Eine sonnige Zukunft

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Djamilla Bashir

Eine sonnige Zukunft

Beitrag von Djamilla Bashir »

Schon bevor Ramizas Hand ihre schmale Schulter berührte um sie zu wecken schlug Djamilla die
Augen auf. Es war eine kurz Nacht voller Gedanken gewesen und sie musste die Aufregung
hinunter schlucken als sie hastig aufstand um der älteren Natifah mit dem Frühstück zu helfen. Die
gewohnten Abläufe im Haus halfen Djamilla sich wieder zu festigen, brachten ihrem
menekanischen Temperament etwas Ruhe und der Mocca wurde für alle von ihr so zubereitet wie
sie ihn liebten. Ashanti wuselte überall zwischen ihnen herum und ihr wurde schmerzlich bewusst
wie sehr sie alle den Bashirwirbelwind vermissen würden, wenn sie ihren Plan durchzogen und
doch waren sie sich alle sicher dies zu wollen. Es war zuviel Zeit verstrichen um sich weiter Steine
in den Weg legen zu lassen. Djamilla dachte in diesem Moment an die wundervollen
Hochzeitskleider an denen sie seit Monaten mit Ramiza gearbeitet hatte, die kunstvollen Stoffe und
den Schmuck die sie für Nadim hatten tragen wollen und beschloss ihr Reisegepäck um jene Stücke
zu erweitern. Vielleicht war es nicht die beste Idee diese empfindlichen, kostbaren Stücke
mitnehmen zu wollen doch für sie hing soviel Freude und Hoffnung in diesen einzigartigen
Stoffstücken das sie neda darauf verzichten wollte. All das ging ihr beim Frühstück machen durch
den Kopf und als sie einen Blick mit Ramiza tauschte, schenkte sie ihr ein zuversichtliches Lächeln.
Heute würden sie den ersten Schritt in die Freiheit machen, es bedeutete Abschied und Neuanfang.
Nach dem Frühstück eilte sie in die Hennastube in der Ramiza und sie so manches Körperbild
entworfen und gemalt hatten. Es roch nach Heimat, Freude und Erinnerungen. Ein Ort den sie nie
vergessen würde. Sorgsam hatte sie hier ihr Reisegepäck verstaut und brachte es jetzt zu ihrem Tier.
Für jemand uneingeweihten sah es so aus als mache sie sich für irgendeinen Handel bereit und als
das Tier beladen war führte sie es aus der Stadt und ritt zu den Anderen. Natürlich fiel Djamillas
zusätzliche Tasche auf, doch zeigten ihre beiden Liebsten Verständnis und so kamen die
Gewandungen heimlich mit auf die Reise. Bis Adoran sprachen sie nicht viel. Belanglosigkeiten
wurden ausgetauscht doch viele Blicke machten die Runde. Für alle war es kein einfacher Schritt.
Djamilla folgte Nadim und blieb in seiner Nähe während Ramiza nochmal zurück blickte bevor sie
sich dazu gesellte. Als Nadim den Arm um sie legte schenkte sie ihm ein Lächeln und blickte
liebevoll zu Beiden ehe die Augen verfolgten wie das Land kleiner und kleiner wurde.
Djamilla war von der ersten Woche auf See begeistert. Es war neda so heiss am Tag und neda so
warm in der Nacht und die Menschen waren alle sehr gesellig. Nadim wachte über sie Beide und so
behütet fühlte sie sich sicher, half den Leuten mit ihren kleineren und größeren Problemen bei
Seekrankheit oder Verletzungen. Als das Schiff an diesem Tag schwerer schaukelte als normal
verteilte sie mehr Medizin gegen Seekrankheit und half wo immer es ihr möglich war mit. Es war
schwer Nadim und Ramiza dabei nicht aus den Augen zu verlieren. Der stattliche Anaan packte
ganz selbstverständlich überall mit an und mit seiner sympathischen, lockeren Art sorgte er für
Entspannung bei den Leuten während der Himmel sich bedrohlich veränderte und es bald schon
schüttete als gäbe es kein Morgen. Djamilla suchte nun vermehrt nach Nadim und Ramiza, wollte
den Sturm lieber in ihrer Nähe verbringen und sah Nadim am anderen Ende des Decks.
Seltsamerweise bewegte er sich wie an Fäden gezogen oder als Kämpfe er gegen irgeneinen
Einfluss und Djamilla runzelte die Stirn. Was war denn los mit ihm? Besorgt eilte sie auf ihn zu und
hörte Ramizas Stimme ehe sie sich Momente später an Nadims Arm klammerte und auf ihn
einredete.
Schnell stellte sie fest das es aussichtslos war. Nadim war einfach zu stark. Je mehr die Natifahs
kämpften desto energischer zog Nadim sie Beide vorwärts. Also kam es wie es kommen musste und
die Drei gingen zusammen über Deck. Djamilla schluckte Wasser, hustete und sah mit geweiteten
Augen zu den Anderen. Plötzlich war Ramiza fort, einfach hinunter gezogen und dann fehlte Nadim
ehe sie selbst in die Tiefe gezogen wurde und ertrank. Djamilla starb schnell und die letzten
Gedanken galten ihren Liebsten
Nadim Bashir

Beitrag von Nadim Bashir »

An diesem Morgen verzichtete er auf das Frühstück und huschte aus dem Haus noch während die Natifahs es zubereiteten. Nadim hatte Dinge zu erledigen und es galt ein paar Absprachen mit einzelnen Vertrauten zu besprechen. Einen Brief für seine liebgewonnene Cousine Ashanti legte er in das alte Haus in den Dünen, ehe er sich gen Schleierhaus begab um Ramiza wie so oft mit den Lamas zu helfen.
Vor über einem Jahr hatten sie mit dieser Tradition begonnen und es war ihm immer eine große Freude gewesen die Lamadamen bei Laune zu halten und der Natifah ein Lachen zu entlocken. Heute jedoch waren sie stiller, ernster, die Augen weilten nur einen Moment beieinander und gemeinsam warteten die Beiden dann alsbald am Felsenpass auf Djamilla.

Freudig sah er seiner Natifah entgegen und schmunzelte beim Anblick des Zusatzgepäcks. Hier musste etwas Wichtiges drin sein, man sah es an ihrer Haltung, an ihrem Blick und der übertrieben, sorgfältigen Verschnürung. Zusammen brachen die Drei dann auf und gingen ohne Umwege nach Adoran zum Hafen.
Er beobachtete seine Frauen mit aufmerksamen Blicken und hielt sie wie üblich ohne Probleme mit seiner natürlichen Gelassenheit und gewitztem Charme bei Laune.
Die Stimmung zwar entspannter als die Drei endlich auf dem Schiff standen. Ramiza wirkte etwas wehmütig während Djamilla inzwischen freudig aufgeregt schien.
Er selbst war hoffnungsvollen Mutes während er mit zunehmender Zufrieden daran dachte, wie angenehm es war hier mit seinen beiden Natifahs so eng zusammen Zeit zu verbringen, noch schöner würde es sein wenn sein Onkel in der Heimat sich ihrer Hochzeit annahm und sie dann dort ein friedliches, glückliches Leben führen könnten.
Wie schön sie aussehen würden in ihren Kleidern, zurechtgemacht für den großen Tag. Wie schön wie wären, wenn sie seine Kinder tragen und großziehen würden. Wie schön sie wären, wenn ihre eigenen Kinder selbst einmal einen Bund vor Eluive schließen würden und sich unter dem Schleier eher grau als schwarz zeigen würde. Und er konnte ihn fast schon hören, den lieblichen Klang der Worte „Ranim“ oder „Baba“.
So sah Nadim ihrer gemeinsamen Zukunft sehr positiv entgegen und war in der richtigen Laune auf dem Schiff eine gute, gelassene Stimmung zu verbreiten.
Nadim bezog mit den Beiden eine kleine Kabine in der noch drei weitere Leute untergebracht waren. Schnell hatten sie sich zusammen gerauft und konnten ihren Schiffsalltag bald ohne Probleme bestreiten.

Muntere Lieder entstiegen seiner Kehle, spannende Geschichten machten die Abende kürzer und an einem Abend führten seine Liebsten einen Bauchtanz auf der die Augen der Mannschaft leuchten ließ und sein Herz mit Stolz erfüllte.
Angenehm und voller Freude war die richtige Umschreibung für die ersten Tage auf See. Dann jedoch änderte sich das Wetter sehr schnell. Immer grauer wurder der Himmel und die Wolken zogen sich zu während das Meer sich nahezu peitschend hob und senkte. Besorgt behielt er seine Frauen im Blick ehe eine Melodie seinen Verstand kitzelte.

Wunderschön, samtig und weicher als jede Stimme die er jemals gehört hatte zog der Gesang seine Aufmerksamkeit auf sich. Nadim MUSSTE herausfinden WER da so singen konnte. Deutlich war das es eine Frauenstimme war und je mehr er sich darauf konzentrierte desto deutlicher wurde der Einfluss den die Stimme auf ihn hatte.
Als wäre er einer Verlockung erlegen setzte er Fuß um Fuß voreinander, kämpfte sich irgendwann sogar den Weg frei ohne wirklich wahr zu nehmen wer ihn da aufhalten wollte. In seinem Verstand gab es gerade nur noch ein Ziel. So schnell als möglich zu dieser wundervollen Stimme zu gelangen.

Im nächsten Moment klatschte er ins eiskalte Wasser und sein Kopf klärte sich. Was bei Eluive war geschehen?! Seine Natifahs waren bei ihm und zwanzig Schritt weiter tauchte ein Kopf aus dem Wasser auf. Kalte Augen starrten ihn an und ein spitzes Gebiss grinste ihm entgegen, während ihm bewusst wurde was passiert war. Ein hastiges Stoßgebet, eine Entschuldigung verließ seine Lippen und Nadim versuchte seine Natifahs zu sich zu ziehen, doch Ramiza war fort ehe er nach ihr greifen konnte. Djamilla musste er zurücklassen als er selbst unter Wasser gerissen wurde.
Fest hielt die Sirene ihn in ihren Armen während sie tiefer und tiefer in die Dunkelheit schwamm. Nadim sah den aufsteigendehn Luftblasen nach als seine Lunge sich leerte.
Ein letzter, stummer Schrei der Verzweiflung verließ die Kehle als seine Sinne schwanden in den Gedanken, was er alles verloren hatte. Djamilla. Ramiza. Eine Zukunft.
Während er in den Armen der Sirene ertrank und starb schickte er eienn letzten Wunsch gen die Mutter allen Lebens. Die Lehren dieses Lebens ins das Nächste mitnehmen zu dürfen. Seine Geliebten im nächsten Leben früher treffen zu dürfen.
Ramiza Isma Bashir

Beitrag von Ramiza Isma Bashir »

An diesem Morgen war sie früh aufgestanden und weckte Djamilla um mit ihr zusammen das Frühstück im Familienhaus fertig zu machen. Beide unterhielten sich leise, teilten sich die Arbeit ein und Momente später wartete auf die Familie frischer Mocca, Datteln im Speckmantel und eine süsse Bananencreme mit Kokosraspeln. Ein angenehmer Duft zog durch das Haus und einen Moment länger als üblich ruhte Ramizas Blick bei Djamilla. Ein leichter, kaum wahr zu nehmender Kopfneig – die Frauen waren bereit. Mit einem Lächeln trennten sie sich, sahen nochmal zu den Männern des Hauses und gingen dann emsig ihren üblichen Tätigkeiten nach. Sie selbst ging zum Schleier und kümmerte sich um die Lamas. Bedauernd fuhr sie ihnen über die Stirn und nahm sich Zeit sich zu verabschieden bevor Nadim auftauchte und ihr wie so oft zur Hand ging. Heute fehlten die Scherze und das Lachen, es lag eine seltsame, ernsthafte Feierlichkeit in der Luft und als ihre Hände im Fell von Jameela sich trafen hob Ramizsa die Augen zu seinen Augen an und einen Moment sahen die Beiden sich ruhig an dann gingen sie Seite an Seite zum Felsenpass und warteten mit ihren Packtieren auf Djamilla welche Alsbald daher geritten kam und eine größere Tasche dabei hatte als geplant. Mit einem Schulterzucken meinte die junge Natifah nur sie hätte noch etwas wichtiges einpacken müssen das sie nicht zurücklassen konnte und sowohl Nadim als auch Ramiza konnten in ihrem Blick erkennen wie wichtig es ihr gewesen sein musste. Also kam die Tasche eben mit.

Zu dritt reisten sie dann durch den Pass hindurch nach Adoran als hätten sie dort wie so oft einen Handel zu erledigen. Sie sah sich hier ein letztes Mal um und schritt dann mit einer gewissen Aufregung auf das Schiff in Richtung Nadims Heimat. Dort wollten die Drei in Frieden ihr restliches Leben verbringen und wenngleich es sehr schmerzte Menek'Ur und all die lieben Menschen hinter sich zu lassen, sah sie dieser Zukunft freudig entgegen. Ihrem Fadrim Adal und seiner wundervollen Frau hatte sie einen Abschiedsbrief hinterlassen um neda sang und klanglos zu verschwinden. Adal wäre sicher einverstanden mit ihrer Entscheidung, er hatte sie immer respektiert und ihre Meinung zu schätzen gewusst. Beide würden ihr sicher ebenso sehr fehlen wie Ashanti und kurz sah sie traurig zurück. Dann jedoch fand ihr Blick zu Nadim und Djamilla, sie gesellte sich an deren Seite und atmete tief durch. Nadim legte die Arme um beide Natifahs und sie lehnte sich gegen ihn, ließ sich Halt und Zuversicht spenden während das Schiff sich weiter vom Hafen entfernte.

Nach einer Woche auf See hatten sie sich soweit aufeinander eingependelt das jeder seinen Aufgaben auf dem Schiff entspannt nachgehen konnte. Heute jedoch war ein seltsamer Tag, irgendetwas lag in der Luft das ihr die Nackenhaare aufstellte und als der Himmel dunkler und dunkler wurde hatte sie kein all zu gutes Gefühl. Stunden später befanden sie sich in einem grässlichen Sturm. Ständig wurde Wasser über das Deck gespült und sie hatte alle Hände damit zu tun zerissenes Tuch wieder zu flicken. Als nächstes bekam sie mit wie einige Männer anfingen sich in das Meer zu stürzen. Irgendetwas schien sie dazu zu treiben und als ihr Verstand dies erfasste bekam sie Panik und schrie nach Djamilla und Nadim. Wo waren ihre Liebsten?! Ramiza kämpfte sich durch Wind und Regen, sah durch fremde Gesichter und als sie Nadim sah stockte ihr Herz. Auch ihn schien es gen Wasser zu ziehen und sie warf sich fast zeitgleich mit Djamilla an seinen Arm und versuchte ihn zurück zu halten. Leider hatten die beiden zierlichen Natifahs neda wirklich eine Chance gegen den großen, kräftigen Anaan und so landete sie mit den anderen Beiden im Wasser. Nadim murmelte irgendwas von einer Melodie und stammelte Entschuldigungen doch da war es zu spät. Ramiza wurde unter Wasser gezogen und irgendein Wesen nahm sie mit in die Tiefe wo sie still ertrank und starb ehe sie vermutlich gefressen wurde.
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