Eine Gabe für die Spender

Überregionale Themen, Gerüchte und Bekanntes, das im Spiel frei aufgegriffen werden darf.
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Rilytia Angerlohe
Beiträge: 531
Registriert: Sonntag 3. August 2014, 21:36

Eine Gabe für die Spender

Beitrag von Rilytia Angerlohe »

In der Mittagsstunde kurz nach dem Sonnenhöchst, das Leben trunken vom Glanz des Sommermittags, kehrte der Schatten in die Ländereien Lichtentals zurück.

Nahe des Wachpostens am Hort des Wissens, war es stiller als gewöhnlich. Nur die Waldtiere beobachteten das, was kein Frommer je sehen sollte. Sie waren Zeugen eines Aktes, der keinem bloßen Mord glich, viel mehr einem Ritus.

Die Wache - ein Mann in den Farben des Adoraner Regiments, jung noch, mit mehr Eifer als Verstand - fiel ohne Schrei. Keiner weiß wer den ersten Schlag führte. Manche munkeln, die Luft selbst habe sich gesenkt, schwer wie Schuld. Als das Blut schließlich versickerte, wurde ihm das Haupt mit sicherer Hand genommen. Keine Hast - keine Unruhe - nur kalte Entschlossenheit.

Die Magistra - in den Länderen der Lichtentaler bekannt als dunkle Versuchung - führte das Werk der Enthauptung durch. Die Adepta wurde angewiesen, mit einem Kohlestift den Namen "Emilia" auf die Stirn des Toten zu schreiben. Der Name war kein Bekenntnis - er war eine Kriegserklärung.

Dann folgte das Groteske:
Ein Glimmstängel, leicht versengt, wurde in den geöffneten Mund geschoben. Ein bitteres Grinsen entstand - grotesk, beinahe verspottend. Das Werk wurde durch eine Rasharii vollbracht.

Noch ehe sich jemand rührte, lag der Kopf des Wächters in rauchender Stille, in einer eisenbeschlagenen Liefertruhe - direkt vor den Toren der Akademie zu Kompass und Schwert, jenem Ort, der mit seinen Goldkronen das Urteil über Emilia erkauft hatte.

Der Wächter erhielt keinen Namen in den Listen.
Doch sein Kopf sprach für viele.
Und das, was einst Gerechtigkeit genannt wurde, darf nun zittern.

Bemerkenswert ist, die Präsenz eines bis dahin unbekannten Begleiters. Ein Mann, angeworben auf die Schnelle, nicht aus Loyalität, nicht aus Bezahlung - sonderm aus einem unbekannten Trieb. Vielleicht war es Neugier? Vielleicht dunkle Berufung.
Er stellte keine Fragen, keine Forderungen. Er folgte einfach.

Er wurde weder vorgestellt, noch befragt und dennoch begleitete er den Trupp, stand seinen Teil, tat sein Werk und verschwand ebenso, wie er gekommen war.
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Ramon Dragane
Beiträge: 64
Registriert: Sonntag 15. Januar 2023, 18:09

Beitrag von Ramon Dragane »

In den frühen Abendstunden kommt der Waldläufer an der Akademie vorbei wie immer wieder einmal während des Tages. Die Truhe fällt ihm direkt auf und er öffnet diese vorsichtig. Als ihm der Inhalt gewahr wird runzelt er die Stirn und schließt die Truhe direkt wieder.

Er konnte diese nicht einfach dort stehen lassen, soviel war ihm sofort klar. Nicht ein jedes Mitglied der Akademie sollte, von Neugier getrieben, solch einen Anblick "genießen". Die Truhe, ab jetzt nur noch mit Handschuhen angefasst, wird etwas im Garten versteckt und mit einem Ast bedeckt. Erst wollte er sie in Verdanias Büro tragen doch bei solchen Temperaturen würde der Geruch wohl bald um sich greifen.

So wird die Kiste nicht gänzlich versteckt, doch gut getarnt im Garten stehen. Verdania hingegen lässt er eine Nachricht von der Stallfrau schreiben. Diese enthält nur wenige Worte:

"Wir müssen reden, kein Aufschub möglich! gez. Ramon"

Die Nachricht ist ordentlich geschrieben, sein Name, wohl selbst hinzugeschrieben, ist in seiner gewohnt unbeholfenen krakeligen Schrift...Verdania wird also wissen, dass die Nachricht wirklich von ihm ist
Verdania von Rosenwald
Beiträge: 296
Registriert: Dienstag 1. September 2015, 12:53

Beitrag von Verdania von Rosenwald »

Es war ein lauwarmer Abend, und Verdania machte sich auf den Weg zur Akademie. Sie hatte das Tor noch nicht einmal ganz durchschritten, als die Stalldame auf sie zukam. Die Stalldame wirkte ungewöhnlich aufgeregt – das war ganz untypisch für sie. Rasch reichte sie Verdania ein Schreiben von Ramon, was diese leicht verwirrte. Verdania nickte ihr dankend zu und begann, die Zeilen auf dem Weg zur Tür zu studieren. Ihre Augenbrauen hoben sich verwundert. „Was ist denn passiert, dass es so dringlich ist?“, murmelte sie. Sie kehrte um und nahm die Treppe zu ihrem Büro. Dort legte sie den Brief beiseite und schickte einen Boten mit einer Nachricht zu Ramon: „Ich bin in der Akademie und werde dort auf dich warten.“
Verdania von Rosenwald
Beiträge: 296
Registriert: Dienstag 1. September 2015, 12:53

Beitrag von Verdania von Rosenwald »

Nachdem Ramon sein Anliegen preisgegeben hatte – eine Truhe mit einem darin befindlichen Kopf, die er in Verdanias Gegenwart nicht öffnete – machten sie sich umgehend auf den Weg zum Regiment. Am Regimentsplatz angekommen, fanden sie sich einer ganzen Armee gegenüber, die sich gerade zum Ausrücken bereitmachte. Mit einem raschen Schritt zur Seite ließ Verdania die Truppen vorbeiziehen.

Korporal Kabo nahm sich ihres Anliegens an. Nachdem Verdania und Ramon alles geschildert hatten, machten sie sich gemeinsam auf den Weg. Korporal Kabo traf mit Cecilia an der Akademie ein.
Cecilia zeigte eine bemerkenswerte Tapferkeit, als sie die Untersuchung direkt vor Ort durchführte. Obwohl die Situation zweifellos beunruhigend war – eine Truhe mit einem Kopf darin – ließ sie sich nicht von Furcht leiten. Mit ruhiger Entschlossenheit und einem professionellen Blick für Details widmete sie sich der heiklen Aufgabe. Dabei kam die Frage auf, ob jemand eine Emilia kenne.

Da fiel es Verdania wie Schuppen von den Augen: Sie hatten tatsächlich einmal Kopfgeld für eine Emilia bezahlt. Nach einer kurzen Untersuchung wurde die Truhe mitsamt ihrem unheimlichen Inhalt nach Adoran gebracht.
Zuletzt geändert von Verdania von Rosenwald am Dienstag 29. Juli 2025, 22:56, insgesamt 1-mal geändert.
Amelie von Salberg
Beiträge: 1553
Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:19

Beitrag von Amelie von Salberg »

Andra hatte ihr vor Tagen in einem Brief berichtet, dass es Probleme mit den Büchern gab und so machte sich Amelie auf den Weg zum Hort des Wissens.
Sie war nur mehr sehr selten dort, denn jedes mal wenn sie das Schild auf ‚geöffnet‘ drehte konnte sie damit rechnen dass jemand aus dem Westen vor dem Haus auftauchte.
Aber das musste heute geklärt werden und sie machte sich doch auf den Weg dahin.
Und als sie dort ankam, wie hätte sie etwas anderes erwarten sollen, waren wieder Gestalten dort in rot und schwarz gekleidet und die Hortwache lag tot auf dem Boden.
Sie schluckte schwer und das einzige das ihr in den Sinn kam war umdrehen, wie verrückt wegreiten und dem Regiment Bescheid geben.
In solchen Momenten kamen ihr immer die Gedanken, „Amelie geh einfach weg von hier! Lass diesen Hass einfach hinter dir und geh.“
Aber dann war da ihre Familie und alle die ihr lieb geworden waren. Und so würde sie wohl noch ein Weilchen weiter hier bleiben und dieses schreckliche Schauspiel mit ansehen müssen.
Kia Salberg
Beiträge: 14
Registriert: Freitag 8. Juli 2022, 20:08

Beitrag von Kia Salberg »

Langsam hatten die Zwillinge die Nase voll von all den Problemen um den Hort. Mamelie wurde immer unglücklicher und ging auf immer längere Reisen. Der Hort, in dem sie früher so viel Freude und Spaß gehabt hatten, und der ein Zentrum des lichten Reiches gewesen war, verfiel und keiner öffnete mehr, weil man nie wußte, wer und was einen heute wieder erwartet. Hana und sie klauten in einem unbewachten Augenblick Mamelie Schlüssel vom Hort, den sie immer noch hatte und warfen ihn weit ins Meer. Nun war hoffentlich Ruhe und der Hort mochte weiter verfallen.
Zuletzt geändert von Kia Salberg am Sonntag 3. August 2025, 13:47, insgesamt 1-mal geändert.
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