Der Wind griff unter ihre Flügel und die Kraft Temoras ummantelte die noch ungewohnte Metamorphose. Das Licht, dass sie durchflutete, schien von ihrem Leib hinab reflektiert zu werden. Ein gezielter Sturzflug gen einer der übermächtigen Scharmützel, nahe des Majors, dessen Dunkelheit Raia entgegen schlug. Wieder breitete sie die Flügel aus, verlangsamte und ließ das gleißend Licht Temoras wider die Orks spiegeln. Ein kehliger heller Schrei des Adlers glitt über das Schlachtfeld.
Raia wiederholte jene Manöver einige Male. Ihr Atem ging nur noch stoßweise und ihre braunen Adleraugen rasten hektisch hin und her.
In einer längeren Umkreisung blickte sie gen Niala hinauf. Ein heller Schrei...
... Doch ihre Schwester im Glauben und Freundin im Herzen verstand. Einen Moment später durchflutete das kleine Adlerweibchen neue Kraft und noch einen Atemzug später, spürte Raia, wie sich ein schützender Schild um sie gelegt hatte.
Raia ließ sich noch einen Moment gleiten, ehe sie hinab blickte. Die scharfen Blicke ihrer Adlergestalt waren noch unegwohnt, doch Beak und Melyna stachen heraus. Der Bogen war nicht mehr in der Hand der Kriegerin und beide waren nicht minder umzingelt.
Ein heller Pfiff, dann ein Schrei, der von den Bergen widerhallte, ehe Raia ihren Sturzflug ausführte und in einem engen Kreis über die Köpfe der beiden das Licht in sich bündelte und dann hinausschrie!
Möge Temora ihr die Kraft geben, die heilige Flamme auferstehen zu lassen und den beiden, wie so vielen anderen, den Sieg zu ermöglichen....das Überleben!
Das Licht mochte die Orks hier und da irritieren, doch das, was über die Verbündeten kam, war viel mehr die innige Hoffnung, nein, die Gewissheit, dass Temora da war! Dass Ihr Schwert und Ihr Schild da waren, um die Dunkelheit zu vertreiben... Zu besiegen! Dass Ihre Nähe allen, die mit und nicht wider ihr Licht kämpften, Schutz und Kraft erhielten!
In Raia wütete etwas Wildes, angetrieben von diesen elenden Bestien, dem Leid Bartholomeos und der akuten Gefahr ihrer Gefährten. Der Adler in ihr rief und seine Wildheit ließ Raia kühn und unverzagt werden. Irgendwas in ihr wurde entfesselt ...
Ein heller Schrei...
Heimat ist dort, wo niemand mehr schweigen muss!
-
Bartholomeo Felhaven
- Beiträge: 21
- Registriert: Donnerstag 22. April 2021, 17:02
Akt. V: Erlösung – Der schwierige Pfad zurück ins Licht
Die letzten Wochen hier im Kloster haben mir gezeigt, dass es einen Weg aus der Finsternis gibt. Einen Weg der Heilung, nicht nur der körperlichen, sondern auch seelischen Genesung.
Doch zeitgleich verbündete sich die Sorge um meine Freunde mit den Nebelschwaden der Erinnerungen der Finsternis, welche sich noch um mit aller Kraft um mein Innerstes schlingen.
Wie soll ich verstehen, verarbeiten, überwinden, wenn es Menschen gibt die mir am Herzen liegen und die genau jetzt ihr Leben riskieren für das Licht, aber eben auch für mich.
Dessen Anstoß für ihr weiteres Schicksal meine Erlebnisse waren.
Nach unzähligen Wochen von Qualen, geistigen und körperlichen Erniedrigungen und vielen weiteren Schandtaten seitens der Orks die wohl unausgesprochen und ungeschrieben bleiben sollten - gelang mir durch eine glückliche, nein, eine göttliche Fügung die Flucht.
Ein Beben der Erde, gefolgt von mehreren Steinschlägen ermöglichte es mir und einigen anderen zu fliehen. Es herrschte Chaos im Lager der Orks und so nutzten wir den Moment und entkamen. Schnelle Beine dafür ward ich schon immer bekannt, aber hätte ich nicht mehr tun können anstatt um mein Leben zu rennen?
Hätte ich nicht den anderen Gefangenen helfen sollen, anstatt so schnell es geht aus dem Lager zu rennen? Mich gegen die Widersacher stellen?
War es Feigheit? Ist es unehrenhaft sich zu retten um Hilfe zu holen, wenn es einem Selbst nicht möglich ist Beistand zu leisten?
Am Anfang waren es die schrecklichen Erinnerungen welche mir den Schlaf raubten, mittlerweile sind es die Zweifel an meiner Selbst die mich in der Nacht nicht ruhen lassen.
Diese Hilflosigkeit - sie wiegt schwerer als alle anderen Lasten dieser Welt. Nicht nur auf meinen Schultern, nein auf meiner Seele.
Und nun?
Nun sind andere aufgebrochen um jenes Werk zu vollbringen, wozu ich nicht im Stande bin.
Anstatt sie zu unterstützen verweile ich hier in Sicherheit. Doch was ist dies für eine Sicherheit, wenn andere nicht diesen schützenden Luxus genießen.
Was bin ich für ein Mensch? Bin ich noch ein Mensch oder nur noch ein Schatten meiner Vergangenheit?
Ich bin gerettet und doch zugleich irre ich verloren umher – mein innerer Kompass er scheint nicht mehr zu funktionieren. Welche Wand der Finsternis muss ich durchbrechen um den Weg zum Licht zu finden?
Wie sehr wünschte ich mir Raia oder Beak wären nun hier um mir zu helfen.
Doch ist dieser Gedanke zu egoistisch? Schlussendlich helfen Sie mir und vielen anderen gerade unter Einsatz ihres Lebens.
Zweifel sind menschlich, aber sie durchbohren einen mehr als jede Orkklinge auf dieser Welt.
Es ist kein leichter Weg, der Pfad ist voller Gefahren und voller Tücke. Der Grund dieser Finsternis, dieser Verschwommenheit, sie keimt aus mir selbst. Bin ich gewillt, bin ich überhaupt in der Lage den Weg zum Licht unter diesen Umständen wiederzufinden?
Bin ich überhaupt würdig die helfenden Hände die mir gereicht werden anzunehmen?
Nur Temora kann ein Urteil darüber fällen.
Wo bin ich?
Wo stehe ich?
Wofür stehe ich?
Gleich einer Statue des einstigen Barden, die zerschmettert wurde, liegt es nun an mir Selbst, diese wieder zusammenzusetzen. Wohl bewusst, dass sie anders aussieht als vorher. Vergangenes lässt sich nicht rückgängig machen oder gar ungeschehen. Viel eher gilt es sich den Tatsachen zu stellen, eben auch dieser erdrückenden Hilflosigkeit.
Genau jene beschriebene Hilflosigkeit, jenen für mich unhaltbaren Zustand gilt es wohl vorerst zu akzeptieren. Auch wenn dies gegen meine eigene Natur zu sein scheint. Sich Schwächen einzuräumen scheint falsch zu klingen, sei aber möglicherweise ein Pfad der gen Licht führt.
Viele offene Fragen bleiben, vieles werde ich nicht alleine beantworten können.
Einzig das Gebet für all jene die für das Licht und die Gerechtigkeit auf dieser Welt streiten - erscheint mir im Moment das einzig Richtige.
Es scheint im Moment die einzige Möglichkeit zu sein, dass ich Ihnen helfe.
Möge Temora uns allen beistehen!
Die letzten Wochen hier im Kloster haben mir gezeigt, dass es einen Weg aus der Finsternis gibt. Einen Weg der Heilung, nicht nur der körperlichen, sondern auch seelischen Genesung.
Doch zeitgleich verbündete sich die Sorge um meine Freunde mit den Nebelschwaden der Erinnerungen der Finsternis, welche sich noch um mit aller Kraft um mein Innerstes schlingen.
Wie soll ich verstehen, verarbeiten, überwinden, wenn es Menschen gibt die mir am Herzen liegen und die genau jetzt ihr Leben riskieren für das Licht, aber eben auch für mich.
Dessen Anstoß für ihr weiteres Schicksal meine Erlebnisse waren.
Nach unzähligen Wochen von Qualen, geistigen und körperlichen Erniedrigungen und vielen weiteren Schandtaten seitens der Orks die wohl unausgesprochen und ungeschrieben bleiben sollten - gelang mir durch eine glückliche, nein, eine göttliche Fügung die Flucht.
Ein Beben der Erde, gefolgt von mehreren Steinschlägen ermöglichte es mir und einigen anderen zu fliehen. Es herrschte Chaos im Lager der Orks und so nutzten wir den Moment und entkamen. Schnelle Beine dafür ward ich schon immer bekannt, aber hätte ich nicht mehr tun können anstatt um mein Leben zu rennen?
Hätte ich nicht den anderen Gefangenen helfen sollen, anstatt so schnell es geht aus dem Lager zu rennen? Mich gegen die Widersacher stellen?
War es Feigheit? Ist es unehrenhaft sich zu retten um Hilfe zu holen, wenn es einem Selbst nicht möglich ist Beistand zu leisten?
Am Anfang waren es die schrecklichen Erinnerungen welche mir den Schlaf raubten, mittlerweile sind es die Zweifel an meiner Selbst die mich in der Nacht nicht ruhen lassen.
Diese Hilflosigkeit - sie wiegt schwerer als alle anderen Lasten dieser Welt. Nicht nur auf meinen Schultern, nein auf meiner Seele.
Und nun?
Nun sind andere aufgebrochen um jenes Werk zu vollbringen, wozu ich nicht im Stande bin.
Anstatt sie zu unterstützen verweile ich hier in Sicherheit. Doch was ist dies für eine Sicherheit, wenn andere nicht diesen schützenden Luxus genießen.
Was bin ich für ein Mensch? Bin ich noch ein Mensch oder nur noch ein Schatten meiner Vergangenheit?
Ich bin gerettet und doch zugleich irre ich verloren umher – mein innerer Kompass er scheint nicht mehr zu funktionieren. Welche Wand der Finsternis muss ich durchbrechen um den Weg zum Licht zu finden?
Wie sehr wünschte ich mir Raia oder Beak wären nun hier um mir zu helfen.
Doch ist dieser Gedanke zu egoistisch? Schlussendlich helfen Sie mir und vielen anderen gerade unter Einsatz ihres Lebens.
Zweifel sind menschlich, aber sie durchbohren einen mehr als jede Orkklinge auf dieser Welt.
Es ist kein leichter Weg, der Pfad ist voller Gefahren und voller Tücke. Der Grund dieser Finsternis, dieser Verschwommenheit, sie keimt aus mir selbst. Bin ich gewillt, bin ich überhaupt in der Lage den Weg zum Licht unter diesen Umständen wiederzufinden?
Bin ich überhaupt würdig die helfenden Hände die mir gereicht werden anzunehmen?
Nur Temora kann ein Urteil darüber fällen.
Wo bin ich?
Wo stehe ich?
Wofür stehe ich?
Gleich einer Statue des einstigen Barden, die zerschmettert wurde, liegt es nun an mir Selbst, diese wieder zusammenzusetzen. Wohl bewusst, dass sie anders aussieht als vorher. Vergangenes lässt sich nicht rückgängig machen oder gar ungeschehen. Viel eher gilt es sich den Tatsachen zu stellen, eben auch dieser erdrückenden Hilflosigkeit.
Genau jene beschriebene Hilflosigkeit, jenen für mich unhaltbaren Zustand gilt es wohl vorerst zu akzeptieren. Auch wenn dies gegen meine eigene Natur zu sein scheint. Sich Schwächen einzuräumen scheint falsch zu klingen, sei aber möglicherweise ein Pfad der gen Licht führt.
Viele offene Fragen bleiben, vieles werde ich nicht alleine beantworten können.
Einzig das Gebet für all jene die für das Licht und die Gerechtigkeit auf dieser Welt streiten - erscheint mir im Moment das einzig Richtige.
Es scheint im Moment die einzige Möglichkeit zu sein, dass ich Ihnen helfe.
Möge Temora uns allen beistehen!
Zuletzt geändert von Bartholomeo Felhaven am Dienstag 26. August 2025, 17:34, insgesamt 1-mal geändert.
- Elisabeth van Falkenglanz
- Beiträge: 317
- Registriert: Dienstag 23. Mai 2023, 10:06
„Kampflärm.. und ein sonderbares Leuchten.“ Raunte der alte Slobodhan, „Sind wir schon zu spät?“
„Ha! Oder wir sind zu früh, und unser heroischer Moment verpufft!“ lachte Drago, durch die Zahnlücke prustend.
„Ein Knappe kommt nie zu spät... Ebensowenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn sein Herr ihn benötigt.“ Antwortete die Knappin, den Mundwinkel hebend.
„Klingt wie aus’m Roman!“ kam es schnaubend von Drago.
„Du ließt Romane?“ , merklich überrascht klingend.
„Naja also.. örm… Lesen…“ druckste Drago nun herum.. „Sollen wir nicht angreifen?“
- Es ertönten dann drei Hörner, zwei aus gewundenem Ziegenhorn, der hellere Klang der Hörner der Nomaden – gefolgt von einem tiefen Horn, ein Horn, dessen Klang Sir Beak und seinem Gefolge bekannt sein könnte – das Horn der Lichtenthaler Grenzwache- Elisabeths Wachhorn.
Zuerst treffen die Pfeile der Nomaden auf die Streitmacht der Orks. Diese, völlig überrumpelt von den plötzlich von Süden, also von Hinten angreifenden Reitern. Die Orks, in größerer Unordnung, als es für Orks üblich wäre, schaffen es nicht die Schlachtenreihe tief zu formieren.
„GREEIIFENHAIIIN! SPEEEEERSPITZEEEE!“ tönt es laut, ehe die schweren Panzerreiter in Keilformation auf die Reihen der Orks, diese wanken, brechen, werden niedergetrampelt. Der Keil bohrt sich tiefer und tiefer in die Reihen der Orks, die nachrückenden Reiter der Nomaden brachen die entstehende Lücke weiter auf.
Unter lautem Johlen und Kampfgeschrei schlagen die Säbel und Speere der Reiter sich in die orkischen Gegner, wie Zähne der Steppenwölfe in ihre Beute.
Es dauert nicht lange, da geraten die Orks in eine wilde Unruhe. Sie werden auseinander gesprengt, die Kommunikation der einzelnen Stämme klappte nicht mehr richtig.
Der westliche Teil des Orkenheers wurde nun zwischen den Reitern und dem Flusslauf eingekesselt. Und als sie dies bemerkten, fing der Rückhalt zu den Grak`thul zu brechen. Die Oger aus dem Blutsumpf waren die ersten, die jede Treue zu ihren Bezwingern fallen ließen. Wild um sich schlagend, dabei etliche Orks niedertrampelnd, versuchten sie gen Fluss durchzubrechen. Ein paar Oger schafften es tatsächlich über den Fluss, doch dann versuchen einige Orks der Buzz’nakh sich auf die Oger zu retten und mit ihnen als Floß den Fluss zu durchqueren – am Ende ertranken Oger und Orks gemeinsam. Schnell ist der westliche Teil des Orkenheeres am Fluss aufgerieben.
Der östliche Teil des Heeres, der gerade aus Blazh`Wargh Stammeskriegern bestand, sah dass sich das Blatt des Kampfes zu wenden schien und schnell schlugen sie die verbliebenen Aufpasser der Grak`thul nieder und zogen sich eilig gen Südosten zurück. Die Hilfstruppen fielen ab. Die Grak`thul standen nun allein, der südliche Teil des Heeres zerschlagen.
Im Norden sorgt der Angriff der Reiter wohl auch für Entlastung, sodass Beak und sein Gefolge nicht mehr länger zurückgedrängt werden, vielmehr gelingt sogar ein Gegenstoß.
Im Tal, gerät auch das Hauptheer der Grak`Thul unter Druck. Die Krash`Marokh fallen ihnen in den Rücken. Gerade standen sie noch Seite an Seite, da gehen sie den Besatzern und Unterwerfern an die Kehle, die Macht, sie bröckelt.
Um die Ordnung in den Schlachtreihen wieder herzustellen rückt der Hauptmann der Grak`thul nach Süden vor, den Reitern entgegen. Es gelingt das Vorrücken der Reiter für einen Moment zu unterbinden. Tatsächlich gelingt dies, zumindest für den Moment.
Dann trifft er auf Drago, der sogleich wagemutig dem Ork gleich zusetzen will. Doch dieser wirft sein Pferd nieder, Drago wird bedrängt.

Er wehrt sich verbissen, erschlägt drei Orks, ehe der Hauptmann ihn nieder wirft. Den Morgenstern drohend erhoben.
Doch als dieser Drago zermatschen will, schlägt ihm ein Schwert gegen den Unterarm und drängt ihn zurück. Es ist die Knappin von Sir Beak, die dem gefallenen Kameraden zur Hilfe eilt.

Der massige Ork schlägt den Morgenstern wild umher, doch die Knappin, dank ihrer starken Physis, kann abwehren. Schnell schwirrt das Schwert vor und bohrt sich dem Orken in den Schädel. Doch dieser schwingt nochmal den Morgenstern, gleich eines Huhns das noch ohne Kopf rennt, trifft er zuerst die Knappin und dann noch Drago. Der Hieb ist so brachial, dass er beide in den Fluss schleudert. Doch dann bricht der mächtige Ork zu Boden. Tot.
Die Moral der Orks ist nun endgültig gebrochen. Die nachsetzenden Reiter fügen ihnen weitere Verluste zu, treiben sie weiter Norden ins Tal..
Ohne Drago und Elisabeth übernehmen Slobodhan und Gerard Greifenkron das Kommando.

Ihr Pferd und Schwert wurden gefunden… Die Knappin nicht.
Auch Drago blieb verschwunden.
Von den zwanzig Greifenhainern, überlebten nur zwölf.
Von den Nomaden starben rund 35 Mann, sieben schwer verletzt.
Slobodhan verlor seinen Sohn Bodhan.
Gerard seinen Bruder Ferdinand.
Dietmar seinen Kameraden und Freund Gregor.
Tarras sein Pferd.
Roxana zwei Finger und zwei Backenzähne – und Ihr Herz , an Tarras.
Es war ein Verlustreicher Kampf.. für beide Seiten.
„Ha! Oder wir sind zu früh, und unser heroischer Moment verpufft!“ lachte Drago, durch die Zahnlücke prustend.
„Ein Knappe kommt nie zu spät... Ebensowenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn sein Herr ihn benötigt.“ Antwortete die Knappin, den Mundwinkel hebend.
„Klingt wie aus’m Roman!“ kam es schnaubend von Drago.
„Du ließt Romane?“ , merklich überrascht klingend.
„Naja also.. örm… Lesen…“ druckste Drago nun herum.. „Sollen wir nicht angreifen?“
- Es ertönten dann drei Hörner, zwei aus gewundenem Ziegenhorn, der hellere Klang der Hörner der Nomaden – gefolgt von einem tiefen Horn, ein Horn, dessen Klang Sir Beak und seinem Gefolge bekannt sein könnte – das Horn der Lichtenthaler Grenzwache- Elisabeths Wachhorn.
Zuerst treffen die Pfeile der Nomaden auf die Streitmacht der Orks. Diese, völlig überrumpelt von den plötzlich von Süden, also von Hinten angreifenden Reitern. Die Orks, in größerer Unordnung, als es für Orks üblich wäre, schaffen es nicht die Schlachtenreihe tief zu formieren.
„GREEIIFENHAIIIN! SPEEEEERSPITZEEEE!“ tönt es laut, ehe die schweren Panzerreiter in Keilformation auf die Reihen der Orks, diese wanken, brechen, werden niedergetrampelt. Der Keil bohrt sich tiefer und tiefer in die Reihen der Orks, die nachrückenden Reiter der Nomaden brachen die entstehende Lücke weiter auf.
Unter lautem Johlen und Kampfgeschrei schlagen die Säbel und Speere der Reiter sich in die orkischen Gegner, wie Zähne der Steppenwölfe in ihre Beute.
Es dauert nicht lange, da geraten die Orks in eine wilde Unruhe. Sie werden auseinander gesprengt, die Kommunikation der einzelnen Stämme klappte nicht mehr richtig.
Der westliche Teil des Orkenheers wurde nun zwischen den Reitern und dem Flusslauf eingekesselt. Und als sie dies bemerkten, fing der Rückhalt zu den Grak`thul zu brechen. Die Oger aus dem Blutsumpf waren die ersten, die jede Treue zu ihren Bezwingern fallen ließen. Wild um sich schlagend, dabei etliche Orks niedertrampelnd, versuchten sie gen Fluss durchzubrechen. Ein paar Oger schafften es tatsächlich über den Fluss, doch dann versuchen einige Orks der Buzz’nakh sich auf die Oger zu retten und mit ihnen als Floß den Fluss zu durchqueren – am Ende ertranken Oger und Orks gemeinsam. Schnell ist der westliche Teil des Orkenheeres am Fluss aufgerieben.
Der östliche Teil des Heeres, der gerade aus Blazh`Wargh Stammeskriegern bestand, sah dass sich das Blatt des Kampfes zu wenden schien und schnell schlugen sie die verbliebenen Aufpasser der Grak`thul nieder und zogen sich eilig gen Südosten zurück. Die Hilfstruppen fielen ab. Die Grak`thul standen nun allein, der südliche Teil des Heeres zerschlagen.
Im Norden sorgt der Angriff der Reiter wohl auch für Entlastung, sodass Beak und sein Gefolge nicht mehr länger zurückgedrängt werden, vielmehr gelingt sogar ein Gegenstoß.
Im Tal, gerät auch das Hauptheer der Grak`Thul unter Druck. Die Krash`Marokh fallen ihnen in den Rücken. Gerade standen sie noch Seite an Seite, da gehen sie den Besatzern und Unterwerfern an die Kehle, die Macht, sie bröckelt.
Um die Ordnung in den Schlachtreihen wieder herzustellen rückt der Hauptmann der Grak`thul nach Süden vor, den Reitern entgegen. Es gelingt das Vorrücken der Reiter für einen Moment zu unterbinden. Tatsächlich gelingt dies, zumindest für den Moment.
Dann trifft er auf Drago, der sogleich wagemutig dem Ork gleich zusetzen will. Doch dieser wirft sein Pferd nieder, Drago wird bedrängt.

Er wehrt sich verbissen, erschlägt drei Orks, ehe der Hauptmann ihn nieder wirft. Den Morgenstern drohend erhoben.
Doch als dieser Drago zermatschen will, schlägt ihm ein Schwert gegen den Unterarm und drängt ihn zurück. Es ist die Knappin von Sir Beak, die dem gefallenen Kameraden zur Hilfe eilt.

Der massige Ork schlägt den Morgenstern wild umher, doch die Knappin, dank ihrer starken Physis, kann abwehren. Schnell schwirrt das Schwert vor und bohrt sich dem Orken in den Schädel. Doch dieser schwingt nochmal den Morgenstern, gleich eines Huhns das noch ohne Kopf rennt, trifft er zuerst die Knappin und dann noch Drago. Der Hieb ist so brachial, dass er beide in den Fluss schleudert. Doch dann bricht der mächtige Ork zu Boden. Tot.
Die Moral der Orks ist nun endgültig gebrochen. Die nachsetzenden Reiter fügen ihnen weitere Verluste zu, treiben sie weiter Norden ins Tal..
Ohne Drago und Elisabeth übernehmen Slobodhan und Gerard Greifenkron das Kommando.

Ihr Pferd und Schwert wurden gefunden… Die Knappin nicht.
Auch Drago blieb verschwunden.
Von den zwanzig Greifenhainern, überlebten nur zwölf.
Von den Nomaden starben rund 35 Mann, sieben schwer verletzt.
Slobodhan verlor seinen Sohn Bodhan.
Gerard seinen Bruder Ferdinand.
Dietmar seinen Kameraden und Freund Gregor.
Tarras sein Pferd.
Roxana zwei Finger und zwei Backenzähne – und Ihr Herz , an Tarras.
Es war ein Verlustreicher Kampf.. für beide Seiten.
- Beak von Sankurio
- Beiträge: 1113
- Registriert: Montag 23. Februar 2015, 21:17
- Wohnort: Schwingenstein
- … Das gleißende Licht legte sich, wie auch der Kampfeslärm im Tal langsam verklang. Die letzten Orks flohen in ihren fernen Höhlen oder suchten hastig das Weite. Zurück ließen Sie ihre gefallenen Stammesbrüder, Verwüstung und ein Schlachtfeld auf dem die wenigen Überlebenden ihre eigenen Wunden und Kameraden versorgten.
Wo eben noch Euphorie nach dem Sieg geschrien wurde, lag nun eine Stille, durchzogen von Blutlachen die im Licht der Sonne glänzten. Der Preis war hoch, doch die Orks hatten weit mehr gelassen.
Auf den Wehrtürmen brannte nur noch ein schwaches Flackern des ewigen Lichts, bläulich und doch standhaft. Nialia stieg empor, gleich wie es Raia tat, ihre Schwingen schwer und dennoch zielstrebig. Jeder Flügelschlag schien mehr Kraft zu fordern und doch lag darin eine große Bedeutung. Die Adlerblicke durchkämmten das Feld, suchten nach Überlebenden.
Das Symbol der Ritterlichkeit stand noch in einem pastellgelb und Petrol zu gleich.
Gezeichnet von Staub, Blut und Asche hielt der Schaft stand, während das Banner zerrissen im Wind hing. Es sammelten sich um dieses Symbol nur noch wenige und doch hatten Sie diese Schlacht überlebt.
Grak’thul war nicht besiegt, nur geschwächt. Dessen Handlager hatte man erschlagen und doch waren ihre Ritualisten nicht unweit entfernt. Auf den Anhöhen, so berichtete man, hätten sie sich in Sicherheit gebracht. Sie waren nur Lenker in dieser Schlacht, keine Akteure des Kampfes.
Im Tiefflug schnitten die zwei Adler nun mittlerweile durch die Schneise der Verwüstung.
Nialia wandelte sich zurück und eilte den Verwundeten zur Hilfe, während Raia nach Beak und Melyna Ausschau hielt.
Erst dann, wenn das Herz zur Ruhe kommt und das Adrenalin sich legt, erkannte man in den Knochen den Kampf wieder. Blessuren und blaue Flecken wären noch das mildeste, was man sich in solch einer Schlacht zuziehen konnte. Erst kribbelt es, kitzelt über die feinen Haare der Haut, dann wenn der Wind aufzieht wirkt es zunehmend kühler.
Der Schmerz der offenen Wunde folgt meist später, manchen erst mit dem Anblick dieser.
So war es auch in dem Fall des Paladins, welcher sich stützend an seinem Schwert auf den Knien hielt. Das Blut suchte sich seinen Weg, der linke Oberarm hing schlaff herab, während er sich in der niederen Haltung ein Überblick verschaffen wollte.
„Melyna!!“ hallte es durch das Tal, während sich in unmittelbarer Umgebung nur weitere Überlebende Gardisten wiederfanden. Die junge Schützin, welche mit ihren Pfeilen stets Unterstützung bot, zeigte sich nicht.
Raia landete wenige Schritte entfernt, in einem Licht getaucht um ihre menschliche Gestalt wieder anzunehmen. Eben dieses wärmende Licht legte sich gleich auf den Paladin und dessen Wunden. „Sie lebt, Beak. Nicht weit von hier!“ waren ihre beruhigenden Worte.
Melyna hatte sich einem schwerverletzten Gardisten angenommen, doch ihr Ringen war just in diesem Moment vergebens, er stab in ihren Armen.
Noch während die Sonne das Tal flutete, blieb der Schatten der Grak’thul spürbar.
Beak suchte nach Elisabeth, seiner Knappin. Doch drangen nur Gerüchte zu Ihm.
So berichtete man, dass Ihr rechtzeitiger Zug zwar das Blatt gewendet hätte, doch sie selbst war im Chaos verschwunden.
„Wir fanden nur Ihr Pferd,.. und Ihr Schwert,..“ meldete ein Reiter der Nomaden.
Beak schwieg. Das Blut an seinem Arm war längst geronnen, doch der Schmerz in seiner Brust brannte tiefer als jede Wunde. Slobodhan, erschöpft, sprach nur leise „Wir haben zwar gesiegt, doch unser Preis war hoch. Zwölf von Zwanzig Leben. Namen die wir nie vergessen dürfen!“ Entsprechend senkten die Nomaden ihre Häupter.
Überlebende und die zahlreichen Opfer wurden zur Garnison gebracht, gestützt von Kameraden oder von notdürftig gezimmerten Tragen. Die Hallen, die sonst nur von Befehlen hallte, füllte sich mit einem Stöhnen der Verletzten, gepaart mit den flüstern leiser Gebete.
Die Kerzen wurden in der Garnison zum nahenden Abend entzündet, ein behelfsmäßiges Lazarett wurde in Windeseile errichtet …
~~|~~
… am nächsten Morgen bewegte sich Beak langsam durch die Reihen.
Sein Arm wurde notdürftig geschient, dass Schwert noch immer an seiner Seite. Jeder Schritt lastete schwer, nicht nur vom Schmerz, sondern auch von der Last der Verantwortung. Kein Wort verlies sein Mund, doch seine Augen suchten nach Gesichtern. Gesichtern, die fehlten.
Das Treiben war weiterhin geschäftig, während Heiler und Geistliche sich um die Verwundeten kümmerten. In mitten dieser Umgebung trat Raia an die Seite des Paladins, legte ihre Hand auf seinen verletzten Arm und ließ das Licht der Herrin kurz darauf aufflammen. „Noch ist nichts entschieden.“ Sprach sie leise. "Sie ist nicht gefallen. Ihr Weg ist nicht zu Ende." Kaum merklich nickte er, doch sein Blick weilte auf der leeren Pritsche am Ende des Saales, wo Elisabeth hätte liegen können.
Nicht unweit kniete Melyna bei den Verletzten. Es waren ihre ruhigen Hände, welche blutgetränkte Bandagen wechselten. Ab und reichte Sie Wasser und sprach leise Worte der Ermutigung, wann immer der Blick eines Soldaten ins Leere zu gleiten drohte. Es war in diesem Moment eine Ablenkung, die schrecklichen Bilder zu verarbeiten. Keiner durfte mehr in ihrer Nähe den Tod suchen, vor allem nicht in ihren Armen.
Plötzlich ging eine gewisse Unruhe von den Nomaden aus.
Slobodhan versammelte seine Brüder um sich, es herrschte Aufbruchsstimmung ehe er sich dem Paladin zuwandte. „Brechen nun‘ auf, Kerl. Solltest folgen, Drago und dein Prachtweib haben es sich sicher in den Bergen gemütlich gemacht." Der Blick strotzte von Selbstbewusstsein. Dies ließ sich Beak nicht zweimal sagen. Noch während er sein Schwert fester an sich drückte, gab er letzte Instruktionen zu seinem Gefolge.
„Melyna, bleib bei den Verwundeten. Deine Augen und deine Hände werden hier mehr gebraucht." Es war nur ein stilles Nicken, auch wenn man in ihrem Blick den Drang nach Aufbruch lesen konnte. Schweigend wandte sie sich wieder den Verletzten zu.
"Raia…" fuhr Beak fort, doch sie schüttelte nur den Kopf, ruhig und bestimmt. Ihre Stimme war leise, klar und bedächtig "Dein Weg liegt vor dir, Beak. Ich bleibe hier. Mein Blick waltet über die Verwundeten. Gehe, wie es deine Pflicht verlangt, aber wisse das hier jemand wacht."
Im Hofe der Garnison hatte man bereits die Pferde gesattelt, die angeschlagenen Nomaden fanden wieder ihre einfache Ordnung. Ein letzter, prüfender Blick über Rüstzeug und Proviant, ehe man die Zügel in die Hand genommen hatte.
Die Gruppe setzte sich in Bewegung, zügig passierte man das steinerne Tor dieser Festung.
Staub stieg auf, die eisernen Hufe trampelten, dass Metall der Rüstung klirrte leise.
Der Weg in die Berge lag vor Ihnen und irgendwo dort warteten sicher noch die letzten Überlebenden und sogar auch vielleicht die nächste Prüfung die niemand kannte …
~~|~~
… selbst Kra’thor fand in den weitentferntesten Ecken der Welt Alathairs sein Unwesen.
Jedenfalls labten tiefschwarze Raben in dem gleißenden Licht der Mittagssonne an den Kadavern der Orks. Ihr krächzender Chor hallte über das Tal, mischte sich mit dem fernen Rauschen des Windes und den Beben der Hufen.
Rasch erhoben sich die Raben in die weiten der Lüfte, ihre schwarzen Schwingen warfen flüchtige Schatten über das verwüstete Tal.
Fest im Sattel saßen sie, die Blicke legten sich über die karge Landschaft.
Hier hatten die Nomaden das Heft in der Hand, es waren ihre Ländereien aber auch das Spiel in der Überzahl, während der Paladin einfach nur folgte.
Jeder Atemzug war von Konzentration erfüllt, während das Ziel stets vor Augen geführt wurde. Der Weg führte Sie dorthin, wo man die Ritualisten gedeutet hatte.
Die Berge erhoben sich vor Ihnen wie dunkle Wände, schroff und unnachgiebig.
Zwischen den Felsen deuteten sich die ersten Spuren an. Zertrampeltes, trockenes Gras, verschobene Steine waren Hinweise welche die Nomaden vorfanden. Schließlich stießen sie auf ein kleineres, zurückgelassenes Zeichen. Die Augenklappe der Knappin, halb im Staub vergraben.
Beak presste die Lippen zusammen, die Zeit spielte gegen Sie.
Die Gruppe sammelte sich enger zusammen. Jeder wusste, dass das, was nun folgte entschlossenes Handeln und Mut verlangte. Schweigend, aber mit ungebrochenem Willen, setzten sie ihren Weg in die Berge fort, den Blick auf das Ziel gerichtet, das irgendwo hinter den schroffen Felsen verborgen lag.
Dort stand einer der Grak’thul, massig und furchteinflößend, umgeben von einer Handvoll untergebener Diener. Elisabeth selbst wurde von diesen Kreaturen mit Eisenketten durch den Staub gezogen, ihr Atem keuchend, der Staub aufgewirbel. Jene Bestie ahnte schon die Anwesenheit und seinen resultierenden Untergang, die Kapuze wurde vom Kopf gezogen. Es war ein unheilvolles Funkeln in seinen Augen, sein massives Gesicht verzerrte sich vor Zorn, die Lippen verzogen sich zu einem knurrenden Schrei.
Mit wildem Kampfschrei preschten die Nomaden ohne zu zögern vor. Die Speere und Schwerter blitzten im Sonnenlicht, einige der untergebenen Diener der Grak’thul wichen zurück, überrascht von der gnadenlosen Präzision der Reiterkrieger.
Der Paladin nutzte das Chaos und ritt mit seiner Stute in die grobe Richtung des Grak’thuls, während die Nomaden von beiden Seiten nachsetzten. Jeder Schlag seines Schwertes war präzise, jeder Huftritt des Pferdes ein taktischer Vorteil.
Es war ein letzter, mächtiger Schlag des güldenen Schwertes, der den Grak’thul endgültig zu Boden zwang. Einige Diener flohen, panisch und unkoordiniert, während Elisabeth, noch benommen, aus den Ketten befreit wurde.
„Kerl, bring sie zurück. Das ist jetzt unsere Angelegenheit!“ rief Slobodhan, während die Reiter kreisend um Beak ritten, die Hufe wirbelten Staub auf, ihre Blicke entschlossen und wachsam. Der Paladin nickte und verstand die Botschaft, mit Elisabeth an seiner Seite wandte er seine Stute in Richtung der Garnision zurück. Jeder Blick war in dieser stillen Einsamkeit wachsamer denn je, nicht nur um die Verletzte zu schützen, sondern auch um mögliche Nachzügler früh zu erkennen …
~~|~~
… Nun mehr waren einige Tage vergangen.
Das Tal hatte sich wenig von der unmittelbaren Verwüstung erholt, die Narben blieben sichtbar. Zertrampelte Erde, verbrannte Büsche und die stillen Zeugen der Gefallenen.
Von den Nomaden blieb jedes Lebenszeichen hinter den Bergen verschollen. Niemand kehrte mehr zurück und ihre Spuren verloren sich in den steilen Schluchten.
In der Garnison kehrte langsam Ruhe ein. Während viele Streiter ihre Krankenbetten verlassen hatten, erhielt jeder weiterhin die Zeit, sich von den Strapazen zu erholen. Es war von hoher Bedeutung, die Gedanken zu ordnen und den Lebenswillen wiederzugewinnen.
Doch erneut lag Aufbruchsstimmung in der Luft, dieses Mal in direkter Richtung der Heimatstätte des Paladins. Die Vorbereitungen waren getroffen, Pferde gesattelt, Ausrüstung überprüft. Es war der Beginn der letzten Etappe. Einer Reise hinaus aus dem Unheil, hin zu einem Ort an der Heilung, Sicherheit und ein Moment des Friedens warteten.
Während Nialia und Raia den Himmel für sich eroberten, saßen Melyna, Elisabeth und Beak fest im Sattel. Die Sonne fiel warm auf die staubigen Wege, die Pferde schnaubten und jeder Schritt führte sie weiter weg von den Schlachtfeldern. Einige Greifenhainer Gardisten folgten dicht hinter ihnen, die Reihen geordnet, die Blicke wachsam auf die Umgebung gerichtet.
Die Stille weichte mit den lockeren Gesprächen eben dieser Gardisten, welche anerkennend in Elisabeths Richtung sprachen. „Wie Ihr die Orks auseinandergetrieben habt, bemerkenswert! Sagte einer der Beiden. Während Elisabeth entgegnete, dass dies auch eben Ihr verdienst sei. Ihr Lächeln im Gesicht war jedoch unehrlich, denn der Schmerz darüber, die Nomaden hinter sich gelassen zu haben, wog schwerer als jede Anerkennung.
Melyna war still, ihr Blick auf die staubige Strecke gerichtet. Schließlich brach sie das Schweigen. „Beak… denkst du, wir hätten mehr tun können?“
Der Paladin schüttelte den Kopf, seine Hände fest am Zügel. „Wir haben alles gegeben, Melyna. Mehr war nicht möglich. Wir haben die Nomaden nicht vergessen, aber wir müssen weitermachen.“
„Ich weiß…" murmelte sie leise. "Es fühlt sich trotzdem an, als hätten wir etwas zurückgelassen.“ Damit kehrte Sie wieder für einen Moment ein, die Stille …
~~|~~
…die Getreidefelder, die sonst stets den Landsitz schmückten, waren abgeerntet. Die goldenen Halme lagen flach im Wind, ein letzter Hauch vom Spätsommer und staubiger Erde lag in der Luft. Man war dort zurückgekehrt, was Beak stets als Heimat betitelte.
Auch wenn die Reise diesmal einem anderen Grund diente, nutzte man die wenigen Momente auf dem Hof für innere Einkehr. Nialia, als ruhende Kraft und Hausherrin, sorgte dafür, dass jeder Raum vorbereitet war, dass Wasser und Nahrung bereitstanden und dass die Pferde versorgt wurden. In diesen Tagen der Ruhe konnte man Wunden säubern, Verbände wechseln, Gedanken ordnen und die Geschehnisse der Schlacht verarbeiten.
Während Beak die Heimkehr plante, erholte sich Elisabeth langsam und beobachtete nachdenklich die Abläufe am Hof. Raia widmete sich Melyna und achtete darauf, dass ihre Seele Ruhe fand nach den Strapazen der vergangenen Tage. In diesen ruhigen Momenten spürte jeder die Last der Erlebnisse, aber auch die Hoffnung, dass das Leben trotz allem weiterging und die kommenden Tage neue Stärke bringen würden.
Doch zuletzt waren es die Worte der Hausdame, die wie ein sanfter Rauswurf wirkten.
Eine Erinnerung, dass die Ruhe nun endete. Pflicht und Zukunft würde sie vorwärts treiben, fernab dieser Ländereien.
Die Heimreise wurde angesteuert.
~~|OOC|~~
Vielen, vielen Dank für das Mitwirken!
Diese Geschichte ist durch Bartholomeos Wiederkehr entstanden und verdeutlicht seine Beweggründe der Abwesenheit.
Das man dies als Story aufgenommen hat und sich dort aktiv eingebracht hat, rechne ich als Spieler hoch an.
Ich sag mal so ...
To be continued ;-)
Zuletzt geändert von Beak von Sankurio am Mittwoch 27. August 2025, 22:17, insgesamt 1-mal geändert.
- Elisabeth van Falkenglanz
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Aufbruch… Bald würden sie nach Gerimor heimkehren
Noch etwas mühsam hinkte Elisabeth auf den Gehstock gestückt an ihren Herrn, den Paladin, herran.

„Verzeiht Herr… Ich weiß, ihr müsst euch wirklich keine Ratschläge von eurer Knappin anhören aber, bevor wir aufbrechen..“ Sie rollte eine Karte des Gebiets aus, „Der Kampf mit den Orks hat euch und unseren Verbündeten einiges abverlangt.“
Sie musste sich etwas anders hinstellen, denn noch immer schmerzte ihre Flanke, wo der Hieb sie traf sehr. Vermutlich war eine Rippe gebrochen, wenigstens angebrochen.

„Die Blauen Striche dort.. Ihr solltet überlegen, ob ihr den Nomaden dieses Land als Siedlungsgebiet anbietet.. Es ist fruchtbarer als das Land, dass sie selbst bewohnen, es gibt genug Wasser für ihre Pferde und Ziegen, dahinter im Südwesten beginnt die Steppe des Ödlandes..“ sie deutet auf die blauen Linien, „Sie wurden durch die Orks aus ihrem angestammten Gebiet im Süden des Ödlands verdrängt, haben ihre Sitsch verloren, so nennen sie ihre Holzburg. Dort wo das rote X ist, da wäre eine gute Stelle, an der ihr sie eine neue bauen lassen könnt. Im Kriegsfall nutzen sie die, um ihre Kinder, Mütter und Alten zu schützen… im Frieden für Versammlungen – also verwaist sie.“
Sie hob einen Mundwinkel, als ihr Herr erstmal nur nickte. „Ihr habt das Problem, dass der Kampf mit den Orks eure Männer hier ausgedünnt hat. Die Nomaden könnten die Südflanke gen Ödland abdecken, sie wären eine Schutzmauer für das Hinterland. Zusätzlich – ohne die Kosten eines stehenden Heeres. Ihr Geschick mit Pferden ist vermutlich wirtschaftlich sogar nicht schlecht.. Ihre Ziegenherden werden da weniger ertragreich sein.“
Dann deutete sie auf die Grünen Punkte. „Die Greifenhainer, die uns hier begleiteten… Gebt ihnen ein Angebot, wenn sie bleiben, bekommen sie hier ein Stück Land.. um sich ein Haus zu bauen. Die Abgaben werden ihnen zusätzlich erlassen, für ein ganzes Jahr.. Drei Jahre, wenn sie Familie haben.. Aber macht es rückwirkend auf fünf Jahre, falls sie hier eine Familie gründen.. Was das beste wäre.“
Elisabeth musste verschnaufen, dann fuhr sie fort. „Ihr könnt wehrfähige Männer brauchen. Gerard Greifenkron, der alte Reiter, der mir zur Seite stand, ist ein Kamerad meines Vaters. Er denkt über den Ruhestand nach, ist aber noch ein guter Unteroffizier – ein Ausbilder, so gut wie mein Korporal Kabo in Adoran. Wenn ihr ihn überzeugt, werden die meisten der übrigen Greifenhainer auch hier bleiben. Und mit ihnen, wer weiß, wen sie noch aus der Heimat nachholen..“
„Eine letzte Sache, wenn ihr mich lasst.“ Sie schnaufte und deutete auf den roten Punkt. Dort.. Baut ein Gestüt. – die Nomaden haben verdammt gute Pferde: Zäh, schnell, ausdauernd und genügsam. Aber zu klein für gepanzerte schwere Reiter. Aber gekreuzt mit Kriegspferden aus Greifenhain, würdet ihr eine gute Mischung haben.. Ein geeigneter Grundstock um die Grenzregion hier, mit einer ausgezeichneten Reiterei zu schützen.“
Sie ließ die Karte vor ihrem Herrn liegen. „Ihr entschuldigt mich, mein Herr..? Ich brauche noch etwas.. Ruhe..“
Dann zog sie sich zurück. Während der Baron mit den Gedanken spielen durfte..
Was Drago anging, der blieb verschwunden, möglich, dass er gestorben war – aber vielleicht wollte er das auch, das man das glaubte? Elisabeth hatte ihm gesagt, dass sie die Unansehnliche der Gefolgsfrauen des Barons von Sankurio sei. Gerimor, so war die Verheißung… Gerimor, die Insel der schönen Frauen, der Reichtümer, der Möglichkeiten..
Vielleicht, ja… Vielleicht..
Noch etwas mühsam hinkte Elisabeth auf den Gehstock gestückt an ihren Herrn, den Paladin, herran.

„Verzeiht Herr… Ich weiß, ihr müsst euch wirklich keine Ratschläge von eurer Knappin anhören aber, bevor wir aufbrechen..“ Sie rollte eine Karte des Gebiets aus, „Der Kampf mit den Orks hat euch und unseren Verbündeten einiges abverlangt.“
Sie musste sich etwas anders hinstellen, denn noch immer schmerzte ihre Flanke, wo der Hieb sie traf sehr. Vermutlich war eine Rippe gebrochen, wenigstens angebrochen.

„Die Blauen Striche dort.. Ihr solltet überlegen, ob ihr den Nomaden dieses Land als Siedlungsgebiet anbietet.. Es ist fruchtbarer als das Land, dass sie selbst bewohnen, es gibt genug Wasser für ihre Pferde und Ziegen, dahinter im Südwesten beginnt die Steppe des Ödlandes..“ sie deutet auf die blauen Linien, „Sie wurden durch die Orks aus ihrem angestammten Gebiet im Süden des Ödlands verdrängt, haben ihre Sitsch verloren, so nennen sie ihre Holzburg. Dort wo das rote X ist, da wäre eine gute Stelle, an der ihr sie eine neue bauen lassen könnt. Im Kriegsfall nutzen sie die, um ihre Kinder, Mütter und Alten zu schützen… im Frieden für Versammlungen – also verwaist sie.“
Sie hob einen Mundwinkel, als ihr Herr erstmal nur nickte. „Ihr habt das Problem, dass der Kampf mit den Orks eure Männer hier ausgedünnt hat. Die Nomaden könnten die Südflanke gen Ödland abdecken, sie wären eine Schutzmauer für das Hinterland. Zusätzlich – ohne die Kosten eines stehenden Heeres. Ihr Geschick mit Pferden ist vermutlich wirtschaftlich sogar nicht schlecht.. Ihre Ziegenherden werden da weniger ertragreich sein.“
Dann deutete sie auf die Grünen Punkte. „Die Greifenhainer, die uns hier begleiteten… Gebt ihnen ein Angebot, wenn sie bleiben, bekommen sie hier ein Stück Land.. um sich ein Haus zu bauen. Die Abgaben werden ihnen zusätzlich erlassen, für ein ganzes Jahr.. Drei Jahre, wenn sie Familie haben.. Aber macht es rückwirkend auf fünf Jahre, falls sie hier eine Familie gründen.. Was das beste wäre.“
Elisabeth musste verschnaufen, dann fuhr sie fort. „Ihr könnt wehrfähige Männer brauchen. Gerard Greifenkron, der alte Reiter, der mir zur Seite stand, ist ein Kamerad meines Vaters. Er denkt über den Ruhestand nach, ist aber noch ein guter Unteroffizier – ein Ausbilder, so gut wie mein Korporal Kabo in Adoran. Wenn ihr ihn überzeugt, werden die meisten der übrigen Greifenhainer auch hier bleiben. Und mit ihnen, wer weiß, wen sie noch aus der Heimat nachholen..“
„Eine letzte Sache, wenn ihr mich lasst.“ Sie schnaufte und deutete auf den roten Punkt. Dort.. Baut ein Gestüt. – die Nomaden haben verdammt gute Pferde: Zäh, schnell, ausdauernd und genügsam. Aber zu klein für gepanzerte schwere Reiter. Aber gekreuzt mit Kriegspferden aus Greifenhain, würdet ihr eine gute Mischung haben.. Ein geeigneter Grundstock um die Grenzregion hier, mit einer ausgezeichneten Reiterei zu schützen.“
Sie ließ die Karte vor ihrem Herrn liegen. „Ihr entschuldigt mich, mein Herr..? Ich brauche noch etwas.. Ruhe..“
Dann zog sie sich zurück. Während der Baron mit den Gedanken spielen durfte..
Was Drago anging, der blieb verschwunden, möglich, dass er gestorben war – aber vielleicht wollte er das auch, das man das glaubte? Elisabeth hatte ihm gesagt, dass sie die Unansehnliche der Gefolgsfrauen des Barons von Sankurio sei. Gerimor, so war die Verheißung… Gerimor, die Insel der schönen Frauen, der Reichtümer, der Möglichkeiten..
Vielleicht, ja… Vielleicht..