Die Suche nach Zufriedenheit
-
Gast
Das Treffen mit Hazar war wohl wirklich nicht so verlaufen, wie er es sich gedacht hatte. Erneut starrte er auf das Gitter vor sich. Der Puppenspieler war listig und auch mächtig, doch Imraan in seiner Natur kein besonders gewitzter Charakter. Imraans Eigenschaften waren doch Treue, Loyalität, Mut - Eigenschaften, die eher für jemanden stehen, der die Dinge frontal und direkt angeht. Er lehnte den Kopf an die Wand hinter sich und schloss seine Augen. Versuchte er doch dann zwischen den Kopfschmerzen eine gerade Linie zu finden, die seine Erinnerung war.
Hazar hatte ihm den Brief gesandt, der offenbar darauf hinwies, dass sie Fortschritte machte. Er hoffte auch, dass es eben nicht die waren, die für ein Auffinden des Schattens sorgen würden. Eigentlich sollten doch alle Hinweise zu Djamji führen, die auf ihre Art schon ein seltsames Verhalten an den Tag legte. Umso mehr er in dieser Richtung versagte, desto stärker wurde auch der Schmerz, der ihn tagtäglich überkam. Sein neuer Gefährte wusste genau, wie er Imraan steuern konnte. Manchmal nur diese Stimme, wie eine Hand die sich über den Rücken an seinen Hinterkopf zog, feingliedrige Finger die sich dann über sein Haupt legten, ihm bestimmte Gedanken in das Ohr flüsterten.
Sie hatten sich ausgerechnet in der Akademie versammelt, wo sich Imraan nicht wohl fühlte, in erster Linie, weil sich auch sein Schatten hier nicht wohl fühlte. Er wusste genau warum, deswegen musste er auch Sorge tragen, dass sie bald hier wieder wegkommen würden. Hazar empfing ihn mit ihrer warmen Art, wie er es von ihr gewohnt war und auch er musste sich an dieser Stelle so geben, um nicht weiter aufzufallen. Das Lächeln war falsch, doch gekonnt simuliert. Die üblichen Höflichkeiten wurden wohl noch relativ schnell ausgetauscht, ehe Hazar ihm offenbarte, dass sie wohl tatsächlich seinen Klang im Lied analysieren wollte. Das gefiel wohl weder Imraan, noch dem Schatten, vor allem nicht an diesem Ort. Wenn er sich widersetzen wollte, dann würde er aber auch auffallen. Mit dem Hinweis, dass er sich hier nicht entspannen konnte, weil es doch eine fremde Umgebung war, wollte er sie dann überreden, um sich zur Kaserne zu begeben. Dort waren gerade die Janitschare auf ihrer üblichen Patrouille und ein Teil auf Truppenübung. Es würde also im Fall des Falles niemand stören.
Sie folgte seiner Bitte und beide fanden sich wenige Augenblicke später bei der Kaserne ein, wo er sich dann entspannen sollte und sie bereits die Augen schloss, um sich auf das Lied an Ort und Stelle zu konzentrieren, sein Klangbild Struktur für Struktur auseinander zu nehmen, um wohl auf Ungereimtheiten zu stoßen. Es wurde also erst die Oberfläche angekratzt, die schon schwächer war, als man es sonst von Imraan gewohnt war. Das wurde höchstwahrscheinlich durch das Fehlen von Radschish, seinem Dschinn, verursacht. Danach griff sie weiter ein, zu tief und zu weit, hätte sie früher geahnt, was sich dahinter verbarg, hätte sie es wohl gelassen, denn den Schleier im Lied aufrecht zu erhalten, war ein schwieriges Unterfangen, bei dem der Schatten jetzt bröckelte. Sie hatte ihn entdeckt. Daraufhin spürte sie doch auch bereits zwei kräftige Hände in ihrem Nacken, die dort fest zupackten und sie mit einem wuchtigen Wurf zur Seite gegen die Wand schleuderten. Da sie mit dem Kopf zuerst auftraf, war sie auch sofort bewusstlos, so dass es kaum noch zu einem Geräusch kam. Als draußen bereits Geräusche herandrangen und wohl auch Leute Richtung der Kaserne wollten, musste er sie schnell verschwinden lassen, aber die Janitschare würden sowohl in den Keller gehen, wie auch in den Kerker, also musste er sich lieber eine gute Geschichte überlegen. Das war ein unmögliches Unterfangen. Er schleifte sie achtlos auf dem Boden hinter sich her, um sie dann in die Zelle zu stecken. Der Mund wurde geknebelt, ein Ledergürtel nochmals umgebunden, damit sie ja den Mund halten sollte. Es blieb nicht einmal Zeit, um ihr die Hände zu binden, als es die ganze Zeit an der Türe klopfte. Warum musste gerade jetzt jemand kommen und sich dann bei Nachfrage auch noch als “Rahal” vorstellen? Er würde sich später darum kümmern müssen.
Althan, Dazen und eine gewisse Charlie standen ihm gegenüber, während er die Türe hinter sich zuschob. Er musste sich der Diskussion stellen, obwohl er mit seinem Kopf natürlich woanders war. Sein Schatten wies ihn an das Gespräch zu verschieben und die verfluchte Magierin irgendwo in der Durrah zu verscharren. Imraan war aber noch bei ausreichendem Bewusstsein, um sich diesem Gedanken zu widersetzen - doch wie lange noch?
Die Worte Althans nahm er nur durch einen Nebel war. Er hätte das Gespräch verschieben sollen, denn es kamen nur Bruchstücke an, als eine weitere Stimme die ganze Zeit auf ihn einsprach, die schlichtweg von der Akademie nicht entdeckt werden wollte.
Als Imraan dann den Palast verließ, sprang ihn Kadir regelrecht an und warf ihm direkt Worte von Freundschaft und Loyalität an den Kopf, die ihm doch sonst so wichtig waren. Er musste sich eine spontane Geschichte ausdenken, die Hazars Gefangenschaft erklären sollte. Also schob er ihr einfach die Schuld zu, dass der Schatten weiter gewandert war und dass er sich gegen sie verteidigen musste. Glaubwürdig war das wirklich nicht und Kadir war nun mal ihr Ehemann. Er würde ihm überhaupt keine Geschichte glauben. Wie hatten sie Hazar überhaupt gefunden? Sicherlich war es Marek, der die Kaserne aufgesucht hatte. Innerlich fluchte er, dass seine Tat so früh entdeckt wurde, als ließ er diese Diskussion über sich ergeben, bis dann wohl auch Yasmeen hinzukam. Kadir hatte den Titel des Handelsministers wohl nicht umsonst, wenn die Worte flossen nur so aus seinem Mund. Imraan versuchte das tatsächlich Sinnvolle darin zu erkennen und hielt immer noch daran fest, dass Hazar ihn zuerst angegriffen hatte und eigentlich der Schatten in ihr wohnte.
Lange wollte sich Imraan nicht mehr an keifen lassen, weswegen er Yasmeens Bitte nachkam und sich einem Gespräch unter vier Augen mit ihr stellte. Von der Situation hatte sie wohl bereits genug erfahren und fragte ihn nur, ob er da die Wahrheit spreche und ob er sie jemals anlügen würde .Sie kannten sich inzwischen recht gut und er hatte Angst, dass seine Fassade vor ihr bröckeln würde. Der Schatten würde ihn zu etwas zwingen, was Yasmeen umbringen könnte, so musste er sich mit aller Macht dagegen auflehnen - außerdem würde eine zweite Tat solcher Natur ihn letztendlich entlarven. Er hatte kein Nein und kein Ja auf ihre Antwort erwidert, doch gab er ihr eine Antwort, die sie offenbar zufrieden stellte. Er war sogar froh, als Marek ankam, um sich in das Gespräch einzumischen. Die Hakim war gekommen, um sich um Hazar zu kümmern und Imraan war gespannt, ob sich auch Hazar an alles erinnern würde.
Yasmeen blieb an Ort und Stelle stehen, so dass sich am Ende nur Marek, Hazar, Imraan, Kadir und Saliha bei der Kaserne befanden, wo sich Imraan einsichtig zeigte und jede Hilfe Hazar zukommen ließ. Sie wusste noch ganz genau, was vor wenigen Augenblicken passiert war, während Imraan ihr vor allen anderen immer noch die Schuld zuwies. Es war ein langes hin und her, bis sich irgendwann Marek und Saliha nach der Behandlung verabschiedeten. Kadir hatte ihr einen Kuss auf gehaucht und ihr nochmals Hoffnung spenden wollen, dann war auch er verschwunden. Imraan tat es weh, seinen Freund so zu sehen, doch dem Schatten gefiel diese Freundschaft nicht, es gab größere Ziele für die beiden, die seine Schwächen nicht duldeten. So er nun mit Hazar allein war, fühlte er sich mit einem Mal befreiter, als wäre er “Ihn” für einen Moment los geworden, was er gleich darin nutzte, dass er sich sofort an Hazars Zelle begab, um ihr durch die Gittertore den Schlüssel zu ihrer Zelle zu zu schieben, um ihr zu verraten, dass er ihre Hilfe benötigen würde. Doch lange war er nicht mehr allein, denn noch während er den dritten Satz sprach, spürte er erneut die Präsenz an seiner Seite.
Er hatte sie verlassen und noch einige Worte an den Kopf geworfen, die wohl mehr durch den Schatten über seine Lippen kamen, er drohte ihr, Kadir, sogar Tamina. In gewisser Weise war es ihm eine Genugtuung Schaden anzurichten, zu provozieren, anzugreifen. Ging es “Ihm” gut, ging es auch Imraan gut - Hass nährte ihn.
Er wollte sich zurückziehen, bevor es noch weiter heute eskalierte. Außerhalb des Reiches war der Einfluss des Zweiten schwächer. Er musste seinen Kopf befreien, durchschnaufen, sich sammeln. Er packte auf dem Platz vor der Kaserne und dem Palast die Satteltaschen seines Pferdes, um sich dann selbst in warme Kleidung zu hüllen. Der Mantel wurde übergeworfen, die Kapuze über das Haupt gelegt, als er sich schon auf den Pferderücken schwang, um dann los zu reiten. Er wusste nicht, dass er bereits verfolgt wurde…
Spät in der Nacht ritten zwei Personen durch das Tor Menek’Urs, eine Person lag auf ihrem Pferd - tot oder bewusstlos, die andere Person führte das Pferd an den Zügeln, während sie selbst ritt. Sie verschwanden am Seiteneingang zum Palastgarten und wurden dort bereits von zwei Palastwachen empfangen...
Hazar hatte ihm den Brief gesandt, der offenbar darauf hinwies, dass sie Fortschritte machte. Er hoffte auch, dass es eben nicht die waren, die für ein Auffinden des Schattens sorgen würden. Eigentlich sollten doch alle Hinweise zu Djamji führen, die auf ihre Art schon ein seltsames Verhalten an den Tag legte. Umso mehr er in dieser Richtung versagte, desto stärker wurde auch der Schmerz, der ihn tagtäglich überkam. Sein neuer Gefährte wusste genau, wie er Imraan steuern konnte. Manchmal nur diese Stimme, wie eine Hand die sich über den Rücken an seinen Hinterkopf zog, feingliedrige Finger die sich dann über sein Haupt legten, ihm bestimmte Gedanken in das Ohr flüsterten.
Sie hatten sich ausgerechnet in der Akademie versammelt, wo sich Imraan nicht wohl fühlte, in erster Linie, weil sich auch sein Schatten hier nicht wohl fühlte. Er wusste genau warum, deswegen musste er auch Sorge tragen, dass sie bald hier wieder wegkommen würden. Hazar empfing ihn mit ihrer warmen Art, wie er es von ihr gewohnt war und auch er musste sich an dieser Stelle so geben, um nicht weiter aufzufallen. Das Lächeln war falsch, doch gekonnt simuliert. Die üblichen Höflichkeiten wurden wohl noch relativ schnell ausgetauscht, ehe Hazar ihm offenbarte, dass sie wohl tatsächlich seinen Klang im Lied analysieren wollte. Das gefiel wohl weder Imraan, noch dem Schatten, vor allem nicht an diesem Ort. Wenn er sich widersetzen wollte, dann würde er aber auch auffallen. Mit dem Hinweis, dass er sich hier nicht entspannen konnte, weil es doch eine fremde Umgebung war, wollte er sie dann überreden, um sich zur Kaserne zu begeben. Dort waren gerade die Janitschare auf ihrer üblichen Patrouille und ein Teil auf Truppenübung. Es würde also im Fall des Falles niemand stören.
Sie folgte seiner Bitte und beide fanden sich wenige Augenblicke später bei der Kaserne ein, wo er sich dann entspannen sollte und sie bereits die Augen schloss, um sich auf das Lied an Ort und Stelle zu konzentrieren, sein Klangbild Struktur für Struktur auseinander zu nehmen, um wohl auf Ungereimtheiten zu stoßen. Es wurde also erst die Oberfläche angekratzt, die schon schwächer war, als man es sonst von Imraan gewohnt war. Das wurde höchstwahrscheinlich durch das Fehlen von Radschish, seinem Dschinn, verursacht. Danach griff sie weiter ein, zu tief und zu weit, hätte sie früher geahnt, was sich dahinter verbarg, hätte sie es wohl gelassen, denn den Schleier im Lied aufrecht zu erhalten, war ein schwieriges Unterfangen, bei dem der Schatten jetzt bröckelte. Sie hatte ihn entdeckt. Daraufhin spürte sie doch auch bereits zwei kräftige Hände in ihrem Nacken, die dort fest zupackten und sie mit einem wuchtigen Wurf zur Seite gegen die Wand schleuderten. Da sie mit dem Kopf zuerst auftraf, war sie auch sofort bewusstlos, so dass es kaum noch zu einem Geräusch kam. Als draußen bereits Geräusche herandrangen und wohl auch Leute Richtung der Kaserne wollten, musste er sie schnell verschwinden lassen, aber die Janitschare würden sowohl in den Keller gehen, wie auch in den Kerker, also musste er sich lieber eine gute Geschichte überlegen. Das war ein unmögliches Unterfangen. Er schleifte sie achtlos auf dem Boden hinter sich her, um sie dann in die Zelle zu stecken. Der Mund wurde geknebelt, ein Ledergürtel nochmals umgebunden, damit sie ja den Mund halten sollte. Es blieb nicht einmal Zeit, um ihr die Hände zu binden, als es die ganze Zeit an der Türe klopfte. Warum musste gerade jetzt jemand kommen und sich dann bei Nachfrage auch noch als “Rahal” vorstellen? Er würde sich später darum kümmern müssen.
Althan, Dazen und eine gewisse Charlie standen ihm gegenüber, während er die Türe hinter sich zuschob. Er musste sich der Diskussion stellen, obwohl er mit seinem Kopf natürlich woanders war. Sein Schatten wies ihn an das Gespräch zu verschieben und die verfluchte Magierin irgendwo in der Durrah zu verscharren. Imraan war aber noch bei ausreichendem Bewusstsein, um sich diesem Gedanken zu widersetzen - doch wie lange noch?
Die Worte Althans nahm er nur durch einen Nebel war. Er hätte das Gespräch verschieben sollen, denn es kamen nur Bruchstücke an, als eine weitere Stimme die ganze Zeit auf ihn einsprach, die schlichtweg von der Akademie nicht entdeckt werden wollte.
Als Imraan dann den Palast verließ, sprang ihn Kadir regelrecht an und warf ihm direkt Worte von Freundschaft und Loyalität an den Kopf, die ihm doch sonst so wichtig waren. Er musste sich eine spontane Geschichte ausdenken, die Hazars Gefangenschaft erklären sollte. Also schob er ihr einfach die Schuld zu, dass der Schatten weiter gewandert war und dass er sich gegen sie verteidigen musste. Glaubwürdig war das wirklich nicht und Kadir war nun mal ihr Ehemann. Er würde ihm überhaupt keine Geschichte glauben. Wie hatten sie Hazar überhaupt gefunden? Sicherlich war es Marek, der die Kaserne aufgesucht hatte. Innerlich fluchte er, dass seine Tat so früh entdeckt wurde, als ließ er diese Diskussion über sich ergeben, bis dann wohl auch Yasmeen hinzukam. Kadir hatte den Titel des Handelsministers wohl nicht umsonst, wenn die Worte flossen nur so aus seinem Mund. Imraan versuchte das tatsächlich Sinnvolle darin zu erkennen und hielt immer noch daran fest, dass Hazar ihn zuerst angegriffen hatte und eigentlich der Schatten in ihr wohnte.
Lange wollte sich Imraan nicht mehr an keifen lassen, weswegen er Yasmeens Bitte nachkam und sich einem Gespräch unter vier Augen mit ihr stellte. Von der Situation hatte sie wohl bereits genug erfahren und fragte ihn nur, ob er da die Wahrheit spreche und ob er sie jemals anlügen würde .Sie kannten sich inzwischen recht gut und er hatte Angst, dass seine Fassade vor ihr bröckeln würde. Der Schatten würde ihn zu etwas zwingen, was Yasmeen umbringen könnte, so musste er sich mit aller Macht dagegen auflehnen - außerdem würde eine zweite Tat solcher Natur ihn letztendlich entlarven. Er hatte kein Nein und kein Ja auf ihre Antwort erwidert, doch gab er ihr eine Antwort, die sie offenbar zufrieden stellte. Er war sogar froh, als Marek ankam, um sich in das Gespräch einzumischen. Die Hakim war gekommen, um sich um Hazar zu kümmern und Imraan war gespannt, ob sich auch Hazar an alles erinnern würde.
Yasmeen blieb an Ort und Stelle stehen, so dass sich am Ende nur Marek, Hazar, Imraan, Kadir und Saliha bei der Kaserne befanden, wo sich Imraan einsichtig zeigte und jede Hilfe Hazar zukommen ließ. Sie wusste noch ganz genau, was vor wenigen Augenblicken passiert war, während Imraan ihr vor allen anderen immer noch die Schuld zuwies. Es war ein langes hin und her, bis sich irgendwann Marek und Saliha nach der Behandlung verabschiedeten. Kadir hatte ihr einen Kuss auf gehaucht und ihr nochmals Hoffnung spenden wollen, dann war auch er verschwunden. Imraan tat es weh, seinen Freund so zu sehen, doch dem Schatten gefiel diese Freundschaft nicht, es gab größere Ziele für die beiden, die seine Schwächen nicht duldeten. So er nun mit Hazar allein war, fühlte er sich mit einem Mal befreiter, als wäre er “Ihn” für einen Moment los geworden, was er gleich darin nutzte, dass er sich sofort an Hazars Zelle begab, um ihr durch die Gittertore den Schlüssel zu ihrer Zelle zu zu schieben, um ihr zu verraten, dass er ihre Hilfe benötigen würde. Doch lange war er nicht mehr allein, denn noch während er den dritten Satz sprach, spürte er erneut die Präsenz an seiner Seite.
Er hatte sie verlassen und noch einige Worte an den Kopf geworfen, die wohl mehr durch den Schatten über seine Lippen kamen, er drohte ihr, Kadir, sogar Tamina. In gewisser Weise war es ihm eine Genugtuung Schaden anzurichten, zu provozieren, anzugreifen. Ging es “Ihm” gut, ging es auch Imraan gut - Hass nährte ihn.
Er wollte sich zurückziehen, bevor es noch weiter heute eskalierte. Außerhalb des Reiches war der Einfluss des Zweiten schwächer. Er musste seinen Kopf befreien, durchschnaufen, sich sammeln. Er packte auf dem Platz vor der Kaserne und dem Palast die Satteltaschen seines Pferdes, um sich dann selbst in warme Kleidung zu hüllen. Der Mantel wurde übergeworfen, die Kapuze über das Haupt gelegt, als er sich schon auf den Pferderücken schwang, um dann los zu reiten. Er wusste nicht, dass er bereits verfolgt wurde…
Spät in der Nacht ritten zwei Personen durch das Tor Menek’Urs, eine Person lag auf ihrem Pferd - tot oder bewusstlos, die andere Person führte das Pferd an den Zügeln, während sie selbst ritt. Sie verschwanden am Seiteneingang zum Palastgarten und wurden dort bereits von zwei Palastwachen empfangen...
Zuletzt geändert von Gast am Freitag 4. Oktober 2013, 18:51, insgesamt 1-mal geändert.
-
Hazar Sevinc Bashir
Als ich aufwachte, brummte der Kopf, wie ich es zuvor noch nie gespürt hatte.
Tamina lag, eng an mich gekuschelt, neben mir, in einem Arm den Bären, die anderen an meinen Arm geschlungen.
Daneben lag Kadir, friedlich, aber nicht angekuschelt.
Vorsichtig erhob ich mich, um keinen der beiden zu wecken, warum musste ich auch an der Wand liegen und damit, noch schlaftrunken, über beide hinweg kraxeln?
Im ersten Moment war mir schwindelig, aber ich wollte dem nicht nachgeben, sammelte meine ganze Kraft und schaffte es tatsächlich aus dem Bett zu kommen, ohne auf die beiden zu fallen.
Unten angekommen, kochte ich mir einen Mocca.
Hunger hatte ich immer noch keinen, mir war, dank des Schlages auf den Kopf, immer noch schwummrig und ein wenig flau im Magen.
Der Mocca belebte die Lebensgeister und meine Gedanken fingen, direkt danach wieder an zu schweifen.
Imraan…
Irgendwo tief in den Windungen seines Verstandes war da noch etwas von ihm.
Versteckt und kontrolliert, beherrscht von dem Dschinn.
[20:09:41] Imraan Mukthaar Omar: [menek] Du solltest keine Spielchen treiben, junge Natifah.
[20:09:51] Imraan Mukthaar Omar: [menek] Es könnte dich beim nächsten Mal das Leben kosten.
[20:09:53] Hazar Sevinc Bashir: [menek] Wir beide werden uns wieder sehen
[20:10:25] Imraan Mukthaar Omar: [menek] Wagst du es noch einmal mir im Wege zu stehen, stirbst entweder du, dein Kadir oder
[20:10:32] Imraan Mukthaar Omar: [menek] ein kleiner Bär ist bald blutgetränkt.
[20:10:36] Imraan Mukthaar Omar: [menek] Wir haben uns verstanden, aiwa?
Ich musste irgendwas tun.
Ich hatte schon vorher Ideen gehabt, aber eher bezüglich Djamji.
Natürlich schob man ihr die Schuld in die Schuhe, nur weil sie mehr und offensichtlicher unter den Kopfschmerzen litt, als Imraan, was alleine der körperlichen Konstitution zu zu schreiben war.
Der Dschinn war mächtig.
Er hatte Imraan als Puppenspieler benutzt, und Imraan hing in seinen Seilen.
Das konnte nicht so weiter gehen, aber es war schlau.
Alle Magier ausschalten.
Der größte, und mächtigste war im Keller der Akademie, ohne das man wusste, wann er wieder heraus kommen würde.
Dabei hätte ich so gerne bei dem Shanun um Rat gefragt, so gerne hätte ich jemanden, der da ist, wenn ich mich unsicher fühle.
Aber das war wahrscheinlich genau meine Prüfung.
Sehen, wie ich ohne alles zurechtkomme.
Jala…
Gut, wenn der Shanun nicht da ist, muss die andere Hadri her.
Djamji fiel aus, also wollte ich zumindest mit Jala sprechen.
Als der Brief von Yasmeen ankam, und ich ihn gelesen hatte, fiel mir sprichwörtlich ein Stein vom Herzen.
Das bedeutete 2 Dinge:
1. Ich würde nicht dem Emir vorgeführt, wegen Angriff auf einen Omar, den ich nicht begangen hatte
2. Es steckte noch mehr von Imraan in diesem Körper, als ich gehofft hatte.
Das gab durchaus Hoffnung, mehr Hoffnung, als ich gestern Abend noch gehabt hatte.
Ich legte den Brief offen auf den Tisch, so das Kadir ihn lesen konnte.
Meine Tasse Mocca war inzwischen leer, und so rappelte ich mich auf.
Heute noch schonen…
Tamina lag, eng an mich gekuschelt, neben mir, in einem Arm den Bären, die anderen an meinen Arm geschlungen.
Daneben lag Kadir, friedlich, aber nicht angekuschelt.
Vorsichtig erhob ich mich, um keinen der beiden zu wecken, warum musste ich auch an der Wand liegen und damit, noch schlaftrunken, über beide hinweg kraxeln?
Im ersten Moment war mir schwindelig, aber ich wollte dem nicht nachgeben, sammelte meine ganze Kraft und schaffte es tatsächlich aus dem Bett zu kommen, ohne auf die beiden zu fallen.
Unten angekommen, kochte ich mir einen Mocca.
Hunger hatte ich immer noch keinen, mir war, dank des Schlages auf den Kopf, immer noch schwummrig und ein wenig flau im Magen.
Der Mocca belebte die Lebensgeister und meine Gedanken fingen, direkt danach wieder an zu schweifen.
Imraan…
Irgendwo tief in den Windungen seines Verstandes war da noch etwas von ihm.
Versteckt und kontrolliert, beherrscht von dem Dschinn.
[20:09:41] Imraan Mukthaar Omar: [menek] Du solltest keine Spielchen treiben, junge Natifah.
[20:09:51] Imraan Mukthaar Omar: [menek] Es könnte dich beim nächsten Mal das Leben kosten.
[20:09:53] Hazar Sevinc Bashir: [menek] Wir beide werden uns wieder sehen
[20:10:25] Imraan Mukthaar Omar: [menek] Wagst du es noch einmal mir im Wege zu stehen, stirbst entweder du, dein Kadir oder
[20:10:32] Imraan Mukthaar Omar: [menek] ein kleiner Bär ist bald blutgetränkt.
[20:10:36] Imraan Mukthaar Omar: [menek] Wir haben uns verstanden, aiwa?
Ich musste irgendwas tun.
Ich hatte schon vorher Ideen gehabt, aber eher bezüglich Djamji.
Natürlich schob man ihr die Schuld in die Schuhe, nur weil sie mehr und offensichtlicher unter den Kopfschmerzen litt, als Imraan, was alleine der körperlichen Konstitution zu zu schreiben war.
Der Dschinn war mächtig.
Er hatte Imraan als Puppenspieler benutzt, und Imraan hing in seinen Seilen.
Das konnte nicht so weiter gehen, aber es war schlau.
Alle Magier ausschalten.
Der größte, und mächtigste war im Keller der Akademie, ohne das man wusste, wann er wieder heraus kommen würde.
Dabei hätte ich so gerne bei dem Shanun um Rat gefragt, so gerne hätte ich jemanden, der da ist, wenn ich mich unsicher fühle.
Aber das war wahrscheinlich genau meine Prüfung.
Sehen, wie ich ohne alles zurechtkomme.
Jala…
Gut, wenn der Shanun nicht da ist, muss die andere Hadri her.
Djamji fiel aus, also wollte ich zumindest mit Jala sprechen.
Als der Brief von Yasmeen ankam, und ich ihn gelesen hatte, fiel mir sprichwörtlich ein Stein vom Herzen.
Yasmeen Bashir hat geschrieben:
- Salam Cousin, Salam Hazar.
Im Namen des ehrenwerten Imraan Mukthaar Omar, möchte ich mich bei euch für die Unannehmlichkeiten entschuldigen und dass er Dich, werte Hazar, verletzt hat.
Er hat mir erzählt, was vorgefallen ist und dass er Dich - also der Schatten, der ihn noch immer zu kontrollieren scheint - angegriffen hat.
Ich habe ihn an einen sicheren Ort gebracht, an dem er von den Palastwachen bewacht wird.
Wir sollten keine Zeit verlieren.
Ich bitte Dich daher, Hazar, dass wir uns baldmöglichst treffen. Ich möchte Dir alles erzählen.
Das bedeutete 2 Dinge:
1. Ich würde nicht dem Emir vorgeführt, wegen Angriff auf einen Omar, den ich nicht begangen hatte
2. Es steckte noch mehr von Imraan in diesem Körper, als ich gehofft hatte.
Das gab durchaus Hoffnung, mehr Hoffnung, als ich gestern Abend noch gehabt hatte.
Ich legte den Brief offen auf den Tisch, so das Kadir ihn lesen konnte.
Meine Tasse Mocca war inzwischen leer, und so rappelte ich mich auf.
Heute noch schonen…
-
Malaika Leyla Ifrey
Verflucht.
„Verderben über IHN!“; flüsterte es leise, aber einprägend in meinem Kopf. Eine dunkle, verzerrte Stimme machte sich in meinen Gedanken breit. Ich öffnete meine Augen wieder und krabbelte trotz der Schmerzen in meinem Bauch weg von ihm. „Du bist die Pest, Gassur Farees Ifrey. Verderben soll über dich kommen.“; ich hörte mich sprechen, voller Spott, Hass, Wut und Hohn. Ich spürte, wie selbst mein ungeborenes Kind von diesem Hass überwältigt wurde und sich bewegte. Ich sah seinen völlig entsetzten Blick, ich hörte seine Frage. Ich sah, wie er zu mir eilte, als ich taumelte. Im nächsten Moment stürzte ich mich wie eine Furie auf ihn, schlug blind und wie von Sinnen auf ihn ein. Gassur fiel zurück auf die Stufen und ich auf ihn. „VERDERBEN ÜBER DICH.“, schrie ich ihm entgegen, der Hass tief in meiner Stimme vergraben. Er hielt schützend seine Hände vor das Gesicht, während ich ihn weiter malträtierte.
Hinter mir vernahm ich die Worte, dass ich mich beruhigen sollte. Ich wollte gerade versuchen, Gassurs Hände von seinem Gesicht wegzuzerren, als der Dschinn mich umlenkte. Der Fokus war auf Aalissay gelegt. Hasserfüllte, tiefschwarze Augen starrten die Natifah an. „Denk an dein Kind, du darfst dich neda so aufregen.“
Gassur stöhnte im Hintergrund, als er sich auf dem Boden hin und herwälzte und endlich von den Schlägen, von meinen Schlägen, befreit wurde. „Ein Kind von diesem Bastard ist eh nichts wert!“ und im nächsten Moment stürzte ich mich auf Aalissay, die jedoch schnell genug war und nach hinten auswich. Dennoch fiel sie zu Boden. Ich spürte, wie ich festgehalten wurde. Gassur hielt mich fest, während ich Aalissay entgegenspuckte, dass ich ihr die Augen auskratzen würde. Ich hörte die Stimme in meinem Kopf, dass keine Frau so wertvoll sei wie ich. Wie recht diese Stimme doch hatte. Ich versuchte mich mit Tritten und Schlägen nach Gassur zu befreien, doch er hielt meinen Versuchen stand und hielt mich fest. Ich sah, wie Aalissay versuchte aufzustehen. „Lauf weg, lauf einfach weg! Aber ich finde dich. Und wenn ich dich finde...“
Die Stimme in meinem Kopf ertönte wieder: „Tööööte ich sie.“
„Töte ich dich.“
Aalissay sah hilfesuchend zu Gassur, der wiederum schickte sie fort. Sie solle Hilfe holen. Was sie dann auch tat. Ich versuchte stattdessen, mich weiter zu befreien und ich spürte, wie seine Kraft schwächer wurde. Kurz bevor ich mich befreit hatte, ließ der Dschinn von mir ab. Ich spürte, wie ich kraftlos zu Boden sank. Ich hörte nur noch dieses Flüstern und wie es sich immer weiter entfernte. Was bei Eluive war los gewesen?
- [img]http://24.media.tumblr.com/5fddde42542735088f054515efa101e4/tumblr_mref3dnIUt1sec2hzo1_500.gif[/img]
Ich sah ihm fassungslos entgegen. Was sprach er da? Natürlich, wir hatten in den letzten Tagen nicht die besten Tage. Aber diese Worte... die Härte in seinem Ton. Er kam auf mich zu und sah mir tief in die Augen. Ich zitterte und begann zu weinen.[18:43:31] Gassur Farees Ifrey: [menek] ranim? ich staune, dass du mich noch so nennen kannst. nachdem ich doch so schlimm bin.
[18:44:08] Gassur Farees Ifrey: [menek] ich will dein essen nicht. es hat mir noch nie geschmeckt. außerdem isst du doch sowieso lieber in
[18:44:14] Gassur Farees Ifrey: [menek] der taverne mit anderen.
Seine Stimme wurde hasserfüllter, ebenfalls wie sein Blick. Ich krabbelte weg von ihm, ich weinte. Ich wusste nicht, was passiert war. Warum sagte er all das? Seine Augen.. sie waren so anders.[18:47:30] Gassur Farees Ifrey: [menek] warum heulst du jetzt? ich bin doch das letzte für dich.
[18:48:04] Gassur Farees Ifrey: [menek] aber du bist das letzte, du bist eine schande. hätte zafer mich damals nicht dazu gedrängt dich zu
[18:48:23] Gassur Farees Ifrey: [menek] heiraten, würdest du immer noch im yazirviertel vergammeln.
[18:49:08] Gassur Farees Ifrey: [menek] also zeig verdammt nochmal dankbarkeit und mach mir keine vorwürfe.
Er ging mir nach, als ich wegkrabbelte. Ich hielt mich am Geländer fest und versuchte mich hochzuziehen, aber er packte mich am Arm und zerrte mich empor. Dann stieß er mich zurück. Zurück zu den Treppenstufen, die in den unteren Raum führten. Polternd stürzte ich rücklinks die Treppen hinab und fiel unsanft auf den Rücken. Die mich umgebene Kälte wurde intensiver. Ich spürte den Schmerz in meinem Bauch und zeitgleich spürte ich den Hass. Irgendetwas befreite diesen Hass in mir, sorgte dafür, dass ich mich von genau diesem Hass treiben ließ. Ich presste die Augen vor lauter Schmerz zusammen. Entfernt hörte ich ihn fragen, was passiert war. Meine Augen verschwammen, ich konnte für einen Augenblick kaum was sehen, bis sich der schwarze Schleier komplett über meine Augen gelegt und der Dschinn die Kontrolle über mich genommen hatte.[18:50:20] Gassur Farees Ifrey: [menek] aiwa, am besten krabbelst du unter den stein, unter dem du hergekommen bist.
„Verderben über IHN!“; flüsterte es leise, aber einprägend in meinem Kopf. Eine dunkle, verzerrte Stimme machte sich in meinen Gedanken breit. Ich öffnete meine Augen wieder und krabbelte trotz der Schmerzen in meinem Bauch weg von ihm. „Du bist die Pest, Gassur Farees Ifrey. Verderben soll über dich kommen.“; ich hörte mich sprechen, voller Spott, Hass, Wut und Hohn. Ich spürte, wie selbst mein ungeborenes Kind von diesem Hass überwältigt wurde und sich bewegte. Ich sah seinen völlig entsetzten Blick, ich hörte seine Frage. Ich sah, wie er zu mir eilte, als ich taumelte. Im nächsten Moment stürzte ich mich wie eine Furie auf ihn, schlug blind und wie von Sinnen auf ihn ein. Gassur fiel zurück auf die Stufen und ich auf ihn. „VERDERBEN ÜBER DICH.“, schrie ich ihm entgegen, der Hass tief in meiner Stimme vergraben. Er hielt schützend seine Hände vor das Gesicht, während ich ihn weiter malträtierte.
Hinter mir vernahm ich die Worte, dass ich mich beruhigen sollte. Ich wollte gerade versuchen, Gassurs Hände von seinem Gesicht wegzuzerren, als der Dschinn mich umlenkte. Der Fokus war auf Aalissay gelegt. Hasserfüllte, tiefschwarze Augen starrten die Natifah an. „Denk an dein Kind, du darfst dich neda so aufregen.“
Gassur stöhnte im Hintergrund, als er sich auf dem Boden hin und herwälzte und endlich von den Schlägen, von meinen Schlägen, befreit wurde. „Ein Kind von diesem Bastard ist eh nichts wert!“ und im nächsten Moment stürzte ich mich auf Aalissay, die jedoch schnell genug war und nach hinten auswich. Dennoch fiel sie zu Boden. Ich spürte, wie ich festgehalten wurde. Gassur hielt mich fest, während ich Aalissay entgegenspuckte, dass ich ihr die Augen auskratzen würde. Ich hörte die Stimme in meinem Kopf, dass keine Frau so wertvoll sei wie ich. Wie recht diese Stimme doch hatte. Ich versuchte mich mit Tritten und Schlägen nach Gassur zu befreien, doch er hielt meinen Versuchen stand und hielt mich fest. Ich sah, wie Aalissay versuchte aufzustehen. „Lauf weg, lauf einfach weg! Aber ich finde dich. Und wenn ich dich finde...“
Die Stimme in meinem Kopf ertönte wieder: „Tööööte ich sie.“
„Töte ich dich.“
Aalissay sah hilfesuchend zu Gassur, der wiederum schickte sie fort. Sie solle Hilfe holen. Was sie dann auch tat. Ich versuchte stattdessen, mich weiter zu befreien und ich spürte, wie seine Kraft schwächer wurde. Kurz bevor ich mich befreit hatte, ließ der Dschinn von mir ab. Ich spürte, wie ich kraftlos zu Boden sank. Ich hörte nur noch dieses Flüstern und wie es sich immer weiter entfernte. Was bei Eluive war los gewesen?
-
Djamji Ifrey
Die letzten Tage ging es ihr schlechter, auch wenn sie eigentlich dachte sich an die ständigen Kopfschmerzen gewöhnt zu haben. Doch seit einigen Tagen war es kaum mehr auszuhalten. Sie konnte nicht schlafen, sie konnte keine Magie wirken und kaum einen klaren Gedanken fassen. Sie wusste nur eins, und das deutlicher als je zuvor. Er war frei und er versteckte sich nicht mehr. Sie spürte es einfach daran, dass sie schwächer wurde und die schmerzen schlimmer. Es war als würde dieser dunkle Dschinn an ihrer Lebenskraft zehren und Djamji war sich mehr als nur bewusst, dass er als sie ihn frei lies eine Verbindung zu ihr aufbaute. Hazar nannte es einen Abdruck. Sie und Jala hatte da etwas in ihrer Klangstruktur entdeckt das Dunkel war und das wohl an dem Kopfschmerz schuld war. Es schien mehr zu sein als nur Schmerzen, es war eine langsam schleichende Schwäche von der sie sich alleine nicht mehr erholen konnte. Jeden Tag, jede Stunde, die der Dschinn sich nicht versteckte wurde sie selber schwächer. Sie verließ schon kaum mehr ihr Zimmer, so es die Pflichten, die Gassur ihr auferlegt hatten, nicht verlangten. Sie wollte doch unbedingt dass er stolz auf seine kleine Schwester war. Auch wenn sie so viele Fehler machte, sie wollte ihm nicht schaden, nicht seiner Frau und auch nicht der restlichen Familie. Sie hatte beim letzten Familientreffen die Verachtung gespürt, die ihr Malaika entgegen brachte. Sie konnte es ihr nicht einmal übel nehmen. Sie war schwanger, sie war Mutter und Djamji war eine Gefahr. Dennoch fühlte sie sich hundsmiserabel. Nicht nur die Vorwürfe, die sie sich selber macht, quälten sie nun, sondern auch noch die kalten Blicke der anderen. Sie hatte einen Fehler gemacht und sie bereute ihn und sie war bereit jegliche Strafe auf sich zu nehmen, doch die Kälte ihrer eigenen Familie machte ihr zu schaffen. Nicht der ganzen Familie. Aber sollten nicht gerade Gassur und Malaika ihr als nächste Verwandte auch am Nächsten stehen? Sie liebte ihren Bruder von ganzem Herzen. Doch es waren viele Jahre seit ihrer gemeinsamen Kindheit vergangen. Er zog nach Menek’Ur los, als sie gerade mal 11 Jahre alt war. 6 Jahre sind seither vergangen und sie konnte nicht an die Beziehung anknüpfen, die sie früher einmal hatten. Sie hatte sich verändert und er war erwachsener geworden, strenger und stolzer. Er wurde ihrem Vater ähnlicher. Und sie selber? Sie hatte nun diese unsagbar faszinierende Gabe, von der sie gar nicht genug bekam. Von der sie mehr lernen und wissen wollte. Und die sie nutzen wollte um ihrer Familie Ehre zu bringen. Doch ihre Bemühungen gingen schief. Völlig. Sie lernte zwar viel über die Magie doch dennoch waren ihre Ausrutscher katastrophal. Erst die Kuh, die sie ausversehen tötete und nun hatte sie einen Dschinn auf die Stadt losgelassen, der alle bedrohte.
Sie hörte Tumult im Familienhaus. Nur kurz. Das Klappern von Füßen auf den Steinfliesen. Aufgeregte Stimmen, die sich gedämpft unterhielten. Und brennende Kopfschmerzen. Der Dschinn. Er musste ganz in der Nähe sein. Sie wollte die anderen warnen, doch sie schaffte es nur aus ihrer Hängematte, in der sie geruht hatte hinauszufallen. Der Schmerz in ihrem Kopf nahm Ausmaße an, als würde er direkt vor ihr stehen. Sie war viel zu geschwächt um dagegen anzukämpfen. So endete ihr Versuch eine Warnung vorzubringen, besinnungslos auf den Steinfliesen.
Sie hörte Tumult im Familienhaus. Nur kurz. Das Klappern von Füßen auf den Steinfliesen. Aufgeregte Stimmen, die sich gedämpft unterhielten. Und brennende Kopfschmerzen. Der Dschinn. Er musste ganz in der Nähe sein. Sie wollte die anderen warnen, doch sie schaffte es nur aus ihrer Hängematte, in der sie geruht hatte hinauszufallen. Der Schmerz in ihrem Kopf nahm Ausmaße an, als würde er direkt vor ihr stehen. Sie war viel zu geschwächt um dagegen anzukämpfen. So endete ihr Versuch eine Warnung vorzubringen, besinnungslos auf den Steinfliesen.
Zuletzt geändert von Djamji Ifrey am Montag 7. Oktober 2013, 13:19, insgesamt 1-mal geändert.
-
Gassur Farees Ifrey
An dem Tag, an dem der Dschinn von ihnen Besitz einnahm, hatten sie sich gestritten wie noch nie zuvor. Malaika sprach über Dinge, die ihn bis ins Mark erschütterten und in ihm Zorn und Verzweiflung aufkeimen ließen. Sie waren in der Küche im Familienhaus, es war eine distanzierte und kühle Stimmung zwischen ihnen. Als ihm auf einmal diese Kälte überkam, er konnte sich nicht mehr auf den Beinen halten.
Das nächste voran er sich erinnerte, war dass er Malaika vor Schmerzen gekrümmt am Fuße der Stufen liegen sah. Er eilte sofort zu ihr, um nach ihr zusehen, sie antwortet aber zunächst nicht. Auf einmal stand sie auf, ihre Augen waren nahezu schwarz, und sie stürzte auf ihn zu. Völlig überrascht und selbst noch wackelig auf den Beinen, fiel er nach hinten. Er landete mit dem Rücken auf den Stufen, sie fiel auf ihn und schlug weiter wie eine Furie auf ihn ein. Er hatte alle Mühe um seine Hände schützend vor dem Gesicht zuhalten.
Sie lies aber plötzlich von ihm ab und konzentrierte sich auf Aalissay, die näher kam und sich einmischte. Malaika war völlig außer sich, sie beschimpfte Aalissay als diese sie beruhigen wollte. Nach einigen Worten versuchte Malaika auch über Aalissay herzufallen, diese reagierte aber schnell genug und konnte ausweichen wobei sie über die Kissen fiel. In der Zwischenzeit kam Gassur langsam wieder auf die Beine, als er sah dass Malaika versuchte Aalissay nachzusetzen. Beschloss er sie zu greifen und davon abzuhalten, allerdings war dies kein leichtes Vorhaben.Malaikas Kraft war um einiges größer als sonst. Sie brüllte Aalissay weiter Beleidigungen und Drohungen entgegen. Nach kurzer Zeit merkte Gassur, dass er Malaika nicht ewig festhalten könnte. So wies er Aalissay an Hilfe zuholen, egal wen, bloß Hilfe.
Kaum war sie davon geeilt, brach Malaika in seinen Armen zusammen, er hätte sie auch nicht mehr lange halten können. Als er sie vorsichtig zu Boden ließ, veränderten sich ihre Augen wieder, sie nahmen ihre gewohnte Farbe wieder an. Kurz darauf kam Faruk, eine junge Menekanerin und Aalissay zurück. Faruk untersuchte das Liedgefüge und konnte das Dasein des Dschinns spüren, kurz darauf kam Hazar dazu, sie wusste wohl am meisten über diesen Dschinn. Sie und Faruk erklärten ihnen alles über den Dschinn und seine Vorgehensweise. In diesem Moment suchte Malaika erstmals seit langer Zeit wieder die Nähe und Geborgenheit bei Gassur, sie zitterte am ganzen Körper. Anschließend untersuchte Hazar noch die beiden um eine Schädigung ausschließen zu können, sie hatten wohl noch einmal Glück gehabt. Der Dschinn sucht vorrangig Menekaner heim, die voller Zorn waren, meinte Hazar zu den Anwesenden. Das traf in der letzten Zeit sehr gut auf Malaika und Gassur zu.
Als er darüber nachdachte, was hätte alles geschehen können wurde ihm ganz anders. Er hätte Malaika und das Kind ernsthaft verletzen können, vielleicht auch noch Aalissay, die beiden Menekanerinnen waren mit ihm allein im Haus.
In ihm stieg wieder der blanke Zorn auf, denn er wusste genau wer dafür verantwortlich war. Seine Fidah hatte diesen finsteren Dschinn befreit, welcher nun in Menek'Ur sein Unwesen trieb. Wie lange würden die Dinge noch so glimpflich ablaufen? Er wollte im Moment nicht weiter darüber nachdenken, zu groß war die Angst, dass der Zorn in ihm den Dschinn abermals anlockt. Er entschied alle beteiligten außer Djamji aufzusuchen, bei ihr wäre sein Zorn und seine Wut zu groß, außerdem war er immer noch enttäuscht, dass es soweit gekommen war.
Das nächste voran er sich erinnerte, war dass er Malaika vor Schmerzen gekrümmt am Fuße der Stufen liegen sah. Er eilte sofort zu ihr, um nach ihr zusehen, sie antwortet aber zunächst nicht. Auf einmal stand sie auf, ihre Augen waren nahezu schwarz, und sie stürzte auf ihn zu. Völlig überrascht und selbst noch wackelig auf den Beinen, fiel er nach hinten. Er landete mit dem Rücken auf den Stufen, sie fiel auf ihn und schlug weiter wie eine Furie auf ihn ein. Er hatte alle Mühe um seine Hände schützend vor dem Gesicht zuhalten.
Sie lies aber plötzlich von ihm ab und konzentrierte sich auf Aalissay, die näher kam und sich einmischte. Malaika war völlig außer sich, sie beschimpfte Aalissay als diese sie beruhigen wollte. Nach einigen Worten versuchte Malaika auch über Aalissay herzufallen, diese reagierte aber schnell genug und konnte ausweichen wobei sie über die Kissen fiel. In der Zwischenzeit kam Gassur langsam wieder auf die Beine, als er sah dass Malaika versuchte Aalissay nachzusetzen. Beschloss er sie zu greifen und davon abzuhalten, allerdings war dies kein leichtes Vorhaben.Malaikas Kraft war um einiges größer als sonst. Sie brüllte Aalissay weiter Beleidigungen und Drohungen entgegen. Nach kurzer Zeit merkte Gassur, dass er Malaika nicht ewig festhalten könnte. So wies er Aalissay an Hilfe zuholen, egal wen, bloß Hilfe.
Kaum war sie davon geeilt, brach Malaika in seinen Armen zusammen, er hätte sie auch nicht mehr lange halten können. Als er sie vorsichtig zu Boden ließ, veränderten sich ihre Augen wieder, sie nahmen ihre gewohnte Farbe wieder an. Kurz darauf kam Faruk, eine junge Menekanerin und Aalissay zurück. Faruk untersuchte das Liedgefüge und konnte das Dasein des Dschinns spüren, kurz darauf kam Hazar dazu, sie wusste wohl am meisten über diesen Dschinn. Sie und Faruk erklärten ihnen alles über den Dschinn und seine Vorgehensweise. In diesem Moment suchte Malaika erstmals seit langer Zeit wieder die Nähe und Geborgenheit bei Gassur, sie zitterte am ganzen Körper. Anschließend untersuchte Hazar noch die beiden um eine Schädigung ausschließen zu können, sie hatten wohl noch einmal Glück gehabt. Der Dschinn sucht vorrangig Menekaner heim, die voller Zorn waren, meinte Hazar zu den Anwesenden. Das traf in der letzten Zeit sehr gut auf Malaika und Gassur zu.
Als er darüber nachdachte, was hätte alles geschehen können wurde ihm ganz anders. Er hätte Malaika und das Kind ernsthaft verletzen können, vielleicht auch noch Aalissay, die beiden Menekanerinnen waren mit ihm allein im Haus.
In ihm stieg wieder der blanke Zorn auf, denn er wusste genau wer dafür verantwortlich war. Seine Fidah hatte diesen finsteren Dschinn befreit, welcher nun in Menek'Ur sein Unwesen trieb. Wie lange würden die Dinge noch so glimpflich ablaufen? Er wollte im Moment nicht weiter darüber nachdenken, zu groß war die Angst, dass der Zorn in ihm den Dschinn abermals anlockt. Er entschied alle beteiligten außer Djamji aufzusuchen, bei ihr wäre sein Zorn und seine Wut zu groß, außerdem war er immer noch enttäuscht, dass es soweit gekommen war.
-
Malaika Leyla Ifrey
- Things we lost to the flame
Things we'll never see again
All that we've amassed
Sits before us, shattered into ash
These are the things, the things we lost
The things we lost in the fire fire fire
These are the things, the things we lost
The things we lost in the fire fire fire
We sat and made a list
Of all the things that we have
Down the backs of table tops
- Things we lost to the flame
Die unruhige Nacht hatte mir Kopfschmerzen bereitet. Kopfschmerzen, die ich nicht so einfach los wurde. Ich hatte kaum ein Auge zugemacht und wenn doch, dann erwachte ich sofort wieder, weil mich erschreckende Albträume in Panik versetzten. Der Dschinn war fort, zumindest vorerst. Aber er hatte einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Bei allen.
Ich öffnete meine Augen nicht, da ich genau wusste, dass Gassur neben mir kaum ein Auge zugemacht hatte. Viel zu sehr plagte ihn das schlechte Gewissen, dass er mich allein gelassen hatte. Aber Hazar hatte Recht, wir mussten all unseren Hass und unsere Wut verarbeiten, aufarbeiten und uns mit ihr auseinandersetzen.
Meine Wut galt kaum noch Gassur. Eigentlich tat er mir sogar leid. Ich wusste, wie es war von aufmüpfigen Natifahs umgeben zu sein. Vermutlich meinte Djamji alles nicht einmal böse, aber sie hatte es geschafft, jeglichen Unmut auf sich zu ziehen – auch meinen. Schon damals, als sie nur mit dem Feuer am Tisch gespielt hatte, hielt sich meine Begeisterung in Grenzen und ich hatte für mich beschlossen, nicht alleine mit ihr in einem Raum zu bleiben.
Ihre Neugier hatte ein verheerendes Nachspiel: Der Dschinn war befreit. Er hatte Imraan belagert, Imraan wiederum hatte Zia angefallen und dann auch noch Hazar. Man konnte meinen, dass es mir bei Zia egal war, aber das war es nicht. Sie war immerhin nach wie vor meine Cousine. „Blut ist dicker als Wasser“; das hatte meine Mutter immer gesagt. Noch schlimmer traf es mich bei Hazar. Ich war mir sicher, dass Djamji in ihrer kindlichen Naivität und Dummheit gar nicht so recht verstand, was sie überhaupt angestellt hatte.
Am nächsten Morgen setzte ich mich im Keller an den Schreibtisch. Ich unternahm mehrere Versuche, um meine Gedanken so diplomatisch wie nur möglich auf Papier zu bringen:
LiebeDjamji,
sich von Neugier leiten zu lassen ist etwas, was jede Natifah schon mitgemacht hat. Durch die Neugier allerdings andere Lebewesen in Gefahr zu bringen, das ist etwas anderes.
Mit dem Töten der Kuh hast du zum ersten Mal bewiesen, dass du Grenzen überschreiten kannst. Grenzen, die dir als gute Natifah bewusst sein sollten. Ganz gleich, ob es ein Unfall war und du das nicht wolltest, es ist so geschehen. Das wäre aber noch etwas gewesen, was man dir verzeihen kann. Aber die Sache mit dem Dschinn...
Ich hoffe, du bist dir im Klaren darüber, was du verursacht hast.Dein BruderGassur ist nicht nur enttäuscht, das kann ich dir sagen. Der Dschinn hat gestern von ihm Besitz ergriffen. Er hat mich in all seiner Wut und seinem Hass, die durch den Dschinn ausgelöst und verstärkt wurde, die Treppen in der Küche hinab gestoßen. Wie du weißt, bin ich schwanger – wir können von Glück reden, dass dem Kind nichts passiert ist. Die Schmerzen, die ich in meinem Bauch verspürt habe, ließen auf anderes schließen.
Im Anschluss ist der Dschinn auf mich übergetreten, woraufhin ich meinen Ehemann niedergeschlagen habe und ihn wüst beschimpft habe. Zudem habe ich Aalissay gedroht, ich würde sie töten. Alles Dinge, die auf den Dschinn zurückzuführen sind. Einen Dschinn, der durch deine Neugier, deine Tollpatschigkeit und deine Unfähigkeit über die Lande streift. Bisher blieb unsere Familie verschont. Bisher.
Du solltestdeinem BruderGassur in nächster Zeit nicht unter die Augen treten. Du weißt, wie sauer er darüber war, dass du das Leben von Imraan und Zia gefährdet hast. Du hast dafür eine Ohrfeige bekommen. Nun hast du das Leben seines ungeborenen Kindes gefährdet – eine angemessene Reaktion darauf kannst du dir in deinen Gedanken ausmalen. Überdenke deine Taten, überdenke das, was du getan hast. Gassur ist Statthalter, stellvertretendes Oberhaupt der Familie. Eine tollpatschige, neugierige, problematische Natifah kann schnell dafür sorgen, dass ihm sein Ruf auf MenekUr vorauseilt. Mit deinem Verhalten schadest du nicht nur dir – sondern auch ihm. Sieh es als nett gemeinten Rat meinerseits.
Auch, wenn ich auf dem Schreiben einiges ausgebessert hatte, ich war zufrieden damit. Vermutlich hatte auch sie gerade ihre Bürde zu tragen, deswegen sah ich mich in der Pflicht, sie zumindest ein bisschen vorzuwarnen. Gassur verstand keinen Spaß mehr, soviel war klar. Durch den Sturz hätte unser gemeinsames Kind beinahe ums Leben kommen können, waren die letzten Tage eh nicht wirklich einfach für uns. Das Schreiben fand noch an diesem Tag den Weg unter dem Türschlitz zu Djamjis Zimmer hindurch.
-
Kadir Bashir
Ruhe...
ein Fremdwort, zumindest seit einigen Wochen. Aber im Moment konnte ich mir auch keine Ruhe gönnen. Wie denn? Das Leben meines besten Freundes hing an einem seidenen Faden.
Mit dem Salzmarkt hatte ich genug um die Ohren aber als Hazar sagte, dass sie endlich einen Plan haben und dafür auch mich brauchten war es doch selbstverständlich, dass ich helfen würde. Imraan würde jederzeit genau das gleiche für mich tun. So was taten Freude eben.
Er hatte meine Frau nieder geschlagen... ja... aber er war nicht bei Sinnen. Er hätte Hazar nie auch nur ein Haar gekrümmt. Die Sorge um ihn, die Sorge um alle die mir wichtig waren. Wer wusste schon was der Dschinn als nächstes planen würde? Jeder von uns konnte sein Opfer werden, niemand war sicher.
Genau aus diesem Grund machte ich mich auch zur verabredeten Zeit auf zur Akademie. Außer Jala war niemand dort. Würde wirklich sonst keiner dem Ruf folgen? Hatten sie sich aus Angst in ihren Häusern verkrochen? War ihnen unser Volk, Imraan und gar der Emir egal? Fragen über Fragen, je länger wir dort standen und warteten. ich wollte mich gerade auf den Weg machen um Nahlah zu holen, als sie um die Ecke kam.
Würde es wirklich an uns beiden sein? Ich wusste, ich würde alles tun was mir möglich war aber konnte ich dies von dieser zarten, jungen Blüte verlangen? Sie war noch immer so unsicher, so schüchtern aber sie war loyal und wenn man sie um etwas bat, so tat sie was sie konnte. Wir gingen in die Taverne und Jala klärte uns darüber auf was geplant war.
Ein Pentagram... Hexenstahl, Draht... ein Ort etwas ausserhalb, weil es in der Stadt zu gefährlich war. Risiken, es barg also Risiken die niemand erwähnte. Hazar sagte nur,, es könne für Imraan gefährlich sein. In Wirklichkeit war es für alle gefährlich. Wenn etwas schief ging... Nein darüber durfte ich jetzt nicht nachdenken und so folgte ich Jala und lauschte aufmerksam ihren Worten.
Es war ein alter, leicht zerfallener Turm im Hauslosenviertel. Weit genug von der Stadt, falls etwas passierte. Ruhig, verlassen... hier lebte sie? Erschrecken... Und doch war sie eine Hadri, mächtig, klug... genau wie Hazar. Sie würden schon wissen was sie vor hatten.
Wir sahen uns in dem Raum um. Viel Arbeit würde vor uns liegen, die ganze Nacht... Wir durften keine Zeit veschwenden und so eilten wir direkt los. Nahlah um einige Dinge aus dem Familienhaus zu holen und ich, zum Basar um dort eine Esse von den Wachen zum Haus tragen zu lassen. Ich packte die Erze in die Tasche, Kohlestifte, Werkzeug und es war wirklich gelungen. Der feine Eisendraht lies sich vorsichtig mit dem Hexenstahl überziehen. Ob er halten würde? Wir mussten es testen aber erst zurück zum Haus und das Pentagram, die Rillen hierfür in den Boden ritzen.
Als ich zurück kam war Nahlah schon dort und hatte Kerzen aufgestellt. Sie dachte an alles, sogar Kissen für unsere Knie. Wir würden wahrlich viel Arbeit auf diesen verbringen. Ich zeigte den Wachen wo sie die Esse abstellen sollten und legte das Werkzeug in die Nähe. Alles war griffbereit. Ich hielt den mittleren Stock während Nahlah den Kreis zeichnete um dann das Pentagram filigran, genau aufzuzeichnen. Sie war sehr begabt, ob ihr das bewusst war? Ob sie durch all das an Selbstvertrauen gewinnen würde?
Während sie alles vorbereitete, begann ich schon einmal die Esse mit Kohle zu füllen, sie würde uns Wärme und Licht spenden. Die Fugen waren inzwischen mit dem Lehm verschlossen, eine gerade und ebene Fläche bot sich uns. Und so machten wir uns an die Arbeit, das gezeichnete Pergament etwa eine Fingerbreite tief auszumaiseln.
ein Fremdwort, zumindest seit einigen Wochen. Aber im Moment konnte ich mir auch keine Ruhe gönnen. Wie denn? Das Leben meines besten Freundes hing an einem seidenen Faden.
Mit dem Salzmarkt hatte ich genug um die Ohren aber als Hazar sagte, dass sie endlich einen Plan haben und dafür auch mich brauchten war es doch selbstverständlich, dass ich helfen würde. Imraan würde jederzeit genau das gleiche für mich tun. So was taten Freude eben.
Er hatte meine Frau nieder geschlagen... ja... aber er war nicht bei Sinnen. Er hätte Hazar nie auch nur ein Haar gekrümmt. Die Sorge um ihn, die Sorge um alle die mir wichtig waren. Wer wusste schon was der Dschinn als nächstes planen würde? Jeder von uns konnte sein Opfer werden, niemand war sicher.
Genau aus diesem Grund machte ich mich auch zur verabredeten Zeit auf zur Akademie. Außer Jala war niemand dort. Würde wirklich sonst keiner dem Ruf folgen? Hatten sie sich aus Angst in ihren Häusern verkrochen? War ihnen unser Volk, Imraan und gar der Emir egal? Fragen über Fragen, je länger wir dort standen und warteten. ich wollte mich gerade auf den Weg machen um Nahlah zu holen, als sie um die Ecke kam.
Würde es wirklich an uns beiden sein? Ich wusste, ich würde alles tun was mir möglich war aber konnte ich dies von dieser zarten, jungen Blüte verlangen? Sie war noch immer so unsicher, so schüchtern aber sie war loyal und wenn man sie um etwas bat, so tat sie was sie konnte. Wir gingen in die Taverne und Jala klärte uns darüber auf was geplant war.
Ein Pentagram... Hexenstahl, Draht... ein Ort etwas ausserhalb, weil es in der Stadt zu gefährlich war. Risiken, es barg also Risiken die niemand erwähnte. Hazar sagte nur,, es könne für Imraan gefährlich sein. In Wirklichkeit war es für alle gefährlich. Wenn etwas schief ging... Nein darüber durfte ich jetzt nicht nachdenken und so folgte ich Jala und lauschte aufmerksam ihren Worten.
Es war ein alter, leicht zerfallener Turm im Hauslosenviertel. Weit genug von der Stadt, falls etwas passierte. Ruhig, verlassen... hier lebte sie? Erschrecken... Und doch war sie eine Hadri, mächtig, klug... genau wie Hazar. Sie würden schon wissen was sie vor hatten.
Wir sahen uns in dem Raum um. Viel Arbeit würde vor uns liegen, die ganze Nacht... Wir durften keine Zeit veschwenden und so eilten wir direkt los. Nahlah um einige Dinge aus dem Familienhaus zu holen und ich, zum Basar um dort eine Esse von den Wachen zum Haus tragen zu lassen. Ich packte die Erze in die Tasche, Kohlestifte, Werkzeug und es war wirklich gelungen. Der feine Eisendraht lies sich vorsichtig mit dem Hexenstahl überziehen. Ob er halten würde? Wir mussten es testen aber erst zurück zum Haus und das Pentagram, die Rillen hierfür in den Boden ritzen.
Als ich zurück kam war Nahlah schon dort und hatte Kerzen aufgestellt. Sie dachte an alles, sogar Kissen für unsere Knie. Wir würden wahrlich viel Arbeit auf diesen verbringen. Ich zeigte den Wachen wo sie die Esse abstellen sollten und legte das Werkzeug in die Nähe. Alles war griffbereit. Ich hielt den mittleren Stock während Nahlah den Kreis zeichnete um dann das Pentagram filigran, genau aufzuzeichnen. Sie war sehr begabt, ob ihr das bewusst war? Ob sie durch all das an Selbstvertrauen gewinnen würde?
Während sie alles vorbereitete, begann ich schon einmal die Esse mit Kohle zu füllen, sie würde uns Wärme und Licht spenden. Die Fugen waren inzwischen mit dem Lehm verschlossen, eine gerade und ebene Fläche bot sich uns. Und so machten wir uns an die Arbeit, das gezeichnete Pergament etwa eine Fingerbreite tief auszumaiseln.
-
Nahlah Hibah Bashir
- Sie hatte mit großen Zweifeln das Familienhaus der Bashir verlassen und doch nagte an ihr das Gefühl, dass auch sie dabei sein sollte, sei es lediglich ein paar Dinge zu tragen und die wahrhaft Nützlichen von den kleinen Lasten zu befreien. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass an diesem Abend nur Kadir und sie vor den Toren erscheinen würden und ihr wurde ganz schwer ums Herz, als sie erfuhr wieviel Arbeit geleistet werden musste, wohlmöglich von ihrem Familienoberhaupt allein. Wie ein Beiwerk saß sie am Besprechungstisch, lediglich Herz und Ohren offen für die Zeichnungen, für die Ideen jenes geplante Vorhabens. Was die Hadris zu vollbringen vermochten, die ganze Welt und ihr gesamtes Tun, lösten in Nahlah stets eine befremdliche Faszination aus. Mit einer Distanz horchte sie, was es mit der Härte von Hexenstahl auf sich hatte, wie es sich mit Eisendrähten verhielt und mit welchen Durchmessern und Maßen gearbeitet werde würde. Nichts davon betraf sie, denn sie hatte nicht einmal den Gedanken in ihrem Kopf, dass sie in die Nähe einer Esse käme.
Erst als sie die glorreiche Stadt verlassen hatten und durch verwehte Wüstenwege sich dem abgewrackten Wohnviertel der Hauslosen nährten, fielen von Jala die Worte, welch diese dumpfe Mauer aufbrachen, die sie um ihr Bewusstsein gezogen hatte. Er könnte sterben. Er würde sterben. Plötzlich wurden aus für sie belanglosen Gesprächen über Metalleigenschaften die klarsten Tatsachen, die dringendsten Überlegungen und ihr wurde etwas schlecht, als sie erfuhr wie wenig Zeit sie hatten. Das 'wir' begann in ihrem Gedanken nun langsam Gestalt anzunehmen. Wo sie sich nutzlos gefühlt hatte, wurde ihr bewusst, dass sie als Musterweberin und Buchmalerin das zusammensetzen geometrischer Formen beherrschen sollte. Das Pentagramm musste perfekt werden, die Winkel alle gleich bemessen, jede Linie von gleicher Länge, der Kreis durfte nicht ins ovale gleiten. Lange, bis es dunkel wurde, hatte sie mit Zirkeln, Messstäben und Winkeln an der Vorzeichnung gefeilt und die Hadernblätter übersät mit Rechnungen und Zahlen. Bis sie sich sicher war.
Der für die Arbeiten vorgesehene Raum war kalt und zügig, denn ein großes Loch klaffte im Dach, die Wände waren rissig. Die wenigen Kerzen, welche Licht spendeten, brachten kaum die Wärme zurück, welche die Wüste einem nachts stahl. Mit einem selbstgebauten Zirkel aus Stöckern, Seilen und Kohle, sie wie einem langen Stock von sechs Schritt Länge, war es Kadir und Nahlah möglich, das Kleine ins Große zu übertragen. Während Kadir nun in der Stadt damit begann den Hexenstahl mit Eisen zu verdrehen, saß das Mädchen noch eine Stunde in der Bruchbude, eingehüllt in ihren Umhang, kniend auf einem Kissen. Bis in die tiefe Nacht hinein, als Kadir sich der Blüte seines Hauses wieder anschloss, hatte Nahlah mit Hammer und Meißel und kleinen Schlägen unlängst begonnen die Rillen in den Stein zu schlagen. Steinstaub und -krümel verteilten sich um ihr geringes, aber beharrliches Fortkommen. Durch die Schräglage des Meißels und ihr ab und an wiederholendes Ungeschick schrabbte sie mit den Fingerknöcheln über die Bodenplatten, bis die dünne Haut teilweise aufgerissen wurde und Blutkrusten auf den Knöcheln aushärteten. Sie spürte es kaum.
Während sie dort im flackernden Kerzenlicht saß, da erschien so oft das Bild von Imraam mit Tamina auf seinem Schoß vor ihren Augen. Ein glückliches Kind. Das Hochzeitsfest von Kadir und Hazar. Das breite Lachen, die strahlenden blauen Augen. Die Treue zu den Omars lag den Bashirs im Blut und in der Wiege. Wie könnte man nur zulassen, dass ein Quell von Liebe und Freundschaft unter einem Dschinn zugrunde ginge…
Wie aus einem Dunstschleier heraus hörte sie Kadirs Stimme, die sie aufforderte doch langsam wieder ins Familienhaus zurückzukehren.
[img]http://img5.fotos-hochladen.net/uploads/handwerkereventtcxf317swi.png[/img]
Zuletzt geändert von Nahlah Hibah Bashir am Sonntag 20. Oktober 2013, 15:56, insgesamt 1-mal geändert.
-
Kadir Bashir
Während er Nahlah wieder zurück ins Familienhaus geschickt hatte damit sie sich ausruhte, gönnte er sich nur eine kurze Pause. Der frisch gebrühte, schwarze Mocca stand schon in der Küche und wartete nur darauf getrunken zu werden. Seine Kehle war wie ausgebrannt, sein Körper weit über dem normalbelastbaren hinaus. Er funktionierte einfach nur noch aber dies war nichts neues für ihn. Schon oft hatte er Tage lang durch gearbeitet und alles um ihn herum vergessen. Und gerade jetzt in dieser Zeit, war es doch jene die so kostbar war und nicht verschwendet werden durfte.
Ein Teller knusprige Schlange, eine Tasse Mocca und noch eine Tasse für auf den Weg. Die Nacht war bereits weit voran geschritten... Die Kälte hatte sich über das Land gelegt. Leise schlich Kadir sich wieder aus dem Familienhaus. Er wusste wenn Nahlah ihn hören würde, würde sie sich direkt mit ihm wieder auf den Weg machen. Sie war genau so ehrgeizig wie er während seiner Ausbildung gewesen war. Doch sie war eine junge Blüte, sie brauchte eine Pause, sie brauchte ihren Schlaf...
Er blickte über seine Schulter zurück. Alles dunkel... alles ruhig. Niemand hatte bemerkt das er das Haus wieder verlassen hatte. In schnellen Schritten machte er sich auf den Weg ins trostlose Hauslosenviertel. Zum einen um der Kälte zu entfliehen, zum anderen um keine weitere Zeit zu vergäuden. Der alte, heruntergekommene Turm bot nicht wirklich viel mehr Wärme, doch dank der Esse die sie bereits am Abend aufgestellt hatten, war der Raum in wohlige Temperaturen gehüllt.
Die Kerzen boten gerade soviel Licht, dass der Raum leicht erhellt war, das Pegament gut zu sehen. Sie hatten wirklich viel geschafft, er staunte selbst wie weit sie gekommen waren.
Es fehlten hier und da noch einige Feinheiten, gerade was den Stern anbelangt aber bis zu den morgen Stunden sollte er dies problemlos geschafft hatten. Hoffnungsvoll begutachtete er das Werk und für einen kurzen Moment legte sich wirklich ein Lächeln auf seine Lippen. Sie würden es schaffen... sie würden alles dafür geben und dann lag es an den Hadris, an der Akademie und der Stärke seines Freundes. Würde sein Wille dem Dschinn noch so lange stand halten? Wie weit hatte der Dschinn sich bereits in seine Gedanken gefressen? Würde es Folgen mit sich bringen?
Kadir konnte sich nicht einmal annähernd vorstellen wie all das für Imraan sein musste. Er hatte Anisha auf diesem Wege verloren. Ob er wusste das er Hazar verletzt hatte? Sollte Kadir es ihm sagen oder besser für immer darüber schweigen? Es würde ihn zermürben... Er wollte Hazar dazu befragten, doch nicht jetzt, jetzt musste er sich an die Arbeit machen.
Er kniete sich auf eines der Kissen, wie gut das Nahlah an jene gedacht hatte. Seine Beine schmerzten... er versuchte ihnen keine Beachtung zu schenken und griff nach seinem Hammer und Maisel. Stück für Stück vervollständigte er das Petagramm. Hier und da besserte er die Rillen noch aus, prüfte alles genau. Es war perfekt...
Als er den Blick hob, erhellten die ersten Sonnenstrahlen den Raum. War es wirklich schon so spät? Er war doch gerade erst gekommen? Er wusste das sich Nahlah sicher bald wieder auf den Weg machen würde und so erhob er sich um die Esse schon einmal anzufeuern. Er würde sie auf die richtige Temperatur bringen um Pyrian und Coelium zu dem zu vereinen was sie brauchten... Hexenstahl...
Ein Teller knusprige Schlange, eine Tasse Mocca und noch eine Tasse für auf den Weg. Die Nacht war bereits weit voran geschritten... Die Kälte hatte sich über das Land gelegt. Leise schlich Kadir sich wieder aus dem Familienhaus. Er wusste wenn Nahlah ihn hören würde, würde sie sich direkt mit ihm wieder auf den Weg machen. Sie war genau so ehrgeizig wie er während seiner Ausbildung gewesen war. Doch sie war eine junge Blüte, sie brauchte eine Pause, sie brauchte ihren Schlaf...
Er blickte über seine Schulter zurück. Alles dunkel... alles ruhig. Niemand hatte bemerkt das er das Haus wieder verlassen hatte. In schnellen Schritten machte er sich auf den Weg ins trostlose Hauslosenviertel. Zum einen um der Kälte zu entfliehen, zum anderen um keine weitere Zeit zu vergäuden. Der alte, heruntergekommene Turm bot nicht wirklich viel mehr Wärme, doch dank der Esse die sie bereits am Abend aufgestellt hatten, war der Raum in wohlige Temperaturen gehüllt.
Die Kerzen boten gerade soviel Licht, dass der Raum leicht erhellt war, das Pegament gut zu sehen. Sie hatten wirklich viel geschafft, er staunte selbst wie weit sie gekommen waren.
Es fehlten hier und da noch einige Feinheiten, gerade was den Stern anbelangt aber bis zu den morgen Stunden sollte er dies problemlos geschafft hatten. Hoffnungsvoll begutachtete er das Werk und für einen kurzen Moment legte sich wirklich ein Lächeln auf seine Lippen. Sie würden es schaffen... sie würden alles dafür geben und dann lag es an den Hadris, an der Akademie und der Stärke seines Freundes. Würde sein Wille dem Dschinn noch so lange stand halten? Wie weit hatte der Dschinn sich bereits in seine Gedanken gefressen? Würde es Folgen mit sich bringen?
Kadir konnte sich nicht einmal annähernd vorstellen wie all das für Imraan sein musste. Er hatte Anisha auf diesem Wege verloren. Ob er wusste das er Hazar verletzt hatte? Sollte Kadir es ihm sagen oder besser für immer darüber schweigen? Es würde ihn zermürben... Er wollte Hazar dazu befragten, doch nicht jetzt, jetzt musste er sich an die Arbeit machen.
Er kniete sich auf eines der Kissen, wie gut das Nahlah an jene gedacht hatte. Seine Beine schmerzten... er versuchte ihnen keine Beachtung zu schenken und griff nach seinem Hammer und Maisel. Stück für Stück vervollständigte er das Petagramm. Hier und da besserte er die Rillen noch aus, prüfte alles genau. Es war perfekt...
Als er den Blick hob, erhellten die ersten Sonnenstrahlen den Raum. War es wirklich schon so spät? Er war doch gerade erst gekommen? Er wusste das sich Nahlah sicher bald wieder auf den Weg machen würde und so erhob er sich um die Esse schon einmal anzufeuern. Er würde sie auf die richtige Temperatur bringen um Pyrian und Coelium zu dem zu vereinen was sie brauchten... Hexenstahl...
-
Djamji Ifrey
Als der Dschinn dann doch in sie fuhr, wehrte sie sich nur sporadisch - es gefiel ihr nicht, dass er ihr die Kontrolle nahm, aber sie war viel zu geschwächt, als dass sie auch nur den Hauch einer Chance gehabt hätte ihn abzuwehren. Sie hätte in ihrem Zustand wohl noch nicht einmal einen Ball abwehren können, den man auf sie zurollen ließ. Das letzte, was sie bewusst wahrnahm, waren die Gesichter von Hazar und Jala - sie wusste, was nun kommen würde. Und sie fürchtete es in dem Moment nicht. Der Zauber würde ihr endlich wieder Ruhe bringen, sie schlafen lassen. Sie hatte schon tagelang nicht mehr schlafen, seit dem der Dschinn wieder aktiver geworden war.
Der Zauber traf sie, doch das bekam sie schon nicht mehr bewusst mit, es kam ihr in diesem Moment vor, als würde sie von außen zusehen, wie ihr eigener Körper in sich zusammen sackte und zu Boden fiel. Sie spürte, wie sich das fremde Wesen aus ihrem Körper löste und dann verschwand jegliche Wahrnehmung.
[...]
Sie stand im Dunkeln, nichts war um sie herum. Wirklich nichts. Es war nicht so, dass sie die Wände und den Boden nicht sehen konnte - sie waren nicht vorhanden. Sie spürte keinen Boden unter den Füßen. Sie konzentrierte sich auf ihre Füße. Doch da war nichts worauf man sich hätte konzentrieren können. Sie versuchte ihre Sehkraft zu verbessern - doch sie konnte selbst ihre Augen nicht wahrnehmen. Allerdings schien ihr das vollkommen normal. Schließlich war um sie herum auch nichts. Wieso sollte dann gerade ihr Körper das einzige sein, was vorhanden ist. Sie versuchte es dennoch - irgendetwas musste geblieben sein. Doch nicht ein Funken, nicht eine Stelle ihres Körpers konnte sie wahrnehmen. Das einzige was von sich noch da war, waren ihre Gedanken und ihre Gabe, selbst die Erinnerungen an ihr bisheriges Leben waren nur blasse Schatten. So wie man sich an ein Buch erinnert, dass man vor Jahren mal gelesen hatte. Auch das beunruhigte sie nicht. Sie fühlte sich wohl in dem schwarzen Nichts das sie umgab und sie erfüllte. Doch sie wollte wissen, wie immer wollte sie mehr über die Hintergründe erfahren. Wo war sie hier - oder besser: Was war mit ihr geschehen. So konzentrierte sie sich auf das einzige, dass ihr greifbar erschien. Ihre Gabe. Es war eigentümlich, ein Widerstreben wuchs. Es war als versuche sie ein Muster in das Haft eines Messers zu ritzen - mit dem gleichen Messer. Doch sie hatte nur dieses eine Ziel, auf dass sie sich konzentrieren konnte. All ihre Konzentration - all ihr Selbst, denn ihr Körper entzog sich ja ihrer Wahrnehmung, richtet sie auf ihre Gabe. Kurz kam ihr ein Bild in den Sinn - ein Vergleich: Eine Schlange, die sich selber in den Schwanz biss und sich auffraß. Würde dieser Versuch sie selbst verzehren? Doch als ihr der Gedanke kam, war es zu spät, sie konnte es nicht mehr stoppen. Sie spürte einen Sog, der immer mehr an ihrem verbliebenen Selbst zehrte. Sie konnte es nicht aufhalten, sie spürte keine Schmerzen - Was aber auch nicht verwunderlich war - so ganz ohne wahrnehmbaren Körper. Sie wusste nur ganz bestimmt, dass es nichts bringen würde, gegen diesen Sog anzukämpfen - also gab sie ihre Konzentration auf.
[...]
Ihr Körper, der seit dem Jala ihn in den Tempel hat bringen lassen, dort aufgerichtet in tranceartiger Meditation saß, verlor mit einem Mal alle Spannung, und fiel seitlich auf das Kissen. Tagelang hatte sie sich nicht einen Millimeter gerührt. Hatte weder Wasser noch Essen zu sich genommen - doch hatte ihr Körper weder das Eine noch das Andere gebraucht. Wer in der Zeit einmal ihren Pulsschlag gefühlt hatte, musste sich im ersten Moment erschrecken. Er war still. Nur wer feinfühlig und geduldig war - ohne sich erschrecken zu lassen, konnte merken, dass sie durchaus noch einen Pulsschlag hatte. Er war nur durch die Trance auf ein Äußerstes Minimum zurück gefahren. Nun aber saß ihr Körper nicht mehr da - sondern lag wie ein umgefallener Salzsack auf dem Kissen.
Der Zauber traf sie, doch das bekam sie schon nicht mehr bewusst mit, es kam ihr in diesem Moment vor, als würde sie von außen zusehen, wie ihr eigener Körper in sich zusammen sackte und zu Boden fiel. Sie spürte, wie sich das fremde Wesen aus ihrem Körper löste und dann verschwand jegliche Wahrnehmung.
[...]
Sie stand im Dunkeln, nichts war um sie herum. Wirklich nichts. Es war nicht so, dass sie die Wände und den Boden nicht sehen konnte - sie waren nicht vorhanden. Sie spürte keinen Boden unter den Füßen. Sie konzentrierte sich auf ihre Füße. Doch da war nichts worauf man sich hätte konzentrieren können. Sie versuchte ihre Sehkraft zu verbessern - doch sie konnte selbst ihre Augen nicht wahrnehmen. Allerdings schien ihr das vollkommen normal. Schließlich war um sie herum auch nichts. Wieso sollte dann gerade ihr Körper das einzige sein, was vorhanden ist. Sie versuchte es dennoch - irgendetwas musste geblieben sein. Doch nicht ein Funken, nicht eine Stelle ihres Körpers konnte sie wahrnehmen. Das einzige was von sich noch da war, waren ihre Gedanken und ihre Gabe, selbst die Erinnerungen an ihr bisheriges Leben waren nur blasse Schatten. So wie man sich an ein Buch erinnert, dass man vor Jahren mal gelesen hatte. Auch das beunruhigte sie nicht. Sie fühlte sich wohl in dem schwarzen Nichts das sie umgab und sie erfüllte. Doch sie wollte wissen, wie immer wollte sie mehr über die Hintergründe erfahren. Wo war sie hier - oder besser: Was war mit ihr geschehen. So konzentrierte sie sich auf das einzige, dass ihr greifbar erschien. Ihre Gabe. Es war eigentümlich, ein Widerstreben wuchs. Es war als versuche sie ein Muster in das Haft eines Messers zu ritzen - mit dem gleichen Messer. Doch sie hatte nur dieses eine Ziel, auf dass sie sich konzentrieren konnte. All ihre Konzentration - all ihr Selbst, denn ihr Körper entzog sich ja ihrer Wahrnehmung, richtet sie auf ihre Gabe. Kurz kam ihr ein Bild in den Sinn - ein Vergleich: Eine Schlange, die sich selber in den Schwanz biss und sich auffraß. Würde dieser Versuch sie selbst verzehren? Doch als ihr der Gedanke kam, war es zu spät, sie konnte es nicht mehr stoppen. Sie spürte einen Sog, der immer mehr an ihrem verbliebenen Selbst zehrte. Sie konnte es nicht aufhalten, sie spürte keine Schmerzen - Was aber auch nicht verwunderlich war - so ganz ohne wahrnehmbaren Körper. Sie wusste nur ganz bestimmt, dass es nichts bringen würde, gegen diesen Sog anzukämpfen - also gab sie ihre Konzentration auf.
[...]
Ihr Körper, der seit dem Jala ihn in den Tempel hat bringen lassen, dort aufgerichtet in tranceartiger Meditation saß, verlor mit einem Mal alle Spannung, und fiel seitlich auf das Kissen. Tagelang hatte sie sich nicht einen Millimeter gerührt. Hatte weder Wasser noch Essen zu sich genommen - doch hatte ihr Körper weder das Eine noch das Andere gebraucht. Wer in der Zeit einmal ihren Pulsschlag gefühlt hatte, musste sich im ersten Moment erschrecken. Er war still. Nur wer feinfühlig und geduldig war - ohne sich erschrecken zu lassen, konnte merken, dass sie durchaus noch einen Pulsschlag hatte. Er war nur durch die Trance auf ein Äußerstes Minimum zurück gefahren. Nun aber saß ihr Körper nicht mehr da - sondern lag wie ein umgefallener Salzsack auf dem Kissen.
-
Djamji Ifrey
Sie war nun seit einigen Tagen wieder wach, die Zeit in Trance hatte sie seltsamerweise kaum erschöpft. Genau genommen, ging es ihr besser als vorher. Vielleicht lag das an dem seltsamen Traum. War es ein Traum? Oder hatte sie das wirklich getan. Die Erinnerungen daran waren intensiver als bei jedem Traum und sie meinte, sich an jedes Detail erinnern zu können.
Sie erinnerte sich, plötzlich wieder alles wahrgenommen zu haben, ihren Körper, ihren eigenen Geist. Sie konnte mehr wahrnehmen als nur das. Sie spürte das Blut durch ihre Adern rauschen, ihr eigenes Herz, dass den Blutfluss anschob. Sie spürte die feinen Härchen im Nacken und an den Armen. Sie spürte ihren Magen, der seltsamer Weise nicht nach Nahrung verlangte. Sie meinte sogar spüren zu können, auf welche Stelle in ihrem Körper sie sich gerade konzentrierte - wie ein Prickeln. Es war eine Art der Wahrnehmung ihres Körpers, die sie in der Art noch nicht kannte.
Als sie im Tempel wieder zu sich kam, war diese Wahrnehmung verblasst, doch die Erinnerung daran war stark und ungetrübt. Es ist ein gutes Gefühl gewesen.
Das schlechte Gefühl kam erst, als sie an das dachte was vorher geschah, bevor Jala und Hazar sie in Trance gesetzt hatten. Wie ein Hammer schlug die Erinnerung ein und drückte sie zu Boden. Sie hatte ihre Familie in Gefahr gebracht, sie hatte alle in Gefahr gebracht. Und das war keine Gaukelei aus ihrem Schuldbewusstsein heraus. Es war real. Die Gefahr war da gewesen und sie war beinahe jedem Menekaner präsent gewesen. Besonders ihrer eigenen Familie. Wie hatte sie es nur je soweit kommen lassen können? Wie konnte sie derart leichtsinnig gewesen sein? Die Schuldgefühle drückten sie regelrecht zu Boden und das Hochgefühl nach dem Erwachen aus der Trance verflog restlos.
Sie kehrte nach Hause zurück, doch sie zeigte sich niemanden ihrer Familie. Sie verschwand in ihr Zimmer und niemand suchte sie da auf. Die meiste Zeit der nächsten Tage verbrachte sie im Tempel. Sie wusste, sie hätte Hazar aufsuchen sollen, damit sie belegen konnte, dass von Djamji keine Gefahr ausging, dass sie nicht unkontrolliert war. Doch sie hatte Angst davor, eine unsägliche Angst, vordem was Hazar sagen würde, herausfinden würde. Djamji hielt sich nicht für unkontrolliert. Sie war hektisch - gut. Ihre Gedanken überstürzten sich - gut. Ihre Magie war manchmal nicht im korrekten Verhältnis angewendet - gut. Doch sie hatte noch nie einen Zauber angewandt, den sie nicht machen wollte. Selbst bei dem Unfall mit der dämlichen Kuh, wollte sie sie wegschieben, sie hatte sie nur etwas heftig von sich geschoben, so dass das dumme Vieh stürzte und sich das Genick an den Treppenstufen brach. Und auch als sie unerlaubt in der Akademie war, wusste sie, was für Magie sie anwandt. Sie hatte nichts getan, was diesen Dschinn hätte befreien können. Dessen war sie sich sicher. Allerdings konnte sie nicht abstreiten, dass sie es letztendlich doch getan hat. Nur wie? Das ließ ihr keine Ruhe. Man konnte doch nicht etwas in Brand stecken, wenn man nur auf die Klänge des Wassers zu griff. Allerdings wusste sie auch nicht, wie die Schutzzauber des Shanun wirkten. Vermutlich hatte sie irgendeine Kettenreaktion ausgelöst. Was bedeuten würde - dass seine Schutzzauber grottenschlecht waren. Das konnte auch nicht die Lösung sein. Wie war ihr es nur gelungen, dort unten auch nur einen Strang der Schutzzauber zu verändern? Es hätte ihre Fähigkeiten restlos übersteigen müssen.
Es war ein Rätsel für die junge Natifah. Ein Rätsel das alle anderen Menekaner, einschließlich ihrer Familie scheinbar gelöst hatten. Selbst die magisch Unfähigen. Ihnen war allen klar, sie war schuld. Ihnen war egal wie. Hauptsache sie hatten jemanden. Und je mehr sie darüber rätselte, desto mehr glaubte sie es selber auch. Es fehlte ihr an einer passenden Erklärung. Wie? Wie war sie zu so etwas in der Lage?
Imraan hatte ihr einige Tage zuvor eine Aufgabe aufgeteilt. Sie sollte beweisen, dass sie nicht unkontrolliert war. Und dazu wollte er es von Hazar hören. Ihr glaubte er nicht. Und dann sollte sie sich entschuldigen - in einem Gebet entschuldigen. Bei Eluive, bei ihrer Familie und all den anderen. Als würde sie das nicht jede Minute im Tempel machen.
Sie erinnerte sich, plötzlich wieder alles wahrgenommen zu haben, ihren Körper, ihren eigenen Geist. Sie konnte mehr wahrnehmen als nur das. Sie spürte das Blut durch ihre Adern rauschen, ihr eigenes Herz, dass den Blutfluss anschob. Sie spürte die feinen Härchen im Nacken und an den Armen. Sie spürte ihren Magen, der seltsamer Weise nicht nach Nahrung verlangte. Sie meinte sogar spüren zu können, auf welche Stelle in ihrem Körper sie sich gerade konzentrierte - wie ein Prickeln. Es war eine Art der Wahrnehmung ihres Körpers, die sie in der Art noch nicht kannte.
Als sie im Tempel wieder zu sich kam, war diese Wahrnehmung verblasst, doch die Erinnerung daran war stark und ungetrübt. Es ist ein gutes Gefühl gewesen.
Das schlechte Gefühl kam erst, als sie an das dachte was vorher geschah, bevor Jala und Hazar sie in Trance gesetzt hatten. Wie ein Hammer schlug die Erinnerung ein und drückte sie zu Boden. Sie hatte ihre Familie in Gefahr gebracht, sie hatte alle in Gefahr gebracht. Und das war keine Gaukelei aus ihrem Schuldbewusstsein heraus. Es war real. Die Gefahr war da gewesen und sie war beinahe jedem Menekaner präsent gewesen. Besonders ihrer eigenen Familie. Wie hatte sie es nur je soweit kommen lassen können? Wie konnte sie derart leichtsinnig gewesen sein? Die Schuldgefühle drückten sie regelrecht zu Boden und das Hochgefühl nach dem Erwachen aus der Trance verflog restlos.
Sie kehrte nach Hause zurück, doch sie zeigte sich niemanden ihrer Familie. Sie verschwand in ihr Zimmer und niemand suchte sie da auf. Die meiste Zeit der nächsten Tage verbrachte sie im Tempel. Sie wusste, sie hätte Hazar aufsuchen sollen, damit sie belegen konnte, dass von Djamji keine Gefahr ausging, dass sie nicht unkontrolliert war. Doch sie hatte Angst davor, eine unsägliche Angst, vordem was Hazar sagen würde, herausfinden würde. Djamji hielt sich nicht für unkontrolliert. Sie war hektisch - gut. Ihre Gedanken überstürzten sich - gut. Ihre Magie war manchmal nicht im korrekten Verhältnis angewendet - gut. Doch sie hatte noch nie einen Zauber angewandt, den sie nicht machen wollte. Selbst bei dem Unfall mit der dämlichen Kuh, wollte sie sie wegschieben, sie hatte sie nur etwas heftig von sich geschoben, so dass das dumme Vieh stürzte und sich das Genick an den Treppenstufen brach. Und auch als sie unerlaubt in der Akademie war, wusste sie, was für Magie sie anwandt. Sie hatte nichts getan, was diesen Dschinn hätte befreien können. Dessen war sie sich sicher. Allerdings konnte sie nicht abstreiten, dass sie es letztendlich doch getan hat. Nur wie? Das ließ ihr keine Ruhe. Man konnte doch nicht etwas in Brand stecken, wenn man nur auf die Klänge des Wassers zu griff. Allerdings wusste sie auch nicht, wie die Schutzzauber des Shanun wirkten. Vermutlich hatte sie irgendeine Kettenreaktion ausgelöst. Was bedeuten würde - dass seine Schutzzauber grottenschlecht waren. Das konnte auch nicht die Lösung sein. Wie war ihr es nur gelungen, dort unten auch nur einen Strang der Schutzzauber zu verändern? Es hätte ihre Fähigkeiten restlos übersteigen müssen.
Es war ein Rätsel für die junge Natifah. Ein Rätsel das alle anderen Menekaner, einschließlich ihrer Familie scheinbar gelöst hatten. Selbst die magisch Unfähigen. Ihnen war allen klar, sie war schuld. Ihnen war egal wie. Hauptsache sie hatten jemanden. Und je mehr sie darüber rätselte, desto mehr glaubte sie es selber auch. Es fehlte ihr an einer passenden Erklärung. Wie? Wie war sie zu so etwas in der Lage?
Imraan hatte ihr einige Tage zuvor eine Aufgabe aufgeteilt. Sie sollte beweisen, dass sie nicht unkontrolliert war. Und dazu wollte er es von Hazar hören. Ihr glaubte er nicht. Und dann sollte sie sich entschuldigen - in einem Gebet entschuldigen. Bei Eluive, bei ihrer Familie und all den anderen. Als würde sie das nicht jede Minute im Tempel machen.
-
Gast
Der Kampf war gewonnen, doch es war ein Kampf, den er nicht alleine überstanden hatte. Es waren viele kleine Hauptrollen und auch einige Nebendarsteller, die ihn dabei unterstützen. Der Schatten hatte sich wieder gelegt, war verbannt worden. Yasmeen, Hazar, Jala, Nahlah, Kadir, Khalida, Ghadir, Anisah, Zia. Alle waren sie auf ihre Art beteiligt, die eine wohl mehr, der andere wohl weniger. Manche hatten ihm geholfen, andere hatten sogar gelitten. Sein Kampf gegen Zia war eine große Schande für ihn. Er war nicht bei Sinnen und hätte bei vollem Verstand einem Kampf niemals zugestimmt. Trotzdem fühlte er damals Genugtuung. Der Schatten wusste, wie er ihn manipulieren konnte. Sie hatten ihn verbannt und ihn zurück in seinen magischen Kerker gebracht. Seit er gegangen war, hatte sich Imraan rasch regeneriert. Die Schnittnarbe über seinen Nasenrücken war ihm geblieben und setzte damit ein stilles Mal. Angesprochen wurde er nicht darauf- reine Höflichkeit, oder wurde sich vom Kampf im ganzen Reich erzählt? Zweiteres war wohl wahrscheinlicher. So wie der Schatten gegangen war, hatte wieder Radschish seinen Platz eingenommen. Beim Ritual sah er einen alten, müden Krieger, der mit beiden Händen den Säbel auf dem Boden hinter sich her zog. Heute waren sie vereint – Schild und Säbel, Seite an Seite. Den Platz, den der Schatten hatte, war ein anderer, als ihn nun sein Dschinn wieder einnahme. Eine Lücke blieb also. Das leise Flüstern vermisste er manchmal – so verdorben, wie die Worte waren, so unterstützten sie ihn doch auch. Lügen, die gut taten.
Die Jagd war für den heutigen Tag erledigt, die letzten Wochenläufe und die vergangen Monde ließ er sich nochmal durch den Kopf gehen. Er hatte sich wieder in der Stadt eingelebt, hatte neue Kontakte geknüpft und Menekaner gefunden, die er wirklich Freunde nennen konnte. Trotzdem hatte er einen großen Teil seiner Familie verloren. Es ist nicht nur der Nachname, den man mit sich herum trägt. Familie bedeutet auch, dass man auch Vater, Mutter, Bruder und Schwester hat. Selbst seinen Neffen hatte er verloren. Alte Freunde, bis auf Nazeeya und Khalida, waren nicht mehr da. Er hasste die Stille im Palast und auch in der Kaserne. Es war ruhig geworden um die Ereignisse mit Rahal. Die Anzahl der fähigen Akemi hatte sich auch reduziert. Dabei wollte er sich doch in seine Arbeit hineinstürzen, um anderen, Nerv tötenden Gedanken zu entfliehen. Vielleicht war das zu leicht gedacht. Aber warum musste man es sich auch immer so schwer machen?
Er musste immerzu an sie denken. Sie hatten vieles gemeinsam erlebt und sie stand ihm zur Seite, obwohl sie sich ebenfalls in einer misslichen Lage befand. Als der ganze Spuk vorbei war, sah er sie auch nur noch zwei weitere Male und spürte, wie ihm das Herz wärmer wurde. Ihre Gegenwart war eine Wohltat, auch wenn er wusste, dass es dafür keine Zukunft gab. Konnte es nicht immer so bleiben? Es war ihm wohl erneut nicht gegönnt. Sobald sein Herz den Verstand überwiegte, ergab sich immer nur eine Konsequenz: Probleme. Es durfte niemals einfach sein – direkt, unkompliziert, beidseitig erwünscht. Ein Tor ging auf und sobald er hindurch gehen wollte, wurde das Gitter fallen gelassen. Während dieser Tage waren sie sich näher gekommen und ihm war so, als konnten sie sich gegenseitig schon Gedanken von den Augen ablesen. Die Gespräche gingen in eine Richtung, in der sie sich mehr und mehr kennenlernten, doch waren wohl manche Geheimnisse immer noch verhüllt. Das größte Geheimnis hatten sie jedoch gemeinsam. Niemand wusste von ihren regelmäßigen Treffen. Er hatte um etwas von ihr gebeten – das Material kaum von wert, doch hing er sehr daran. Wann immer es zwischen seinen Fingern lag, musste er an sie denken und so trug dieses auch immer noch ihren Duft mit sich – als ob er ihn jemals vergessen konnte.
Bitterlich waren die Gedanken, wenn er an seine Ahnen dachte. Sie hatten lange vor ihrem dreißigsten Sommer eine Natifah gefunden, die sie auch ehelichten und der Familie Nachwuchs schenkten. Er hatte es sich offenbar mit der Mara verscherzt – dennoch duldete sie ihn wohl immer noch. Er musste sich im Kern seiner Arbeit widmen und sich weniger in der Vergangenheit bewegen. Vielleicht war einfach nur das allein der Plan für ihn.
Sie würde wohl nicht mehr zurückkommen und selbst wenn, hatte sie sich eine andere Zukunft erwählt, lange bevor sie sich kennengelernt und auf einander eingegangen waren. Irgendwann musste man wohl einen Schlussstrich ziehen.
Die Jagd war für den heutigen Tag erledigt, die letzten Wochenläufe und die vergangen Monde ließ er sich nochmal durch den Kopf gehen. Er hatte sich wieder in der Stadt eingelebt, hatte neue Kontakte geknüpft und Menekaner gefunden, die er wirklich Freunde nennen konnte. Trotzdem hatte er einen großen Teil seiner Familie verloren. Es ist nicht nur der Nachname, den man mit sich herum trägt. Familie bedeutet auch, dass man auch Vater, Mutter, Bruder und Schwester hat. Selbst seinen Neffen hatte er verloren. Alte Freunde, bis auf Nazeeya und Khalida, waren nicht mehr da. Er hasste die Stille im Palast und auch in der Kaserne. Es war ruhig geworden um die Ereignisse mit Rahal. Die Anzahl der fähigen Akemi hatte sich auch reduziert. Dabei wollte er sich doch in seine Arbeit hineinstürzen, um anderen, Nerv tötenden Gedanken zu entfliehen. Vielleicht war das zu leicht gedacht. Aber warum musste man es sich auch immer so schwer machen?
Er musste immerzu an sie denken. Sie hatten vieles gemeinsam erlebt und sie stand ihm zur Seite, obwohl sie sich ebenfalls in einer misslichen Lage befand. Als der ganze Spuk vorbei war, sah er sie auch nur noch zwei weitere Male und spürte, wie ihm das Herz wärmer wurde. Ihre Gegenwart war eine Wohltat, auch wenn er wusste, dass es dafür keine Zukunft gab. Konnte es nicht immer so bleiben? Es war ihm wohl erneut nicht gegönnt. Sobald sein Herz den Verstand überwiegte, ergab sich immer nur eine Konsequenz: Probleme. Es durfte niemals einfach sein – direkt, unkompliziert, beidseitig erwünscht. Ein Tor ging auf und sobald er hindurch gehen wollte, wurde das Gitter fallen gelassen. Während dieser Tage waren sie sich näher gekommen und ihm war so, als konnten sie sich gegenseitig schon Gedanken von den Augen ablesen. Die Gespräche gingen in eine Richtung, in der sie sich mehr und mehr kennenlernten, doch waren wohl manche Geheimnisse immer noch verhüllt. Das größte Geheimnis hatten sie jedoch gemeinsam. Niemand wusste von ihren regelmäßigen Treffen. Er hatte um etwas von ihr gebeten – das Material kaum von wert, doch hing er sehr daran. Wann immer es zwischen seinen Fingern lag, musste er an sie denken und so trug dieses auch immer noch ihren Duft mit sich – als ob er ihn jemals vergessen konnte.
Bitterlich waren die Gedanken, wenn er an seine Ahnen dachte. Sie hatten lange vor ihrem dreißigsten Sommer eine Natifah gefunden, die sie auch ehelichten und der Familie Nachwuchs schenkten. Er hatte es sich offenbar mit der Mara verscherzt – dennoch duldete sie ihn wohl immer noch. Er musste sich im Kern seiner Arbeit widmen und sich weniger in der Vergangenheit bewegen. Vielleicht war einfach nur das allein der Plan für ihn.
Sie würde wohl nicht mehr zurückkommen und selbst wenn, hatte sie sich eine andere Zukunft erwählt, lange bevor sie sich kennengelernt und auf einander eingegangen waren. Irgendwann musste man wohl einen Schlussstrich ziehen.
Zuletzt geändert von Gast am Sonntag 29. Dezember 2013, 18:45, insgesamt 1-mal geändert.
-
Hazar Sevinc Bashir
Ich stand auf dem Balkon unseres Hauses und sah in die Ferne.
Der Morgen war gekommen, Kadir schlief noch, als die ersten Sonnenstrahlen begannen, das Leben in Menek’Ur und der Durrah zu wecken.
Mein Ranim hatte am Abend zuvor noch Geschäftliche Dinge zu erledigen gehabt, deswegen gönnte ich ihm seinen Schlaf und verhielt mich ruhig.
Meine Gedanken kreisten allerdings schon um diese Zeit um etwas völlig anderes.
Die Akademie…
Ich wusste immer noch nicht, wie genau Djamji den Dschinn befreien konnte.
Auch wenn mir klar war, das meine Cousine viele Dinge unbeabsichtigt in Gang setzte, und sich selbst und andere dabei in Schwierigkeiten brachte, war das etwas, was eigentlich hätte über ihrem Wirkungsbereich hätte sein sollen.
Der Shanun hatte die Dschinne eingesperrt und eine Barriere errichtet, dass die Schüler erst ab einer gewissen Erkentnissstufe überhaupt wahrnehmen konnten, das dort mehr war, als es zu sein schien.
Bei meinem ersten Besuch im Keller der Akademie hatte ich nichts gespürt.
Keine Anwesenheit von Dschinnen oder mächtigen Zaubern.
Heute konnte ich das alles erkennen, und es lag klar vor mir.
Wir hatten den Dschinn wieder in sein Gefängnis gesperrt, und dieses Mal hatten wir dafür gesorgt, dass die Zauber mächtig genug waren.
Die Preehatim selbst hatte damals den Kellereingang versiegelt, so dass auch sie es war, die den Kellereingang wieder öffnen musste.
Der Shanun…
Das seltsame an Magiern war, dass sie oft nicht taten, was man erwartete.
Und der Shanun war gut darin, nicht nur sehr kryptisch zu reden, sondern auch zuweilen einfach nicht am Ort zu sein, den man erwartete.
Er hatte die weltlichen Dinge die die Akademie betrafen vorerst weiterhin in den Händen seiner Schülerinnen gelassen.
Jala als Schriftführerin der Akademie und ich als Mudir.
Er selbst war mal hier und mal da, lies sich kurz in der Akademie blicken, erkundigte sich nach Neuigkeiten, und verschwand dann wieder.
Ich rechnete nicht mehr damit, dass er seine Angebote wahr machen würde, aber wer konnte es ihm verübeln?
Ein so mächtiger Magier, dann noch aus der gesegneten Familie… Er hatte wichtigeres zu tun.
Nichtsdestotrotz war mein Ehrgeiz geweckt.
Imraan hingegen hatte sich, offensichtlich, wieder erholt.
Sein Freund und Begleiter war wieder bei ihm, was eine durchaus beruhigende Tatsache war.
Die einzige Frage, die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte, die ich aber auch nicht gewagt hatte, zu stellen, war, warum er?
Der Dschinn hatte ein Ziel gehabt, und hatte sich von dem genährt, was wir verstecken, tief in unserem Inneren.
Wieviel von diesem war noch in dem Sajneen?
Er schien, was ich so hörte und sah, wieder der alte zu sein.
Aber man kann den Wesen immer nur vor den Kopf gucken, und es stand mir nicht zu, tiefer zu graben, als das, was mein Gefühl mir verriet, wenn ich mich mit jemanden Unterhielt.
Auch wenn ich zu mehr in der Lage war, so verbot es Anstand und Ehre.
Beobachten würde ich dennoch weiterhin.
Wenn man sich unbeobachtet fühlt, tut man andere Dinge, als in Gesellschaft.
Der Morgen war gekommen, Kadir schlief noch, als die ersten Sonnenstrahlen begannen, das Leben in Menek’Ur und der Durrah zu wecken.
Mein Ranim hatte am Abend zuvor noch Geschäftliche Dinge zu erledigen gehabt, deswegen gönnte ich ihm seinen Schlaf und verhielt mich ruhig.
Meine Gedanken kreisten allerdings schon um diese Zeit um etwas völlig anderes.
Die Akademie…
Ich wusste immer noch nicht, wie genau Djamji den Dschinn befreien konnte.
Auch wenn mir klar war, das meine Cousine viele Dinge unbeabsichtigt in Gang setzte, und sich selbst und andere dabei in Schwierigkeiten brachte, war das etwas, was eigentlich hätte über ihrem Wirkungsbereich hätte sein sollen.
Der Shanun hatte die Dschinne eingesperrt und eine Barriere errichtet, dass die Schüler erst ab einer gewissen Erkentnissstufe überhaupt wahrnehmen konnten, das dort mehr war, als es zu sein schien.
Bei meinem ersten Besuch im Keller der Akademie hatte ich nichts gespürt.
Keine Anwesenheit von Dschinnen oder mächtigen Zaubern.
Heute konnte ich das alles erkennen, und es lag klar vor mir.
Wir hatten den Dschinn wieder in sein Gefängnis gesperrt, und dieses Mal hatten wir dafür gesorgt, dass die Zauber mächtig genug waren.
Die Preehatim selbst hatte damals den Kellereingang versiegelt, so dass auch sie es war, die den Kellereingang wieder öffnen musste.
Der Shanun…
Das seltsame an Magiern war, dass sie oft nicht taten, was man erwartete.
Und der Shanun war gut darin, nicht nur sehr kryptisch zu reden, sondern auch zuweilen einfach nicht am Ort zu sein, den man erwartete.
Er hatte die weltlichen Dinge die die Akademie betrafen vorerst weiterhin in den Händen seiner Schülerinnen gelassen.
Jala als Schriftführerin der Akademie und ich als Mudir.
Er selbst war mal hier und mal da, lies sich kurz in der Akademie blicken, erkundigte sich nach Neuigkeiten, und verschwand dann wieder.
Ich rechnete nicht mehr damit, dass er seine Angebote wahr machen würde, aber wer konnte es ihm verübeln?
Ein so mächtiger Magier, dann noch aus der gesegneten Familie… Er hatte wichtigeres zu tun.
Nichtsdestotrotz war mein Ehrgeiz geweckt.
Imraan hingegen hatte sich, offensichtlich, wieder erholt.
Sein Freund und Begleiter war wieder bei ihm, was eine durchaus beruhigende Tatsache war.
Die einzige Frage, die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen wollte, die ich aber auch nicht gewagt hatte, zu stellen, war, warum er?
Der Dschinn hatte ein Ziel gehabt, und hatte sich von dem genährt, was wir verstecken, tief in unserem Inneren.
Wieviel von diesem war noch in dem Sajneen?
Er schien, was ich so hörte und sah, wieder der alte zu sein.
Aber man kann den Wesen immer nur vor den Kopf gucken, und es stand mir nicht zu, tiefer zu graben, als das, was mein Gefühl mir verriet, wenn ich mich mit jemanden Unterhielt.
Auch wenn ich zu mehr in der Lage war, so verbot es Anstand und Ehre.
Beobachten würde ich dennoch weiterhin.
Wenn man sich unbeobachtet fühlt, tut man andere Dinge, als in Gesellschaft.