Es dunkelte bereits als eine vermummte Gestallt an ihre Tür klopfte. Stirnrunzelnd öffnete sie die Tür und ließ sie ein.
Als die Person die Kapuze zurückschlug hob sich ihre Laune zusehends.
Sie bat sie eindringlich nicht ihren Namen zu verraten und erzählte ihr von einem Auftrag über zwei fein zillisierte Holzstatuen mit einer bestimmten Gravur.
Nachdenklich grübelte sie und nickte dann.
"Sollen sie nach einem bestimmten Bild sein, bestimmten Personen nachempfunden?"fragte sie nach und setzte sich an den Arbeitstisch und nahm kostbares Pergament zur Hand sowie ein fein angespitzter Kohlestift.
"Wie nach einem Abbild?"fragte der Besuch verwundert.
"Geht so etwas denn?"
Sie nickte und lächelte dann.
"Holz ist lebendig, Holz ist formbar mit ein wenig Fingerspitzengefühl"erwiederte sie.
Dann beschrieb ihr Besuch ihr die zwei Personen die sie nachbilden sollte und noch während er sprach skizzierte sie mit flinken Strichen, fast schon naturgetreu Bilder der zwei Figuren.
"So?"fragte sie und legte die beiden Skizzen vor.
Die Person hob überrascht die Brauen und nickte.
"Wenn es so genau geht dann wäre das mehr als ich erhofft hatte"gab sie zu.
"Ich werde mich sogleich daran machen und morgen Nachmittag dürften sie fertig sein reicht das von der Zeit her?"
Die Miene ihres Gegenübers erhellte sich erfreut.
"Das wäre wunderbar ich komme dann um sie abzuholen.Der Preis dafür?"fragte der geheimnisvolle Besuch dann noch leiser,
Sie schmunzelte und notierte die Summe unter den beiden Skizzen.
Daraufhin nickte die Gestallt freudig und wünschte ihr eine angenehme Nacht.
Sie verschloss die Tür und ging an die Kiste mit dem gesondert abgelagerten Weidenholz das für Statuen mit besonderer Vorsicht aufbewahrt wurde.
Sie suchte genau zwei Stücke aus die von der Grösse her perfekt geeignet waren und schürte das Feuer im Kamin.
Einen Tee setzte sie auf und trug nach dem Abseihen die heiße Flüssigkeit zum Arbeitsplatz.
Die Flamme der kleinen Öllampe drehte sie höher und legte auf einem abgewetzten Ledertuch verschiedene kleine Messer und Beitel zurecht.
Dann machte sie für einen Moment die Augen zu rief sich das Bild der Statue in ihrem inneren Auge auf.
Griff dann nach dem groben Holzbeitel und dem Hammer und schlug grob die Form aus dem ersten Holzstück.
Danach nahm sie das größte Schnitzmesser und gab der Statue die gewünschte Form. Immer kleiner wurden die Schnitzmesser je mehr die Statue zu der Form eines Mannes wurde. Immer zierlicher die Schneiden, die immer feinere Schnitte in das weiche formbare Holz gruben. Immer ähnlicher wurde die Figur der Skizze.
Zufrieden legte sie das Messer weg und griff nach dem letzten Werkzeug um das Holz auszuschählen. Vorsichtig grub sie Letter für Letter die Gravur in den Sockel der Statue
"Zusammen stehen wir hier..."
Dann schob sie die Holzfigur zur Seite und griff nach dem Tee.Hmmm schon kalt! Missmutig verzog sie das Gesicht trank aber dennoch.
Dann stellte sie die Tasse zu Boden und griff nach dem zweiten Holzstück das etwas breiter geformt war.
Wieder vertiefte sie sich in das Holz erschuf in Gedanken die kleine graziele Frau bevor sie das grobe Vorformen des Holzes mit dem Beitel begann.
Wieder wechselte sie zu den Messern die immer feiner pro Schnitzgang wurden und hob die Konturen einer jungen Frau hervor. Immer wieder verglich sie die Statue mit dem Abbild der Skize und nahm zufrieden auch hier das Gravurmesser zur Hand m in den Standsockel den Schriftzug einzuarbeiten
"...für immer vereint gehören wir!"
In der Standfläche die dem Boden zugekehrt waren ritzte sie hauchzart ihre Initialen ihre Signatur ein.
Zufrieden rieb sie kurz über ihr Gesicht und griff nach der dunklen Holzlasur und beizte die Statuen mit einem feinen Pinsel genauestens ab.
Danach erhitzte sie Wachs bis es so flüssig war das es bereits in die Luft überging und stricht damit über die Statuen, was ihnen den schönen dunklen Glanz verlieh.
Während sie sie trocknen ließ verflüssigte sie Silber um die Gravur mit diesem tropfenweise auszugiessen.
Vorsichtig mit unvergleichlich sicherer Hand trug sie das Silber Tropfen für Tropfen in die Gravur ein. Lächelnd beobachtete sie wie es sich erhärtete und zu schimmern begann.
Dann zog sie eine der schönen Eichenkästchen hervor und bettete die beiden Statuen darin.
Hmmm wo kam das Licht her?
Wundernd drehte sie sich zum Fenster durch das die Sonne strahlte.
Hatte sie so sehr die Zeit vergessen?
Sie schmunzelte daher auch die Ruhe nachts störte sie niemand wenn sie sich in ihr Holz vertiefte...