Ein Tag verbleibt, und die Menschen, die den See besuchen, beginnen, die Veränderungen zu bemerken. Baumstämme liegen plötzlich im Gras, wo zuvor keine Bäume standen - und doch sind keine Spuren eines Transports zu erkennen. Neue Blumen sprießen, beinahe unnatürlich gleichmäßig, fast kreisrund, könnte man meinen.
Am auffälligsten jedoch sind diese vier Steine. Es wirkt, als wären sie einfach aus dem Boden gewachsen und würden nun über diesen Ort wachen. Der braune Stein ist rau; berührt man ihn, hinterlässt er erdige Spuren auf den Fingern. Der rote scheint zu leuchten – zumindest glaubt man das, wenn man ihn nur aus dem Augenwinkel betrachtet – und er fühlt sich warm an. Der blaue ist glatt, fast wie geschliffen, mit einem feinen Glitzern auf der Oberfläche, als läge stets ein Hauch von Feuchtigkeit auf ihm. Schließlich der graue Stein: auf den ersten Blick unscheinbar, beinahe natürlich - und doch wirkt seine Farbe anders, fremd, schwer einzuordnen. Ein leises Flüstern scheint ihn zu umgeben. Laub und einzelne Blütenblätter geraten immer wieder in einen Sog um ihn herum, und Vögel lassen sich gern auf ihm nieder, ohne jedoch Spuren zu hinterlassen, wie man es erwarten würde.
Veränderungen durchziehen die Lichtung, doch niemand ist zu sehen, der sie herbeiführt. Nur gelegentlich ziehen Männer in Kutten um den See, und mit ihnen scheint sich die Umgebung zu wandeln - als lausche die Natur selbst leise geflüsterten Bitten.
Ein letztes Mal tauchen kleine Zettel an den Bauernhöfen auf, begleitet von einer unaufdringlichen, aber spürbaren Zunahme an Vögeln. Sie beobachten die Felder, setzen sich in die nahen Bäume, als warteten sie - oder als wollten sie jemanden abholen. Hin und wieder fallen auch an den Anschlagbrettern Aushänge scheinbar vom Himmel: Manchmal werden sie gefunden, manchmal verschwinden sie so plötzlich, wie sie aufgetaucht sind, nur um später wieder gesehen zu werden.
