*Der Text wurde an mehreren bekannten Orten im alatarischen Reich ausgehängt – gut sichtbar, doch ohne Aufsehen zu erregen. Weitere Abschriften gelangten zu Verbündeten und in die neutralen Lande.*
Des dunklen Fürsten Segen mit euch.
Emilia Arragar. Der Name sagt den meisten genug.
Ich dulde keine Zufälle mehr.
Das Kopfgeld, das auf mich ausgesetzt wurde, ist hoch.
Es lockt Gierige, Verzweifelte – und solche, die glauben, sie könnten
Bedeutung finden, indem sie mir mein Leben nehmen.
Einige haben es versucht. Sie hatten Gelegenheit, es zu bereuen.
Die meiste Zeit bleibt es ruhig.
Aber es gibt Orte – Bajard war einer davon – da genügt meine Anwesenheit,
um Gewalt zu provozieren. Und ich bin klug genug zu wissen,
dass der nächste Moment ebenso schnell kippen kann.
Ich werde mich nicht verstecken.
Ich werde mich nicht einsperren oder nur noch bei Dunkelheit durch die Straßen bewegen
und genau deshalb suche ich Leibwächter. Nicht zum Verstecken, sondern zum Weitergehen.
Deshalb suche ich Begleitung.
Keine Helden, keine Idealisten – Menschen mit ruhiger Hand, wachem Blick
und dem Verständnis, wann man schweigt und wann man handelt.
Gesucht werden Personen aus dem alatarischen Reich oder neutralen Gebieten.
Ihr solltet wissen, worauf ihr euch einlasst.
Die Bezahlung ist angemessen
und manchmal ist es nicht nur die Münze, die ihren Wert beweist – sondern das,
was daraus folgt. Wer mitdenkt, wird verstehen.
Wer Interesse hat, meldet sich – schriftlich oder persönlich.
Ihr wisst, wo ihr mich findet.
Als Emilia zuhause am Kamin mit einem Glas Whisky, einem Glimmstängel, in der einen und der Nachricht in der anderen Hand, die Zeilen des Ahad überflog, erschien ein zufriedenes Lächeln auf ihren Lippen. Nachdem sie zu Ende gelesen hatte, entlockten die Zeilen den sonst eher kühlen Augen gar eine Art dankbares Schimmern. Verstohlen sah sie sich im Raum um, ob jemand den Blick oder das Lächeln gesehen haben konnte, obwohl sie ja eigentlich wusste das dort niemand war.
Tage, Wochen später findet sich unter einem der Aushänge am Markt von Rahal eine hingeschmierte Notiz.
Seinen Segen!
Ich kenne Euch nicht und Ihr nicht mich.
Ich biete Begleitschutz, wenn der Preis stimmt.
Yannis Eisenwall, am Hafen rechts des Wegs zu den Kais.
nach meiner Rückkehr aus fernem Schweigen, aus einer Tiefe, die selbst der Tod nicht durchschreitet, ist mir Euer Ruf in die Hände gefallen.
Der Feind hatte Zeit.
Zu viel Zeit.
Er atmet wieder.
Er wagt es zu greifen, zu planen und zu sammeln.
Ein Fehler den ich nun begleichen werde.
Ich, Rilytia Angerlohe, bekannt jenen, die noch atmen als dunkle Versuchung und jener, die nicht mehr sprechen, als Fluch auf ihren blutigen Lippen, biete Euch meine Klinge - und mehr noch, die Flamme die das Fleisch trennt, den Schatten, der Gedärme zum Schweigen bringt und die Qual, die Bitten aus den Kehlen der Lichteinen bricht.
Ich kämpfe nicht für Münze, sondern aus Überzeugung, aus Ruf und aus göttlicher Fügung. Nicht um Leben zu schützen - sondern um den Tod an unsere Feinde zu bringen.
Wo Ihr Feinde habt, werde ich die Antwort sein.
Wo Ihr Verfolger fürchtet, werde ich Leid vollziehen.
Solltet Ihr meine Dienste fordern, so wird das Zeichen Euch nicht verfehlen.
Im Namen des All-Einen und des alatarischen Reichs.
In aufrichtiger Verbundenheit und mit unverbrüchlichem Respekt,
sowie mit vorzüglicher Hochachtung