Im Namen des Herrn (Belagerung Schwingenstein)

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Helisande von Alsted
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Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42

Beitrag von Helisande von Alsted »

Vor der Schlacht.

Der Morgen war für einen Sommertag frisch, leichter Nebel lag über Schwingenstein. Langsam schritt sie die Palisanden ab, Schritt um Schritt. So wie jeden morgen seit sie hier war. Vermutlich würde noch lange der Pfad bleiben, den sie da in den Boden getrampelt hatte. Sie zog die Luft tief ein, obwohl der Tag gerade angebrochen war herschte schon hektisches Treiben an einigen Stellen des Lagers. Sie hatte Torjans Nachricht gelesen und mit einem schmalen Lächeln abgenickt. Die Akoluthin rollte Fässer hin und her, dabei gut beaufsichtigt vom Candidatus, der doch auch hin und wieder mit anpackte. Der Rekrut übernahm die schwere köperliche Arbeit der Aufgabe der drei. Ablenken und Lager sichern. An sich eine verantwortungsvolle Aufgabe und gleichsam auch eine Todesmission. Würde der Feind ins Lager vordringen...
Der gewittergraue Blick mussterte die drei wackeren Streiter nochmal, so als wolle sie sie sich hier während sie in trauten, freundschaftlichem Gezänke arbeiteten tief einprägen.

Kannst du Soldaten in den Tod schicken?
Kannst du Freunde in den Tod schicken?


Auf beide Fragen gab es nur ein Antwort, konnte es im Krieg nur eine geben und für einen Offizier der Krone erst recht.

Ja.

Langsam sank die Rosthaarige im Nebenschiff der Klosterkirche auf ein Knie hinab und beugte das Haupt. Wenn alles getan ist, wenn alles getan wird, so kann man das eigene Geschick nur noch in die Hände derer legen, die mächtiger und vorausschauender sind als man selbst.

Temora, Herrin der Gnade,
nimm dich unserer an.
Stärke unsere Herzen und hauche uns deinen Mut ein.
Halte schützend deine Hand über die Streiter des Lichtes,
segne ihre Hände und Waffen,
halte ihre Gedanken rein und von der Dunkelheit unberührt.

Temora, Schwert und Schild,
ich bitte dich sei allen gnädig,
die fallen, nimm sie zu dir und
bewahre sie vor dem ewigen Übel.

Temora, Lichtbringerin,
ich danke dir für alle meine Gaben,
ich danke dir für jeden Streiter an meiner Seite.
Ich danke dir für diese Aufgabe.

Licht zu Licht, Schild zu Schwert.
Temora beschützt!


Das Gebet nur gedacht im Stillen, nicht gesprochen doch gefühlt mit glaubendem Herzen. Nach einer geraumen Zeit erst, erhob sie sich wieder und richtete ihren Schwertgurt, dann Barett und Mantel.

Gesagt war gesagt.
Getan war noch nicht getan.


Nach der Schlacht.

Ein Sieg. Ein Sieg errungen mit vertretbaren Verlusten. Letharen waren bei dem Ausfall der Streiter hinterrücks eingedrungen und hatten einige der Klosterwachen niedergestreckt. Darunter auch einige der tapferen Kaluren.
Sie fühlte sich neben der eigenen Erschöpfung hin und her gerissen. Sicherlich war der Erfolg da, der ihr Recht gab - doch um welchen Preis?
Einen zu hohen und doch einen der zu billigen ist.
Die tapferen von Temora gesegneten Streiter Schwingensteins hatten die Pest aus dem Westen niedergestreckt und deren Lager in Flammen aufgehen lassen. Keiner der Kämpfer hatte sich geschont oder gedrückt. Es waren sogar einige mit ins Feld gezogen, die wohl an diesem Tage zum ersten Male eine Waffe hielten. Doch das Licht der Herrin war mit ihnen gewesen.
Die Rahaler zogen ab und hinterließen ihr halbabgbranntes Lager. Morgen würden sie die Reste beseitigen. Die Verletzten würden nach Adoran verlegt werden. Nachdem sie jedem Verbündeten nach Möglichkeit noch persönlich gedankt hatte, zog sie sich kurz wieder in die Klosterkirche zurück. Viele Worte fand sie diesmal nicht. Im Grunde nur eines.

Danke.


Getan war nun getan.
Gesagt war gesagt.

Temora beschützt.

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