Das Leben eines Kriegers.

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Darian Sturmwacht
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Das Leben eines Kriegers.

Beitrag von Darian Sturmwacht »

Der Aufbruch.

Bajard Lagerfeuer, 07 Cirmiasum 268

Der Wald liegt still um mich, nur das Knacken meiner Schritte auf dem schmalen Pfad begleitet mich. Adoran liegt nun hinter mir, und mit jedem Schritt spüre ich, wie das Gewicht meiner Rüstung leichter wird – oder vielleicht nur das Gewicht meiner Enttäuschung.

Ich war Soldat, ein Mann des Regiments. Ich diente, kämpfte so wie es mein Vater tat, doch etwas ist anders. Der Ruf nach Klarheit und die Gebete zu Temora, waren meine Sicherheit doch irgendwie erhörte sie mich nicht. All meine Gebete verhallten wie ein kleiner Kiesel im Meer. Die Jahre in der Armee haben mir Disziplin gegeben, doch kein Ziel. Das Licht verdunkelte...

Und dann waren da diese Männer... Dunkel gekleidet mit dem Stab in der Hand. In ihren Augen brannte ein Feuer, das mich zugleich warnte und lockte. Sie sprachen von Stärke und Wegen jenseits des Lichts. Man sollte die Worte lauschen und nicht durch das fehlgeleitete Licht einen Weg beschreiten. Worte, die mir zuerst fremd waren, doch sie schien es so, als Pflanzten sie es in mein Ohr. Ich habe versucht, sie zu vergessen… aber ihre Stimmen hallen noch immer in mir nach.

Vielleicht ist es eine Saat oder ein Fluch, der mich jetzt leitet oder verführt. Ich weiß es nicht.

Mein Weg führt mich nach Bajard ein neutrales Fischerdorf. Dort werde ich erstmals bleiben um meine Gedanken zu ordnen und erstmals zu mir selbst zu finden. Ein Teil von mir fürchtet, was ich dort finden werde. Ein anderer Teil… sehnt sich danach.

Ich weiß nur eines: Temora hat geschwiegen. Doch vielleicht wird Er antworten.


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Darian Sturmwacht
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Die Dunkelheit die ihn übernimmt

Beitrag von Darian Sturmwacht »

Die Dunkelheit die ihn übernimmt.
Rahal Hafenviertel, 13. Ashatar 268


Der Stahl meiner Rüstung trägt nun erste Kratzer, nicht von Schlachten, sondern von dem Weg, den ich wählte – Dornen, Äste, und vielleicht die Schärfe meiner eigenen Gedanken.

Ich spüre es nun deutlicher als je zuvor: etwas Dunkles greift nach mir. Anfangs dachte ich, es sei nur Trotz gegen Temoras Schweigen. Aber es ist mehr. Es ist ein Funke, der von den Templern entzündet wurde, als sie ihre Worte in meinen Geist legten. Eine Saat, die nun aufgeht.

Die Gesichter aus meiner Vergangenheit tauchen immer wieder in meinen Gedanken auf – Vorgesetzte, die mich klein hielten, Kameraden, die mich verspotteten, und jene Priester, die mich vertrösteten, als sei mein Glauben ein lästiger Bettler vor ihren Toren. Ich merke, wie sich meine Hände unbewusst zur Faust ballen, wenn ich an sie denke.

Hass. Ein Wort, das ich früher gemieden habe. Nun schmeckt es nicht mehr bitter, sondern kraftvoll. Er treibt mich an, schärft meinen Blick, macht mich wachsam. Dieser Hass ist kein Gift – er ist eine Klinge, die ich führen kann.

Ich sehe es klar: Das Licht war nie für mich bestimmt. Es war nur ein Schleier, der mich blind hielt. In Bajard werde ich nicht bitten. Ich werde nehmen. So wie Alatar es lehrt.

Wenn ich zurückblicke, sehe ich den Mann, der einst hoffte. Vor mir aber geht ein Krieger, der bereit ist, das zu werden, was nötig ist. Das Licht mag mich verstoßen haben – aber in der Dunkelheit bin ich willkommen.

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Darian Sturmwacht
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Wissen ist Macht!

Beitrag von Darian Sturmwacht »

Wissen ist Macht!
Rahal Bibliothek im Rathaus, 15. Ashatar 268

Heute habe ich meinen Namen bei der Legion genannt. Kein Zögern, kein Rückblick. Die Männer und Frauen dort tragen dieselbe Entschlossenheit in den Augen, die ich seit Monaten in mir spüre. Es sind Krieger, die nicht um Erlaubnis bitten. Die Legion fragt nicht, ob man bereit ist – sie prüft, ob man standhält.

In den Hallen traf ich jemanden, den man den Maestro Althan nennt – der Leiter des Ordens der Arkorither. Ein Mann, dessen Stimme wie kaltes Eisen klingt und dessen Blick durch Fleisch und Lüge gleichermaßen schneidet. Er sprach wenig, doch jedes Wort war präzise wie der Stich einer Klinge. Ich spürte sofort, dass er Macht nicht nur versteht, sondern sie formt.

Sein Rat war einfach: „Wissen ist der erste Sieg, den man erringt, bevor man die Klinge zieht.“
Seitdem verbringe ich jeden Tag in der Bibliothek Rahals. Zwischen den Schatten der hohen Regale sammle ich alles, was ich über das Reich finden kann. Geschichten und Erzählungen von Kriegern, die für das Reich streitenden unter dem Banner des Panthers. Namen von Helden, die im Licht als Verräter galten.

Mit jedem gelesenen Wort wächst mein Verständnis – und mein Entschluss. Temora mag mich ignoriert haben, aber Alatar hat mir Antworten gegeben, noch bevor ich die Fragen ganz kannte. Die Legion wird mein Schild, das Wissen mein Schwert.

Ich habe keine Zweifel mehr: Das Licht hat mich verloren. Die Dunkelheit hat mich gefunden.

Nun wartet der Tempel auf mich...


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neue Bekanntschaften

Beitrag von Darian Sturmwacht »

neue Bekanntschaften
Rahal Hafenviertel, 16. Ashatar 268


Heute begegnete ich zwei Gestalten, die meinen Weg wohl prägen werden. Nymeria – ein Mitglied des Ordens der Arkorither. Ihre Augen wirken wie flüssige Schatten, und jedes Wort von ihr klingt, als sei es bereits durch das Dunkel selbst gewogen worden. Sie beobachtete mich aufmerksam, so wie ein Falkenweibchen Beute aus der Ferne mustert. Doch ich spürte keinen Spott in ihrem Blick, sondern ein prüfendes Interesse.

Die andere war Emilia Arragar, Dienerin Krathors. Anders als Nymeria trägt sie das Chaos offener zur Schau. Ihre Stimme hallt, als sei in ihr ein Echo fremder Mächte lebendig, und ich fragte mich unweigerlich, wie viel Mensch in ihr noch wohnt. Doch auch sie hielt inne, als wir uns begegneten – als sähe sie in mir etwas, das noch nicht ganz offenbar ist. Ihre Worte gegenüber mir waren prüfend, ein Versprechen entstand.

Gemeinsam folgten wir Spuren in alte Höhlen, in deren Tiefe Dämonen schlummerten. Ich roch das Schwefelige ihrer Anwesenheit noch, bevor ich sie erblickte, und jeder Kampf mit ihnen brannte mir ein neues Feuer ins Herz. Doch nichts war so erstaunlich wie der Anblick des Urzeitlichen Huron, eines Baumes so alt, dass selbst die Zeit ehrfürchtig schweigt, wenn sie an ihm vorüberzieht.

Nymeria und Emilia beobachteten mich genau. Nicht nur meine Schwertführung, sondern auch, wie ich reagiere, wie schnell ich begreife. Meine Kampfkunst, meine Auffassungsgabe – Ich scheine die beiden beeindruckt zu haben.

Doch ich täusche mich nicht. Freundschaft im Reich Alatars ist nicht wie die schwachen Bande im Licht. Hier prüft man sich, hier fordert man Stärke ein. Sie werden mich beobachten, sie werden mich testen. Und ich werde bestehen.

Mein Angebot steht, ich werde sie in den Osten begleiten, als Zeichen meines Willens. Ich bin bereit ihnen den Kopf abzutrennen.

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Darian Sturmwacht
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die Aufgaben

Beitrag von Darian Sturmwacht »

Die Aufgaben
Rahal - Lagerfeuer an der Kutsche, 17. Ashatar 268


Heute war ein Tag von Gewicht. Ich betrat den Tempel, und schon beim ersten Schritt spürte ich die Schwere des Ortes – nicht bedrückend, sondern ehrfurchtgebietend. Hier ruht kein schweigendes Licht, sondern ein Dunkel, das lebt und atmet.

Dort traf ich die Tetrachen Aliyahna. Ihre bloße Anwesenheit war wie ein schwarzer Spiegel, der mich dazu zwang, in mich selbst zu blicken. Ihre Worte waren keine langen Predigten, sondern präzise Schnitte, die Zweifel von Entschlossenheit trennten. Ich erkannte.. vor ihr zu bestehen bedeutet, nicht nur Stärke zu zeigen, sondern sich auch selbst den Schatten zu stellen.

Die Prätora Aurianne war ebenfalls zugegen. Ihre Haltung, straff und unerschütterlich, erinnerte mich an die besten Kommandanten im Regiment, nur ohne den Schleier nutzloser Barmherzigkeit. Sie lauschte den Worten und forderte Antworten.

Später kam Noir, beinahe wie ein Nachhall. Ihr Blick war ruhiger, aber nicht weniger durchdringend. Es war, als hätte sie schon entschieden, ob ich meinen Weg bestehen werde – und sie wartet nur auf den Beweis.

Ich erhielt Aufgaben. Prüfungen, um meinen Glauben zu beweisen. Sie sind kein leerer Brauch, kein Schein, sondern Prüfsteine, die mein Innerstes formen sollen. Ich werde sie erfüllen, nicht mit Zweifel, sondern mit Hingabe.

Ich traf auf Emilia und folgte meiner Aufgabe. Ich bat sie mir ein Gebot zu erklären und sie tat dies. Doch nicht so wie ich es kannte, sondern sie praktizierte es. Ihre Worte waren wild, fast drängend, als würde Krathors Seelenhunger selbst durch sie sprechen. Das Gebot, das sie mir gab, war das achte. Man sollte sich und seinen Körper trainieren, die Sinne Schulen und Ertüchtigen. man weiß nie wann die Feinde mal vor einem steht.

Nymeria sprach erklärte mir das siebte Gebot. Anders als Emilia, ruhig und finster zugleich. Ihr Gebot war ein Lehrsatz, ein Faden, den man im Dunkel nicht verlieren darf: Wissen ist nicht für den Staub der Bücher bestimmt, sondern für die Tat. Die Sprache ist ein Instrument das man beherrschen muss. Sie hilft immer und in jeder Situation.

Ich erkenne nun, dass jedes Gebot ein Werkzeug ist. Klinge und Schild zugleich. Ich bin nicht mehr der Mann, der in Adoran vergeblich betete. Ich bin Darian Sturmwacht, und ich werde beweisen, dass mein Glaube an Alatar nicht nur Worte, sondern Taten sind.

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Darian Sturmwacht
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neue Freude - alte Gesichter

Beitrag von Darian Sturmwacht »

neue Freunde, alte Gesichter.
Rahal Hafenviertel, 18. Ashatar 268


Heute sprach die Lethra By’nar vor den Toren Bajards. Ihre Predigt war kein leeres Wortgeklingel wie jene der Temorapriester im Osten .. nein, ihre Stimme schnitt wie ein Dolch durch den Nebel der Zweifel. Sie sprach von Macht, von Herrschaft, vom wahren Glauben, der Stärke schenkt. Jeder Satz war wie ein Schlag gegen die Ketten, die ich einst trug.

Doch während ich lauschte, erblickte ich Gesichter, die mir schmerzhaft vertraut waren. Alte Bekanntschaften aus dem Osten. Männer, die mich damals klein hielten, die meinen Glauben verhöhnten, die mich wie ein Rädchen im Regiment behandelten. Unter ihnen stand er als Redner der Gruppe.. Renold Breg.

Als ich seinen Namen in meinem Kopf formte, überkam mich ein Zorn, so rein, dass er mich fast taumeln ließ. Meine Hände ballten sich unwillkürlich zu Fäusten, die Knöchel weiß, das Metall der Panzerhandschuhe knirschte. Ich hörte das Flechten meiner Zähne, so hart, dass mein Kiefer schmerzte. In diesem Moment wollte ich nichts mehr, als ihn zu Boden werfen, ihn spüren lassen, was Jahre des Schweigens in mir genährt haben. Doch ich hielt stand. Noch.

Als die Sonne sank, kehrte ich nach Rahal zurück, in mein Haus im Hafenviertel. Die dünnen Mauern boten mir keine Ruhe, nur ein dunkles Echo dessen, was ich zuvor empfand. In der Nacht kam der Traum...

Ich stand auf einem Schlachtfeld, der Klang von Klingen und Rüstungen ertönten rings um mich. Der Himmel war schwarz, durchzogen von rotem Glanz. Vor mir lagen Feinde zum Teil namenlos, doch ich wusste, Renold war unter ihnen. Ich kämpfte, rasend, unaufhaltsam, und am Ende stand ich allein. Der letzte Schlag hallte wie ein Gelöbnis wider. Ich, der Sieger. Ich, das Werkzeug Alatars.

Als ich erwachte, wusste ich es: Der Keim, den der Hass in mir legte, ist längst keine zarte Pflanze mehr. Er ist eine Saat, stark und tief verwurzelt. Mein Denken gehört nicht mehr der Vergangenheit, nicht dem Licht Adorans, nicht den Stimmen der Schwäche. Es gibt nur einen Pfad... den Dienst an Alatar. Alles andere ist bedeutungslos.

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Darian Sturmwacht
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Beitrag von Darian Sturmwacht »

Das Fundament
Düstersee Wohnhaus, 22. Ashatar 268


Heute war ein Tag, der sich in mein Gedächtnis brennen wird wie glühendes Eisen. Meine körperliche Ertüchtigung führte mich in die Arena der Schattenpanter, dort begegnete ich Ahad Shasul... und ich spürte sofort, dass diese Begegnung nicht zufällig war. Er trat vor mich wie ein Fels, unerschütterlich, als sei er selbst aus der Dunkelheit geformt. Sein Blick war durchdringend, als könne er jede Regung meiner Gedanken lesen, und doch war es nicht einschüchternd – es war richtend.

Wir sprachen nicht lange über Belangloses. Schon nach wenigen Worten führte er mich zu dem, was mein Innerstes längst verlangte: Gebote!
Ahad Shasul erzählte nicht, er predigte nicht, er offenbarte. Seine Stimme war fest, getragen von einem Gewicht, das keine Widerrede duldete. Er sprach von Pflichterfüllung, von unerschütterlicher Treue und der völligen Hingabe an Alatar. Kein Zweifel durfte in einem wahren Diener wohnen, kein Schwanken, kein Zögern. Nur Gehorsam, nur Glaube, nur Opferbereitschaft.

Als er sprach, war es, als ob die Welt um mich verstummte. Ich hörte nur seine Worte, spürte nur ihr Gewicht. Ich merkte, wie meine Finger sich krümmten, als wollten sie das Gebot greifen und in mein Fleisch brennen. Es war kein Gebot, das von außen an mich herangetragen wurde – es war, als hätte Shasul lediglich ausgesprochen, was bereits in mir lebte, aber noch nicht geformt war.

Ich erinnere mich an mein früheres Leben in Adoran, an die Bitten, die ich in die Leere schickte, an die Gebete, die unbeantwortet blieben. Dort gab es nur Schweigen. Hier, in den Worten eines Ahad, fand ich die Antwort. Ich spürte, wie der Keim meines Hasses, der lange in mir wuchs, in diesem Augenblick Wurzeln schlug und tiefer in mein Herz griff.

Einige Tagen vergingen und Statthalterin Liathe prüfte mein Wissen und mit Bravour überreichte man mir den Bürgerbrief von Düstersee. Ein einfaches Pergament, gewiss, doch ich hielt es in Händen, als wäre es ein Schwert. Mit diesem Brief bin ich kein Wanderer mehr, kein Fremder in einem Reich, das mich prüft. Ich bin Bürger, Teil dieses Reiches, gebunden durch Ehrfurcht und Pflicht. Düstersee ist nun nicht nur mein Zufluchtsort – es ist mein Heim.

Doch dies ist nicht das Ende, sondern nur ein Schritt auf dem Pfad. Mein Blick richtet sich nun auf die Legion des Panthers. Ein Name, der nicht nur für Sicherheit steht, sondern für unbeugsame Stärke und eiserne Disziplin. Dort will ich meinen Platz einnehmen. Ich weiß, es wird nicht leicht sein, nichts von Bedeutung ist je leicht gewesen. Doch ich gehe mit Überzeugung.

Ich spüre, wie die Dunkelheit sich in mir verfestigt, nicht mehr wie ein Schatten, sondern wie ein Fundament, auf dem ich stehe. Ich werde die Legion nicht nur als Soldat betreten, sondern als Gläubiger, als Werkzeug Alatars, mit der Saat des Hasses, die nun in voller Blüte steht.

Der alte Darian, der suchte, ist tot. Was bleibt, ist ein Krieger, der nicht mehr fragt, sondern dient. Und ich weiß: Alatar sieht mich!

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