Sogleich traten die Wachen heran, und befragten sie zu ihrem Anliegen, woraufhin sie ein Schreiben an den Tempel überreichte mit der Bitte es zu überbringen.
Zudem ließ sie wissen, dass die Absenderin wohl noch eine Zeit in der Stadt weilen würde um sie sich anzusehen, und sie eine Antwort in der nächsten Zeit wohl in der Herberge zum wilden Lama erreichen würde.
Den Kopf wird dankbar etwas tiefer geneigt, wobei sie den um Selbigen sowie Nacken und Hals gewickelten dünnen Stoffschal mit einer Hand festhielt, damit er ihr nicht verrutschte.
Dann machte sie sich aber auch schon wieder auf den Weg zurück, den Berg hinab um sich etwas in der Herberge zu erfrischen, und den Sand - zumindest für kurze Zeit - von Körper und Kleidung zu bekommen.
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Wird das Schreiben geöffnet offenbaren sich die folgenden Zeilen:
An die ehrwürdigen Hüter des Tempels,
diese Zeilen tragen eine Bitte, nicht aus Glauben geboren, sondern aus dem Wunsch nach Verständnis.
Mein Name ist Raena. Als Reisende hat mein Weg mich erst kürzlich in dieses Land und nun in die Wüste geführt, bis vor die Mauern Eures Tempels. Ich ersuche Euch respektvoll um die Möglichkeit eines persönlichen Gespräches, um Einblick zu erhalten in die Gedanken und Lehren des Glaubens, den Ihr bewahrt.
Seit längerer Zeit trage ich etwas mit mir, für das ich bislang keinen Abschluss finden konnte. Es liegt hinter mir, doch wirkt es fort. Weder Zeit noch Entfernung vermochten es, ihm das Gewicht zu nehmen. Darum suche ich nach Wegen, anders auf das Vergangene zu blicken – nicht um mich ihm zu entledigen oder es zu vergessen, sondern um es tragen zu können.
Von einem Einblick in euren Glauben erhoffe ich mir Anregungen, die mir helfen könnten, das Vergangene einzuordnen, es vielleicht auf einem neuen Blickwinkel zu betrachten und einen neuen Umgang damit zu finden.
Ich komme nicht in Erwartung schneller Antworten. Allein das Gespräch selbst, das Zuhören und das Verstehen, erscheinen mir als möglicher erster Schritt auf diesem Weg, um daraus für meinen Weiteren zu lernen.
Solltet Ihr es für angemessen erachten, mir diese Gelegenheit zu gewähren, so wäre ich Euch sehr dankbar.
Mit aufrichtiger Bitte,
