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Verfasst: Donnerstag 2. Januar 2014, 21:49
von Albertus Kaemmerer
Aufwirkungen für Karawyn:

*In den Nächsten Tagen zieht ein regelrechter Sturm auf in ihren Träumen. Die Themen dabei sind weit gestreut, zum einen wird sie mit den gewaltsamen Tod ihrer Nächsten und dann auch den eigenen konfrontriert. Dabei erfüllt sie sowohl der Lebensdurst an dem Diesseits festzuhalten, da sie sich ihrer eigenen Sterblichkeit sehr stark gewahr wird.

Zum anderen jedoch findet sie sich in immer auswegloseren Situationen wieder, bei dem sie nur als ein Stück Fleisch oder Vieh gesehen wird und rumgereicht wird unter einem stark augesprägten Patriachat. Je schlimmer und brutaler diese Art von Träumen sind findet ihr geschundener Körper und Geist immer Resttung druch etwas schwer fassbares. Es hilft ihr, schaut auf sie und passt nach der Rettung gar auf sie auf. Doch hat ihr Erretter nie ein Gesicht ...

Ist dieses gesichtslose Wesen etwa noch im Zimmer wenn sie aufwacht? Nichts ist zu sehen wenn sie die Augen öffnet, doch die Gefühle im Traum bleiben bestehen, egal ob Rettung oder Tod -

Gibt es die Möglichkeit von etwas unbekannten gerettet zu werden aus schlimmster Pein? Oder spielt ihr Geist einen Streich und sie sollte sich mehr unter Menschen begeben, um auf andere Gedanken zu kommen?*

Verfasst: Freitag 3. Januar 2014, 01:24
von Albertus Kaemmerer
Auswirkungen für Dazen Wolfseiche:

*Dazen hat in seinen Träumen einfach alles richtig gemacht und spührt die mächtige Pranke des Herren immer deutlicher. Bei jeden Traum etwas mehr, wie sich jene auf seine Schulter legt - "Gut Gemacht" hallt es sicherlich in Dazens Kopf wieder. Dies steigert sich soweit, dass die Pranke nicht mehr die Genugtuung auslöst sondern zu einer Last wird, ehe die Schulter unter dessen Pranke einfach zerbricht wie ein Streichholz. Der Rest von Dazens Körper bleibt jedoch aufrecht und militärisch, sodass seine Magengrube von einer schweren Kälte heimgesucht wird.

Ist es etwa ein Fehler immer alles Richtig zu machen? Sollte er sich vielleicht intensiver mit den Geboten auseinandersetzten? Es sind doch aber nur Träume, wobei ihn das Gefühl nicht loslassen wird, dass er dabei beobachtet wird ... doch von wen ... von was?*


Die Hybris brachte stets die Mächtigsten zu Fall

Verfasst: Freitag 3. Januar 2014, 01:36
von Albertus Kaemmerer
Auswirkungen für Kiara Thanel:

*Die Sehnsucht lässt die junge Frau einfach nicht mehr los. Diese eine Sehnsucht kriecht in ihren Träumen von ihren Zehenspitzen bishin zu ihren Kopf und wird über die Tage immer intensiver. Das was sie verloren hat wird ihr immer wieder vor Augen geführt so nah sogar greifbar und doch so unerreichbar. Ihre Träume werden davon geprägt in immer extremeren Formen, sodass sie die schönen Momente mit ihren Liebsten nacherleben kann förmlich spühren, und ihn doch jedesmal aufs neue verliert. Doch so mehr in Verzeifelung gebadet wird, wird sie mit der Zeit ein wiedernatürliches Gefühl der Geborgenheit fühlen können ... in den Armes eines Kadavers.

Auch wenn dies von ihr selbst ausgeht, so wird es glauben müssen, wird sie bemerken, dass etwas da ist ... etwas nicht fassbares gar übernatürliches. Ist es Er? Oder ... spielt ihr Geist ihr einen streich?*


Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Verfasst: Freitag 3. Januar 2014, 01:46
von Albertus Kaemmerer
Auswirkungen für Yaris Dracones:

*Einsam und Verlassen steht er da, auch wenn Yaris seine Verwandschaft sieht. Alleine und Glaubenslos, auch wenn er in den einzelnen Städten steht. Zielosigkeit und Schweremut machen sich in den nächsten Tage in Yaris Träumen breit. Nicht nur, dass er in seinen Träumen von seiner Umwelt ingnoriert wird, trifft Yaris eine immer stärker werdende Litargie und Lustlosigkeit, sodass er in seinen Träumen nichts mehr zu stande bekommt.

Trägheit ... Müßiggang ... Lustlosigkeit ...

Warum also noch schlafen, wenn dieser eh keine Erholung spendet? Oder ist es ein Signal sich endlich selbst zu verwirklichen?

Doch ist da etwas, was ihn beobachtet ... hat ihn etwa ein Gott ins Auge gefasst? Oder etwas anderes ähnlich mächtiges?

Vielleicht spielt sein Geist ihm auch nur einen Streich ... er sollte vor dem Schlafengehen mehr Schnap trinken.*

Verfasst: Freitag 3. Januar 2014, 01:58
von Albertus Kaemmerer
Auswirkungen für Daz Getwergelyn:

*In seinen Träumen in den Folgentagen wird Daz bebobachtet. Nicht nur, dass er beim aufwachen fühlt, dass da irgendwas gewesen ist, doch auch in seinen Traum beginnt ihn etwas zu verfolgen, was er nicht bekämpfen kann. Aus Raben werden Oger aus Oger Letharen, aus Letharen werden Balrons. Aber diese schwachen Wesen haben auf einmal ungeahnte Kräfte, jagen den kleinen Kaluren überall hin, spühren ihn auf und ... er wird ihre Mahlzeit. Immer exessiver werden die Verfolgungen, aber auch die Kämpfe! Heroisch stellt er sich den Herrausforderungen, doch bleibt er jedesmal Sieglos. Eine gewisse Verzeifelung kann ihm aufwachen heimsuchen ... er müsste sich vielleicht nur gesünder oder anders ernähren? Irgendein Grund müssen doch diese absurden Träume haben oder?

Vielleicht hat sich Taz auch einen spass erlaubt und ihm etwas untergemischt? Da bleibt dann nur noch diese eine Sache ... wer oder was schaut ihn verdammt nochmal zu? Oder kommt das ganze einfach mit den .. Alter?*

Verfasst: Freitag 3. Januar 2014, 02:07
von Albertus Kaemmerer
Auswirkungen für Aelyn Roderik:

*Immer mehr manifestiert sich es in ihren Träumen, dass Aelyn nichts geschaffen hat in ihren Leben, nutzlos ist für ihre Familie und für ihre Freunde. So sehr sie sich auch bemüht gelingt ihr auch nichts, und zurück bleibt ein häufchen Elend. Eine gebrochene Frau mit vernebelten Geist ist das resultat jedes Traumes, wobei immer weitere Abgründe sich auftuen. Als wäre dies nicht schon ein Grund für depressionen, ist da noch etwas... irgendwas ... was sie dabei beobachtet, doch wenn sie aufwacht ist nichts unbekanntes im Raum.

Davon abgesehen wird sie noch einen Wandel in ihrem Vater erkennen ... ergötzt er sich etwa in ihren Träumen an jedem ihrem Schreitern?*

Verfasst: Mittwoch 8. Januar 2014, 08:58
von Fye Llastobhar
Wenn der Schlaf seine nachtblauen Schwingen ausbreitet und mich die bunten Federn seines Bruders, dem Traum, berühren, dann ist mir eigentlich immer bewußt, dass ich träume. Seit ich mich an diese Traumgebilde erinnern kann, wusste ich schon immer genau wann ich wo welche Grenze zur Realität überschritten habe.
Das bedeutet aber keineswegs, dass Träume für mich banaler oder weniger spannend, als für andere Menschen sind - im Gegenteil. Meine Mutter warnte vor ihnen, wohl wissend, dass mein Onkel Kailen nur einer von vielen begabten Wesen ist, die diese Pfade ins Bewusstsein Anderer beschreiten können (und ich weiß wohl, dass es weitaus gefährlichere Ungeheuer in den Traumtiefen geben muss, als ihn...). Mein Vater hingegen, ein Mann des alten Volkes, betrachtet Träume als Segen und lehrte mich früh, darin meine eigenen Ängste, Freuden und Überlegungen zu finden, herauszukitzeln, was mich warum gerade selbst in des Schlafes Armen noch beschäftigt.
Dies habe ich immer sehr genossen und stets konnte ich mir zumindest einen kleinen Reim auf das Gesehene machen... bisher!



Dunkelheit, sie ist mittlerweile ein ständiger Begleiter, Traum für Traum. Nein, es ist nicht einmal der Umstand, dass Licht fehlt, sondern vielmehr das nervenaufreibende Gefühl zu merken, wie es Stück für Stück langsam erstirbt. Ein schwaches Glimmen wird fahler und endet eigentlich immer in dieser hässlichen Art Zwielicht, die den Augen vorgaukelt es würde überall um einen herum dennoch Bewegung herrschen. Heimliche Bewegungen, wieder einmal Schemenzuckungen.
Ich drehe mich um die eigene Achse, spähe angespannt umher, sobald ich meinen Atem keuchen höre, halte ich es nicht mehr aus und laufe weiter - von mir aus mitten in die Schatten hinein, sollen sie mich haben, doch nicht weiter mit mir spielen. Ich fürchte den Tod im Traum nicht, den habe ich schon oft erlebt... ich fürchte dass die Qual nicht aufhört.
Nicht körperliche Pein ängstigt mich, sonder seelische Schmerzen.
Ich laufe also, im ersten Moment ist es ein Weglaufen und jedes Mal, Nacht für Nacht (und mittlerweile sogar bis in die Tagträume hinein) lande ich dann in diesem verfluchten Labyrinth. Ja, Labyrinth!

Die Schemen bewegen sich aufeinander zu, verhaken sich, wurzeln bizarr ineinander und geben mir somit einen Weg vor. Ab da verändert sich mein Laufen, denn irgendetwas flüstert mir in just diesem Moment zu, dass nichts hinter MIR her ist, sondern hinter allen anderen, die ich liebe. Ich muss sie warnen, muss sie retten, ihnen helfen und ich höre mich unentwegt in wachsender Panik murmeln:

"Ich komme zu spät, zu spät... ich bin zu spät, zu spät!"

Ich sauße an Schemenhecken vorbei, habe keine Zeit den Weg zu überdenken, sondern zehre von Kraftreserven, die ich im wachen Zustand so sicher nicht besitze. Rennend, nie anhaltend, den Rhythmus vom rauschenden, pumpenden Blut, gemischt mit den Keuchlauten meines jappsenden Atems, im Ohr. Kein Stillstand im Labyrinth – bis die Bilder beginnen!

Stolpernd geht es um eine scharfe Biegung und meine Auge erfasst etwas.
Flackernd, kurz nur wie die Illumination durch einen Lichtblitz aber dennoch so gestochen scharf, dass meine eilige Hast jäh abbricht:
Ein Meer an zerstörten Rosenblüten in mannigfaltigen, ungewöhnlichen Farben. Zertreten, zerknüllt, zerrissen. Veilchenblau, Himmelsfarben, Azurit, Honiggoldgelb, Saphir, Smaragdgrün, Silbergrau... meine Familie!

„Zu spät!“

Strauchelnd wende ich mich ab, unterdrücke das Wimmern in der Kehle und eile plötzlich in eine ganz andere Richtung, in mir erlischt derweil die Hoffnung ähnlich wie zuvor das Licht um mich herum. Wieder beginne ich zu hetzen, renne wie der Wind bis zur nächsten Biegung. Drehbewegung im Lauf, Lichtblitz, neues Bild:
Auf einer Waldlichtung türmen sich Leichenberge wahllos getöteter Wildtiere. Erstochen, erschlagen, erschossen. Grauwolf, Wildkatze, Wiesel, Spatz, Fuchs, Bär, Luchs und eine kleine Schleiereule... meine Freunde!

„Zu spät!“

Die Schritte sind nicht mehr so flink, ich falle eher als dass ich fliege und doch kommt die nächste Biegung erstaunlich schnell. Umdrehen möchte ich, gar nicht mehr sehen, was sich dahinter versteckt und dennoch zwingt mich etwas auch diesen Weg noch zu gehen. Ich habe keine Befehlsmacht über meine eigenen Beine! Lichtblitz, da ist er wieder und erhellt eine weitere Szene:

Unzählige Hände machen sich an einem Stück Gestein zu schaffen, einst wohl eine Art rauer, einfacher Fels bearbeitet mit Hammer, Meißel, Schleifsteinen. Verformt, verdreht, verändert. Vom eigentlichen Felsen ist wenig noch zu sehen, etwas vollkommen Anderes, Fremdes entsteht daraus... Najar!

„Zu spät!“

Ich taumel nach hinten, höre mich nun schluchzen und heulen wie ein kleines Kind. Ja, wie ein Hosenmatz – und als habe der Traum meine Gedanken gehört beginne ich zu schrumpfen, werden die Beine kürzer, die Hände schmaler und die Finger daran patschig-rundlich. Ich lasse mich auf die Knie fallen und verzweifle in dem Moment, in welchem ich auch noch merke, dass mir meine Kleider viel zu groß, wie Säcke, am Körper hängen. So klein bin ich, so hilflos und so unendlich nutzlos obendrein. Hemmungslos geb ich mich dem Kummer hin und greine, als gäb es kein Morgen. Nun, gibt es hier denn wirklich so etwas – ein „Morgen“? Mit neuem Licht, Wärme, Erwachen? Winselnd blicke ich mich um, während die Tränen über die runden Kinderwangen rollen und der Rotz aus der Nase fließt. Mein Schluchzehicksen bricht aber ab, als ich direkt in die eisig blauen Augen des Wolfes starre. Schneeweiß, kräftig, ungewöhnlich groß steht er direkt vor mir. Herablassend und dennoch triumphierend ruht der Blick auf mir. Ich kenne diesen Wolf, weiß wer er ist und doch scheint selbst er in dieser Art Traum verändert, als lenke irgendetwas selbst ihn, gibt meiner Angst eine Gestalt.
Er reckt die Schnauze und ich halte den Atem an. Irgendetwas liegt zwischen seinen Zähnen. Er blinzelt oder zwinkert sogar und ich merke entsetzt, wie ich ganz von selbst die Arme ausstrecke, meine Hände formen eine Schale, als wolle ich ein Geschenk annehmen. Die Wolfskiefer öffnen sich, das „Präsent“ darin fällt unmittelbar in meine Hände – ein seltsam langsamer Fall. Jemand hat die Zeit stocken lassen und dieser Jemand möchte, dass ich ganz genau sehe, was da in meinen Händen liegt:
Ein schneefarbener, schlanker Falke... mit gebrochenen Flügeln – SHANNA!

… und wenn du das Vögelchen siehst, richte ihr aus, dass ich ihr das nächste Mal die verdammten Flügel brechen werde!"

Der Wolf verzieht die Lefzen zum untierhaften Grinsen und noch während er höhnt und lacht, höre ich meinen Schrei und erwache mit ihm auf den Lippen.


Seit Tagen ist es dieser Traum, einzig dieser Traum, der mich Nacht für Nacht heimsucht und tagsüber tiefer in die verwirrten Fragen stürzt:
Warum dies? Warum wiederholend? Wer kennt meine Ängste, liest meine Gedanken, schaut in meine Seele? Wer, wenn nicht ich?!

Verfasst: Mittwoch 8. Januar 2014, 13:24
von Dazen Wolfseiche
  • Bis du gesiegt hast, sage von deinem verborgensten Kampfe nichts.
    Johann Kasper Lavater
Ich wollte mir die Augen reiben, als ich erwachte und stellte fest, dass ich den Dolch in meiner Hand hielt. Das Fenster stand trotz der winterlichen Kälte offen und vertrieb die Schläfrigkeit noch während ich mein Zimmer in Augenschein nahm. Etwas albern kam ich mir schon vor, als ich selbst unter dem Bett nachsah, ob ich wirklich alleine war.
Mit langen Fingern fischte ich nach meinem Hemd, zog es mir über und schlüpfte dann erst aus dem Bett heraus, ging barfüßig hinaus, die Türe hinter mir schließend, und letztlich die Treppen hinunter. Mein Weg führte mich ohne Umwege zum kleinen Hausschrein dem All-Einen zu Ehren.
Sicherlich war es genauso albern hinter die Vorhänge auf dem Weg dorthin zu schauen. Niemand war da, außer Thanaya, und die schlief in ihrem Zimmer - wenn sie nicht sogar woanders nächtigte. Das hatte ich nicht überprüft.

Ich spürte kaum die Kälte der Steinfliesen unter meinen Füßen. Auch dann noch nicht, als ich mich auf selbige niederkniete vor dem Schrein und den Blick absenkte, bevor ich die Augen schloss. Den Dolch legte ich vor mir auf dem Boden ab. Dieser elende Traum ließ mich nicht los, erinnerte mich viel zu sehr an das Ende des vorangegangenen Alkas. Mochte Alatar bewahren, dass ich jemals so irrsinnig wurde.

Träume sind die Reflektion des Erlebten oder der eigenen Wünsche.

Streben nach Perfektion. Ich war alles andere als perfekt. Das wusste auch der Allmächtige. Dass ich mich darum aber bemühte, wusste er genauso. War das alles nur ein Hinweis darauf, wie weit der Weg dorthin für mich noch war?
Auch, wenn der ein oder andere glaubte, ich litte unter Selbstüberschätzung, so wusste ich nur zu gut, wo meine Grenzen lagen. Sie wurden mir schließlich immer wieder nahe gebracht - manches Mal mit nicht gerade angenehmen Methoden. Mir war sogar bewusst, an welcher Stelle ich den Geboten im Stillen nicht folge leistete: Ich vertraute nicht grundsätzlich auf die Entscheidung der Höheren. Gelegentlich zweifelte ich sie sogar vollumfänglich an. Und ich war mir sicher, es erging nicht nur mir so - was es ganz sicher nicht besser machte. Nichts, was ich offen äußerte, aber auch diesen Fehler erkannte der Allmächtige zweifelsfrei auch ohne, dass ich es tat.

Ich beugte mich tiefer hinab, bis die Stirn den kühlen Steinboden berührte und atmete tief durch. Mir war viel zu klar, dass ich die Zweifel und das mangelnde Vertrauen nicht würde vertreiben können. Genauso klar war mir, dass ich dagegen aufbegehren würde, wenn es mir allzu bunt mit den Entscheidungen wurde und ich sie gar nicht vertreten konnte. Tief in mir wusste ich nur zu gut, dass das einfach meinem Naturell entsprach. Das einzige, was ich mir dazu schwor, war die Konsequenz es nicht in aller Öffentlichkeit laut anzuzweifeln, sondern bestenfalls unter vier Augen oder im Rahmen dessen, wie es gestattet und ‚gern‘ gesehen war. Oder aber ich würde den Gegenvorschlag so hinbiegen müssen, dass es wie die eigene Idee des Führenden wirkte, sowohl auf alle anderen, als auch auf ihn selbst. Wie auch immer geartet, das konnte ich vor dem All-Einen und mir selbst vertreten. Hirnloses hinnehmen allerdings sicher nicht. Blindes Vertrauen ebenso wenig. Und je länger ich darüber nachdachte, umso ruhiger wurde ich zunächst. Dann fing ich leise an zu lachen und setzte mich auf die Fersen, sah die kleine Pantherstatue an.

„Eigentlich genau das, was Du willst, nicht wahr, Herr? Ich habe die Gebote, die Leitsätze nicht missachtet."

Die Erkenntnis war eine Erleichterung. Und mit ihr verschwand die beißende Kälte in der Magengrube endlich, die sich dort eingenistet hatte.

Halte weiter an diesem Weg fest. Halte den Glauben stets hoch. Er hilft Zweifel zu zerstreuen.
  • Um den endgültigen Sieg davon zu tragen, muss man rücksichtslos sein.
    Napoleon I. Bonarparte

Verfasst: Montag 13. Januar 2014, 09:17
von Keylon Salberg
Die Nacht war lau und einmal wieder konnte er nicht schlafen.
Die Angst vor den Alpträumen ließ ihn mal wieder das Bett meiden.
Lange stand er vor der Tür, das Glas Wein, unangetastet in der Hand.
Wie lange er so schon stand vermochte er nicht einmal zu sagen.
Erst als er drinnen Geräusche hörte drehte er sich herum, doch noch bevor er die Tür öffnen konnte wurde sie von Amelie aufgerissen.
"Aries ist weg ... Key, Aries ist weg."
Schon wieder Aries. Die Kleine würde dafür sorgen das er eines Tages noch an einem Schlag enden würde.
Beruhigend legte er die Hand auf den Arm seiner großen Schwester.
"Mach dir keine Sorgen. Ich geh nach ihr suchen. Sicher ist sie nur mal wieder in der Miene eingeschlafen."
Amelie nickte verzweifelt, und Keylon schob sie einfach zurück in das Haus.

Das Schwert hatte er noch gegürtet, und so brauchte er es nicht einmal zu holen als er sich im Laufschritt aufmachte zur Miene.
Schon von weitem hörte man das Geräusch von Hacke auf Boden.
Sie arbeitete noch. Aber mitten in der Nacht?
Keylon schüttelte den Kopf und trat in die Miene.
Ein schriller Pfiff von ihm, ließ Aries innehalten und sie winkte Keylon mit der Schaufel in der Hand zu.
"Sag mal bist du vollkommen verrückt geworden? Amelie macht sich Sorgen um dich. Schieb ab nach Hause aber sowas von schnell!!

Aries zog einen Schmollmund, ließ aber wie gewollt den Spaten fallen und trollte sich gen Ausgang.
"Keine Widerworte?" wunderte Keylon sich noch bevor er Jezabel aus der Miene hinaus folgte.
Sie lächelte ihm zu und winkte ihm zu ihm zu folgen. Warum ging sie jetzt vor? Keylon schüttelt den Kopf. "Nah komm schon Keylon, der Tisch ist bereits gedeckt. Das Essen wird kalt."
" jaja ich bin ja gleich da." murrte er und folgte ihr hinaus aus der Miene.
Doch noch bevor er gänzlich hinaustrat hörte er Haileys Schrei.
"Keeeeeeeeeeeylon schnell !!!!"

Ohne weiteres zu denken stürzte er hinaus aus der Miene, blieb dann neben Hailey stehen die über ein Meer von Raben blickte.
Überall hüpften sie herum. Der Weg war gepflastert von Ihnen, und immer wieder landeten neue Vögel und versperrten jeglichen Weg in Sicherheit.
Amelie neben ihm krallte sich in seinen Arm und noch während er sein Schwert zog, schob er sie gen Miene.
"Rein da!" zischelte er und Amelie tat wie ihr geheißen ohne Widerworte.

Er selber jedoch blieb einfach stehen und sah über das Geschehen vor sich.
Das eingebrannte "D" in seinem Nacken glimmte auf, und fühlte sich wie frisch an.
Warum eigentlich sollte er sich in die Gefahr begeben? Wozu gab es schließlich die Gardisten.
Er war fast versucht sich ebenso in die Miene zurück zu ziehen als er eine Gestalt erkannte die vollkommen von den Raben umringt war.
Die Herzogin.
Auch von hier aus erkannte er sie, wie sollte er auch nicht, und nun gab es wohl keine Möglichkeit mehr sich einfach nur zurück zu ziehen.

Mit dem Schwert in der Hand stürzte er in ihre Richtung.
Rabe um Rabe ließ er durch sein Schwert ihr Leben lassen. Immer wieder pickten sie nach ihm. Viele die einfach im Sturzflug auf ihn zukamen ihn in seinen Bemühungen der Herzogin zur Hilfe zu eilen beeinträchtigten.
Aber er ließ nicht Locker, immer wieder trennte sein Schwert die Raben um sich vom Leben. Um ihn herum ein Meer von Federn. Schwarzen Federn.
"Mariella, ich komme. Halte aus!!!"
Schrie er und fast hatte er sie erreicht.
Sie drehte ihm nun den Rücken zu und als er endlich bei ihr war, ihr die
Hand auf die Schulter legte um ihr zu zeigen das sie nun in Sicherheit wäre, schaute sie ihn mit eine "Danke" auf den Lippen an.

Doch ihr Gesicht verzehrte sich, veränderte sich, wurde zu dem des Rabendieners Drakhon der ihn nun mit einem Siegessicheren Lächeln ansah.
"Deine Seele gehört mir!" zischelte er und streckte seine Krallenhand nach ihm aus.
Doch statt sich zu wehren war Keylon diesmal starr vor Schreck, er wollte zurück stolpern doch nicht mal das gelang ihm noch.
Nein.... NEEEEEEEEEEIN....
Und mit diesem Schrei wachte er schweißgebadet auf.

Verfasst: Montag 13. Januar 2014, 10:06
von Gast
Es lagen schlimme Tage hinter ihr.
Tage an denen ihr die Alpträume jede Lebensqualität genommen hatten.
Sie versuchte alles um sie zu vermeiden. Selbst einige Tage ohne Schlaf.
Doch alles nützte nichts. ..sie war immer launischer...unkonzentriert
und brachte sich häufiger in brenzlige Situationen. ..
Am schlimmsten jedoch ... sie stieß jene von sich,
welche ihr so sehr am Herzen lagen. Lange sprach sie mit Menos
darüber und man war sich schnell einig, dass nur der Tempel helfen kann.
Die Tetrarchin suchte sie umgehend auf und ließ sich das Problem genau
schildern, ehe sie die Hände an ihre Schläfen legte und auf eine sehr unangenehme
Weise in ihren Kopf eindrang.... welch Enttäuschung war es
als sie verkündete rein gar nichts finden zu können.
Die Tetrarchin entschied, das Silea im Tempel nächtigen solle.
Es gab nur zwei Möglichkeiten. ...entweder schlief sie das erste Mal
seit Wochen ruhig oder ... eben nicht....beides wäre ein Hinweis.
Der letzte Gedanke der sich bei der jungen Kriegerin bildete...
"Bitte lass mich nicht verrückt sein...."
... und dann sank sie in einen ruhigen und erholsamen Schlaf mit einem Traum von tanzenden Paaren ....

Verfasst: Montag 13. Januar 2014, 18:23
von Aliyahna
Im Wachzustand konnte Aliyahna nichts Auffälliges an Silea Goldblum finden. Weder ihr Geist, noch ihr Körper schien unter irgendeinem Einfluss zu stehen – zumindest auf den ersten Blick nicht.
Was Silea jedoch berichtete, war durchaus ernst zu nehmen. Schreckliche Alpträume, die ihr morgens dann jede Energie raubten, suchten sie heim. Und da war noch das Gefühl etwas oder jemand würde sie während der Träume beobachten.
Träume, dessen war sich die Tetrarchin sicher, sollte man in den seltensten Fällen einfach auf die leichte Schulter nehmen. Oft waren sie Boten künftiger Ereignisse, Visionen, Vorwarnungen oder eben Angriffe auf die Seele.

Aliyahna hatte, als sie Sileas Bericht vernahm anfangs drei Vermutungen. Die erste Möglichkeit war, etwas belastete Sileas Gewissen oder aber ihre Psyche war aus anderen Gründen einfach labil. Dann würde Aliyahna ihr keine große Hilfe sein.
Die zweite Möglichkeit, es war eine Strafe des All-Mächtigen, für etwas das sich Silea zu Schulden kommen ließ. Auch dann lag es an Silea ihren Fehler auszubügeln, wobei Aliyahna zumindest helfen könnte, herauszufinden worin die Verfehlung lag.
Die dritte Möglichkeit war, dass Silea unter dem Einfluss einer fremden Macht stand. Sei es unter dem Einfluss einer Person, oder Kreatur. Dann konnte Aliyahna mit ziemlicher Gewissheit helfen, sofern es sich bei dem Beeinflusser nicht um eine übermächtige Gestalt handelte.
In jedem Fall, Silea musste die Nacht im Tempel verbringen, denn so konnte am einfachsten geprüft werden, ob es sich um eine Kraft handelte, die auf Silea Einfluss nahm. Der geweihte Boden des Tempels bot für jeden Gläubigen Schutz vor Einflüssen, die von außerhalb kamen. Die Träume müssten deutlich schwächer werden, vermutlich den Aggressor sogar gänzlich blind machen für Sileas Aufenthaltsort.

Einen Tag und eine Nacht später, traf Aliyahna, Silea im Tempel wieder. Und tatsächlich, auf den ersten Blick sah sie bereits, dass Silea ausgeruhter wirkte, als am Vortag. Ihre Vermutung bestätigte sich wenig später, als Silea berichtete, sie habe ruhig und ohne Alpträume die Nacht verbracht.
Aliyahnas Besorgnis hielt sich zwar noch in Grenzen, dennoch schenkte sie dem Ganzen ihre volle Aufmerksamkeit. Auch wenn es vorerst nur Alpträume waren, wer konnte schon voraussehen, was der Aggressor tatsächlich im Schilde führte.
Als nächsten Schritt also, sollte Silea wieder an ihrem gewohnten Ort schlafen. Aliyahna würde die Nacht bei ihr verbringen und über sie wachen. Die Chance, dass der Angreifer sich mittlerweile ein anderes Opfer gesucht hatte war zwar groß, aber nicht hundertprozentig gegeben.
Sollte Silea also erneut von Alpträumen heimgesucht werden, stand Aliyahna bereit um mit der Kraft die ihr Alatar gewährte, herauszufinden, um welche Art von Einfluss es sich handelte und im bestmöglichen Fall sogar Hinweise zu erhalten, um wen es sich bei dem Angreifer handelte.

Aufjedenfall musste sie vorsichtig vorgehen, denn schließlich wollte sie die Aufmerksamkeit des Angreifers nicht auf sich selbst lenken. Vorerst sollte er oder es nicht bemerken, dass ihm jemand auf der Schliche war.

Verfasst: Mittwoch 15. Januar 2014, 16:53
von Gast
Wie fange ich eine Hülle mit Seele?


Ich hatte etwas zu tun und insgeheim war ich froh darüber, dass mir diese Aufgabe zufiel. Nicht, dass ich daran zweifelte, dass meine Brüder sie nicht genauso erfüllen konnten. Es lag viel mehr daran, dass ich an einer nahezu an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit unzufrieden gewesen wäre mit dem Ergebnis. Amagar hatte mir zumindest eine gute Ahnung davon gegeben, wie er aussah und anders als meine Brüder zog ich das natürlich in meine Auswahl mit ein.

Also, was brauchte ich. Zu allererst einen Mann zwischen 30 und 40. Groß, gesund. Und am besten noch jemand, der aussah, wie er. Das klang erst einmal nicht so schwer. Ich verbrachte einige Tage damit, mir die Menschen, die mir so begegneten genauer anzusehen. Es war eher Zufall, dass ich tatsächlich auf jemanden stieß, der annähernd an das herankam, was ich mir vorgestellt hatte. Sein Gesicht hatte eine Ähnlichkeit, obwohl er sogar etwas jünger war. Ende 20 vielleicht und ich konnte mir vorstellen, dass Amagar einmal so ähnlich ausgesehen hatte.
Er war etwas größer und kräftiger von der Statur, aber die Hoffnung blieb, dass er zufriedenstellend sein würde.

Nun stand ich aber vor einem weitaus größeren Problem. Wie schaffte ich ihn möglichst unbeschadet an den Platz, an den er sollte. Die Höhle war perfekt dafür, nur musste man ihn erst einmal dorthin bekommen. Ich konnte meine Brüder förmlich hören „Schlag ihn bewusstlos, schleif ihn hin“. Das war eine grandiose Idee – wenn ich 1,80m wär und genauso viel Muskeln wie ein Zwerg Gesichtsbehaarung hat, hätte. Hatte ich nur nicht.
Ich hatte also nur eine Möglichkeit: er musste selbst dahin. Und da stand ich vor der nächsten Frage, wie überlistet man einen Wegelagerer und seine beiden Begleiter.

Mit konzentrierter Miene saß ich auf meiner Küchenzeile, die kleine Kiste mit den Fläschchen auf dem Schoß. Neben mir lag bereits das Pergament mit der Zeichnung eines Kartenausschnittes und einem fetten Kreuz an der Stelle, an der ich sie haben wollte. Ich studierte die Etiketten der Flaschen, von denen ich zwei einsteckte. Eine dritte landete gut versteckt in meiner Hosentasche. Ich präparierte die Brote, die einem bei ihrem Anblick schon das Wasser in den Mund trieben. Perfekt. Die aufwendig bestickte Tasche, die gefüllt war mit den Broten, Gold und der vermeintlichen Schatzkarte, hängte ich mir über die Schulter. Ich trug nicht allzu abgeranzte Kleidung und sah sogar recht passabel aus.
Mein Kryss hatte ich vorsichtshalber in meinen Stiefel eingenäht, so dass ich recht fix darauf zurückgreifen konnte.

Und so machte ich mich auf den Weg, genau dort entlang, wo ich die drei armen Seelen vorhin noch beobachtet hatte. Es lag wohl auch einfach an meiner Statur und meiner Erscheinung, dass so ziemlich alles nach Plan verlief.
Ein leiser, erschrockener Laut entwich mir, als zwei mir den Weg abschnitten und es dauerte auch nicht allzu lange, bis ich ihnen mit Tränen in den Augen und angsterfüllter Stimme mitteilte, dass ich doch nur Essen und eine Karte für jemanden in meiner Tasche hatte. Diese wurde mir dann auch recht rasch abgenommen. Die blauen Flecken vom groben Griff des einen würden wohl noch ein paar Tage zu sehen sein, aber das war im Moment recht egal.

Immerhin kamen sie noch nicht auf die Idee, mir etwas anzutun, sondern waren bereits mit der Karte beschäftigt, während sie Proviant und Gold untereinander aufteilten.
„Nimm sie mit, vielleicht gibt’s da Fallen und sie weiß es“
Es überraschte mich fast, dass sie auf eine so gute Idee kamen, aber es spielte mir nur in die Hände.

Keine Stunde später – die Brote wurden natürlich auf dem Weg verzehrt – waren wir schon ganz in der Nähe der Höhle. Als ich das erste Rumoren eines Magens hörte, musste ich mein leises Glucksen unter einem mitleiderregenden Schluchzen verbergen.
Die beiden, die nicht damit beschäftigt waren, mich festzuhalten, übergaben sich mittlerweile lautstark in die nächsten Büsche, während der Dritte, so fand ich, allmählich die grünliche Gesichtsfarbe der anderen annahm. Gift war doch etwas schönes.
Die beiden überflüssigen dann endgültig auszuschalten, war kaum ein großes Kunststück mehr. Auf der Straße hatte ich gelernt, dass man auf niemanden mehr eintrat, der schon am Boden lag. Als Kra'thori konnte ich diese Regel nun einfach brechen und mein Kryss fand recht schnell den Weg durch die Herzen der beiden.
„Mögen IHM eure Seelen munden“ murmelte ich vor mich hin.
Zum Glück waren wir fast direkt vor der Höhle, es war dennoch kein leichtes, den bewusstlosen Körper hineinzuziehen. Nach einer kurzen Verschnaufpause verschnürte ich den Guten an Knöcheln, Knien und Handgelenken und band ihm ein Tuch so um, dass er nicht schreien konnte.
Ich wartete noch eine ganze Weile, bis ich mir sicher war, er würde es überleben.

Ohnehin blieb ich die meiste Zeit dort, betrachtete meinen Gefangenen und hoffte insgeheim zwei Dinge
1) dass Amagar mit meinem Geschenk zufrieden sein würde
2) dass er uns den Bannkreis nicht allzu übel nahm.



Währenddessen fand sich auch ein Pergament in der Grabkammer, an Bruder Albertus adressiert


„Es ist getan. Mairi.“

Verfasst: Mittwoch 15. Januar 2014, 18:29
von Gast
*Sie hatte den ganzen Nachmittag mit Fayana verbracht und die Gespräche
so sehr genossen. Die Zeit verflog und so brach die Nacht heran.
Die Tetrarchin erschien wie besprochen um die junge Kriegerin in der Nacht
zu überwachen.
Silea lag in ihrem Bett, die Decke über sie gebreitet und sank langsam aber
sicher in einen tiefen Schlaf. Ein lautes Pochen an ihrer Haustür riss sie
aus ihrem Schlaf und mit einem deutlichen Murren zog sie einen
Morgenmantel über die Schultern um die Treppe hinunter zu schlendern.
An der Türe angekommen schloss sie jene auf und blinzelte durch einen
kleinen Spalt hinaus in die Dunkelheit. Mit einem wuchtigen Ruck wurde die
Haustüre aufgestoßen und ließ Silea einige Schritte zurück taumeln.
Es war Menos der wutschnaubend vor ihr stand und mit gezogener Waffe
langsam auf sie zu ging. Das Gesicht verzerrt und sich immer wieder in eine
Fratze wandelnd holte er aus um das Schwert auf sie nieder sausen zu lassen.
Die junge Frau versuchte auszuweichen und wurde so zur Treppe zurück gedrängt.
Leise und beruhigend versuchte sie auf ihren Bruder einzureden, ihn somit ins hier
und jetzt zurück zu holen, doch jener ging wie von fremder Hand gesteuert weiter auf sie zu.
Ein weiterer Schritt mehr stolpernd als gehend die Treppe hinauf ...
die Panik kroch ihr wieder den Rücken hinauf, ließ ihre Nackenhaare zu
Berge stehen ... sie kroch nun auf allen vieren die letzten Stufen empor,
ehe sie sich aufraffte und mit schnellen Schritten richtung Schlafzimmer eilte.
Dort angekommen suchte sie fieberhaft nach ihrem Dolch ...
wo war er nur ... das ... er war doch immer gleich hier unter ihrem Kopfkissen ...
nichts ... die Panik wuchs zu purer Verzweiflung an als sie Menos schwere
Schritte hinter ihr hörte. In dem Augenblick als sie sich umdrehte, wurde
Silea durch einen schweren Hieb gegen die Schulter zurück aufs Bett
geworfen ... sie kroch rückwärts gegen die Rückwand und flehte ihren
Bruder verzweifelt an ... er wolle doch auf sie aufpassen ... er würde ihr
doch nichts antun können ... er ging vor an die Seite des Bettes und seine
Hände erfassten hemmungslos ihre Kehle und begannen sie unerbitterlich zu würgen ...
die Tränen rannen ihr über die Wangen wärend sie auf das
Bett gedrückt dalag und ihre Hände versuchten Menos von ihrem Hals zu lösen.

"Du bist eine Enttäuschung Silea!" Seine Stimme klang so fremd und fern ...
der Raum beganng zu schwimmen wärend ihre Lungen brannten und sie
mit letzter Kraft um sich strampelte.
Ein letzter Erstickter Schrei aus ihrer Kehle
"Bitte ... Menos"
Die Konturen lösten sich um sie auf und als sie aufgab ... nicht mehr kämpfen wollte ...
schreckte sie aus dem Schlaf auf, die Decke von sich werfend und schrie ...
sie schrie schier unendlich lang und laut ... Atem ... sie musste atmen ...
sie fiel aus dem Bett, kroch vor und erbrach sich in ihre Waschschale ...
erst dort bemerkte sie eine Hand auf ihrer Schulter, welche sie panisch
herumfahren ließ, die Hände schützend vor sich haltend ... es war die
Tetrarchin ... nur ein Traum ... nur ein Traum ...*

Verfasst: Mittwoch 15. Januar 2014, 19:45
von Gast
Den Mantel eng um sich geschlungen, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen stapfte er durch den Schnee. Leise knarzte er unter seinen Füßen, hatte dabei gar etwas Beruhigendes. Grübelnd hatte er die Brauen zusammen gezogen. Er hatte alle Besorgungen erledigt. Bis auf eine. Die Zeit rann ihm davon, nun war guter Rat teuer.
Er zog an Varuna vorbei, wollte gerade den Weg Richtung Bajard einschlagen, da erspähte er eine Gestalt. Es war schon am Dämmern, viel konnte er nicht erkennen. Die Person war umwuselt von Tieren. Den Anschein und den Geräuschen kleiner Glöckchen nach wohl Schafe oder Ziegen. Ein Mundwinkel zuckte kurz empor, hatte er schon einen Plan im Kopf.
Der Wind umspielte ihn, schnitt ihm eisig ins Gesicht. Den Mantel etwas fester zuziehend, stapfte er durch den Schnee der Horde entgegen. Nach und nach wurden die Schemen zu klaren Konturen. Ein junges Mädchen mit gut zwei Duzend Ziegen. Niedlich. Er bemerkte, dass sie leicht stockte als er näher kam - wohl unentschlossen wie sie auf ihn reagieren sollte.
In einem leichten Bogen wich sie ihm aus. Nicht weit genug wie sie gleich feststellen würde. Er griff grob nach einem kleinen Zieglein, packte es im Kragen und riss es in die Höhe. Seine Kapuze wurde von seinem Kopf geweht, sein Blick, die silbernen Augen mit roten Sprenkeln versehen, blickte ihr unheilvoll entgegen. Sie quittierte die Szene mit weit aufgerissenen Augen. Ein kurzer leiser Schrei entfuhr ihrer Kehle. "Ein junges, unschuldiges Wesen" sagte er mir tiefer ruhiger Stimme. "Wie schade wenn ihm etwas passieren würde." Langsam streichelte er das Tier, die Mundwinkel entblößten seine Zähne und verliehen ihm eine dämonische Ausstrahlung. Das Mädchen schien wie geschockt, bewegte sich keinen cm. Stille. Die Herde stand still, einzig das Blöken der kleinen Ziege war lautstark zu hören. Wohl erkannte sie ihr Schicksal. Das Streicheln wurde langsamer, bis beide Hände ruhig auf dem Tier lagen. Die Ziege schrie regelmäßig in die Nacht hinaus. Das Mädchen fing an zu wimmern, wohl hatte es Mitleid mit dem Tier. Sie sank auf die Knie, flehte ihn an das Tier zu verschonen, wieder in ihre Obhut zu geben. Die Ziege gab weiter Laute von sich. Den Tränen nahe faltete sie die Hände, ersuchte mein Erbarmen. Zappelnd und schreiend wollte sich das Tier dem Griff entwinden. Dann... knack. Totenstille. Kurz. Dann überkam es das Mädchen, Tränen überfluteten ihr Gesicht. Der Leblose Körper wurde desinteressiert davon geworfen. Mit großen Schritten näherte er sich der auf dem Boden zusammengebrochenen. In der Bewegung zückte er eine kleine Phiole, Packte sie mit einer Hand am Hinterkopf, riss ihn hoch. Mit der anderen drückte er ihr das Glas ins Gesicht. Ein paar wenige Tropfen rannen hinein. Ein Pfropfen verschloss es wieder. Dann lies er sie fallen. Richtete sich auf. Stapfte im Schneegestöber davon. Das Tier lag mit gebrochenem Genick reglos im Schnee.

Verfasst: Sonntag 26. Januar 2014, 04:29
von Keylon Salberg
Schlaflosigkeit ...
Nicht weil er nicht konnte, sondern weil er es nicht wollte.
Zu oft verfiel er im Schlaf Alpträumen in den verschiedensten Fariationen.
Meist jedoch war Drakhon Teil seiner Träume.
Drakhon oder eben Untote oder Scharen von Raben oder Scharen von Untoten.
Kaum jedoch verlief sein Schlaf wirklich ruhig.
Hailey war es, die ihn deswegen schließlich mit zu ihrer Mutter nahm und zu Malena ins Lehrkrankenhaus.
Liliana hatte schießlich in Absprache mit Malena einen Trank gemixt, von dem er abends 5 Tropfen nehmen sollte, und von dem er eigentlich einen Traumlosen und tiefen Schlaf haben sollte.
Malena hingegen sprach und beriet ihn eher psychologisch.
Er sollte versuchen seinen Traum zu steuern.

Keylon hatte das am Anfang als Blödsinn abtun wollen aber Malena erklärte es ihm noch einmal haargenau.
Sich etwas vorstellen, herbeiwünschen...
Aus einem Drachen eine Maus machen, aus Gegnen Freunde, oder aber sich eine Rüstung, sowie Schwert und Schild herbeiwünschen, und Keylon musste natürlich fest daran glauben.
Keylon jedenfalls wollte es versuchen. Zu lange war er schon nun mit zu wenig Schlaf ausgekommen, und Aries meckerte schon das er sie mit seinen Alpträumen in denen er dann meist nachts noch schrie, immer wecken würde.
Den Trank jedenfalls lehnte er ersteinmal ab.
Er würde auch ohne schlafen können, das jedenfalls hoffte er.
Obwohl traumlos? Wohl eher nicht.
Wenn es also erneut zu Alpträumen kommen sollte hatte er die folgende Nacht den Trank zu nehmen, und Malena empfahl das Hailey dann die Nacht bei ihm sein sollte um ihn alleine mit ihrer Gegenwart zu beruhigen, oder aber im Falle eines Alptraumes gut zu zu reden
damit er sich entspannen konnte um mit ihrer Hilfe aus dem Alptraum einen normalen Traum zu machen.

Keylon verabschiedete sich also, um direkt heim zu gehen.
Sein Bett sah aber auch zu verführerisch aus und lud ihn geradewegs zu einem Schläfchen ein.
„Gute Gedanken...“ murmelte er, zog sich aus und schlupfte unter die Decke.
Die Tür hatte er aufgelassen, damit Felix die Katze zu ihm kommen konnte.
Der kleine Kater liebte es sich auf Keylons Bett bequem zu machen und sein Schnurren half
Keylon ruhiger zu werden und ein zu schlafen.
Vier oder fünfmal rückte sich Keylon im Bett zurecht, sehr zum Ärger von Felix der immer unwillig protestierte.
Gute Gedanken.... Schwert und Schild... redete er sich immer wieder ein und langsam schlief er darüber dann auch ein.
Diesmal mochte er wohl doch einige Stunden schlafen, doch es kam wie es kommen musste.
Erneut. Ein Drache diesmal. Hailey in den Krallen, während Amelie und Aries hinter ihm waren.
Von Kiara war keine Spur zu sehen und er selber? Keine Rüstung kein Schwert.
Ein Traum das ist nur ein Traum... und er vermochte es in dem Moment zu erkennen als der Drache sich zu ihnen herabbeugte.
Das Schwert in der Rechten... den Schild links, so wünschte er es sich und trat auf den Drachen zu um ihm Hailey zu entreissen und Amelie und Aries zu schützen.
Den Schild vorschiebend.... nein kein Schild... ein Tintenfass.
Keylon war verwirrt. Er stand hier einem Drachen gegenüber mit ... Federkiel und Tinte.
Wie dumm war er eigentlich das er glaubte das würde funktionieren.
Mit einem lauten Brüllen , keinesfalls beeindruckt von der Tinte und der Feder, beugte sich der Drache zu ihm um ihm den Rest zu geben. Die Pranke hob sich um sich auf ihn nieder zu senken und Keylon wachte schweissgebadet und mit einem Aufschrei auf.

Aries schimpfte laut aus ihrem Zimmer, und auch Felix der an seinem Fußende schlief sah ihn protestierend an.
„Federkiel und Tintenfass. Wie gefährlich.“ frotzelte er über sich selber und stand mürrisch auf.
An Schlaf war nun nicht mehr zu denken, und so machte er sich auf um einige Runden draussen zu laufen. Die Kälte der Nacht würde ihm helfen den Rest der Müdigkeit zu verdrängen.
Die nächste Nacht würde schon bald kommen.

So betrat er am nächsten Tag das Lehrhospital, um sich den Trank geben zu lassen.
Malena gab ihn jedoch Hailey, die ihm abends davon geben sollte.
Charlie den kleinen Hund unter dem Arm, gingen sie so heim in das Haus von Amelie wo er, Aries und Kiara Zimmer hatten.
Hailey bei sich zu haben beruhigte ihn ungemein, doch der Gedanke das sie bei ihm liegen würde, ließ ihn nicht gerade daran glauben das er würde schlafen können.
Lieber wäre es ihm er könnte wach bleiben, um sie einfach im Schlaf ansehen zu können.
Als er Hailey diese Gedanken mitteilte lachte sie nur, und ließ sich aber auf keine Diskussion ein.
Genau 5 Tropen in Wasser aufgelöst sollten für einen Traumlosen Schlaf sorgen und Hailey...
Sie würde neben ihm liegen, bei ihm sein um auf ihn zu achten und ihn zu beruihgen.