Wem die Schatten folgen..

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Fjara Frey
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Registriert: Mittwoch 31. Januar 2024, 09:08

Wem die Schatten folgen..

Beitrag von Fjara Frey »

Auf der Mauer der schwarzen Burg stand sie, den Blick gen Himmel gerichtet wartend auf ein Zeichen in der Ferne. Die Dämmerung lag bereits eine Weile zurück die Blickweite auf Grund der fortschreitenden Dunkelheit verkürzt als sich in der Ferne das Abbild eines sich nähernden Vogels zeichnet. Je näher der Vogel auf die Burg zu flog desto mehr breitete sich ein Gefühl der Vertrautheit in ihr aus. Jener Vogel eine Krähe um genau zu sein landete auf den Zinnen der Burgmauer. "Ich warte auf deinen Bericht, Schwester..." murmelte die schwarzgerobte Frau der Krähe zu.
Jene Krähe suchte mit den schwarzen Äuglein den Blick ihrer Schwester auf als sich die Verzerrung ihrer Struktur im Lied löste und sich kurz darauf der Blick zweier schwarzgerobter Frauen von der Mauer auf das Meer und seine Wellen richtete die gegen den Fuß des Berges schlugen.

Die Reise von der wiederkehrenden Krähe erfüllte einen Zweck, hat sie Augen und Ohren offen gehalten in ihrem Spähflug über die Siedlungen des Reiches. An einem Hafen landete sie im Schutz einer zwielichtigen Gasse und legte dort das verzerrte Abbild der Krähengestalt ab um kein aufsehen zu erregen. Sie hockte sich mit einer Flasche fragwürdigen Inhalts neben einen der Bettler, reichte ihm ohne große Worte den vermeidlichen Schnaps an und raunte schlicht. "Wir müssen uns unterhalten." Jedoch waren es nicht seine Worte auf die es die schwarzgerobte absah, viel mehr wollte sie in den benebelten Geist des Trunkenboldes eindringen, die Warheit suchend die er nicht mehr zu formulieren fähig war. Der Bettler ahnungslos und dankbar für den Trunk machte sich ohne großen Zweifel über die Flasche her, war der starke Geruch von Alkohol doch zu verlockend. Die schwarzgerobte Schwieg geduldig wartete sie auf den Moment an dem es günstig war seine Wahrnehmung zu beeinflussen und in Erfahrung zu bringen was oder wen er alles beobachtet hat, schliesslich passieren viele Menschen den örtlichen Hafen. Doch alles was sie fand waren vage Erinnerungen von unwichtigen Passanten, kein Zeichen von dem Mann den sie suchte. In seinem Rausch und den wohligen Bildern die sich durch das Wirken der schwarzgerobten in ihm Breit machten legte er seine dreckige Hand auf das berobte Knie der Frau. Jene seufzte leise hob ihre knochig umhüllte Hand an sein Gesicht und mit einem Ruck schlug sie seinen Kopf gegen die Hauswand an der sie lehnten. "Du widerst mich an." waren ihre kalten Worte des Dankes, als sie sich aufrichtete und mit den Händen über ihre Robe strich. Sie entschwindete leisen Schrittes in der dunklen Gasse aus der sie kam und lies den bewusstlosen Bettler in seinem Rausch zurück.

"Keine Spur von ihm, Schwester."
Sie senkte ihr Haupt sinnierend als weitere Wellen klangvoll gegen den Fuß des Berges schlugen. "...aber wir werden ihn finden, früher oder später." fügt sie noch an welches mit einem Nicken ihrer Schwester quittierd wurde.
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