Sigune wankte leicht, als sie zum Tisch zurückging. Viel getrunken hatte sie wahrlich. Und der Tisch stand noch voller Krüge, gefüllt mit wohlschmeckendem Rebensaft. Und noch während sie den ein oder anderen davon leerte und über die letzten Stunden nachdachte, fiel ihr die Laterne auf, deren munter flackerndes Feuer weiterhin gewissenhaft den ansonsten dunklen Schankraum erhellt.
Hatte die junge Gardistin diesen Lichtbringer etwa vergessen? Ja, allem Anschein nach.
Den Inhalt der letzten Kruege füllte sie rasch um in den kleinen Schlauch, der stets an ihrem Bund hing und nur selten mit Wasser gefüllt war, sondern vielmehr mit allerlei "wärmenden" Getränk. Dann erhob sie sich, löschte die Taverne und zog sich mit ihr und ihren Habseligkeiten in einen der Schlafräume zurück. Die Gardistin würde sie eher wieder sehen, als beide gedacht hatten.
Am nächstem Morgen, also, aus Sigunes Sicht war es noch am Morgen, in Wahrheit aber stand die Sonne schon hoch am Himmel, fand sich die leicht verkaterte Kriegerin vor dem Kastell der königlichen Garde ein und fragte eine der Wachen, wo sie denn eine Kadettin Namens Cenania finden könnte. Die Laterne hielt sie, etwas vom Umhang verdeckt, in der linken Hand.
Die vergessene Laterne
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Cenania