Der Segen der Götter sei mit Euch,
in Demut wende ich mich an Euch, wohl wissend, dass mir die gebührende Anrede nicht bekannt ist und ich nicht gewiss sein kann, wessen Augen diese Zeilen erreichen mögen. Vergebt mir diese Unzulänglichkeit – wäre mir die rechte Form bekannt, würde ich sie mit aller Sorgfalt befolgen.
Mein Name ist Remnon Kormin. Meine Schwester Liv dürfte dem ehrwürdigen Kloster und dem Adoraner Umland bereits ein Begriff sein. Sie ist unlängst in diese Lande gekommen und sucht ihren Weg, sowohl im Reich als auch im Regiment. Ich hege keinen Zweifel daran, dass sie dies meistern wird.
Wie sie Euch gewiss berichtet hat, entstammt unsere Familie ursprünglich Weidenheim. Aus diesem Grunde schloss ich mich bei meiner Ankunft den westlichen Reichen an, in der Hoffnung, meine Fähigkeiten zu mehren und einer würdigen Institution zu dienen. Dieses Vorhaben blieb mir jedoch versagt.
Meine Schwester sollte sich mir anschließen, doch entschied sie bei Bajard anders. Unter Mühen erfuhr ich schließlich, dass sie in Adoran weilt, und eilte dorthin, sie – wie ich meinte – befreien zu müssen. Mein Verhalten, getrieben von heftigen Gemütsbewegungen, war einer Schande gleich, und ich habe mich sowohl während als auch nach meiner Zeit im Kerker Adorans in aller Form dafür entschuldigt.
Tage und Wochenläufe sind seither verstrichen, und ich bin zur Erkenntnis gelangt, dass ich mich nicht länger dem fügen möchte, was mir durch meine Herkunft vorgezeichnet scheint. Daher bitte ich ehrerbietig um ein Gespräch, um zu erörtern, welche Möglichkeiten mir offenstehen, Buße zu tun, mich frei in den östlichen Reichen bewegen zu dürfen und wiedergutzumachen, was ich verschuldet habe. Vor allem aber möchte ich an der Seite meiner Schwester sein – ein Wunsch, den Ihr als jemand, der den Wert der Familie zu schätzen weiß, hoffentlich nachvollziehen könnt.
So hoffe ich inständig, dass Ihr mir die Gnade gewährt, vorstellig werden zu dürfen. Dem Westen habe ich bereits den Rücken gekehrt und meinen Bürgerbrief zurückgegeben.
Gegenwärtig halte ich mich in Bajard auf.
In tiefster Ergebenheit und mit aufrichtigem Dank im Voraus verbleibe ich
Mögen die Götter ihre schützende Hand über Euch halten.
Remnon Kormin
in Demut wende ich mich an Euch, wohl wissend, dass mir die gebührende Anrede nicht bekannt ist und ich nicht gewiss sein kann, wessen Augen diese Zeilen erreichen mögen. Vergebt mir diese Unzulänglichkeit – wäre mir die rechte Form bekannt, würde ich sie mit aller Sorgfalt befolgen.
Mein Name ist Remnon Kormin. Meine Schwester Liv dürfte dem ehrwürdigen Kloster und dem Adoraner Umland bereits ein Begriff sein. Sie ist unlängst in diese Lande gekommen und sucht ihren Weg, sowohl im Reich als auch im Regiment. Ich hege keinen Zweifel daran, dass sie dies meistern wird.
Wie sie Euch gewiss berichtet hat, entstammt unsere Familie ursprünglich Weidenheim. Aus diesem Grunde schloss ich mich bei meiner Ankunft den westlichen Reichen an, in der Hoffnung, meine Fähigkeiten zu mehren und einer würdigen Institution zu dienen. Dieses Vorhaben blieb mir jedoch versagt.
Meine Schwester sollte sich mir anschließen, doch entschied sie bei Bajard anders. Unter Mühen erfuhr ich schließlich, dass sie in Adoran weilt, und eilte dorthin, sie – wie ich meinte – befreien zu müssen. Mein Verhalten, getrieben von heftigen Gemütsbewegungen, war einer Schande gleich, und ich habe mich sowohl während als auch nach meiner Zeit im Kerker Adorans in aller Form dafür entschuldigt.
Tage und Wochenläufe sind seither verstrichen, und ich bin zur Erkenntnis gelangt, dass ich mich nicht länger dem fügen möchte, was mir durch meine Herkunft vorgezeichnet scheint. Daher bitte ich ehrerbietig um ein Gespräch, um zu erörtern, welche Möglichkeiten mir offenstehen, Buße zu tun, mich frei in den östlichen Reichen bewegen zu dürfen und wiedergutzumachen, was ich verschuldet habe. Vor allem aber möchte ich an der Seite meiner Schwester sein – ein Wunsch, den Ihr als jemand, der den Wert der Familie zu schätzen weiß, hoffentlich nachvollziehen könnt.
So hoffe ich inständig, dass Ihr mir die Gnade gewährt, vorstellig werden zu dürfen. Dem Westen habe ich bereits den Rücken gekehrt und meinen Bürgerbrief zurückgegeben.
Gegenwärtig halte ich mich in Bajard auf.
In tiefster Ergebenheit und mit aufrichtigem Dank im Voraus verbleibe ich
Mögen die Götter ihre schützende Hand über Euch halten.
Remnon Kormin


