Wo ist sie?

Antworten
Taralea Mirrosil
Beiträge: 0
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Wo ist sie?

Beitrag von Taralea Mirrosil »

Nachdenklich stand Taralea an der Reling der Fähre und sah zu, wie Lameriast immer näher kam. Das sorgenvolle Gesicht ihres Bruders hatte sie dazu bewogen, sich selber auf den Weg zu machen und nach dem Rechten zu sehen.
Zwar waren sie es gewohnt, einige Tage nichts von Erinna zu hören, doch war es diesmal in der Tat ungewöhnlich lang.
Maldrin war bereits am Abend zuvor an ihrer Höhle gewesen, doch war nirgendwo eine Spur von ihr zu erkennen. Nach einer schlaflosen Nacht hatte Taralea nun beschlossen, sich ein eigenes Bild zu machen.

Kaum hatte das kleine Schiff angelegt, sprang Taralea auch schon auf die Bretter des Steges und eilte davon.

Am Höhleneingang angelangt ließ sie den Blick über die Umgebung schweifen. Alles schien normal und so stieg sie hinab.
Der Eingang war verschlossen, wie sie schnell durch ein leichtes Rütteln herausfand. Allmählich wurde ihr mulmig im Magen.

"Erinna? Erinna, bist du da?" rief sie in der Hoffnung, dass ihre Freundin vielleicht einfach nur nach einer druchstreiften Nacht ruhte.
Doch in der Höhle blieb es still. Nichts regte sich. Sie runzelte die Stirn und wollte sich gerade wieder abwenden, als ihr Blick auf einen kleinen Fetzen Pergament fiel.
Offensichtlich war er zu Boden gefallen. Sie hob ihn auf und versuchte die Schrift zu entziffern, doch bei dem geringen Licht war dies unmöglich. Rasch kletterte sie hinauf und trat an die frische Luft.
Das helle Tageslicht ließ sie einige Male blinzeln ehe sie in der Lage war, nun endlich die Zeilen zu lesen.

Brauchte neue Dämonenknochen. Bin bald wieder da.

Ein ungläubiges Aufstöhnen entfuhr Taralea. Das konnte doch nicht wahr sein. Hatte Erinna es wirklich alleine versucht...? Vor ihrem inneren Augen erschien eine gestikulierende Erinna, die ihr "erzählte", dass sie sich bald daran versuchen wollte, endlich den ersten Dämonen alleine zu besiegen.
Schnell rechnete sie zurück, wann sie ihre Freundin zuletzt gesehen hatte. Dann begann sie den Boden abzusuchen. Rasch stieß Taralea auf einen Dungfladen, der wohl von Erinnas Ross zu stammen schien. Frisch war er nicht mehr. Also war sie schon eine gewisse Zeit fort und sie hatten nichts von ihr gehört.

Eilig stopfte Taralea den Zettel ihre Tasche und eilte los in Richtung Anlegestelle. Ob sie Erinna noch rechtzeitig fanden?

[OOC: Sollten noch mehr Leute nach Erinna suchen, sind sie herzlich eingeladen, sich zu beteiligen.]
Janus Aethra

Beitrag von Janus Aethra »

Der Tag neigte sich allmählich gegen Abend, als Janus das Tor Bajard's durchschritt und zielsicher auf die Taverne zulief, in der Absicht, Farian einen Besuch abzustatten. Auf halber Strecke jedoch drang zwischen den Häusern der Ruf einer bekannten Stimme hervor, die direkt ein Lächeln in sein Gesicht trieb.
Janus wandte herum und sah der jungen Frau, die eilig auf ihn zulief, entgegen. Er machte Anstalten, seine Arme auszubreiten, um sie mit einer Umarmung zu empfangen, jedoch ließ ihn ihr bekümmerter Gesichtsausdruck stocken.

Hallo, Lea , sprach er, auf die gewohnte, fragende Art den Kopf ein wenig zur Seite neigend.

Sie erwiederte nur ein beiläufiges "Hallo" und begann ihm direkt von Erinna's Verschwinden zu berichten und erzählte ihm auch von ihrem Fund in der Höhle Erinna's.
Als sie sagte, sie sei bereits mehrere Tage nicht da gewesen, war er nur wenig beunruhigt - schließlich war dies bei Erinna normal. Als sie jedoch von der Jagd auf einen Dämon erzählte, machte sich tiefe Beunruhigung in ihm breit.

Ohne zu zögern erklärte er sich dazu bereit, Taralea bei der Suche zu helfen.
Doch wo sollten sie diese beginnen?
Maldrin Mirrosil

Beitrag von Maldrin Mirrosil »

Von nervigem Vogelgezwitscher geweckt stand Maldrin auf dem kleinen Teppich in seinem Zimmer des Gasthauses. Sein Blick fiel auf eine kleine hölzerne Bank, die in der Ecke unter dem Fenster stand und dazu diente, seine Bekleidung abends auf dieser abzulegen.
Während er sich anzog, sah er aus dem kleinen schmutzigen Fenster, hinaus auf den Weg, der an dem Haus vorbeizieht.
Er sah eine bekannte Frau, die anscheinend aufgeregt einem ebenfalls bekanntem Gesicht hektisch etwas erzählte.
"Taralea und Janus!" flüsterte er und versuchte das Fenster ein Stück zu öffnen, um etwas aus dem Gespräch aufschnappen zu können.
Unter schweren Anstrengungen geplagt, hielt er ein Ohr an einen kleinen Schlitz, den er hatte öffnen können.
"Janus ... Erinna weg.... in Höhle...suchen...."

*klopf klopf*
es pochte heftig an der Türe, als diese sich im nächsten Moment auch schon öffnete und die Gastwirtin mitten im Raum stand.
"Guten Morgen, Herr Mirrosil, Eure frühe Mahlzeit ist angerichtet!"
Erschrocken lies er das Fenster sofort los, worauf dieses herunter auf seine Hand schlug.
"Ähm...ja...ich komme sofort, gebt mir einen Moment bitte"!
Die Türe fiel wieder ins Schloss und Maldrin hielt seine Hand mit schmerzverzehrtem Gesicht fest. "Argh, dass die mich immer so erschrecken muss."

Nach kurzer Suche nach Blessuren an seiner Hand, schaute er wieder durch das Fenster auf die Stelle, wo gerade eben noch Taralea und Janus verweilten. Sie waren weg.
"Hm, ich muss schnell herausfinden warum Taralea so aufgebracht war" flüsterte er zu sich selbst, während er sich mit der Hand über den Hals fuhr.
Stirnrunzelnd zog sich Maldrin die Schuhe an und stampfte die Treppe hinunter, wo bereits seine Mahlzeit auf ihn wartete.
Zur Verwunderung der Gastwirtin aß Maldrin nur die Hälfte seiner Portion und leerte seinen Krug mit einem Schluck, legte ein paar Münzen auf den Tisch und eilte aus dem Gasthaus, um zu erfahren was sich hinter dem aufgebrachten Verhalten Tara´s verbarg.

Maldrin lief den Weg entlang in Richtung Farians Taverne, während er den Kopf immer wieder nach links und rechts schwang, um Tara und Janus zu finden.
Er bog um die Ecke, vorbei an einem Händler, der gelangweilt hinter seinem Stand hockte und vergeblich auf Kunschaft wartete.
Als erstes fiel der Blick Maldrins auf die Bänke und Tische vor der Taverne, an denen Tara und Janus gerne saßen.
Sie waren teils gefüllt, aber von seiner Schwester und seinem Weggefährten keine Spur.
Maldrin ignorierte die Grüße anderer, als er an diesen vorbeilief.
Er wollte grade wieder um die Ecke biegen, als er zwischen zwei kleineren Häusern die beiden entdeckte.
Seine Schritte wurden langsamer und die Gesichter, die die beiden machten, verrieten ihm, dass es nichts Gutes verheissen mochte.
Er blieb vor ihnen stehen und blickte abwechselnd vom einen zum andern.
"Sagt mir bitte was los ist! Ihr habt vor dem Gasthaus gestanden und Euch etwas erzählt. Dabei habe ich den Namen Erinna gehört und andere mir sehr unverständliche Worte."
Abwartend schaute er sie an, worauf Tara ihr Haupt leicht senkte und aufseufzte.
Tara fing an, Maldrin das zu erzählen, was sie vorher auch schon Janus erzählte.
Wie in Trance vernahm er die Worte Tara´s "Erinna weg...alleine Dämonen jagen...Zettel an der Höhle..."
Er verstand sofort was Tara ihm sagen wollte.
Kopfschüttelnd sah er zum Boden und flüsterte leise "Lass es ihr bitte gut gehen!"
Er schaute auf und sprach mit ruhiger Stimme "Ich werde mich direkt auf die Suche machen. Ich werde auf Lameriast anfangen."
Zu Janus schauend sagte er dann " Dank euch das ihr mir helfen wollt, aber bitte sorge dafür das Tara nicht in Reichweite irgendeines Dämons tritt."
Er trat zu Tara und drückte ihr wie immer einen Kuss auf die Stirn.
"Passt auf Euch auf!"
"Und du auf dich!" sprachen sie zusammen, was zu einem kleinen Aufatmen Maldrins führte.
Maldrin lief Richtung Stadttor Bajards, während Taralea und Janus einige Schritte machten, um Maldrin erst am Ende des Weges aus den Augen zu verlieren.
Maldrin lief in die Bank und bat Benen ihm seine Truhe zu geben. Aus dieser holte er seine Rüstung, seine Waffe und ein Säckchen, das bei der kleinsten Bewegung anfing zu klimpern. Er schloss die Truhe wieder, schob sie zurück und verliess die Bank.
Sein Blick fiel direkt auf den Steg und er hoffte, dass das Schiff Richtung Lameriast noch nicht abgefahren sei.
Ein deutliches Aufatmen war zu entnehmen, als Maldrin am Ende des Steges das Schiff sah, das ihn nach Lameriast bringen sollte.
Er bestieg die Fährenund begab sich unter Deck, als er die Schiffsmänner hörte, wie sie am Steg die Leinen losmachten und der Kapitain Befehle erteilte.
Das Schiff fuhr los.
Er setzte sich auf eine der Bänke, grübelte und flüsterte:
"Warum?... Ihr darf nichts passiert sein... wo fange ich an?..."
Er fragte sich, ob es klug war, die beiden zurückzulassen, damit sie auf Gerimor suchten oder es vielleicht doch sinnvoller gewesen wäre sie mitzunehmen, um zusammen zu bleiben.
Voller Angst, dass etwas Erinna zugestossen sein könnte, ging er unter Deck auf und ab. Ohne Ergebniss.
So machte sich das Schiff also auf den Weg nach Lameriast.
Zera Asira

Beitrag von Zera Asira »

Es war ein beängstigendes Gefühl daran denken zu müssen dass Erinna etwas passiert wäre. Allein schon der Gedanke daran ihren kleinen Körper mit den dreckigen Fingern und dem struppigen Haar nicht mehr sehen zu können verursachte Zera eine Gänsehaut. Schon zu lange sah sie ihre kleine Erinna nicht mehr die sonst immer irgentwie, irgentwo auftauchte und Zera's grimmiger Miene welche von Schmerz und Pein übersät war, ein lächeln auf die Lippen zauberte.

Sie entschied zu ihrer Höhle zu reiten und nachzu sehen was los war. Ein ihr fremdes Pferd stand draussen vor dem Eingang und ohne einen Bruchteil einer Sekunde zu vergeuden riss sie ihre Armbrust vom Sattel und stürmte hinunter. Die Tür unten war versperrt und deutet keine Spuren von gewaltsamen eindringen eines möglichen Aggressors. Mit dem Schlüssel den ihr Erinna gab öffnete sie Vorsichtig die Tür und spähte einen Blick hinein. Bestätigt dass die Höhle leer war trat sie unbedacht ein und der Zustand der Höhle deutete auf ihren Verdacht den sie aus Angst verwarf. Staub legte sich bereits auf alle Möbelstücke und einigen Krügen an die offen an Tisch lagen. Nun sah sie es mit eigenen Augen.. Erinna hatte sie verlassen. Ging ohne ein Wort oder Brief und liess Zera im Unklaren ob es ihr wo sie nun war gut geht oder nicht. Die Augen schweifen an den Wänden und dem Bett entlang um einen möglichen Anhaltspunkt zu finden jedoch fand sie nichts. Mit einem Finger streicht sie durch den Staub und nahm einen der Krüge am Tisch zur Hand. Wut machte sich in ihr breit und mit einer schnellen Bewegung schmetterte sie den Krug an die Wand.

Dann geh doch!

Eiligen Schrittes verliess sie die Höhle und ritt wieder fort mit der Gewissheit dass sie die einzige Person verlor, der sie all ihr Vertrauen und ihre Liebe schenkte.
Taralea Mirrosil
Beiträge: 0
Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42

Beitrag von Taralea Mirrosil »

Eine lange Zeit war ins Land gezogen und noch immer fehlte jede Spur. Taralea glaubte, so ziemlich jeden Stein umgedreht und jeden Fußabdruck untersucht zu haben.
Seit jenem Tag, als sie den Zettel an Erinnas Höhle gefunden hatte, war auch nicht der kleinste Hinweis gefunden worden. Dennoch.. aufgeben kam nicht in Frage. Nicht bis sie mit Sicherheit wussten, was mit Erinna geschehen war.
So kam es, dass Janus, Maldrin und Taralea erneut durch die Gegend zogen, in der Hoffnung sie zu finden oder zumindest eine Spur, sei sie noch so klein.
Wieder einmal wagten sie sich in einer dieser Höhlen. Maldrin ging voraus, bereit, den Weg notfalls freizukämpfen, Taralea folgte mit einer Fackeln in der Hand und Janus sicherte den Rückweg.

Das zuckende Licht der Flammen tanzte über die rauen, feuchten Wände. Immer wieder tauchten kleine Unwesen auf, die jedoch für Maldrin ein geringes Problem darstellten.
Dann.. plötzlich und unvermittelt, leuchteten zwei kleine schwarze Punkte in der Dunkelheit auf. Es waren Augen, angestrahlt vom Lichtkegel der Fackel. Ein leises, aber ausgesprochen bedrohliches Knurren ertönte und schon kamen die Augen in rasantem Tempo näher, um sich dann mit einem Satz in die Luft zu erheben. Im nächsten Moment erschien der struppige Körper eines Höllenhundes im Lichtschein, der zu einem Sprung an Maldrins Kehle angesetzt hatte. Gerade noch konnte dieser durch das Hochreißen seines Armes das Schlimmste abwenden, wobei sein Armschutz aus Pyranerz verhinderte, dass die Fänge sich in sein Fleisch bohrten.
Erschrocken wich Taralea zurück an die Wand, während Janus sich an ihr vorbei zu Maldrin drängte. Gemeinsam schafften sie es, das verwirrte Tier zu besiegen, jedoch nicht ohne Blessuren davon zu tragen. Nachdem die Wunden versorgt waren, die sich glücklicherweise als nicht allzu schlimm herausstellten, beugte Taralea sich hinab um den Tierkadaver in Augenschein zu nehmen.
Etwas hatte sich um seinen Hals geschnürt.. ein Band, möglicherweise eine Leine, die ihm ein früherer Besitzer umgebu... Verwundert runzelte sie ein wenig die Stirn.
Ein kleines Päckchen hing daran, ein... Lederbeutel? Bedacht darauf, den toten Körper nicht zu berühren, durchtrennte sie die Kordel mit einem Dolchschnitt und zog den Inhalt hervor. Verblüfft hob sie den Kopf und schaute in die nicht minder verwunderten Gesichter der beiden Männer. In ihren Händen hielt sie ein kleines Buch. Es war verdreckt und abgenutzt. Vorsichtig, als fürchte sie, es könne in ihren Händen zerfallen schlug sie es wahlos an einer Stelle auf.

"Was denn, Lea? Nun sag schon was!" drang wie aus der Ferne Janus' an ihr Ohr.
Ohne den Blick von den Zeilen zu lösen, flüsterte sie: "Es ist von Eri... Es ist ihr Tagebuch!"
Hektisch blätterte sie bis sie bei den letzten Einträgen angekommen war. Mit zitternder Stimme begann sie, die Zeilen vorzulesen:


maldrin, zera, taralea, all diese namen gehen mir durch den kopf wärend ich hier liege.
namen an die ich mich klammere und die mich überleben lassen.
in einem fass hier habe ich fleisch gefunden, es ist nicht mehr frisch und schmeckt anders, salzig und es ist hart.
an der wand fliesst wasser und wenn ich mich nur ein wenig drehe
dann kann ich es ablecken. wären nur diese schmerzen nicht.
die bisse von diesen höllenhunden verheilen langsam, zumindest glaube ich, das sie es tun.
ich seh hier kaum etwas.
ronya, xinthra, tajara, weitere namen an die ich mich klammere.
hätte nie geglaubt, dass namen alleine am leben halten, aber das wissen das sie mich vielleicht suchen reicht aus.


Rasch blätterte sie weiter.

es tut so weh das ich es kaum noch spüre. dieser blöde flügel, warum nur war ich so versessen darauf alleine es zu versuchen.
ich weis nicht mehr wie ich es geschafft habe aber ich bin gerobbt, der dämon hielt mich für tot und drehte mir den rücken zu und ich bin gerobbt. meine beine merke ich nicht mal, aber ich sehe sie und das gibt mir mut.
die ersten nächte habe ich gar nicht geschlafen, mir war dauernd kalt und ich dachte nur an das pulver.
jetzt sitze ich hier und habe alle zeit zum nachdenken. laufen kann ich nicht.
ich lebe noch immer weil ich immer an maldrin und zera denke.
komisch, beide lieben mich.
maldrin so gross und stark, er erinnert mich an falk.
zera wirkt wie ein junge aber sie ist sanft und eine hervorragende schuetzin.


Kurz blickte Taralea von dem Geschrieben auf. Doch der schmerzhafte Ausdruck in den Augen ihres Bruders war kaum zu ertagen. Eilig klappte sie das Buch zu.

"Es sind ihre Gedanken und Gefühle. Sie gehen uns nichts an. Rasch, lasst uns weitersuchen."

Darauf folgte eine kurze, wenn auch hitzige Diskussion. Letztendlich gab Taralea nach, denn das Argument, das Buch sei wohl nicht durch Zufall an den Hals des Tieres gekommen und es enthalte womöglich wichtige Informationen über den Aufenthaltsort und vor allem ein sehr ungutes Gefühl in ihrem Magen veranlassten sie, die Seiten wieder aufzuschlagen.

wenn dieses tier hier wieder lang kommt dann werd ich dem das buch umbinden.
er wird mich zwar vielleicht totbeissen, aber vielleicht findet ja jemand das buch.
eine verrückte idee eigentlich, aber vielleicht meine einzige chance.
dieser höllenhund ist so anders.
manchmal rennt er hier am eingang herum, schnuppert.
er muss mich riechen, aber greift mich nie an.
zuerst habe ich die tage gezählt die ich nun schon hier bin.
aber ich konnte nicht weiter zählen und habe es aufgegeben.
bei 30 tagen haben ich aufgehört zu zählen.
ich bin so entsetzlich müde und das fleisch geht zu ende.
hoffentlich finden sie mich, hoffentlich suchen sie mich überhaupt.
vielleicht hat maldrin ja schon meine handzeichen gelernt.
mein rücken und meine beine fühlen sich so entsetzlich taub an.


Sie musste heftig um Fassung ringen, ehe sie die letzten Zeilen vorlesen konnte:


manchmal glaube ich schritte zu hören. dann versuch ich immer
mit einem losen stein gegen die wand zu schlagen. aber entweder sind die so in der jagdlust, dass sie mich nicht hören oder die schritte sind nur eine sinnestäuschung.
bei eluive ich werde doch wohl nicht verrückt?
bitte.. ihr müsst mich bald finden!!
ich weiß nicht, wie lange ich es noch schaffe nicht wahnsinnig hier zu werden.
so da ist er wieder. ich klapp jetzt das buch zu und versuch es diesem höllenhund umzubinden, ich lock ihn mit dem letzten stück fleisch und dann schnell umbinden.
findet mich bitte bald. lasst mich nicht verhungern hier.

erinna hinrah


Ungläubig starrte sie auf den Eintrag. Tränenspuren zogen sich durch die zum Ende hin immer krakeligeren Schrift. Teils wirkte sie grünlich, als wäre sie mit Moos beschrieben, teils rötlichbraun. Die Ursache hierfür wagte Taralea sich nicht vorzustellen.

Eilig schob sie das Buch in ihre Tasche und nahm Janus die Fackeln aus der Hand. Ohne ein weiteres Wort begannen die drei, jeden Winkel der Höhle abzusuchen. Jede Sekunde zählte.
Antworten