Der letharische Bote wird das Schreiben bei der Ordensburg abgeben und ohne groß zu warten wieder aufbrechen.
Maestro,
Zweifel und Anschuldigungen, vor allem von Hüllen deren Werdegang größeren Weitblick vermuten lassen sollte, sind stets wie ein nagender Parasit.
Ich bin es leid, derlei Krankheitserreger ständig im Reich meines Vater's erdulden zu müssen. Weswegen ich, auch auf Anraten Seiner Heiligkeiten hin, die Möglichkeit einräume das Ungeziefer zu beseitigen.
Der hierfür gewählte Ort, ist der Tempel im Leth'Axorn.
Wählt einen der folgenden Tage, ab dem halben Stundenlauf nach der siebten Abendstunde.
Der Blick auf das Antwortschreiben verweilte starr, als es in alle Richtungen gedreht und gewendet wurde. Ein Schreibfehler? Anscheinend nicht. Und so wurde unter den besonnenen Blicken der ehemaligen Meister ein weiteres Schreiben an den Orden entsendet. .
Maestro,
wie zu erwarten, wird durch den Orden die Ordensburg gewählt.
Naheliegend, ist sie doch Zuflucht und Geborgenheit zugleich, wie das Nest von hungrigen Katzen.
Aber die Zeit, in der dieses menschliche Gefühl von Geborgenheit einen Anteil haben sollte, ist vorbei.
Die Worte die gesprochen wurden, richteten sich nicht nur an mich und mein Volk. Wer an Seinen Kindern zweifelt, zweifelt auch an Ihm selbst. Denn es bringt Zweifel darüber zum Ausdruck, dass Er sein eigenes Volk nicht unter Kontrolle halten könne.
Entsprechend wird dieses Gespräch auf geweihtem Boden Alatar's stattfinden. Ein ehemaliger Diener des Tempels wird wohl keine Furcht davor haben, sich in einer solchen Stätte vor Ihm zu offenbaren.
Wenn allerdings der Ort, der im Reich und Glauben die stärkste Verbindung zu Ihm hat, zu wider ist, schlage ich als Alternative den Tempel von Düstersee vor. Um dort das Gespräch zwischen uns unter seinem Blick zu führen.
*Ein Bote in den Farben des Ordens wird ein gesiegeltes Schreiben für
den Meister des Leth'Axorns abgeben...*
Meister des Leth’Axorns,
Euer Schreiben erreichte mich, mit der benötigten Aufmerksamkeit habe ich die
Worte gelesen, die Ihr mit Nachdruck formuliert habt. Ich werde dieses mit
selbem Nachdruck erwidern, jedoch nicht in eurer Wortwahl verfallen.
Ihr sprecht von "Zweifel und Anschuldigungen, vor allem von Hüllen deren
Werdegang größeren Weitblick vermuten lassen sollte, sind stets wie ein
nagender Parasit".
Solche Beleidigungen richten sich gegen Würdenträger des Reiches und
verstoßen damit klar gegen die Gesetze des alatarischen Reiches (§ 4 / 2 e).
Zudem widersprechen Eure Worte direkt dem Geist des Bündnisvertrags, in
dem gegenseitige Anerkennung und Würde festgeschrieben sind (Artikel 1).
Weitere Beleidigungen werde ich nun nicht zusätzlich zitieren, auch wenn sie
vorhanden sind.
Ferner führt Ihr an: "Wer an Seinen Kindern zweifelt, zweifelt auch an Ihm
selbst."
Diese Worte sollen somit Gewicht haben und doch steht auch hier wieder im
Bündnisvertrag, dass keine der Parteien alleine in Seinem Namen spricht und
keine der Parteien über der anderen Partei in Seinem Dienst steht. (Artikel 1
gegenseitige Anerkennung). Wenn Ihr also aus meinen Worten einen Zweifel an
Ihm oder den Kindern selbst herauslesen wollt, so verkennt Ihr meine Worte
bedauerlicherweise und ebenfalls die Vereinbarung im Bündnisvertrag zwischen
dem Alatarischen Reich und den Verbündeten Letharen.
Im direkten Bezug zu diesem Artikel im Bündnisvertrag steht auch folgender
Absatz eures Schreibens. Ihr schlagt vor, "dieses Gespräch wird auf geweihtem
Boden Alatar’s stattfinden".
Doch ist es nicht so, dass Alatars Blick überall auf uns ruht, gleich, ob in Palast,
Tempel, Ordensburg oder Handwerkshalle? Was Ihr verlangt, ist kein Zeichen
des Glaubens, sondern eine einseitige Forderung nach Ort und Deutung.
Ebenso eine erneute Respektlosigkeit gegenüber der offiziellen Reichssäule,
welche ihr wohlmöglich nicht in ihrer Form anzuerkennen scheint.
Darum halte ich fest:
Das Gespräch wird in der Ordensburg stattfinden, wie es bereits angekündigt
wurde, so ihr dieses begehrt. Denn der Orden der Arkorither ist eine der
Reichssäulen des Heiligen Alatarischen Reiches. Wir tragen Verantwortung für
Ordnung, Sicherheit über das magische Wirken in Seinem Reich. Ihr sucht das
Gespräch mit mir, so wird dieser Respekt nicht nur erwartet, sondern ist
Verpflichtung im heiligen Alatarischen Reich. Das Volk der Letharen sind sehr
geschätzte und wertvolle Verbündete, doch Verbündete sind nicht das Reich
selbst.
Weiter halte ich fest, dass ihre Heiligkeiten über eure unkooperative und
verunglimpfende Verfahrensweise informiert werden, die eine ungewollte
Spannung erzeugen könnten und das Gleichgewicht im heiligen Alatarischen
Reich empfindlich verletzten könnten.
Ihr seid eingeladen am 16. Searum zur festgelegten Stunde in die Burg des
Ordens zu kommen. Dort gebührt es, dass wir geeint im Glauben, gebunden
durch Vertrag und Eid, das Wort zu erheben und im Dialog zu führen.
Das Gift soll die Klinge bestreichen, welches unseren gemeinsamen Feinden
trifft und nicht aus eurer Feder triefen und dieses euren Verbündeten
zusenden.
Im Bündnis, welches wir gemeinsam tragen, unter Seinem wachsamen Blick,
gez.
Arcomagus des Ordens der Arkorither
"Ich denke, ein Mann tut, was er kann, bis sein Schicksal offenbart wird." (Algren)
Am Vorabend wird noch ein schlichtes Schreiben zur Ordensburg entsendet
Maestro,
das belehrende Schreiben wirkt wie ein Ratschlag, welcher bereits Beachtung hätte finden sollen, als die Spannungen durch die eigenen Worte und Taten überhaupt erst ihren Ursprung fanden.
Von der leitenden Figur einer Säule, sollte man mehr erwarten können, als Anschuldigungen und Zweifel ohne Verstand auf eine Weise bei Versammlungen und per Schriftstück im gesamten Reich zu teilen, welche unweigerlich zu Spannungen führt.
Da diese Einsicht über das eigene Verhalten und die entsprechenden Auswirkungen nicht aus der Antwort hervorgehen, sondern sie lediglich ein Versuch zu sein scheint sich in der niedergeschriebenen Widersprüchlichkeit zu dem eigenen Verhalten in eine erhabene Position zu bringen, bleibt mein Angebot bestehen wie bisher.
Sollte es verstreichen, liegt die Klärung nicht mehr in meiner Hand.
Außerdem rate ich an, von weiteren Versuchen mein Volk in Einzelgesprächen auszuhorschen abzusehen.
Dem Boten wird zugleich die mündliche Antwort entgegengebracht, dass der Meister das Treffen zur Zeit nur am 30. Searum, 2. Goldblatt, 5. Goldblatt oder 7. Goldblatt, sowie 9. Goldblatt realisieren kann.