Und mir sprießen Rabenfedern

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Raven Vandokir
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Re: Und mir sprießen Rabenfedern

Beitrag von Raven Vandokir »

Die Tage vergingen und einige Diener trafen sich in der Grabkammer. Die Grabkammer war erfüllt von einer schweren, fast greifbaren Stille, die nur durch das hallende Aufheulen der alten Standuhr unterbrochen wurde. Raven Vandokir hielt instinktiv so viel Abstand zu dem antiken Zeitmesser wie möglich, während er beobachtete, wie Emilia Arragar sich erschöpft auf einer Bank niederließ. Seine Müdigkeit kämpfte gegen die wachsende Anspannung an, doch seine Augen blieben wachsam auf die Uhr geheftet. „Seiner Schwingen Schutz zusammen“, grüßte Raven leise, als er sich schließlich zu den anderen gesellte. Das Gespräch drehte sich um die drohende Gefahr und die Ungewissheit, die von der Uhr ausging. Emilia schlug vor, zu Krathor zu beten oder die Glocke zu läuten, um einen Herold herbeizurufen. Raven jedoch mahnte zur Vorsicht: Die Glocke sei unberechenbar, da man nie wisse, welcher Herold erscheinen würde – im schlimmsten Fall einer, der ihnen bei der „Uhrthematik“ gar nicht helfen könne. Er berichtete Emilia zudem davon, dass der Fluch der Mahu, der sie beide betroffen hatte, durch die Zerstörung ihres Spiegels gelöst worden war. Plötzlich veränderte sich die Atmosphäre. Die Standuhr begann unnatürlich zu vibrieren, und die Zeiger bewegten sich zitternd in einem chaotischen Rhythmus. Raven beobachtete, wie die Flammen der Lichtquellen schwand und einem eisigen Luftzug wichen, der sich schaudernd an Haut und Gewand schmiegte. Die Temperatur sank rapide, bis der eigene Atem in der Luft gefror. Als die Zeiger der Uhr immer schneller rasten, formten sich anstelle der Ziffern schemenhafte Figuren, die in lebhaften Schattenkämpfen gegeneinander antraten. Raven fühlte sich fast in den Bann dieser Kämpfe gezogen, während ein fremder, intensiver Hauch über seinen Nacken strich wie eine kalte, nasse Hand. Dann geschah es: Ein gewaltiger Sog, wie der Aufschrei eines mächtigen Wesens, fegte durch den Raum. Raven versuchte verzweifelt, sich an irgendetwas festzukrallen, doch die Körper der Gefährten wurden durcheinandergewirbelt und in die Tiefe gezogen.

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Als der Sog nachließ, fanden sie sich in einer fremden, unwirklichen Welt wieder. Der Boden unter Ravens Füßen fühlte sich nachgiebig an, fast wie dünnes Glas, und eine undurchdringliche Dunkelheit umschloss die Gruppe. Überall war eine weiße, flauschige Substanz zu sehen, die nach ihnen zu greifen schien. Raven versuchte instinktiv, das Gebilde mit seinem Stab zu treffen, doch der Orientierungsverlust war massiv. Dann brach der Boden plötzlich unter ihren Füßen weg und sie wurden in eine neue Welt gezogen...

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„Wo zum Henker sind wir denn nun gelandet?“, entfuhr es ihm. Ein heftiger Schwindel überkam ihn, seine Beine fühlten sich wackelig an, und er musste schließlich auf die Knie gehen, während Übelkeit in ihm aufstieg. Erst nach einigen tiefen Atemzügen und dem Austausch ironischer Bemerkungen über ihren Zustand – Emilia sehnte sich bereits wieder nach einem Glimmstängel – kehrte Ravens Fokus langsam zurück. Lauernd und beobachtend begann Raven, diese neue Umgebung zu erkunden. Während Mairi versuchte, die klerikale Ebene dieser Welt zu erfassen und Emilia dunkle Wurzeln über den Boden wandern ließ, um die Umgebung zu untersuchen, bemerkte Raven leise und abfällig: „So stelle ich mir die Gegend vor, wo sich diese verdammten Druiden wohl fühlen würden...“. Die Gruppe war in der Anderswelt gelandet. Die Luft in diesem fremden Reich war erfüllt von einem sanften Glockenklang, der von einem beständigen, fast unhörbaren Wispern begleitet wurde. Raven Vandokir stand inmitten einer Umgebung, die sich jeder Logik entzog. Seine Finger schlossen sich fester um seinen Stab, während seine Augen unruhig die Umgebung absuchten. Er war wachsam, bereit für jede Gefahr, die aus dem schimmernden Zwielicht treten mochte. Als Emilia Arragar neugierig vortrat und sich ihr Knochenstab in einem dunklen Fädenwirrwarr auflöste, legte Raven instinktiv die Hand auf den Knauf seines Katanas. Hier war nichts, wie es schien. In der Ferne bewegten sich majestätische Geschöpfe: Einhörner. Eines von ihnen, ein Tier mit einem Schweif in den Farben des Regenbogens, zog Ravens Aufmerksamkeit sofort auf sich. Er konnte seinen Blick kaum von der Kreatur abwenden, deren Präsenz eine seltsame Mischung aus Ehrfurcht und Jagdinstinkt in ihm auslöste. Während Victoria Dracones über die Verwendung von Einhornhaaren als Reagenzien nachdachte, murmelte Raven finster: „Eher... töten und nutzen“. Er war ein Pragmatiker, selbst an einem Ort wie diesem.

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Vorsichtig, Schritt für Schritt, näherte er sich den stolzen Tieren. Ein zotteliges Einhorn blickte überheblich auf ihre Gruppe hinab. Raven hielt inne. Er griff in seine Tasche und holte eine saftige, sonnengereifte Orange hervor, die er flach auf seiner Handfläche präsentierte, um das Tier anzulocken. Das zottelige Wesen schnaubte gegen die Frucht, bevor es sie schließlich annahm und sich abwandte.

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Doch die Ruhe währte nicht lange. Über ihnen, auf einer Felsformation, tauchte ein Paar giftig grüner Augen auf. Ein Waldkobold beobachtete sie mit unverhohlener Neugier und einer gehörigen Portion Respektlosigkeit. Das kleine Wesen buchstabierte ihnen hämisch den Namen dieses Ortes: A-N-D-E-R-S-W-E-L-T. Raven hielt sich im Hintergrund und überließ Mairi das Wort, beobachtete jedoch genau, wie der Kobold in seinem Bauchnabel pulte und die Gruppe musternd beäugte. Als der Kobold nach „Futter“ verlangte, war es Raven, der erneut zu seinen Orangen griff. Auf Mairis Zeichen hin warf er dem kleinen Wesen eine Frucht zu. Doch der Kobold, ungeduldig und unwissend, biss einfach in die Schale und spuckte die bittere Frucht angewidert wieder aus. Raven, der ein seltenes, kurzes Lächeln zeigte, belehrte ihn ruhig: „Nun, die sollte man erst schälen, dann essen. Dann sind sie süß und saftig“. Mit seinen Krallenfingernägeln pellte er eine neue Orange und warf das Fruchtfleisch dem Kobold zu, der es nun gierig verschwinden ließ. Scheinbar besänftigt durch das Geschenk, zeigte der Kobold ihnen den Weg nach Westen. „Passt bei dem Fluss auf“, warnte er, wobei er Raven einen vielsagenden Blick zuwarf, „Trinkt nicht vom Wasser. Pinkelt nicht rein. Nur ich pinkel rein“. Raven quittierte die derbe Art des Wesens mit einem leichten Nicken und einem Zucken seiner Mundwinkel. Die Reise führte sie weiter zu einem Fluss mit schwebenden Steinen. Die Umgebung wirkte hier plötzlich wie eine Unterwasserlandschaft, obwohl sie sich an Land befanden. Raven fühlte sich, als hätte er seinen Kopf in Wasser getaucht. Er setzte den ersten Fuß auf einen der Steine, um dessen Stabilität zu prüfen, während seine Sinne in der weichen, schimmernden Welt um ihn herum zu verschwimmen schienen. Jeder Schritt in dieser Anderswelt war ein Wagnis, und Raven war bereit, es einzugehen. Raven setzte seinen Weg fort, während das Echo von Hufen, die den Frieden des Ortes nicht zu brechen wagten, in der Luft hing. Er warf einen letzten Blick zurück auf die Einhörner, bevor er sich endgültig abwandte und weiterzog. Die Umgebung, in der er sich befand, entbehrte jeder Logik: Hühner legten in stoischer Ruhe Eier, während die glitzernden Ströme des Wassers wie geflochtene Melodien klangen und der nahe Wasserfall Töne von sich gab, die an das Schwingen einer Harfe erinnerten. „Raven… geh ruhig vor“, hörte er Victoria hinter sich sagen. Er hielt kurz inne, ließ die bizarre Umgebung auf sich wirken und fixierte dann den ersten Stein des Pfades vor ihm. Mit einem leisen, fast beiläufigen Kommentar über die Möglichkeit zu fliegen, begann er, sein Gewicht vorsichtig auf den Stein zu verlagern, um dessen Stabilität zu prüfen. Schritt für Schritt tastete er sich voran, während Mairi ihn davor warnte, sich an diesem Ort zu verwandeln.

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Plötzlich veränderte sich die Wahrnehmung drastisch. Raven fühlte sich, als hätte er seinen Kopf in tiefes Wasser getaucht. Alles um ihn herum wirkte wie eine Unterwasserlandschaft, in der Vögel durch die Fluten glitten. Die Beine fühlten sich schwabbelig an, jeglicher Halt schien verloren, und jede Berührung der Umgebung war weich wie Samt oder fließende Seide. Trotz der surrealen Situation stellte er fest, dass sie atmen und sprechen konnten, auch wenn ihre Worte vom „Wasser“ dumpf verschluckt wurden.

Als sie auf Gebilde stießen, die wie Eis aussahen, aber eine art Fell auf der Oberfläche trugen, mahnte Raven zur Vorsicht. Er beobachtete, wie Emilia und Victoria die Substanz berührten und ihre Haut sich daraufhin weiß verfärbte – ein Zeichen der Infektion. Während die Frauen verzweifelt versuchten, die Infektion mit Salz abzuwehren, das sich im Wasser jedoch sofort auflöste, trat Raven schweigend an einen der goldenen Bäume heran und prüfte dessen Rinde mit seinen Fingernägeln.

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Ein gewaltiges Beben und eine Explosion aus grellem Licht rissen die Gruppe aus ihrer Benommenheit. Raven ging instinktiv in die Hocke, um auf dem schwankenden Boden nicht den Halt zu verlieren. Als sich die Lage beruhigte, fanden sie sich in einer grauen, trüben Welt wieder, die Mairi als eine veränderte Geisterwelt identifizierte. Raven blieb wachsam, beobachtete das Schluchzen eines weinenden Geistes und das rhythmische Hämmern eines stoischen Schmieds im Nordwesten.
Die Reise führte sie zu einer antiken Waage aus geschwärztem Metall, in deren Schalen filigrane Rabenumrisse punziert waren. Raven betrachtete das Objekt eingehend, während feiner Staub ihre Lungen reizte und sie zum Husten zwang. Mairi erklärte, dass Gleichgewicht hier der Schlüssel sei. Raven trat beiseite und beobachtete mit skeptischem, nachdenklichem Blick, wie Mairi ihre eigene Haut ritzte und ihr Blut in die höher liegende Waagschale tropfen ließ.

Dann öffnete sich ein Weg, welcher die Truppe in die Grabkammer führte, jener wurde genommen doch dann standen sie vor den Trümmern der Uhr. Jene Trümmerteile wurden sorgsam zusammengefegt und in ein Behältnis gefüllt. Doch damit war dieses Thema wohl noch nicht zu Ende, denn jeder von ihnen hat ein besonderes "Geschenk" mitgenommen, was sich durch ein ständiges Jucken und Kratzen äußerte. Es wurde sich verabschiedet und jeder ging seiner Wege.

Raven aber blieb jedoch um das Gefäß mit den Uhrstaub zwischen zwei Laternen zu stellen um somit eine Weile an dem zu erinnern was damals war, jetzt ist und noch kommen möge...danach ging auch er seiner Wege.
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Raven Vandokir
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Re: Und mir sprießen Rabenfedern

Beitrag von Raven Vandokir »

Raven saß wie jeden Abend am Leuchtturm, nachdem er von der Reise in die Anderswelt zurück gekommen war und noch fühlte er sich gesund und munter. Er beobachtete die Delphine, welche im Mondlicht ihre Schnäbel aus dem Wasser ragen ließen nur um dann wenig später ihr Gesicht zu zeigen. Da gesellte er sich zu den beiden. Er zog sich aus und kleidete sich nur mit einer leichten Robe um für den Fall eines Besuchers vorbereitet zu sein. Beide kamen vertrauend auf ihn zu und er legte seine sanften Hände auf beider Köpfe und begann sie zu streicheln. Er beobachtete die beiden die diese Streicheleinheit wohl genossen. Da dachte er an den einen Raum, in welchen er heute Abend gelandet war, wo Vögel unter Wasser flogen als sei dies ganz normal. Doch war er dankbar, denn er hatte eine Ahnung davon bekommen was die beiden jeden Tag sahen, wenn sie nicht an der Wasseroberfläche schwammen. Sanft streichelte er die beiden weiter und stellte sich vor, wie es wäre, wenn ihre Flossen größer werden würden sodass auch jene fliegen konnten. Aus Beobachtungen wusste er, dass sie sehr neugierig sein können wie er wohl auch. Raven war kein Mann der aus Angst die Welten betrat es war eher die Neugierde die ihn voranschreiten ließ. Delphine sind oft genauso veranlagt und da zu sehr schlau. Er ließ den Kopf sinken und gab beiden einen sanften Kuss auf deren Schnäbeln und gab jeden von ihnen einen Lachs ins Maul bevor er sich erhob und zu den beiden die ihn noch immer ansahen hinabblickte. „Gute Nacht meine Freunde….“ ließ er sanft und weich über seine Lippen kommen und wandte sich dem Leuchtturm zu nur um dann in den ersten Stock zu gehen um sich dann ins Bett zu legen. Den Stoffwolf zog er nah an sich heran. Da jener etwas größer war legte er seinen Kopf auf den Hals und schlang seine Arme und Beine um den Rest des Stofftieres und schloss dann auch schon die Augen um friedlich einzuschlafen.

Die Nacht war friedlich und er träumte von dem Regenbogeneinhorn, welches er gesehen hatte. Jenes ließ ihn auch im Traum nicht los. Jedoch träumte er, dass er es selbst erschuf. Er träumte, wie er Tierkadaver im Wald fand und jene mit in die Werkstatt der Nimmerruh nahm um diese dann auseinander zu nehmen und durch sein Anatomisches Wissen und das Wissen, was ihm die Tierkunde noch ermöglichte zusammen stellte. Für das Horn nahm er Eisen, welches er davor noch Krathor geweiht hatte sodass, wenn das Einhorn einen durch jenes umbrachte dass diese Seele direkt zu Krathor gelangen würde…..doch meistens enden Träume bekanntlich dann, wenn jene am Schönsten sind und somit wachte er auf….

Am folgenden Tag merkte er, dass er sich da was eingefangen hatte als er mit seinen Geschwistern durch die Welten ging. Er fühlte sich nicht besonders gut und seine Atmung strengte ihn an. Er seufzte dann auf und schnaubte dann auf. „Nicht schon wieder eine Seuche…“ In der Hoffnung, dass ihm eine Medizin helfen würde ging er zu einem der Schränke wo er einen Heiltrank nahm, der im normalsten Falle helfen konnte, wenn er mal krank war. Dadurch dass er durch sein Dasein als Diener Krathors damit gesegnet wurde eine gewisse Immunität zu Krankheiten zu entwickeln wurde ihm auch klar, dass dieses nicht mit rechten Dingen zugeht. Selbst diese Medizin half nichts denn es wurde im Verlauf des Tages noch schlimmer, da sein Körper anfing zu jucken so nahm er ein Aloebad, wo er hoffte dass dieses helfen würde, was sich auch als Fehlschlag herausstellte. Der Juckreiz wurde immer schlimmer und im weiteren Verlauf des Tages sah er, wie sich Blasen auf seiner Haut bildeten die er durch seine Kleidung gut bedecken konnte.

Seine Wege führten ihn dann zur Nimmerruh wo er Alecia fand mit jener er sich unterhielt um vielleicht Lösungen für ihr Problem zu finden, die Krankheit ließ er in dem Gespräch erst einmal außen vor. Er wollte ihr helfen wieder die Alte zu werden und so kamen sie ins Gespräch. Sie erinnerte sich gestern noch daran, dass ihr Bruder Schmied war, als würde sie altes Wissen nach und nach freikratzen. Vielleicht würde eine Reise in einer der vielen Welten helfen, ihr wissen wieder zu erlangen, dies galt es möglichst zeitnah zu erörtern, da das seiner Meinung nach ein Zustand war, der getilgt werden musste. Dann dachte er an das Thema der seltsamen Krankheit und ihm wurde klar, dass man jenes Thema auch abfertigen sollte, denn wer weiß wie diese enden würde, wenn jene nicht behandelt wird. Alecia merkte dann, dass sie Ruhe braucht und so begab sie sich in die Schlafkammer. Raven, welcher ein Blutbad nehmen wollte, da er die Hoffnung hatte, dass dieses vielleicht helfen würde traf auf den Weg auf Victoria, welche gerade dieses besagte Blutbad genommen hatte, dieses ihr aber nicht half teilte ihm ihren Unmut mit und so begriff Raven, dass die Zeit immer schneller voran schritt. Er gab ihr zu verstehen, dass er für ein Treffen sorgen würde, sodass man sich zusammen setzt um weitere Mittel oder Ideen bespricht wie denn nun vorgegangen werden sollte. Er selbst hatte schon recht schnell eine Vermutung, was der Schlüssel sein könnte, wie man dieses Problem lösen könnte, das wollte er jedoch an den Abend des Treffens verkünden. So ging er in die Grabkammer hinein und legte ein Zettel aus. Darin beschrieben erläuterte er kurz und knapp, dass er ein Treffen einberuft um das Thema anzugehen.

Die nächsten Tage verbrachte er alleine und auch für sich denn dieses brauchte er mehr als genug, denn jede Anstrengung war ihm zu viel. Selbst das einfache erklimmen einer Treppe ließ ihn kürzer atmen und schon begann sich etwas auf seine Lunge zu legen, was ihn weiter zusetzte. Er merkte auch, wie sich etwas in seine Atemwege setzte und seine Haut juckte immer unerträglicher, sodass er Mühe hatte, sich nicht zu kratzen. Er war ein Meister so etwas zu verdrängen und doch ertappte er sich dabei, sich diese Pusteln nicht aufzukratzen. Raven wollte schließlich Narbenbildungen vermeiden.

Die Tage verbrachte er gerne alleine und suchte auch nicht gezielt nach Kontakt und hier war er froh, dass sich sein Partner sich so selten blicken lässt denn er wollte das nicht erklären, was nun wieder mit ihm passiert ist. Seine Wege führten ihn immer öfter in die Grabkammer wo er eher mehr für sich war und diese Stille um ihn herum tat ihn gut, denn die Welt außerhalb der Kammer war für ihn zu laut geworden und er mochte es gerne ruhig um sich herum. Er fühlte sich oft einsam jedoch begriff er auch, dass Einsamkeit auch entstehen konnte, wenn man unter vielen Leuten ist, wie er sich sehr oft gefühlt hatte. Zu oft, wodurch er gelernt hatte die Stille als seinen Freund zu sehen. Seine Er fuhr sich mit seine schwarzen Krallen durch sein knielanges weißes weiches Haar und begab sich zum Spiegel der Kammer, welche er nutzte um sich so zu verändern, sodass er ein anderes Aussehen annimmt. Seine Blicke fuhren über seine eigenen Konturen hinweg und er war durchaus zufrieden dass sein Gesicht zumindest nicht von dieser Krankheit betroffen war. Er näherte sich mit dem Gesicht dem Spiegel und nahm eine Pinzette um sich ein Haar zu entfernen, welches seiner Meinung nach gerade fehl am Platz war und legte diese dann zur Seite.

Danach beschritt er einige Räumlichkeiten, bis er zur Werkstatt kam und sich überlegte, wie er dieses Einhorn zusammenbauen würde. Er würde zunächst durch die Wälder ziehen und Tierkörper einsammeln, welche so oder so dem Verfall ausgesetzt waren. Natürlich schrak er nicht zurück, menschliche Bauteile zu nutzen, denn das was er bauen würde sollte nicht schön sein aber dafür gut vom Nutzen sein. Doch ein Jucken erinnerte ihn, dass jetzt nicht die Zeit dafür gewesen war, denn es galt weitere Schritte einzuleiten, dass diese Krankheit der Geschichte angehört, dieses war seine oberste Priorität ein tieferer Atemzug entglitt ihn, und er vernahm einen Geruch wahr, der muffig und erdig roch und er kräuselte die Nase und versuchte diesen Geruch los zu werden doch auch sein Rosenwasser half nichts, da dieser Geruch sich immer wieder in den Vordergrund drängte. Jedoch fing er an, sich an diesen Geruch zu gewöhnen und meinte dann….“Hat etwas von einem Grab…“ doch ob diesen Geruch andere in seiner Umgebung wahr nahmen oder nur er das war fraglich.

Nachdem er den Tag in der Kammer verbrachte trieben ihn seine Schritte wieder zum Leuchtturm wo er sich wieder in sein Bett legte und recht schnell einschlief. Am nächsten Abend wollte er sich mit seinen Geschwistern beratschlagen und ihnen seine Idee unterbreiten was vielleicht die Lösung wäre, jedoch war er auch gespannt, welche Ideen diese sich überlegten...
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Raven Vandokir
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Re: Und mir sprießen Rabenfedern

Beitrag von Raven Vandokir »

..die Tage vergingen und es kam zu jenen Treffen um weitere Herangehensweisen zu besprechen.

Raven hatte schon gut damit zu kämpfen, sich seine Krankheit, die die ganze Dienerschaft betraf nicht anmerken zu lassen, so nahm er für seinen Reizhusten immer wieder einen Löffel Honig, seine Hauptprobleme überdeckte er mit Puder, was ihm einen Anblick gab, der eher einer Porzellanpuppe ähnlich sah. Er saß am Spiegel und bewunderte wie jeden Tag seine Schönheit und nahm sich Zeit sich seiner Schönheit bewusst zu sein, da er Blick in den Spiegel ihn immer wieder an seine Mutter erinnerte, zu der er immer eine tiefere Verbindung hatte als es bei seinem Vater der Fall war. „Oh Mutter, wärest du nur hier...ich hätte immer mehr Fragen an dich…“ Dachte sich der junge Mann dann und erhob sich dann und trat hinter dem Stuhl um sich wieder im Spiegel zu betrachten und legte seine Haare noch ein mal zurecht. „Wie eine Puppe….hm….wie sieht der Puppenspieler nur aus….vielleicht werde ich dieses ja eines Tages mal erfahren….doch zunächst verschieben sich Prioritäten….“ waren seine Gedanken hierzu ehe er sich dann vom Leuchtturm zur Nimmerruh aufmachte….

...dort angekommen saßen schon die Ersten dort und der Raum füllte sich mit Köpfen voller Ideen, wie nun die Herangehensweisen wären. Aufgaben wurden verteilt so hatte auch Raven eine erhalten die mit der Bücherei K’awis zu tun hatte. Er solle herausfinden, ob dort etwas verzeichnet wäre was der Dienerschaft helfen könnte. Auch andere Büchereien wurden durch andere Diener besucht aber auch hier fanden sich auch keine Ergebnisse.

Emilia und Flora boten an, den Orden der Arkorither und die Schwesternschaft um Hilfe zu bitten um sich dieses genauer anzusehen. Der Orden stimmte dieser Untersuchung zu und schon kamen drei von ihnen eines Tages zur Nimmerruh wo sich Emilia freiwillig zur Untersuchung anbot. Was sie dann feststellten war, dass Die Diener wie ein Netz aus feinen Fäden miteinander verbunden waren. Eine der Arkorither ließ eine Wärme in Emilia aufkommen, was sich dann auch auf andere Diener übertrug. So merkte auch Raven diese Wärme in seinem Körper, ein Blick zu den anderen Geschwistern bestätigte es ihm, dass er nicht alleine mit diesem Gefühl war. Was den einen passierte, passierte auch ihn. So war die Krankheit durch ihre Verbundenheit durch die ganze Dienerschaft gegangen. Als er noch eine Berührte Seele war merkte er dieses kaum, doch seid er Seelenjäger wurde merkte er, wenn sich ein Diener in der Nähe befand, das genoss er, auch wenn er sich an dieses Gefühl in den ersten Monden damals gewöhnen musste. Bei dieser Untersuchung wurde auch in Erwägung gezogen, sich erneut in einem der Welten zu begeben um ein Heilmittel zu finden. Raven fand diesen Gedanken durchaus vielversprechend und war schon neugierig, was er dann wieder erleben würde. Er fand durchaus Gefallen an die verschiedenen Welten die man entdecken konnte und war durchaus nicht ängstlich. Eine Neugierde machte sich in dem jungen Mann breit, doch er ließ es sich nicht anmerken, dass ihm dieser Gedanke gefiel. So ging der Abend zu Ende und alle Wege trennten sich an jenen Abend.

Dann war noch Kevkes Brief den er ausgelegt hatte und auch jenes sollte in Kürze eintreten. „Sehr naheliegend, wenn Krathor einem nicht helfen kann, wer denn dann? Die Zeit arbeitete gegen uns und sterben will ich jetzt noch nicht…..nicht durch Krankheit. Und wer weiß, vielleicht entdecke ich erneut eine Welt die ich entdecken will…“ Er richtete seine Haare und wird eine Weile still diesen Brief betrachten ehe er sich dann aus den Kammern der Dienerschaft heraus begab.

Seine Wege führten ihn nach K’awi wo er die Tage sehr ruhig verbrachte, außer in jenen Abenden wo er Zeit mit seinem Partner verbrachte. Dieses lenkte ihn zumindest für einige Momente von seiner Krankheit ab und er hatte auch dann damit zu kämpfen sich sein Leiden nicht anmerken zu lassen, da er schon beim Fluch schon sehr besorgt war.

Er überlegte lange, wie lange er nicht mehr krank gewesen war und alles ging mit der Weihe zum Diener einher, dessen war er sich bewusst.
Seine Wege führten ihn zum Strand wo er aufs offene Meer heraus blickte um seine Gedanken zu ordnen und auch über seine Mutter nachzudenken, wie sie war, als sein Vater nicht im Anwesen war sondern im Tempel in Bärentrutz gebraucht wurde.

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Er war nie alleine, denn er hatte immer einen Diener um sich herum der Ravens Wünsche besser kannte als er selbst….auch hatte er nie Privatsphäre oder einfach mal Zeit für sich, doch die Zeit mit seiner Mutter war ein sehr guter Ausgleich, da sie nicht so streng mit Raven war und sich wirklich gerne um ihn kümmerte. Auch sie trug wie Raven die schönsten und edelsten Gewandungen die man sich nur vorstellen konnte. Ihre Gespräche waren ernster Natur und waren oft philosophischer Natur. Beide liebten es, über Dinge zu sinnieren und über den Tellerrand hinaus zu schauen. Gerade dieses sorgte für eine gewisse Neugierde, welche in Raven keimte. Während sie durch die endlosen Gänge des Anwesend schritten tranken sie den besten Wein den man sich nur vorstellen konnte. Sie war verdammt wählerisch was Wein anging und da sie selbst aus der Reichtsprovinz Shevanor stammte war sie die Expertin für den einen oder anderen edlen Tropfen, was man auch in dem Weinkeller des Anwesens ausmachen konnte, da ihre Familie sich zu den besten Winzern der Provinz zählen konnte. Goldsorgen hatte auch sie keine, denn ihr Wein war damals sehr gefragt. Genau dieses Wissen schmeckte Raven aus jeden Glas heraus, was seine Mutter damals noch selbst anfertigte bevor sie zur Dienerin wurde… sie wusste auf alles eine passende Antwort und war auch sehr gelehrig und hatte ein gutes Händchen dafür, Leute so zu beeinflussen, dass sie nicht merkten, dass sie sie schon längst im Griff hatte. Sie verbrachten auch gerne Zeit, um Geschichten aufzuschreiben, da beide eine gute Phantasie besaßen, die sehr lebhaft war. Einige dieser Geschichten schrieben sie auf Papier, jedoch nicht mit Tinte. Sie schrieben mit Blut, was seine Mutter selbst besorgte. Auch hier konnte sie ihre Herkunft nicht verbergen da sie sich aus Blut ihren eigenen Wein herstellte, den sie aber nur zu besonderen Anlässen trank. Hin und wieder kam es aber auch vor, dass sie mit Raven in den Kerker mitnehmen konnte wo sie das Blut von gefangenen entnahm, um es dann in Gefäße zu füllen, dabei achtete sie jedoch auch, dass sie nicht vor ihrer Zeit das Zeitliche segneten. So war das wohl auch mit Ravens Freude verknüpft, anderen Menschen Leid zuzufügen, denn er war es oft, der ihnen die Haut öffnete sodass seine Mutter an deren Blut kam. Da sie sich auch mit der Heilkunst auskannte versorgte sie die Wunden sodass dieser Mensch, der stets ein Mann gewesen war nicht vor seiner Zeit verstirbt. Für beide war dieses wohl das normalste der Welt, dieses zu erleben und so sagte seine Mutter ruhig aber bedächtig „Wollen wir einen Ausflug in den Kerker machen, mein Mondkind?“ Manchmal erlebte sie sich, dieses so über die Lippen zu bringen als fordere sie einen zum Spielen auf. Irgendwie war es das für Raven ja zum Spiel geworden und dieses förderte seine sadistische Ader immer ein bisschen mehr, denn er durfte hin und wieder selbst an ihnen forschen wie man am besten greift um Schmerzen zuzufügen. Ihr Wissen um die besten Stellen war wirklich faszinierend. Hin und wieder kam es aber auch vor, dass sie einfach aus der Laune heraus einen Gefangenen nahm und ihn aus Spaß Folterte und da war es ihr auch egal, ob dieser es überlebte oder nicht, denn das Herzogtum Alumenas war groß und hatte den einen oder anderen den man erneut dafür verwenden könnte. Sie sah sehr jung aus und heute wusste Raven, welche Wege sie dafür ging um sich ihre Schönheit zu erhalten, denn es gab viele Möglichkeiten...dieses zu erreichen. Eines Tages kam seine Mutter auf ihn zu und überreichte ihm einen Handspiegel, in dem er sich nun öfters betrachtete...

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Seine Gedanken streiften jene Gedanken ab und er seufzte leise auf. „Ich hätt so viele Fragen, Abertausend Fragen….“ dann glitten seine Blicke über die Schulter Richtung K’awi-Stadt und erneut seufzte er, da es ihm zu wider war, wessen Reich nun bald hier auftauchen wird auch erwischte er sich bei diesem Gedanken, dass er jeden, welchen er heute antreffen würde am liebsten seine Seele ernten würde um diese zu Krathor zu schicken… Noch war er sich unschlüssig ob er nur Wache stehen wollte oder mit tanzen, denn Tanzen tat er eigentlich sehr gerne….schon damals...
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Raven Vandokir
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Re: Und mir sprießen Rabenfedern

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Heute war der Tag an dem der Sonnenball statt fand, wo Raven sich entschloss, dienstlich anwesend zu sein, da er nicht damit rechnete dass sein Partner auftauchte und rüstete sich für seinen Dienst, welechen er dann auch sehr gewissenhaft und genau durchführen wollte. Da er seinen Dienst auch mit einer großen Verantwortung durchführte ließ er es sich auch nicht nehmen, Personen zu kontrollieren die er schon kannte und auch vor Adeligen des lichten Reiches nahm er sich nicht zurück, denn alles sollte seine Richtigkeit haben. „Wie gerne würde ich jeden hier direkt zu Krathor schicken..“ waren seine Gedanken aber er war Meister darin, dieses sich nicht anmerken zu lassen.

Die Brücke, welche zum Tanzsaal, welcher durch Angelica und Tom sehr schön geschmückt wurde war ebenfalls sehr schön geschmückt und man konnte sehen, wie viel Liebe zum Detail darin steckte. Als auch dann der letzte Gast kontrolliert wurde, zog Raven sich auch zurück um sich für den Ball aufzuhübschen und als Element der Asche anwesend zu sein.

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Der Ballsaal war erfüllt von einer feierlichen Atmosphäre, in der leise Musik und das Gemurmel der Anwesenden eine elegante Kulisse bildeten. Raven schritt anmutig voran und ließ seinen Blick ruhig über die Gäste schweifen. Er näherte sich dem Tisch und neigte sein Haupt, als er Althan erblickte. Mit einer anmutigen Bewegung nahm Raven Platz und fragte leise, ob sie die Plätze tauschen könnten, während er auf die Pfeife deutete. Doch Althan antwortete leise, dass er perfekt sitze, und gab zu verstehen, dass er das nicht wolle. Raven ließ sich davon nicht irritieren, woraufhin Althan ihn mit einem fragenden Blick bedachte. Raven lehnte sich halb über Althan, um an den Schlauch der Pfeife zu gelangen. Er schob sich das Ende in den Mund und nahm einen tiefen Zug. Althan blickte hinab und fragte zögernd, ob er ihm das Konstrukt anreichen solle, da er sich mit solchen Dingen nicht auskenne. Da Raven warnte, dass das Gefäß sehr heiß sein könnte, zog Althan, der bereits Handschuhe trug, den Behälter näher zu sich und reichte ihn an. Raven bedankte sich, schlug sein rechtes Bein über das linke und lehnte sich entspannt zurück. Beide beobachteten das Treiben im Saal schweigend, während ihre Blicke über die Tanzenden wanderten. Nach einer Weile wandte sich Raven wieder Althan zu und forderte ihn mit leiser Stimme auf, sich eine Tanzpartnerin zu suchen. Althan lehnte ab und meinte zur Seite hin, dass er nicht tanzen könne und das Geschehen lieber von dort beobachte. Raven bot daraufhin an, es ihm beizubringen. Althan sah ihn irritiert an, und ein kurzes „Ehm...“ entkam seinen Lippen. Mit einem kurzen Grinsen und einem herausfordernden Blick erwiderte Raven den Moment, woraufhin Althan eine diplomatische Antwort fand und betonte, dass es zu kurzfristig sei. Raven ließ nicht locker und wies auf die feinen Damen hin, doch Althan antwortete unruhig, dass er sie nicht kenne und sie ohnehin alle tanzen könnten. Raven stellte daraufhin trocken fest, dass Tanzen wie Vögeln sei – man lerne es durch die Erfahrung anderer. Althans Blick wanderte von der Tanzfläche zu Raven, er starrte ihn an und schluckte seine erste Reaktion herunter, bevor er erwiderte, dass er Ravens Erfahrungen sehr schätze. Raven bot ihm daraufhin schmunzelnd an, ihn auch beim Vögeln zu beraten, ohne Scham zu empfinden. Althan schien sprachlos zu sein und wandte den Blick wieder nach vorne. Raven genoss seinen Zug aus der Pfeife, bemerkte Althans Verlegenheit und sah ihn an. Althan murmelte leise, dass man ihm das Gehirn gewaschen habe, woraufhin Raven süffisant bemerkte, dass er dann ja noch fast ein Jungmann sei. Althan beobachtete nun aufmerksam die Tanzschritte, blickte kurz zur Seite und sagte leise: „Wie du meinst“. Raven schlug vor, dass Althan Gwenna und er Leandra zum Tanz auffordern könnten, und bot an, zu vermitteln. Althan entgegnete unsicher, dass er nicht wisse, ob das eine gute Idee sei. Als Raven weiter darauf drängte, rief Althan etwas lauter als beabsichtigt: „Nein!“. Er dämpfte seine Stimme und fügte hinzu, dass er sich seine Dame selbst aussuche. Raven lächelte und antwortete gespannt, er solle es einfach versuchen. Althan fühlte sich unwohl und starrte auf die Tanzfläche, woraufhin Raven meinte, dass etwas Mut und Spaß ihm guttun würden. Althan entgegnete, dass er genau hier, bei Raven, Spaß habe. Daraufhin entspann sich ein durchaus intressanter Schlagabtausch, in dem Raven fragte, ob dies nicht zweideutig klinge. Althan betonte, es sei eindeutig, nicht zweideutig, und wandte seinen Blick nicht von den Tanzenden ab. Raven nahm erneut genießerisch den Schlauch in den Mund, sah Althan engelhaft an und murmelte leise. Althan drehte langsam den Kopf zu ihm und sagte leise, dass Raven nicht erreichen werde, was er vorhabe. Raven widersprach lächelnd und meinte, er erreiche es bereits, da er Freude an der Unterhaltung habe. Althan brummte nachdenklich und sah wieder nach vorn. Raven bot ihm den Rauchaufsatz an und fragte, ob er ebenfalls einen Zug nehmen wolle. Die Musik, die Menschen und die Gespräche schienen Althan in diesem Moment zu überfordern. Mit einem kurzen Lächeln lehnte er ab und gab zu, dass er nicht wisse, ob er das vertragen würde. Raven erklärte, es handele sich um Rauschkraut mit Faunstängel, das beruhige und gewisse Gefühle erzeuge. Althan erwiderte jedoch leise, dass er zur Beruhigung die Meditation bevorzuge. Raven drückte ihm das Röhrchen in die Hand, nannte ihn scherzhaft „mein Kleiner“ und stand auf, um die Adeligen wegen des Bürgerbriefs zu kontrollieren. Althan hielt das Konstrukt irritiert von sich weg und steckte das Ende wieder daran. Als er sah, dass Raven am Ende des Saals in ein Gespräch verwickelt war, erhob auch er sich um Linus, welcher gerade ein Lied beendet hatte zu applaudieren. Kurz darauf kehrte Raven zum Sofa zurück, nahm den Schlauch wieder auf und setzte sich genau auf den Platz, den Althan ihm zuvor nicht hatte freiräumen wollen. Althan beschloss, sich zu verabschieden, und neigte leicht das Haupt. Raven erwiderte leise, er solle auf sich aufpassen. Althan ging hinaus in die kühlere Luft und atmete langsam durch.

Raven indes nahm sich den Schlauch in den Mund und sah den Tanzenden zu und genoss diesen kleinen Triumpf den er gerade für sich entschieden hatte. Nun aber sah er zur Türe und erblicke in der Tat seinen Partner, und es kam zum Tanz der beiden Männer, welchen Raven sehr genoss man konnte anhand des Tanzes aber nicht erkennen wer nun die Führung hat denn beide wechselten sich sehr elegant ab, denn tanzen, das konnten beide sehr gut. Doch leider musste er viel zu früh gehen.

Danach begab sich Raven wieder zum Sofa wo er sich mit Angelica über ihre Vergangenheiten und Eltern unterhielten. Angelica, welche ein Problem mit Nähe hatte, wie Raven auch lehnte sich dann einfach gegen Raven und Raven legte einen Arm um sie und so unterhielten sie sich ruhig und auch tiefgründig. Der junge Mann liebte es, sich mit ihr auszutauschen und dass sie sich auch in vielen Dingens ehr einig waren sah er in ihr auch eine Schwester von anderen Eltern. Er erzählte ihr auch viel über seine Familie und auch was seine Mutter für eine war und dass er mehr zu ihr aufsah als zu seinem eigenen Vater, da sie seine Vertrauensperson damals schon gewesen war. Dann neigte sich der Abend dem Ende zu als die ersten Gäste gingen und andere ihnen folgten.

So verabschiedeten sich auch Angelica und er voneinander und Raven begab sich in den Leuchtturm wo er noch eine lange Weile alleine saß und über diesen Abend nachdachte und immer wieder der Gedanke, was er gerne mit jeden Anwesenden getan hätte, wäre nur die Möglichkeit gewesen doch irgendwann wäre dieses vielleicht der Fall...dann wurde er Müder und müder und das Fest forderte seinen Tribut und er begab sich zu Bette wo er sich richtig breit machte und dann auch schon einschlief….nur am folgenden Morgen festzustellen, dass er durch das Fest diese Krankheit fast vergessen hatte, so schlug diese Krankheit nun umso stärker zurück...die nächsten Tage würden Aufschluss darüber geben, ob der Plan den Kevke vorgeschlagen hatte Früchte tragen würde...
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Raven Vandokir
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Re: Und mir sprießen Rabenfedern

Beitrag von Raven Vandokir »

Seine Gedanken lagen Tagelang auf das Ereignis, welches sich an einem der Abende zutug als sich die Dienerschaft wieder zusammenfand um heraus zu finden was nun der Grund für ihre Krankheit wäre. Sie versammelten sich in den Raum, welchen sie immer genutzt hatten wenn sie ihre Rituale sprachen und auch den einen oder anderen Fluch webten. Es wurde sich beraten was an jenen Tag passieren sollte und so kamen die meisten zum Entschluss, dass man es damit versuchen solle, Kontakt mit Krathor aufzubauen um ihn nach Eingebungen zu bitten. So trat Kevke hervor, welcher ein gebet zu Krathor sprechen wollte um Beistand zu erbitten, doch mit jeden Wort von ihm und der anderen Diener wurden ihre Brustkörbe zusammengepresst wodurch ihnen auch der Atem genommen wurde, sodass es zu keinem Gebet kommen konnte. Bei Kevkes letzten Worte, wo er seine letzte Luft aus den Lungen sprach wo er aktiv im Krathors Hilfe bat erhoben sich zwei Hände aus den Boden, welche jeden anwesenden Diener ergriffen und wieder in die Anderswelt brachten.

Dort angekommen sah sich Raven auch wieder um und erkannte, dass hier etwas nicht stimmte. Das unechte Eis machte sich breit und auch jene Welt schien wie die Geisterwelt vom Zerfall gezeichnet worden zu sein. Das unechte Eis machte sich Stück für Stück breit und bewegte sich auch auf die Diener zu. Die Einhörner waren panisch und auch der Kobold war in Panik geraten. Dieser Kobold wollte mit ihnen reden aber kein Ort war sicher so rannten sei ihn immer hinterher. Sie kamen in eine Höhle wo es Raven gelang, Wasser aus der Ebene zu sammeln, dazu wurde noch eine Erdprobe genommen, beides wäre sicher für die Arkorither wichtig, um auch in jene Ebene zu wandeln. Auf der Flucht vor dem „Nichts“ Auf der Flucht verloren die den Kobold dann auch und entdeckten eine Flöte, wo vermutet wurde, dass diese Krathor gehöre oder mit ihm eine Verbindung hatte. Raven, neugierig wie er war wollte wissen, ob man mit dieser Flöte spielen könnte. „Nur wer wagt gewinnt Erkenntnisse“, so versuchte er diese zu spielen, doch beim Pusten in jene stockte ihm der Atem und so merkte er, wie jede Luft aus der Lunge gezogen wurde. Schnell nahm er die Flöte von sich und jappste nach Atem. Dann gingen sie wieder einige Schritte durch die Anderswelt zu einem Ausgang und kamen dann wieder in die Grabkammer aus, wo sich wieder beraten wurde was nun die nächsten Schritte wären. Raven gab den anderen Dienern aber zu verstehen wo er die Flöte aufbewahren wird, sodass jeder Zugriff auf jene haben könnte, um jene zu untersuchen.
Dann kam Mairi zur Theorie, dass es keine Krankheit ist, welche die Diener befallen hat nur eine Art Schutzschirm, welche sich um die Seele der Diener gelegt hatte um sie von Einflüssen zu schützen. Das wäre eine gute Erklärung dazu, warum weder ein Gebet noch die Flöte Wirkung hatten. Am Vorabend hatte Raven an der Akademie durch Angelica gelernt, was das mit dem Seelensiegel sei, von dem immer gesprochen wurde. So gab er auch diese Theorie kund, dass das sich wohl um so was ähnliches handeln könnte. Die Frage die ihm dann in den Kopf glitt war „Wann würde dieses Siegel um jene Seele dann brechen….?“ also beließ er es dabei und stellte diese Frage erst mal nicht in die Runde.

Dann trennten sich ihre Wege und Raven legte die Flöte in einem der Kisten. Danach blieb er eine Weile in der Kammer und sah sich um und schloss seine Augen um seine Gedanken zu ordnen….er mochte die Stille, welche diesen Ort ausmachte, sie war beruhigend aber schwer zugleich. Dann fielen seine Blicke auf den Ritualplatz wo er vor etwas mehr als einem Jahr Diener wurde, je er empfing die Weihe des Rabenherrn und er dachte sehr oft an jenen Abend, wo er glaubte, gefressen zu werden. Oder waren es bald schon zwei Jahre wenn sich der zwölfte Monat des Jahres näherte. Er hatte in der Zeit jedes Zeitgefühl verloren und er begriff, dass er Zeuge dessen war, was er eines Tages den neuen Dienern, welche sich gewiss irgendwann einfinden werden weitergeben würde. Zeitzeuge zu sein um den jüngeren das zu vermitteln was geschehen ist ist so unglaublich viel wert. Jeder hat dann letzten Endes was davon.
Dann begab er sich nach einer geraumen Zeit zur Nimmerruh und ging zum höchsten Punkt dieses Gebäudes…

Dann hörte er einige Geräusche, welche ihn neugierig gemacht hatten und widmete sich jener Quelle...

Tage vergingen und er bereitete sich auf das nächste Ereignis vor, was anstand. Heute sollte der Rasharmakt auf K’awi stattfinden, wo er sich drauf vorbereitete sich auch von der Krankheit nichts anmerken zu lassen. So entschloss er sich die Torkontrolle zu übernehmen und nachdem der letzte Gast abgefertigt wurde, nahm er sich die Zeit um selbst einige Käufe zu tätigen. Er war ein Mann, welcher weiß was er wollte so waren seine Waren welche er wollte schnell in seine Tasche gelandet und brachte sie zur Bank damit diese in Sicherheit waren. Nachdem sein Einkauf in Sicherheit war wollte er wieder eine Runde um den Markt drehen doch er merkte, dass er eine Pause brauchte so begab er sich zu einen der Bänke und ließ sich neben Taran nieder. Sie blickten sich an und schon begann ein durchaus für Raven schönes Gespräch. Beide waren durchaus dankbar, dass sie einen gewissen Austausch hatten und so verging die Zeit zwischen ihnen relativ schnell. Taran schien allerdings Interesse daran zu haben, das Gespräch an einen anderen Ort weiter zu führen so sprach er eine Einladung zu seiner Taverne aus und fragte Raven auch noch nach seinen Vorlieben was er gerne trinken würde, um es dann da zu haben, wenn Raven die Taverne betrat. Da Raven auch keiner war, welcher Einladungen ausschlug nahm er diese Einladung auch an, auch wenn er Tavernen nicht gerne betritt, da er es eher vorzog, an anderen orten Gespräche zu führen. Diese Ablenkung würde ihn sicher helfen, nicht an seine Krankheit zu denken und so würde er sich hin und wieder nach Kronwalden begeben und nach der Taverne zu schauen ob sie nicht auf hätte.

Schon merkte er den täglichen Krampf, welcher sich immer wieder in seinen Herzen und seinen Kopf breit machte. Andererseits schreit sein Herz nach Rahal, dass er eines Tages Bürger des Reiches werden sollte, da er sich immer noch als Teil dessen sah. Sein verstand jedoch riet ihn, auf K’awi zu bleiben um als Waagschale zu fungieren um eventuelle Diener des lichten Reiches ohne großen Aufwand zu besuchen um jenen zu helfen, wie er es gerade mit Alecia tat, welche dort ansässig war. Als bekannter Reichsbürger wäre ihm dies nicht ohne Weiteres möglich, auch wenn er durch sein Dasein sein Aussehen verschleiern konnte. Noch dazu wäre es ihm dann auch nicht möglich gewesen, diesen Besuch in der Taverne von Taran anzunehmen. Wohl fühlen tat er sich nur in seiner eigentlichen Gestalt oder als Rabe.

In seiner Gedankenwelt gefangen ging er durch die abendlichen gassen K’awis und ging zum Haus seines Partners, welcher ihn eine Ecke für sein neues Vorhaben bereit gestellt hatte. Sein Partner war einer, welcher gut zuhören konnte so ließ er es sich nicht nehmen für Raven eine Überraschung in seinen vier Wänden einzurichten, wo Raven sich der Alchemie annähern konnte. Natürlich dachte Raven auch an viele Möglichkeiten, die ihm die Alchemie offen legten. So war Raven ihm durchaus dankbar, dass er ihm dieses möglich machte, dies zu erlernen. Lorius dachte nicht nur an die Ecke sondern auch an die ersten Fässer und Kräuter, die Raven brauchte um zu lernen und so verbrachte Raven den Abend mit der Alchemie und neben dem dass er sich auf das konzentrierte, was er gerae fertigte glitten seine Gedanken wieder ab und legten sich auf die Krankheitsthematik. Er war so gespannt drauf, wann und wie man das mit jener in Griff bekommt, denn so wie es nun war ist kein Diener ein gutes Werkzeug für ihn und er hasste es selbst schwach zu sein, denn mit jeden tag der vergeht wird er immer schwächer und schwächer. Er war noch zu jung um zu sterben so hoffte er mit all seiner Kraft, dass dieser Albtraum ein Ende haben würde und er wieder das tun konnte was er wollte. Krankheit bedeutete für ihn auch Schwäche und das wollte er sich nicht ohne Weiteres antun.

Nachdem er sich dann einige Stunden der Alchemie gewidmet hatte bemerkte er, wie müde er doch geworden war und er beschloss, es an diesen Abend gut sein zu lassen und säuberte seinen Platz, legte alles dahin wohin es sollte und löschte das Licht um in den Keller zu gehen wo Lorius schon tief und fest schlief. So bereitete er sich selbst auf den Schlaf vor und kuschelte sich an ihn an und schloss seine Augen und dachte auch daran, wie er mit ihm auf den Ball getanzt hatte….ein Lächeln bildete sich auf seinen Zügen als er dann von einem Ball aus vergangenen Tagen träumte...damals….als er noch….der Sohn eines Templers Alatars und einer Dienerin Krathors war...welche in einem gut betuchten Anwesens lebten und ein gewisses Ansehen hatten.

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Raven Vandokir
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Re: Und mir sprießen Rabenfedern

Beitrag von Raven Vandokir »

Die Fackeln in der kühlen Grabkammer flackerten unruhig, als Mairi sich schwerfällig von der Bank erhob. Ihr tiefer Gruß „Seiner Schwingen Schutz“ läutete ein, was Raven Vandokir schon den ganzen Abend als eine drückende Vorahnung auf den Schultern gelegen hatte. Er neigte den Kopf vor seinen Geschwistern und sträckte den Rücken durch. Es fühlte sich an, als stünden sie alle vor einer unsichtbaren Wand. Das Gespräch plätscherte dahin – über die Arkorither, die sie noch nicht kontaktiert hatten, und über die Hexen, die lieber mit ihren Tees und Kräutern beschäftigt waren, als sich Zeit für einen Austausch zu nehmen.

Doch Ravens Gedanken kreisten um etwas anderes. Sein Blick wanderte zu der Gebetsecke. Die Gebete, die ihnen einst Trost gespendet hatten, fühlten sich in letzter Zeit seltsam schwer an, fast so, als hätten sie eine negative Auswirkung auf das klerikale Gefüge.

„Hat sich jemand die Flöte noch einmal angesehen?“, durchbrach Floras Stimme seine Grübeleien.

Raven verzog den Mund leicht. Die Flöte. Das unheilvolle Artefakt, das sie aus jener fremden Welt geborgen hatten und das sich so unverkennbar nach Ihm – nach Kra’thor – anfühlte. Er schritt entschlossen zur Truhe, klappte sie auf und holte das hölzerne Instrument heraus. Als er zurückkehrte, spürte er die Blicke der anderen auf sich. Er hatte schon einmal in der Anderswelt darauf gespielt, und die Erinnerung daran ließ ihm immer noch den Atem stocken.

„Ich denke, es macht eher Sinn, wenn eine der Älteren diese spielt“, sagte Raven ruhig und legte das Instrument auf seine offene Handfläche. Ihre Verbindung zu Ihm war tiefer, enger. Er sah zwischen Mairi und Ravena hin und her. Mairi gestand sogleich, nie gelernt zu haben, auf einer Flöte zu spielen. Raven wollte das Mundstück gerade schon testweise selbst an die Lippen führen, als Ravena pragmatisch die Hand ausstreckte. „Gib sie mir mal. Ich versuch es“, raunte sie.

Raven reichte sie ihr weiter. Er beobachtete, wie Ravena umständlich ihre Handschuhe auszog, um ein besseres Gefühl zu haben. Seine saphirblauen Augen fixierten sie, als sie die Lider schloss und tief einatmete, vermutlich, um ihre Fühler im klerikalen Gefüge sensibler zu stellen. Mairi tat es ihr im Stillen gleich, die klerikalen Strömungen genauestens beobachtend. In diesem Moment trat auch Victoria Dracones schweigend in den Raum und neigte das Haupt.

Dann setzte Ravena an.

Sobald der erste Atemzug durch das Holz strömte, geschah etwas Unfassbares: Die Töne wurden fast sichtbar. Sie manifestierten sich als wabernde Spuren in der Luft und schwebten in die Mitte des Raumes. Gleichzeitig fiel die Temperatur in der Grabkammer rapide. Raven sah den eigenen Atem als dichten, weißen Dampf vor seinem Gesicht aufsteigen. Er schloss halb die Augen und lauschte. Doch die Melodie, die anschwoll und den Raum erfüllte, war alles andere als harmonisch oder fröhlich. Es klang falsch. Unpassend. Es lag nicht an Ravenas Unvermögen, sondern daran, dass die Töne eine schaurige Selbstständigkeit entwickelten. Raven schob die fein gezupften Brauen zusammen, als er sah, dass auch Ravena irritiert die Stirn runzelte, aber eisern weiterspielte.

„Och… nö“, hörte er Mairi noch fluchen. Dann riss es sie fort.

Als Raven die Augen wieder öffnete, raubte ihm die neue Umgebung augenblicklich die Orientierung. Er brauchte einen Moment der Benommenheit, ehe er genervt aufseufzte. Sie standen in einem schier endlosen, düsteren Raum. Ein süßlicher, von einer scharfen, altbekannten Note durchzogener Geruch stach ihm in die Nase. In der Nähe rauschte ein gewaltiger Wasserfall. Doch das Unheimlichste war die alte Standuhr vor ihnen, deren Zeiger und Pendel wie eingefroren stillstanden.

„Was ist das für eine Uhr?“, fragte Raven mit skeptischem Blick. Mairi gab ihm nur eine scharfzüngige Gegenfrage zurück, während Flora trocken feststellte, dass Ravena wohl besser nicht mehr flöten sollte. Ravena hingegen feixte nur dreist: „Nun, ich bin sicher, dass Raven auf ganz anderen Flöten wunderbar spielen kann.“

Raven atmete tief durch und überforderte sich gar nicht erst damit, den unpassenden Kommentar seiner Schwester zu kommentieren. Stattdessen spürte er eine lähmende Anspannung in seinen Gliedern. Eine dunkle Vorahnung sickerte durch die lebendig wirkenden Wände, die fast so schienen, als würden sie im Takt eines kranken Wesens atmen.

Plötzlich nahm er ein Geräusch in seinem Rücken wahr. Ruckartig wandte er sich um. Hinter dem rauen Gestein lugte eine Gestalt hervor. Der Mann, der sich als Gero Maerdis herausstellen sollte, fixierte Raven mit einem Lächeln, das so unnatürlich breit und verzerrt war, dass es Raven das Blut in den Adern gefrieren ließ. Ein ungetümes, rötliches Leuchten waberte in Geros Augen.

„Seiner Schwingen Schutz, der Herr“, brachte Raven heraus, schloss jedoch die Lippen direkt wieder und wich einen vorsichtigen Schritt zurück, als der Fremde sich bedrohlich weit nach vorne lehnte.

Aus den Schatten heraus materialisierte sich im selben Moment eine kreischende, wandernde Seele, griff an und verschwand ebenso schnell wieder. Das schaurige Geschrei fuhr ihnen allen durch Mark und Bein, während Mairi ihren Helm überzog und Flora panisch ihre Sense aus Eis knarrend beschwor. Auch Victoria ließ ihr eigenes Blut aus den Fingern tropfen, um ihre Waffe zu manifestieren.

Doch Gero ignorierte die Frauen vollkommen. Seine Stimme säuselte wie flüssiges Öl zwischen seinen Zähnen hervor, direkt in Ravens Richtung: „Lausche den Worten, die nur dir bestimmt sind. Ein Freund, der dir die Augen öffnen möchte, Raven.“
„Warum sollen sie denn nur mir bestimmt sein? Wer seid ihr? Und was macht mich da sicher, dass ihr ein Freund seid?“, fragte Raven. Seine fein gezupften Brauen hoben sich, die Neugierde siegte in diesem Moment über die lähmende Angst. „Das, was dir deine Geschwister nicht zeigen, weil sie dich klein halten“, zischte Gero.

Bevor Raven antworten konnte, erschien eine weitere Gestalt – eine Frau namens Hope, die Flora erschreckte und Ravena zärtlich auf die Schulter tippte, um ihr kryptisch zuzuflüstern, dass Kra’thor Wege öffnete und seine Auserwählten niemals allein ließ. Victoria hatte unterdessen genug gehört. Sie trat vor und drückte Gero die scharfe Klinge ihrer Blutsense direkt an den Hals. „Du solltest mit deinen Worten Vorsicht walten lassen“, drohte sie mit ruhiger, fester Stimme.

Gero wich einen Schritt zurück, doch sein in Stein gehauenes Lächeln verrang nicht. Ruckartig sah er zu Victoria, dann wieder zu Raven: „Sieh. Sie tun es nun wieder. Die Wahrheit soll nicht ans Licht treten. Aber Victoria weiß schließlich, warum sie das verhindern will.“

„Warum denkst du so über meine Geschwister, der Herr? Ich bin durchaus offen für Gespräche und bereit für eine Aufklärung dessen“, entgegnete Raven und fixierte Gero mit seinen saphirblauen Augen. Er war Victoria dankbar für ihren Schutz, aber in diesem Augenblick brauchte er verdammt noch mal Antworten.
„Ich rede mit dir, Raven. Nur mit dir“, wiederholte Gero ausweichend. „Ich habe zu viel Aufmerksamkeit für Offenheit.“

Bevor Raven den Mann weiter drängen konnte, tanzte Hope im Hintergrund mit den Worten „Wer weitergeht, geht unter Krathors Blick!“ davon und verschwand im Dunkeln. Im selben Moment kauerte sich Gero winselnd zusammen und schlug die Hände über dem Kopf zusammen. Raven starrte fassungslos auf den Boden vor sich. Bleiche, knöcherne Finger und Hände brachen aus dem nackten Stein hervor, umklammerten Gero und zerrten ihn mit einer schrecklichen, fließenden Leichtigkeit in die Tiefe des Bodens. Gero wehrte sich nicht einmal.

Raven trat an die Stelle vor, an der der Mann eben noch gestanden hatte. Seine Wahrnehmung täuschte ihn nicht: Da war nur noch nackter, kalter Stein. Als wäre dort nie jemand gewesen.

„Gehen wir weiter?“, fragte Ravena mit bebender Stimme in die Runde.

Ein gellendes, bösartiges Lachen hallte schrill aus der Ferne wider, gefolgt von einem unbarmherzigen, lauten Geräusch. Das Pendel der alten Standuhr hatte sich in Bewegung gesetzt. Ein rhythmisches, lautes Ticken erfüllte plötzlich den endlosen Raum.

„Oh nein… nicht wieder dieses Ticken…“, jammerte Flora mit sichtlicher Gänsehaut. Mairi stimmte wehleidig mit ein: „Ich hasse Ticken.“

Während seine Schwestern in Panik verfielen und sich die Decke mit einem Mal in strömenden Regen auflöste, spürte Raven seltsamerweise, wie sich bei dem gleichmäßigen Geräusch der Uhr eine bizarre Entspannung in ihm breitahm. Dennoch blickte er immer wieder wachsam über seine Schulter, während sie hastig an der Uhr vorbeieilten.

Plötzlich erbebte der Raum unter einem dumpfen, schweren Gong. Raven hob den Kopf, als sich ihnen eine gehörnte Fratze des Schreckens in den Weg stellte, wild mit einem Messer fuchtelte und ihnen entgegenschrie: „Ihr werdet vergehen, so wie alles… Glaubt Ihr tatsächlich, Euch wird es anders ergehen als allen, die vor Euch hier waren?“

„Wo ist Victoria?“, rief Mairi plötzlich alarmiert dazwischen.

Raven wirbelte herum. „Victoria…?“, stieß er aus. Seine ältere Schwester war zurückgeblieben. Und weit hinter ihnen, im dichten Regenschleier, tauchte aus dem Nichts wieder Gero Maerdis auf, streckte die Hand langsam nach ihr aus und lächelte sein unnatürliches, breites Lächeln. „Wirklich? Ich wollte gerade loslegen…“

Die Anspannung in der düsteren Ruine war greifbar, als Victoria Dracones sich vorsichtig rückwärts bewegte, um Abstand zu gewinnen. Gero Maerdis stand ihr gegenüber, neigte lauernd den Kopf und streckte eine Hand nach ihr aus, während er die Gruppe aufforderte, sich „fallen zu lassen“. Victoria wiechelte ab und tuschelte Raven hastig zu, dass sie verschwinden sollten. Doch Raven blieb gefasst. Seine Antwort an die unheimliche Gestalt war von einer abwartenden Skepsis geprägt: „Ob wir es genießen das werden wir noch sehen“. Plötzlich manifestierte sich eine Entität, die nur als „Schrecken“ betitelt werden konnte, begleitet von einem zweifelhaften Flüstern und einem Wirbel aus Essensresten. Als Flora versuchte, Halt im Glauben an Kra'thor zu finden, entgegnete der Schrecken mit Todesdrohungen. Während Ravena und Mairi die Unausweichlichkeit des Todes pragmatisch kommentierten, suchte Raven die direkte Konfrontation. Er schritt mutig einen Schritt nach vorne, atmete tief ein und fixierte das Wesen. Seine feinen Brauen schoben sich zusammen, als das Wesen hämisch fragte, ob sie Angst hätten.

Fokus auf Erkenntnis gerichtet. Ruhig und monoton entgegnete er dem Schrecken, keine Angst vor dem Tod oder dem Versagen zu haben, sondern wissen zu wollen, wer sie seien und was hier vor sich gehe. Selbst als die Finger des Schreckens sich bedrohlich in den Boden krallten, hielt Raven der psychologischen Zermürbung stand und wies das Wesen zurecht, dass es nicht das Recht habe, ihre Grenzen aufzuzeichnen, da es sie gar nicht kenne. Parallel dazu versuchte Gero im Hintergrund, Zwietracht zu säen, indem er Victoria und später Mairi einredete, sich niemandem unterzuordnen und dass die Geschwister sie enttäuschen würden. Raven entgingen diese giftigen Einflüsterungen nicht; er schnaubte verächtlich ob Geros Worten auf. Den Stab einsatzbereit in der Hand haltend, beobachtete er, wie der Schrecken mit einer Fratze kurz vor ihren Gesichtern verpuffte und nur ein schrill hallendes Lachen zurückließ.

Nachdem das Wesen über einer modrigen Kiste verpufft war, bemerkte Raven messerscharf, dass sich in dieser Truhe das befinden musste, was die Kreatur so vehement zu beschützen versucht hatte. Ihm war der giftige Blick des Schreckens nicht entgangen, als dieser zuvor bemerkt hatte, dass Ravens Augen die Kiste gemustert hatten. Raven trat vor und blickte in das Innere der Kiste, die mit zahlreichen Lederbeuteln gefüllt war. Er griff nach einem der Beutel, öffnete ihn zielgerichtet und präsentierte den Inhalt den Geschwistern. Zum Vorschein kam ein mystisches Artefakt: der Spiegel der Selbstzweifel. Kaum dass Raven den Spiegel in den Händen hielt, breitete sich eine unnatürliche, unheilvolle Kälte in seiner Handfläche aus. Fast zeitgleich öffnete sich in der Wand hinter ihnen eine verborgene Tür. Raven steckte den Spiegel besonnen ein, wandte sich um und folgte den Geschwistern durch den neu geöffneten Durchgang, um dem unaufhörlichen, nervenaufreibenden Ticken des Raumes zu entkommen.

Hinter der Tür lag ein verschlossener Gang. Während Ravena und Mairi die Wände nach Hebeln abtasteten, beteiligte sich auch Raven an der Suche und rüttelte hier und da am Mauerwerk. Plötzlich wurden sie von einem stinkenden Wirbel attackiert, der eine widerliche Substanz auf die Gruppe warf. Trotz des ekelerregenden Gestanks setzte Raven einen Fuß vor den nächsten und behielt den Korridor im Auge. Doch der Gang war verflucht. Ein verheißungsvolles Gefühl zog sie nach Süden, während ihnen zeitgleich auf brutale Weise die Lebenskräfte entzogen wurden. Nacheinander brachen Mairi, Flora und Ravena zusammen. Auch an Raven ging der schleichende Verfall nicht spurlos vorbei. Als das Ticken jäh verstummte, zwang ihn die schwindende Stärke in die Knie. Er musste sich schwer gegen die Wand lehnen und sich schließlich keuchend auf den kalten Boden setzen. Seine Blicke schweiften erschöpft zum anderen Ende des Ganges, wo die Rettung zu warten schien. Angetrieben von purem Überlebenswillen begann Raven, japsend und keuchend auf allen Vieren vorwärts zukriechen und sich mühsam an Mairis Fersen zu heften, während sein Körper von Sekunde zu Sekunde schwächer wurde.

Als sie schließlich einen Podestraum erreichten, schlug die körperliche Schwäche in einen schier unerträglichen, die Sinne vernebelnden Hunger und Durst um. Raven verbalisierte seine Qualen offen: „Ich habe Hunger, ich habe Durst.... Ich könnt auch Kotzen ja!“. Während die Schwachten der Geschwister – getrieben vom Hunger – bereits mit dem Gedanken spielten, von den verrotteten Rattenlebern und schimmelig aussehenden Äpfeln auf dem Podest zu essen, bewahrte Raven trotz allem einen Funken rationaler Skepsis. Zwar fiel es ihm sichtlich schwer, sich nicht auf das Wasser und die Äpfel zu stürzen, doch statt der potenziell vergifteten Nahrung zu erliegen, richtete er seinen Fokus auf das Unbekannte: Er robbte sich voran und streckte seine Hand stattdessen kontrolliert nach einem dort befindlichen Kristall aus, um das Geheimnis dieses Ortes zu ergründen.

Die Sinne der Gefährten waren vom Hunger bereits merklich vernebelt, als sie das Podest in der Steinruine erreichten. Während um ihn herum die Disziplin der Gruppe zu bröckeln begann und Flora bereits eine Rattenleber ins Auge fasste, kämpfte Raven sichtlich mit den eigenen Instinkten. Sein Mund war ausgetrocknet, das Verlangen, sich auf das dort dargebotene Wasser und die Äpfel zu stürzen, mächtig. Mit rauer, trockener Stimme versuchte er noch, eine rationale Alternative zu bieten, indem er anmerkte, er habe selbst noch Orangen bei sich. Doch als Victoria und wenig später auch Ravena und Flora den verrotteten Früchten erlagen, siegte auch bei Raven das körperliche Bedürfnis über die Vorsicht . Da sein Durst die Oberhand hatte, griff er zuerst nach dem vergammelten Brackwasser. Mit kühlem Pragmatismus – und wohl auch, um der besorgten Mairi zu trotzen – kommentierte er seinen Zustand trocken: „Aktuell habe ich keinen Durchfall.“ . Erst nachdem er getrunken hatte, wandte er sich den schimpligen Äpfeln zu. Er schlang eine Frucht nach der anderen hinunter, bis die systemische Sättigung ihn regelrecht überkam und sein Hunger endlich nachließ . Nachdem er sich vollgefressen hatte, reinigte er sich mit der ihm eigenen, fast aristokratischen Manier den Mund mit einem seidenen Taschentuch. Nüchtern stellte er fest, dass die drohenden Magen-Darm-Beschwerden zumindest den darmreinigenden Vorteil hätten, dass „der Darm frei“ bliebe.

Kaum war die körperliche Kraft zurückgekehrt, spürte die Gruppe einen seltsamen Sog und bemerkte einen kalten Luftzug, der unter einer Mauer im Norden hervortrat. Begleitet von den schaurigen Klagen und Schmerzen gequälter Schreie, begannen die Gefährten, die Wände nach Geheimgängen abzutasten . Raven beteiligte sich entschlossen an der Suche, klopfte den Stein ab und suchte nach Mechanismen. Als eine verborgene Tür zwar den Blick freigab, dahinter jedoch eine brüchige, aber dennoch massive Ruinenwand den Weg versperrte, fackelte Raven nicht lange. Er griff auf seinen Rücken, ließ seine schwere Hellebarde in den Händen erscheinen und schwang die Stangenwaffe mit der geübten, professionellen Kraft eines gelernten Kriegers gegen den Stein . Seine Hiebe waren wuchtig und gezielt auf die porösen Stellen gerichtet – doch das Eisen bewirkte nichts als fliegende Funken . Nach einem knurrenden, kraftvollen letzten Versuch musste er sich keuchend der Logik Mairis beugen, die ihn fragte, warum er eine Kriegswaffe gegen eine Wand einsetze . Er gestand ein, dass dies „bisher immer gereicht“ habe, machte jedoch Platz für Flora, die die Wand schließlich mit einer Spitzhacke zum Zerbröseln brachte .

Kaum war die körperliche Kraft zurückgekehrt, spürte die Gruppe einen seltsamen Sog und bemerkte einen kalten Luftzug, der unter einer Mauer im Norden hervortrat. Begleitet von den schaurigen Klagen und Schmerzen gequälter Schreie, begannen die Gefährten, die Wände nach Geheimgängen abzutasten . Raven beteiligte sich entschlossen an der Suche, klopfte den Stein ab und suchte nach Mechanismen.

Als eine verborgene Tür zwar den Blick freigab, dahinter jedoch eine brüchige, aber dennoch massive Ruinenwand den Weg versperrte, fackelte Raven nicht lange. Er griff auf seinen Rücken, ließ seine schwere Hellebarde in den Händen erscheinen und schwang die Stangenwaffe mit der geübten, professionellen Kraft eines gelernten Kriegers gegen den Stein . Seine Hiebe waren wuchtig und gezielt auf die porösen Stellen gerichtet – doch das Eisen bewirkte nichts als fliegende Funken . Nach einem knurrenden, kraftvollen letzten Versuch musste er sich keuchend der Logik Mairis beugen, die ihn fragte, warum er eine Kriegswaffe gegen eine Wand einsetze . Er gestand ein, dass dies „bisher immer gereicht“ habe, machte jedoch Platz für Flora, die die Wand schließlich mit einer Spitzhacke zum Zerbröseln brachte .

Nachdem sie eine schweigende, unheimliche Gestalt namens Zweifelhaftes Flüstern passiert hatten und Victoria durch das Betätigen eines Hebels eine weitere Barriere öffnete, schritt Raven als einer der Ersten voran in das Innere eines geheimnisvollen Turms .

Der Turm barg eine Treppe, die sie in einen Raum voller Spiegel führte . Hier geriet Ravens gewohnte, kriegerische Fassade ins Wanken. Seine Blicke fielen auf den Spiegel der Erinnerung. Das Glas zog ihn augenblicklich in seinen Bann. Was Raven sah, erschütterte sein Fundament. Vor seinem geistigen Auge blitzten Szenen einer glücklichen Kindheit auf: Er hörte Kindergelächter, sah strahlende Sonne und spürte, wie er über grüne Wiesen rannte . Ein tief melancholischer, nachdenklicher Ausdruck legte sich auf seine Züge, und ein leises, fast ungläubiges „Mutter...“ entwich seinen Lippen. Doch Raven wusste um seine wahre, harte Vergangenheit. Diese glücklichen Kindheitstage hatte er nie erlebt. Verwirrung mischte sich in seine Melancholie; seine Augenbrauen hoben sich, als er flüsterte: „Kann nicht sein...“ . Plötzlich wechselte das Bild und er fand sich schwimmend in einem reißenden Flusslauf wieder, der ihn mitzureißen drohte. Mit einem bitteren Schnauben schloss er die Augen, um sich der Illusion zu entziehen, zutiefst aufgewühlt von dem Trugbild, das ihm vorgaukelte, er habe je eine Kindheit voller Lachen besessen .

Um dem ersten Spiegel zu entkommen, trat er vor den Spiegel des eigenen Ich. Auch dieser webte ein dichtes Netz aus Emotionen. Der Spiegel zeigte ihm alles Gute, das ihm je widerfahren war – Bilder von der Akademie auf Kawi und die Gesichter von Tom und Angelica tauchten vor ihm auf . Ein warmes, seltenes Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit umfing ihn, und seine Mundwinkel hoben sich dezent . Obwohl die Trugbilder mächtig waren, ermöglichte der aufkommende Zweifel den Gefährten – und so auch Raven –, den Bann der Spiegel schrittweise zu brechen.

Die Anspannung im Raum war greifbar, als die Gruppe sich bereit machte, den Ort zu verlassen. Raven hielt sich im Hintergrund und beobachtete aufmerksam, wie Victoria erneut an den Hebeln hantierte, während die Schwestern nacheinander den Raum verließen. Er spürte das unterschwellige Unbehagen der anderen; niemand wagte es mehr, einen Blick in die Spiegel zu werfen. Erst als alle den Raum verlassen hatten, geschah es: Mit einem lautstarken, klirrenden Bersten zersprangen die Spiegel in tausend Teile. Raven zuckte wie die Frauen kurz zusammen, als das ohrenbetäubende Geräusch die Stille zerriss. Sofort veränderten sich die Gegebenheiten. Ein vertrautes, aber weitaus deutlicheres Ticken als zuvor drang an sein Ohr. Während Raven seine Blicke wachsam über die Umgebung schweifen ließ, ertönte beim Nähern an den Ausgang ein schwerer, mehrfacher Gongschlag. Direkt vor ihnen schob sich das Gestein beiseite und gab einen finalen Durchgang frei, der eine Steintreppe hinabführte. Victoria äußerte die gequälte Hoffnung, dass dies der letzte Raum für heute sei. Raven, der versuchte, die Fassung zu bewahren, blickte konzentriert nach vorne in die Dunkelheit des neuen Korridors. Ravena gab sich gefasst und betonte, dass es gewiss nicht der letzte Weg sei, den sie gemeinsam beschreiten würden, woraufhin Victoria matt einwandte, dass es zumindest für den heutigen Tag reichen müsse. Aus dem hinteren Teil des Gangs drang plötzlich sanfter Kerzenschein und das melodische Spiel einer Harfe zu ihnen durch. Während Mairi und Flora die Melodie verunsichert kommentierten, schöpfte Ravena neuen Mut und lauschte den Klängen. Raven entschied sich, die Initiative zu ergreifen. Vorsichtig und mit geschärften Sinnen schritt er voran in den beleuchteten Bereich, dicht gefolgt von Ravena.

Was sich Raven und der Gruppe im nächsten Raum offenbarte, war ein Bild des Grauens. Seine Blicke schweiften über eine riesige, geschliffene Steintafel, an der die reglosen Seelen und Körper Verstorbener saßen. Inmitten dieser unheimlichen Szenerie bewegte sich Kra'thor. Machtvoll und quälend langsam schritt die Gestalt an den Tischen entlang und begutachtete die sitzenden Gestalten. Plötzlich legte sich eine absolute, drückende Stille über den Raum, die selbst das Atmen wie einen Frevel wirken ließ. Raven hielt den Atem an und fixierte Kra'thor, der vor dem toten Jakop stehen blieb. Mit einer langsamen Bewegung deutete Kra'thors Hand auf einen Teller, auf dem ein menschliches Herz lag. Das Wort „Hass... Iss!“ hallte befehlerisch durch den Raum. Raven musste wie gebannt mitansehen, wie der tote Jakop in mechanischen, seelenlosen Bewegungen zu Messer und Gabel griff und begann, das Herz zu verspeisen. Jakops Mimik blieb dabei völlig reglos. Kaum war das Herz aufgezehrt, rief Kra'thor die Seele des Toten zu sich und verleibte sie sich selbst ein. Als Raven sah, wie der leblose Körper von Jakop im selben Moment zu Staub zerfiel, öffneten sich seine Lippen vor Entsetzen. Er blieb wie angewurzelt stehen, unfähig sich zu rühren. Ravena flüsterte schockiert das Wort „Sünden“. Kra'thor schritt jedoch unbarmherzig weiter. Auf den Tellern der anderen Toten – Guntholm, Molina, Moibel, Kellen, Gerdhe, Ingemar, Mhilani, Elleris, Pador und Relmur – lagen die Herzen bereit, beschriftet mit den Sünden wie Habsucht, Wollust, Völlerei, Habgier, Hass, Neid, Rachsucht, Eifersucht, Mörder und Hochmut. Ein eiskalter Luftzug fegte durch den Raum, als Kra'thor erneut den Befehl „ISS!“ von sich gab und sich auch die Seele von Guntholm einverleibte.

Ein diabolisches Geräusch echote durch das Gewölbe und die überwältigende, finstere Präsenz von Kra'thor wurde für alle körperlich spürbar. Jede Angst und jeder Zweifel wurden in diesem Moment hinweggefegt; sie fühlten sich von den Augen des mächtigen Wesens nackt und durchschaut an. Als Kra'thor sich schließlich von den Tischen abwandte und sich mit den Worten „Meine Diener...“ direkt an die Gruppe richtete, gab es für Raven kein Halten mehr. Zusammen mit den Frauen sank er augenblicklich auf die Knie. Ravena gelobte im Namen aller mit gesenkter Stimme den Dienst für den Herrn. Während Kra'thors Stimme den Raum erfüllte, krochen pulsierende, silbrige Linien über die Steinplatten – wie frostige Adern, die auf jede noch so kleine Bewegung reagierten. Kra'thor begann zu sprechen und predigte über das, was die Gruppe in sich trug. Er erklärte, dass sie es nur deshalb „Krankheit“ nannten, weil sie Angst davor hätten. Das Netz, das in ihnen wuchs, sei nicht fremd und trenne sie nicht, sondern erinnere sie an eine ewige Verbindung. Wer das Mal trage, trage niemals nur sich selbst. Raven belauschte die Worte mit äußerster Aufmerksamkeit, hütete sich jedoch starr vor Angst, auch nur ein Wort zu erwidern. Kra'thor wies darauf hin, dass sie fälschlicherweise Heilung suchten, obwohl die Verwandlung längst begonnen hatte. Dann hob das Wesen den Finger und zeigte nacheinander direkt auf die Anwesenden: zuerst auf Raven, dann auf Alecia, Victoria, Mairi und schließlich Lucia. Kra'thor stellte klar, dass der Schmerz nicht vom Mal selbst herrühre, sondern von ihrem vergeblichen Versuch, sich dagegen zu stemmen und das Netz aus ihren Seelen zu reißen. Das Eis und die Anderswelt seien kein Untergang, sondern ein Erwachen. Mit markerschütternder Eindringlichkeit rief Kra'thor aus, dass er sie nicht gezeichnet habe, um sie zu brechen, sondern um sie miteinander zu verbinden. Kurz darauf wandte er sich kühl ab. Ein beiläufiger Handwink Kra'thors genügte, um die Gruppe unsanft wieder in die Grabkammer zu verlegen.

Mit einem Schlag fand sich Raven in einer Ecke der kalten Grabkammer wieder. Um ihn herum stolperten und schlitterten die Frauen zu Boden, geplagt von einer heftigen, tief sitzenden Übelkeit, während sich die Wände vor ihren Augen noch für einige Momente weiterzudrehen schienen. Raven setzte sich erschöpft auf den Boden, unfähig, die Übelkeit sofort zu vertreiben, und versuchte verzweifelt, das eben Erlebte im Geist zu verdauen. Seine Gedanken waren völlig gefangen von den Worten des Meisters. In der folgenden Diskussion plapperte Flora die Worte Kra'thors nach: „Ihr nennt es Eindringen, ich Erwachen...“. Raven, der sich noch immer wie in einem Traum fühlte, schaltete sich nachdenklich in das Gespräch ein und warf ein, dass Magier diesen Begriff des „Erwachens“ nutzen, wenn sie das erste Mal ihre Magie wirken. Seine Stimme klang dabei belegt und hinkte den Ereignissen hinterher. Mairi und Victoria stimmten der Analogie zu, merkten jedoch an, dass sie keine Ahnung hätten, wie man mit dieser Verbundenheit oder den gehörten Melodien umgehen solle. Mairi klagte über Hunger, merkte aber an, dass es ihr in den nächsten Tagen womöglich besser gehen würde als den anderen. Raven nickte zustimmend und vermutete klarsichtig, dass dies daran lag, dass sie an der Tafel im Gegensatz zu den anderen nichts gegessen hatte. Als die Nacht weit fortgeschritten war, schlug Ravena vor, sich für heute auszuruhen und das Erlebte in den kommenden Tagen gemeinsam aufzuarbeiten. Raven erhob sich schwerfällig aus seiner Ecke und steuerte einen letzten, essenziellen Gedanken bei: Er erinnerte sich an einen früheren Unterricht an der Akademie auf Kawi. Dort war einmal von einem „Seelensiegel“ gesprochen worden, das erst brechen müsse, damit Magie überhaupt gewirkt werden könne. Er schüttelte den Kopf, überwältigt von der Tragweite dieser eigenen These. Nachdem die Gruppe beschlossen hatte, das Gehörte sacken zu lassen, verabschiedeten sie sich nacheinander mit dem rituellen Gruß „Seiner Schwingen Schutz“. Raven sprach den Gruß wie in Trance aus. Während sich die Schwestern und Gefährten langsam zu den Schlafplätzen zurückzogen, blieb Raven tief bewegt von dem Bewusstsein zurück, dass die vermeintliche Krankheit in Wahrheit ihre Transformation war.

...so legte er sich in dieser Nacht in eines der Betten der Grabkammer und träumte von keinem geringeren als Krathor, wie er ihn sah, als er jemandem die Seele im Speisesaal nahm...

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