Verfasst: Dienstag 29. März 2016, 21:37
Die Handschrift dieses Eintrages ins Tagebuch wird wohl schlichter sein, als die der vorher gegangenen Seiten. Wie ein Spiegel seines Gemüts, welches an jenem Abend in gewisser Weise gespielt ruhig war. Lange Gespräche blieben bis zum nächsten Morgen allemale aus. Nach dem Verfassen des Eintrages wird er wohl auch nicht einmal das Trocknen der Schrift abwarten und einfach ins Bett gehen, ohne das Buch zusammen zu klappen..
Wir schreiben den 29. Lenzing im Herzogtum Lichtenthal. Am heutigen Abend wurde die Schwerverbrecherin Melina Waldesruh der Gerechtigkeit zu geführt. Eine junge Frau, etwa in meinem Alter und bestätigterweise im Geiste krank. Ich habe schon beschrieben, wie sie zu sein schien und auch, wenn sie heute einen ruhigen Eindruck machte, schien sie sich ihrer Situation gewahr gewesen zu sein. "Stolz und Ehre!" "Wir waren immer frei und wir sind es noch." Schwer zu begreifen sind jene Worte, wenn man nicht weiß, was sie und die Adressaten damit verbunden haben, als sie dies als die letzten Worte einer Bekannten vernahmen.
Ihre Seele dürfte vergebens sein und doch sehe ich einen Sinn in unseren Gebeten. Denn sie wahrten unser Mitgefühl einer fehlgeleiteten Seele, obwohl uns die Tugend der Gerechtigkeit dazu zwang ihr Leben zu beenden und das Risiko einzugehen, dass Kra'thor sich tatsächlich nun ihrer Seele angenommen hat.
Temora beschützt!
gez.
Das letzte Wort - "ewig" - blieb diesmal aus. Vermutlich der einzige Hinweis auf die Rührung des Verfassers Herzen.
Wir schreiben den 29. Lenzing im Herzogtum Lichtenthal. Am heutigen Abend wurde die Schwerverbrecherin Melina Waldesruh der Gerechtigkeit zu geführt. Eine junge Frau, etwa in meinem Alter und bestätigterweise im Geiste krank. Ich habe schon beschrieben, wie sie zu sein schien und auch, wenn sie heute einen ruhigen Eindruck machte, schien sie sich ihrer Situation gewahr gewesen zu sein. "Stolz und Ehre!" "Wir waren immer frei und wir sind es noch." Schwer zu begreifen sind jene Worte, wenn man nicht weiß, was sie und die Adressaten damit verbunden haben, als sie dies als die letzten Worte einer Bekannten vernahmen.
Ihre Seele dürfte vergebens sein und doch sehe ich einen Sinn in unseren Gebeten. Denn sie wahrten unser Mitgefühl einer fehlgeleiteten Seele, obwohl uns die Tugend der Gerechtigkeit dazu zwang ihr Leben zu beenden und das Risiko einzugehen, dass Kra'thor sich tatsächlich nun ihrer Seele angenommen hat.
Temora beschützt!
gez.
Das letzte Wort - "ewig" - blieb diesmal aus. Vermutlich der einzige Hinweis auf die Rührung des Verfassers Herzen.