[MMT] verhängnisvolles Ende

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Cebrail Deen Yazir

[MMT] verhängnisvolles Ende

Beitrag von Cebrail Deen Yazir »

Der Wald zwischen Bajard und Varuna lag still unter einer geschlossenen Schneedecke. Früh morgens, kurz nach der Dämmerung, war hier noch nicht viel los. Cebrail stapfte durch das kalte Weiß, denn er hatte eine Mission. Dem Untot in Varuna musste Einhalt geboten werden. Er hatte gerade das Korags hinter sich gelassen, als sich Unruhe in ihm breit machte. Diese Art Unruhe, die ein flaues Gefühl in der Magengegend erzeugte und einem sich die Nackenhaare aufstellen ließ. Der Prehaatim kam nicht dazu, es zu hinterfragen.
Ohne Vorwarnung schnitt etwas Scharfes durch von hinten in seine linke Schulter. Nicht tief, aber schmerzhaft. Er wirbelte herum. Eine maskierte Gestalt ging in Deckung. Schlank, etwa gleich groß wie er. Sofort kanalisierte Cebrail die ihm von Eluive gegebene Macht und erbat einen Schutzschild zwischen sich und dem Angreifer. Dann zog er seinen Säbel und parierte den nächsten Angriff. Der Kampf dauerte nur wenige Momente, war einer der seltenen Momente, in denen der Yazir-Sohn das Feuer seines Blutes durch die Adern rauschen spürte. Dann brach die maskierte Person zusammen und regte sich nicht mehr. Der Schnee unter ihr färbte sich blutrot. Cebrail schenkte dem Körper keine weitere Beachtung. Er war gereizt, angestrengt und absolut nicht in Forscherstimmung. Am Ende war es auch egal, wer da gerade leichtsinnig versucht hatte, sein Leben zu beenden. Eine Nachlässigkeit, die ihm später noch zum Verhängnis werden sollte …
Er umwickelte seine getroffene Schulter nur grob mit einer Bandage. Den Rest könnte Zhour oder eine der anderen Hakim in Menek’Ur später erledigen. So sehr blutete die Wunde nicht, dass er sich Sorgen machen müsste. Und so setzte er unbeirrt seinen Weg fort, den Blick nach Varuna gerichtet. Die gefallene Stadt und die dort umherwandelnden Untoten duldeten keinen Aufschub. Kaum jenseits des Waldes, die Südbrücke der untoten Stadt bereits im Visier, begann seine Schulter zu brennen. Nicht so, wie eine offene Wunde eben brannte, weil Luft und Stoff dran rieben. Es war, als würde sich ein Flächenbrand durch sein Gewebe bahnen. Wo er hinkam, da folgte Schwere, als entzöge das Phänomen seinen Muskeln die Kraft, weiterzumachen. Nun wurde Cebrail doch stutzig. Das war nicht normal. Sofort änderte er den Kurs. Das Ziel war nun Menek’Ur - so schnell wie möglich. Er rief in einem Stoßgebet den Wüstenwind herbei, bat die Weise der Oase um Lebensenergie und kehrte mit ihrer Hilfe zurück in die goldene Stadt.
Der Weg über den Tempelpfad am heiligen Cantar und über die Straßen der Stadt verlief schleppend. Mit jedem Schritt wurde ihm schwindeliger. Kalter Schweiß trat ihm auf die Stirn, sein Atem ging flacher, unregelmäßiger. Sein Herzschlag verlor an Kraft. Bereits jetzt bereute er es, seine Verletzung so belächelt zu haben. Er hätte es besser wissen müssen. Doch es war nur ein Bandit gewesen. Was für eine Gefahr hätte er schon sein sollen? Oder hatte er sich im unscheinbaren Erscheinungsbild des Fremden geirrt? War das eine Falle gewesen? Egal. Keine Zeit, darüber nachzudenken. Nicht jetzt jedenfalls.
Als er schließlich das Maristan erreichte, atmete er schwer, aber erleichtert auf. Er wollte seine Hand nach der Klinke der Eingangstür ausstrecken, aber sein Arm gehorchte ihm nicht. Das Brennen war verschwunden. Kein Schmerz mehr, aber eben auch keine Reaktion der Muskeln. Ein leiser Fluch kam ihm über die Lippen. Dann eben die andere Hand, dachte er sich noch, allerdings zu spät. Unwillkürlich verdrehte er die Augen, schwankte. Er versuchte noch, sich an der Hauswand abzustützen. Keine Chance. Stattdessen kippte er seitlich dagegen und sackte bewusstlos zu Boden. Cebrails Bewusstsein kehrte nicht zurück. Sein Herz versagte ihm den Dienst und auch seine Lungen gaben den Kampf kurz danach auf. Das Scheppern seiner Metallrüstung auf dem sandigen Untergrund war deutlich zu hören. Sowohl im Inneren des Maristans als auch bei Passanten in der Nähe.
Wer Erfahrung mit Giften besaß, würde bei einer Untersuchung des unnatürlich bleichen Wüstensohns zudem eine auffällige Verfärbung der Haut rund um die Wunde an der linken Schulter bemerken. Ein schnell wirkendes Toxin, das innerhalb kürzester Zeit Muskellähmungen verursachte. Dass der Schwerthieb ihn so nah dem Herzen getroffen hatte, war wohl sein Todesurteil. Die wenigen Momente, in denen man ihn hätte retten können, hatte er närrisch mit Hochmut verschwendet. Nun kam jede Hilfe zu spät und Gewissheit machte sich breit: Cebrail Deen Yazir war tot.
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Asahi Sada Ryzan
Beiträge: 123
Registriert: Sonntag 23. Juli 2023, 13:11

Re: [MMT] verhängnisvolles Ende

Beitrag von Asahi Sada Ryzan »

Das Scheppern riss Asahi aus ihren Gedanken, befand sich ihr Wohnhaus doch direkt neben dem Maristan. Metall auf Stein, zu schwer, zu abrupt, um Zufall zu sein, und in dem Augenblick, in dem sie den Kopf hob, wusste sie bereits, dass etwas nicht stimmte. Natürlich hätte es aus der Kaserne kommen können, ein Akemi, der sein Schild fallen gelassen hatte, oder ein Waffenständer, der umgefallen war... jedoch legt sich ein leiser Druck um ihre Brust, ein vertrautes, unangenehmes Ziehen, das sie nur aus Momenten kannte, in denen die All-Mara sie auf drohendes Unheil vorbereitete.

Sie verließ ihr Haus in den nächsten Augenblicken ohne ein weiteres Wort gegenüber Ishmael, der ihr verdutzt nachblickte, die Schritte zunächst ruhig, dann schneller werdend, bis sie den Vorplatz des Maristans erreichte. Dort lag er, vor den Toren des Gebäudes. Die Rüstung schief und der Körper unnatürlich reglos. Cebrail. Der Name formte sich lautlos auf ihren Lippen, während sie bereits neben ihm niederkniete, die Welt um sie herum zu einem fernen, bedeutungslosen Hintergrundrauschen verblassend, während sich das ungute Gefühle in ihrer Brust noch mehr ausbreitete.

Ihre Finger fanden seinen Hals, suchten den Puls, selbst wenn allein der Anblick seiner unnatürlichen Blässe ihr Hinweis genug hätte sein müssen. Nichts. Auch seine Brust blieb still unter dem Metall, keine Atmung, kein Zittern mehr im Körper, kein Widerstand gegen die Endgültigkeit dieses Augenblicks. Sie schloss für einen Moment die Augen, als ließe sich das Gesehene so aus der Wirklichkeit drängen, aber natürlich war dies kein Traum, keine Fälschung oder ein Trugschluss. Der Prehaatim war tot. Jener, mit dem sie gemeinsam so viel durchgestanden hatte. Mit dem sie den Weg einer Khaliq gemeinsam gegangen war.

Als sie den Blick wieder senkte, fiel ihr die Wunde an seiner Schulter auf, grob verbunden, zu sorglos für einen Mann, der es besser hätte wissen müssen. Die verfärbte Haut darunter ließ keinen Zweifel daran, dass es Gift gewesen sein musste. Ein kalter Knoten zog sich in ihrem Inneren zusammen. Sie beugte sich vor, legte die Stirn für einen stillen Moment an seine Rüstung, als würde sie sich diesen einen Augenblick noch erlauben, ehe sie sich aufdrückte, um im Maristan auf sich aufmerksam zu machen und die Bitte auszusprechen, man möge den Leichnam des Prehaatim für Folgeuntersuchungen nach Drinnen verschaffen.

Als Hohepriesterin der All-Mara hatte sie gelernt und verinnerlicht, dass niemals alles immer nur schlecht sein musste, so wie alles Gute nicht zwingend immer nur gut sein konnte. Das milderte die Trauer in diesem Augenblick jedoch nur mäßig ab und nachdem sie sichergehen konnte, dass man sich um die Überreste von Cebrail kümmern würde, hinterließ sie eine Nachricht für den Tempel - schlicht und knapp, mehr musste sie für diesen Moment nicht festhalten, damit die anderen Khaliq verstehen würden.
Salam Aleikum Khaliq,

der Prehaatim Cebrail wurde tot vor den Toren des Maristans aufgefunden.

Eine Vergiftung, soweit mein unfachkundiger Blick beurteilen konnte. Sollte meine Bitte an die anwesende Erkek Hemsir Hayaam neda ungehört bleiben, sollte sein Leichnam für eine genauere Untersuchung nun im Maristan zu finden sein.

gez.
Prehaatim Asahi
Ein Schreiben mit ähnlichem Inhalt würde ebenso seinen Weg zur Familie der Yazir finden, so dass auch die Angehörigen des Prehaatim informiert sind.
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Callista Anisa Ifrey
Beiträge: 1108
Registriert: Dienstag 29. Juli 2014, 20:36

Re: [MMT] verhängnisvolles Ende

Beitrag von Callista Anisa Ifrey »

Die letzten zwei Tage waren hart gewesen. Einer ihrer Schwestern war bei ihr. Und doch fühlte sie sich ohne ihren Mann einsam.
Das Kind in ihre Leib wollte nun die Welt erblicken, das Leben Eluives sollte durch es hindurch strömen wie es nur das Wunder kann, welches Eluive Ihnen gegeben hatte.
Stunden und Stunden vergingen und sie hatte bereits mehrmals ihre Verbindung zur Allmara genutzt um etwas Kraft zu erhalten um die Wehen und die Geburt durchzustehen.

Als es endlich geschafft war und sie spürte, dass die Geburt sich vollendete. War es jedoch die plötzliche Trauer, die sie mitnahm. Das Gefühl des Verlustes. Panik stieg in ihr auf. Tränen stroben in ihre Augen.
War etwas mit ihrem Kind?
Noch gänzlich in sich benommen, legte ihre Schwester ihr das Kind in den Arm.
Es schrie... laut und begrüßte das Leben.
Und doch war ihr Herz nicht von der Freude erfüllt die es hätte sein sollen.

Sie schaute hinab auf das blutige Wesen in ihren Armen.
Hinab auf das neue Leben.

In ihrem Kopf formten sich Namen, Bilder. Die Trauer wurde greifbarer, schwoll an und wollte mit aller Macht aus ihr heraus brechen und gleichsam keimte in ihrem Inneren neues. Wärme... Liebe... eine tröstende Umarmung.
Sie spürte, die Allmara, sie trauerte und doch schaffte sie es, wie eine gute Mutter auch das neue Kind zu begrüßen und seine Mutter zu wärmen.


Heiser und leise sprach Callista zu ihrem Sohn und strich ihm über den Kopf und malte auf seine blutige Stirn das Zeichen der Sonne.

Willkommen... Yamaal Cebrail Ifrey

Der Tod begrüßt das neue Leben... und das neue Leben ehrt den Tod.
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Maheen Ayat Azeezah
Beiträge: 2501
Registriert: Donnerstag 1. Juni 2017, 17:06

Abschied

Beitrag von Maheen Ayat Azeezah »

"Eigentlich hatten wir beide doch besprochen, dass Du für Größeres bestimmt bist, Prehaatim."

Der rauchige, leicht tadelnde Altton der älteren Erzpriesterin erfüllte die weiten Räume der großen Bibliothek der goldenen Stadt, der Hallen des Wissens im Hohen Tempel der Mutterschöpferin auf dem heiligen Berg Cantar, in dessen Ferne man das Rauschen des gewaltigen Wasserfalls hörte, der die Oase mit seinem lebensspendenden Element erfüllte und von deren ornamentverzierten, anmutig geschwungenen Sandsteinfenstern aus man die große Durrah und die Gipfel des Cantars erblicken konnte, die einem bewusst machen, dass man selbst nur ein Sandkorn im Strom der Zeit war...

"Nach den langen Jahren der Lehre und... nunja, Du hast recht, mir kamen sie eigentlich recht kurzweilig vor - sehr abwechslungsreich und selten von Mühsal bestimmt, auch wenn die Herausforderungen noch so groß waren. Liegt wohl am gewitzten und gelehrigen Verstand, den Du und Asahi mitbrachtet. Auch wenn es schwer ist, da eine Unterscheidung zu treffen, sah ich in Dir mehr den flammenden Redner und in ihr eher die gelehrte Schriftkundige..."

Das Rascheln von Pergament ertönte leise, gefolgt vom Klappern eines aufgeschlagenen Ledereinbandes. Inmitten des halbwegs geordneten Chaos unzähliger Bücherstapel, die entweder auf eine rücksichtsvolle Erstürmung durch Alatarier oder eine gründliche Bibliotheksinventur deutete, kniete Maheen auf einem nicht vollgestellten Fleckchen Teppich und sah Cebrail mit einer Mischung aus Vorwurf, Melancholie und nostalgischem Schwelgen an.

"Wir waren uns doch mehr oder minder einig, dass Du die Position des All-Haras anstreben solltest, um dein unermüdliches Engagement des letzten Jahres zu würdigen und weiter auszubauen. Ein realistisches Ziel, dass dich sicher weiter beflügelt hätte. Und nun das...?"

Das ploppende Geräusch eines Korken erklang, gefolgt vom leisen Klirren irdener Gefäße, die behutsam gefüllt wurden.

"Verzeih, dass ich den Trubel des Maristans gemieden habe. Aber Du hast vielen einen gehörigen Schrecken eingejagt und nun wuseln die Hakims und deine Familie dort herum...
Keine Sorge, wir sind für sie da: Asahi und Aliza dürften vor Ort sein, falls jemand Unterstützung braucht und ich empfange alle Trauernden hier oben, falls sie nicht einfach nur die angenehme Stille dieses Ortes suchen.
Lass uns Callista erst einmal nichts erzählen, sie dürfte kurz vor ihrer Niederkunft stehen."


Mit den beiden gut gefüllten Schnapsgläschen mit Kaktusschnaps erhob sie sich aus dem Kreis des Pergaments und Papieres, um mit Cebrail anzustoßen. Sie stellte ein Gläschen auf seiner Handfläche ab.

"Erst der Aufstieg zum Prehaatim, dann der All-Haras, aber Du und die All-Mara habt euch wohl beide entschieden, dass Du woanders gebraucht wirst, das muss ich wohl nun akzeptieren.
Doch genug der Langatmigkeit - stoßen wir an!

Auf dein wundervolles Leben und jene, die Du dadurch inspiriert und erfüllt hast und deine kommenden Leben im Kreis der Wiedergeburt, mögen sich unsere Seelen irgendwann wieder treffen.

Auf dich, Prehaatim Cebrail Deen aus dem feurigen Blute der Yazir!"


Sie trank ihren Schnaps mit einem Zug, ehe sie nonchalant das zweite Schnapsgläschen von der Hand der Cebrail-Statue* nahm.

"Weißt Du was, lass uns die Formalitäten für den Moment einmal vergessen, immerhin waren wir einmal ein Blut!
Machs gut, Cousin!"


Bild
* OOC-Hintergrund-Info: Bei den Eluive-Priestern wird ab dem S3 eine Sandstein-Statue angefertigt, die den Bergpfad des Cantar zum Tempel hin ziert.
Aliza Inaya Ryzan
Beiträge: 117
Registriert: Montag 6. Januar 2020, 23:05

Re: [MMT] verhängnisvolles Ende

Beitrag von Aliza Inaya Ryzan »

*als Aliza des Nachts erschöpft Heim kommt wird sie noch einen Tagebucheintrag verfassen*




Zu früh.
Viel zu früh.
Dein Faden hat den Knoten erreicht.
Du warst stark. Klar und sicher im Glauben.

Wir gingen Seite an Seite, gleichwertig.
Verbunden.
Weggefährten im Glauben.
Wir sind so viele Wege nebeneinander gegangen
ohne Worte, ohne Laut.
Haben soviele Dinge gemeinsam gelernt.

Aber ich habe nicht gelernt, wie man Freunde gehen lässt.
Du warst da.
Einfach da.
So viele Jahre, dass ich vergaß, wie Stille ohne dich klingt.

Die All'Mara wird deinen Weg prüfen.
Ich vertraue darauf.
Genauso wie ich drauf vertraue,
dass er dich nicht bekommt.

Darauf vertraue ich,mehr als auf mein eigenes Herz heute.

Eluive
Lass ihn hell bleiben, stark, rein.
Und lass ihn finden, was ihm nach dem Knoten bestimmt ist.


Ich werde weitergehen.
Wie wir es gelernt haben.
Aber die Lücke… sie bleibt.

Bleibt für uns alle spürbar
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Asahi Sada Ryzan
Beiträge: 123
Registriert: Sonntag 23. Juli 2023, 13:11

Re: [MMT] verhängnisvolles Ende

Beitrag von Asahi Sada Ryzan »

Nachdem ein klein wenig mehr Ruhe eingekehrt war und auch ihr aufgewühltes Inneres sich ein wenig gelegt hatte, machte sie sich auf den Weg hinauf zum Tempel der All-Mara, hoch oben auf dem Berg Cantar. Ein mühseliger Weg, den sie hätte abkürzen können, doch wollte sie das nicht, es schien ihr dieses Mal nicht richtig.

Wie oft war Cebrail diesen Weg schon gegangen? Wie oft hatte sie diesen Weg hinter sich gebracht, mit dem Wissen, dass der Prehaatim da oben auf sie warten würde? Sie konnte es gar nicht mehr an ihren Händen abzählen. Nahezu jeden Unterricht besuchten sie gemeinsam, fast jedes Fest sprachen sie miteinander ab, bei jeder Pflicht und jedem Weg hatten sie die Last dessen auf ihren Schultern aufgeteilt.

Der Weg zum Prehaatim, die Gefahren der roten Wüstenrose, sie hatten die zusammen überwinden und waren beide im Angesicht der Weisen der Wüste, im Angesicht der All-Mara geweiht worden. Sie waren sich so ähnlich gewesen und doch verschieden. Wie zwei Aspekte eines Seins. Zusammen hatten sie das Ahnengrab geschützt, ihre erste große gemeinsame Aufgabe, um das Unheil des Raben aufzuhalten, und zusammen hatten sie unzählige Stunden damit verbracht, die Köpfe über Lehrbücher zu halten, mit der Absicht, den Weg für zukünftige Generationen zu ebnen. In diesen Momenten zeigte sich oft eine andere Seite an diesem Mann, der einst ein Salzschürfer gewesen war. Eine humorvollere, lockere Seite, die wohl nicht alle an ihm kennenlernen durften. Sie würde diese Art vermissen.

Die Prehaatim hatte erwartet, sie würden auch diesen Weg gemeinsam gehen. Die Ausbildung der nächsten Generation an Khaliq.
Sie hätte es sich gewünscht.

Mit einem schlanken Bündel an weißen Blüten auf dem Arm, die sie allesamt aus dem Sonnenreich gesammelt hatte, sowie einem schlichten Paar Handschuhe erreichte sie schließlich die große Halle. Die Statue des Prehaatim stand dort, so wie er in echt dort oft Messen gehalten hatte. Nur dieses Mal, würde seine Stimme nie wieder diese Hallen berühren. Das Bündel an Blüten legte sie an seine Füße und ebenso das Paar der Handschuhe, die ihr ein müdes Lächeln entlockten.

Die wenigsten würden wohl etwas damit anfangen können, warum es gerade Handschuhe waren, die sie zu seinen Füßen legte - er aber würde es wissen.

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Malih Bashir
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Registriert: Donnerstag 28. August 2025, 19:10
Wohnort: Menek'Ur

Im Trauerweiß gehüllt - Salz zur letzten Ehre

Beitrag von Malih Bashir »

Im Trauerweiß, das wie stiller Staub an ihm hängt, tritt Malih in die Hallen des Tempels. Ehrfürchtig, das Lebenswerk des Prehaatim respektvoll anerkennend, schreitet er über den kühlen Stein bis hin zum Gedenkschrein, wo die Statue des Prehaatim Cebrail Deen aus dem Blute der Yazir über dem Altar wacht und mit erhobenem Arm in die Ferne weist.

Ein kaum hörbares „Abeer Eluv“ ist alles, was von ihm zu hören ist. Drei Mal liegt es weich gehaucht in der Luft des Tempels.

Malih hält inne, senkt das Haupt und verharrt einen Atemzug lang in schweigendem Respekt. Dann löst er das kleine Salzsäckchen an seinem Gürtel, öffnet es behutsam und lässt drei Körner Salz vor der Statue auf den Stein fallen. Ohne ein weiteres Wort verweilt er noch einen Moment, als würde er dem Verstorbenen die Ehre in Stille nachreichen, und tritt dann langsam zurück.
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