Flugzettel im Alatarischen Reich

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Moderator: Rahal [Mod]

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Tintenklecks
Beiträge: 1
Registriert: Mittwoch 19. November 2025, 18:05

Flugzettel im Alatarischen Reich

Beitrag von Tintenklecks »

*Dunkel wars, der Mond schien helle, bunt bedeckt das grüne Land, als ein junger flinker Mann, seinen Weg gen Westen fand.
Er blieb im Dickicht, im Schutz der Schatten, so schnell und klein, wie kleine Ratten.
Das Land schlief den süßen Traum, huschte er von Baum zu Baum.
Eine Botschaft würde er bringen, doch keinem direkt Aug in Aug aufzwingen.*

*Überall in Alatarien, außerhalb der beiden befästigten Städte, an nieschigeren Plätzen und Stellen aber auch an Kutschstationen, wird man recht kleine Aushänge finden*


Bürger des Alatarischen Reiches lest und erkennt!

Man predigt Euch von freiem Willen und Hass.
Ich will nicht sagen, dass alles falsch ist, was ihr lernt und pflegt,
doch nutzt euren freien Willen und hinterfragt!
Sind andere freier in Gedanken als Ihr es seid?
Liegen Bajard oder Kawi falsch, wenn sie den Konflikten entgehen?
Liegt der Osten falsch, wenn sie, mit dem selben freien Willen,
der Euch inne wohnt, einem König und dem Licht folgt?

Nein sage ich!
Doch liegt Ihr falsch, wenn Ihr Hass und Zorn predigt!
Man schickt Euch in Kriege, in Konflikte und billigt Euren Tod,
wo doch ein Gemeinsam und Frieden herrschen könnten.

Schon längst sind die Zeiten vorbei, in denen man in Stand geboren wird,
in beiden großen Reichen hat man sich davon verabschiedet.
Schon längst sind die Zeiten gekommen, in denen beide großen Reiche
nur noch eine einzige Sache trennt. Die Wahl ihrer Gottheit.
Doch sehnt sich der Mensch nicht nach Harmonie und Liebe?
Ist das Licht nicht die bessere Wahl, die man treffen kann?
Statt in Hass und Zorn zu vergehen
und dem vermeintlich einzigen 'Freien Gedanken' zu folgen,
solltet Ihr hinterfragen und erkennen, was Euch wirklich wichtig ist.

Gebt dem Hass keinen Nährboden, Freunde,
sondern säht die Liebe und erntet das Licht!

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*Darunter prangt nur ein schwarzer Tintenklecks, mehr nicht*
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Jael'Zeerith
Beiträge: 110
Registriert: Mittwoch 23. August 2017, 10:03

Re: Flugzettel im Alatarischen Reich

Beitrag von Jael'Zeerith »

Der Morgen war kühl und dunstverhangen, als Jael’Zeerith sich zwischen die dunklen Büsche am Waldrand kniete. Sie suchte nach den kleinen schwarzen Beeren des Nachtschattens, die im frühen Licht noch stumpf wirkten, doch in ihren Adern ein warmes, konzentriertes Gift trugen. Vorsichtig strich sie die Blätter auseinander. Drei unreife Früchte, gut genug. Mit der Spitze ihres Messers löste sie sie vom Stiel und ließ sie in ein Tuch gleiten.

Dann hielt sie inne.

Etwas Weißes stach zwischen den Grüntönen hervor, unnatürlich glatt und fremd in dieser Umgebung. Sie richtete sich auf und griff danach. Ein Stück Pergament, an einem Brombeerzweig hängen geblieben, der Rand leicht eingerissen.

Sie las.
Langsam.
Zeile für Zeile.

„Mitten im Schatten gelandet… wie passend“, murmelte sie und strich mit dem Daumen über die Tinte. Dann faltete sie den Aushang sorgfältig entlang der alten Knickspuren und ließ ihn in die Innentasche ihres Mantels rutschen, um ihn zu einem späteren Zeitpunkt auf den Schreibtisch des Meisters zu legen.

Sie wandte sich wieder den Nachtschattensträuchern zu, suchte und sammelte weiter. Aber ihr Blick war nun schärfer und ihr Ohr wachsamer, als lausche sie nach Spuren desjenigen, der diese Worte in die falschen Schatten getragen hatte.
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By'nar
Beiträge: 124
Registriert: Freitag 7. Juli 2023, 20:10

Re: Flugzettel im Alatarischen Reich

Beitrag von By'nar »

Vor einem der Aushänge verharrte die Lethra eine ganze Weile. Ihre Füße wippten immer wieder in die Höhe, und die dürren Finger hielten einen Kohlenstift, der Daumen und Zeigefinger zunehmend schwärzte. So viele Worte, so viele Sätze. Sie konnte jede Zeile schmecken, und doch glitten sie gleichzeitig schon wieder aus ihrem Geist, als wäre das Fass für neue Eindrücke längst voll und nur noch die Physik selbst ermögliche die geringfügige Ablagerung mancher Dinge.

Und dennoch nahm sie sich die Zeit, die ihr in ihren verfluchten elfischen Jahren reichlich gegeben war, und beugte sich vor, um auf einem der Pergamente herumzukritzeln. Mit akribischer Genauigkeit hob sie einen Satz mit mehreren Strichen hervor, bevor sie sich daran machte, einen Pfeil zu einer freien Stelle des Aushangs zu zeichnen, um dort ein paar Worte zu hinterlassen. Der erste Satz offenbar ein Argument, der Zweite eine Herausforderung.

"Aaryon von Hohenfels. Versuch es nochmal. Ich warte."
Bürger des Alatarischen Reiches lest und erkennt!

Man predigt Euch von freiem Willen und Hass.
Ich will nicht sagen, dass alles falsch ist, was ihr lernt und pflegt,
doch nutzt euren freien Willen und hinterfragt!
Sind andere freier in Gedanken als Ihr es seid?
Liegen Bajard oder Kawi falsch, wenn sie den Konflikten entgehen?
Liegt der Osten falsch, wenn sie, mit dem selben freien Willen,
der Euch inne wohnt, einem König und dem Licht folgt?

Nein sage ich!
Doch liegt Ihr falsch, wenn Ihr Hass und Zorn predigt!
Man schickt Euch in Kriege, in Konflikte und billigt Euren Tod,
wo doch ein Gemeinsam und Frieden herrschen könnten.

Schon längst sind die Zeiten vorbei, in denen man in Stand geboren wird,
in beiden großen Reichen hat man sich davon verabschiedet.
Schon längst sind die Zeiten gekommen, in denen beide großen Reiche
nur noch eine einzige Sache trennt. Die Wahl ihrer Gottheit.
Doch sehnt sich der Mensch nicht nach Harmonie und Liebe?
Ist das Licht nicht die bessere Wahl, die man treffen kann?
Statt in Hass und Zorn zu vergehen
und dem vermeintlich einzigen 'Freien Gedanken' zu folgen,
solltet Ihr hinterfragen und erkennen, was Euch wirklich wichtig ist.

Gebt dem Hass keinen Nährboden, Freunde,
sondern säht die Liebe und erntet das Licht!
Wasserfloh
Beiträge: 3
Registriert: Dienstag 4. November 2025, 22:09

Re: Flugzettel im Alatarischen Reich

Beitrag von Wasserfloh »

Es war nur ein einfacher Gang um sich ein wenig umzuschauen, nichts wichtiges erstmal.

Der Blick fiel auf einen dieser Aushänge. Eine Weile wurde vor diesem verweilt, als würde man durch diesen hindurchschauen, aber es wurde sich vieles vom Inhalt eingeprägt.

Mit einem vernehmliche "hm" wurde der Aushang schliesslich hängen gelassen und der einfache Gang sich ein wenig umzuschauen wurde fortgesetzt.
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Zyn'tuin
Beiträge: 147
Registriert: Dienstag 1. Oktober 2024, 22:11

Re: Flugzettel im Alatarischen Reich

Beitrag von Zyn'tuin »

Als Zyn'tuin das Axorn verließ und aus der Höhle hinaufstieg, lag ihm der Zettel der Sagotrae noch immer schwer in der Hülle.
Ein dünnes, zerknittertes Stück Papier – und trotzdem brannten die Worte darauf in seinem Denken nach.
Ketzerisch. Dreist. Und so heimlich verteilt, dass es schon fast nach Feigheit roch.


Oben, an der Oberfläche, im letzten Licht der Abenddämmerung, fand er den ersten.
Schief an einen Strauch geklemmt, schnell, unsauber.
Er riss ihn ab.
Dann einen weiteren.
Und noch einen.
Bald hatte der Letherx die Hände voller solcher Blätter.


Die Botschaft war überall dieselbe:
„Bürger des Alatarischen Reiches, lest und erkennt!
Man predigt Euch von freiem Willen und Hass…
Liegt der Osten falsch, wenn er dem Licht folgt?“
Es klang wie eine harmlose Frage, doch jeder halbblinde Geist hätte sehen müssen, wohin sie führte –
weg vom Vater, hin zu den Krallen der gleißenden Lüge.
Verpackt wie Honig, gedacht für jene, die innerlich schon faulen.


Zyn'tuin zerdrückte das Blatt mit einem Knacken, das befriedigend war.
„Gebt dem Hass keinen Nährboden, Freunde,
säht die Liebe und erntet das Licht!“
Licht. Liebe.
Worte, die für einen Letharf wie hohle Gefäße klangen.
Tarnung. Täuschung.
Und vor allem: manipulativ auf jene, die zu weich sind, um standzuhalten.
Diese Zeilen sollten Zweifel säen, leise, hinterlistig – genau dort, wo man sie am schwersten sieht.


Der Letharf wanderte durch die Oberwelt, den Blick stets scharf, stets wachsam.
Sträucher, Pfosten, Kutschstationen – jeder Ort konnte eine weitere dieser schmierigen Botschaften tragen.
Er nahm sie alle mit, bis der Beutel schwer wurde und das Rascheln darin klang wie erstickte Stimmen.


Sie werden brennen.
So war es vorgesehen.


Doch als die Dämmerung in tiefere Schwärze sank und der Wald sich veränderte, fand Zyn'tuin einen Zettel, der anders war.
Nicht einfach aufgehängt – nein.
Markiert. Berührt.
Bewusst hinterlassen.


Die Linien waren präzise unterstrichen, mehrfach.
Ein Pfeil daneben.
Und Worte, die wie ein Schlag ins Gesicht des ursprünglichen Autors wirkten.


Im letzten, sterbenden Licht las er:
„Aaryon von Hohenfels.
Versuch es nochmal.
Ich warte.“
Spott.
Mutmaßliche Arroganz.
Eine Einladung an jeden, der klug genug war, sie zu lesen.


Zyn'tuin hielt das Papier im Wind, während die Dunkelheit tiefer in den Wald kroch.
Normalerweise hätte er es genommen. Zerknüllt. Beendet.


Aber nicht diesmal.
Dieser blieb.


Ein Hinweis.
Ein Faden.
Vielleicht sogar ein Fehler desjenigen, den er letztlich zu finden gedachte.


Als die Nacht endgültig Besitz ergriff, trat der Letherx zurück.
Der Zettel flatterte, hielt aber stand.


Gut.

Zyn’tuin wandte sich ab, verschmolz beinahe mit der Dunkelheit, und wanderte weiter.
Sein letharischer Verstand arbeitete leise, schnell, kalt – ein Gedanke wurde dabei immer klarer:


Wenn jemand behauptet, durch diese Worte „erweckt“ oder „erleuchtet“ worden zu sein,
öffnen sich im Osten Tore und Herzen gleichermaßen – töricht, empfänglich, ungeschützt.
Diese Botschaft ist eine Maske.
Ein Kostüm für Narren.
Ein Werkzeug für klügere Hände.


Ein Schleier der Lüge.
Und genau richtig, um ihn sich selbst umzulegen.


Denn ein Letharf könnte niemals ungehindert in den Osten treten – aber ein angeblich „Erweckter“?
Ein vom Licht berührter?
Ein Mensch, der vorgibt, Zweifel hinter sich gelassen zu haben?
Das wäre... einfach.
Zu einfach.


Zyn’tuin suchte keine Wahrheit im Osten – dort gab es keine.
Aber Informationen…
Gerüchte…
Strukturen, die man brechen konnte…
Wissen, das man gegen sie wenden konnte.
All das lag dort, bereit, gesammelt zu werden.


Je länger er darüber nachdachte, desto fester wurde sein Entschluss:
Er würde nicht nur den finden, der diese Zettel verteilt hatte.
Er würde den Pfad selbst nutzen, den sie unbewusst geschaffen hatten –
und ihre eigene Lüge zu Vaters Werkzeug machen.


[OOC: Die Zettel hingen 24 Stunden so dass jeder die Möglichkeit hat es zu lesen oder sich einen mitzunehmen]
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