Gedächtnis gebrannt. Sie realisierte Selbst nicht einmal, wie sie Lana den Schlüssel zuwarf und die Türen des Schädels hektisch verschlossen wurden. Inolas vorsichtige Fragen, Matrose Petz, den sie ihrem Onkel beschützend in den Arm legte - eigentlich mochte Alayna keine Kinder, aber in diesem Moment war die kindliche, unbedarfte Liebe zum Schlafenden das Einzige, was sie davon abhielt, durchzudrehen.
Bei ihm bleiben, ihn ihre Nähe spüren lassen, ungleich, wo sein Geist sich nun befand, war Alles, was sie für diesen Moment tun konnte. Minuten wurden zu Stunden, Stunden zu Ewigkeiten. Er wachte nicht auf. Er wachte einfach nicht auf.
Das Ziehen in ihrem Magen, die beklemmende Übelkeit wurde stärker, mit jedem Mal, daß ihre Gedanken abschweiften. Wie oft sie sich schon übergeben musste in den letzten Tagen, hatte sie nicht einmal mehr gezählt. Es zehrte an ihr, mit jeder Faser ihres Körpers, ihn so leiden zu sehen, anzublicken, was die Alben in seine Haut gebrannt hatten. Bluthund - sie musste Ruhe bewahren, die nächsten Schritte genaustens kalkulieren und planen: den Schreiberling aus Berchgard suchen, ein paar Leute sprechen, die Priesterin, Aufgaben zuweisen, Informationen kaufen...
Andrin – wie sollte man Jemanden suchen, der beinahe ein Vierteljahrtausend tot war? Wie sollte man Jemanden finden, der nicht einmal körperliche Überreste hinterliess, kein Grab, welches man suchen konnte? Als hätte nur sein Name in diesen Aufzeichnungen des Klosters existiert – zu wenig, um anzufangen und zuviel, um es einfach hinzunehmen.
...Er zuckte einmal heftiger zusammen und schoss regelrecht in die Höhe. Nackte Angst dominierte seinem Blick, als er sich das Hemd herunteriss und versuchte, sich die Schulter abzutasten - das schwarze Mal, wie eingebrannt auf seiner Haut.
Wenige Momente später war sie schon aus der Tür, stiess Aroght fast um und rannte an Minuit vorbei zum Hafen. Schwingenstein, sie musste die Priesterin so schnell wie möglich herschaffen, egal, was danach passieren, welche Konsequenzen es nach sich ziehen würde.
Seine Augen, die fahlweisse Blässe seines Gesichts, das war nicht er – Was hatten sie ihm nur angetan?
Mit höhnischem Gelächter zogen die Möwen ihre Bahnen durch die Lüfte über dem aufwachendem Hafen. Langsam kam Bewegung in die Insel, die ersten Rufe wurden laut, als sich die Seeleute in Richtung der Schiffe begaben. Geschäftiges Treiben setzte ein, doch das Alles zog ungesehen an ihr vorbei, wie die aufkeimende, salzige Brise gefühlte Ewigkeiten zuvor.
Einen Namen hatte sie bereits und auch einen Ort, an dem er sich vor einigen Monaten aufhielt. Wenn sie schon einen ewig Toten nicht finden konnten, dann würden einige noch Lebende daran glauben müssen – selbst wenn sie Krathor persönlich dafür zur Rechenschaft ziehen würde.
"Er ist bereits verloren."
Nein – sie wollte, sie konnte es nicht akzeptieren. Selbst wenn er ins Dunkel stürzte, würde sie ihm folgen; selbst wenn sie ihn töteten, würde sie ebenso sterben und selbst wenn er verloren war, würde sie Alles tun, um ihn wieder zurückzuholen - jetzt, hier und für den Rest ihrer Existenz.
"Weil du der andere Teil meiner Seele bist."
Zuletzt geändert von Alayna Viento am Freitag 21. Februar 2014, 13:27, insgesamt 1-mal geändert.