Auf frühen Morgen schlendert Oswyn über den Markt auf Cabeza. Die Schmerzen des gestrigen Abends klingen noch in seinem Leib nach, doch er lässt sich nichts anmerken. Als er den Aushang des Hort des Wissens erblickt, fährt seine Faust hart gegen den Pfahl, an dem das Schreiben befestigt ist.
„18. Eisbruch“, murmelt er aufgebracht.
Kurz darauf setzt er ein Schreiben für das Rathaus von Rahal auf.
Der Segen des All-Einen, hochgeschätzte Statthalterin Liathe,
meiner Auflage, den Unterricht der Etikette zu besuchen, will ich selbstverständlich nachkommen. Der angesetzte Termin am 18. Eisbruch jedoch stellt mich vor eine erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeit.
Die Räumlichkeiten im Minfeys Freudenhaus eignen sich nur sehr eingeschränkt als Lager für Leder und Stoffe. Bereits an den ersten Tagen musste ich wiederholt feststellen, dass sich Nagetiere an meinem Material zu schaffen machen.
Ich wäre Euch daher sehr geneigt, sollte die Möglichkeit bestehen, das Gespräch zur Aufnahme in die Bürgerschaft zeitnah zu führen. Dies würde es mir erlauben, auf Cabeza zeitnah eine eigene Schneiderei einzurichten und meine Waren sachgerecht unterzubringen. Selbstredend werde ich den Unterricht am 18. Eisbruch aufsuchen.
Darüber hinaus erlaube ich mir, auf die Zusage Eurer Vorgängerin Perera hinzuweisen, die mir eine Rückkehr ohne schwere Steine in Aussicht stellte. Bei jenem Gespräch war Euer Vertreter Jyn’drarr in dieser Angelegenheit anwesend. Ich bringe dies nicht als Klage vor, sondern als frommen Wunsch.
hiermit bestätige ich, dass Oswyn Grunland am heutigen Abend einen Unterricht zur Etikette und Hierarchie erhalten hat. Aufgrund seiner Bitte und der offenbaren Dringlichkeit seiner Lagersituation, habe ich ihm heute außerhalb des für den 18. Eisbruch angesetzten Unterrichts einen Termin angeboten, den er wahrgenommen hat.
Möge Ihm gefallen, was Er sieht!
Für den Hort des Wissens,
Bibliothekarin im Hort des Wissens
Kulturbeauftragte des Reiches