Verwundet

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Meredorn Volospa

Verwundet

Beitrag von Meredorn Volospa »

Schwere Schritte, blechern, auf kahlem Fels dringen an das Ohr des jungen Magiers. Ein gleißender Schmerz durchbohrt seinen Körper als er versucht seine Augen zu öffnen. Erst scheint es keinen Unterschied zu geben ob sein geschwächter Geist durch die Augen versucht einen Blick nach außen zu werfen oder sie geschlossen hält. Doch langsam zeichnen sich einige Konturen ab. Es ist finster im Inneren dieses in unerwarteter Weise vertrautem Raum. Nur ein mattes, orangenes Licht lässt einige Schatten entstehen. Mehr ist nicht zu erkennen, Finsternis und Schatten, welche groben Konturen in die Dunkelheit zeichnen. Der Blick verschwimmt, der Kopf dröhnt und erneut durchfährt ein tiefer Schmerz seinen Leib und lässt ihn zusammen sinken… Stille.

Im Traum ereilen den Magier einige Erinnerungsfetzen. Vor ihm, vertraute Silhouetten, gewohnte Stimmen in ungewohntem Ton, Hektik, Drang, Eifer, Zuversicht, Angst…
Viele Gefühle durchfahren seinen Geist doch keines so Eindringlich wie der plötzliche Schmerz, der dieses Mal jedoch seinen träumenden Geist durchfährt und nicht seinen Leib. Der Träumende blickt an sich herab, an seinem ich auf dem Schlachtfeld der Erinnerung. Ein helles Licht blitzt ihm für einen kurzen Moment lang entgegen als sich die Klinge, welche aus seinem Körper hervorragt, in der Wunde dreht. Ein kurzen Aufleuchten, bevor es dunkel wird… und still.

Wieder öffnen sich die schweren Lider des Verwundeten und der aufsteigende Schmerz kündigt ihm an, wieder sein Bewusstsein erlang zu haben. Nun spürt er es genau, den Tiefen Schnitt, welchen der Stahl in sein weiches Fleisch gezogen hat. Er will sich aufrichten, herausfinden wo er ist und wie er dort hin kam, doch eine erneute Salve von Schmerzen und eine Übermächtige Schwäche drängen ihn zurück.
Langsam wird der verschleiernde Nebel seiner Sinne etwas lichter und beginnt die Gegenstände im Inneren des Raumes zu erkennen. Der dreiarmige Kerzenständer, das einfach gehaltene zweite Bett, der neue Wandteppich… sein Kerzenständer, sein Bett, sein Teppich… daheim!
Von dem sicheren Gefühl in der Heimat zu sein, wohl einer noch sicheren, beflügelt hebt sich erneut der Kopf das Candidatus an. Er blickt an seinem müden Körper herab. Sein Leib ist noch immer mit den Kleidern bedeckt, mit denen er los zog. Doch an einer Stelle seiner einfachen ledernen Rüstung harrt eine Lage mehrerer Bandagen aus einfachem Stoff. Sie scheinen blutdurchtränkt zum Teil und eine dunkelrote, unheilsverkündete Linie zieht sich an seiner Rüstung herab. Der Schmerz bekommt ein Gesicht und ein Stück Erinnerung, des Traumes, seinen Grund. Doch Bandagen und Leder scheinen nur noch von verkrustetem Blute bedeckt zu sein, die Wunde scheint gestillt und doch lassen es seine Kräfte nicht länger zu, den Kopf zu heben.
Er sackt zurück in sein Kissen und ein schwacher, leicht röchelnder Husten verlässt seine trockene Kehle. Plötzlich beginnt der Schmerz wieder nach zu lassen, die Lider werden erneut müde und erneut legt sich die tiefe Dunkelheit des lebensnotwendigen Schlafes eines Verletzten auf seinen Geist…
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