[Event] Du bist, was du isst

Althan Vylen

Beitrag von Althan Vylen »

*Bald darauf kommt ein Pergament mit seinem persönlichen Siegel.*

"Wissen und Weisheit, ehrenswerte Hazar Sevinc aus dem Hause Ifrey
Mudyr der Akademie der Leviathan!

Ich bedanke mich für euer Schreiben und die Bereitschaft mehr Wissen
über jenes Schattenwesen und somit den Schwarm zu erlangen.
Je mehr wir über das Wesen erfahren, umso besser können wir uns
dagegen verteidigen.

Ein Schreckensgespenst verliert seinen Schrecken, wenn man seine
Schwächen kennt und es angreifbar wird.

Ich habe euer Schreiben an der Ordensführung weitergeleitet, der
Orden wurde auch über euren Antrag informiert.
Das Wesen muss im Augenblick an dem Platz verbleiben um seinen
sicheren Gewahrsam zu gewährleisten.

Ich für meine Person würde mich über einen Besuch eurer Persona
ausgesprochen freuen, auch wenn es andere Umstände sind als
mir vorschweben im Moment.

So hoffe ich, dass die Ordensleitung euch bald in Kenntnis setzen wird,
wie sie mit eurem großzügigen Angebot verfahren wird.

Ich verbleibe somit vorab mit respektvollen Grüßen

gez. Magister Althan"


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Gast

Beitrag von Gast »

Die Nacht war nur kurz gewesen. Hatte ich wirklich die Tiefschlafphase gefunden?
Ich fühlte mich nicht so, wenngleich die Zeit, die vergangen war, anzeigte, dass es so gewesen sein musste.
Es war mitten in der Nacht gewesen, als Faruk mich als letzter der Versammlung vom Brunnen nach Hause gebracht hatte.
Mit einem leichten Verneigen entschwand er in die Nacht, und ich… wanderte nach unten, und legte mich ins Bett.
Die kleineren Wunden störten mich nicht, sie waren von Latifa mit einem eklig brennenden Sud betupft worden. Viel schlimmer war, dass mein Kleid kaputt war.

Diese innere Unruhe hatte ich schon lange nicht mehr verspürt. Nicht mehr in diesem Ausmaß, aber ich sah vieles in Gefahr, von dem ich mir bewusst war, dass ich es nicht alleine Händeln könnte, wenn es wirklich ausbrechen würde.
Angst?
Ohjah, ohne Zweifel. Ich hatte Angst.

Das Wesen, dass gestern nach dem Schwarm in Menek’Ur aufgetaucht war, zeigte deutlich, dass wir das Interesse geweckt hatten.
Die kleinen waren geplatzt, auch wenn es neu war, dass sie sich an Höherrangigen Magiern festbissen.
Razyr war gebissen worden, Faruk …. War Faruk gebissen worden? Ich konnte es nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Aber das ich direkt vier von den Wesen an mir dran hatte, war für mich so überraschend, dass ich in dem Moment gar nicht wirklich reagieren konnte. Sie störten meine Konzentration, bereiteten mir Schmerzen und das einzige, zu was ich in der Lage war, war mich einfach nach hinten auf den Boden plumpsen zu lassen, nachdem Razyr sie angegriffen hatte.

Wie konnte mir das nur passieren?
Ich war Mudyr, Shoka…. Und dennoch hatte ich nichts auszurichten vermocht. Wären sie auf die Tranams los gegangen, hätte ich handeln können, aber mit einem direkten Angriff auf mich….?
Ich war einfach nicht vorbereitet.
Der Shanun hätte sicher jetzt abfällig geschnauft.

Ohne Frühstück machte ich mich auf den Weg zur Akademie.
Mein erster Weg führte direkt in den Keller, um zu prüfen, ob alles unbeschadet war.
Und, Mara sei Dank, es war unversehrt.

Jetzt lag es an mir, und ich hatte hier die Ruhe.
Meine Idee brodelte seit gestern in meinem Kopf herum, gerade weil ich das größere Wesen hatte vertreiben können.
Hatte Shara recht gehabt? War es gezielt auf mich losgegangen?
Lag es an meiner Kette?
Was würde man alles tun können, wenn man diese Kette mit der Bindung auf mein mentales Netz, gegen mich verwendete?
Ich wollte es mir nicht ausmalen, aber ich höllische Schmerzen und Manipulation standen ganz oben auf meiner Liste der Dinge.

Ich stellte mich in die Mitte des Pentakels, das den Boden zierte.
Eigentlich brauchte ich es nicht. Nicht für das, was ich vorhatte.
Ich lies die Stimmung des Raumes auf mich wirken, ich wusste, was hier ruhte, was hier voller Wut gegen die Gefängnisse kämpfte.
Diese Atmosphäre sorgte jedes Mal für ein angespanntes Kribbeln, das mich durchzuckte, auch wenn ich es seltsamerweise genoss. Ich konnte das abstellen, oft genug hatte ich hier unten Zeit verbracht, aber wenn ich mich gänzlich drauf einstellte, fühlte es sich an, wie tausend Ameisen, die über meine Haut liefen.

Ich schloss die Augen und stimmte mich auf das Pentakel ein, dass größer und raffinierter war, als das, was ich gestern aus der Not heraus mit meinem Blut gezeichnet hatte.
Jetzt hatte ich so oder so mehr Zeit. Geist, Wasser, Erde, Feuer und Luft…. Ein beständiger Energiefluss, der ungebrochen waberte.
Als das Pentakel mit neuer Kraft gefüllt war, lies ich meine Gedanken schweifen. Ich wusste was ich wollte und was ich brauchte.


„Ich bitte einen der mächtigen Liedgeister zu mir, der bereit ist, einen Handel mit mir einzugehen“

Es passierte erst…. Gar nichts.
Ich wartete ab. Dränge niemals einen Dschinn. Das kann schlecht für dich ausgehen.
Meine Haltung wurde noch angespannter, jeder Muskel war angespannt. Als es plötzlich warm wurde, es begann um mich herum zu knistern, ich hatte eine Präsenz angelockt.


„Was willst du, Shoka?“, erklang es in meinem Kopf, ohne dass ich etwas, außer dem Knistern sonst wahrnehmen konnte.
„Ich möchte die Akademie schützen, und kann es neda alleine, bist du gewillt mir zu helfen?“
„Was bietest du Shoka?“
„Ich biete meine Kraft und mein Wissen….“ Ich verkniff mir zu fragen, was er denn verlangte. Sonst würden die Forderungen wohlmöglich ins unermessliche steigen.
„Deine Kraft, kleine Hazar….“, er gurrte, fast klang es, wie ein leises Lachen. „Was genau glaubst du, das ich tun soll?“
„Beschütz den Eingang zum Keller und halte die Schattenwesen davon ab, nach hier unten zu gelangen. Keiner will, dass das was hier schlummert, befreit wird“, diesem Argument konnte nicht mal er wiedersprechen.
„Ich nehme einen Teil deiner angebotenen Kraft, Hazar…. Und ich werde den Eingang beschützen, aber je länger es dauert, desto mehr wirst du nachzahlen müssen, Shoka. Sei dir dessen sehr bewusst“.

Der Kontakt wurde unterbrochen. Recht rapide sogar.
Er würde seiner Aufgabe nachgehen….
Ich sank auf die Knie herab. Ich fühlte mich schwach. Ein Handel ist nie gänzlich zu deinem Vorteil. Du musst nur wissen, welche Preise du breit bist zu zahlen, und was du vertragen kannst.
Jerah Sabien

Beitrag von Jerah Sabien »

Es war bereits die dritte Nacht.

  • Er war vorbereitet.
    Ein abgenutztes Fell als Unterlage; zwei Decken, von denen eine einmal ein Umhang war; drei Kissen, zwei alte und eines mit dem Duft einer Frau; ein auf der Außenseite rostiger Topf, um darin Wasser erwärmen zu können; genügend Teeblätter, um den ganzen Winter durch zu stehen - und ein wenig Brot, Obst und Nüsse.

    Er war vorbereitet.
    Seine Notizmappe lag bereit und er hatte sich sogar einen neuen Kohlestift besorgt, nachdem ihm der letzte Stummel zerbröselt war; er hatte das Buch der Arcomaga über die Wesen der Zwischensphären in der Tasche, obwohl er es schon drei oder viermal nach Wissen durchforstet hatte; seine eigenen Aufzeichnungen über Sphärenmagie aus dem Unterricht und den Erfahrungen der letzten Wochen; ein halbes Tintenfässchen, eine Schreibfeder, ein kleines Messer zum spitzen.

    Er war vorbereitet.
    Er hatte Steinchen vom Unheilsberg und den Orkkavernen, Sand vom Strand in Tiefenberg und aus Menek'ur, Dreck aus den letzten Ecken und Enden der Welt; er hatte Wassertropfen aus Bächen, Flüssen, Seen, Tümpeln, den Morgentau von Blättern und den Nebel der Nacht, Regen in allen Variationen und natürlich geschmolzenen Schnee; Er hatte sogar eine Reihe scheinbar leerer Phiolen mit Luft und Wind und Sturm und Stille von den verschiedensten Ecken des Kontinents, er hatte Harpienfedern und den weichen Flaum von jungen Küken; Nur das flüchtige Feuer konnte er nicht zähmen, ohne es zu verlieren.


Er hatte sich der Elegida freiwillig angeboten, die Nachtwache zu übernehmen. Es war ihr vermutlich klar, was er vor hatte. Er hatte bemerkt, wie sie ihn ansah, als er nicht einmal versuchte seine Unzufriedenheit zu unterdrücken. Und sie wusste auch ganz genau, dass er vermutlich der Letzte in der Reihe wäre, der sich für irgendetwas freiwillig melden würde. Zumindest nicht aus reiner Gutmütigkeit, aus verkanntem Heldenmut oder fehlender Todesangst, wie manche aus seiner neuen Verwandschaft.

Nein - es war natürlich nicht freiwillig. Es war notwendig.

  • Es hatte einen Maestro, eine Elegida, zwei Magister, einen Magus und einige unbedeutende Krümel benötigt, um das Ritual zu vollführen. Einer dieser Krümel hatte den Magister noch rechtzeitig gefragt, ob es einen Plan gäbe, weil er die Absurdität der Situation schon von weitem hatte heranschwappen sehen.

    Natürlich gab es einen Plan!

    Natürlich gab es keinen Plan. Eine Tat, um etwas getan zu haben. Blinder Aktionismus, um sich danach zurück zu lehnen und guten Gewissens die Verantwortung auf andere abschieben zu können. Der Brief über den vermeintlichen Erfolg war schon verschickt, bevor auch nur ein zweiter Blick auf das Ergebnis geworfen wurde. Vielleicht wollte man auch einfach nicht hinter dem Konzil zurückbleiben und musste auf ihren 'Ihr müsst intelligenter sein!'-Erfolg etwas noch weniger aussagekräftiges Stapeln. Politik. Wer verstand davon schon wirklich etwas?


Die erste Nacht über hatte ihm der Magister Gesellschaft geleistet. Ob aus Solidarität, Langeweile, Schuldgefühlen oder Erschöpfung war ihm eigentlich vollkommen egal. - Es war eine gute, unterhaltsame Nacht mit vielen interessanten Gesprächen.

  • Vermutlich hätte ihn der Magister sogar bei seinen Experimenten unterstützt, aber er hatte sich dem System klarer Hierarchien zu beugen, auch wenn ihm das schwer fiel. Der Plan des Magisters war die Wesenheit zu vernichten. Der Befehl der Elegida war eindeutig. Sie wollte das Ding nicht auf ihrem Ritualplatz haben.
    Es lag schlicht nicht in seiner Macht sich dagegen zu stellen. Zumindest nicht offen.

    Die Tatsache, dass der Maestro aus seiner persönlichen Macht heraus etwas geschaffen hatte, was weder Elegida, noch Magister in irgend einer Art und Weise beeinflussen konnten erzeugte in ihm eine paradoxe Mischung aus Emotionen und Gedanken. Es war beeindrucken. Es war erschreckend. Es war enttäuschend. Es war erheiternd. Es war verwirrend. Aber vor allem war es gut.

    Zumindest der Maestro schien der gleichen Auffassung zu sein, wie er selbst: Man betreibt keinen riesigen Aufwand, um etwas lebend zu fangen, nur um es nach einem Wimpernschlag zu töten.


Er drapierte die einzelnen Paraphernalien an den dafür vorgesehenen Spitzen des Pentagrams. Er hatte in den letzten Tagen viel über die Symbole und ihre Wirkung gelernt.
Verstärkung. Genau das, was er mit seinen jämmerlichen Fähigkeiten brauchte, um sich an dem Studienobjekt zu schaffen zu machen.

  • Es war sein erstes richtiges Ritual gewesen. Er hatte zum ersten Mal die Verantwortung für ein Element übernommen. War Werkzeug, Verbindung und Quelle zugleich. Auch wenn ihm die Magistra zuarbeitete, ihn auf seinen ersten, wackeligen Schritten mit Geduld, Erklärungen und Magie unterstützte: Es war seine Aufgabe. Und damit auch sein Erfolg.

    Er konnte diesen einen, halben Schritt zur Seite der Magistra kaum hoch genug anrechnen. Er hatte in diesen Momenten mehr gelernt, mehr erfahren, mehr gespürt und mehr gewirkt, als in den vielen Wochen zuvor. Sie hatte etwas gut bei ihm. Auch wenn sie es vermutlich nicht einmal wusste. Auch wenn es sie vermutlich nicht einmal interessierte. Aber Vergessen war noch nie eine seiner Stärken gewesen.


Er umzirkelte noch einmal sein Werk. Erde, Wasser, Luft und Feuer. Für letzteres musste eine der Kohlepfannen herhalten, die er direkt vor die entsprechende Spitze gezerrt hatte. Aber ein Pentagram hat, wie sollte es auch anders sein, fünf Spitzen. Der Platz war eingenommen und er versuchte die schrecklich laute Mischung aus Gedanken, Plänen, Erinnerungen und dem immerwährenden Klang des Liedes aus seinem Fokus zu verdrängen. Er musste sich ..

  • Meditation. Was für eine unerwartete Erfahrung.
    Er hatte weder Augen, noch Ohren getraut, als er den Unterricht dazu besuchte. Entspannungsübungen. Atmen. Den Geist leeren. Lautenklänge. Säuselnde Stimmen. Hätten ihn nicht die roten Locken der Lehrmeisterin zu überaus weltlichen Träumereien verleitet, hätte er sich womöglich übergeben müssen.

    Meditation. Was für ein missverstandenes Konzept.
    Es ging nie darum sich zu entspannen. Im Gegenteil. Spannung ist sogar gut und wichtig. Es geht um Konzentration. Es geht um Fokus. Es geht darum, seinen Willen zu bündeln, nicht zu leeren. Wenn man sich entspannen will, legt man sich in eine heiße Quelle oder ein Freudenhaus. Aber es ist dringend davon abzuraten in diesem Moment an dämonischen Kräften zu forschen.

    Meditation. Was für eine unnötige Erfindung.
    Sich auf das Lied einstimmen, tiefe Atemzüge nehmen, den Blick in die Ferne schweifen lassen - oder die Augen schließen, die Muskulatur entspannen, leises Summen.
    Nein. Das ist so, als würde man eine Säge oder eine Angel benutzen, um einen Nagel ins Holz zu schlagen. Es geht. Und man schlägt sich mit Sicherheit nicht auf den Daumen. Aber es gibt bedeutend effektivere Werkzeuge für diese Aufgabe.


Ein kleiner Schnitt in die Handfläche. Schmerz. Fokus. Er war in einem Herzschlag hellwach und höchst konzentriert. Er kannte seinen eigenen Körper mittlerweile gut genug, um daraus Kraft zu ziehen, statt sich ablenken zu lassen. Noch bevor der erste Tropfen Blut den Boden unter ihm berührte, hatte er bereits vergessen, dass dort eine kleine Wunde war.

Erst die Erde, dann das Wasser, dann die Luft - und zum Schluss das Feuer. Der junge Magier bemühte sich bis an die Grenzen seiner Fähigkeiten. Und, wie es sich für seine Gattung gehört, einen Schritt darüber hinaus.

Doch es kam, wie es kommen musste. Alle seine Versuche prallten an der Blase ab. Jegliche Energie, die er darauf verwendete sie auf die Barriere zu schleudern, glitt über die Oberfläche hinweg und verlor sich wieder im Lied. Die Blase hatte nicht einmal einen eigenen Klang, den man spüren oder berühren konnte, war wie ein tiefes Loch, dessen Boden man nicht sehen konnte. Er war sich nicht einmal sicher, ob sie wirklich existierte oder nur eine Illusion in seinem Kopf war. Sie lies sich nicht durchdringen, nicht bewegen, nicht verändern. Es war das mit Abstand komischste, was er bis jetzt beobachten durfte.

An Manipulation war schlicht nicht zu denken.

Und so beschränkte er sich nach vielen, stundenlangen Versuchen darauf zu beobachten. Die einzige Erkenntnis war, dass sich das Wesen von sich aus nicht veränderte. Es war, was es war. Und tobte. Und wirbelte in seinem Gefängnis hin und her. Und blieb, was es war.

  • Er hatte über den Tag hinweg Ablenkung gesucht. Wollte sich nach anstrengenden Abenden, schlaflosen Nächten und trägen Stunden mit der ein oder anderen Geschichte aufheitern lassen. Vielleicht auch, um die Welt noch einmal zu genießen, bevor sie von den Schatten zerrissen wurde.
    Doch selbst dieser Versuch scheiterte für ihn. Sie stellte die falsche Frage, er gab die richtige Antwort und verschreckte damit nicht nur seine Gesprächspartner, sondern lockte sich selbst auch wieder zurück zu den Gedanken der Nacht.
    Es lies ihn einfach nicht los, so sehr er auch wollte. Und die wenigen, die dafür Verständnis zeigten und seine Sicht teilten waren weit über den Kontinent verstreut. In allen Akademien fielen ihm Lichtblicke auf, die drohten im Strudel von alten Strukturen und blindem Tatendrang zu verblassen.


Erst als ihn die Vögel darauf aufmerksam machten, dass die Nachtwache ihr Ende gefunden hatte, wurde ihm bewusst, dass er die letzte Stunde der Nacht vom Schlaf übermannt worden war.

Am frühen Morgen wurden noch einmal die angegammelten Tierkadaver begutachtet, bevor er sie mitsamt der Paraphernalien der letzten Nacht säuberlich vom Ritualplatz entsorgte.

Putzen konnte er mittlerweile gut.
Zuletzt geändert von Jerah Sabien am Dienstag 10. März 2015, 15:51, insgesamt 1-mal geändert.
Earon Auenbacher
Beiträge: 2459
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20

Beitrag von Earon Auenbacher »

Earons Eule wird sich noch spät am Abend auf den Weg in den Nebelwald machen. Dort wird sie sich auf die Suche nach Shala oder Lu machen und ihnen sehr energisch eine Botschaft überbringen wollen. Sie ist knapp gehalten und wird von einer Efeuranke zusammen gehalten.


Eluives Segen Elfen des Waldes,

am gestrigen Abend haben einige meiner Brüder und ich einem Ritual des Konzils, bezüglich den scheinbar liedlosen Kreaturen, beigewohnt.

Der Grund meines Schreibens liegt in einer machtvollen Erschütterung im Lied, die ich im Laufe des Abends vernahm. Sie schien sich von Berchgard bis hin zu eurem schönen Wald auszubreiten. Bitte seid vorsichtig, ihr beiden.

Sollten wir euch eine Hilfe sein können, lasst es mich wissen. Gemeinsam für die Göttin, der wir dienen!

Earon
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Die Tiere des Waldes verstummten und hinterließen eine tiefe, wartende Stille, die sich wie Teer zwischen den Bäumen ablegte. Die Seele des Waldes lauschte in die Nacht, glitt als dunkler, sehniger Körper am Waldrand entlang, reckte runde kleine Öhrchen durch das Unterholz und glitt im lautlosen Flug als fließender Schatten über die Baumwipfel hinweg.

Sie konnte sie dort draußen fühlen.




Ein seltsames Ziehen durchzog den Keller der Arcana, gleich einem Aufstöhnen dass man nicht hören sondern spüren könnte, wäre man in seinen Einflussbereich geraten. Dort wo es sich eingenistet hatte, eingezwengt zwischen Büchern und altem Gestein, begann die Dunkelheit wie ein Herzschlag zu pulsieren, der sich aus dem Winterschlaf befreite.
Nebelartig reckte sich der Schatten über dunkles Holz, strich beinahe liebevoll über den kalten, trockenen Stein der Mauern, nur um sich dann ruckartig, Stück um Stück, zusammen zu ziehen. Einem Kokon gleich zersetze sich die undurchblickbare, lebende Hülle, entblößte langsam die makellose Haut eines schlanken, fein geschwungenen Körpers.





Kleine Leiber huschten lautlos über den moosigen Waldboden, der einen warmen Geruch verströmte, schlängelten sich blitzartig durch große Pranken hindurch. Das leise knacken des Unterholzes versickerte in einem hölzernen Knarren, als sich die Wächter des Waldes in das wandernde Kollektiv einfügten, begleitet von dem zarten aufglühen der Waldgeister, die durch ihr gewaltiges Geäst tanzten.
Unzählige Flügelschläge erzeugten ein melodisches Rauschen, doch kein zwitschernder Gesang entrang sich den winzigen Kehlen als sie sich am Waldrand niederließen und ein Teil der gewaltigen, lebenden Barriere wurden. Die Seele des Waldes starrtte aus unzähligen Augenpaaren in die Nacht hinaus.




Die letzten Reste der schwarzen Substanz zogen sich zu langen Fäden und betteten den nackten Körper auf den kalten, blanken Boden, um dann ebenfalls rückstandslos in jenem einzusickern. Einen langen Augenblick versank das Gewölbe in tiefer Stille, in der man den Staub als feines flirren zu Boden rießeln hören konnte.
Der weiblich gerundete Körper bäumte sich auf, lange glänzende Locken glitten über den kalten Stein und es sog die Luft tief in die Lungen ein.
Der erste Atemzug war vollbracht...





Krummgestaltete Tiere hatten sich auf der Wiese eingefunden, bewegten sich in kleinen Kreisen, flossen ineinander und zerstoben wieder. Die hohen Gräser raschelten ihren Unmut heraus, als sie immer wieder von neuem niedergedrückt wurden. Trotz der fließenden, flinken Eleganz eines dahingleitenden Fischschwarmes, wirkten die einzeln betrachteten Bewegungsabläufe abgehakt und verkrümmt.
Immer wieder setzte er ruckartig dazu an, auf die Lichtung des Elfenwaldes zustoßen zu wollen und zerstob im nächsten Moment wieder, als würden sie es nicht wagen den Abstand zu überwinden. Ein letzter Kreis wurde durch die raschelnden Gräser gezogen, dann ballte sich der Schwarm auf einem Punkt zusammen. Leib an Leib geschmiegt starrten lichtlose, schwarze Augen dem Geist des Waldes ins Antlitz und eine unheimliche Stille verlieh der Nacht eine abgründige Tiefe.
Vereinzelt lösten sich einige verkrümmte Körper aus der Ansammlung und wandten sich ab um wieder in der Nacht zu verschwinden. Nach und nach schien die Neugierde zu weichen, bis die Wesen schlussendlich wie ein Mückenschwarm auseinander stoben und in die Dunkelheit der Wälder Richtung Adoran eintauchten.




Warmer Kerzenschein schimmerte auf blasser, makelloser Haut, so unbelastet wie die eines Neugebohrenen, die langen goldenen Locken federten bei jedem Schritt über den Rücken und brachen das Licht als strahlenden Glanz. Mit jeder Bewegung wurden die Abläufe weicher, jeder Schritt wirkte flinker, als der zuvor, dennoch brauchte es seine Zeit bis es die Treppen überwand und die Türen zu den Wohnräumen aufstieß.
Einen langen Moment betrachtete es nur den dunklen Flur zu den Räumlichkeiten, genoß die nächtliche Stille, die das Akademiegebäude umfangen hatte, dann wanderte der Blick zur Seite und haftete sich auf ein Stück Stoff, dass sich im Truhendeckel zur Umkleide verklemmt hatte. Die Mundwinkel zuckten leicht, ein seltsames Gefühl durchzog es.










Die Wesen des Waldes verharrten noch immer, funkelnd brach sich das Sternenlicht in nachtaktiven Augen, die dem Waldrand bereits von weitem einen unheimlichen Schimmer verlieh. Noch wollten sie der Ruhe nicht trauen....




...und so strich etwas anderes ungesehen und unerspürt, tief im Wald durch die uralten Bäume, zog seine Bahnen wie ein langsam pulsierendes Herz, das zwischen den Schlägen wieder mit der Nacht verschmolz, nur um für die Dauer eines Wimpernschlages als silbern glühender Stern zu erstrahlen. Gemächlich suchte es sich seinen Weg über die gewundenen Pfade, entging spielerisch den letzten Augenpaaren, die von der Aufregung am Waldesrand angelockt wurden.
Unbemerkt und in Stille gehüllt erreichte es den hellen Marmor, verschmolz mit dem strahlenden Mondlicht, dass sich darin verfing.
Kleine samtweiche Pfoten berührten den glatt geschliffenen Boden und bewegten sich in lautloser Eleganz in das leuchtende Herz der Marmorstadt.





Ein leises Rascheln verriet die ersten Pfoten, die sich langsam wieder ihren Weg zurück in den Wald bahnten. Die Lichtung geriet in Bewegung, leises Flügelrauschen trug melodisches Gezwitscher zurück in die Nester, hoch oben in den Baumwipfeln. Zart glimmend begannen die Waldgeister gemächlich die anwesenden Edhil zu umkreisen, denen das Treiben nicht verborgen geblieben war und verirrten sich zurück in das Geäst der knarrenden Wächter, die in den Wald zurück kehrten.
Die Bedrohung schien vorbei, doch nicht alles nahm wieder seinen natürlichen Platz ein. Kleine wendige Körper strahlten rötlich schimmernd im Mondlicht auf, dass seinen Weg als feine Fäden durch das dichte Blätterdach fand und folgten verspielt übereinander springend einer unsichtbaren Spur.




Tief nahm er die Stille, der fast verlassenen Stadt, in sich auf, spürte jene die sich noch in den strahlenden Bauten aufhielten und warteten. Die samtenen Pfoten setzten auf Gras auf, umliegende Blüten und Knospen reckten sich aus ihrem nächtlichen Schlaf, angeregt wie von den ersten, morgendlichen Sonnenstrahlen.
Die leisen Schritte, der zurückkehrenden Edhil blieben ihm auch aus weiter Ferne nicht verborgen, dennoch setzte er sich, und schlang den buschigen Schweif um den, in Silberglanz erstrahlenden,Fuchsleib. Dahingleitenden Wolken gleich strich die Nacht selbst als lebende Maserung über die feinen Konturen, bildete immer neue Linien und Muster in fließenden Bewegungen aus.
Die schlanke Schnauze reckte sich in den Himmel und er drehte den Kopf leicht in die Schräge. Eine Maserung bildete sich auf seiner Stirn zu einem V aus und floss bis zur Nasenspitze, als er die ersten leisen Schritte weit hinter sich auf dem leuchtenden Vorplatz der Stadt vernahm.
Auch die Vorboten hatten sie erreicht, tollten über die letzten Stufen hinweg und verteilten sich auf den Grünflächen zwischen den Gebäuden.
Die nachtgrauen Verzierungen kollidierten auf dem strahlenden Fell, dehnten sich wie zerfließendes Wasser aus, bis die Konturen des Fuchses in die Nacht eintauchten. Noch bevor der erste Edhil die letzte Stufe in die Stadt überwand, glommen die letzten Silberschimmer auf, erzeugten einen kleinen Fleck sternklaren Nachthimmels in mitten Ered Luins und verschmolz vollständig mit der Dunkelheit.
Zurück blieb nur ein Gefühl der wärmenden Geborgenheit, das sich über die Stadt legte.







Die schweren Eisengatter der Arcana protestieren mit einem lauten Knarren. In leuchtendes Rot gekleidet schob sich ein schmaler Körper durch den entstandenen Spalt und schritt auf die Straße hinaus.
Zuletzt geändert von Der Erzähler am Mittwoch 11. März 2015, 11:49, insgesamt 3-mal geändert.
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Shalaryl Di'naru
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Beitrag von Shalaryl Di'naru »

Die Antwort für Earon scheint auf dem ersten Blick einfach nur sein eigener
Zettel zu sein - bis auf die in kleiner Schrift vollgemalte Rückseite. Dazu gibt
es eine schuhute, leicht interpretationswürdige Erklärung: "Grüne Baum-
schwalbe tschiept, wenn Nest vorhanden, kein neues Bauen!"


Sanya Earon,

der Schwarm war diese Nacht vor dem Wald. Allerdings traute er sich nicht
hinein. Ich weiss nicht genau, was die anderen Menschen dem Wesen derzeit
zutrauen, ihr sicher eh mehr - aber für mich zeigt dies wieder, dass wir es
mit etwas Intelligentem zu tun haben. Ihr Instinkt trieb sie zu uns, doch dann
bemerkten sie die Stärke des Waldes, brachten sie in Relation zu ihrer eigenen
und erkannten ihre schlechte Lage. Danach handelten sie bewusst gegen ihren
Instinkt. Wenn das keine Intelligenz ist, weiss ich nicht was sonst. Wenn
es tatsächlich noch etwas gibt, das dem Schwarm nachfolgt (auch wenn
ich Dämonen nicht sonderlich viel glaube), dürfte das also nochmal eine
Spur intelligenter sein. Das wiederum dürfte aber auch Kommunikation
bedeuten...oh, der Zettel ist gleich zu Ende...!

Shala
Tschiep?
Lharan Feyanthon

Beitrag von Lharan Feyanthon »

Das Rauschen der Brandung dröhnte in seinen Ohren, während hohe Wellen den Körper des Elfen spielerisch über die schäumende Gischt trugen. Goldene Augen waren zu dem funkelnden Sternenzelt gerichtet und huschten ziellos von Gestirn zu Gestirn. Sein Geist lauschte der Symphonie des Meeres bestehend aus den tiefen Bässen der Gezeiten und den hellen Tönen der Strömung.
Unter normalen Umständen hätte er wohl Stunden in diesem Zustand verbracht, doch in dieser Nacht drang eine sonderbar unruhige Melodie in sein Bewusstsein. Lharan richtete seine Sinne auf die Quelle der Töne, die durch seinen Geist wirbelten und erschrak augenblicklich. Die Bewohner des Nebelwaldes waren in wilder Aufruhe!

Das Wasser um ihn herum begann augenblicklich zu schäumen, sein Geist griff nach der elementaren Melodie des Wassers und passte Strophen und Töne an. Eine Welle änderte darauf urplötzlich die Richtung, gewann schnell an Größe und erfasste den Elfen und riss ihn mit sich gen Ered Luin.

Völlig durchnässt lief der Elf, nur mit seinem Stab in der Hand, durch den Nebelwald. Seine Sinne waren hellwach und achteten auf jeden unbekannten Ton, der nicht in die Harmonie des Nebelwaldes passte.
Als er sich der Grenze des Waldes näherte, dort wo sich all die mystischen und tierischen Bewohner versammelt hatten, vernahm er in seinem Geist dumpfe und verzerrte Töne, wie er sie auch vor den Toren der Academia Arcana wahrgenommen hatte.

Er hatte gewusst, dass sie die Eingänge der Reiseebene hätten versiegeln sollen. Doch nun war es zu spät und seine Hand umfasste seinen Stab fester. Er war bereit, den Wald, seine Stadt, seine Familie zu verteidigen.
Althan Vylen

Beitrag von Althan Vylen »

Ein Falkenweibchen wird sich in die Lüfte gen Menek'ur erheben um Hazar zu suchen...

"Wissen und Weisheit, ehrenswerte Hazar Sevinc aus dem Hause Ifrey
Mudyr der Akademie der Leviathan!

Wie euch versprochen lade ich euch im Namen des Ordens für den
3. des vierten Mondes zur achten Abendstunde erneut in die Burg ein,
um die Forschungen an jenem Schattenwesen fortzusetzen.

Wir erwarten euch zur gegebenen Zeit vor den Toren der Burg.
Damit es zu keinen erneuten Verzögerungen kommt und ihr euren Weg
ungehindert fortsetzen könnt werden euch wie angeboten Ordensmitglieder
an der Grenze abholen.

Möge uns gefallen was wir an Erkenntnisse an jenem Abend gewinnen
werden.!

gez. Magister Althan"


[url=http://postimage.org/][img]http://s1.postimg.org/fzptq2xxn/siegelarkorither.png[/img][/url]
Zuletzt geändert von Althan Vylen am Sonntag 22. März 2015, 08:19, insgesamt 1-mal geändert.
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Angelica Mondstein
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Beitrag von Angelica Mondstein »

Wieder werden einige Schreiben mit dem Siegel der Academia Arcana verschickt. Eines an [url=http://forum.alathair.de/viewtopic.php?p=582934#582934]jeden[/url] Liedkundigen Gerimors, ein weiteres noch zusätzlich an [url=http://forum.alathair.de/viewtopic.php?t=80019]Hazar Sevinc Ifrey[/url].
Gast

Beitrag von Gast »

Es war eine ganze Weile lang ruhig gewesen.
Zu ruhig!
Und doch, so musste ich sagen, bekam ich von allen Akademien alle Informationen, die ich brauchte. Aber wem nützte es, wenn sich alles nur an einem Punkt sammelte, während man sich aber im Großen und Ganzen nicht mehr so viel Kommunikation stattfand.

Also verfasste ich neue Briefe, Briefe, die an alle Akademien gehen sollten, mit Boten wurden sie ausgesendet, versiegelt mit dem Siegel der Akademie Leviathan, das zu den entsprechenden Akademieleitern gebracht wird.



Salam Alaikum [entsprechende Anrede]

Es ist nun einige Zeit ins Land gegangen, in denen jede Akademie für sich geforscht hat. Es sind sicherlich von jeder Seite aus, sehr interessante Ansätze zu bestaunen.
Sicherlich wird es wieder sehr interessant sein, sich auszutauschen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, um das Problem letztlich endgültig aus der Welt zu schaffen.

Hierzu würde ich gerne den 14. Wechselwind zum 8 Glockenschlag abends vorschlagen.

Den Ort, den ich vorschlagen würde, wäre die Akademia Arcana, wenn Matriarchin Mondstein dies wünscht, ansonsten würde ich das alte Tirell als halbwegs neutralen Ort, unter den Regeln die wir gemeinsam aufgestellt haben.

Ich bitte um passende, entsprechende Rückmeldung.

Möge die Zeit, der wir entgegen sehen, eine gute sein.

Hazar Sevinc Ifrey
Mudyr der Akademie Leviathan


Nur für Angelica wird ein Zusatz unter dem Brief stehen:

Post Scriptum:

Ich schätze deine Schüler in ihrem Engagement, aber ich schätze keine Seelensiegel für Barrieren oder gezüchtete Höllenhunde mit Quälgeist- Attitüden.
Althan Vylen

Beitrag von Althan Vylen »

*Er wird das Schreiben an den Orden weiterleiten und die Ordensleitung erhält ein Exemplar.*
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Angelica Mondstein
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Beitrag von Angelica Mondstein »

Ein sorgfältig gefertiges Schreiben wird an diesem Abend an alle Akademien sowie über Umwege auch an die Naturmagier versendet. Deutlich auf dem Umschlag zu erkennen, prangt das rote Siegel der Academia Arcana.
  • Wissen und Weisheit, verehrte [entsprechende Anrede],

    die Academia Arcana bestätigt hiermit die Teilnahme an der Zusammenkunft. Ferner stellen wir selbstverständlich abermals unsere Hallen zur Verfügung. Hierbei sei noch einmal erwähnt, dass das Wesen welche uns zur Flucht zwang, seither nicht mehr in unserer Fakultät gesichtet wurde. Wir gehen allerdings weiterhin davon aus, dass es sich irgendwo auf Gerimor aufhält.

    Wir erwarten gerne Euren Besuch.

    Angelica Mondstein
    Matriarchin der Academia Arcana
Der Erzähler

Beitrag von Der Erzähler »

Ein leises Wimmern hallte ungehört durch die Tür des Praeceptors, überschlug sich in der weiten Halle des Konzils und kroch als verzerrtes Gespinst zurück.

Kleine Teppichfaserballen wirbelten in die Luft als das Frettchen sich auf dem Boden zu winden begann. Das Wimmern steigerte sich langsam zu einem schmerzverzerrten Kreischen, durchbrochen von dem knackenden Geräusch, als Gewebe zu brechen begann.




Nackte Füße schoben sich knisternd durch das Gras. Die Schritte wurden schneller, richteten sich auf ein Fenster im Unterstock des gewaltigen Gebäudes. Es konnte die Beute förmlich riechen



Ein Blutschwall ergoß sich über den kunstvoll gearbeiteten Teppich als der Bauchraum des kleinen Tieres bis zum Hals aufbrach. Ein Gemisch aus Innereien und blutigem Matsch quoll hervor und gebahr einen unheilvoll glühenden Haufen aus Eiern.


Der Aufschrei seines sterbenden Artgenossen hallte durch seinen Körper und zauberte ein Lächeln in das Gesicht der Kreatur. Wogend sprangend die goldenen Locken über seinen Rücken als es bis zum Fenster lief, eine bleiche Hand klopfte an das verzierte Fenster...
Eine kleine Sonne im Studienraum bewegte sich. Die kleine Sonne, die es nicht wagte sich in den Krieg zu stürzen und sich lieber den Studien widmete.
Zuletzt geändert von Der Erzähler am Sonntag 29. November 2015, 06:56, insgesamt 1-mal geändert.
Leazra Ras

Beitrag von Leazra Ras »

Früh am Morgen verließ sie das Kriegslager in Schwingenstein um wichtige Vorräte aus dem Konzil zu beschaffen, die ihre Kolleginnen und Kollegen so dringend an der Front benötigten.

Sehr zu ihrem Misfallen war es nicht so einfach dieser Tage in die Hauptstadt zu kommen, sie glich einer Festung und niemand wollte die Tore der Stadt öffnen, nicht einmal für sie. So ritt sie einige Schritt an der Mauer entlang und versetzte ihre Liedstruktur mit einem gekonnten Eingriff auf die Zinnen der hohen Mauern und von dort in das innere der Stadt.
Ihr stockte der Atem, als sie bereits etwas ungehalten über die Brücke auf die Insel des Konzils schritt.
Schon aus einiger Entfernung konnte sie den Schüler auf den Treppen liegen sehen, reglos und still. Hatte es der Krieg schon hierher geschafft? Hatten sich feindliche Truppen eingeschlichen und den Nachwuchs des Konzils angegriffen?
Ganz so einfach war die Antwort wohl nicht zu finden.

Die Leiche des jungen Konzilisten, er war kaum mehr als einige Wochenläufe Schüler am Konzil, war vollkommen ausgebrannt. Die Augen, die Nase und der Mund wie düstere schwarze Abgründe, bis aufs Letzte von einer inneren Hitze verstümmelt, der Schrecken stand ihm immernoch ins Gesicht geschrieben. Dieser Anblick war ihr nicht fremd und so keimte in ihr mehr und mehr der Gedanke auf, dass es sich hier nicht um eine Tat des Feindes handelt, zumindest nicht jenem aus dem Westen. Es war vor einiger Zeit schonmal ein Magier von innen heraus verbrannt worden, damals handelte es sich um einen Boten aus Dragenfurt. Standen die beiden Fälle im Zusammenhang? Wenn dem so war, dann rührte sich nun wieder der schon lange untätige Feind dem man damals gegenüberstand und dem nur unter großen Anstrengungen und leider auch wenig erfolgreich, beizukommen war.

Ein weiterer Schrecken offenbarte sich in ihrem alten Büro, die Schüler hatten sie auf Geräusche aus dem Inneren hingewiesen. Das Frettchen, was man einst von der Dunkelheit "befreite", lag zerfetzt darnieder. Seine Innereien zierten den Boden, die Wände und waren wie durch einen inneren Druck aus seinem Körper herausgeplatzt. Die ausgefranzte Wunde, die sienen Leib zierte, bestätigte diese Theorie schließlich.
Vorsichtig führte sie ihren Dolch in die Wunde und hob die Fleischfetzen beiseite. Hier wurde nicht einfach nur ein Frettchen gewaltsam zu tode gebracht, es hatte offenbar seinen unheiligen Zweck erfüllt. Wenn die Schalen im Inneren des Frettchens wirklich Eier waren, dann treiben seit der gestirgen Nacht, neue, finstere Wesen auf Gerimor ihr Unwesen.

Sie würde hier verweilen und den Vorfall weiter untersuchen, allein schon, um den anderen Schülern, die dem augenscheinlich nichts entgegensetzen konnten und höchst verunsichert durch den Vorfall waren, ein Gefühl von Schutz zu bieten. Sie durfte sich jetzt nicht verunsichert zeigen und musste ihren Schützlingen eine gehörige Portion Selbstvertrauen vermitteln. Warlich kein Leichtes Unterfangen.

Eilig wurde ein Schreiben aufgesetzt, an alle wichtigen Konzilisten, die sich zur Zeit in Schwingenstein aufhielten, um sie über den Vorfall zu unterrichten.
Zuletzt geändert von Leazra Ras am Sonntag 29. November 2015, 12:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Keylon von Salberg
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Beitrag von Keylon von Salberg »

Adelena war kreideweiß als Keylon sie fand. Lilian nickte ihm zu und meinte das es gut wäre wenn er jetzt zu ihr gehen würde, was er natürlich sofort tat.
Er konnte sich gar nicht vorstellen was ihr so zusetzte, denn sie sah wahrlich aus wie der wandelnde Tot und er sorgte sich sofort um sie.
Auch obwohl die Freiherrin noch anwesend war, nahm er sie für den Moment in die Arme und ließ sich dann berichten.

Berichten davon das es Wesen gab die sich auf Magierschüler spezialisiert hatten und sie töteten.
Nein.
Nicht nur töteten sondern platzen ließen, was für Keylon einerlei war.
Er würde nicht zulassen das Adelena etwas passierte.
Zuviel bedeutete ihm diese Frau inzwischen als das er zusehen würde wie ihr jemand etwas antun würde.

Das Beste jetzt würde sein man war unter Menschen.
Viele Leute eben mit Waffen in der Nähe.
So wie hier, in Schwingenstein wo fast das ganze Regiment und andere Kriegsbereite Völker lagerten
Wo sonst wäre Adelena jetzt in Sicherheit.
Jetzt wo man Bescheid wusste, würden alle Kameraden wohl auf sie achten und vor allem auf Tiere mit dunklen oder schwarzen Augen.
Keylon erkundigte sich bei dem Freiherren von Goldenfall über das was man inzwischen wusste, und so erfuhr er das wohl Elementarwaffen nützlich gegen diese Kreaturen waren.
Keylon war kein Magier, er wusste zu wenig darüber als das er Pläne schmieden könnte, aber Adelena bechützen das konnte er, das würde er.
So bat er die Frau Oberstleutnant darum das Adelena in seiner Nähe verbleiben konnte, und als diese das bejahte, war seine erste Tat sein Schwert gegen eines zu tauschen das aus reinem Pyrian war.
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