[SQ] Nicht ein Schwert - DAS Schwert...

Darna von Hohenfels

[SQ] Nicht ein Schwert - DAS Schwert...

Beitrag von Darna von Hohenfels »

Sie starrte noch auf die Kanten der aufeinander gestapelten Holzkisten, als eine Gestalt in weißen Gewändern in den Eingang zur Schlafstätte trat und auf die jüngere Frau sah, der dünne Haarsträhnen verschwitzt am Gesicht klebten. Darna hatte sich nur ein wenig hinlegen wollen, um gemütlich zu dösen - es endete damit, daß zuletzt ein gellender Schrei durchs Haus hallte, ein Wort brüllend, was im Grafenschloß schon manches Mal erklungen war:
"LAAAAAAUUUUUUF!"
Darna wusste, was geschehen war. Sie wusste, was es für Konsequenzen haben würde. Sie hatte es sich zuletzt so sehr gewünscht, warum hatte sie nun solche Angst davor? Es würde andere betreffen - Vivianne, Ryana. Sie vertraute beiden. Es würde seinen Weg gehen. Es war soweit, sie hatte geträumt.

Sie wusste, es war nicht ihr Schwert. Es war ein Schwert. Das Schwert.
Es war einfach nur so dagewesen, und sie hatte es bewundert - wie ein Kind, das etwas bewundert, von dem es weiß, daß es dafür noch zu klein ist. War sie gar ein Kind gewesen? Plötzlich stand der Kelos hinter ihr. Kelos, der Kinderschreck - die Gestalt in der nachtschwarzen Kutte und den katzenhaften, blinden Augen hatte es geschafft, einen Platz neben all den Schreckgestalten aus Kindertagen einzunehmen, doch sie hatte mal gewusst, wie sie zu besiegen waren... irgendwas in ihr rief, rief nach Hilfe...
Es hatte etwas mit dem Schwert zu tun, und plötzlich war da auch eine Gestalt gewesen, die es in der Hand hielt und den Kelos einfach so in zwei Stücke schlug und verjagte. Den Kelos und alle anderen Monster, alle bösen Dinge, alles was ihr Albträume bescheren konnte - bis es still war.

Lange war es still geblieben... und sie hatte das Schwert vergessen, nicht wahr?
Bis ein stechender Schmerz in der Seite sie durchfuhr. Sie sah auf das Standessymbol der Ritter, das sie aufgespießt hatte wie ein Stück Schaschlik, sie sah auf die Hände, die die Waffe hielten, der Blick wanderte die Arme hoch, fiel auf Rafaels Gesicht... es kam ihr wie eine Strafe vor. Sie hatte das Schwert vergessen. Doch seit diesem Erlebnis, hatte es geradezu auffordernd wieder auf sich aufmerksam gemacht, hatte sich immer wieder präsentiert, abwechselnd zu plagenden Träumen, in denen Sir Hagen sich allein gegen diese sechs Banditen stellte, nur in seinen wattierten Wappenrock gehült und sein Schwert in der Hand, immer wieder dieser Befehl, der alles beendete, sein Leben, ihre Knappschaft, den Traum, einzig mit zwei Worten, die alles zerschnitten: "LAUF, DARNA!"

Wie oft hatte sie nach Rafaels Angriff noch verletzt im Schloß liegend geträumt? Träume, in denen die Rollen vertauscht waren...
Sie sah Selissa in der Tür zur Vorratskammer, während Rafael sie niederstreckte. "LAUF, SELISSA!"
Sie sah Viola, die keine zwanzig Schritt entfernt von ihr in Rahal saß, während hinter Darna eine feindliche Gardistin wachte. "LAUF, VIOLA!"
"LAUUUUUUF!"
Wie oft...?

Heute dann kamen andere altvertraute Bilder. Himmel, welche Szenarien kannte sie mittlerweile noch nicht? Alles schien ekelhaft vertraut und dennoch ihrem Begreifen entzogen, wie eine Lektion, die einem wieder und wieder nahegebracht wird, ohne daß verstehen zu begreifen wurde...
Inmitten von Kampf und Chaos schien das Schwert irgendwo weit weg, doch erreichbar zu sein. Blut lief die Klinge hinab und tausend Gefahren stürzten auf sie ein, während sie versuchte, es zu erreichen. Es war wichtig, so furchtbar wichtig. Und dann, plötzlich, erklang hinter ihr ein bedrohliches Brüllen, eher einem unmenschlichen Schrei ähnlich.
Sie hatte sowas schon mal gehört...
Als sie sich umsah, war es ein unnatürlich riesiger Bär, der anfing, seine Gestalt zu verändern, sobald sie ihn betrachtete. Ein Bär - fast schon im Schlaf war ihr klar, daß die Verwandlung Ryanas in einen Bären bei ihrem freundschaftlichen Geboxe und Gerangel der Anlaß für dieses Bild war, doch dieser Bär hatte mit Ryana nichts zu tun: er wurde viel bedrohlicher, mit langen, scharfen bluttriefenden Klauen und einem Fell, das immer dunkler wurde.
Er bedrohte nicht sie, sondern Darna wusste, er würde sich zu jemandem oder etwas auf den Weg machen, was ihr sehr wichtig war, würde es gnadenlos zerreißen.


"Und dann..."
Die Ritterin holte tief Luft, während Vivianne und Ryana weiter aufmerksam lauschten.
"fühlte ich mich hin und her gerissen und konnte mich nicht entscheiden. Ich wusste, ich kann den Bär ebenso nicht besiegen und trotzdem muß ich ihn aufhalten." Ratlos und gequält schüttelte sie den Kopf. "Und genauso wichtig schien es, das Schwert zu erreichen. Ich zögerte immer länger... Bis mich plötzlich irgendwas Unerwartetes tödlich traf und ich wusste, ich hatte beides verloren... und schrie nur noch..."
Der Bär hatte sich aufgemacht, zu töten und zu vernichten. Wer immer dort sein würde - sie mussten laufen! Weg! LAUF!
"Dann wachte ich auf."

Sie sah zu Vivianne. Sie hatte sich schon gefragt, ob in weiser Fügung die Träume nicht einfach fort bleiben würden, bis die Barke am Ufer warten würde... doch eher sah es nun aus, als würde es eine der letzten Taten sein, die Vivianne in dieser Welt verrichten würde, eine der letzten Hilfen...
"Es tut mir so leid. Muß das sein, solltest du nicht lieber deine letzten Tage einfach genießen, sorglos Abschied nehmen? Wäre es nicht besser, ich wäre einfach nicht da? Soll das hier alles so sein?"
Und wieso hatte sie solche Angst?
"Bewusst begangene Träume sollen nicht ungefährlich sein, sagte sie. Gütige, lass nicht mich am Ende auch noch die Schuld tragen, daß die Barke sich überhaupt auf den Weg machte..."
Morgen. Morgen würde es soweit sein, daß sich vielleicht klären sollte, was diese Träume ihr seit Monaten zu sagen versuchten.
Zuletzt geändert von Darna von Hohenfels am Montag 12. März 2007, 10:29, insgesamt 1-mal geändert.
Vivianne

Beitrag von Vivianne »

Es ist soweit.. unabänderlich.. sie hatte geträumt.
Ich bereite alles Nötige vor für das Begehen des bewußten Träumens.
Ist ihr tatsächlich bewußt, dass wir uns in Situationen wiederfinden können, von denen sie vielleicht nicht einmal ihren engsten Vertrauten erzählen wollen würde?
Situationen, die ihr Leben geprägt haben, sie zu dem machten, was sie heute ist; Preis geben, ohne Kontrolle darüber zu haben.

Aus der so verletzbar wirkenden jungen Frau, schälte sich eine junge Ritterin, die nicht nur ihr Leben geben würde, wenn der Umstand, der es erforderte es wert war, sondern dies aus ganzem Herzen tun würde. Eine Ritterin, die mit aller gebührenden Tapferkeit mit dem Kopf voraus schoß, aber dennoch Angst kannte, wenn sie auch nicht bereit war, diese nach außen zu tragen, allerhöchstens sich erlaubend, Nervosität zu zeigen.
Ihre Melodie erinnert mich an die Temoras.. da ist der Klang des ruhenden Pols, der Geborgenheit, im Gleichklang mit nötigen Geduld, begleitet von den Tönen der Gedanken, bewußt Verantwortung eingehend und nicht zuletzt der temperamentvolle Klang, der Wandeln möglich macht, von der Liebe bis zum Haß. Die Melodie der, mit Liebe zu ihrem Tun stehenden, Schwertkämpferin.
Ich wundere mich nicht über den beinah übereinstimmenden Klang, wie weit konnte er auch entfernt sein, von ihrer Mutter? Und somit von der jungen Ritterin und uns selbst?
Auch wenn ihr die möglichen Situationen nicht vollends bewußt sind, ist sie bereit zu opfern, was von Nöten scheint.

Sie hat Angst und ich werde sie ihr nicht nehmen. Die Angst läßt uns mit gesunder Vorsicht walten, die Dinge nicht aus dem nötigen, wachsamen Blick verlieren.
Habe ich Angst? Ja, aber hierin sind wir uns nicht unähnlich, denn ich werde mich hüten, es mir ansehen zu lassen.
Mein Blick verläßt den Platz Mutters, um zur Nebelbank zu schweifen, abschätzend, wieviel Zeit mir bleibt. Sie scheint so weit entfernt, mit dem was sie begleitet und doch um ein soviel dichter. Ich fühle keine Trauer, keinen Schmerz, außer Jenem, der mich berührt von Jenen, die mich nicht gehen lassen wollen, weil es sie traurig macht.

Der Traum ein Chaos von wie wahllos hingeworfenen Brocken, mit der Aufforderung ‚Friß oder stirb‘, ein ‚Sieh und verstehe, oder iß unwissend die Frucht und ersticke daran‘.
Ein Haufen mehrerer zusammen geschütteter Puzzles, die gefälligst auseinander sortiert sein sollen, ehe sie gewillt sind, Überblick und Einblick zu gewähren, die Bilder in Gänze erfassen zu dürfen.
Ein Teil jedoch schien zu jedem dieser Puzzles zu gehören: Ein Schwert.
Es scheint sich in jedes der Bilder passend einzufügen.. oder fügte es sich ein, wie es ihm gefiel? Wohl ein Umstand, der die junge Ritterin mit veranlaßte, endlich wissen zu wollen, abgesehen von den Begleiterscheinungen, die Alpträume mit sich führen und einen erst aus den Fängen des Schlafes Befreiung finden lassen, wenn der Schrecken seinen Höhepunkt erreicht hat.

Es ist an der Zeit, den Pfad zu betreten, Zeit zu träumen, Zeit, dem Schrecken in seiner Gänze entgegen zu treten...
Ryana

Beitrag von Ryana »

Nervosität!?
Die Ritterin ist ein wahrer Quell davon, wie sie in der Küche steht und mit einer Gabel Bananen zu etwas verarbeitet, das man nicht einmal mehr guten Gewissens als pampige Masse bezeichnen kann. Neben mir die Frage ob ich nervös sei. Schwer zu sagen. Ich habe die Tiere gefüttert, die Pferde gestriegelt und mich auf die Suche nach Unkraut begeben, in einer Jahreszeit, die nicht dafür geeignet ist und in einem Garten, der aus Wildwuchs besteht. Nein, das lässt sich wohl kaum als nervös bezeichnen.
„Ich hebe mir meine Nervosität so lange auf, wie es geht.“

In der Küche bildet sich unterdes auf den Überresten der Bananen ein Berg aus Zucker, als ich hinzutrete um zu sehen, was das werden soll. Nur nicht anstecken lassen. Ablenken hilft. Ich opfere mich und greife zu einem Löffel, trage den Berg, Schicht um Schicht, Löffel um Löffel, ab und stopfe ihn mir in den Mund. Das süße Zeug verwandelt sich zu einer breiigen Masse, ähnlich der, die in der Schüssel nun unter dem Zucker langsam wieder zum Vorschein kommt. Ich hege noch immer die stille Hoffnung Darna sage irgendwann ‚Stop’, möglichst bevor mir das klebrige Zeug aus dem Mund quillt und die Mundwinkel hinabläuft. Ekelhaft. Dann die erhoffte Erlösung, die mit einem seufzenden „Reicht. Danke.“ erklingt. Gerade noch rechtzeitig.

Meine verdrängten Befürchtungen bestätigen sich, als ich mir etwas Obst und Brot zum Essen suche und dafür überraschte Blicke der Ritterin ernte. „Ich mach’ doch für Euch schon Essen?“ Ich werfe so unauffällig wie möglich einen unsicheren Blick in die Schüssel und räume dann nur allzu gerne – eher ergeben -, mit Aussicht auf – was auch immer das werden soll – ein gutes Essen, eben zusammengeklaubtes wieder weg und widme mich dann beobachtend und gespannt den weiteren Kochvorbereitungen. Als sie sich an einigen Äpfeln zu schaffen macht, lehnt sie, zu meinem Unverständnis, pikiert mein Angebot ab ihr Mörser und Stößel zu bringen, um –und Gabeln eignen sich ja wohl kaum zum Zermatschen von Äpfeln- ihr die Arbeit zu erleichtern. So behalte ich weitere hilfreiche Ideen für mich und warte schweigend auf das Ergebnis ihrer Bemühungen. Ausgehöhlte Äpfel werden mit dem gezuckerten Bananenmus und irgendeiner Sahnesoße gefüllt, in eine Backform gelegt und aufs Feuer gestellt. Den Hinweis, schon einmal Besteck zu holen, nehme ich mit leisem Gebrubbel in Kauf. Zu allem Überfluss schafft Darna es also schlussendlich doch noch mich, wie ange’droht’, dazu zu bringen Äpfel mit Messer und Gabel zu essen.

Bis auf kleine Ungereimtheiten kann sich das Ergebnis, trotz meiner anfänglichen Zweifel, sehen lassen. Vier gefüllte, gebackene Äpfel, verteilt auf zwei Tellern, für drei anwesende Personen. Als die Ritterin das Missgeschick bemerkt kommt einige Unruhe am Tisch auf. Seitens Darna, die aufspringt um in die Küche zu eilen, bis sie zurückgehalten wird und schließlich, ganz Höflichkeit – Verlegenheit und einem nervlichen Wrack gleichend -, einen der eigenen Äpfel abtreten will. Und seitens Vivianne, die, aus unerfindlichen Gründen, eifrig bemüht ist, alle Angebote abzulehnen und auf das Essen ganz zu verzichten. Darna besteht, eher unsicher fragend, wenigstens auf eine Kostprobe, was bei Vivianne noch immer nicht auf rechte Zustimmung trifft. Ich opfere mich ein weiteres Mal, diesmal als Schlichter mit den Worten: „Um bei der Wahrheit zu bleiben, müsst Ihr sogar probieren, so was gehört sich einfach. Das nennt man gute Manieren habe ich mal gehört.“ Sicherheitshalber richte ich meinen Blick dann doch auf das vor mir stehende Essen, um undefinierbaren Blicken Viviannes zu entgehen. Erfolgreich, wenn man davon absieht, dass nicht nur ein Blick, sondern auch Worte folgen, die mich kurz zusammenzucken lassen, in dem Wissen, dass ich um späteres Gespräch zu diesem Thema wohl nicht herumkommen werde. Opfer sind wohl nie leicht zu erbringen.

Nachdem Vivianne in die Küche sprintet, um die vollführte, wohl zu süße, Kostprobe spuckend in das Küchenbecken zu befördern, verläuft das restliche Essen schweigend, still, totenstill. Nein, an diesem Tisch ist sicher niemand nervös. Ich genieße das vorzügliche Mahl, in dem ich mir beide Äpfel einverleibe, erstaunlicherweise ohne zu platzen. Nicht, weil ich nervös bin, sondern schlicht und ergreifend, weil man Essen nicht verkommen lassen soll. Vielleicht auch beides, aber das gestehe ich mir sicher nicht ein.

Nach dem Essen, und nachdem Darna ihre Nervosität selbst mit dem Abwaschen, nicht von sich waschen kann, finden wir uns gemeinsam wieder um den Tisch versammelt. Vivianne erklärt was man auf den Traumpfaden beachten muss, und wir lauschen, angespannt und nervös – ich habe mich doch anstecken lassen – den Ausführungen. Jetzt ist es unausweichlich und es gibt es kein Zurück mehr. Zeit den Träumen einer Anderen beizuwohnen, in der Hoffnung helfen zu können jene zu entwirren.
Darna von Hohenfels

Beitrag von Darna von Hohenfels »

Traumhaufen Eins - Zuhause

"Wo sind wir?"

Darna sah sich um, vieler Blicke bedurfte es allerdings nicht, um mit leisem und etwas wehmütigen Lächeln die Antwort preisgeben zu können:
"Elbenau."
Friedlich und beschaulich lag der kleine Ort inmitten der Winterlandschaft, während die drei Frauen etwas außerhalb an einer Weggabelung auf einer Wiese angekommen waren. Oder, besser gesagt: Hier hatte der Traum also seinen Anfang genommen, in dem es ihnen durch die Hilfe der Hohen Hexe möglich war, bewusst alles wahrzunehmen und willentlich die Schritte zu setzen. Trotzdem war es Darnas Traum in jenen Momenten.

"Schön ist es hier... wenn auch etwas ruhig...", merkte Ryana an und sah fragend zu Vivianne, "Ist das immer so?"
Was Vivianne antwortete, dachte Darna im gleichen Moment, und vielleicht waren es auch ganz ähnliche Gedanken, die zu dieser Antwort bewogen: "Nein... nicht immer..."

Träume hatten ihre eigenen Gesetze. Und so verwunderte es auch nicht lange, die Ritterin hier nicht in den geliehenen und zu kurzen Kleidern der Hexen zu sehen, sondern in der wappengeschmückten Prunkrüstung, die ihr eigen war, mit goldenem Glanz überzogen, ihren schweren roten Umhang aus Goldbrokat um die Schultern. Fast wirkte es wie ihre natürliche bequeme Kleidung, ohne Helm und statt der gepanzerten Handschuhe welche aus feinem Rehleder mit eingeprägtem Wappen tragend. Ihr Schwertgurt fehlte.
"Ich brauch hier keine Waffe", sprach sie aus Überzeugung. Niemand hier würde an sie Hand anlegen wollen und niemanden hier trachtete sie zu verletzen. Es war ihre Heimat, es waren ihre Leute.
Vivianne war in die schlichten und doch auf ihre eigene Weise schönen Gewänder gehüllt geblieben, die man auch bislang so an ihr kannte, einzig einen Stab rief sie in ihre Hände und schloß die Finger wie selbstverständlich um diesen.
Ryana indes zeigte sich in zerschlissener Kleidung, löchrig, etwas schmutzig und als die erste Verwunderung darüber Verständnis gewichen war, wählte sie als Waffe einige vom Boden aufgelesene Steine, die sie in der Hand behielt.

Von jedem konnten sich hier innerste Wahrheiten offenbaren, am ehesten von der Träumenden selbst, doch fühlte Darna nichts als Ruhe und Gelassenheit. Es war gänzlich ihr Revier, und sie hatte beide eingeladen. Das Dorf selber würde nicht ihr Ziel sein.
Die Ritterin lenkte die Schritte auf den anderen möglichen Weg, der zu einem ein wenig abseits der Ortschaft gelegenen Gutshof gehörte, der schon von weitem offenbarte, daß es kein Bauer war, der dies Zuhause nannte...

Das Gut derer von Elbenau. Hufeisenförmig angeordnet die Gebäude und Stallungen um das Haupthaus, alles trotz seiner Beschaulichkeit korrekt und solide wirkend. Schon die Stuckverzierungen am Haupthaus kündeten von Liebe zur Symetrie, Treue zum Reich und Stolz auf die erlangten Ritterwürden. Am Ziergiebel über dem Eingang der Wahlspruch, der den Geist ihrer Familie prägte wie kein zweiter, flankiert von den Symboltieren Temoras:
'Adel' kommt von 'edel'.
Keine Prunksucht und keine falsche Scham - so wie Darna ihr Zuhause in Erinnerung hatte. Samt der Hühner auf dem Hof, die bei jeder Kleinigkeit aufgeregt gackernd durch die Gegend stoben.

Die Idylle wurde schon bald scheinbar unterbrochen.
"HIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINRICH!
WENN - ICH - DICH - ERWISCHE!", brüllte langgezogen eine Stimme polternd aus dem Dienstgebäude, "ICH ZIEH DIR DIE OHREN LANG! LAUSEBENGEL!!"
Man sah den sechsjährigen Delinquenten quer über den Hof zu den Ställen flüchten, an der Wange noch roher süßer Teig und beide Hände voll in der Kälte dampfenden Kuchen. Erwartet wurde er von seiner lachenden Spießgesellin, nur wenig jünger, die langen braunen Haare zu braven Zöpfen geflochten und in ein hübsches Kleidchen gesteckt, das allerdings von einem umso einfacheren Strick gegürtet wurde, um ein sorgfältig geschnitztes und damit hochwichtiges Holzschwert zu halten.
Als Vivianne das Mädchen sah, schwankte sie und stützte sich mit leisem Ächzen auf ihren Stab - sie kannte das Kind.
Darna hatte sich schon, seit sie denken konnte, geweigert, zu stehlen, was Kuchen stibitzen mit einschloß. Damit hatte Hinrich einen deutlichen taktischen Vorteil, wenn er irgendwas von seiner edler geborenen Spielkameradin hier auf dem Rittergut etwas wollte, so wie diesmal:
"Du hast aber versprochen, daß ich dann auch mal das Schwert haben darf!"
"Ich halte auch mein Versprechen, ja!", nickte die fünfjährige Ritterstochter mit wichtiger Miene, "Das gehört sich so!"

Einzig sollte es kurz darauf ein Problem geben, als es noch etwas Wichtigeres gab als Kuchen futtern: ihr älterer Bruder Veltin wurde zum Geschichtsunterricht gerufen. Und ihr Schwert weggeben, während sie nicht dabei wäre? Das ging nicht.

Es lenkte die Aufmerksamkeit ihrer beider Begleiterinnen jedoch weit mehr ab, wer da zum Unterricht rief, in der Tür des Hauptgebäudes stehend: Die braunen Haare militärisch kurz geschnitten, hatte der Mann in der edlen, streng und sittsam auf den Leib geschneiderten Kleidung die Hände auf dem Rücken verschränkt und sah sich mit aufrechter Haltung um.
Im Hof schien gerüstet sein weibliches Pendant zu stehen.
Es brauchte nur einen vergleichenden Blick beider Hexen, um Darnas Vater als solchen zu erkennen und zu nicken. Genausowenig wirkte nun die Ausstrahlung des Mannes verwunderlich, dessen Präsenz den ganzen Hof problemlos einzunehmen schien.
Das kleine Mädchen "schlich" sich mit zum Unterricht, vom Vater lediglich mit einem leicht unwirschen, doch auch resignierenden Seufzen kommentiert. Bislang von ihrer Umgebung ignoriert, als wären sie nicht wirklich anwesend, folgten die drei Frauen den Mitgliedern der Familie von Elbenau.

In der geräumigen Diele, die den Eingangsbereich bildete, befand sich auch die "Ahnengalerie". Darna argwöhnte bei dem Anblick nun zum ersten Mal, daß ihre Frau Mutter diese Bezeichnung mit einer Beimischung von Humor gewählt haben musste, denn es hing nur ein Bild dort - das Porträt ihres Großvaters, wo das Messingschild verkündete: "Leonbrand, Ritter seiner Majestät, Gründervater des Hauses"
Daneben die Rüstung, die er zu Lebzeiten getragen hatte. Allein auf diesen wenigen Dingen schon ruhte fast der ganze Stolz des Hauses.

Der Vater mit den beiden Kindern schien bereits verschwunden, doch fanden sich nach einem eher plötzlichen Wechsel der Umgebung alle in einem beheizten Wohnraum wieder, das Vivianne angesichts zweier Wildschweinfelle vor dem Kamin und einiger Hirschgeweihe an den Wänden eher als "Jagdzimmer" bezeichnete. Über der Tür hing ein vergoldetes ausladendes Geweih, Hinweis sowohl auf das Wappen als auch vielmehr die Entstehungssage um die Ortschaft. Doch sollte diese nicht Inhalt des heutigen Unterrichtes sein.
Das Mädchen saß bei seiner Mutter, die in einem zweier Sessel vor dem Kamin saß, rund um sich herum verteilt diverses Zubehör an Stick- und Strickzeug. Die etwas blasse und unscheinbare, doch hübsche Frau mit seidig schwarzen Haaren, war sittsam frisiert und wohl Anfang Dreißig. Ohne Kommentar nahm sie hin, daß ihre Tochter ihr zwar mäßig hilfreich das Garn hielt, doch die Aufmerksamkeit ganz bei dem Tisch war, an dem Vater und Bruder saßen.

Allerich von Elbenau erzählte seinem Sohn Veltin - und weniger freiwillig auch seiner Tochter - davon, wie der Brudermörder für die Entstehung der Dämonenfratze Kra'thor sorgte, als auch schon trotz des vorigen Bekundens, leise zu bleiben, die Tochter neugierig mit einer Frage herausplatzte:
"Wurde Allata dafür gar nicht bestraft, Herr Vater?"
Es klang ganz nach der Erwartung, als hätte jemand den Panther für diese Untat ohne Abendbrot ins Bett schicken müssen.
"Ja, er wurde dafür noch bestraft, Tochter. Hier hatte jemand aber versprochen, still zu sein?"
"Es tut mir leid, Herr Vater", kam die kleinlaute Antwort, als sich darauf folgend die Mutter mit Besorgnis in der Stimme einmischte:

"Meinst du nicht, daß sie für diesen Teil der Geschichte noch zu klein ist, Allerich?"
"Nein, bin ich nicht", flüsterte die Ritterin, die mit ihren beiden Begleiterinnen ein wenig abseits bei den Fenstern stand. Vivianne lachte leise auf. "Heut sicher nicht", bestätigte sie leise kommentierend - doch plötzlich war es seltsam still im Raum geworden.

Mit quälender Langsamkeit ließ Allerich von Elbenau seinen Blick durch den Raum gleiten und sah zu seiner Tochter - seiner erwachsenen Tochter. Darna stand da und brachte keinen Ton heraus.
"Du bist eigentlich zu klein für sowas, Tochter...", merkte er abwägend an und neigte nachdenklich seinen Kopf leicht vor.
Zu klein?
"Und du bist ein Mädchen", fügte Veltin hinzu, ohne daß der wenig ältere Junge sich in der Szenerie für diese Worte gerührt hätte.
Spielte das eine Rolle?
"Ich bin zurück, Herr Vater", brachte sie schließlich doch Worte über die Lippen, erst ruhig und fast tröstend, "Und ich bin geworden wie du, wie Großvater... ich bin Ritter. Ritter." Ihr versagte die Stimme und es brauchte ein Schlucken, um für dieses Mal zu diesem Zeitpunkt bewusst zu dem zu stehen, was damals ihr Leben beeinflusste:
"Erzähl mir von Gelmir und seinen Taten, bitte..."

Und so hatte damals ein fünfjähriges Mädchen von Gelmir Ancalime, seiner Heldentat - und seinem Heldentod gehört, hatte die Schrecken der Schlacht um Varuna geschildert bekommen, bevor Temora im Kampf fast gegen ihren grausamen Bruder verlor.
Erzählungen, die neben dem Unverständnis für all den Schrecken und all das Leid einen Wunsch ins Leben riefen: Dabei zu sein. Auch so heldenhaft zu sein.

Neben Darna beobachteten Vivianne und Ryana, wie das Bild des Kaminzimmers verblasste und diffusem, grauen Nichts wich, in dem die drei "standen". Noch einmal ließ sich die Stimme der Mutter hören:
"Darna! Träum nicht... reich mir das Garn.
...
Bei Temora, was soll aus dem Kind nur mal werden?"
"Jedenfalls keine Künstlerin am Stickrahmen, wie meine liebe Gemahlin", verklangen Allerichs Worte, bevor die Geräusche andere wurden, zunehmend lauter:

Lärm von aufeinanderschlagenden Waffen, Kampfschreie, Schmerzschreie, das Fauchen von Feuer, Bersten von Holz, Stein und... Knochen...
Ryana

Beitrag von Ryana »

Neugierig schweiften Ryanas Blicke über das Gut, bis sie, zusammen mit den anderen Augenpaaren, ebenso an den Lettern verharrten, die den Ziergiebel über dem Eingang schmückten.
- ‚Adel’ kommt von ‚edel’ –
Den Kopf leicht zur Seite geneigt, betrachtete sie die Buchstaben, die Stirn in Falten gelegt: „Und was ist edel?“
„Treu in Herz und Sinn, aufrecht Volk und Fürsten dienend, tapfer im Kampf und voll Demut vor der Göttin.“ Leise und ruhig erklang Darnas Antwort, bedächtig, als würde sie etwas zitieren.

Für weitere Fragen und Gedanken blieb keine Zeit, als ein Brüllen erklang, das sie zusammenzucken und den Blick vom Schriftzug lösen ließ, um den Ursprung dieser Stimmgewalt auszumachen. Der Ursprung verlor schnell an Wichtigkeit, als das offensichtliche Ziel, in Gestalt eines kleinen Jungen, über den Hof in Richtung Ställe schoss. Mit einem Schmunzeln auf den Lippen sah sie zu, wie der junge Dieb seine Beute mit einem kleinen Mädchen teilte.
Das Schmunzeln verflog, als ihr, einige kleine Hinweise später, klar wurde, wen sie da gerade vor sich hatten. Ungläubig starrte sie die Kleine an, die glucksend, und zu allem Überfluss auch noch mit den Fingern, die Hälfte des stibitzten Kuchens verputzte. Sie schüttelte den Kopf, sah zu Darna, die ganz sie selbst, die Hände auf dem Rücken verschränkt, ruhig das Szenario betrachtete. Und noch überraschter denn zuvor schaute sie zurück zu den Kindern. „Unmöglich...und doch...sie kann mit den Fingern essen,“ entwich es ihr leise murmelnd, ehe sich ein breites Grinsen ihrer bemächtigte.

Eine der nächsten Überraschungen sollte sich in Form eines Gemäldes offenbaren, welches sich an einer Wand der geräumigen Diele im Inneren des Hauses präsentierte. Das Portrait zeigte einen Mann mit Kriegerbart, etwa Mitte Vierzig, und einem strengen, herrschaftlichen Blick. „Dem ist bestimmt jeder auf mehrere Schritte Umkreis ausgewichen, ich wäre es zumindest,“ entfuhr es ihr leise, was ein Schmunzeln Viviannes und einen verwunderten Blick Darnas zur Folge hatte. Letzteres begleitet von den Worten: „Ihn hatte nur zwielichtiges Gesindel zu fürchten, er war ein sehr aufrechter Mann.“
Sie wog den Kopf hin und her, noch abschätzender das Bild betrachtend.
Vivianne fügte leise eigene Worte an: „Einem Gemälde sieht man nicht an, ob der Abgebildete nicht auch ein herzlicher Mensch war, oder sein konnte.“
Das war offensichtlich, diesem wirklich nicht. Man hätte ja ein zweites daneben hängen können, wo eben solches zu sehen war. Das würde auf jeden Fall Missverständnisse vermeiden. Sie behielt den Gedanken für sich.
Im Kaminzimmer schließlich fand sich die ganze Familie beieinander, und während der Vater dem jungen Veltin Unterricht in Geschichte gab und die Mutter mit Stickarbeiten beschäftigt war, saß die junge Darna - ganz kindliche Neugier und Begeisterung - zu deren Füßen, jedes Wort des Vaters so in sich aufsaugend, wie ein Schwamm Wasser aufgenommen hätte.

Die Ritterin war nicht die Einzige, die sich plötzlich anspannte und ihren Vater anstarrte, der sich langsam zu ihr umdrehte. Einzig Vivianne war die Ruhe in Person, neben Darna, die nach einer Weile doch noch einige Worte hervorbrachte, und neben Ryana, die unruhig von einem Fuß auf den anderen trat. Unzählige Gedanken schossen ihr in diesem Moment durch den Kopf. Er sieht nur sie. Nur nichts sagen, keinen Mucks. Ich bin nicht passend gekleidet. Wenn er mich bemerkt, wirft er mich raus. So merkwürdig hier. Dann fliege ich vielleicht wirklich raus, zurück, und kann den anderen beim Schlafen zusehen. Bloß das nicht. Du hast versprochen hier zu sein. Ja keinen Ton.
Das Verblassen der Umgebung gab nur im ersten Moment Erleichterung, bis Lärm von aufeinanderschlagenden Waffen, Kampfschreie, Schmerzschreie, das Fauchen von Feuer, Bersten von Holz, Stein und... Knochen...erklang. Sie schluckte.
Darna von Hohenfels

Beitrag von Darna von Hohenfels »

(#Anmerkung: In dem Post wird in ausführlichen Bildern Gewalt beschrieben, sensiblere Gemüter bitte dieses Post nicht lesen!)



Traumhaufen Zwei - Die Schrecken der Schlacht

Die Lederhandschuhe machten gepanzertem Schutz Platz. Ihr Schwertgurt legte sich um ihren Leib, während die hell glänzende Klinge in ihrer Hand erschien. Ihre Augen verschwanden hinter den schmalen Schlitzen, die der Adlerkopfhelm ihr zum Sehen ließ.

"Erwähnte ich schon, daß ich diese Wechsel auf dem Traumpfad nicht sonderlich mag?", knurrte Vivianne und zog Ryana hinter sich, die Veränderung der Ritterin entging ihr nicht. Hatte sie in Elbenau ihr Schwert nicht gebraucht... schien diese Zeit nun wohl für sie beendet.
Keine zwanzig Schritt von ihnen stürzte mit ohrenbetäubendem Krachen ein Teil einer Stadtmauer in sich zusammen, während sich die drei neben einem Wassergraben außerhalb der Stadt wiederfanden. Mannsgroße Bruchstücke segelten durch die Luft und schlugen teils neben ihnen ein, gruben sich armtief in den Boden. Eines der Bruchstücke schlug in eine Ansammlung von Skeletten, und erneut war exzellent das Knacken von Menschenknochen zu hören.
"Weg hier! Sofort!", befahl Vivianne knapp und bestimmt, packte Ryana am Kragen, um sie hinter sich herzuziehen.

Weg? Wohin denn?!
Rechts von ihnen der Wassergraben, in dessen milchiger Brühe Schlieren aus Blut, Trümmer und Leiber schwammen. Dahinter die Reste der Stadtmauer. Nicht zwergisch, nicht mal die alte Stadtmauer. Einzig die Ritterin registrierte es, doch es war ihr selbstverständlich.
Ein Blick nach hinten über die Schulter offenbarte eine Gruppierung von Männern in tiefschwarzen Roben, die Arme größtenteils mit Stäben beschwörend in die Luft gereckt, finstere Gesänge in einer grausam klingenden Sprache herausbrüllend. Um sie herum schien sich die Luft verdichtet zu haben, daß man schon beim bloßen Anblick argwöhnte, zu ersticken oder sich die Pest zu holen.
Um sie herum wankten und schritten Skelette, Zombies und Mumien, überall in Kämpfe gegen verschwindend geringe Mengen von Menschen in zivilisierten Rüstungen und oft blau-goldener Gewandung verstrickt.
Selbst der Himmel schien in blutrotes Licht getaucht, schwarze Wolken trieben dort... gewaltige Schwärme von Harpien, aus denen immer wieder welche hinabstießen und weitere Menschen zerrissen. Sie trugen ihre Beute mit sich hoch in die Luft, was ab und zu für einen feinen Sprühregen aus Blut sorgte, wenn sie weiter über die Leiber und in ihrem Wahn teils übereinder selbst herfielen. Es machte keinen Unterschied - es waren zu viele.

Abrupt hielt Vivianne inne, den Stab schützend waagerecht vor sich und vor Darna gehalten. Nun ließ sie auch Ryana los, als diese keuchte. Der löbliche Entschluß, einen sichereren Ort aufzusuchen, scheiterte am schieren Nichtvorhandensein eines solchen.
Plötzlich brach vor Darna mit einem Schritt Breite der Boden auf und aus der Erde erhob sich ein in eine zerschlissene violette Robe gehüllter Lich, eine eiserne "Krone" tragend, deren Zacken eher Folterinstrumenten glichen. Er beugte sich vor, ein bedrohliches Gurgeln ausstoßend.
Die Ritterin hob das Schwert mit einer Bewegung wie aus dem Schulbuch, als an ihrem Arm vorbei ein Blitz auf den Lich zuschoß und ihn in ein schleimiges Gemisch aus Asche und Knochen verwandelte. Stattdessen zerteilte im nächsten Moment das Ritterschwert eine heranschießende Harpie, und während Darna nach der nächsten Gefahr schon Ausschau hielt, rollte der abgetrennte leicht befiederte Kopf mit der schmerzverzerrten Fratze einer Frau vor Ryanas Füße, die immer blasser wurde.
"Wirf deine Steine, oder bitte Mutter, Ryana.. aber fall nicht um!" - die nächste klare und weitaus nötigere Anweisung Viviannes.

Das nächste Unheil drohte schon, als der Gesang der Arkorithergruppe schlagartig verstummte - so unheilvoll, daß sein Fehlen selbst im gewaltigen Schlachtenlärm auffiel.
Der Blick der Ritterin schweifte über die Ebene, während hinter ihr die Hohe Hexe die Göttermutter lautlos um Schutz und ihren Segen für die drei bat. "Ich sah das Schwert, umgeben von Chaos und Vernichtung...", hallte es durch Darnas Erinnerung, als sie beobachtete, wie sich in unabsehbarem Umkreis der Boden in eine abgestorbene graue Masse verwandelte, aus der dann Skeletthände und oberarmdicke grüne Tentakel brachen und fast wahllos nach Opfern griffen - ein kleiner Bereich um die drei Frauen herum blieb jedoch auf wundersame Weise von diesem Phänomen verschont.

"Nur ein Traum", murmelte Vivianne und riß die Arme mitsamt ihres Stabes in die Höhe - wieviel Macht hatten sie hier? Blitze schossen im nächsten Moment an mehreren Stellen aus dem Himmel. Die Hohe Hexe straffte sich und reckte ihren Stab dann zum Wassergraben, zog einen Kreis um sich und ihre beiden Begleiterinnen, und wenige Lidschläge später waren sie umgeben von einer schützenden Barriere aus Wasserelementaren, die einander an den Armen fassten.
Wieviel Macht hatten sie hier? Ryana blinzelte überrascht, als ein von ihr geworfener Stein wesentlich schneller und weiter flog, als es menschenmöglich gewesen wäre und den anvisierten Arkorither genau am Kopf traf, ihn wie vom Blitz getroffen umkippen ließ.

Viel Macht - reichte sie etwa, um hier irgend etwas auszurichten?
Erneut sangen die verbliebenen finsteren Zauberer, und im nächsten Augenblick ging eine kleine Gruppe von Kriegern, verzweifelt um ein verbliebenes Banner geschart, wie lebende Fackeln in Flammen auf. Das Feuer fraß sich auch die Standarte hoch... kurz noch zeigte sie das Wappen Varunas ohne das Zeichen derer von Hohenfels, bevor sie ebenso nichtig zu Asche zerfiel.
Getöse drang neu aufbrandend an ihre Ohren: mehrere hundert Schritt entfernt erhob sich ein riesiger Drache, der einzig aus wabernden Schatten und Knochen zu bestehen schien, und riß ein oder zwei Regimenter von Menschen und Elfen in den Tod.

Dort jedoch, wo eben noch die Kriegergruppe wie ein Strohfeuer vergangen war, ließ sich plötzlich wie übriggelassen und vergessen eine andere Gestalt erblicken...
Ein vielleicht vierzehn Jahre altes Mädchen in lederner Hose, Kettenhemd und einem einfachen weißen Umhang, auf dem sich als Wappensymbol das Zeichen der Grafschaft Felsenstein fand, ein roter Wehrturm. Die braunen langen Haare wehten offen im Wind, und ihre Bewaffnung bestand aus einem Eisenlangschwert und einem Holzschild.
"Was, bei Mutter...!", entfuhr es Vivianne, als das Mädchen sich auch schon mit einem "Für Temora!" in den Kampf gegen eine Mumie stürzte.
Die Ritterin starrte kurze Momente diesen ungleichen Kampf an - und setzte sich in Bewegung, durchschritt ignorierend die schützende Mauer aus lebendem Wasser und fing an, mithilfe ihrer Schwerthiebe die Gegner vor sich aus dem Weg zu räumen, wie andere Leute das Stricken pflegten:
Zwei links, zwei rechts, zwei fallen lassen...
Ernst und entschieden betete sie derweil, die Sätze mit der Bestimmtheit von Weltgesetzen verkündend: "Im Lichte deiner Gerechtigkeit entbiete ich mein Schwert, um zu streiten für alles, was recht ist! DEIN Licht erhelle mein Herz! DEIN Wort erfülle meinen Geist!"
Unter der herabsausenden Klinge verging jaulend ein Höllenhund. Hinter ihr folgte Vivianne, mit links und rechts abwechselnd Blitze und Feuerkugeln verschießend, während Ryanas Steine faustgroße Löcher in allem hinterließen, was sich zwischen Beginn und Ende des Fluges befand.

Doch als sie bei der heranwachsenden Schwertkämpferin ankamen, ließ diese gerade mit einem Abschließenden Durchbohren der Bandagen die Mumie zu Boden sinken.
Mit sehr ernster Miene sah sich das Mädchen um, unverkennbar erneut eine jüngere Ausgabe der Ritterin, doch fehlten ihrem Gesicht noch immer die charakteristischen Narben. Wieder schien es wie zuerst auf dem Rittergut, als die Leute die drei Frauen nahezu gänzlich ignoriert hatten, als sich schräg hinter Vivianne plötzlich eine leicht schnarrend und ekelhaft herablassend klingende Stimme vernehmen ließ:
"Wirklich, sehr beeindruckend... Elbenau."
Die Brauen der Ritterin und der Knappin zogen sich im gleichen Moment zusammen und gleichzeitig wurde auch die Erwiderung laut, ernst und mit verbitterter Bestimmtheit:
"VON Elbenau."

Keine weiteren Bedrohungen schienen auf die kleine Gruppe einzustürzen - stattdessen zeigte sich eine andere Art von Feind: Sechzehn Jahre alt, die Haare kurz und aschblond, teils widerspenstig abstehend, in gleicher Art an Kleidung wie die Knappin und der Blick aus blau-grauen Augen kühl und abschätzig.
"Ihr wollt hier also die Heldin spielen, hm?", flossen die nächsten Worte von den Lippen, die sich an einem Mundwinkel zu einem süffisanten Lächeln hoben. "Ihr solltet vorher lernen, wie rum man ein Schwert richtig hält, bevor Ihr Euch mit Gegnern anlegt, die Euch überfordern, Elbenau - ich glaube, ich hab da drüben ein paar Flügelaffen gesehen, übt lieber dort."
Gernot von Kelterburg. Sohn des Markgrafen von Kelterburg, "Stütze des Reiches". Ganz das Scheusal, wie Darna ihn in Erinnerung hatte - natürlich genau dieses Scheusal. Gernot, wie sie ihn jahrelang ertragen hatte: herablassend, hochnäsig, und ganz gleich, was man versuchte, es war ihm nicht beizukommen. Lästiger als Unkraut. Selbst Vivianne unterlag der Versuchung, sich verbal mit ihm anzulegen, schließlich gar ihre Macht zu verwenden, um ihn klein zu kriegen - es mißlang. Musste mißlingen. Er war eben wie immer, und das Geschehen zwischen den beiden Knappen ging seinen Weg wie immer:
"Hier sind keine Flügelaffen, von Kelterburg", antwortete die Knappin mit mühsamer Beherrschung und dem der Ritterin noch gut bewussten Unvermögen, im Spott nicht ernst gemeinte Worte als solche zu erkennen. "Und selbst wenn hier welche wären, hätte ich besseres zu tun, als ausgerechnet diese zu bekämpfen! Ich diene dem Reich und habe dazu genau das gleiche Recht wie Ihr!"
"Ihr habt als angebliche Dame aus angeblich gutem Hause das Recht, jenen Kämpen, die wissen, was sie mit ihren Schwertern ausrichten können, ein paar warme Strümpfe zu stricken, Elbenau - wir haben schließlich Winter", erklärte ihr Jugendfeind überfreundlich, als sei sie sogar zu begriffsstutzig, um selber die Jahreszeit zu bemerken.
Sich selber so zu sehen, tat der Ritterin irgendwie weh: Die Knappin stand dort inzwischen ein wenig blass, die Wangen fleckig gerötet vor Zorn. Es kam, was kommen musste: "VON Elbenau! Und ich zeig Euch gleich, was ich mit meinem Schwert ausrichten kann und was nicht!", fauchte die Jüngere wütend. Ein triumphierendes Aufleuchten in den Augen ihres Feindes, das kalte Lächeln des gehobenen Mundwinkels wurde noch etwas tiefer und er schien sich um Viviannes Worte nicht einmal mehr zu scheren, hatte seine Beute erfolgreich geködert und sich festgebissen:
"Soll ich das als Forderung auffassen, Mädchen? Hast du immer noch nicht gelernt, wer hier die Hosen anhat?"

Die Knappin zeigte sich indes mit zornig gekrauster Nase wie ein wütender Hund und fast ebenso gefletschten Zähnen - mit raschen Atem schnaubte sie jedesmal leise, um ihre letzte Beherrschung ringend. Die Ritterin musterte den Markgrafensohn die ganze Zeit merklich angespannt, unwirsch, doch sich keinen fingerbreit rührend oder irgendwas sonst sagend.
"Was hätte ich denn tun sollen? Mir all das gefallen lassen? Worte um Worte - bis die Waffen sprachen. Meine Güte... musste es so kommen? Welch Unverstand. Wir hätten gemeinsam kämpfen sollen, und es ging nicht. Es ging einfach nicht, nicht wahr? Nicht wahr?"
Wieder rückte die restliche Welt ein Stück beiseite, und die Ritterin registrierte erst mit Verwunderung, doch dann mit einem akzeptierenden Hinnehmen, daß die Knappin sich zu Ryana wandte und die junge Hexe still abwartend ansah, kurz Unsicherheit im jungen Blick. Was wollte sie?
"Fragt um Erlaubnis. Ersucht um das Lossprechen von Schuld. Damals konnte ich niemanden fragen, doch bis heute sind die Zweifel geblieben, ob ich damals nicht einen gewaltigen Fehler beging, nicht wahr? Durfte ich es so weit kommen lassen?"
Die Ritterin hob den Blick, weder Gernot einen Blick schenkend, noch den Antworten Ryanas und dann auch Viviannes nähere Aufmerksamkeit widmend. Vielleicht hätte es sie amüsiert, wie jede die gleiche Entscheidung in eine Art kleidete, die nun mal ihrem jeweiligen Wesen entsprach: Ryana unkompliziert und mit doch verschmitzter Höflichkeit, Vivianne mit ihrem beliebten Lehrbild der zwei Wege, zwischen denen es sich zu entscheiden galt - weise und aufzeigend, ohne zu lenken. Und sie?
Nun wäre die Reihe an ihr... ergeben schloß sie die Augen und es blieb einige Herzschläge lang still, bevor die Erwachsene auf die stumme Frage ihres jüngeren Ichs antwortete, nun gänzlich ruhig:
"Nein, ich bereue nicht, was du getan hast. Ich bereue nicht, was es gebracht hat. Und sei dies die einzige Schuld, die ich am Ende meiner Tage vor Temora tragen müsste -

lass ihn bluten."

Gänzlich versank die Schlacht um sie herum in einem grauen undurchdringlichen Nebel. Sie hatte sich für das Schwert entschieden. Und während die Knappen sich zum Kampf bereit machten, breitete sich unter ihnen der schmutzige kalte Boden eines Herbstwaldes aus, setzte die drei Frauen in gebührendem sicheren Abstand zu den beiden auf eine Lichtung, wie es schien.
Doch anders, als damals geschehen, wurden sie von einer weiteren Person beobachtet, die geisterhaft unauffällig bis zuletzt der Aufmerksamkeit der Ritterin entging, den wachsamen Augen Viviannes jedoch nicht: ein alter Mann in brauner Kutte, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, es vollständig verbergend...
Ryana

Beitrag von Ryana »

(ooc: Post im Auftrag von PO Vivianne gesetzt)


Manchmal mögen uns die Traumpfade realer scheinen, als die Wirklichkeit.
Mir liegen die schnellen Sprünge nicht, denn hier sind sie stärker wahrzunehmen.
Die fallenden Mauerbrocken ließen den Boden vibrieren und ein jeder hinterließ im Magen dumpfe Schläge.
Es blieb nicht viel Zeit, sich ein Bild zu machen.. es herrschte Krieg und wir standen mitten drin, soviel stand fest. Was sich meinem Wissen jedoch vollends entzog in jenem Moment war, inwieweit wir hier tatsächlich in Gefahr wären.
Nur ein Narr würde jedoch stehen bleiben, sich nicht rührend, um es heraus zu finden.
Gerade als ich mich der Annahme hingab, einmal durchatmen zu können, durchschritt das Kind den leichten Schutz gebenden Wasserkreis, das Schwert durch die Leiber führend, als wenn eine Bäuerin mit ihrer Sense durchs Feld ‚pflügt‘. Es war allein dem Umstand zu verdanken, dass ich gerade die Hände voller Stab hatte, dass ich nicht auch sie zu packen versuchte, wie zuvor Ryana. Da lief sie also voraus und wir mußten uns gar eilen, ihr zu folgen, ehe die Schneise die sie schlug, sich hinter ihr, mit feindlichen Linien wieder schloß.
Schwert voraus, Blitz und Feuer auf die Flanken und Steine in der Rückendeckung.

Vorbei.. alles verschwamm, um alle Konzentration auf einen Jungspund werfen zu können, bei dessen Art ich mich hinreißen ließ, in dem Willen, ihm eine Lektion zu erteilen.
Natürlich mißlang das.. dies war nicht mein Kampf.. es war der, der jungen Ritterin.
Und wieder schickte uns der Traum auf einen weiteren Schauplatz.
Eine Lichtung, deren Umgebung dem Licht am Kriegsschauplatz ähnelte, wenngleich auch nicht ganz so kräftig, in Rot getaucht. Der Platz des damaligen und heutigen Duells zwischen der jungen Darna und dem, es nicht besser wissenden, jungen von Kelterburg.
Das Gefühl des beobachtet werdens schlich meinen Rücken hinauf, um im Nacken mit einem leichten Kribbeln zu enden. Mein Blick suchte die Büsche hinter uns ab, konnte jedoch nichts entdecken.. dafür aber rauschte just in dem Augenblick ein Wispern durch die Blätter der Bäume. Mehr gefühlte Worte, denn tatsächlich ans Ohr dringende:
„Ihr Antlitz gezeichnet von Spuren, geboren aus Haß. Sie wird die Erblast der Ritter tragen, wenn sie ihm entgegen tritt, von unbeflecktem Blute.“
Gerade als das letzte Wort verklungen, schlugen auf der Lichtung die Schwerter aufeinander.
Hatte nur ich diese Worte vernommen? Jene, die ich im Geiste nun wiederholte, um nur ja nicht eines zu vergessen.. die Blicke beider Frauen waren unterschiedlichen Gesichtsausdruckes auf die Knappen gerichtet, die Ryanas gebannt, die der Ritterin angespannt, konzentriert und ahnungsvoll... nein.. diese beiden hatten wohl nichts vernommen.

Die beiden Kämpfenden schenkten sich nichts, keinen Fußbreit wollten sie an den anderen verlieren. Funken sprühend und mit einem Aufkreischen glitten die beiden Klingen aneinander entlang bis sie von den Parierstangen aufgehalten wurden.
Hatte die Knappin anfangs ihre Wut noch unter Kontrolle, so mußte im Verlauf des Duells letztere dem Zorne weichen.
Beschwörend murmelte ich vor mich hin:
„Mit dem Herzen Kind... der Zorn ist ein schlechter Kampfbegleiter...“
Zorngetrieben lud sie den jungen Knappen förmlich ein, die Lücken zu nutzen, die sie ihm öffnete und nur wenige Augenblicke später zog er in einem Streich die Klinge über das Gesicht der jungen Knappin. Ein heller Aufschrei ihrerseits, während die Ritterin neben mir, den Kopf zur Seite riß, als wäre sie geschlagen worden.
Die zuvor makellose Wange der Knappin wies nun einen tiefen Schnitt auf, während die alte Narbe Darnas wie eine Frische anmutete.
Als wäre dies erst das Zeichen gewesen, das Duell zu beginnen und wäre alles davor, nicht mehr als eine Übung unter Knappen, ging die junge von Elbenau mit unvermittelter Wucht erneut auf den jungen von Kelterburg los, nicht im Ansatz den Gedanken hegend, aufzugeben.
Mehr noch... in Blick und Mimik war nun der Wille zu lesen, dem Jungspund den letzten Streich zu verpassen. Meine Züge indes glätteten sich, erinnerte ich mich doch zu gut, jenes Gefühl selbst erlebt zu haben.
Als sich der Junge der Tragweite ihrer Absicht bewußt wurde, legte er seinerseits den Willen zu Überleben in seine Paraden.
Als die junge Knappin ihr Schwert in einem wuchtigen Hieb von rechts nach links führte und die Klinge des Jungen drohte, ihm aus der Hand geschlagen zu werden, veränderte sich das Bildnis des Schwertes, der jungen Darna. Es glühte rötlichen Tones, während Blut von der Klinge lief, welches jedoch nicht von einer Verwundung des jungen von Kelterburg herrührte. Dies war nicht mehr jene Klinge, die sie zuvor in Händen hielt.

Gleichsam vernahm ich das Wispern wie zuvor, dieses Mal jedoch brüchig, gehetzt und wirr klingend. „Das ist es... da... das ist es...“ Für mich rückte das Duell auf Leben und Tod in den Hintergrund, als ich versuchte, die Quelle jenes Wisperns zu finden.
Dort... kaum klar zu erfassen...am Rande der Lichtung, eine Gestalt, braun berobt, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, es gänzlich verhüllend, begierig nach vorn gebeugt, die Hände alt und ausgemergelt wirkend, an die Rinde eines Baumes gelegt. Der Stimme nach schien es sich um einen Mann zu handeln. Ihn als Urheber des Wisperns für mich feststellend, stellte ich leise die mir zunächst in den Sinn kommende Frage: „Das... ist... was?“
Wirr, antwortete der augenscheinlich Alte flüsternd:
„Nicht loslassen...“ während seine Hände, handgroße, vergilbte Zettel nervös zerknautschten.
Meinen Blick wandte ich zurück zum Kampfgeschehen, insbesondere aber zu der rötlich glühenden Klinge, welche die junge Darna hoch über ihren Kopf erhoben hielt.. ausholend zum Schlage... während die Zeit in jenen Momenten zäh zu fließen schien, oder gar stehen zu bleiben.
„Es nicht loszulassen... liegt vermutlich nicht in meiner Macht.“ gab ich nach hinten zu dem Alten, als mir ein Gedanke kam und ich nicht umhin kam, die Ritterin zu betrachten.
„Aber.. vielleicht in ihrer..?“ Ich sah die alten Narben, die nun oberflächlich frisch wirkten und die Worte verließen leise meine Lippen, ohne, dass ich mir dessen bewußt war, zitierend:
„Ihr Antlitz gezeichnet von Spuren...“ mein Blick wandte sich zu den sich Duellierenden, „geboren aus Haß... Sie wird die Erblast der Ritter tragen, wenn sie ihm entgegen tritt...“ kurz sah ich zur Ritterin zurück, „von unbeflecktem Blute.“
Mein Augenmerk richtete sich nun erneut auf den verhüllten Alten, der, nachdem ich die Worte sprach, auf einen seiner Zettel starrte, ihn dicht vor die Nase haltend.
Woraufhin der Zettel gänzlich verschwand, als er ihn sich hastig in den Mund stopfte, kaute und verschluckte.
Ich glaubte, ich könnte einige Teile zusammen fügen, jedoch schien trotz ein wenig Klarheit alles verwirrend.. ich wollte mehr wissen... mußte mehr erfahren.. und tat ein paar Schritt auf ihn zu, mit Gemurmeltem:
„Mutter soll mich sofort holen, wenn er uns nicht mehr wispern könnte, als diese zwei Sätze.“
Als hätte er meine Worte gehört, hob sich die Kapuze, ohne das Gesicht preis zu geben und flinker als ein Wiesel verschwand er im grauen Nichts der Bäume, ein hektisch geflüstertes „Nicht loslassen!“ zurück und verwehen lassend.
„Danke Mutter, das war deutlich!“ Ich wandt mich um zu den beiden sich Duellierenden und die Zeit floß wieder dahin, als wäre ein zuvor sperrender Riegel gelöst worden.

Das Schwert der jungen Knappin fehlte, teilte nur die Luft und bar ihrer Deckung schlug der junge von Kelterburg zu, ihr abermals die Klinge übers Gesicht ziehend...
Darna von Hohenfels

Beitrag von Darna von Hohenfels »

Traumhaufen Drei - Es geschehen noch Zeichen und Wunden

Zwei Menschen, die sich nicht leiden können. Jung. Voll unbändiger Energie, frischem Stolz. Beide mit einer Waffe in der Hand. Ein Morgen wie unzählige vor ihm. Wieviel "mehr" an Bedeutung konnten ein paar simpel anmutende Fakten gewinnen? Wieviel Macht konnte in Haß, Stolz, Wille, Schmerz, Angst, Mut, Sieg und Niederlage ruhen?

Ich sah diesem Kampf zu... ich... nein, ich lebte ihn wieder. Lebte diese Wut wieder. Lebte diesen Schmerz wieder. Vor Augen jeden Hieb, jede Parade, jede Unachtsamkeit...
wie in bitterer Ironie schienen mich die Hiebe ins Gesicht zu treffen, wenn ich abgelenkt war. Was sollte das heißen: "merkwürdiges Schwert"? Was würde die spätere Frage nach dem Zeichen des roten Wehrturmes bedeuten sollen? Ich diente damals am Hof der Grafschaft Felsenstein, die den Wehrturm im Wappen führte. Bei dem Duell zwischen Gernot und mir schien es sich zum Schwert meines Heimatwappens gewandelt zu haben: ein rotes, liegendes Schwert.
Schwert.
Schwert...
Diese Waffe, ich sah den Kampf, ich sah die Klingen, und es schien mir, als müsse ich sie lieben und verzweifeln. Wieviele Jahre hatte ich mich wegen dieser Narben gegrämt? Gernot trat wieder vor mein jüngeres Ebenbild, wie er damals also vor mich getreten war. Wieder sein höhnender Triumph, seine ganze Haltung, es war so wirklich wie überzeichnet. Wieder diese Worte: "Gebührt dem Sieger nicht, daß man sich vor ihm verneigt?"
Es kann sich aber niemand tiefer neigen, der schon am Boden ist, Dreckskerl. Die Wucht seiner Ohrfeige riß mich von den Füßen - sie traf so verzweifelt, so hart, so vernichtend, als hätte mich alle Wut Gernots direkt getroffen, nicht nur seine Hand. Als ich aufsah, war das erste, was ich erblickte, die beiden Hände Ryanas und Viviannes, die sich mir entgegenstreckten, beim Aufstehen behilflich zu sein. Wie sollte ich beschreiben können, was mir in diesem Moment durch Herz und Sinn ging? Diese Geste, die helfend dargebotene Hand, war mir schon seit langem eines der Sinnbilder aller Ritterlichkeit. Kraft an jenen gebend, der selber weniger hatte, und doch neue Kraft weckend, daß sie danach auch wieder loslassen konnte. Ein Angebot, das auch angenommen sein wollte, etwas, was auf Freiwilligkeit beruhte - selten einmal, daß diese Hand sich weiter senken und ungefragt zugreifen musste... eine der schwierigsten Entscheidungen überhaupt, denn wann hatte man das Recht hierzu?
Ich sah zu der Knappin, die sich weigerte, umzufallen, bevor Gernot aus der Sicht war. Nichts als Stolz, was mich hielt - bis es zuviel war. Keine Hand, die sich ihr entgegenstreckte. Ich sah sie an, und es war das Gefühl wie das Erblicken eines der Schreine oder des heiligen Baumes: Die äußere Gestalt zu sehen, angeblich zu wissen, worum es sich handelt, es betreten, berühren zu wollen... und doch zu ahnen, daß hinter allem Sichtbaren gewaltig viel mehr ruhte, aufkommende Ehrfurcht und das Erahnen der eigenen Unwissenheit.

Irgendwas war hier im gange. Ich ahnte es, ohne daß ich in diesem Moment klar hätte benennen können, was los war oder worum es ging. Ähnlich wie im Traum, in dem ich mit dem Schwert Adrenalon erstochen hatte, hielt ich die Waffe noch in der Hand - anders, als es damals in Wirklichkeit gewesen war. Damals hatte Gernot die Schwerter, die er aus der Waffenkammer hatte "leihen" lassen, wieder mitgenommen. Ich hielt dieses Schwert noch in der Hand. Und ich hätte Gernot in diesem Moment erschlagen, ihm die Klinge hinterherschleudern mögen, auf daß sie ihn bitte durchbohren möge. Aber es war irgendwas wichtiger daran.
"Nicht loslassen", hörte ich mich flüstern. Wie oft hatte ich diesen Gedanken schon gedacht, als sei es mir von jemand fremdem gesagt worden, wie oft hatte ich es inzwischen selber geflüstert, gesprochen, gedacht - gespürt? Ich sah mich nach vorne kippen, mit dem Gesicht in den Dreck, wie damals... und das Schwert rutschte dabei aus meiner Hand, schlidderte ein Stückchen nach vorne. Und verschwand. Es schnürte mir die Kehle zu, und mein Blick verschleierte sich.

Das Schwert. Es ging nicht um mich, mein Leben, die Geschehnisse, die es in seine bekannte Bahn geführt hatten, es ging immernoch um dieses Schwert. Oder... unsicher widerstrebte irgendwas in mir, mich mit dem Gedanken anzufreunden, daß es womöglich um beides ging - nicht nur um das Schwert an sich, sondern auch darum, was es nun ausgerechnet mit mir denn zu tun hätte.
Aber so klein, wie ich mich vor dem Baum des Lichtes fühlte, so klein und diesem Ideal entfernt fühlte ich mich auch, als es wieder auftauchte, diese Waffe, in der so viel "mehr" ruhte: Es war irgendwo vor mir, ich streckte zögerlich die Hand danach aus, es schien so fern und zum Greifen nah zugleich...

Vivianne hatte davor gewarnt, auf dem Traumpfad sich zu sehr davon zu entfernen, alles bewusst und mit einer gewissen Distanz zu betrachten - es war mir nicht mehr möglich, ich schätze, ich war selber bereits gefährlich dicht daran, alle Distanz aufzugeben und mich in diesem Traum zu verlieren. Dieses Schwert... seit meiner frühesten Kindheit hatte es mich begleitet. Ich hatte es sogar vergessen, daß ich als Kind die Vorstellung benutzte, Gelmir Ancalime würde mit seinem Schwert kommen und alle bösen Monster, die mich verängstigten, vernichten. Meine Waffe gegen den "Kelos".
Plötzlich schien alles wieder da zu sein, als wache ich auf, obwohl ich träumte:
"Warum starb Gelmir Ancalime, wenn er doch etwas Gutes gemacht hat, Herr Vater?" - die Stimme eines vierjährigen Mädchens und der Beginn von Träumen vom großen Heldentum.
"Weil manche Dinge es wert sind, daß man sogar sein eigenes Leben dafür gibt, Tochter - ein guter Ritter weiß, wann etwas so wichtig ist, daß sogar das eigene Leben daneben unbedeutend wird, weil es viele andere rettet oder etwas sehr wichtiges an der Göttin Eluives Schöpfung bewahrt, Darna."
"War Gelmir Ancalime denn ein Ritter? Herr Vater?"
"Hmmm... eigentlich könnte man sagen, er war sogar der erste Ritter..."
"Ich will auch Ritter werden."
Worte. Lang zurückliegende Worte. Mehr als Worte.

Es war wichtig gewesen, oder? Der Held meiner Kinderträume stand dort, wie ich ihn mir immer vorgestellt hatte, oder ein bißchen anders - ich weiß es nicht. Ich weiß nur, daß dieser Blick seltsam war, den er zu uns richtete, als Vivianne das erste Mal mahnte, daß es Zeit werde, den Traumpfad zu verlassen.
"Ja... Zeit, zu gehen...", sprach er und auch sein Blick aus den befremdlichen Augen der Edhil wurde mahnend: "Vergiß mich nicht..." Dann verblasste er und verschwand.

Habe ich zuviel Angst, um zu begreifen? Ist es anmaßend, zu begreifen? Wieder dieses ekelhafte Gefühl, als würden mir die Augen geöffnet und ich wolle nicht sehen. Wofür das alles?
Ryana

Beitrag von Ryana »

Der erholsame Schlaf, nach den Ereignissen auf den Traumpfaden, schien nicht nur mir gut bekommen zu sein. Vor allem die Ritterin schien jede Anspannung von sich geworfen zu haben und so war das gemeinsame Frühstück geprägt von zufriedenen Gesichtern, kleinen Scherzen, die jedem ein Schmunzeln oder Grinsen entlockten, und erfüllt von heiterem Lachen. Nun, zumindest am Anfang. Darna schien ein Talent dafür zu haben, selbst unbewusst, ohne Umschweife geradewegs das Ziel anzusteuern. Als hätte man beim Essen glatt das Kauen vergessen. Und gute Laune wich Nachdenklichkeit, als sie beiläufig erwähnte, dass sie immer noch nicht wusste wie das Schwert aussah. In weiser Voraussicht stopfte ich mir noch schnell meinen Nachtisch vom Vortag in den Mund, denn in den nächsten Stunden würde ich wohl kaum mehr zum essen kommen. Im nächsten Moment wurde die Ritterin von Vivianne bereits einer eingehenden Musterung unterzogen.

Mir entging nicht wie Darna den Kopf leicht zurückzog, als sie Viviannes Blick auf ihren Narben ruhen sah. Ich erinnerte mich wie Vivianne davor warnte, dass man Wunden, die man auf den Traumpfaden empfing, auch hier erhalten könnte, nur weniger stark. Und die Narben der Ritterin bildeten keine Ausnahme. Sie waren aufgegangen, wenn auch nur leicht, dennoch war es spürbar. Darna selbst fühlte wohl nichts davon, denn sie missverstand das Angebot Viviannes ihr die Schmerzen zu nehmen. Unter den gegebenen Umständen war ich froh, dass Wunden hier nicht in gleichem Ausmaße wie beim bewussten Träumen auftraten. Ich war mir sicher, dass ihre Antwort andernfalls weder so ruhig, noch mit diesen Worten ausgefallen wäre: „Nein, sie tun schon seit Jahren nicht mehr weh. Und... sie gehören da wohl eben hin, es ist schon gut so.“ Ich fragte mich, ob sie selbst wohl bemerkte wie zaghaft, vorsichtig sie diese alten Schnitte in ihrem Gesicht berührte. Vielleicht nicht äußerlich, aber innerlich schmerzen sie wie eh und je, schoss es mir durch den Kopf, während ich sie nachdenklich betrachtete. Sie riss mich mit „Er ist ein Ekelpaket, oder?“ aus meinen Gedanken. Ich konnte nicht anders als zuzustimmen. Über dem Eingang seines Elternhauses konnten, im Gegensatz zu dem Sitz der Familie von Elbenau, eigentlich nur die Worte „Adel kommt von Ekel“ zu lesen sein.

„Die offensichtlichste Sorte Haufen ist die, die keinen Haufen ergibt und somit gar nicht so offensichtlich ist, weil am Ende doch alles miteinander verknüpft aus vielen Bildern ein ganzes ergibt...so gesehen...einen sortierten Haufen.“
Es war ein neuer Anblick die Ritterin gänzlich verzweifelt zu sehen. Auch wenn ich dies nur allzu gut nachvollziehen konnte, den ich wurde daraus genauso wenig schlau. Ich hätte nie für möglich gehalten, dass ein wenig Stroh, Weizen und Gerste, eigentlich zur Veranschaulichung des Traumes gedacht, so eine Verwirrung verursachen konnten. Und bevor Darna schlussendlich doch noch auf die Idee kommen konnte das Stroh für ihren Kopf zu verwenden, entschied Vivianne, dass ein anderer Ort zur Entwirrung aufgesucht werden sollte.

Während die Ritterin sich oben frisch machte, suchte ich ihre Kleidung zusammen. Es wäre sicher eine Erleichterung für sie endlich den zu kurzen Blusen und Röcken entfliehen zu können. Ich wagte nicht ihre Narben zu berühren, nach dem sie - nach etwas Wasser in die Wunden, einem fragenden Blick und einer Erklärung meinerseits, endlich Erkenntnis erlangt – einverstanden war, dass ich ihre frischen Wunden heilte. Verbitterung, vermischt mit ehrlicher Dankbarkeit begegnete mir, bevor wir uns auf de Weg machten. Später einmal musste, besser wollte, ich sie darauf ansprechen, doch jetzt war keineswegs der richtige Zeitpunkt dafür. Vivianne wartete bereits und so fanden wir uns zusammen auf den Fellen im Baumhaus wieder. Bereit Geschehenes noch einmal zu reflektieren, um Darna die Antworten geben zu können – oder eher sie darauf hinzuführen - die sie suchte.

So ließen wir Revue passieren, was alle die letzte Nacht mit angesehen und erlebt hatten, während Vivianne die ‚Führung’ übernahm, hin und wieder Fragen einwerfend, um die Ritterin auf den richtigen Weg der Erkenntnis zu führen. Die erste Station war das Gut derer von Elbenau gewesen, mit einem kurzen Einblick in das ihre Leben dort, ihre Erziehung und nicht zuletzt ihre unersättliche Neugierde. Das Ergebnis dieses Rückblicks war eine Beschreibung ihrer Familie...aufrecht, treu, zuverlässig, sich nie auf etwas ausruhend...Vorbild sein...und die Bestätigung, dass die Geschichte um Gelmir Ancalime es der jungen Darna besonders angetan hatte.

Ich verneinte dankend, als die Frage auftauchte, ob ich berichten wollte, was danach geschehen war. Allein der Gedanke daran versetzte meinen Magen schon in Unruhe. Als ich schließlich von Darna erfuhr, dass die Schlacht der wir beiwohnten auch noch ausrechnet jene war, in der Gelmir Ancalime zum Helden wurde, war ich kurz davor zu bereuen, so ausgiebig gefrühstückt zu haben.
„Habt Ihr nicht bemerkt, da das nicht das Varuna war, das wir kennen?
„Ob ich...bemerkt?“ Mein Kopf ruckte hoch und ich starrte Darna an.
„Hm... Verzeihung. Aber das waren weder die zwergischen Wehrtürme von heute, noch die der alten Mauer vor dem Angriff Rahals und der Orken - und das Banner zeigte nicht den hohenfelser Drachen.“ Während ich Darna weiterhin fixierte, war ihr Blick bereits verlegen auf die Felle gerichtet.
“Das nächste Mal werde ich versuchen auf so etwas zu achten... für dieses Mal hab ich nur
mannshohe Gesteinbrocken, jede Menge Blut, tote Leiber und herumrollende Köpfe gesehen... vielleicht lenkt das dann ab.“ Musste ich auch unbedingt noch mal den Kopf erwähnen? Ich spürte förmlich wie mein Frühstück versuchte sich einen Weg in die Freiheit zu bahnen, während die Ritterin an den Fellfransen herumzupfte. So sah also ein schlechtes Gewissen bei ihr aus.
„Ihr könnt aber wirklich gut Steine werfen, Ryana.“ Ich musste ihr später für diesen Satz unbedingt einmal danken, er rettete mich, als ich nach einem fassungslosen Blick nun doch lachen musste und meinen rebellierenden Magen verdrängen konnte.
„Das eine.. eine aufrechte, ehrbare Familie, die sich nichts willentlich hat zu Schulden kommen lassen und in jeder Generation einen Ritter, oder.. eine Ritterin hervor bringt wo ein jeder danach trachtet mehr als _gut_ zu sein und alles _richtig_ machen zu wollen unabhängig davon, was die sich daraus ergebenen Konsequenzen sind. Als letzte Konsequenz, das eigene Leben zu opfern für etwas, was es wert scheint...Und was wurde dir in der Schlacht gestern bewusst?“ Aufmerksame Blicke waren auf Vivianne gerichtet, die des Rätsels Lösung weiter vorantrieb.
„Dort sind Massen von Menschen gestorben. Und es spielt dann wohl kaum eine Rolle, was
man ist, es ist für jeden tödlich. Und doch...genauso wenig lässt sich sagen, wer überleben wird. Zwischen ihnen tauchen Helden auf...“ Nachdenklich gingen der Ritterin die Worte über die Lippen.
Danach lauschte ich der Erzählung Darnas, die zusammenfassend berichtete, wie die Schlacht, der wir beiwohnten geendet hatte und das wohl niemand wusste, was aus dem Schwert, das von Gelmir Ancalime geworfen, Temora zur Hilfe gereichend, um Alatar zu verwunden, geworden war. Vivianne lenkte abermals die Gedanken Darnas behutsam in die richtige Richtung: „Als Kind bereits einer Schlacht beiwohnen zu wollen, sie sich fantastisch ausmalend, bedingt ein hohes Maß an Phantasie und ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen... denn wie kann der Held als Held dastehen, wenn man nicht mitfühlt, warum er so heldenhaft handeln musste? Temora am Boden.. besiegt und dem letzten Hieb nahe...den sie nicht überlebt hätte.“
„Es war der unbedingte Wille, zu helfen.“ Unabhängig der Konsequenzen, wie Vivianne so treffend der Antwort der Ritterin hinzufügte.

Die größte Verwirrung wurde Darna wohl zu zuteil, als wir schließlich zu dem Duell zwischen dem jungen von Kelterburg und der jungen von Elbenau kamen. Die Veränderungen die Vivianne und mir auffielen, schienen an ihr vorbeigegangen zu sein, zu sehr in den Erinnerungen des Duells und seinem Ausgang gefangen, um vielleicht die kleinen Unstimmigkeiten zu bemerken. Aufmerksam und mit nachdenklich gefurchter Stirn hörte sie mir zu, während ich erzählte, dass sich zum einen der rote Turm, der sich auf dem Umhang der jungen Knappin befand, sich durch ein rotes liegendes Schwert ersetzt fand. Ungläubig nahm sie auf, dass selbst das Schwert, ihrer Erinnerung nach ein schlichtes, gegen Ende des Kampfes, ein vollkommen anderes gewesen sein sollte. Vivianne führte den Faden fort: „Die Klinge die du führtest leuchtete rötlich, weil sich der ungewöhnliche Schein des roten Himmels darin spiegelte, ebenso, wie die Sonne es einmal hell aufstrahlen ließ.. es war im Übrigen das gleiche Rot wie bei dem Orte der Schlacht...zudem schien Blut an der Klinge herab zu laufen.“ Während Vivianne fortfuhr schien Darna immer blasser und skeptischer zu werden. In der Schlacht konnte Temora bestehen gegen den Brudermörder, durch das Schwert Gelmirs...Sie lag bereits am Boden, wie du geschildert hast und er stand über ihr, seinen Sieg in allen Zügen erkennbar, sie verhöhnend. Dein Kampf gegen Gernot...du wolltest um keine Elle weichen. Alles was du je gelernt hast, hast du in den Kampf gelegt. Als der Zorn dich jedoch übermannte, traf er dich zweimal. Zorn ist ein schlechter Kampfbegleiter...er hatte den Vorteil seiner Angst, sie ließ ihn wachsam sein, sich verteidigen und Lücken in deinem zorngeführten Kampf entdecken. Zu guter Letzt gelang ihm der entscheidende Schlag. Du warst am Boden, er siegesgewiss über dir, dich verhöhnend.“
„Es... wäre... ziemlich vermessen... das Duell... _zweier_ Jungspunde... mit dem Kampf Temoras
vergleichen zu wollen,“ brachte Darna unter leisem ächzen hervor.
„Ich mag mich irren.. aber was beide Begebenheiten miteinander verbindet ist das Schwert.“ Diese Aussage verhalf der Ritterin nicht dazu sich besser zu fühlen, ganz im Gegenteil, mehr und mehr vermittelte sie den Eindruck sich unwohl zu fühlen. Und es wurde noch schlimmer...
„Und... die Stimme des Alten, die ich zunächst eher fühlte, als dass sie von außen an meine Ohren drang.. gleich einem inneren Wispern. Ich will dir die Worte nicht vorenthalten...
Ihr Antlitz gezeichnet...
von Spuren... geboren aus Hass...
sie wird die Erblast der Ritter tragen...
wenn sie ihm gegenüber tritt...
von unbeflecktem Blute.“
Zu diesem Zeitpunkt glich Darna nur noch einem zusammengesunkenem Häufchen Elend. Sie nahm den Themenwechsel nur zu gerne auf, den Vivianne anbot, als sie fragte ob sie das Schwert noch einmal gesehen habe. Ihre nickenden Zustimmung gab mir schließlich die Aufgabe jenes zu beschreiben, als klar war, dass Darna den Blick auf jenes eher verschwommen, ohne Details, wahrgenommen hatte. Ich beschrieb, wahrlich ungeschickt, ohne ausreichende Schwerterfahrung die schmale, rote Klinge mit ihren Verzierungen in Form von Blättern, Ranken, dem Glitzern, von dem es überzogen war, hervorgebracht von eingefassten Edelsteinsplittern. Nach einigen Umwegen schließlich wusste ich nun auch, dass die merkwürdigen spitzen Dinger über dem ‚Griff’ der Klinge, Parierstangen genannt wurden.
Auch an diesem Punkt fuhr Vivianne fort, meine unsicheren Beschreibungen in Form bringend: „Ryana hat alles gesagt... eine schmale Klinge, wie man sie nur selten zu Gesicht bekommt... rot scheinend, die Verzierungen von filigraner Schmiedekunst.. edelsteinbesetzt, bis auf einen Fehlenden. Ich sah eine solche Klinge bisher nur zweimal.. bei den Edhil, nicht diese.. aber gleicher Machart.“ Schluckend zitierte Darna leise vor sich hin: „Das Schwert aber glühte... und würde so lange glühen, bis alles Klagen über diese Schlacht verklungen wäre...“

„Dein Vater berichtete von der Schlacht...du selbst, dir gestern deinen Wunsch erfüllend, wohntest der Schlacht bei. Dann dein Kampf gegen Gernot. Und über und mit allem.. das Schwert Gelmir Ancalimes.“ Ruhig erklang Viviannes Stimme und ich war sicher die Ritterin hätte sich den Ausgang der Traumdeutung nie so vorgestellt. Tief atmete sie durch, bedankte sich, nach einem Moment des Nachsinnens, für alles... in der Vermutung, dass dies alles wichtig werden würde.
Nachdenklich ruhte mein Blick einen Moment auf ihr, in der stillen Hoffnung diese neuerliche Last auf ihren Schultern, werde keine wirkliche Last werden... sondern freiwillig auf die Schultern genommen, mit gutem Wissen und Gewissen, nicht einzig nur eine zu erfüllende Pflicht, auch wenn Pflicht in ihrem Fall immer von Herzen kommt.
Lucenius van Sareth

Visionen

Beitrag von Lucenius van Sareth »

Geschafft. Die erste Aufgabe in seinem Templersein war überstanden. Lucenuis kniete wie jeden Abend in der Kapelle des Klosters vor dem Altar, das Haupt gesenkt halten.

"Herrin Temora ich danke Dir, das Du meine Schritte geleitet hast auch an diesem Tag. Ich danke Dir, das Du meinen Glauben an Dich stärkst. Ich danke Dir, das Du mir die Kraft schenkst in Deinem Namen zu streiten. Ich danke Dir, das Du mir die Weisheit schenkst die Worte in Deinem Namen zu sprechen."

Er schloss die Augen und seine Gedanken waren wieder im Schloss, wo er vor einigen Stunden mit vor der gesamten Ritterschaft den Auftrag erfüllte, den ihm Ihre Heiligkeit bei seiner Weihe aufgetragen hatte. Die Worte Alyssas klagen ihm noch immer in den Gedanken nach. "Von heute an verläßt Du die Ausbildung des Ordens und betrittst die Pfade der Templer." Temora selbst hatte ihrer Heiligkeit eine Nach zuvor eine Warnung, eine Vision geschickt die ihm nun aufgezeigt wurde durch die Erztemplerin. Die Frau die ihm eine letzte Chance gegeben hatte sein Ziel zu verfolgen. Die Templerin, die seine Ansichten akzeptierte als ein Aspekt des Glaubens an Temora.

Morgen würde er an die Hochelfen einen Brief schreiben. Wie sollte ein Bote nur einen dieses Volkes finden. Sollte er selber versuchen einen Weg zu diesem Volk zu finden. Im wichtigsten Kampf Temoras war es ein Hochelf, der das Schwert schuf, das Alatar besiegen konnte. Und dieses Schwert war nun Teil seiner Aufgabe geworden, Teil seiner Prüfung als Templer. Er schloss wieder die Augen, und wieder rief er sich die Bilder in Erinnerung, die Vision seiner Göttin.

Temora selber ... mit dem Schwert in der Hand, geschmiedet von Gelmir Ancalime. Das Schwert war befleckt mit Blut - Pantherblut. Und doch war es ein beruhigendes Gefühl dieses blutige Schwert zu sehen. Die Lichtgestalt senkte die Schwertspitze zum Boden und ein beklemmendes, fast bösartiges Gefühl breitete sich aus. Dieses Schwert ... trotz des Blutes war diese Waffe einfach etwas besonderes. Die Arbeit des Elfenschmiedes würde sicher Zwerge ebenso wie Menschen in Erstaunen setzen. Das Langschwert war von so filigraner Gestalt das es beinahe mehr Schmuckstück als Waffe war. Einige Atemzüge später schwebte das Schwert über dem Boden. Die Schönheit dieser Klinge lies das Gefühl der Boshaftigkeit und Beklommenheit vergessen. Langsam sank die Klinge in den Boden, lies nur mehr eine Kontur zurück.

Das Bild schwand und ersetzte sich durch ein Bild des jetzigen Klosters. Die Mauern die ihm inzwischen Heimat geworden waren. Die Mauern die ihn und seinen Glauben schützten. Und in dem Kloster, am Baum des Lichtes eine Gemeinschaft von Rittern und Paladinen, gemeinsam in den Mauern des Klosters. Das beruhigende Gefühl des Schutzes Temoras breitete sich in ihm aus ein Gefühl der Nähe seiner Göttin. Und wieder tauchte das Schwert - Gelmirs Schwert - auf. Das Schwert glüht hell auf und fährt teilend durch die Gemeinschaft der Ritter und Paladine. Ein Teil der Gemeinschaft, die Paladine Temoras blieben in den schützenden Mauern des Klosters. Die Ritter wanderten durch die Pforte des Gemäuers nach draußen auf die Ebene. Den Schutz, den nicht nur die Templer, auch die Paladine hier spürten war selbst jetzt merkbar. Die andre Gemeinschaft, die Ritter, bezogen Stellung vor dem Kloster, die Schilde angehoben, die Haende an den Schwertern waren sie bereit das Kloster zu schützen. Doch der Schutz der Ihnen gewahr wurde war etwas schwächer als den Schutz, den die Paladine seiner Herrin erhielten. Und doch weit stärker als der eines normalen Menschen.


Und dann verschwamm auch schon das Bild und er fand sich unter dem Baum wieder. Alyssa legte ihm das Amulett Temoras um den Hals, ein Zeichen der Templerschaft und Schutzsymbol zugleich. Es standen harte Zeiten bevor und er würde sicher nicht nur zu seiner Weihe dankbar sein, dieses Symbol zu tragen. Morgen also würde er die Hochelfen um ein Treffen bitten. Das Schwert war aus ihrer Hand, vielleicht wußten sie näheres vom Verbleib der Waffe. Zumindest würde er Gelegenheit haben einen Nachfolger des Volkes zu treffen, das den Mut hatte Temora im Kampf gegen den Panther zu helfen.
Rafael de Arganta

Beitrag von Rafael de Arganta »

Längst schon hatte er Darnas Worte vergessen, den genauen Wortlaut, so wichtig sie auch waren, doch war es auch schon länger her.
So wäre ihm der Mann neben ihm kaum aufgefallen... älter, mit brauner Robe... es war Winter!
Natürlich trug man Roben auch Braune ... aber in dem Moment, wo der Mann sich ein Notizblatt in den Mund stopfte diesen kaute und herunterschluckte wurde ihm siedendheiß.

Da war er!
Er auf den sie so lange schon gewartet und ausschau gehalten hatten.
Doch was tun?
Festnehmen? Sicherlich, dafür gab es keine Handhaben. Wie genau waren die Worte noch... Wenn er sich doch erinnern könnte.
Er winkte Thelor und Yrkanis zu sich, befahl ihnen den Mann auf gar keinen Fall aus den Augen zu lassen und ihm dann in der Taverne in Varuna bescheid zu geben.
Dann schickte er Hudgar Lady Darna zu holen und begab sich unruhig mit Cathal gemeinsam zu den Weinschenks.
Dort erzählte er dem Ritter von dem Mann und das Darna eien Vision ob des Mannes hatte. Das er etwas mit der Gefahr zu tun hätte, dessen Warnung Temora selbst den Templern geschickt hatte.

Doch wie sollte man weiter vorgehen?
Darna holen ... das hatte er veranlasst, doch Hudgar konnte die Ritterin niergends finden.
Den Mann beobachten lassen.... Yrkanis und Thelor taten ihr teil... doch leider nicht so ungesehen wie angedacht.
Der unbekannte fühlte sich sehr bald schon verfolgt, und es fehlte nicht viel das Rafael sich die Haare raufte.
Als der "Gesuchte" in die Taverne eintrat und mit Temora zum Gruße, grüßte, atmete Rafael auf.
Der Mann schien Temora gläubig, somit war er wohl nicht die Gefahr.
Doch was war es? Wenn doch nur Darna da wäre.
Kurzerhand lud Rafael den Mann zu sich und Cathal an den Tisch ein, doch jener schlug das Angebot aus, und ging wieder.

Rafael hatte sich sogar überlegt ihn mit Felis Hilfe einem Schlaflied zum Opfer zu bringe, um zu sehen was er dauernd an Notizen machte.
Denn das war was er immer wieder tat.
Vielleicht war das was er schrieb wichtig? Aber es ihm einfach fortnehmen war sicherlich nicht angebracht.
Von Yrkanis und Thelor erfuhr er das der Mann in der Kirche war, dort ein Gebet sprach an Temora, in dem er von seinem Schwert sprach, das Temora es segnen sollte.

Für den Moment wurde Rafael an die Zeit zurück erinnert da er Paladin Temoras war.
"Führe mein Schwert,
auf dass deinen Feinden ihre gerechte Strafe wiederfährt.
Ich bin dein Schwert und dein Schild."

kamen ihm die Worte dier er so oft im Gebet verwendet hate wieder in den Sinn.
Warum hatte er diesen Pfad eigentlich verlassen?
Hörte er Temora nicht mehr? Oder hörte er ihr nicht mehr zu!
Er hatte sich entschieden dem Reich mit all seinen Möglichkeiten zu helfen.
Hätte er das nicht auch als Paladin gekonnt?
Nein! Immer wieder hatte er die Abneigung deswegen gespürt.
Auch wenn er stark im Glauben war ... aber wohl nicht stark genug.
Er hatte begonnen ebenso Eluive als die Eine an zu sehen, die Mutter Temoras, desweitern zu würdigen was Hoteras, Cirmias getan hatten.
Gegen Alatar.

Er schüttelte sich kurz um sich wieder auf das zu konzentrieren was jetzt wichtig war.
Der alte Mann in brauner Robe.
Wer war er? Was war er?
Rafael wäre am liebsten selber hinüber gegangen hätte ihm reinen Wein eingeschenkt, aber Cathal und Feli rieten ihm zur Ruhe.
Gerade jetzt da dieser wohl zu aufgewühlt war ob der .. Verfolger.
Doch nun... hatten sie ihn ganz aus den Augen verloren.
Rafael hoffte nur das sie sehr bald wieder von ihm hören würden, denn noch einmal würde er die Chance nicht vergehen lassen, er würde mit ihm reden.
Doch wo würde man ihn finden? Wo konnte er sein ...
Er trug die fakten zusammen.
Er war Krieger ... er war sehr gläubig... er war in der Kirche gewesen...
So also würde er so oft es seine Zeit zu ließe in der Kirche auf diesen Mann warten.
Er war ein Teil des Schicksales... und es wurde Zeit das er davon erfuhr.
Rafael de Arganta

Beitrag von Rafael de Arganta »

Er hatte es gehofft, doch nicht erwartet.
Der Mann auf den sie warteten, betrat die Kirche.
Rafael hatte vor dem Altar gekniet, leise Worte gen Temora gesprochen, wie ein Zwiegespräch über das sein und das
was war.
Er hatte ihre Macht gesprürt, ihren Segen spenden können... Gefühle die ihn durchdrangen, das Wissen das sie seine
Gebete erhörte, ihn erhörte, ihm half.
Und doch hatte er das alles weggegeben für den einen Wunsch dem Reich zu dienen.
War sie deswegen verärgert auf ihn?
Nein, sicher nicht.
Er stand zu sich, stand zu seinem Wunsch das Reich zu sichern für das Volk und die Menschen, und verzichtete
dafür sogar darauf Wunder wirken zu können.
Nein, sie zürnte ihm nicht.
Er war sich sicher das sie mit einem Lächeln auf ihn und seinem Tun sah.

Jener Mann... wie wichtig war er? Rafael wusste es nicht, wusste nur das es wichtig war, und so sprach er ihn an.
Zum einen entschuldigte er sich dafür das er nicht die Wahrheit gesprochen hatte damals, das er mit dem was
war hinter dem Berg gehalten und ihm gar zwei seiner Leute hinter hergeschickt hatte, dann
sagte er ihm direkt was ihn bewegte.
Das er gehofft hatte ihn hier zu treffen, doch alles in allem blieb der Alte abwehrend, meinte das sein
Name nicht von Bedeutung wäre und er auf einem Weg wäre den er alleine gehen müsse.
Er wäre nur ein alter Mann.
Rafael erzählte ihm woher er von ihm wusste, das jemand ihn in einer Vision geseshen hätte, das man
auf ihn gewartet hätte und eine große Gefahr warten würde.
Doch der Mann erklärte das nicht er es wäre den man erwarten würde. Er wär nur ein alter Mann auf
Wanderschaft und das Rafael ihn mit Worten und Falschehiten verschonen sollte.
"Ein Gefallener Auserkorener ihrer selbst."
Fünf Wörter die ihn ins Mark trafen wie es ein Pfeil hätte nicht schlimmer gekonnt.
Gefallen.. heisst nicht das ich falsches Zeugnis rede. Denn ich war ihr Paladin der Ehre
und die Ehre ist es noch die imch leitet als Ritter des Reiches." entgegnete er ruhigen Tones.
"Ihr sprecht weise, ihr _wart_ es ... ihr knnt euch für eure Taten entschuldigen so oft es euch
beliebt ... zu oft rannte ich in die Schwertspitze durch tölpelhaftes Vertrauen"

Wie verbohrt war er? Glaubte er denn... was glaubte er überhaupt?
War denn der Weg der Wahrheit nicht der Rechte?
"Ich wiederhole mich nicht, ich habe meine Wege und ich werde sie beschreiten steht mir dabei nicht im Wege,
nicht noch einmal ..." meinte der Mann im gehen und Rafael folgte ihm langsam.
Wie wenn nicht mit der Wahrheit gewann man Vertrauen?
Er erklärte ihm nocheinmal das man ihn brauchte, er bat ihn wenigstens einem Treffen mit der
Ritterin zu zu stimmen, das er sogar den Ort bestimmen könnte, doch lehnte er ab.
Bei der Frage wie er sein vertrauen gewinnen könnte, meinte er nur das er ihm
vom Leibe bleiben solle...
Gut das würde er aber das hieß ja nicht andere. Er musste Darna holen.
So schnell war der Alte auch wieder nicht.
"Ich bete zu Temora das ihr erkennt da ein Treffen nötig ist um eine große Gefahr ab zu wenden."
Der alte meinte im Gehen nur "Vielleicht hört sie eure Gebete."
"ich möchte das ihr wisst das ich jederzeit für euch zu sprechen bin." erklärte Rafel noch und hörte sein
"Ein berughigender Gedanke. " schon nicht mehr.

Darna er musste zu ihr.
Und so rannte er gen Kastel um absolut ausser atem die Tür dort auf zu reissen und mit lauter Stimme
"DAAAAAAAAAAAAAAARNAAAAAAAAAAAAAAAAA!" zu brüllen.
Rafael de Arganta

Beitrag von Rafael de Arganta »

Er hoffte das Darna was erreichte.
Ja, der Mann hatte vertrauen zu ihr gefasst als Rafael sie zu ihm geführt hatte.
Auf unbestimmte Weise schien auch er sie zu kennen.
Nichts desto trotz hielt Rafael sein Versprechen und hielt sich einfach fern von ihm.
Nicht aber von der Sache an sich.
Gemeinsam mit Darna und Cathal hatten sie die Bibliothek im Schloss nach seinem Namen durchstöbert.
Leonhard Caprine.
Der Name sagte Rafael überhaupt nichts, und auch in den Büchern fand
man nichts, über ihn.

Wenn auch ein interessantes Buch dabei war.
Hutzliopochtli und andere Kreaturen
Ja der Name hatte sie Schmunzeln lassen.
Aber sie hatten noch ein Buch gefunden, in dem von einem Hüter des Schwertes berichtet wurde. Sie waren sich sicher das es sich hierbei um jenes Schwert handelte von dem die Vision handelte.
Rafael war jedenfalls gespannt was das Gespräch von Darna mit dem Alten ergeben würde.
Er selber hatte dem Templer Lucenius bescheid gegeben und auch all seinen Leuten, das jener Leonhard unter allen umständen zu schützen sei.
Vor allem aber ... sollte man ihm UNBEMERKT behüten!

Desweiter hatte Rafael gestern auf dem Markt eine der Hochelfen getroffen und sie gebeten die Ältesten um ein Gespräch zu bitten.
Es war sicherlich an der Zeit das auch sie erfuhren was vor sich ging.
Er würde jedenfalls versuchen Lucenius mit zu nehmen, da jener sicher und besser von der Vision alleine erzählen konnte.
Vielleicht wussten die Elfen mehr über das Schwert, wo es war wer es hatte, was damit damals geschehen ist.
Auch wenn Rafael glaubte das es, wie es im Buche stand nun von irgendwem gehütet wurde....

Vielleicht gar von Caprine?
Er besß ein sehr sehr altes Schwert. Gut... es leuchtete nicht und sah sicher nicht wie ein Elfenschwert aus, aber zumindest war es... ALT.
Und auch Caprine sagte das andauernd Meuchler auf ihn warteten, genauso wie wohl auf den Hüter des Schwertes, so wi es im Buche stand?
Rafael konnte nur abwarten.
An den Alten indes würde er sich nicht mehr wenden, außer ....
Er seufzte und sah sich im Nebelwald um.
Er würde sich hier blicken lassen und seiner Hilfe bedürfen.
Denn in den Nebelwald wollte er und in Gefahr war er auch.

Temora würde weiteres Geben, er selber war nur ein Spielball und konnte nur alles geben um jenen Mann zu schützen.
Rafael de Arganta

Beitrag von Rafael de Arganta »

Zufälle gibt es


Er stand im Nebelwald, Rymis unruhig unter sich beobachtete er den Weg die Umgebung.
Vielleicht würde er kommen, vielleicht brauchte er Hilfe.
Doch Hilfe war es wohl die er brauchte, schoss es ihm im nächsten Moment durch den Kopf als er auf einmal ohne das er bemerkt hatte von zwei Menschen umstellt war die ihn fragten was er hier wolle.
„Waldgeister“ schoss es ihm durch den Kopf.
Nein natürlich keine richtigen Waldgeister, ... einfach eine Gruppe von Menschen die sich zusammengeschlossen hatten den Wald zu schützen.
Er überlegte noch ob er die Wahrheit sagen sollte, doch wurde er der Entscheidung für diesen Moment enthoben da Ethuilel Rhia'san die Elfe auf ihn zuritt und ihn grüßte.
Was sie noch sagte glitt irgendwie an ihm vorbei, denn sein Augenmerk war fasziniert auf ihr Pferd... gerichtet.
Nein nicht Pferd, Ethuilel saß auf einem schimmerndem Einhorn.
Noch nie hatte Rafael so etwas gesehen. Nur von Erzählungen ... Märchen, davon gehört.
Jetzt sah er es mit eigenen Augen.
Ethuilel brachte das Sagenwesen fort, und trat wieder zu ihm. Fragte ihn ob er wege der Sache mit der Vision hier wäre und er bejahte.
So bat sie ihn mit sich und führte ihn ins Dorf der Waldgeister, wo er noch weitere Mitglieder dieser Gemeinschaft kennen lernte.
Erneut fragte sie ihn warum er hier wäre, und meinte da es um den Wald ginge es auch die Waldgeister angehe.

Noch einen Moment lang zögerte Rafael bevor er sich dann erklärte.
Rowing fragte genauer nach, hinterfragte alles und auch die Visionen, und Rafael erzählte ihnen von Leonhard Caprine, und das man davon ausgehe das er in den Nebelwald treten würde, das er geschützt werden müsse, vor allem die ihm was tun wollten.
Am Ende bat Ethuilel, Rowing das die Waldgeister diese Aufgabe übernehmen sollten, so er in den Nebelwald treten würde, und Rafael war beruhigt.
So würde der Mann auch hier geschützt sein.
Was immer er sein mochte.
Rafael hoffte nur das es bald zu tage kommen würde.
Er war noch nie ein Mann der Geduld gewesen.
Rowing Mandelbuche

Beitrag von Rowing Mandelbuche »

Hmm
Es scheint die Kinder zanken sich wieder, aber wir werden der Bitte Ethuilel nachkommen. Solange er sich im Nebelwald aufhält werden wir sein Handeln beobachten, sollte dieses für den Wald und mit ihm sein, dann hat er den Schutz. Sollte er gar gegen den Wald wirken wird er Ihn nie wieder verlassen.
Diesen Worten begegnete Rafael das er ein gläubiger Mann Temoras sei.
Gläubigkeit sagt noch lange nichts über den Gläubigen aus, waren die Gegenworte des Fuchses, es ist das Handeln was Ihn ausmacht und nicht sein Glaube und seine Gläubigkeit.

Als alles gesagt war und Rafael sich wohl mehr um sein Pferd sorgt, brache er auf geführt von der Elfe.

Miriam konnte die meisten der Waldgeister finden, doch der Fuchs konnte sie nicht über das Gespräch unterrichten lagen doch etliche Stein herum und die Schösslinge entwickelten sich prächtig. So erledigte man erst diese Aufgabe.

Tief in der Nacht, der Mond hatte seinen Höhepunkt schon erreicht und die Sonne begann schon im Osten zu erleuchten, als der Fuchs einige Zeilen schrieb und im Gildenhaus nieder legte.

Kurze zeit später huschte ein Schatten durch den Nebelwald in die Richtung des Nordwaldes.
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