[Zeitung] Tiefenberger Kunde

Forum Stadt Berchgard & der Region Tiefenberg - Wulfgard

Moderatoren: Adoran [Mod], Thyren [Mod]

Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

23 | Lenzing 268





Adelsversammlung
Am 20. Lenzing 268 kam der Lichtenthaler Adel unter der initiativen Einladung Seiner Erlaucht Heinrik von Alsted im Adoraner Palast zusammen und beriet über innenpolitische Themen in einem engen Austausch mit der Regimentsvertreterin Korporal Falkenglanz. In voran blickender und geeinter Kooperation beschloss man eine enger aufblühende Zusammenarbeit in der Ausbildung junger Regimentssoldaten, die auch kurze Zeit darauf direkte Umsetzung durch teils öffentlich gehaltene Unterrichte durch Ihre und Seine Erlaucht von Alsted im Kastell finden wird.


Kirchengericht
Am 16. Lenzing 268 gab Seine herzogliche Hoheit Anselm von Lichtenthal in öffentlichen Anschläge bekannt, dass im Herzogtum Lichtenthal fortan ein Kirchengericht unter der Leitung der Priester Temoras eingesetzt sei. In langen und sorgsamen Beratungen und intensivem Austausch zwischen den Vertretern der Kirche und dem Lichtenthaler Adel, dem das Wohl und der Schutz des Volkes hohes Anliegen ist, konnten die Bedingungen um das Kirchengericht ausgehandelt werden. Dieses dient der Wahrung der göttlichen Ordnung und Gerechtigkeit und erstreckt sich auf alle Belange, die den Glauben an Temora betreffen.


Regiment ohne Kuchen
Dem ein oder anderen mag es bereits aufgefallen sein, dass sich im Frühling dieses Jahres die Dinge im und um das Regiment anders verhalten als üblich. Dies mag daran liegen, dass der Aufenthaltsort Seiner Hochgeboren Merrik von Ärenaue, Oberstleutnant des Lichtenthaler Regiments, zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Artikels (Stand Ende Lenzing) als verreist gilt und damit Korporal Elisabeth Falkenglanz seine Vertretung stellt. Unter anderem nutzt sie die Gelegenheit, die Vorräte des Regiments auf Vordermann zu bringen. Nicht, dass sie zu klein und mager ausfallen würden: Gar im Gegenteil! Das Regiment ertrinkt wohl in Kuchen und Pasteten und es scheint, als sei es die Mission der Korporal, die Ernährung ihrer Kameraden wieder in die richtige Richtung zu lenken. Den Marktplatzgesuchen zur Folge wird wieder auf Brot, Brei, Wurst und Bier umgestiegen.


Neue Lehrlinge für das Hospital
‘Hauptsache gesund!’ - Seelenfrieden und Gesundheit: Was möchte man jemand anderem mehr wünschen? Das Wirken von gut ausgebildeten, nach fundierten Kenntnissen praktizierenden Heilkundigen ist von unschätzbarem Wert. Und das Hospital zu Adoran hat auch dieses Frühjahr wieder seine Lehrtätigkeiten aufgenommen. Die Leiterin Esther Sternlied ließ verkünden, dass Rahes Aurelian Aschenborn und Taran Telian ihre Studien im Hospital aufgenommen haben und berechtigt sind, Aufgaben und Erledigungen für das Hospital zu tätigen.


Eine Verlobung
Wenn eine Verlobung öffentlich bekannt gegeben wird, unter dem Siegel der Kirche Temoras selbst, dann ist es entweder eine Verlobung in hohem Stand oder eine, die mit einer mitreißenden Liebesgeschichte verbunden ist. Zumindest ließen es die Zeilen Ihrer Hochwürden Leandra Kalveron vom 25. Lenzing 268 so etwas vermuten. Wir gratulieren also Fräulein Charlotta Soederstett und Herrn Barn Gagat zu ihrem weiteren Schritt auf dem langen Weg ihrer Liebesgeschichte. Vielleicht möchten sie diese mit der Tiefenberger Kunde teilen?


Beschilderung in Adoran
Adoran, die glänzende und sauber schillernde Hauptstadt des Herzogtum Lichtenthals, in dessen Herzen der Palast im Adelsviertel weilt, folgte dem Beispiel der in der Grafschaft Tiefenberg verorteten Berg- und Minenstadt Berchgard und setzte um, was die dortige Stadtverwaltung bereits letztes Jahr in die Wege leitete: Wegweisende Beschilderungen zu wichtigen und markanten Orten und Gebäuden. Ebenso wie Berchgard ist Adoran groß und weitläufig. Und gerade mit seinem Hafen und seiner Handelskraft wird es Besuchern der Grafschaft Meerswacht erleichtert, sich in den Straßen zurechtzufinden.


Gemäldemuster und musterhafte Gemälde
Elibell-Aenn Eichengold ist ohne Zweifel die derzeit bekannteste und gefragteste Künstlerin im Herzogtum Lichtenthal, die sich auch noch auf eine gemeisterte Schreinerkunst versteht. Im Lenzing machte sie auf bereits im Jahresbeginn erstmal veröffentlichte Kataloge aufmerksam, in welchen sie - aufgrund der hohen Anfragen an ihre Werkstatt - die Angebote an Rahmen- und Leinwandgrößen und auch Formen vorstellt, so wie eine Vielzahl der von ihr beherrschten Maltechniken. Wir können empfehlen einen Blick auf diese Kataloge zu werfen und sich selbst zu überzeugen, welchen Wandel die Leinwandmalerei allein bereits im letzten Jahr in ihren Formen und Größen genommen hat.


Zerstörung auf K’awi
Selbst wenn man K’awi als Besucher nur selten bereist, war es kaum zu überhören, was mit schwer anhaltendem Atem in den Tavernen auf Gerimor berichtet wurde: Eine gigantische Flutwelle soll über die Küste der tropisch warmen Insel eingebrochen sein und habe die dort beliebte Strandtaverne und auch einen Teil der Wehrmauer überflutet und gar fort gerissen haben. Jedoch berichtete man, dass dank rascher Reaktion seitens der Inselbewohner keine Toten zu verzeichnen gewesen wären.


Getränkeverköstigung im Kraken
Einer persönlichen Einladung kann sogar die Schreiberin der Tiefenberger Kunde nicht widerstehen - und der Aussicht auf ein gutes Getränk noch weniger. Am 31. Lenzing 268 verköstigte man im “Des Krakens Schätze” vor Bajard unter anderem den Winterfaller Eispfirsich - einen aus gefrorenen Pfirsichen gefertigten Fruchtschnaps, der traditionell in Fässern vor der eigenen Haustür angesetzt wird. Und beim fruchtigen Thema zu bleiben wurde auch der Rausch des Meeres über die Theke gebracht, der erste Pflaumenschnaps, der in Adoran ausgeschenkt wurde, als der Kraken dort den Hof Krakenriff bezogen hatte. Der Schankwirt Zanadarian wusste zu allen guten Tropfen eine noch bessere Geschichte zu erzählen, die vom Barden Linus Sturmfang zusätzlich zu Gedichten geformt wurden.


Anstehende Termine
Aufgrund der weiter anhaltenden Umbauten in der Scriptorei Nordlicht hat sich die Veröffentlichung der 23. Ausgabe so verzögert, dass die meisten Ereignisse, die wir hier hätten ankündigen können, bereits stattfanden. Falls andere den Moment aber auch versäumt haben sollten, lohnt sich die Zusammenfassung wohl dennoch!

Am 15. Wechselwind 268 luden Ihre und Seine Erlaucht von Alsted zum öffentlichen Reichskundeunterricht im Adoran Regimentskastell ein.

Am 17. Wechselwind 268 öffnete das Volk der Eledhrim die Pforten für einen Abend der Völkerkunde und des Kennenlernens in EredLuin.

Am 25. Wechselwind 268 läd das Hospital zu Adoran öffentlich zum Thema ‘Wie geht man bei Krankheitsbefall vor: Erkennen, Isolieren, Schützen und Heilen’ ein.

Am 27. Wechselwind 268 findet auf dem Berchgarder Marktplatz der ‘Markt der kleinen Schätze’ statt und läd zum Stöbern ein.




- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -

Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

24 | Wechselwind 268





Markt der kleinen Schätze
Am 27. Wechselwind 268 veranstaltete die Vogtin von Berchgard, die Hochedle Gwenna von Nordlicht, zusammen mit dem Spielmann des Haushalts Tiefenberg, dem bekannten Linus Sturmfang, einen Markt anderer Art im Zentrum Berchgards. Angeboten wurden dieses Mal nicht die frisch den begnadeten Werkstätten Lichtenthals entsprungenen Waren. Es waren überwiegend kleine Schätze aus privaten Haushalten, die in neue Hände übergehen sollten. Alt eingelagerte Weine, gut gemeinte aber schlecht ausgesuchte Geschenke, Möbel, Dekorationen und Kuriositäten von alljährlich im Winter für wenige Tage angereisten Händlern. Aber zu den Schätzen gehörten auch Karten zu verborgenen Orten und versiegelte Schatullen. Vom Freien bis zum Adel – viele kamen herbei, um Stände zu beziehen und durch Truhen zu stöbern. Derweil unterhielt Linus Sturmfang die strömenden Besucher mit Musik, Gesang und Spiel – unterstützt von Arno Hohenstein, der das Fassrennen moderierte. Man muss nicht erwähnen, dass der größte Jubel ausbrach, als die Thyren sich dem Vergnügen anschlossen und bedauerten, dass die massiven Fässer nicht noch schwerer waren.


Angriff auf die Mine der Letharen
Eine ominöse Einladung lag am Vortrag im Briefkasten der Tiefenberger Kunde und sie verriet nicht viel darüber, zu welchem Ereignis man die Schreiber am 07. Wechselwind 268 einladen würde. Gerüstet zu erscheinen war jedoch ein Hinweis, den es besser nicht zu übergehen galt. Sir Keylon von Salberg, Freiherr von Rittersee, plante in gänzlich gelungener Geheimhaltung einen Angriff auf die militärisch wichtigen Rohstoffquellen des Feindes, der immer wieder schwere Angriffe auf die zivile Bevölkerung Lichtenthals ausgeübt hatte. Man erinnere sich allein an unzählige vergiftete Brunnen der Grundwasserversorgung, getötete Regimentler und gelegte Brände an Höfen in allein den letzten Monaten vor dem Ausritt der Lichtentaler und ihrer Verbündeten, die sich westlichen des Sees im Wald von Tirell versammelt hatten. Ihr Ziel war die Mine der Letharen, die mit dem Angriff nicht gerechnet hatten. Obwohl die Wachen überwältigt werden konnten, gelang es der dunklen Brut, die Alarmglocken zu läuten. Zwei weibliche Letharen wurden gefangen genommen und gefesselt, während die Liedwirker des Stoßtrupps in einem umfangreichen Ritual ein Beben auslösten und das Flussbett so umleiteten, dass die feindliche Mine gänzlich überflutet wurde. Hierbei griff der Vorgehensplan von Korporal Falkenglanz ohne Schwierigkeiten und die Erfahrung der Kaluren mit Minen war auch an dieser Stelle mehr als erfolgversprechend.


Ein Drache in der Wehrmauer
Wenn Schatztruhen gehoben und geöffnet werden, kann es passieren, dass die aggressiven Geschöpfe, welche das Gold beschützen, sich verirren. Und offenbar, so hörten wir es munkeln, hat sich – wie der Zufall es will – ein Drache in die Berchgarder Stadtmauer gedrängt. Drachen sind wir gewöhnt, doch 'Mikh', damals bekannt als Novize des Konvent des Fuchses, störte sich berechtigter Weise an der Anwesenheit eines Streiters aus dem Westen, der sein Gold auf der falschen Seite der Insel suchte und dem Schuppenwesen nachjagte. Der Schwertkämpfer streckte den loyalen Liedwirker nieder, der von Marlan Kabo zur Heilerin Cecilia gebracht worden sein soll. Es war Seine Erlaucht Sir Heinrik von Alsted, der den Drachen aus den Mauern verjagte. Das wundert uns nicht bei seinem Erfahrungsschatz im Ringen mit Drachen.


Beobachter im Rathaus
Während Anwärter auf die Bürgerschaft oftmals den Vogtinnen von Adoran und Berchgard allein gegenüber sitzen oder höchstens mit der Anwesenheit einer zusätzlichen Schreibkraft rechneten, konnte es dieses Frühjahr auch vorkommen, dass still im Hintergrund stoische Knappen standen. Sie sind bekannt dafür, dass langes Stehen und Schweigen keine große Herausforderung darstellt. Auf Wunsch ihrer Lehrritter wurden die derzeitigen Knappen angehalten, in den Verwaltungen Lichtenthals zu hospitieren und somit ihre Kenntnisse über die Funktionalität des Königreichs zu erweitern. Auch die Berchgarder Vogtin Gwenna von Nordlicht nahm sich die Zeit, hospitierte Bürgergespräche mit den stillen Zuhörern im Nachhinein zu besprechen.


Schreinerei Schewe
Berchgard gilt als lebendige Stadt und dieser Ruf zieht auch wieder mehr Handwerker in die Häuser, die selten lange frei und ohne Pächter stehen. Neben dem Schmied Threlm Rauh ist der bereits seit einigen Jahren bekannte Schreiner und Künstler Johannes Schewe eingezogen und hat sich erfolgreich eingerichtet. Er ist nicht nur für seine Möbelarbeiten bekannt, sondern auch für seine Fertigkeiten in der Bognerei und seine Leidenschaft für die malerischen Künste auf Leinwänden.


Oberstleutnant offiziell vermisst
Am 20. Wechselwind 268 erschütterte ein Anschlag Ihrer Erlaucht Nyome von Meerswacht das Herzogtum. In Kenntnis Seiner Hoheit Anselm von Lichtenthal wurde nun offiziell, dass Seine Hochgeboren Merrik von Äerenaue, Freiherr von Ärenaue und Oberstleutnant des Lichtenthaler Regiments, nicht wie angenommen lediglich auf Reisen sei, sondern als vermisst gelte. Während sein Aufenthalt aufgeklärt werden soll, geht der Oberbefehl über das Regiment an Korporal Elisabeth Falkenglanz.


Kopfgeld
Fast ein viertel Jahr mussten die ambitionierten Kopfgeldjäger in Lichtenthal auf einen neuen Aushang des Lichtenthaler Regiments warten. Aber Tarin Voss, auch 'Bork' genannt, hat es auf die Liste der im Herzogtum gesuchten Leute geschafft. Vorgeworfen werden ihm Diebstahl, Wegelagerei und Pferdediebstahl – und die Flucht aus dem Gewahrsam. Auf den hageren Mann in desolaten, heruntergekommenen Zustand ist ein Kopfgeld von zwanzig Kronen ausgesetzt.


Reichskunde im Regiment
Am 15. Wechselwind 268 lud Ihre Erlaucht Helisande von Alsted, Ritterin der Krone und Gräfin von Tiefenberg, in Kooperation mit dem Lichtenthaler Regiment in das Adoraner Kastell ein. Dort wurde ein öffentlich zugänglicher Unterricht unter dem Thema 'Reichskunde' gehalten. In Anwesenheit von Regimentssoldaten, Adeligen und Bürgerschaftsanwärtern wurde sich über die Geografie Lichtenthals ausgetauscht, über wichtige Persönlichkeiten aus Adel und Klerus, als auch über die wichtigsten Punkte der hiesigen Gesetze.


Neulingshilfe im Glaubenshaus
Das Wort 'Neuling' etablierte sich vermutlich schon vor Jahrzehnten in Lichtenthal, das als jüngstes Herzogtum im Königreich eine ganz eigene Geschichte mit Anreisenden hat, die zahlreich und ununterbrochen einen neuen Beginn auf diesem besonderen Eiland suchen. Nicht nur die Adeligen und die Bürger Lichtenthals stellen Hilfe für die ersten Schritte in der neu gewählten Heimat. Auch die Kirche Temoras erinnert durch einen von Ihrer Hochwürden Leandra Kalveron verfassten und sehr umfangreichen Aushang daran, dass Temora mit ihrem Licht und ihren Werten diesen schwierigen Weg erhellt. Das Glaubenshaus in Adoran gilt hier besonders als erster Anlaufpunkt. Dort werden nicht nur Schlafplätze und Versorgung mit Speisen gestellt, sondern auch Kleidung und Gespräche für das Wohl von Körper und Seele. Zudem bereitete Ihre Hochwürden Kalveron Beutel vor, die einem Neuankömmling Werkzeuge, Tränke und andere wichtige Grundlagen zur Hand geben.


Unterricht im Hospital zu Adoran
Am 25. Wechselwind 268 luden die Heilkundigen des Hospitals zu Adoran in die dortigen Räumlichkeiten ein. Angeboten wurde ein Unterricht und eine Diskussion zum Thema 'Wie geht man bei Krankheitsbefall vor: Erkennen, Isolieren, Schützen und Heilen.' Als Referenten wurden Esther Sternlied und R.A. Aschenborn angegeben. Leider konnten die Schreiber der Tiefenberger Kunde nicht selbst teilnehmen. Böse Zungen behaupten, sie hätten sich wegen einer Krankheit isolieren müssen. Dem nächsten öffentlichen Unterricht sehen wir jedoch entgegen!


Völkerkunde der Eledhrim
Auch dem angebotenen Unterricht über das Volk der Eledhrim vom 17. Wechselwind 268 im Theater von Ered Luin konnten wir bedauerlicherweise nicht beiwohnen. Diese besondere Möglichkeit gegenseitigen Kennenlernens wurde von Nauriell Hitholta für Ered Luin und von Verdania von Rosenwald von der Akademie zu Kompass und Schwert initiiert. Die enge Verbindung zwischen den Eledhrim und der AKS wird unter anderem durch die Mitgliedschaft von Alain Estelcolron in der Akademie gestützt und gefördert.


Verkaufstruhe Fehdekind
Mode oder Liebschaften: Gerede über beides spricht sich in Windeseile herum. Selbst bis nach Berchgard wurde gemunkelt, dass vor dem Atelier Fehdekind in Schwingenstein eine Verkaufstruhe aufgestellt worden ist. Man ist gespannt, wie sich dieses Konzept entwickeln wird. Über Liebschaften haben wir allerdings nichts zu berichten. Aber Mode ist auch eine Leidenschaft.




- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -

Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

25 | Eluviar 268





Worte der Redaktion
Die Ausgaben der Tiefenberger Kunde haben sich um mehrere Wochen, gar nun fast zwei Monate, verzögert. Wir bedauern dies sehr, sind wir doch bemüht, unser monatliches Erscheinen beizubehalten. Doch während des Angriffs auf Berchgard hat die Scriptorei Nordlicht Schaden genommen und Material und Gerätschaften mussten ersetzt werden. Auch die Schreiber der Zeitung mussten sich vom Kriegsgeschehen und den erlittenen Verletzungen erholen. Wir bitten also um Nachsicht bei möglichen Unvollständigkeiten. Leserbriefe und Gastbeiträge sind weiterhin willkommen!


Angriff auf Berchgard
Am 07. Eluviar 268 kam es zu einem Angriff der alatarischen Streitkräfte gegen das Herzogtum Lichtenthal. Mit einem Einfall in die Grafschaft Tiefenberg wurden erst Junkersteyn eingenommen und schließlich nach einem massiven Angriff auf die östlichen Stadtmauern auch die Bergstadt Berchgard. Die Kämpfe um die Stadt dauerten weitere Tage an, bis die Verteidiger und unsere zur Unterstützung herangeilten Verbündeten die verderbte Brut aus Berchgard in einem heroischen Sieg vertrieben haben. Einen umfangreichen Bericht wird die Tiefenberger Kunde in der nächsten Sonderausgabe herausbringen.


Panthermal vor Berchgard
Am 12. Eluviar 268 warnte ein Aushang der Kirche Temoras durch die Feder Ihrer Hochwürden Leandra Kalveron vor einem ‘Panther-Krallengebilde’. Es wurde beschrieben, dieses sei mit Wurzeln verbunden, die aus violett-schwarzen Äderchen bestünden. Sobald man sich jenem Gebilde annähert, seien die klerikalen Einflüsse nicht zu verleugnen. Menschen beschrieben, dass sie von einem starken, tief greifenden Gefühl von Hass berührt wurden, wenn sie der Pantherkralle zu nahe kamen, weshalb auch ein stetiger Wachwechsel im Lichtenthaler Regiment stattfand.


Wiederaufbau Berchgards
Nicht nur das Eindringen und das ruchlose Wüten der Alatarier in Berchgard sorgten für Schäden an Mauern und Gebäuden. Auch die mutige und notwendige Entscheidung der Lichtenthaler Kräfte, von der Oberstadt aus den Feind in der Unterstadt für den Akt der Befreiung mit Felsen zu beschießen, ließ eine Schneise der Zerstörung zurück. Besonders betroffen waren, so nach der Einschätzung des Sappeurmeisters Arne Levar, die Festungsmauer im Osten, so wie das dort eingelassene Stadttor. Deshalb rief er für den 15. Eluviar 268 zu den ersten Aufräumarbeiten in Berchgard zusammen. Steine und Geröll inner- und außerhalb der Stadtgrenzen wurden tatkräftig verräumt und die Reparaturen der Mauer und Gebäude nahmen unter der Führung der Sappeure ihren Fortlauf. Nur einen Wochenlauf später wurde der nächste Aufruf an die Bretter geschlagen: Am 23. Eluviar 268 versammelte man sich, um auch die in Mitleidenschaft gezogene Wegebrücke nördlich von Berchgard wieder in Stand zu setzen.
Allen Helfern kann hier nur der größte Respekt und Dank ausgesprochen werden.


Fest der fünf Völker
Am 25. Eluviar 268 lud Seine Hochgeboren Sir Keylon von Salberg, Freiherr von Rittersee, abermals zu einem geselligen, großen Fest ein, welches die diplomatischen Bande auf Gerimor verdeutlichte und stärkte. Unterstützt von seinem Knappen Siran van Zac wurde vor den Westtoren Adorans das 'Fest der fünf Völker' begangen. An den großen, ausladenden Marktständen wurden Waren und Köstlichkeiten der Völker der Menekaner, Kaluren, Thyren und Eledhrim feilgeboten. Und natürlich waren auch die Menschen mit reichlich Angebot und Speis' und Trank' vertreten. Neben etlichen Gelegenheiten zum Sitzen und Austausch gab es Spiele und Unterhaltungen an allen Ecken. Nicht nur trat der Spielmann des Hauses Tiefenberg - Linus Sturmfang - mit seinen Künsten auf. Auch wurde nach Äpfeln getaucht, nach thyrischer Art mit Baumstämmen geworfen (der erste Platz ging an einen Kaluren mit 10,5 Schritt) und es wurden mit Hämmern Rahaler geschlagen und Pegel an einer Latte nach oben befördert. Hier errang die Hochedle Verdania von Rosenwald unter Hochachtung der Regimentsmitglieder, welche das Spiel beaufsichtigten, den ersten Platz.


Kopfgeld der Kirche
Am 22. Eluviar 268 ließ Seine Eminenz Berenguer von Salberg mit mehrfachem Siegel und Wappen groß und deutlich einen Kopfgeld-Brief an die Bretter Lichtenthals schlagen. Stolze 1.250 Goldkronen sind auf die Ketzerin und Rabendienerin Emilia Arragar ausgesetzt, auf dass sie festgesetzt und der Klosterwache lebendig ausgeliefert werde. Sie ist schuldig im Goldblatt des Jahres 265 das höchste Heiligtum des temoranischen Glaubens - den Baum des Lichts - mit schändlicher Absicht beschädigt zu haben. Eine Liste anerkannter und hochgeschätzter Gemeinschaften, Familien, Adeligen und Bürger Lichtenthals wurden als Spender des Kopfgeldes aufgelistet.


Beförderungen und Ehrungen im Regiment
Am 20. Eluviar 268 wurden Pergamente an die Bretter des Lichtenthaler Regiments geschlagen. Infolge der Belagerung und Rückeroberung Berchgards haben sich viele Regimentsmitglieder und Mitglieder a.D. besonders hervorgetan und sind hierfür intern im Regiment geehrt und ausgezeichnet worden. Korporal Elisabeth Falkenglanz wurde höchstpersönlich vom Herzog von Lichtenthal, welcher für den Tag beim Regiment zu Besuch war, zum Feldwebel erhoben und übernahm offiziell die Leitung des Lichtenthaler Regiments. Oberst a.D. Arenvir von Tilianas erhielt die Ehrennadel des Regiments, da er während der Belagerung Berchgards das Kommando getragen hat. Auch Gardist Marlan Kabo und Wachtmeister Renold Breg wurden belobigt, letzterer sogar zum Adjutanten der Regimentsleitung ernannt. Gardistin Cecilia erhielt die Ehrennadel des Regiments, Gardist Ark Nathanael Seydenhain den Verwundetenorden und wurde zum Standartenträger ernannt, während die Sappeurin Serina Marcel mit der Sappeursnadel des Regiments geehrt wurde.


Das Regiment rekrutiert
Wo das launische Wetter des Wechselwinds den Aushängen des Lichtenthaler Regiments zusetzte, wurden sie im Eluviar 268 fleißig ersetzt. Pergamente an vielen Stellen werben für den Dienst in der Reihe von Lichtenthals Verteidigern. Rekruten, die in Kampf, Heilkunst, Feldverwaltung und der Magie bewandert sind, werden ebenso gesucht wie zuverlässige Hände in der Rüstkammer des Regiments.




- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -

Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

Sonderausgabe 07 | Eluviar 268

Angriff auf Berchgard


In der ersten Hälfte des Eluviars 268 kam es zu einem massiven Aufmarsch der feindlichen Streitkräfte gegen Junkersteyn und Berchgard. Ein Kriegsakt, der ganz Lichtenthal in Alarmbereitschaft versetzte und Truppen aus allen Ecken des Herzogtums in Bewegung brachte.
Aufgrund dessen, dass die Schreibkräfte der Tiefenberger Kunde selbst während der Verteidigung und Befreiung der Stadt mit Aufgaben, Verpflichtungen und Verletzungen gebunden waren, konnte kein lückenloser, alle Ereignisse im Einzelnen einschließender Bericht verfasst werden, der jeden taktischen, mutigen und selbstlosen Einsatz zu schildern vermag, doch ohne Worte wird die Tiefenberger Kunde nicht bleiben und das niederschreiben, was uns ans Ohr geraten ist.

Bereits am 05. Eluviar 268 warnte die Ritterschaft unter der Feder Ihrer Erlaucht Dame Helisande von Alsted die Bevölkerung zur Wachsamkeit, da in zwei Tagesläufen eine große Heerschau im Alatarischen Reich stattfinden würde und mit möglichen Übergriffen zu rechnen sei. Daraufhin hat sich die Stadt Berchgard unter der Vogtin Gwenna von Nordlicht vorbereitet. Bürger wurden in die Evakuierungspläne eingewiesen und die Wehrfähigen auf ihre Erfüllung der Bürgerpflicht vorbereitet. Und das nicht zu spät.

Am 07. Eluviar 268 wurde Alarm geschlagen, als die feindlichen Truppen über Junkersteyn herfielen und dort die erste Spur von Toten auf ihrem Weg hinterließen. Ein Weg, der unter anderem zur beinahe vergessenen Festung der Excubitores in Wolffenbrück führte. Die ungeschützte Festung wurde gegen den Widerstand der wenigen verbliebenen Gemeinschaftswachen eingenommen.
Noch am selben Abend wurde der Rückzug in die Bergstadt Berchgard befohlen, während tapfere Boten ausgesandt wurden, um die Verbündeten zur Unterstützung zu rufen. Währenddessen trafen die ersten Verwundeten im Berchgarder Lazarett ein, wo sie insbesondere von den Regimentsheilern Cecilia und dem Hospitalslehrling Taran Telian versorgt wurden. Zügig wurden von Linus Sturmfang und Gwenna von Nordlicht im Berchgarder Dorfkrug die Essensversorgung und im Rathaus die Stellung von Schlafstätten organisiert. Das Regiment innerhalb und außerhalb der Stadt blieb zu jedem Moment organisiert und aufmerksam. Während in ganz Lichtenthal Patrouillen ausrückten, wurden in der Bergstadt etliche Vorkehrungen zum Brandschutz getroffen - und sie sollten notwendig werden. Seine Hochwohlgeboren Arenvir von Tilianas, Baron von Gipfelsturm, und Oberst des Lichtenthaler Regiments a.D., übernahm interim die Befehlsführung des Regiments und organisierte gemeinsam mit der Ritterschaft, anhaltend von Ihrer Erlaucht Helisande von Alsted, Gräfin von Tiefenberg und Ritterin der Krone, vertreten, die Stadtverteidigung, die von eintreffenden Kräften der verbündeten Völker unterstützt wurde.

Am 08. Eluviar 268 versperrten die Bürger, die noch nicht in die Oberstadt evakuiert wurden, unter der Anleitung der Stadtverwaltung den westlichen Aufstieg zur oberen Hanglage der Stadt. Noch in dieser Zeit kam der schwerverletzte Freiherr von Rittersee, Sir Keylon von Salberg, zu Bewusstsein und erklärte im Delirium, dass der Feind an Katapulte gelangt sei. Und dies bekamen Berchgards Stadtmauern am Folgetag zu spüren.

Am 09. Eluviar 268 wurde die Stadtmauer im Osten schwer beschädigt und die Sappeure setzten alles in Bewegung, um diese Schwachstelle - ein klaffendes Loch - mit Holzbalken und Gerüsten zu sichern, was unter der Fachkunde der Sappeurin Serina Marcel unterstützt wurde. Ruhe kehrte indes nicht ein - denn es regnete brennende Pfeile auf den Markt und die umliegenden Gebäude herunter , sodass die entstehenden Feuer um sich zu greifen drohten.. Eine beherzte Masse an Menschen bildete auf Geheiß der Vogtin und der militärischen Verteidigung eine Löschkette, die eine massive Ausbreitung verhinderte. Was jedoch unter allem Einsatz nicht zu verhindern war, war der Durchbruch des Feindes durch die Tore. Nach einem aufreibenden Gefecht wurde die Unterstadt Berchgards vom Feind eingenommen. Die eigenen Truppen zogen sich in die Oberstadt zurück und verbarrikadierten auch den zweiten Aufstieg hinter sich mit Palisaden. Weitere Verletzte wurden im Eingang der Berchgarder Mine grundversorgt.

Am 10. Eluviar 269 wurden die Verwundeten in ein provisorisches Notlazarett in der Taverne verlegt. Nach einigen militärischen Beratungen ging der Befehl aus, dass unter der Führung der Sappeure Amelie von Salberg und Arne Levar Katapulte gebaut werden sollten.

Am 11. Eluviar 269 hielten die Priester der Temora, die sich zur Gemeinde in die belagerte Stadt durchgeschlagen hatten, in der Oberstadt eine Messe und lenkten Temoras Blick besonders auf die tapferen Streiter, die in ihrem Licht und unter ihrem Schild die Wehr und die Hoffnung aufrecht erhielten, aber Hoffnung braucht auch Taten, auf denen sie bauen kann. So sollen unseren Berichten zu Folge Heilkundige das vom Berg herab fließende Wasser mit Abführmitteln versetzt haben, um die Trinkwasserversorgung des Feindes zu stören. Zu Beginn der Nacht beschossen die Lichtenthaler Streitkräfte die Feinde in der Unterstadt mit den provisorisch errichteten Kriegsgerätschaften und brachten damit das gegnerische Heer in Aufruhr. Dieses sah sich zu einer Gegenmaßnahme gezwungen und versuchte, die Katapulte in Brand zu setzen. Während es Steine und Flammen hagelte, Brände entfachten und Mauern und Dächer einstürzten, hatte sich unter der Führung des Kronritters Heinrik von Alsted ein Trupp unbemerkt durch das Umland gekämpft und ist über den Westen in Berchgards Unterstadt eingebrochen. In einer heroischen Schlacht bezwangen die Kämpfer des gerimorischen Ostens und Südens die dunkle Pantherbrut, die sich an Berchgard vergangen hatte, und trieb sie aus der Stadt.





- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -

Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

26 | Schwalbenkunft 268





Veränderungen im Haushalt Tiefenberg
Im Monat Schwalbenkunft 268 verkündete Ihre Erlaucht Helisande von Alsted im Haus Tiefenberg Veränderungen, die teils erfreuen, teils aber auch betrüben mögen.
Eine wahre Bereicherung stellt Marlan Kabo dar, einst Oberst des Hohenfelser Regiments, der nun nach seiner Rückkehr in das Lichtenthaler Regiment eingetreten ist. Er wird fortan als Leibwächter die Mitglieder des Hauses begleiten.
Mit Wehmut hingegen entlässt das Haus die Dame Lydia von Stahl in den Pfad eigener Wege. Sie verfolgt nun eigene, weiterhin hohe und ehrenvolle Ziele. Das Haus Tiefenberg bleibt ihr in tiefer Freundschaft und Unterstützung verbunden.


Freie Liegenschaften in Berchgard
Nach dem Angriff auf Berchgard und den damit einhergehenden Verteidigungsmaßnahmen wurden etliche Gebäude der Stadt schwer in Mitleidenschaft gezogen. Doch unermüdlich war der Einsatz der Handwerker und Sappeure beim Wiederaufbau.
So konnte Vogtin Gwenna von Nordlicht im Namen der Stadtverwaltung abermals einige Häuser zur Pacht freigeben, sowohl in der Unterstadt als auch in der Oberstadt, gelegen an steinernen Hängen mit weiter Sicht auf das grüne Umland. Die Gebäude können mit einem gültigen Bürgerbrief des Herzogtums Lichtenthal gegen monatliche Pachtabgaben bezogen werden. Eintragungen in das städtische Register und Prüfungen zum Erhalt der offiziellen Dokumente sowie des angesehenen Bürgerstatus können über das Berchgarder Rathaus beantragt werden.


Auflösung der Panthermale
Sowohl die Panthermale innerhalb Berchgrads, als auch vor dem Berchgarder Osttor, konnten durch ein Zusammenwirken immenser Kräfte auf Seiten der Klerikern und Liedwirker erfolgreich aufgelöst werden.
Nach mehreren Versuchen, die teils folgenschwer für die Beteiligten waren, und nach Anpassungen der Ritualpläne durch Seine Hochwohlgeboren Arcomagus Arenvir von Tilianas, gelang es schließlich, den Effekt des Panthermals im Tetragramm zu binden. Die anwesenden Geweihten vermochten es, die klerikale Sperre zu lösen, auf dass es wiederum den Liedwirkern möglich war, die finsteren Kräfte abzuleiten.
Auch der Feind zeigte wohl Interesse am Zustand des dunklen Mals. So wurden Mitte des Monats Schwalbenkunft drei mit Echsen berittene Letharen gesichtet, von denen vermutet ward, dass sie als Spähtrupp des Feindes zur Erkundung des Panthermals nach Tiefenberg entsandt wurden.
Das Lichtenthaler Regiment sicherte hernach weitläufig das Umland, um etwaige Hinterhalte oder weitere verborgene Truppen aufzudecken.


Okkulte Medaillons
Ruhe und Langeweile scheinen Haus Tiefenberg fremde Worte zu sein. Am 04. Schwalbenkunft 268 überließ ein fremder Mann namens Georg, der angeblich in Bajard weile, Ihrer Erlaucht Helisande von Alsted ein sonderbares Medaillon, verziert mit seltsamen Zeichen und Symbolen. Als besagter Herr Georg im Zuge seines Besuchs im Dorfkrug mehr über seine Interessen offenbarte, ward man stutzig ob des Halsgehänges: Offenbar zeigte der Unbekannte brennenden Wissensdurst hinsichtlich Dämonen, Panthermale und anderer dunkler Dinge. Ihre Erlaucht tat hierauf etwas gar Vernünftiges: Sie schloss das Medaillon kurzerhand im Büro Seiner Hochwohlgeboren Arenvir von Tilianas ein und hängte einen Zettel an die Tür. Im Zutrittsverbot wurde die Schreiberin der Tiefenberger Kunde im Besonderen hervorgehoben. Der Grund hierfür blieb uns schleierhaft.


Ein neuer Hochedler im Lande
Am 03. Schwalbenkunft 268 zierte das Siegel Seiner Herzoglichen Hoheit Anselm von Lichtenthal abermals ein öffentliches Schreiben. Darin ward der Hochedle Aaryon Mikhail von Hohenfels vorgestellt und willkommen geheißen, obgleich der junge Mann von hoher adeliger Geburt bereits seit einigen Wochen eher still und unauffällig Bekanntschaften in Lichtenthal geschlossen hatte.
Aufmerksame Leser mögen sich entsinnen, dass in der 24. Ausgabe ein „Mikh“ Erwähnung fand – ein Novize des Konvents des Fuchses, der bei der Verteidigung der Stadt Berchgard gegen feindliche Streitkräfte besonderen Einsatz zeigte. Hierbei handelt es sich um eben jenen Sohn des Grafen Adrian von Hohenfels und seiner Gemahlin Darna von Hohenfels, welche in naher Verbindung zum Königshaus stehen.


Das Ende des Gustav Grann
Was sich am 29. Schwalbenkunft 268 im ehrwürdigen Gerichtssaal zu Adoran zutrug, wird vielen noch lange in Erinnerung bleiben: Gustav Grann, der sich selbst gar als ‘Edler’ und ‘Advokat’ titulierte, stand vor einem hochrangigen Tribunal, geleitet von Ihrer Erlaucht Helisande von Alsted als Richterin, flankiert von Ihrer Hochwohlgeboren Ekatharyna von Silbersteyn und Seiner Hochgeboren Keylon von Salberg als Beisitzende. An ihren Seiten standen als Vertreter der Kirche Temoras Seine Eminenz Berenguer von Salberg und Ihre Hochwürden Leandra Kalveron. Anklage führte Seine Hochwohlgeboren Arenvir von Tilianas, während Grann sich – in seinem Größenwahn – weigerte, einen Verteidiger zu nehmen, und stattdessen selbst das Wort führte.
Die Liste seiner Vergehen war lang: unrechtmäßige Amtsanmaßung durch das fälschliche Auftreten als Adeliger, dreiste Betrugsversuche an der Grafschaft Tiefenberg durch Beanspruchung des Lehens Argantfels und des Einforderns von jährlichen Zahlungen, schändliche Kontaktaufnahme zu den Feinden im Westen, ja sogar der Versuch, Menschenhandel zu betreiben, indem er ‘Palastdamen’ erwerben und Verbündeten Lakaiendienste aufdrängen wollte. Damit nahm er diplomatische Verwerfungen gegenüber den Thyren und Menekanern billigend in Kauf. Doch anstatt Reue zu zeigen oder um Milde zu bitten, prahlte Grann mit seinen vermeintlichen Ideen und nannte seine Amtsanmaßung gar ‘bürgerliche Initiative’.
Selbst als die Anklage eindeutige Beweise vorlegte – Schreiben, in denen Grann dem Feind seine Treue und das Lehen Argantfels versprach – wich er aus, spottete, verglich sogar ehrenhafte Gardisten mit Dirnen und verhöhnte den Gerichtssaal.
Die Richter ließen sich von seinem ungebührlichen Auftreten nicht beirren. Nach sorgfältiger Beratung, unterstützt von der Kirche Temoras, sprach das hohe Gericht ihn in allen Punkten schuldig und verurteilte ihn zum Tode durch Enthauptung. Die Vollstreckung erfolgte noch am selben Abend – ein Ende, das selbst Granns letzte Drohungen nicht abwenden konnten.


Neuer Lehrling im Hospital zu Adoran
Am 24. Schwalbenkunft 268 gab Esther Sternlied, Leiterin des Hospitals zu Adoran, bekannt, dass eine neue Schülerin ihren Weg in die Bildungsstätte gefunden habe. Velina Thalira steht am Beginn ihrer Ausbildung und wird alsbald in den Grundlagen der Heilkunde, Kräuterkunde und Alchemie unterwiesen.


Informationsabend im Lichtenthaler Regiment
Am 25. Schwalbenkunft 268 lud das Lichtenthaler Regiment die Bürgerschaft zu einem Informationsabend in das Regimentskastell zu Adoran ein. Angesprochen wurden vornehmlich jene, die durch eine offiziell anerkannte Ausbildung die Fähigkeiten und das Recht erlangen möchten, als Leibwächter in den Dienst zu treten. Gardistin Lydia von Stahl übernahm die Führung, leitete die Anwesenden durch die Themenpfade, beantwortete offene Fragen und gewährte tiefere Einblicke in Anforderungen und Unterrichtsinhalte.


Kopfgelderhöhung
Nach dem ersten ausgestellten Kopfgeld des Lichtenthaler Regiments vom Wechselwind 268 auf das schmuddelige Haupt des gesuchten Verbrechers Tarin Voss, auch ‘Bork’ genannt, wurde zwei Mondläufe später die versprochene Summe von 20.000 Goldmünzen auf 75.000 Goldmünzen erhöht.


Zuzug nach Schwingenstein
Im Namen des Freiherrn von Schwingenstein, Seiner Hochgeboren Beak von Sankurio, ließ dessen Gefolgsfrau, die Priesterin Leandra Kalveron der Temora, verkünden, unter welchen Bedingungen künftig ein Haus in Schwingenstein bezogen werden kann. Sofern man im Besitz eines gültigen Bürgerbriefes aus Adoran oder Berchgard ist und im dortigen Register geführt wird, darf man nunmehr auch ohne persönliches Vorsprechen einen Wohnsitz im Dorf am Kloster der Lichteinigkeit beziehen.




- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -

Zuletzt geändert von Gwenna von Nordlicht am Montag 4. August 2025, 10:19, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

27 | Cirmiasum 268





Veränderungen im Haushalt Tiefenberg
Das Haus Tiefenberg heißt in seinen Reihen mit Stolz eine Heilkundige willkommen, die mit reichhaltiger Erfahrung seit vielen Jahren Linderung in des Volkes Leid bringt und zahlreiche Schüler auf diesem Pfade unterwies, auf dass sie künftig Stützen für ganz Lichtenthal seien. Das Haus Tiefenberg sieht dem künftigen Zusammenwirken mit Esther Sternlied mit Zuversicht entgegen.


Angestellte in der Berchgarder Stadtverwaltung
Nach dem Aufruf der Vogtin Gwenna von Nordlicht, eine weitere Stelle in der Verwaltung Berchgards zu vergeben, erreichten das Rathaus viele Anfragen. Angesichts der mannigfachen Aufgaben in Verwaltung, Festorganisation, Stadtgestaltung und Versorgung entschied die Vogtin, zwei Personen einzustellen. Künftig unterstützen Fräulein Serina Marcel und Herr Nathaniel Dumont die verwalterischen Belange Berchgards.


Neues Osttor für Berchgard
In der Mitte des Monats Cirmiasum 268 ließ Schmiede- und Sappeurmeister Arne Levar Aushänge anschlagen, um Helfer mit Kenntnissen in der Schmiedekunst zu gewinnen. Vom Meister bis zum Lehrling sollte sich ein jeder in Schwingenstein einfinden, der beim Wiederaufbau des Berchgarder Osttores mitwirken wollte.


Neue Schneiderei in Berchgard
Aushänge kündigten die Eröffnung einer neuen Schneiderei durch den Schneidergesellen Emilian Sarturio an. Als Mitglied der Akademie zu Kompass und Schwert unterweist ihn die Hochedle Verdania von Rosenwald selbst. Unter dem Namen Lumen & Lurex bietet Sarturio nun an der Westmauer Berchgards feine Gewänder und robuste Lederkleidung – gefertigt nach Wunsch, Maß und Belieben.


Maskenball zu Adoran
Am 25. Cirmiasum 268 wurde in Adoran zum Maskenball geladen. Unter der Förderung Seiner Hochgeboren Sir Keylon von Salberg, Freiherr von Rittersee, organisierte die Schreinermeisterin Serina Marcel mit allen Mühen und Begeisterung für das Thema 'Tiere des Waldes' einen gelungenen Abend für die tanz- und verkleidungsfreudige Gesellschaft. Nach einer angemessenen Kontrolle durch das wachhabende Lichtenthaler Regiment - das unverkleidet blieb aber durchaus den guten Rock überzog - offenbarte sich ein geschmackvoll eingerichteter Raum mit diskreten Sitzgelegenheiten und einer zentralen Bühne, auf welcher die Eledhrim Nauriell Hitholtha und Miriel Idhralain mit wundersam schönen Klängen die Tanzpaare auf der Tanzfläche hielten. Nach einer Begrüßungsansprache der Veranstalterin Serina Marcel wurden an die Festbesucher Stimmzettel für die Wahl des besten Kostüms vergeben. Und während man sich gegenseitig bewunderte, erfreuten sich an diesem Fokus besonders die Hirsche daran, derer einige den Raum mit gewölbter Brust und stolz präsentierten Geweih einnahmen. Manche womöglich sogar in Brunftlaune. Doch zeigten auch Vögel ihr Gefieder, Eichhörnchen huschten um das Buffet, Füchse lauerten den Kleintieren auf und irgendwo auf der Tanzfläche hob eine Bärin einen jungen Rehbock über ihren Kopf. Den Kostümwettbewerb gewann ein strahlend schöner Pfauenadler. Wir bitten hiermit übrigens die Gewinnerin um die Empfehlung der von ihr gewählten Schneiderei.


Pilgerreisen zu den Schreinen
Am Abend des 22. Cirmiasum 268 lud die Geweihtenschaft der Lichtherrin Temora Gläubige und Verbündete dazu ein, an einer Pilgerreise zu den Schreinen der Hoffnungsträgerin teilzunehmen, die im Osten Gerimors und im neutralen Territorium liegenden Gebieten verzeichnet sind. Der Andrang war groß und viele Vertreter aller gesellschaftlichen Schichten schlossen sich dem Anlass an. An den Schreinen referierten die Knappen Siran van Zac und Alexaner van Bernau über die Lebensgeschichten der Heiligen und die Bedeutung der von ihnen verkörperten Tugenden des Kodex der reinen Seele. Da dies ein wesentlicher Teil ihrer Ausbildung ist, der sie auf einen Pfad der rechtgläubigen Ritterschaft unter dem Schild der Herrin führt, werden diese Pilgerreisen im Osten Gerimors im Ashatar fortgesetzt.


Erhebung einer neuen Knappin
Am 20. Cirmiasum 268 erhob Seine Hochgeboren Sir Beak von Sankurio, Freiherr von Schwingenstein und Paladin der Krone, seine Gefolgsfrau Elisabeth Falkenglanz in den Stand einer Knappin und Edlen. Sie führt nun den Titel Knappin derer von Sankurio und Edle Elisabeth van Falkenglanz. Wir gratulieren ihr zu diesem Schritt, den sie im festen Glauben an Temora auf einen ehrenvollen Weg führen wird.


Warnung vor Dämonen in den Grenzregionen
Am 31. Cirmiasum 268 veröffentlichte das Lichtenthaler Regiment über die geübte Feder der Schriftführerin und Gardistin Viktoria Hamberg, im Auftrag des Konvent des Fuchses, eine Warnung an die Bevölkerung. An den Grenzen zum Alatarischen Reich sind dämonische Manifestationen mit einer merklichen Resistenz gegenüber magischen Einflüssen. Das Regiment spricht eine Reisewarnung für die Gebiete zwischen Grenzwart und Bajard aus, so wie für die an das Alatarische Reich angrenzenden Waldregionen.


Gründung der Lichtwacht
Am 31. Cirmiasum 268 wurden Steintafeln durch Lichtenthal getragen. In einem feierlichen Text verkündete Rago Getwergelyn, dass aus dem früheren Pakt der Morgenröte die Lichtwacht als neue Gemeinschaft hervorgegangen ist. Nach eigener Aussage vereint sie Gläubige, Kämpfer und Wissende, die ohne offiziellen Befehl, aber aus Überzeugung handeln wollen. Die Lichtwacht spricht sich wider Unterdrückung und finstre Paktschlüsse, doch sucht sie den redlichen Austausch mit allen, die ehrbar im Lichte stehen. Mit neuem Zeichen und klaren Farben machen sie kund, wer da steht, wenn Gefahr herannaht.


Anstehende Termine
Am 18. Ashatar 268 öffnet das Hospital zu Adoran unter der Leitung von Esther Sternlied seine Pforten für Bedürftige, die nach Speisen, Trost oder Gesellschaft suchen. Spenden der Bürgerschaft sind gerne gesehen.

Am 24. Searum 268 wird vor Adorans Mauern ein ritterliches Turnier abgehalten. Unter der Schirmherrschaft Seiner Hochgeboren Antarian von Dynal, Freiherr von Thronwall, dürfen die Teilnehmer sich in verschiedenen Disziplinen messen. Es wird auch die Möglichkeit eines Marktes geboten.




- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -

Zuletzt geändert von Gwenna von Nordlicht am Dienstag 5. August 2025, 12:04, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

28 | Ashatar 268





Stadtchronik und Museum für Berchgard
Um die bereits zwanzig Jahre währende, bewegte und einflussreiche Geschichte Berchgards festzuhalten, veranlasste die Hochedle Gwenna von Nordlicht, Vogtin von Berchgard, die Führung einer Stadtchronik. Darin sollen die Gründungsgeschichte, bedeutsame Ereignisse und die Entwicklung der Stadt bis in die heutige Zeit aufgezeichnet werden.
Mit dieser bedeutsamen und umfangreichen Aufgabe wurde der Barde Linus Sturmfang offiziell am 01. Ashatar 268 zum Stadtchronisten berufen. Ihm obliegt es jedoch nicht allein, das kulturelle Gedächtnis Berchgards in Wort und Schrift treu zu bewahren. Unter seiner Verantwortung ließ das Berchgarder Rathaus auch den Uhrenturm umbauen, damit Herr Sturmfang darin als Kurator das städtische Museum weiter ausgestalten kann.
In einem öffentlichen Aushang rief er die Bevölkerung Lichtenthals sowie die mit Berchgard in Bund und Freundschaft verbundenen Völker dazu auf, Erinnerungen, Geschichten und Ausstellungsstücke beizusteuern.


Anstehendes Bierfest
Der jüngst in Dienst genommene Stadtangestellte Nathaniel Dumont stellt sich seiner ersten Bewährungsprobe mit der Ausrichtung des Berchgarder Bierfestes. Schon jetzt können sich die Bierbrauer aus Lichtenthal und den freundlich gesinnten Ortschaften des Umlandes vorbereiten und ihre Teilnahme bei der Stadt vormerken lassen. Die Feier ist für Ende Searum angesetzt.


Die Lichtenthaler Marine & Rekrutierungsoffensive des Regiments
Der lange Zeit verwaiste Turm der Lichtenthaler Marine zeigt endlich Anzeichen von Leben: Fleißige Arbeiter trugen Möbel, Werkzeuge und zahlreiche Kisten in den Turm, die nicht nur darauf hindeuten, dass die in Adoran ansässige Marine Lichtenthals endlich ihren Betrieb aufgenommen hat, sondern auch, dass die tapferen Seeleute Lichtenthals sich auch darauf vorbereiten, die Werte des alumenischen Reiches bald auch zu See zu verteidigen.
Dazu passend hat die Adoraner Werft in letzter Zeit häufig Besuche von Soldaten des Regiments, der Kal Dar Florence Lascari, der Schreinerin Serina Marcel und dem Fräulein Innes Ontanu bekommen. Das dort im Bau befindliche Schiff nimmt kontinuierlich Formen an, auch wenn noch nicht bekannt ist, wann man mit einer Schiffstaufe rechnen kann.
Zeitgleich finden sich aber in ganz Lichtenthal Aushänge des Regiments, die mit den Vorteilen einer militärischen Karriere in Lichtenthal werben. Insbesondere die Angehörigkeit zur Marine scheint ein sicherer Garant für Zuspruch bei der Damenwelt zu sein.
(Gastartikel)


Warnungen des Lichtenthaler Regiments
In den ersten Tagen des Ashatar 268 tauchten in Lichtenthal Zettel mit dem Portrait eines berobten Mannes auf. Die von Korporal van Falkenglanz unterzeichneten Plakate warnten vor dem Anführer der Arkorither, genannt Althan, der mehrfach in der Stadt gesichtet worden sein soll. Zudem forderte man dazu auf, Tiere mit auffälligem oder artfremdem Verhalten unverzüglich dem Regiment zu melden.
In den Tavernen wurde gemunkelt, dass bereits Ratten, Tauben, Katzen, Eichhörnchen und gar eine Kuh mit „verrücktem“ Blick unter Verdacht geraten seien.


Erhebungen im Adel
Grund zum Feiern gab es in diesem Mond gleich zwei mal: Am 05. Ashatar 268 wurde der Paladin, Beak von Sankurio, Freiherr von Schwingenstein, in den Stand eines Barons erhoben. Ihm wird künftig die neu gegründete Baronie Maidenschild, bestehend aus den Lehen Schwingenstein und Rittersee, übertragen. Der Name der Baronie wurde in Gedenken an das frühere Lehen gleichen Namens gewählt.
Kathrina, vormals van Winterwacht, wurde darüber hinaus in Anerkennung ihrer Dienste als Vogtin von Adoran zur Hochedlen erhoben. Ihr unermüdlicher Einsatz im Namen der Stadt und stets im Sinne der dort lebenden Bürger kann kaum genug hervorgehoben werden. Möge sie den Menschen Lichtenthals noch lange erhalten bleiben.
(Gastartikel)


Erhebung zur Magistra Maga
Im Namen des Magistrats des Konvents des Fuchses verkündete Seine Hochwohlgeboren Arcomagus Arenvir Corbinian Gabriel von Tilianas, Baron von Gipfelsturm, die Ernennung Ihrer Hochgeboren Adelena von Salberg zur Magistra Maga. In der Bekanntmachung wurden nicht nur ihre herausragenden Fähigkeiten in der Beherrschung der Magie hervorgehoben, sondern auch ihre besondere Befähigung als Lehrende für die Schüler des Konvents gewürdigt.


Fortsetzung der Schreinreisen
Am 14. Ashatar 268 begab sich erneut eine Delegation von Pilgern unter dem Schutz des Regiments zu einem weiteren Schrein: In unmittelbarer Nähe zum alatarischen Reich und der menekanischen Wüste, suchte man Kontakt zu Brynn, die für den Aspekt der Opferbereitschaft steht. Die Gebete der Gläubigen erwiesen sich als erfolgreich: Brynn erschien der Priesterschaft und gab den Pilgern die Möglichkeit, unter ihren wachsamen Augen Opfergaben darzubringen.
Die Pilger mussten sich allerdings eilen: Über das Gebirge, welches die Durrah vom Rest des Landes trennt, spannte sich nämlich bereits ein Sandsturm, dessen Ausläufer auch den Schrein und die Gesellschaft an Gläubigen erreichen würde. Aus dem Sturm traten grausige Sturmwesen hervor, die dafür sorgten, dass der bis dahin friedliche Abend von Schrei und Gebrüll erfüllt wurde. Obschon die Gesellschaft siegreich hervorging und sich bald schon geordnet zum Rückzug sammeln konnte, war ein tragischer Verlust zu beklagen: Das treue Pferd der Gräfin zu Tiefenberg, Ihrer Erlaucht Helisande von Alsted, war von einem der Sandwesen zu Tode gebracht worden - wie es heißt, ein treues Tier dass die Gräfin schon viele Jahre begleitet hatte und sich nun im Kampf für seine Herrin geopfert hatte. Die Trauer über den Verlust des treuen Rosses im Gepäck, fand sich die Gesellschaft schließlich in Schwingenstein ein, wo die Anwesenden Zeugen eines göttlichen Wunders wurden: Aus einem Wirbel, der keine realistische Einschätzung über Weite noch Ferne zuließ, trat das Ross der Gräfin heraus - lebendig und von allen Wunden aus dem Kampf befreit.
Somit endete der Abend schließlich noch mit einer positiven Note und einem Lehrstück über das Vertrauen in die Schildmaid.
(Gastartikel)


Unterricht im Hospital zu Adoran
Der Lehre müde wird man im Hospital zu Adoran gewiss nicht. Am 22. Ashatar 268 wurde dort ein öffentlicher Unterricht mit anschließender Diskussion angeboten. Thema war: ‘Heiltränke, Kräuter und Behandlungsweisen, die – einem Puls gleich – auf längere Weise wirken.’ Eingeladen waren sowohl Heilkundige als auch interessierte Laien. Als Referenten stellten sich Fräulein Esther Sternlied und Herr Rahes Aurelian Aschenborn den Teilnehmern mit ihrem Wissen zur Verfügung.


Regimentsunterricht in Erster Hilfe
Auch das Regiment steht im Vermitteln von Wissen, gerade mit Blick auf die kriegerische Vergangenheit Lichtenthals, in nichts nach. Dies mag nicht zuletzt daran liegen, dass Fräulein Esther Sternlied nicht nur Leiterin des Hospitals zu Adoran ist, sondern zugleich auch als Gardistin in den Reihen Lichtenthals dient.
Am 19. Ashatar 268 wurden daher Soldaten sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger ins Kastell eingeladen. In diesem Unterricht wurden ihnen jene Handgriffe näher gebracht, die es braucht, um Erste Hilfe zu leisten, bis ein Heilkundiger hinzustoßen kann.


Dämonenplage im Westen
Wie bereits berichtet, machte sich eine Dämonenplage im Westen breit. Die Ursprünge dafür sind zwar unklar, doch dürfte Ketzerei, Häresie und ein genereller Mangel an Benimm und Anstand im Allgemeinen die Kreaturen angezogen und dazu bewegt haben, auch zu bleiben.
Die Insel K’awi und der Freihafen Bajard gaben Reisewarnungen an alle Abenteurer aus, die sich in Grenznähe des alatarischen Reiches aufhielten.
Die tapferen Streiter Lichtenthals stellten jedoch sicher, dass keine der nachtschwarzen Kreaturen den Weg in heimische Gefilde fand. Unter anderem rief das Haus Tiefenberg zu einer Sicherung der Grenzen, die ebenfalls durch das Regiment unterstützt wurde. Gerüchteweise ist die Dämonenplage im Westen jedoch wieder unter Kontrolle.
(Gastartikel)


Alatarische Prediger vor Bajard
Am 17. Ashatar 268 schließlich, fanden sich Prediger alatarischer Gebote vor Bajard ein, offenbar mit dem Ziel, leichtgläubige Beute für ihre Lügen und Verblendungen zu finden. Die Streiter Lichtenthals ließen es sich folglich nicht nehmen, als Beispiel für Anstand und Moral standhaft Position gegen Ketzerei und Unglauben zu beziehen.
(Gastartikel)


Öffentliche Suppenküche
Das Hospital zu Adoran sieht seine Aufgabe nicht allein in der Versorgung der Kranken und Verletzten, sondern auch – in der Tugend des Mitgefühls – in der Unterstützung der Hungernden, Einsamen und Bedürftigen. Laut Anschlägen der Hospitalleiterin Esther Sternlied öffnet das Hospital fortan an jedem dritten Wochenanfang im Monat seine Pforten für eine „Suppenküche“.


Unterricht im Bogenschießen
Die Akademie zu Kompass und Schwert ließ durch Aushänge in Lichtenthal verlauten, dass sie am 13. Ashatar 268 zu einem öffentlichen Unterricht einlädt. Thema war „Schussübungen mit Kurz- und Langbogen“ unter der Leitung des Ausbilders Ramon Dragane. Der Unterricht bot einen praktischen Übungsteil für alle Interessierten.


Unterricht in Ered Luin
Erneut luden Aushänge, unterzeichnet von Alaun Estelcolron, zu einem Lehrabend im Geist von Freundschaft und Frieden ein. Am 21. Ashatar 268 waren alle Interessierten ins Theater von Ered Luin geladen, um dort mehr über die Sprache der Eledhrim zu erfahren.


Aufgehobener Reichsbann
Am 11. Ashatar 268 wurde von Ihrer Erlaucht Nyome von Meerswacht, Gräfin von Meerswacht, eine offizielle Ankündigung zur Angelegenheit des Liedwirkers Ignatius Milan veröffentlicht. Die von Seiner Hochwohlgeboren Arenvir von Tilianas, Baron von Gipfelsturm, erhobenen Anklagepunkte gegen den auf K'awi ansässigen Mann gelten nun als erledigt und vollständig erfüllt. Im Jahr 262 wurde er unter anderem dafür schuldig gesprochen, ehrlose Beleidigungen gegen einen Lichtenthaler Adeligen ausgesprochen, Widerstand gegen Adel und Regiment von Lichtenthal geleistet und einen tätlichen Angriff auf einen Adeligen des Herzogtums verübt zu haben.
Mögen nicht nur sechs Jahre vorangeschritten, sondern auch Vernunft, Weisheit und Lehre auf den Pfaden der vergangenen Zeit mitgewachsen sein.


Der durstige Spielmann
Der lange Johannes stimmt sonst gern anderen ein Liedchen an, doch diesmal hat die Tiefenberger Kunde selbst etwas über ihn zu berichten: So soll er im Dorfkrug offen eingestanden haben, dass er in seiner Bajarder Taverne nicht nur der Wirt, sondern zugleich auch der beste Gast sei. Und wenn er dort einmal bis auf den letzten Tropfen geleert hat, zieht er fröhlich weiter in andere Schänken. Wohl bekomm’s!


Anstehende Termine

Am 01. Searum 268 tauscht das Hospital zu Adoran am Marktplatz Spenden gegen Spenden. Niemand geht mit leeren Händen.

Am 07. Searum 268 richtet das Haus von Dynal in Thronwall auf dem Turniergelände ein Turnier aus. Mit Bogenschießen, Tjosten und einem freien Kampf jeder gegen jeden.

Für den 10. Searum 268 kündigte die Akademie zu Kompass und Schwert eine öffentliche Gildenjagd an.

Am 12. Searum 268 lädt Ihre Erlaucht Helisande von Alsted den Lichtenthaler Adel zu einer Vorbesprechung bezüglich des anstehenden Kriegsrat in die Festung Adlerklamm.

Am 14. Searum 268 reisen die Gläubigen der Schildmaid zum Schrein der Tapferkeit am Rande des Nebelwaldes. Pilger dürfen sich anschließen.

Am 15. Searum 268 tagt der Kriegsrat in der Ritterfestung im Lehen Adlerklamm. Geladen sind auch die Verbündeten Lichtenthals.

Am 18. Searum 268 öffnet das Haus der Künste in Berchgard erstmals die Tore und lädt hierzu feierlich ein.

Am 20. Searum 268 lädt Seine königliche Majestät Ador I. das Volk zur Audienz in den Saal des Adoraner Palastes ein. Insbesondere dürfte dies wohl auch die Schneider des Herzogtums interessieren.

Am 28. Searum 268 richtet die Berchgarder Stadtverwaltung das zweite große Bierfest auf dem Berchgarder Marktplatz aus.




- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -

Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

29 | Searum 268





Großes Berchgarder Bierfest
Am Abend des 28. Searum 268 öffnete die Stadt Berchgard ihre Tore für das zweite große Bierfest. Unter Wimpeln in den Farben der Gräfin von Tiefenberg und des Barons von Gipfelsturm, zwischen Heuballen, Fässern und festlich gedeckten Tischen, fanden sich Bürgertum, Adel wie auch Gäste befreundeter Völker ein, um Hopfen und Malz in Ehren zu halten.
Das Fest, organisiert vom Rathaus und geleitet vom umsichtigen Herrn Nathaniel Dumont, verband die Präsentation edler Braukunst mit ausgelassenem Beisammensein. Vier Bauern – Luisa Mondschein vom Mondscheinhof, Ursula Nopurg vom Aerenauer Hof „Zum Joldenen Tröpfchen“, Nikolai van Graustein von der Junkersteyner Taverne und Ben Kerensi vom Kleeblatthof – boten ihre Biere und Speisen feil und wurden zugleich durch die Spiele des Abends ins Geschehen eingebunden, sodass ihre Mühen nicht unbemerkt blieben.
Zudem war das Lichtenthaler Regiment zahlreich vertreten und sorgte nicht nur für Sicherheit sondern auch für Heiterkeit, unter anderem dadurch, als sie das dekorativ aufgestellte, mit Bierflaschen gefüllte "Bieraten-Boot" einnahmen und Vertreter zum Bierkrugschliddern schickten. Dabei blieb das Fest lückenlos abgesichert.
Den Auftakt der Spiele bildete der Bierschaumwettstreit. Nathaniel Dumont schenkte von jedem Stand ein ausgewähltes Bier mit geübter Hand ein, während der Barde Linus Sturmfang über Schaum, Malz und „schaumige Seelen“ sinnierte. Den Wettstreit der größten und stabilsten Schaumkrone gewann das „Kleeblatthofer Pilz“, dessen Schaumkrone so standhaft war, dass Linus Sturmfang fast ehrfürchtig verstummte – eine Seltenheit!
Es folgte der Namenswettstreit. Ein Komitee aus der Freiin Rheaonna von Bergfall, Herrn Toroyan und Fräulein Marcel bewertete die Einfälle. Den Sieg errang das „Berchgarder Gipfelsturmbräu“.
Schließlich fing das Bierkrugschliddern an – der Höhepunkt für Jedermann. Wer seinen Krug am weitesten über die polierte Theke gleiten ließ, ohne dass er zerschellte, durfte sich Meister des Schlidderns nennen. Hier glänzten Serina Marcel als Erste, Nathaniel Dumont als Zweiter, und Seine Eminenz Berenguer von Salberg als Dritter – letzterer jedoch nur mit Wasser, da Bier zu verschütten gegen seinen Anstand und Glauben sei.


Eröffnung des Hauses der Künste in Berchgard
Mit einer feierlichen Eröffnung am 18. Searum 268 bereicherte Berchgard sein kulturelles Leben um ein neues Zentrum: das Haus der Künste - gelegen direkt hinter dem Rathaus. Geleitet wird es von Linus Sturmfang und Alecia Rundhammer, ersterer ist dabei bereits durch sein Wirken im kulturellen Leben bekannt.
Das Gebäude bietet auf mehreren Geschossen Raum für die Vielfalt der Künste: Im Erdgeschoss erwartet die Besucher eine Theke mit Tischen und einer kleinen Bühne, die künftig Spielleuten und Theatergruppen offenstehen wird. Im Obergeschoss finden sich erste Ausstellungsstücke, eine Bibliothek sowie ein Kunstatelier, das sich der Malerei widmet. Den Höhepunkt bildet das Dachgeschoss mit einem Ausstellungsraum, der einen Rundgang um zentral platzierte Kunstwerke ermöglicht. Dort sind derzeit Gemälde verschiedenster Gattungen, Skulpturen aus unterschiedlichen Materialien, Kunsthandwerk vieler Gewerbe sowie Kuriositäten zu bestaunen.
Zur Eröffnung kamen nicht nur Bürgerinnen und Bürger, sondern auch Vertreter des Adels – allen voran die Vogtin von Berchgard und die Vogtin von Adoran. Meisterliche Handwerker aus dem Nilzadan, Amtsträger aus MenekUr und das Fahrende Volk gaben der Feier ein buntes Gepräge. Als Freund und Ehrengast aus K’awi eröffnete der Spielmann Tom die Bühne mit seiner Musik.
In seiner Eröffnungsrede dankte Linus Sturmfang den zahlreich erschienenen Gästen und trug eigens für den Anlass ein Lied vor. Darin rief er die Besucher auf, sich im Haus der Künste heimisch zu fühlen – sicher und willkommen, gleich welchen Standes. Über allem, so betonte er, sollen Musik, Kunst und Theater stehen. Zugleich machte er deutlich, dass das Haus auch zur Unterstützung von Festen und Feiern offenstehe.


Notunterkunft im Rathaus
Dank der umsichtigen Planung von Serina Marcel verfügt das Berchgarder Rathaus nun über eine flexibel errichtbare Notunterkunft im Ratsgewölbe. Mit dem neuen Mobiliar kann in Krisenfällen schneller ein sicherer Schutzraum für Bedürftige geschaffen werden.


Brandschutzvorkehrungen
Auf Geheiß der Vogtin von Berchgard, Gwenna von Nordlicht, haben die Verwaltungsangestellten Nathaniel Dumont und Serina Marcel in enger Abstimmung mit dem Lichtenthaler Regiment neue Maßnahmen zum Brandschutz innerhalb der Stadtmauern umgesetzt. Nach einer gründlichen Kartierung der Wasserquellen in den verschiedenen Ebenen Berchgards wurden nun Löschstationen eingerichtet. Im Ernstfall können mit Wasser gefüllte Tröge auf beweglichen Karren rasch zum Brandherd gebracht werden.
Die Stadt erinnert daran, dass bei einem Feuer jede helfende Hand gebraucht wird – und dass es streng untersagt ist, die bereitstehenden Löschkarren zu beschädigen oder zu entwenden.


Turnier in Thronwall
Auf Einladung Seiner Hochgeboren Antarian von Dynal und unter der Schirmherrschaft seines Hauses fand am 07. Searum 268 auf dem Adoraner Turnierplatz im Lehen Thronwalden ein großes Turnier statt. Der Platz war festlich geschmückt, Tribünen erhoben sich mit den Bannern der Ritter Lichtenthals und unter den Gästen von Volk, Kirche und Adel nahmen auch Ihre Majestäten auf der Ehrentribüne Platz, flankiert vom Regiment.
Zum Auftakt traten die Schützen an, um ihre Fertigkeiten mit Pfeil und Bogen zu zeigen. Darauf folgte das Tjosten der Ritter Dame Helisande von Alsted, Sir Heinrik von Alsted, Sir Keylon von Salberg und Dame Lydia von Stahl. Unter großem Jubel errang schließlich Dame Lydia den Sieg im Lanzenreiten, worauf sie fortan scherzhaft den Beinamen „Lanzenkracher von Stahl“ erhielt.
Die Vogtin von Adoran, Hochedle Kathrina von Winterwacht, überreichte den Preis mit warmen Worten, ehe der König selbst Dame Lydia auf die Tribüne rief. In seiner Ansprache betonte er, dass Wagemut, Tapferkeit, Können und ein Quäntchen Glück den Sieg entscheiden - und sie mit alledem habe glänzen können. Dann überreichte Seine königliche Hoheit Ador I. im Namen des Hauses Dynal einen Dolch als Trophäe. Begleitet von Applaus und „Hoch“-Rufen hallte die Anerkennung über den Platz.
Im Anschluss zog die Menge zum nördlichen Kampfplatz, wo eine eigens errichtete Arena für den freien Kampf vorbereitet worden war. Ein Mitglied des Hauses Dynal verkündete die Regeln: Kein Schlag zu früh, kein Hieb gegen Gefallene, kein Trug, kein Heilmittel – der Kampf solle rein und ehrenvoll geführt werden.
In den Ring traten: Priesterin Leandra Kalveron, Ritterin Lydia von Stahl, Ramon Dragane von der Akademie zu Kompass und Schwert, Nathaniel Dumont von der Klosterwache, Renold Breg sowie Greya Ontanu vom Regiment.
Die erste Runde wurde unterbrochen, als es zum Einsatz eines vergifteten Blattes kam. Leandra Kalveron gestand, unbedacht eine für den wahren Feind bestimmte Waffe gegriffen zu haben und bat den König um eine zweite Gelegenheit. Auf sein Geheiß legten die Mitstreiter durch das Heben ihrer Waffen ihr Einverständnis für eine Wiederholung ab.
In der zweiten Runde errang Renold Breg, zu diesem Zeitpunkt noch im Rang eines Korporals, den dritten Platz, Nathaniel Dumont den zweiten, und abermals siegte Dame Lydia von Stahl – die große Gewinnerin des Abends.
Mit Worten über Anstand und Mut sowie der Ankündigung weiterer großer Turniere schloss Seine Hochgeboren Antarian von Dynal die Veranstaltung. Der König selbst hob das Haus Dynal als ruhmreichen Ausrichter und Gewinner des Abends hervor und lud zugleich zur nächsten öffentlichen Audienz am 20. Searum 268 ein.


Königliche Audienz im Palast zu Adoran
Am 20. Searum 268 öffneten sich die Tore des Palastes zu Adoran für die festliche Audienz Seiner Majestät König Ador Segenus Corbidian Victor von Alumenas dem Ersten und Ihrer Majestät Königin Ciarda Emyn von Alumenas. Ab der 19. Stunde stand es den Bürgern frei, eigene Anliegen an das Königspaar zu richten.
Zur 20. Stunde trat die Königin in den Saal, begleitet von fallenden Blumen, die ihren Weg bis zum Thron schmückten, der eigens von Dienern an der Seite des Königs vorbereitet worden war. In roter Nharamer Seide mit feinem Spitzenbesatz gekleidet, zog sie die bewundernden Blicke der Damen im Saal auf sich. Gemeinsam mit ihrem Gemahl eröffnete sie die letzte Möglichkeit, Bitten und Anträge vorzubringen – doch da niemand mehr vortrat, deutete der König mit einem Lächeln an: „So wenig Anliegen deuten auf ein äußerst glückliches Volk hin.“
Als erstes rief Königin Ciarda das Volk zu einer großen Modenschau auf. Schneider und Tuchweber des Herzogtums sind eingeladen, ihre Schnitte und Kombinationen zu präsentieren. Die Königin selbst wird die schönsten Werke auszeichnen und sie in Alrynes, dem Zentrum des Königreiches, tragen. Die Kleidungsstücke sollen, so Ciarda, den Geist Lichtenthals widerspiegeln.
Darauf folgten bedeutsame Verkündungen des Königs. Er erinnerte an die Zeiten, da Lichtenthal noch Grafschaft Hohenfels war und verkündete, dass das Regiment Lichtenthal fortan in die Hände Seiner herzoglichen Hoheit Anselm von Lichtenthal übergehe. Zuvor jedoch nahm der König feierliche Beförderungen vor:
Elisabeth Falkenglanz zum Oberstleutnant, Marlan Kabo und Renold Breg zu Feldwebeln.
Eine weitere Entscheidung von Gewicht betraf das Konvent des Fuchses, die königliche Akademie der arkanen Künste. Auch dieses stellte der König unter die Obhut des Herzogs von Lichtenthal, um die Einheit des Herzogtums zu stärken und eine bislang bestehende Sonderstellung aufzuheben. Ein Zeichen des Vertrauens in Lichtenthals Entwicklung.
Zum Abschluss der Audienz trat Sir Keylon vor den König. Mit Worten voller Anerkennung bezeichnete ihn unser Herrscher als einen der einzigartigsten Ritter Alumenas – mit einem Herzen, größer als das Abwägen seiner Taten. In Würdigung seines beherzten Einsatzes und in der Hoffnung auf sein weiteres Wachsen erhob der König Sir Keylon feierlich zum Kronritter.


Kriegsrat auf Burg Adlerklamm einberufen
Am 15. Searum 268 versammelte sich der Orden der Ritterschaft auf Burg Adlerklamm zu einem Kriegsrat, um Pläne für eine Offensive gegen den gemeinsamen Feind zu beraten. Unter dem Ruf „Krone, Reich und Glaube!“ wurden nicht nur die Gemeinschaften und Institutionen des Herzogtums, sondern auch die verbündeten Völker – Eledhrim, Kaluren, Menekaner und Thyren – zur Teilnahme eingeladen. Nach einer Zeit des Gedenkens an die Gefallenen und der Heilung der Wunden soll nun erneut Tatkraft gezeigt werden. Die Ritterschaft machte deutlich: Das Maß sei voll und es gelte, dem Gegner mit vereinten Kräften die Spitze der Klinge entgegenzuhalten.


Fortschritt im Schiffsbau der Lichtenthaler Marine
In der Werft des Adoraner Hafens entsteht derzeit das erste Schiff der Lichtenthaler Marine. Es handelt sich um eine stattliche Brigg mit zwei Masten, die sich hoch über das Deck erheben und schon von weitem sichtbar sind. Das Schiff streckt sich lang und breit durch die Werft, sodass es in den Hafenanlagen kaum zu übersehen ist. Der Innenausbau befindet sich bereits in den letzten Zügen und bald sollen Stapellauf und Anschlagen der Segel in feierlichem Rahmen erfolgen. Mit Abschluss aller Arbeiten wird die Brigg ihren Namen erhalten und zur Jungfernfahrt auslaufen – voraussichtlich schon im Goldblatt, spätestens aber im Rabenmond wird hoffnungsvoll und erwartungsvoll gemunkelt.


Spendensammlung in Adoran
Am 01. Searum 268 war die Leiterin des Hospitals zu Adoran, Esther Sternlied, auf dem zentralen Markt der Stadt anzutreffen. Dort nahm sie in dankbarer Weise die Gaben der Bürgerinnen und Bürger entgegen. Mit dem Ende des Sommers und dem Beginn des kühleren, herberen Herbstes wächst erneut der Bedarf an Kleiderspenden, die im Hospital an Kranke und Bedürftige weitergegeben werden. So zeigt sich, wie sehr Mitgefühl und Hilfsbereitschaft das Herz der Gemeinschaft in Adoran prägen.


Öffentliche Gildenjagd
Die Akademie zu Kompass und Schwert hat ihre interne Gildenjagd öffentlich abgehalten. Am 10. Searum 268 trafen sich Interessierte in Sichelhoch, südlich von Berchgard, um gemeinsam mit den Mitgliedern der Akademie auf Abenteuer auszuziehen. Die Veranstaltung soll fortan regelmäßig stattfinden und steht allen offen, die sich an die Gesetze des Reiches halten.


Pilgerreise zum Schrein der Tapferkeit
Am 14. Searum 268 führte die Priesterschaft der Temora ihre große Pilgerreise zum Schrein des Heiligen Boresal fort. Am Rand des Nebelwaldes, wo die alten Bäume wie Wächter über dem Heiligtum stehen, versammelten sich Gläubige, Freunde und Verbündete. Noch vor der Predigt Ihrer Hochwürden Leandra Kalveron ergriff der Knappe Nikolai van Graustein das Wort. Mit sicherer Stimme sprach er über die Tugend der Tapferkeit und wie sie in jenen zu Größe findet, die sie nicht mit dem Schwert ersuchen.
Anschließend führte Hochwürden Leandra Kalveron in das Leben des Heiligen Boresal ein, dessen Sinnbild, der Buchsbaum, für unbeirrbare Überzeugung und Festigkeit steht. Gemeinsam beteten die Versammelten – laut, leise oder im stillen Herzen – über die Frage, wann und wofür sie selbst Tapferkeit aufbringen wollten.
Da geschah es: Das heilige Buch der Priesterschaft begann zu leuchten, ein Strahlen, das sich über den Schrein ergoss und die Gemeinschaft einhüllte. In diesem Licht offenbarte sich eine aufrechte Gestalt - der Heilige Boresal selbst -, dessen Blick jeden Anwesenden durchdrang. Mit fester Stimme mahnte er: Tapferkeit sei nicht das Fehlen von Angst, sondern das Handeln trotz dieser.
Kaum waren die Worte verklungen, erhob sich aus dem Schatten der drohende Umriss eines platinfarbenen Drachens – Sinnbild der Zweifel und der Furcht. Was folgte, war eine Prüfung des Mutes, der Standhaftigkeit und der Treue zum Licht. Jene, die Waffen trugen, stellten sich der Bedrohung und der Kampf wurde in gemeinsamer Kraft entschieden.
Als die Schatten gewichen waren, legte sich eine ehrwürdige Stille über den Schrein, in der einzig das Lob des Heiligen für die tapferen Streiter nachhallte.


Anstehende Termine
Am 03. Goldblatt 268 ruft der Orden der Ritterschaft das wehrfähige Volk zur Heerschau auf. Man versammelt sich ein viertel Maß nach der achten Abendstunde am Turnierplatz vor Adoran.




- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -

Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Re:

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

30 | Goldblatt 268



Die Offensive gegen Grenzwarth
Im Eluviar 268 bewegte sich das Heer des Alatarischen Reiches durch Lichtenthal und zog eine Schneise aus Blut und Zerstörung hinter sich her. Leichen säumten Junkersteyns Pfade, die Festung der Excubitores wurde eingenommen, Berchgards Stadtmauer zertrümmert, Häuser angezündet, in der Unterstadt geraubt, geplündert, beschmutzt, verhöhnt, verdorben und die unschuldige Bevölkerung in die Enge getrieben. Doch Lichtenthal befreite sich in einem glorreichen Sieg gegen den Feind. Aber die Antwort reichte nicht. Unter dem Banner des Ordens der Ritterschaft zu Gerimor wurde am 03. Goldblatt 268 zur Heerschau einberufen. Nicht nur Lichtenthal folgte diesem Ruf; Verbündete aller Völker schlossen sich an, um die Antwort an das Alatarische Reich lauter und deutlicher erklingen zu lassen.
Ihre Erlaucht, Dame Helisande von Alsted, Ritterin der Krone, weihte die Anwesenden in den lange vorbereiteten Plan ein: die Vorhut, die bereits aufgebrochen war, die vorgesehenen Marschwege, die Zeitpläne und die Angriffsprioritäten. Nach einem Segen durch die Geweihtenschaft Temoras setzten sich die Kampftruppen in Bewegung und stießen südlich von Grenzwarth zum Aufbau- und Lagertrupp, der vom Lichtenthaler Regiment angeführt wurde.
Doch schon nahe der Ortschaft Grenzwarth hallten die Alarmglocken des Feindes und früher als geplant wurde der erste Angriff Lichtenthals gegen das Dorf eingeleitet. So deutlich die Botschaft jedoch war: die Streiter im Zeichen des Lichtes ließen allen Zivilisten die Möglichkeit, unbehelligt nach Norden abzuziehen und ungestört die Flucht in die nächstgrößere Stadt anzutreten. Wer blieb, musste sich jedoch den Konsequenzen stellen. Die Flüchtenden laufen zu lassen bedeutete auch, die Armee des Westens schneller anrücken zu lassen.
Die Heere trafen sich an der Ortsgrenze und nach einem verbalen Schlagabtausch zwischen dem feindlichen Ritter Kava Shasul und der Kronritterin Dame Helisande von Alsted wurde der Kampf eingeleitet. Während die Waffen klirrten, drohten dunkle, dichte Schatten sich gegen die Streiter zu wenden. Die Kleriker Temoras setzten sich mit der Kraft ihrer Herrin gegen das Wirken der Diener Kra'thors ein.
Der Rückzug erfolgte ins Lager, das rundherum mit Palisaden gesäumt und mit einzelnen Wachtürmen versehen wurde. Erste Schwerverletzte wurden in das Adoraner Hospital gebracht, andere im Lazarettzelt versorgt.
Am Folgetag rückten immer wieder Truppen über den Tag verteilt aus. Erst am Abend versammelte man sich am Feuer und erhielt weitere Anweisungen des Kronritters Sir Heinrik von Alsted über die Angriffspläne auf die Festung der feindlichen Ritterschaft bei Düstersee.
Währenddessen brachen die Geweihten des Klosters der Lichteinigkeit, begleitet vom Lichtenthaler Regiment, mit dem Licht der Herrin im Feindesland auf. Der Tag und die Nacht sollten ereignisreich bleiben: Kaluren und Thyren, deren Waffen weithin gefürchtet sind, wurden von aufgeschreckten Letharen am Grenzwarther Wachturm festgehalten, bis das Lichtenthaler Heer die dunkle Brut vertrieb.
Gleichzeitig gelang es einer Einheit, die Ritterfeste zu Düstersee zu beschädigen und an der Mauer Verwüstung und Unruhe zu stiften. Ein deutliches Zeichen, wie weit Lichtenthal in das Herz des feindlichen Landes vorzudringen vermochte – so deutlich, dass sogar Düstersee selbst einen Angriff erwartete und Fluchtboote bereithielt.
Am dritten Tag stärkten die Geweihten Temoras das Heer mit einer Feldmesse. Nahtlos wurde der Angriffsplan fortgeführt. Unter der Leitung des Kronritters Sir Keylon von Salberg zog eine Truppe zum Grenzwarther Wachturm, der mithilfe menekanischen Brandöls in Flammen gesetzt wurde. Die Ehre, die Fackel zu werfen, erhielt die Hochedle Gwenna von Nordlicht als offizielle Vertreterin Berchgards.
Nach ihrer Rückkehr wurden die nördlich des Lagers aufgestellten Katapulte vorbereitet und beladen. Während das Dorf weiter in Trümmer zerfiel, brach die Nacht herein – und mit ihr die Untoten, die an der Palisade entlangschlurften und am Holz kratzten. Der Feind nutzte die Ablenkung und legte an mehreren Stellen Feuer. Das Holz drohte instabil zu werden, Geschöpfe schlugen von außen dagegen. Doch vorbereitete Löschketten begannen sofort, die Palisaden zu wässern und die Flammen zu ersticken.
Schließlich brachen die Truppen im Norden aus dem Lager aus und es kam zu langen, blutigen Kampfhandlungen zwischen den Häusern des Dorfes und den angrenzenden Waldgebieten.

Was verrichtet werden musste, wurde getan. Es wurden Zeichen gesetzt, Antworten gegeben und Warnungen hinterlassen.

Lichtenthal kehrte nach Hause zurück.


Krankentransportwagen
Not macht erfinderisch – und erneut zeigte sich, wie viel Einfallsreichtum in den Reihen Berchgards schlummert. Die Schreinerin und städtische Angestellte Serina Marcel erkannte während der Offensive gegen Grenzwarth die dringende Notwendigkeit, Verwundete schneller und sicherer aus dem Feindesland zu bringen.
Kurzerhand entwarf und baute sie einen speziellen Transportwagen, mit dem verletzte Streiter wohlbehalten bis zum Hafen von Menek’Ur geleitet werden konnten. Wir dürfen wohl annehmen, dass sie dieses nützliche Gefährt künftig weiter verfeinern und einer breiteren Nutzung zugänglich machen wird.


Neues Osttor in Berchgard
In der letzten Hälfte des Goldblattes 268 war es endlich soweit, der bedeutsame Moment, als Berchgards Stadtmauer im Osten seine Vollständigkeit zurückgewinnen sollte. Das neue Stadttor wurde eingesetzt. Die massive Schmiedearbeit zog sich über viele Wochen und brauchte etliche Hände und Fachkenntnisse unter der Anleitung von Meister Arne Levar, des Königlichen Hofschmieds zu Lichtenthal. Berchgard stand einen Moment lang still, als das Tor von der Oberstadt heruntergetragen und in der Mauer wieder eingelassen wurde.


Ehrungen im Lichtenthaler Regiment
Unter der Federführung des Feldwebels Marlan Kabo ließ das Lichtenthaler Regiment in der Nacht des 22. Goldblatts 268 eine feierliche Proklamation anschlagen. Mehrere Soldatinnen und Soldaten des Lichtenthaler Regiments wurden für ihren Einsatz während der jüngsten Offensive gegen das Alatarische Reich ausgezeichnet. Das Ehrenabzeichen der gekreuzten Klingen in Bronze erhielten Arjen Elsinga, Viktoria Hamberg, Greya Ontanu und Lydia von Stahl für herausragende Tapferkeit. Gardistin Cecilia wurde nicht nur mit dem Verwundetenorden für ihren selbstlosen Dienst trotz eigener Verwundung geehrt, sondern zugleich zur Wachtmeisterin und Lagermeisterin des Regiments ernannt. Zudem erfolgte die Beförderung innerhalb des Offizierskorps von Lydia von Stahl in den Rang eines Korporals. Weitere Ehrungen sollen folgen, sobald die Soldaten, die aufgrund ihrer Dienstpflichten nicht anwesend sein konnten, wieder im Regimentkastell antreten.


Verkündung des Hauses von Stahl
Am 15. Goldblatt 268 ließ Dame Lydia von Stahl, Ritterin Orden Alumenas zu Gerimor und Hochedle zu Lichtenthal, im Namen ihres Hauses sowie des Hauses von Dynal verkünden, dass fortan Greya Ontanu als Leibwächterin im Dienst des Hauses von Stahl stehe und dessen Schutz genieße.


Disablot
Zu Beginn des Monats wurden Einladungen durch Lichtenthal getragen und die Kunde verbreitete sich, dass das Volk der Sturmheuler von Wulfgard am 15. Goldblatt 268 seine Verbündeten dazu einlud, am Disablot teilzunehmen. Ein Fest des Dankes für die Ernte und zur Begrüßung des herannahenden Winters. Die Stimme des Nordens, Djurgeirr vom Clan der Mandre, nahm die Anmeldungen zum Belegen von Marktständen entgegen. Unsere Redaktion konnte zwar nicht persönlich vor Ort sein, doch begegnete uns später eine ganze Schar beschwingter Lichtenthaler, die mit leeren Münzbeuteln, vollen Taschen und reichlich Met im Blut zurückkehrten.


Anstehende Termine
  • Am 16. Rabenmond 268 lädt die Stadtverwaltung Berchgards zum Herbstfest auf dem Rathausplatz und zu einem unvergesslichen Spaziergang durch das Ratsgewölbe ein.
  • Am 22. Rabenmond 268 laden die Kronritter Sir Heinrik von Alsted und Dame Helisande von Alsted zu einer Ehrenfeier nach Berchgard ein, anlässlich der Stadtverteidigung Berchgards und der Offensive gegen Grenzwarth.
  • Am 28. Rabenmond 268 heißt Serina Marcel Besucher im Hort des Wissens willkommen, um ihnen durch Informationen Hilfestellung beim Einleben im Herzogtum Lichtenthal zu leisten.
  • Am 30. Rabenmond 268 wird in Gedenken an den Heiligen Fasamar ein großer Büchermarkt auf dem Berchgarder Marktplatz veranstaltet.
  • Am 04. Alatner 268 werden sich viele Händler auf dem Berchgarder Marktplatz versammeln und anlässlich des Tages der kleinen Geschenke ihre Waren anbieten.
  • Am 05. Alatner 268 lädt das menekanische Volk zu seinem traditionellen und groß zelebrierten Salzfest in die Durrah ein.
  • Am 10. und 11. Alatner 268 können all jene, die beim Wichteln mitmachen, am Hort des Wissens ihre Geschenke abholen.
  • Am 14. Alatner 268 wird in der Adoraner Kirche wird von der Geweihtenschaft Temoras eine Messe zum Abschluss der Schreinreisen der vergangenen Wochen gehalten.
  • Am 11. Hartung 269 wird im Lehen Rittersee ein großes Winterfest veranstaltet, das viel Unterhaltung verspricht.
  • Am 18. Hartung 269 laden das Haus Stahl und das Haus Dynal zum Winterturnier in Thronwall ein. Teilnehmende Streiter dürfen sich auf mehrere Runden freuen.




- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -

Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Re: Re:

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

31 | Rabenmond 268



In eigener Sache – Die Tiefenberger Kunde sucht Verstärkung
Um auch künftig das Geschehen im Herzogtum Lichtenthal und darüber hinaus zuverlässig festzuhalten, sucht die Redaktion der Tiefenberger Kunde nach Mitarbeitern. Gesucht werden kundige Berichterstatter, die Kriegs- und Kampfgeschehen aufmerksam begleiten und sachlich zu Papier bringen, ebenso wie verlässliche Quellen, welche öffentliche Aushänge aus K’awi und Bajard zusammentragen. Darüber hinaus werden Schreiber gesucht, die öffentliche Anlässe mit sicherer Feder schildern, sowie Informanten, die für gezielte Befragungen und Recherchen zur Verfügung stehen.
Die Mitarbeit wird entlohnt und allen, die sich dieser Aufgabe annehmen, steht zudem die Schreibstube der Zeitung in der Scriptorei Nordlicht zu Berchgard zur Nutzung offen.


Herbstfest in Berchgard
Am 16. Rabenmond 268 richtete Nathaniel Dumont im Namen der Berchgarder Stadtverwaltung ein Herbstfest auf dem Rathausplatz aus und verlagerte einen besonderen Teil der Kurzweil in das Berchgarder Ratsgewölbe. Dieses war zuvor mehrere Tage für die Vorbereitungen geschlossen gewesen, was die Erwartungen der zahlreich herbei strömenden Festbesucher merklich steigen ließ.
Auf dem Rathausplatz erwarteten die Gäste Speisen und Getränke, deren schaurige Erscheinung an die Nächte der Geister und Kreaturen gemahnte. Sie waren ein dezenter Hinweis auf das Geheimnis des Rathauskellers: Das Gewölbe verwandelte sich in ein wahres Laufhaus des Schauers: geschmückt mit Attrappen von Skeletten, Untoten, Spinnen, greifenden Händen und allerlei Folterwerk. Wie es Herrn Dumont gelang, manches davon gar in Bewegung zu versetzen, bleibt ein ungelöstes Rätsel.
Nicht minder erstaunlich war, wie Vogtin Gwenna von Nordlicht mit einem einzigen, wohlgesetzten Schlag das Spiel „Hau den Rahaler“ für sich entschied. Zum Abschluss des Abends maßen sich Linus Sturmfang und Nathaniel Dumont in einem Duell am Wasserbottich. Dieses gewann der Barde, indem er mit geschicktem Biss zehn Äpfel aus dem Wasser fischte – sehr zum Vergnügen der umstehenden Menge.


Berchgarder Büchermarkt
Am 30. Rabenmond 268 setzte Berchgard die Reihe der Feierlichkeiten anlässlich des zwanzigjährigen Stadtjubiläums fort und beging den Berchgarder Büchermarkt. Ausgerichtet wurde das Fest von der Hochedlen Gwenna von Nordlicht und dem Stadtchronisten Linus Sturmfang im Auftrag der Stadtverwaltung.
Bereits Tage zuvor war der Marktplatz mit großer Sorgfalt vorbereitet worden. Zierden und Girlanden schmückten die Stände der Händler, während ein großer, zentraler Pavillon in anheimelnder Atmosphäre einer Bibliothek glich: Er bot Bühne und Sitzbänke und schützte Leser wie Zuhörer gleichermaßen vor Wind und Wetter. Ergänzt wurde dies durch kleinere Zelte, die zum stillen Lesen einluden, sowie durch Lagerfeuer, an denen Geschichten geteilt und Erinnerungen gewoben wurden.
Nicht allein das Thema des Festes zog Besucher aus Nah und Fern an, sondern auch die gemeinsam mit der Kirche Temoras begangene Ehrung des Feiertages des Heiligen Fasamar. An den Marktständen waren neben dem Hort des Wissens, dem Haus der Künste und der Kirche Temoras auch zahlreiche Bürger Lichtenthals vertreten, die Holzarbeiten und eigene Schriften darboten. Der Zuspruch war so groß, dass mancher Stand Bestellungen für die kommende Zeit entgegennehmen musste. Eine besondere Neuerung stellten die neu eingeführten Sammelstände dar, die ohne vorherige Anmeldung von mehreren Personen für selbstbestimmte Zeit genutzt werden konnten.
Eingeleitet wurde der Büchermarkt durch eine feierliche Ansprache des Stadtchronisten Linus Sturmfang. Darauf folgte eine Lesung durch Hochwürden Leandra Kalveron aus „Von den reinen Seelen und flammenden Erwachen“, dem vierten Band dieses Werkes. Eine Segnung der Festbesucher beschloss das Wirken der Dienerschaft Temoras und stellte das Fest unter den Schutz der Göttin.
Bis tief in den Abend hinein blieb die Bühne belebt. Unter den Darbietungen fand sich auch ein großer Gesangsauftritt der Spielmänner Baldur Burgward, Tom Levitt und Linus Sturmfang, der dem Büchermarkt einen würdigen und klangvollen Ausklang verlieh.
Derweil stand der unsichtbare Bibliothekar mit nur Schuhen und Hut bekleidet in der Kälte und sammelte Spenden für das sich aufbauende Stadtmuseum und für neue Gewandung in Anbetracht des nahenden Winters.


Ehrenfeier für die Streiter von Berchgard und Grenzwarth
Am 22. Rabenmond 268 luden die Kronritter Sir Heinrik von Alsted und Dame Helisande von Alsted im Namen des Ordens der Ritterschaft zu Alumenas zur Ehrenfeier für die Streiter der Schlachten um Berchgard und Grenzwarth. Am Abend füllte sich der Berchgarder Marktplatz mit Kämpferinnen und Kämpfern aus Lichtenthal sowie mit Angehörigen jener Völker, die im Ringen gegen den gemeinsamen Feind an unserer Seite gestanden hatten.
Auch der Adel der Grafschaft Tiefenberg erwies den Streitern seine Achtung: Unter den Anwesenden befanden sich unter anderem die Baronin von Silbersteyn, der Baron von Gipfelsturm sowie die Vogtin von Berchgard, deren Präsenz die Anerkennung für das Geleistete sichtbar machte.
Den feierlichen Auftakt gestaltete der Stadtchronist und Barde Linus Sturmfang mit dem Vortrag seiner Ballade „Wir leben“, die er anlässlich der Schlacht um Berchgard im Eluviar 268 verfasst hatte. Die Worte und Klänge fanden einen tiefen Widerhall und bewegten so manches Gemüt.
Nach einer Ansprache der Gräfin von Tiefenberg über das Feuer des gerechten Zorns und den bei Grenzwarth verlorenen Wachturm ergriff Sir Heinrik von Alsted das Wort. Er hob die Kraft hervor, die aus der Verbindung und Einigkeit der verschiedenen Völker erwächst, und wie eben diese Gemeinschaft die Stärke formt, mit der man dem gemeinsamen Ziel entgegen strebt: dem Frieden auf der Insel. Er dankte allen anwesenden wie abwesenden Streitern und gedachte in stiller Würde der Gefallenen.
Im Anschluss stiftete die Grafschaft Tiefenberg Orden für alle Beteiligten, die noch am selben Abend angenommen werden konnten. Doch damit war die Reihe der Ehrungen nicht erschöpft: Sir Heinrik von Alsted bat Feldwebel Marlan Kabo vor die Versammlung und verlieh ihm im Namen des Ordens der Ritterschaft zu Alumenas das Signalhorn für Führung und Stärke – als Anerkennung seines Einsatzes und seiner bewährten Führung während beider Feldzüge.


Umbauten an der Adoraner Kirche
Am 08. Rabenmond 268 waren es nicht die Klänge einer Predigt, die durch das Hauptschiff der Adoraner Kirche hallten. Es waren schwere Schritte und noch schwerere Hiebe von Hämmern gegen die Außenmauer des Kirchengebäudes. Steinmetze, Schmiede und freiwillige Helfer taten ihr Werk und verbanden durch einen Mauerdurchbruch die Kirche mit dem Glaubenshaus. Zudem schmücken nun neue Buntglasfenster die Kirche und verleihen dem Inneren einen ganz neuen Lichteinfall. Auch war es allen gestattet, Vorschläge für weitere Anpassungen und Verschönerungen vorzubringen - denn auch das gehöre dazu Teil der Glaubensgemeinde zu sein.


Possenbriefe über die Marine
Auf dem Berchgarder Büchermarkt waren sie erstmals aufgefallen: Spottgedichte über den Adel und die Lichtenthaler Marine. Hier und da wurden sie zwischen die Auslagen der Händler geschmuggelt. Für den Autor haben wir eine Antwort verfasst. Er kann sie im Berchgarder Dorfkrug finden. Prost!


Informationsabend im Hort des Wissens
Für den 28. Rabenmond 268 luden Aushänge in Lichtenthal und Umgebung zu einem Informationsabend im Hort des Wissens nahe Kronwalden ein. Die Zusammenkunft richtete sich insbesondere an Neuankömmlinge im Herzogtum. Ziel der Veranstaltung war es, einen Überblick über das Herzogtum Lichtenthal zu geben und Fragen der Interessierten zu beantworten. Eine Fortführung solcher Treffen an den folgenden fünften Wochentagen wurde in Aussicht gestellt. Die Einladung erfolgte durch Serina Marcel, Schreiner- und Bognermeisterin zu Kronwalden und Stadtangestellte von Berchgard, im Auftrag Ihrer Hochgeboren Amelie von Salberg, Freiherrin von Kronwalden.


Neue Akoluthin
Die Kirche der Temora vom Kloster der Lichteinigkeit gab durch die Feder Ihrer Hochwürden Leandra Kalveron am 23. Rabenmond 268 die Erhebung der Novizin Mirabell bekannt. Durch die Gnade der Göttin wurde sie zur Akoluthin berufen und tritt fortan als Schwester Mirabell in den Dienst Temoras. Wir wünschen Ihr hierbei Erfüllung in ihrem Wirken.


Aufruf zur königlichen Modenschau
Am 19. Rabenmond 268 richtete der Hort des Wissens im Auftrag Ihrer königlichen Majestät Ciarda Emyn von Alumenas einen Aufruf an die Schneiderinnen und Schneider des Herzogtums Lichtenthal sowie an die verbündeten Reiche. Gesucht werden kunstvolle Gewänder von königlicher Würde - eines für eine hohe Dame und eines für einen hohen Herrn. Die gefertigten Werke sollen im Rahmen einer kommenden Modenschau erstmals gezeigt und anschließend im Tanzsaal des Adoraner Palastes ausgestellt werden. Die erlesensten Gewänder werden von Ihrer königlichen Majestät ausgewählt und auf das Festland mitgenommen, um dort als Sinnbild hiesiger Handwerkskunst zu dienen.
Interessierte Schneider wurden eingeladen, sich beim Hort des Wissens zu melden, um die weiteren Einzelheiten abzustimmen. Der Zeitpunkt der Modenschau soll zu gegebener Zeit bekannt gegeben werden.


Anstehende Termine
Am 04. Alatner 268 werden sich viele Händler auf dem Berchgarder Marktplatz versammeln und anlässlich des Tages der kleinen Geschenke ihre Waren anbieten.
Am 05. Alatner 268 lädt das menekanische Volk zu seinem traditionellen und groß zelebrierten Salzfest in die Durrah ein.
Am 10. und 11. Alatner 268 können all jene, die beim Wichteln mitmachen, am Hort des Wissens ihre Geschenke abholen.
Am 13. Alatner 268 lädt der Hort des Wissens zum zweiten Informationsabend ein.
Am 14. Alatner 268 wird in der Adoraner Kirche wird von der Geweihtenschaft Temoras eine Messe zum Abschluss der Schreinreisen der vergangenen Wochen gehalten.
Am 19. Alatner 268 findet im Hospital zu Adoran ein Unterricht zur Lehre der Gesundheit und Stärkung des menschlichen Körpers statt.
Am 09. Hartung 269 lädt der Hort des Wissens zum dritten Informationsabend ein.
Am 11. Hartung 269 wird im Lehen Rittersee ein großes Winterfest veranstaltet, das viel Unterhaltung verspricht.
Am 18. Hartung 269 laden das Haus Stahl und das Haus Dynal zum Winterturnier in Thronwall ein. Teilnehmende Streiter dürfen sich auf mehrere Runden freuen.



- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -

Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Re: Re:

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

32 | Alatner 268



Die Rückkehr des Bären – Zum Ursprung des Berchgarder Symbols
Mit der großzügigen Spende eines von Manne vom Clan der Mandre kunstvoll geschnitzten Bärentotems ehrte das Volk der Thyren - mit unserem höchsten Dank - den Aufbau des neuen Stadtmuseums zu Berchgard. Die am 14. Alatner 268 überreichte Gabe markiert nicht allein ein festliches Zeichen zum 20-jährigen Jubiläum unserer Stadt, sondern führt zugleich zurück zu ihren bislang kaum bekannten Wurzeln unserer Heimat am Hang des Berges.
Denn im Zuge der von Linus Sturmfang geführten Chronikforschung wurde offenkundig: An der Gründung Berchgards waren vor zwei Jahrzehnten auch die Thyren beteiligt. In ihrer Kultur gehört der Bär zu den höchsten ihrer Totems und steht aufrecht als Sinnbild für Heilung und schützende Kraft, aber auch für eine ungezügelte Kraft, die sich unter brechenden Pranken gegen einen Feind richten kann.
Auch die zweite Seele Berchgards trägt den Bären in sich: Die Stadt liegt an den Hängen des Berges Nilzadan und ist über ihre Mine eng verknüpft mit dem Volk Kaluren. Die Bewahrer des Steinreiches stehen unter dem Schutz des Gottes Cirmias, der in der Gestalt eines gewaltigen Bären erscheint.
So fügt sich, was einst nur als schmückendes Wappen Berchgards galt, zu einem deutlichen Bild: Der Bär ist nicht allein zierender Kopf aus Stein an unseren Mauern – er ist Ursprung und Sinnbild dieser Stadt. Er steht für Heilung nach Krieg, für Beharrlichkeit im Handwerk, für Schutz im Angesicht der Feinde und für die Kraft, wenn Berchgard sich erhebt.
Das Museum zu Berchgard wird künftig die Chronik dieser Verbundenheit bewahren: Zwischen Menschen, Thyren und Kaluren – und dem Bären, der uns alle eint. Möge sein Totem im Museum stehen als stummes, doch wachendes Zeichen dafür, wer wir waren – und wer wir sind.


Markt der kleinen Geschenke
Am 04. Alatner 268 lud die Stadtverwaltung Berchgards zum diesjährigen Markt der kleinen Geschenke, der in den Abendstunden zahlreiche Besucher auf den Marktplatz zog. Ausgerichtet wurde der Markt im Auftrag der Hochedlen Gwenna von Nordlicht von der Stadtangestellten und Handwerksmeisterin Serina Marcel, die erneut ihre Hand für Organisatorisches bewies.
Talentierte Händler aus Lichtenthal und den verbündeten Landen füllten alle verfügbaren Stände mit Waren für all jene, die noch auf der Suche nach einem Geschenk für ihre Vertrauten waren. Vertreten waren unter anderem der Schneider Emilian Sarturio aus Berchgard, der Salzschürfer und oft gesehene Gast Dakhil Bashir aus Menek’Ur, sowie der Adoraner Schmied Wilbert Eichenhain. Auch das Haus der Künste war durch Linus Sturmfang vertreten, während Serina Marcel selbst handwerkliche Arbeiten aus eigener Werkstatt anbot. Für das leibliche Wohl sorgte der Kleeblatthof.


Zweiter Informationsabend im HdW
Am 13. Alatner 268 fand zum zweiten Male ein Informationsabend im Hort des Wissens statt. Im Auftrag Ihrer Hochgeboren Amelie von Salberg empfing die Schreiner- und Bognermeisterin Serina Marcel interessierte Bürger und Neuankömmlinge in den Hallen des Wissens, um Kunde über das Herzogtum Lichtenthal zu geben und Fragen zu beantworten.


Wichteln am Hort des Wissens
Wie jedes Jahr lud der Hort des Wissens zu Nebelpass zum traditionellen Wichteln ein. Vom 20. Rabenmond 268 an trugen eifrige Teilnehmer ihre Namen auf Pergament ein und warfen sie in die goldene Kiste des Schicksals. Wer darin landete, war fortan nicht nur Wichtel, sondern ebenso Gewichtelter. Am 27. Rabenmond 268 begann der heimliche Zauber: Namen wurden gezogen, Wichtelgedanken gesponnen und kleine Gaben vorbereitet, die – dem Geist des Festes entsprechend – bescheiden blieben. Kein Geschenk sollte den Wert von fünf Kronen übersteigen. Bis zum 02. Alatner 268 wanderten die Aufmerksamkeiten zurück in die goldene Kiste. Am 10. und 11. Alatner 268 schließlich öffneten sich die Türen des Hortes – und die Mitarbeitenden des Hortes überreichten mit warmen Worten die Präsente an glückliche Empfänger.


Abschlussmesse der Schreinreisen - Ein Drache unter Adoran
Am 14. Alatner 268 versammelten sich Gläubige aus Nah und Fern in der Hauptstadt des Herzogtums, um der abschließenden Messe der Geweihtenschaft Temoras beizuwohnen. Als die Tiefenberger Kunde mit verzeihlicher Verspätung in der Kirche eintraf, klangen die ehrwürdigen Worte Seiner Eminenz Antorius bereits zwischen den steinernen Säulen wider – eine Anrufung aller sieben Heiligen, die Kinder der Göttin Temora, deren Tugenden als Sternenlichter unseres Handelns geehrt wurden.
Im Anschluss trat Ihre Hochwürden Leandra Kalveron vor die Gemeinde und rief jene auf, die auf ihren Reisen zu den Schreinen ein Zeichen der Heiligen empfangen hatten. Paladin Beak von Sankurio, Ihre Erlaucht Helisande von Alsted, Serina Marcel, Esther Sternlied, die Wachtmeister Cecilia und zwei uns leider noch unbekannte Männer traten nach vorn – und Licht, warm wie sommerliche Dämmerung, schien trotz Winternacht durch die Kirchenfenster zu brechen. Ein weicher Blauglanz umhüllte jene, die im Mittelgang standen und nachfolgend mit der Klosterwache die besonderen Laternen und Statuetten an ihre Plätze an der Nordwand brachten. Begleitet wurde dieser Akt von Florence Lascari, deren Lautenspiel sanft hallend die Stille füllte.
Hochwürden Kalveron sprach weiter, deutete darauf, dass eine der sieben Laternen noch fehlen würde. Sie referierte mit hoffnungsvollen Worten über die Bedeutung der Lehren Temoras und ihrer Tugenden in unserem Leben. Dass ihnen zu folgen auch dann Bedeutung habe, wenn niemand es sieht.
Nach ihrer wieder höchst gelungenen, wortgewandten und bewegenden Predigt war es die junge Akoluthin Mirabell, welche die Ehre erhielt, die letzte Laterne an ihren Platz bringen zu dürfen.
Dann aber erschütterte ein seltsames Knistern den kirchlichen Frieden: Risse durchfurchten die Fliesen des Kirchenbodens unterhalb des Altarbereichs, ein warmes Licht brach daraus hervor, und noch ehe Schrecken vollends um sich greifen konnte, folgte ein Schrei – kein menschlicher, sondern der eines Greifen, hallend und unmissverständlich. Schließlich schoss eine Fliese nach oben, getrieben von einer Feuersäule, die bis zur Decke fuhr – ohne jemanden zu verbrennen. Unter ihr tat sich ein Glasfenster auf, das in die Tiefe blicken ließ. Ein Grollen antwortete, die Erde bebte, Steine fielen. Messebesucher flohen hinaus, und dort – auf dem Kirchplatz – stand er: ein goldener Greif.
Er sprach von einem Gegner, den er nicht allein bezwingen könne, und von einem Weg, den er zu weisen imstande sei. Einst, so heißt es, sei dies eine Prüfung der Göttin gewesen, versiegelt unter dem Kirchenschiff. Und so folgten ihm gerüstete Streiter hinab in jene Dunkelheit. Was dort geschah, wurde nur bruchstückhaft bekannt: Ein Augenzeuge berichtet von einem vermoderten Raum, einem Gang einer Ruine gleich – und einer gewaltigen Höhle, dem Hort eines Drachen aus Onyx. Ähnlich dem Monster, welches bereits als Prüfung auf der Schreinreise bekämpft wurde. Gemeinsam sei der Drache erschlagen worden – und die Höhle sei nach dem Kampf eingestürzt. Ein anderer Zeuge berichtete uns von einem Schatz, der mehrere Rathauskammern hätte ausfüllen können. Und von einem Kaluren, der einen kurzen Moment nutzte, um in diesen Münzen zu baden.
Währenddessen blieben oben jene zurück, die nicht bewaffnet waren: Die Hochedle Gwenna von Nordlicht übernahm die Organisation, teilte Heilkundige zu Hospitaldiensten ein und richtete zusammen mit Serina Marcel eine erste Wundstelle vor der Kirche ein – unterstützt von einem eigens gebauten Krankentransportwagen aus Fräulein Marcels Werkstatt. Ohne Verluste kehrten alle Streiter auf den Kirchenvorplatz zurück.


Unterricht im Hospital
Kurzfristig, aber durchaus willkommen, kursierte in Lichtenthal die Einladung des Hospitals zu Adoran zum Unterricht zur Lehre der Gesundheit und Stärkung des menschlichen Körpers. Abgehalten wurde diese Lehrstunde am 19. Alatner 268 durch Esther Sternlied als Leiterin des Hospitals zu Adoran.


Salzfest
Jedes Jahr blickt man nicht nur in Menek’Ur, sondern ebenso in Lichtenthal mit großer Vorfreude auf das Salzfest in der goldenen Wüste unserer Freunde und Verbündeten. In diesem Jahr wurde das große Ereignis am 05. Alatner 268 vom weit respektierten Naim Milaz Ifrey – Oberhaupt des Hauses Ifrey, Meisterschmied und erfolgreichem Hajinedar des Reiches der Sonne – ausgerichtet.
Nach einer Messe des Tempels zur feierlichen Eröffnung erwartete die Besucher ein laut und bunt gefüllter Basar vor dem Osttor der Stadt, eine Schaustellung kunstvoller und imposanter Salzstatuen auf dem Kasernenplatz, eine aufregende Tombola sowie ein nie zuvor gesehenes Lamarennen.


Ermordeter Gardist - Warnung vor Rabendienern
Am 18. Alatner 268 wurde die Tiefenberger Kunde in Berchgard auf eine ungewöhnliche und spürbare Unruhe aufmerksam. Zivile Reiter, im Auftrag des Hochedlen von Hohenfels entsandt, durchquerten die Bergstadt und erkundigten sich mit Nachdruck nach dem Aufenthaltsort und dem Zustand des Lichtenthaler Regiments.
Wie erst Tage später bekannt wurde, lag der Grund dieser Hast in einem finsteren Geschehen: Ein Rabendiener versuchte an jenem Abend mit niederträchtiger List, Gardist Greya Ontanu aus dem Torhaus zu locken, indem er sie mit dem Leben eines Kameraden zu erpressen suchte. Trotz der seelischen Bedrängnis bewahrte sie Verstand und Standhaftigkeit, erkannte die Falle und verweigerte dem Feind sein Ziel.
Der Erpressungsversuch gründete jedoch auf grausamer Wahrheit. Ein junger Gardist war bereits von Dienern Kra’thors entführt und fern von Bajard, in bitterkalter Einsamkeit, an einen Baum gefesselt worden. Laut unseren Quellen sei er jedoch schon länger tot gewesen.
Die Tiefenberger Kunde mahnt daher zur Wachsamkeit: Meidet einsame Wege, folgt keinen Lockrufen, und bedenkt, dass Rabendiener nicht nur mit Klingen, sondern mit Täuschung und falscher Hoffnung töten.


Ein Mord in Bajard
Wenn Verbrecher jenseits der eigenen Grenzen foltern und morden, pflegt man in Bajard gemeinhin Gelassenheit – zu oft fand solches Gesindel dort bereits Schutz vor Recht und Ordnung. Umso erstaunlicher war es, dass nun ausgerechnet Bajard ganz Lichtenthal von einem Mord in den eigenen Reihen in Kenntnis setzte.
Eine Wache des Dorfes, Herr Luca, wurde getötet. Als mutmaßliche Täter benannte man die Gebrüder Duran, gegen die lediglich ein Haus- und Handelsverbot in Bajard verhängt wurde.
Ob es sich hierbei um eine aufrichtige Warnung an die Bürger Lichtenthals handelt, eine Botschaft an die Verbannten oder doch eher um eine späte Geste, um Verantwortung einer Rechtsprechung abzugeben, bleibt offen.


Anstehende Termine
Am 09. Hartung 269 wird in Menek’Ur Amar Haydar Omar erneut zum Emir des Reiches der Sonne gekrönt.
Am 11. Hartung 269 wird im Lehen Rittersee ein großes Winterfest veranstaltet, das viel Unterhaltung verspricht.
Am 12. Hartung 269 gibt das Regiment eine Unterweisung zum Thema “Rechte, Pflichten und Konsequenzen im Dienst als Leibwächter”.
Am 13. Hartung 269 hält Ramon Dragane im HdW einen Unterricht über Pfeilkunde.
Am 17. Hartung 269 lädt der Hort des Wissens zum dritten Informationsabend ein.
Am 19. Hartung 269 organisiert das Regiment eine Eskorteübung im Dienst als Leibwächter.
Am 30. Hartung 269 feiert der Hof Sonnenwald seine Einweihung in Schwingenstein.
Am 01. Eisbruch 269 wird es in Wulfgard einen Heilerunterricht zum Thema Regneration geben.
Am 08. Eisbruch 269 findet ein Militärtribunal statt, zu dem ausschließlich geladene Zuschauer zugelassen sind.





- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -

Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Ausgabe 33

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

33 | Hartung 269



Rathausversammlung
Zum Beginn des neuen Jahres kamen im Berchgarder Rathaus die Angestellten der Stadtverwaltung zusammen – Vogtin Gwenna von Nordlicht, Serina Marcel, Nathaniel Dumont und Stadtchronist Linus Sturmfang.
Man beriet über Vorhaben des ersten Quartals und setzte Schwerpunkte auf Brandschutz, Sicherheit sowie die Verteidigungsfähigkeit der Stadt. Zugleich wurden bauliche Projekte und finanzielle Planungen besprochen.
Doch auch Kultur und Geselligkeit sollen ihren Platz behalten: Ein zweiter Markt der kleinen Schätze, ein Pferderennen und ein Frühlingsball werden bereits in leisen Andeutungen genannt.


Abendtafel des Verdachts im HdK
Im Eisbruch 269 kündigte das Haus der Künste in Berchgard ein Ereignis besonderer Art an. Ein Verbrechen – so der Aushang – verlange nach Aufklärung.
Bei geselligen Abendmahlen in geschlossenem Kreis können angemeldete Gäste Teil eines Spiels werden, Hinweise sammeln und dem Täter auf die Spur kommen. Das Angebot von Linus Sturmfang und Alecia Rundhammer soll im Laufe des Jahres mehrfach Gelegenheit geben, Scharfsinn und Beobachtungsgabe unter Beweis zu stellen.


Winterfest am Rittersee
Am Abend des 11. Hartung 269 lud der Freiherr von Rittersee, Sir Keylon von Salberg, Ritter der Krone, an die Westseite des zugefrorenen Rittersees im Lehen Rittersee in der Grafschaft Markweih. Mit der Unterstützung seiner Gemahlin Adelena von Salberg sowie dank der tatkräftigen Beiträge von Serina Marcel entstand ein Fest, das den Winter ehrte und zugleich die Gemeinschaft stärkte.
Banner säumten die Wege, Schneemänner aus Kinderhand wachten im Weiß, und kunstvoll geschlagene Eisfiguren verliehen dem Gelände einen beinahe märchenhaften Glanz. Linus Sturmfang erfreute die Gäste mit Liedern verschiedenster Klangfarbe – heiter, getragen oder so lebhaft wie ein Schneesturm über dem See.
Auf dem Eis selbst maßen sich Wagemutige im Eisangeln. Als Sieger ging Herr Leoras Sturmwald mit bemerkenswerten 120 Fischen hervor, gefolgt von Kia Salberg und Herrn Milan.
Auch das Eisschwimmen zog zahlreiche Blicke auf sich. Sir Keylon von Salberg, Ignaz Milan, Linus Sturmfang und Matriarchin Angelica Mondstein stellten sich der klirrenden Kälte. Während des Wettstreits jedoch wurde Kunde von im Nordwesten gesichteten Letharen laut. Ritterschaft und Regiment handelten entschlossen, sicherten die Umgebung und gewährleisteten Schutz für die Zivilisten, die sich vorübergehend in die nahe gelegene Taverne zurückzogen.
Nachdem die Gefahr gebannt war, setzte man das Fest in besonnener Stimmung fort – und so blieb der Abend als Zeichen von Frohsinn und Wachsamkeit gleichermaßen in Erinnerung.


Angekündigtes Militärtribunal
Das Lichtenthaler Regiment steht für Recht und Gerechtigkeit ein. Diese verteidigt es nicht nur nach außen, sondern auch nach innen in den eigenen Reihen der Soldaten und Offiziere. Am 16. Hartung 269 wurden gesiegelte Schreiben an Mitglieder des Adels und der Ritterschaft versandt, die ein im Eisbruch anberaumtes Militärtribunal ankündigten.
Ein Zeichen dafür, dass Ordnung und Verantwortung im Herzogtum ernst genommen werden.


Leibwächterunterrichte im Regiment
Die Ausbildung zum Leibwächter erfreut sich auch außerhalb der Regimentsreihen großer Beliebtheit. Am 12. Hartung 269 unterwies die erfahrene Korporal Lydia von Stahl die angehenden Leibwächter in „Rechten, Pflichten und Konsequenzen des Dienstes“. Eine Fortsetzung folgte am 19. Hartung 269 mit einer praktischen Übung einer Eskorte.
Vielleicht sollte die Tiefenberger Kunde eine eigene Rubrik einrichten, um Adeligen und Leibwächtern bei der Zusammenführung behilflich zu sein?


Die AKS wird fünf Jahre alt
Die Akademie zu Kompass und Schwert blickt auf fünf erfolgreiche Jahre zurück. Wie uns die Leitung, die Hochedle Verdania von Rosenwald, mitteilte, plant die Gemeinschaft eine Festivität, um das Jubiläum gebührend zu feiern.


Flugblätter über Fichtenthal
Nachdem im Rabenmond letzten Jahres bereits diffamierende Flugblätter über die Lichtenthaler Marine kursierten, hat sich nun eine weitere – oder vielleicht dieselbe? – Feder an einem neuen Schmähblatt versucht. Wir berichten darüber, damit die Worte nicht gänzlich unbeachtet bleiben. Denn offenbar fehlt selbst im Volk das weitergehende Interesse an den Geschichten über Fichtenthal und seinen Adel.
Der Inhalt dieses Blattes ist, so man es ernst nimmt, durchaus brisant: Er stellt die Legitimität des Königs, des Blutadels und des Briefadels in Zweifel. Erinnern wir uns an den Alka, dessen letzte Worte auf dem Weg zum Scheiterhaufen in dieselbe Richtung wiesen und der auf eine Revolte hoffte – nur um zu erfahren, dass das Echo in Lichtenthal leise und kurz ausfiel.
Denn Lichtenthal weiß: Der Adel, der hier Verantwortung trägt, sorgt in einem Herzogtum, das zwischen göttlichen Mächten und Armeen steht, für Schutz und Lebenswert. Er trifft Entscheidungen, gestaltet die Zukunft und baut auf den Rückhalt der Bürgerschaft, die sich ebenso wie der hiesige Adel dafür entschieden hat, diesen gemeinsamen Kampf an diesem einzigartigen, besonderen Ort zu fechten. Unsere Bürger werden nicht von den Wirren und Einfällen eines anonymen Federführers erschüttert - das konnten nicht einmal wieder auferstandene Götter.


Pfeilkunde im Hort des Wissens
Am 13. Hartung 269 lud der Hort des Wissens zu einem Vortrag über die Pfeilkunde. Ramon Dragane, Meister der Bogenkunst und Mitglied der Akademie von Kompass und Schwert, sprach vor zahlreich erschienenem Publikum – darunter auch das Lichtenthaler Regiment.
Im Anschluss entwickelte sich ein reger Austausch, in dem Erfahrungen geteilt und Fragen vertieft wurden.


Dritter Informationsabend im HdW
Nachdem der dritte Informationsabend zunächst verschoben werden musste, fand er schließlich am 17. Hartung 269 statt. Wiederum versammelten sich wissbegierige Zuhörer im Hort des Wissens. Erneut stellte sich Serina Marcel der Aufgabe, insbesondere den Neuankömmlingen im Herzogtum Lichtenthal mit Informationen und Antworten auf Fragen zur Verfügung zu stehen.


Krönung des Emirs
Eluive selbst bestimmt im Volke der Menekaner, welcher Sohn des ehrwürdigen Hauses Omar die Geschicke des Reiches lenken soll. Und so ließ sie ihre Kinder wissen, dass Amar Haydar Omar nach überstandener Krankheit erneut die Würde des Emirs tragen möge – gestärkt und bereit, das Reich der Sonne mit gerechter Hand zu führen.
In schlichten, doch edel gefertigten Schreiben wurden die Verbündeten und Freunde des Volkes der Durrah am 09. Hartung 269 zur Krönungszeremonie sowie zu einem Fest des Zusammenhalts geladen. Durch die Feder der Palastschreiberin Hadija Yazir erreichten im Anschluss Worte des Dankes jene, die dem feierlichen Anlass beigewohnt hatten, und erinnerten an die beständigen Bande der Freundschaft.


Eröffnung des Hofes Sonnwald
Am 30. Hartung 269 wurde in Schwingenstein der Hof Sonnwald feierlich eröffnet. Die Holzwerkstatt Sturmwald und der Hofladen Sonnwein finden hier zusammen und beleben das Gut mit neuem Wirken.
Neben Besichtigungen und einem reichhaltigen Angebot an Speisen und Getränken erfreuten handzahme Häschen insbesondere die jüngeren Gäste.


Heilkundeunterrichte
Die Unterweisung in der Heilkunst gilt unter allen Völkern als ehrwürdige Pflicht. So folgten am 12. Hartung 269 Interessierte dem Ruf nach Wulfgard, wo Caja Wikrah in die Handhabung von Riechsalz einführte und wertvolles Wissen weitergab.
Nur zwei Tage später führte der Weg der Lernenden vom hohen Norden in den tiefen Süden: Im Maristan gewährte Usta Hakim Eshaty aus dem hohen Hause Omar Einblicke in Krankheiten und Seuchen, deren Verständnis für Heiler von großer Bedeutung ist. So spannte sich der Bogen der Heilkunst einmal mehr über die Grenzen der Reiche hinweg.


Wahl des Inselrats von K'awi
Alljährlich wiederholen sich die Wahlen, welche die Ämter der Insel K'awi besetzen. Zum dritten Mal in Folge vertraute die sonnige Gemeinschaft Tom Levitt die Aufgabe der Stimme der Insel an. Ihn vertritt Nephele Varmyld. Andarc Sardonn wurde erstmals zum Commodore der Inselwacht gewählt.


Verkaufstruhen
Truhen aufzustellen – eine Tradition, die in Lichtenthal schon lange gepflegt wird. Wer die Stadt betritt, weiß: Bedürftige finden im Glaubenshaus zu Adoran stets benötigte Kleidungsstücke, Speisen und Trank. Auch das Hospital von Adoran stellt Spenden bereit, und der Haushalt Tiefenberg in Berchgard hält eine Tauschkiste vor der Hausfassade parat.
Neu und bemerkenswert ist, dass nun auch Händler und Handwerker dieses Prinzip für ihre Geschäfte nutzen. So fiel der Redaktion zuerst die Verkaufstruhe des Ateliers M. Fehdekind in Schwingenstein auf. Kurze Zeit später entdeckten wir eine weitere Kiste hinter der Schmiede von Threlm Rauh in Berchgard – und nun kündigt ein Aushang eine Truhe an der Krämerstube Kormin in Junkersteyn an.
Das Prinzip ist einfach: Treue Handwerker legen ihre Waren in eine Truhe und versehen sie mit Preisen. Der ehrliche Käufer hinterlässt die Münzen in einer verschlossenen Kasse. Wir werden diese erfreuliche Entwicklung weiterhin aufmerksam verfolgen!


Zu viele Hosen
Dem Langen Johannes in Bajard ist sein Kleiderschrank über den Kopf gewachsen. Im Chaos von Hemden, Hosen und Socken bat er um Hilfe – und legte sogar 20 Kronen aus, damit jemand Ordnung in seine Garderobe bringt.


Anstehende Termine
Für den 01. Eisbruch 269 verspricht der Hort des Wissens, einen heiteren und anspruchsvollen Rätselabend auszurichten.
Am 01. Eisbruch 269 können Lehrlinge der Heilkunst in Wulfgard etwas über Regeneration erfahren.
Am 03. Eisbruch 269 wird seitens der Kirche der Temora im Adoraner Glaubenshaus ein Unterricht zum Thema des dunklen Götterpantheons gehalten
Am 10. Eisbruch 269, so verbreitete sich die Kunde, wird im Maristan von Menek’Ur ein Unterricht in der Heilkunst gehalten.
Für den 01. Lenzing 269 kündigte die Stadtverwaltung Berchgards den Markt der kleinen Schätze an.
Am 06. Lenzing 269 wird zum vierten Informationsabend in den Hort des Wissens geladen.





- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -

Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Ausgabe 34

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

34 | Eisbruch 269



Zwischen Matsch und Murren
Sobald der Winter beginnt, warten alle sehnsüchtig auf den Zauber des Schnees. Doch ein solcher Zauber verfliegt bisweilen schneller, wenn er allzu lange währt. So mag es manchem erscheinen, als verabschiede sich der Schnee wie ein ungebetener Gast: langsam, widerwillig und mit einem letzten, nassen Händedruck. Die einst glitzernde Decke ist zu Schlamm und verlebtem Boden geworden.
Die Kälte jedoch bleibt hartnäckig und zwickt weiterhin in Fingern und Nasenspitzen, während jeder Atemzug sichtbar macht, dass der Winter noch nicht bereit ist, seine Gemächer vollständig zu räumen. Von Frühling keine Spur. Stattdessen herrscht diese seltsame Zwischenzeit: kein rechter Winter mehr, aber ganz gewiss auch noch kein Neubeginn.
Doch die Bewohner Lichtenthals lassen sich davon nicht abschrecken. Mit Mut, Trotz und Zuversicht planen sie bereits eifrig in die Zukunft. Und obwohl die ersten Frühblüher gerade erst zaghaft ihre Köpfchen aus der Erde strecken, werden in allen Ecken die Frühlingsfeste vorbereitet – darunter auch in Junkersteyn und Berchgard.


Haushalt Tiefenberg sucht
Der bereits vor einigen Jahren gegründete und fest etablierte Hausstand Ihrer Erlaucht Helisande von Alsted, Gräfin von Tiefenberg, sucht weitere Mitglieder für den Amtssitz in Berchgard. Gesucht werden Personen verschiedener Professionen, die das Leben und Wirken der Grafschaft und das Wohl Lichtenthals unterstützen möchten.
Willkommen sind unter anderem Barden und Künstler, Haus- oder Leibwächter, Köche und Ausschankkräfte für den Dorfkrug, Schreiber und Boten, Heilkundige sowie Handwerker unterschiedlichster Zünfte.
Der Haushalt bietet Raum für Zusammenarbeit, Förderung der eigenen Fähigkeiten und das Mitwirken am gemeinschaftlichen Leben in Tiefenberg.
Interessierte mögen sich am Amtssitz der Grafschaft in Berchgard melden.


Rätselabend am Hort des Wissens
Der neue Monat begann mit einem Rätsel. Derer sogar mehrerer! Direkt am 01. Eisbruch 269 lud die Kronwalder Vogtin Adelena von Salberg im Auftrag der Freiherrin von Kronwalden, Ihrer Hochgeboren Amelie von Salberg, in das beschauliche Kronwalden ein. Alle Gäste konnten dort bei Speis, Trank und Gesellschaft ihr Wissen bei verschiedenen Rätseln überprüfen. In einem Aushang wurden die Gewinner kundgegeben: den ersten Platz belegte Ignatius Milan, gefolgt von Tehlar Origon und Kia Salberg. Doch ein kryptischer Teilsatz im Anschlag hinterließ auch uns ein Rätsel: "...wenn auch nicht ganz ohne Zwischenfälle". Welche Zwischenfälle? Dazu erhielten wir einen anonymen Leserbrief, den wir zusammengefasst wiedergeben wollen.
Kurz nach der neunten Abendstunde erschien eine Gruppe von fünf Letharen und ein Freier namens Diethard am Hort des Wissens, der als Entführungsopfer in deren Fänge geraten war. Sogleich wurde Alarm geschlagen, nicht nur mit Rufen, sondern auch mit dem weit tragenden Klang der Alarmglocken des Hortes. Unter dem Kommando des Kronritters Sir Heinrik von Alsted nahmen die beteiligten Soldaten und Bürger vor dem Hort Stellung auf - und ihnen wurde besagter Herr Diethard übergeben, der zuvor von den Letharen mit einer schweren Krankheit infiziert wurde, der sich rasch ausbreitenden Lungenpest. Die Heilerin und Wachtmeister Cecilia reagierte zugleich und isolierte den Infizierten, um ihn in der Klosterheilstube zu behandeln.
Doch sollen die Letharen versucht haben, bevor sie sich zurückgezogen haben, Erkundigungen über den Paladin Sir Beak von Sankurio einzuholen. Gewiss nicht ohne unheilvollen Grund.
(Informationen aus Leserbrief)


Herzogliche Audienz
Am 28. Eisbruch 269 lud Seine herzogliche Hoheit Anselm von Lichtenthal zur Audienz in den Palast von Adoran, wo er die Anwesenden persönlich vom Thron aus empfing und mit den Mitteilungen zum Regiment begann.
Zuerst wurde bekanntgegeben, dass Elisabeth van Falkenglanz auf eigenen Wunsch aus der Regimentsführung ausschied und künftig wieder im Rang eines Feldwebels dienen wird. In Würdigung ihres langjährigen Dienstes stiftete der Herzog dem Regiment zugleich ein neues Feldzeichen, die Standarte des Silberfalken.
Im selben Zuge ernannte der Herzog Marlan Kabo zum neuen Oberst des Lichtenthaler Regiments und betraute ihn mit der Führung der Truppen.
Im Anschluss wurden Anliegen der Anwesenden vorgetragen. Sir Keylon von Salberg bat um verstärkten Schutz der Siedlung Kronwalden angesichts wiederholter Angriffe aus dem Westen. Der Herzog erklärte die Bedeutung aktiver Gegenwehr gegen den Feind.
Für Gesprächsstoff sorgte der Auftritt des Bajarder Diplomaten Thelar Origon, der das Verhältnis seines Ortes zum Herzogtum zur Sprache brachte. Seine Ausführungen sollen den Eindruck hinterlassen haben, Bajard fühle sich nicht zu genüge anerkannt. Der Herzog wies diese Darstellung zurück und bot Bajard stattdessen erneut den Schutz des Herzogtums an - ein Angebot, das höflich, aber entschieden abgelehnt wurde. Zudem wurden offene Schuldforderungen gegenüber der Gräfin und des Grafen von Alsted erwähnt, die aus einem früheren Vorfall herrührten, als die Kronritter in Bajard einer Kra’thordienerin habhaft wurden, die zuvor den Baum des Lichts schändete und von Bajard unter Schutz genommen wurde.
Kurz darauf trat der Elf Arkalimon als neuer Gesandter seines Volkes vor und bot an, die strittige Schuld im Sinne des Friedens zu übernehmen. Der Herzog lehnte dies mit diplomatischen Worten ab und verwies auf das bestehende Bündnis zwischen Menschen und Elfen, verbunden mit Grüßen an das Volk der Wälder.
Ein weiterer Wortbeitrag kam von Thilo Daske, einem Verwandten des verschollenen Freiherrn Merrik von Aerenaue, der eine öffentliche Würdigung seines Vetters forderte. Der Herzog stellte klar, dass der Freiherr nach den geltenden Statuten weiterhin als vermisst gelte, da keine gesicherten Belege über dessen Tod vorlägen. Damit blieb es bei der bisherigen Haltung der Krone.
Zum Abschluss der Audienz bat der Herzog Kathrina von Winterwacht, Freiherrin Amelie von Salberg und Andra von Amaryll im Namen der Königin zu einem gesonderten Gespräch. Was dort besprochen wurde, blieb offiziell unerwähnt – in den Fluren munkelt man jedoch bereits über Vorbereitungen für eine kommende Modenschau.
Für eine heitere Randnotiz sorgte währenddessen ein besonders neugieriger junger Besucher, der offenbar fest entschlossen war, den Palast auf eigene Faust zu erkunden. Mehrfach gelang es den wachsamen Posten des Regiments jedoch, den Burschen rechtzeitig einzufangen, bevor er allzu weit in die privaten Gemächer der hohen Herrschaften vordringen konnte.
(Informationen aus Leserbrief)


Letzter Abschied von Gardist Marius Marlon
Die Tiefenberger Kunde erreichte ein Schreiben mit Stichpunkten über ein Ereignis, das sich tief in die Herzen der Bürger Lichtenthals und des Lichtenthaler Regiments grub. Wir haben uns erlaubt, hieraus einen Artikel zu formulieren. Unser Beileid gilt den Freunden und Kameraden.

Am 26. Eisbruch 269 versammelten sich Angehörige des Adels, Bürger, Gäste und zahlreiche Kameraden des Lichtenthaler Regiments in Adoran, um gemeinsam Abschied von Gardist Marius Marlon zu nehmen. Die Trauermesse wurde vom Feldgeweihten Berenguer von Salberg gehalten, der die Anwesenden mit einfühlsamen Worten in der Stunde der Trauer begrüßte.
Zu Beginn der Messe erinnerte der Feldgeweihte daran, dass Marius Marlon im Dienst für das Herzogtum Lichtenthal sein Leben ließ, als er seine Pflicht zum Schutz seiner Heimat erfüllte.
In seinen Worten zeichnete Seine Eminenz das Bild eines Mannes, der unter schwierigen Umständen im alatarischen Reich aufgewachsen war. Als Waise im Tempel von Weidenheim groß geworden, führte ihn sein Weg schließlich in das Lichte Reich, wo er Bürgerschaft und Heimat fand. Dort trat er in den Dienst des Regiments, fand seinen Glauben an Temora, eine in Liebe verbundene Partnerin und wurde unter seinen Kameraden für seine fröhliche und schelmische Art geschätzt - eine Natur, die Befehle mitunter so wörtlich nahm, dass selbst erfahrene Vorgesetzte schmunzeln mussten.
Im Anschluss erhielten auch andere Anwesende das Wort. Vogtin Kathrina von Winterwacht erinnerte an die besondere Art des Gardisten, der mit ehrlicher Offenheit und natürlichem Charme schnell zu einem geschätzten Kameraden, Freund und Gesprächspartner geworden sei. Er sei ein Mensch gewesen, der sich beinahe mühelos die Zuneigung seiner Mitmenschen erwerben konnte.
Auch Oberst Marlan Kabo würdigte, als Stimme aus den Reihen des Regiments, den Gefallenen. Marius Marlon sei kein Soldat gewesen, wie ihn sich manche Ausbilder wünschten, doch wenn es darauf ankam, habe man sich auf ihn verlassen können. Als Kundschafter habe er sich oft freiwillig dorthin begeben, wo andere nur ungern hingingen - nicht aus Pflicht, sondern aus eigener Entschlossenheit. Viele seiner gewonnenen Informationen hätten dem Herzogtum mehr genutzt, als die meisten je erfahren würden. Unter seinen Kameraden hinterlasse er nicht nur Erinnerungen an Mut, sondern auch an so manchen Streich mit anschließendem Putzdienst.
Nach den Worten des Gedenkens vollzog Feldgeweihter von Salberg das Ritual, um die Seele des Verstorbenen von seiner irdischen Hülle zu lösen und sie Temoras Reich anzuvertrauen.
Im Anschluss trugen sechs Anwesende den Sarg zum Friedhof von Adoran, wo Gardist Marius Marlon unter einem letzten Salut seiner Kameraden zur Ruhe gebettet wurde. Seine Reihe im Regiment wird fortan eine Lücke tragen - doch die Erinnerung an ihn bleibt unter jenen lebendig, die ihn kannten und mit ihm dienten.
(Informationen aus Leserbrief)


‘Die Heimkehr’ stellt sich vor
In einem Schreiben an verschiedene Stellen des Herzogtums hat sich die Gemeinschaft „Die Heimkehr“ vorgestellt und ihr Anliegen dargelegt. Nach eigener Darstellung versteht sich die in Junkersteyn ansässige Gruppe als Anlaufstelle für Menschen, die aus dem alatarischen Einflussbereich stammen und im Lichten Reich einen neuen Anfang suchen. Man wolle diesen Menschen vorübergehend Zuflucht bieten und sie im Umgang mit Kirche, Obrigkeit und den Gesetzen des Landes unterstützen. Die Gemeinschaft, gegründet von der Familie Kormin, beschreibt sich als offenen Zusammenschluss, der Menschen in einer Übergangsphase begleiten wolle.


Verlobung im Lichtenthaler Regiment
Eine freudige Nachricht erreicht in diesen Tagen sowohl die Reihen des Lichtenthaler Regiments als auch die Bürger des Herzogtums: Oberst Marlan Kabo hat sich mit Wachtmeister Cecilia verlobt.
Beide sind durch ihr Wirken im Alltag im Volk wohl bekannt. Oberst Kabo steht dem Regiment vor und ist zugleich als Leibwächter im Hause Tiefenberg tätig. Wachtmeister Cecilia versieht ihren Dienst als Feldscher und Lagermeister und sogar als Schreiberin des Rathauses von Adoran.
So ist es eine jener Geschichten, wie sie das Leben selbst schreibt: Zwei Menschen, die Seite an Seite ihrem Herzogtum dienen, finden auch jenseits der Pflicht zusammen.
Die Tiefenberger Kunde übermittelt dem Paar ihre aufrichtigen Glückwünsche und hofft, dass zwischen Diensttagen, Ratsstuben und Regimentstrommeln stets auch Zeit für die stilleren Momente des gemeinsamen Glücks bleibt.


Entführung im Norden
Für den 19. Eisbruch 269 wurde aus dem Norden des Herzogtums ein feindlicher Vorstoß gemeldet. Eine Gruppe bewaffneter Reiter, teils in den Farben Schwarz und Rot, zog in Richtung Junkersteyn. Spuren deuten darauf hin, dass es nahe des Schreins der Demut zu einer gewaltsamen Begegnung kam, bei der ein Mann verschleppt wurde, der zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen sein soll.
Nach derzeitigen Hinweisen, die wir am 01. Lenzing 269 erhielten, könnte es sich bei dem Entführten um den Klosterwächter Gregor Grann handeln.


Ein großes Fest für die Kleinen
Unter der führenden Feder der Haremsdame Nepha Liura Ifrey wurden Briefe im Auftrag der Ehegattin des Emirs Amar Haydar Omar - die für ihre Schönheit und Weitsicht bekannte Prinzessin Sadiye - an ein paar wenige hohe Persönlichkeiten in den Reichen ihrer Verbündeten verteilt. Darin wurde verheißungsvoll angedeutet, dass man plane ein Kinderfest in der goldenen Stadt zu veranstalten.


Ergebnisse der Ratswahlen in Bajard
Am 05. Eisbruch 269 wurden die Ergebnisse der Wahlen im Freihafen Bajard offiziell bekannt gegeben. So wurde Ksarraja Neslin Kelsam erneut zur Hafenmeisterin gewählt und Tehlar Origin als ihr Stellvertreter bestimmt.


Anstehende Termine
01. Lenzing 269 - Markt der kleinen Schätze in Berchgard
06. Lenzing 269 - Vierter Informationsabend im Hort des Wissens
07. Lenzing 269 - Empfang zur Beförderung von Oberst Kabo in Adoran
08. Lenzing 269 - Frühlingsfest ‘Der Heimkehr’ in Junkersteyn.
21. Lenzing 269 - Frühlingsweihe am Seeufer von Kronwalden





- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -

Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Ausgabe 35

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

35 | Lenzing 269



Unheilvolle Kunde aus Schwingenstein
Am Abend des 23. Lenzing 269, kurz nach der einundzwanzigsten Stunde und einer halben, zerrissen die Alarmglocken die gewohnte Ruhe des Klosterdorfes Schwingenstein. Ihr Klang trug weit über die Höhen hinweg und rief Helfer aus ganz Lichtenthal herbei.
Unter den ersten, die dem Ruf folgten, befanden sich Mitglieder des Hauses Tiefenberg sowie Angehörige der Akademie zu Kompass und Schwert aus Berchgard, die unverzüglich aus dem Dorfkrug aufgebrochen waren. Nach kurzer Durchsuchung des Ortes machten Arenvir von Tilianas und Gwenna von Nordlicht vor den Stufen des Klosters eine grausige Entdeckung: Dort lag die platzierte Leiche eines Mannes im Wappenrock der Klosterwache, das Gesicht entstellt und kaum wiederzuerkennen.

Nahe dem Fundort fanden sich zudem mehrere hetzerische Schriftstücke aus dem Westen. Weitere dieser Blätter waren im Dorf verteilt worden und ließen keinen Zweifel daran, dass es sich um eine bewusst gesetzte, manipulative Botschaft handelte.

Während sich immer mehr Helfer einfanden - unter anderem Oberst Marlan Kabo, Ramon Dragane und Sir Keylon von Salberg - wurde der Leichnam durch Wachtmeisterin und Heilerin Cecilia in die Klosterheilstube verbracht. Zeitgleich begann Ramon Dragane, anwesende Klosterwächter zu befragen, während Sir Keylon von Salberg die Sicherheit des Dorfes überprüfte und sich von der Lage der verbliebenen Wachen überzeugte.
Die Klosterwächterin Moira von Bergfall und Ihre Hochwürden Leandra Kalveron eilten ebenfalls in der Tiefe der Nacht herbei und begaben sich zur Untersuchung in die Heilstube. Wie zur Kenntnis genommen wurde, gab es auch unter den im Schwingenstein wachhabenden Gardisten des Regiments einen schwer Verletzten.

Nach ersten Erkenntnissen scheint es sich bei dem aufgefundenen Toten nicht um den zuvor entführten Klosterwächter Gregor Grann zu handeln.

Im Lichte der jüngsten Ereignisse gewinnt der Vorfall zusätzliche Schwere: Erst kürzlich kam es zu dem Versuch eines Gefangenenaustauschs, um Gregor Grann aus Gefangenschaft und Folter im alatarischen Reich zu befreien. Die Zusammenkunft endete blutig. Die Forderung jedoch bleibt bestehen: Lichtenthal verlangt die sichere Rückkehr des Klosterwächters Grann.


Hetzschriften des Westens: Sie zählen noch. Wir können es nicht mehr.
Die in Schwingenstein verteilten Schriftstücke versuchen, den Mord als Vergeltung darzustellen. Fünf Namen werden dort angeführt, fünf gefallene alatarische Wachen, deren Tod nun als Rechtfertigung für weiteres Blutvergießen dienen soll.
Doch wer die vergangenen Monde nicht vergessen hat, wird sich erinnern, wie viele Männer und Frauen aus Lichtenthal verschleppt, gefoltert und getötet wurden - ohne Ankündigung, ohne Maß, ohne jede Spur jener Moral, die nun so laut beschworen wird.

Man stelle sich vor, wir würden beginnen zu zählen. Und dies ist nur ein geringer Auszug des tatsächlichen Ausmaßes:

Die erschlagenen Gardisten beim Angriff auf Kronwalden (266), die Ermordung Sir Friedrichs (266), die verteilten Körperglieder ermordeter Menschen in Junkersteyn (266), die Entführungen Berenguer von Salbergs und Esther Sternlieds (266), die erschlagenen Torwächter des Pakts der Morgenröte (266), die Folter von Garvin Stahl (266), die Brandanschläge in Berchgard (266), die Angriffe auf unbewaffnete Edle (266), der in Überzahl erfolgte Angriff auf Nikolai von Graunstein (267), getötete Grenzwächter des Regiments (267), Mordanschlag auf Elisabeth van Falkenglanz (267), vergiftete Brunnen (267), weitere Brandanschläge (267), Mord am Kutscher Harald Wimmersbach (267), vier abgelegte, ermordete Frauen (268), Angriffe und Tötung von Wachen in Junkersteyn und Berchgard (268), Entführung und Ermordung eines jungen Gardisten (269), Tötung von Gardist Marius Marlon (269), Entführung von Klosterwächter Gregor Grann (269), ablegen einer entstellten Leiche vor dem Kloster (269), Verletzung eines Schwingensteiner Gardisten (269), …

Würde man all dies gegeneinander aufrechnen, so müsste man feststellen: Die Waage, auf die sich der Westen nun beruft, ist längst zerbrochen.
So bleibt der Eindruck, dass hier weniger Gerechtigkeit gesucht wird, als vielmehr ein Vorwand, um Gewalt in neue Worte zu kleiden und unberechtigte Zweifel zu säen.

Schwingenstein trägt nun die Folgen dieser Botschaft.
Und Lichtenthal wird sich erinnern, wer sie gesandt hat.



Überfälle durch Banditenbande
Im Verlauf des Lenzings 269 mehrten sich im gesamten Herzogtum Berichte über Überfälle auf Straßen und Handelswege. Was zunächst wie vereinzelte Vorfälle erschien, entpuppte sich bald als das Werk einer organisierten Bande, die mit auffallender Kühnheit und Koordination vorging.

Das Lichtenthaler Regiment reagierte zügig mit verstärkten Patrouillen und erhöhter Präsenz auf den Hauptverbindungen, insbesondere zwischen Adoran und Berchgard. Reisen wurden nur noch mit Vorsicht empfohlen, teils unter Begleitschutz.
Die Nachforschungen führten schließlich zu einem befestigten Lager nahe Kronwalden. Hinweise deuteten darauf hin, dass die Banden über eine gute Kenntnis der Wege und Bewegungen im Herzogtum verfügten. Auch der Name Odo wurde als möglicher Anführer genannt.

Am 31. Lenzing 269 setzte das Regiment gemeinsam mit unterstützenden Kräften zum entscheidenden Schlag an. Das Lager wurde angegriffen und die Strukturen der Banditen zerschlagen. Bereits zu Beginn des Wechselwinds konnte Entwarnung gegeben werden: Die Straßen gelten wieder als sicher.

Ganz geklärt ist die Angelegenheit dennoch nicht. Bei den Nachforschungen wurden unter anderem Gefangene befreit und ungewöhnliche Spuren entdeckt - darunter mit Blut versetzter Wein in einem Weinberg der Grafschaft Meerswacht. Hinweise auf einen möglichen Auftraggeber hinter den Kulissen blieben bislang aus.


Schmähschriften in Lichtenthal - Feder gegen Anstand
Im Verlauf des Lenzings 269 fanden sich erneut in mehreren Ortschaften des Herzogtums anonyme Schmähschriften, die sich gegen einzelne Persönlichkeiten des Adels sowie gegen das Lichtenthaler Regiment richteten. In teils ausschweifender und bewusst verletzender Form wurden Gerüchte, Unterstellungen und persönliche Angriffe verbreitet, deren Wahrheitsgehalt weder belegt noch glaubwürdig erschien. Dass dabei auch unbeteiligte Dritte in den Schmutz gezogen wurden, zeigt vor allem eines: Nicht Aufklärung, sondern Wirkung um jeden Preis war das Ziel dieser Feder. Einer Feder, der es an vielem fehlte: Vor allem an Können. Das einzig Bemerkenswerte an den Schriften war die mangelhafte Ausführung. Weder zeugen die Zeilen von sorgfältiger Nachforschung, Verständnis komplexer Zusammenhänge, noch von sprachlicher Feinheit oder gar jener Kunstfertigkeit, die man selbst satirischen oder kritischen Schriften zugestehen könnte. Statt kluger Federführung offenbarte sich eine Aneinanderreihung plumper Behauptungen, getragen von grober Sprache und einem Maß an Geschmacklosigkeit, das selbst wohlmeinende Leser eher abstößt als zum Nachdenken anregt.

Bereits am 11. Lenzing 269 reagierte der Hochedle Aaryon von Hohenfels als betroffener Adel mit einer offiziellen Anklage wegen schwerer Ehrverletzung und forderte die konsequente Verfolgung des Verfassers. In diesem Zuge wurde auch eine Belohnung für sachdienliche Hinweise ausgelobt, um die Ermittlungen zu unterstützen.

Im Zuge dieser Ermittlungen wurde schließlich ein Verantwortlicher benannt: Der Barde Baldur Burgwardt wird beschuldigt, hinter den Schmähschriften zu stehen. Gegen ihn wurde am 24. Lenzing 269 ein Haftbefehl erlassen, und nur kurze Zeit später konnte er durch das Lichtenthaler Regiment gefasst und in Gewahrsam genommen werden. Vermutlich die schnellste Verhaftung in Lichtenthals jüngster Geschichte.

Die weitere Klärung obliegt im Wechselwind nun der Rechtsprechung des Herzogtums.



Markt der kleinen Schätze in Berchgard
Am 01. Lenzing 269 versammelten sich Bürger und Besucher auf dem Marktplatz von Berchgard, um zum zweiten Mal dem Markt der kleinen Schätze beizuwohnen. Das Fest wurde erneut vom Berchgarder Rathaus unter der Leitung von Vogtin Gwenna von Nordlicht und Stadtchronist Linus Sturmfang ausgerichtet.
Anders als auf den üblichen Markttagen standen hier nicht neue Waren im Vordergrund, sondern all jene Dinge, die in Haushalten keinen Platz mehr fanden und nun neue Besitzer suchten.
Unter den Anbietern fanden sich Stände der Gemeinschaft ‘Die Heimkehr’ um die Familie Kormin, von Serina Marcel sowie vom Haus der Künste. Ergänzt wurde das Angebot durch Sammelstände, an denen auch Kurzentschlossene ihre Waren feilbieten konnten.
Für besondere Unterhaltung sorgte ein Wettspiel im Zentrum des Marktplatzes. Sechs kleine Holzhäuschen waren kreisförmig aufgebaut, während in ihrer Mitte das Kaninchen Hasilande gesetzt wurde. Die Teilnehmer konnten darauf wetten, welches der Häuschen - gestaltet nach Monsterhöhlen und sogar dem Adoraner Palast - das Tier aufsuchen würde. Als Siegerin dieses Spiels ging Marina hervor, die zwei der drei Runden für sich entscheiden konnte.
So zeigte sich der Markt erneut als gelungene Verbindung aus Handel, Geselligkeit und einem Hauch spielerischer Kurzweil.


Vierter Informationsabend im Hort des Wissens
Am 06. Lenzing 269 fand nahe Kronwalden ein weiterer Informationsabend des Horts des Wissens statt. Unter der Leitung von Serina Marcel erhielten insbesondere Neubürger erneut Einblicke in das Herzogtum und konnten Fragen stellen.
Erstmals war zudem vorgesehen, Teile der umliegenden Ländereien gemeinsam zu bereisen.
Das bewährte Angebot bleibt damit ein fester Anlaufpunkt für Neuankömmlinge in Lichtenthal.


Frühlingsfest der Gemeinschaft „Heimkehr“
Am 08. Lenzing 269 lud die Gemeinschaft ‘Die Heimkehr’ zu einem Frühlingsfest nach Junkersteyn, das Besucher aus verschiedenen Teilen des Herzogtums anzog, darunter auch Vertreter des Adels, Bürger, Elfen und Gäste aus Bajard.
Für Speis und Trank war mit rustikaler Küche gesorgt, während Losbeutel mit unbekanntem Inhalt regen Anklang fanden und offenbar vollständig vergriffen waren.
Und die Unterhaltung? Hindernisrennen mit Hunden, das trotz überschaubarer Teilnahme zur allgemeinen Erheiterung beitrug! Als Siegerin ging Kia Salberg hervor, die mit einer unkonventionellen Herangehensweise die beste Zeit erzielte und eine geschnitzte Hundestatuette gewann.
Musikalisch wurde das Fest von Linus Sturmfang begleitet, der ein eigens komponiertes Lied darbot. Zudem bestand die Möglichkeit, die Räumlichkeiten der Gemeinschaft zu besichtigen und mit ihren Mitgliedern ins Gespräch zu kommen.
(Informationen aus einem Leserbrief)


Frühlingsweihe am Kronwalder See
Am 21. Lenzing 269 versammelten sich zur frühen Abendstunde zahlreiche Gläubige Eluives und Temoras am See von Kronwalden, um unter der Führung der Druiden und der Priesterschaft Eluives eine Frühlingsweihe zu begehen. Vier große, den Elementen gewidmete Felsen bildeten den Kreis, in dem sich die Besucher einfanden.
Für die Sicherheit sorgte das Lichtenthaler Regiment. Darüber hinaus erschien der Emir des Sonnenreiches in Begleitung seiner Janitscharen sowie hochrangiger Priesterinnen des Eluivetempels - ein Umstand, der dem Anlass zusätzliche Bedeutung verlieh.
Zu Beginn wurden die Anwesenden durch Cid Erik Herzblut begrüßt und aufgefordert, mitgebrachte Zweige aus ihrer Heimat in die Mitte des Kreises zu legen. Rasch wuchs dort ein vielgestaltiger Haufen aus frischen und kargen Trieben.
Im anschließenden Ritual riefen die Druiden die Elemente an: Die Erde bebte leicht, ein Hügel erhob sich, ein Feuer entzündete sich im Kreis, Wasser sammelte sich aus dem Nichts und die Luft trug Blätter in Bewegung. Gemeinsam mit den menekanischen Priesterinnen wurde schließlich Eluive angerufen.
Nach einem Moment der Stille regte sich die Erde selbst: Hände aus dem Boden ergriffen die niedergelegten Zweige, zogen sie hinab und ließen sie, von einem neuen Schimmer umhüllt, wieder erscheinen. Ebenso rasch, wie das Wunder begonnen hatte, verebbte es und der Kreis kehrte zur Ruhe zurück.


Empfang zur Beförderung von Oberst Kabo
Auf Wunsch des Herzogs wurde am 07. Lenzing 269 die Ernennung Marlan Kabos zum Oberst des Lichtenthaler Regiments in würdigem Rahmen begangen. In der Kleeblatt-Taverne versammelten sich zur achten Abendstunde Gäste, um dem Anlass beizuwohnen.
Bei Speis und Trank, gestellt durch das Regiment, kamen Kameraden, Weggefährten sowie Vertreter aus Bürgertum und Adel zusammen, um gemeinsam auf den neuen Oberst anzustoßen.
Der Abend spiegelte nicht nur die Anerkennung für Kabos bisherigen Werdegang wider, sondern auch das Vertrauen, das ihm in seiner neuen Verantwortung entgegengebracht wird.


Die Sappeure Lichtenthals suchen Verstärkung!
Du bist ein fleißiger Handwerker Lichtenthals, sei es Schmied, Schneider, Bogner oder Schreiner und bist gewillt mit deiner Handwerkskunst stets eifrig und freudig dem Reich zu dienen? Hier ist eine Möglichkeit, deine Ehre und deinen hohen Ruf zu mehren. Die Sappeure Lichtenthals sind stets erfreut, fähige Männer und Frauen jeden Handwerks in ihren Reihen willkommen zu heißen. Wir sind die Hände, die das Werkzeug führen und die stolze Ritterschaft des Reiches mit unserem Können unterstützen, wo immer es nötig ist. Gemäß unseres Mottos: „Erkennen, Anpassen, Überwinden.“ Du möchtest Ehre durch Eifer erlangen und ein Teil der Gemeinschaft sein? So wende dich an Seine Erlaucht Heinrik Sir von Alsted oder an den königlichen Meisterschmied Arne Levar. Wir freuen uns, dich in unseren Reihen aufzunehmen!
(Gastbeitrag von Serina Marcel)


Vorbereitungen im Hort des Wissens
Zwei jüngst veröffentlichte Aushänge aus dem Hort des Wissens rufen derzeit nach musikalischer wie auch darstellerischer Unterstützung. Gesucht werden zum einen Barden für eine dezente musikalische Begleitung eines besonderen Abends, zum anderen Personen mit Sinn für Auftreten, Sprache und feine Kleidung.
Nähere Informationen werden bislang nur auf persönliche Anfrage hin ausgegeben, was Raum für Spekulationen lässt. In Anbetracht jüngster Entwicklungen am Hofe liegt jedoch die Vermutung nahe, dass es sich hierbei um erste Vorbereitungen für eine größere gesellschaftliche (und modische) Veranstaltung handeln könnte.
Interessierte werden gebeten, sich direkt an den Hort des Wissens zu wenden.



Anstehende Termine
06. Wechselwind 269 - Gerichtsverhandlung Baldur Burgwardt
14. Wechselwind 269 - Grundlagen des Bogenschießens am Turnierplatz Adoran
16. Wechselwind 269 - Die Kodices Temoras im Glaubenshaus Adoran
25. Wechselwind 269 - Vortrag zum Schlaf im Maristan Menek'Urs
26. Wechselwind 269 - 'Magus-Feier' des Hochedlen Aaryon von Hohenfels am Kronwalder See
27. Wechselwind 269 - Kunstausstellung und Spieleabend im Haus der Künste
02. Eluivar 269 - Ball der Elemente auf K'awi






- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -

Benutzeravatar
Gwenna von Nordlicht
Beiträge: 838
Registriert: Donnerstag 6. Januar 2022, 23:04

Ausgabe 36

Beitrag von Gwenna von Nordlicht »

Bild

36 | Wechselwind 269



Drei Jahre Tiefenberger Kunde
Mit dieser Ausgabe erscheint die Tiefenberger Kunde nun seit drei Jahren regelmäßig in den Händen der Bewohner Lichtenthals und seiner verbündeten Reiche - und weit über deren Grenzen hinaus.
Diese Zeitung wurde mit der Zeit zur Stimme eines ganzen Herzogtums. Eines Herzogtums, das durch seine Eigenheiten, seine Menschen und seine Geschichte selbst die größten Erzählungen schreibt.
Unsere Aufgabe ist es, in all den Jahren diese Erzählungen zu sammeln und zu einer fortlaufenden Chronik wachsen zu lassen: einer Schrift, die informiert, Zusammenhänge begreifbar macht und das Gefühl von Gemeinschaft und Zusammenhalt stärkt. Nicht selten wurde die Tiefenberger Kunde dabei auch zur Antwort auf Gräueltaten und großen Fragen, die aus Unheil, Krieg und Verlust erwuchsen.
In diesen drei Jahren berichtete die Kunde über Märkte und Audienzen, über Kriege und Wiederaufbau, über Hochzeiten, Ernennungen, Unterrichte, Kunst, Verbrechen, Bündnisse, Reisen und Trauerfälle, über große politische Entscheidungen ebenso, wie über kleine Begebenheiten, die andernfalls vielleicht längst in Vergessenheit geraten wären.
Wir ordnen die Ereignisse, die uns erschütterten. Wir erinnern daran, dass selbst in Zeiten des Krieges Kultur, Menschlichkeit und Zivilgesellschaft weiterbestehen.
Nicht wenige Namen fanden in diesen Jahren ihren Platz in den Ausgaben der Kunde. Manche nur für einen kurzen Augenblick, andere immer wiederkehrend über viele Monde hinweg. Und vielleicht liegt gerade darin ein besonderer Wert dieser Schrift:
Dass sichtbar bleibt, wer dieses Herzogtum geprägt, getragen und aufgebaut hat.
Mittlerweile dürfen wir mit Stolz sagen, dass die Tiefenberger Kunde selbst ein Teil von Lichtenthals Geschichte geworden ist.

In diesem Zuge gilt ein besonderer Dank Seiner Erlaucht Sir Heinrik von Alsted, Ritter der Krone, der diese umfangreiche Arbeit seit nunmehr drei Jahren fördert und ermöglicht.

Der größte Dank gilt jedoch unserer treuen Leserschaft.
G. v. N.


Öffentliche Gerichtsverhandlung gegen Baldur Burgwardt
Am 06. Wechselwind 269 trat im Gerichtssaal des Ratsgebäudes zu Adoran das hohe Gericht zu einer öffentlichen Verhandlung gegen den sich als Barden bezeichnenden bürgerlichen Baldur Burgwardt zusammen.
Den Vorsitz führte Ihre Hochwohlgeboren Ekatharyna von Silbersteyn, während die Anklage durch den Hochedlen Aaryon von Hohenfels vertreten wurde. Die geistliche Aufsicht im Sinne Temoras oblag Ihrer Hochwürden Leandra Kalveron. Der Angeklagte entschied sich dafür, auf eine Vertretung zu verzichten und seine Verteidigung selbst zu führen.
Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, mehrere rufschädigende, spottende Schreiben innerhalb Lichtenthals verbreitet zu haben, die Zweifel an Recht und Ordnung des Herzogtums säen. Wir haben hierüber in der letzten Ausgabe berichtet.
Am 09. Wechselwind 269 verkündete das Lichtenthaler Regiment schließlich im Namen des Gerichts das Urteil gegen Baldur Burgwardt: Ihm wurde der Status eines Bürgers Lichtenthals aberkannt. Zusätzlich erfolgte eine Verbannung aus dem Herzogtum für die Dauer von acht Mondläufen.
Unseren Quellen zufolge soll der Freie Baldur Burgwardt zuletzt in Bajard gesehen worden sein.


Vereitelte Entführung im Berchgarder Dorfkrug
Am Abend des 10. Wechselwinds 269 kam es im Berchgarder Dorfkrug zu einem Zwischenfall, der mit der Festnahme zweier Männer endete.
Nach Aussagen der Anwesenden betraten zwei Männer die Schänke mit der erklärten Absicht, die Bürgerin Serina Marcel gegen ihren Willen aus Lichtenthal fort zu bringen. Zur Rechtfertigung verwiesen sie auf angebliche Ansprüche aus einem früheren Eheversprechen.
Die Wahl des Ortes für dieses Vorhaben erwies sich jedoch als wenig durchdacht: Zum Zeitpunkt ihres Auftretens befanden sich mehrere bewaffnete und kampferfahrene Angehörige des Adels und Regiments im Dorfkrug. Und eine Menge zorniger Frauen, die wie ein Bollwerk zwischen den nharamer Männern und Fräulein Marcel standen.
Serina Marcel widersprach den Vorwürfen öffentlich und schilderte die Angelegenheit als versuchten Menschenhandel. Im weiteren Verlauf beleidigten die beiden Männer, Anton Harages und Janosch Arika, mehrere der Anwesenden und weigerten sich trotz Aufforderung, den Dorfkrug zu verlassen.
Nachdem ihre Festnahme ausgesprochen wurde, leisteten beide zusätzlich Widerstand. Aber mit überschaubarem Erfolg.
Die Männer wurden überwältigt, entwaffnet und in die Zellen Berchgards verbracht. Bei der anschließenden Durchsuchung wurden mehrere Waffen sichergestellt.


Anders als andere - Frauen in Lichtenthal
Es wird wohl durchaus schon der einen oder anderen Dame in inbrünstiger Umwerbung eines Mannes zugeraunt worden sein: “Du bist anders als die anderen Frauen.” Ein Kompliment, das nicht selten mehr über die herabsetzende Sicht des Mannes auf die Allgemeinheit des Weibsvolkes verrät als über die Angebetete selbst.
Hier in Lichtenthal jedoch dürfte die so bedachte Dame eher erwidern: „Aber ich will sein wie die anderen Frauen!“
Denn was jedes Mädchen und jede Frau im Herzogtum Lichtenthal - vielleicht sogar anders als in anderen Herzogtümern - erlebt, sind andere Frauen. Starke Frauen. Selbstbewusste Frauen.
Sie führen ihre eigenen Bauernhöfe und Gestüte, leiten als Handwerkerinnen jedes Gewerbes ihre eigenen Werkstätten. Sie tragen mit Stolz die Uniformen des Lichtenthaler Regiments, leiten Lazarette und Hospitäler und führen die Verwaltungen der Städte und Ortschaften.
Sie sind Dozentin an der magischen Akademie der Liedwirker und bewahren das Wissen der größten Bibliothek Lichtenthals. Sie verfassen Zeitungen und Chroniken, tragen im edlen Ornat die Leitung des Klosters der Lichtherrin und wachen über den Baum des Lichts.
Sie sind in den Schwert- und Briefadel aufgestiegen, sind Gräfin, Baronin und Freiherrinnen, Ritterin und Kronritterin. Sie stehen an der Spitze des Heeres und führen Feldzüge ins Feindesreich.
Und all dies geschieht unter dem schützenden Schild einer Göttin, die nicht nur das Gewand eines Adlers wählt, sondern auch das einer Frau.
Die meisten dieser Frauen sind nicht hier geboren. Und doch haben sie den oft beschwerlichen, für manche auch rettenden Weg nach Lichtenthal gewählt.
Und Lichtenthal heißt sie willkommen.


Spieleabend und Kunstausstellung im Haus der Künste
Am 27. Wechselwind 269 lud Linus Sturmfang zu einem geselligen Abend in das Haus der Künste zu Berchgard ein.
Neben verschiedenen Würfel- und Kartenspielen erwartete die Besucher auch eine Ausstellung neuer Werke des Künstlers Avan Solamh. Die präsentierten Arbeiten standen ganz im Zeichen des Frühlings. Der Abend verband damit erneut gesellige Unterhaltung mit kulturellem Austausch und bot Besuchern Gelegenheit, sowohl Spiel als auch Kunst in ungezwungener Atmosphäre zu genießen. Besonders das Haus der Künste etabliert sich damit weiterhin als regelmäßiger Treffpunkt für Kulturschaffende und interessierte Besucher, wenn “der Sturmwind ruft”.


Grundlagen des Bogenschießens in Adoran
Am 14. Wechselwind 269 lud das Lichtenthaler Regiment zu einer offenen Übungseinheit auf den Turnierplatz zu Adoran ein. Unter der Anleitung von Ramon Dragane wurden den Soldaten und interessierten Bürgern die Grundlagen des Bogenschießens vermittelt. Neben Übungen zu Haltung, Technik und Treffsicherheit erhielten die Teilnehmer auch Einblicke in jene Disziplin und Ruhe, die der Umgang mit dem Bogen verlangt.


Glaubensunterricht im Adoraner Glaubenshaus
Am 16. Wechselwind 269 lud das Kloster der Lichteinigkeit zu einem Glaubensunterricht in das Glaubenshaus zu Adoran ein.
Im Mittelpunkt des Abends standen die Kodices und damit jene Lehren Temoras, welche den Menschen Orientierung und Maß geben sollen.


Kirchenjahrkalender 269
In Abstimmung mit der Geweihtenschaft des Klosters der Lichteinigkeit veröffentlicht die Tiefenberger Kunde erstmals den Kirchenjahrkalender für das Jahr 269.
Wie bereits in den vergangenen Jahren soll der Kalender auch an zentralen Orten kirchlichen Wirkens und der Zusammenkunft für die Gläubigen ausgelegt werden. Er umfasst die wichtigen Feiertage und Gedenktage des temorianischen Glaubensjahres und dient vielen Bewohnern Lichtenthals als Orientierung für Gottesdienste, Feierlichkeiten und Zeiten des stillen Gedenkens.

Feiertag der Heiligen Amyra: 01. Eisbruch 269
Lichtfest: 01. Lenzing 269
Feiertag des Heiligen Boresal: 16. Lenzing 269
Feiertag des Heiligen Semborel: 24.- 30. Wechselwind 269
Feiertag der Heiligen Ilara: 31. Eluviar 269
Feiertag des Heiligen Alsamar: 05. Cirmiasum 269
Schwerttage: 27. Searum 269
Feiertag der Heiligen Brynn: 12.-25. Goldblatt 269
Feiertag des Heiligen Fasamar: 29. Rabenmond 269
Tag der kleinen Geschenke: 10. Alatner 269

Gebete nach Übergriffen auf Schreine Temoras
Im Wechselwind 269 kam es zu mehreren Übergriffen auf Schreine der Temora. Alarmierte Streiter Lichtenthals begegneten dabei einer größeren Streitmacht aus dem Westen und drängten dieses in einem Gefecht in Richtung Bajard zurück. Im Zuge der Ereignisse wurde außerdem der junge Veit Mondschein verletzt aufgefunden und zur Behandlung in Sicherheit gebracht.
Besondere Aufmerksamkeit galt in den darauffolgenden Tagen Berichten über eine Beeinträchtigung der heiligen blauen Flamme in der Kirche zu Adoran.
Die Geweihtenschaft der Temora sowie unterstützende Kräfte aus Regiment, Ritterschaft und Klosterwache prüften anschließend die betroffenen Heiligtümer. Nach bisherigen Angaben konnten viele der frevelhaften Handlungen bereits bereinigt und die Schreine wieder für Gläubige zugänglich gemacht werden. Einzelne Orte bedürfen jedoch weiterhin besonderer Aufmerksamkeit.
Als Zeichen des Zusammenhalts und des Glaubens rief die Gräfin von Tiefenberg, Helisande Dame von Alsted, die Bevölkerung zu einer Woche des gemeinsamen Gebets auf. Gläubige wurden dazu eingeladen, sich ab der achten Abendstunde in der Adoraner Kirche zur stillen Andacht einzufinden.


Feierlichkeiten zu bestandener Magusprüfung
Am See südlich von Kronwalden fand am 26. Wechselwind 269 eine Feierlichkeit zu Ehren des Hochedlen Aaryon von Hohenfels statt, nachdem dieser erfolgreich seine Prüfung zum Magus am Konvent des Fuchses bestanden hatte.
Zahlreiche Gäste aus Lichtenthal, sowie Verbündete, fanden sich zu dem offenen Beisammensein ein, während andere sich zum Gebet zur Stärkung der blauen Flamme der Kirche eingefunden hatten und nachkamen. Im Laufe des Abends sorgten zudem kleinere Spiele und Fragerunden für Unterhaltung unter den Anwesenden.
Man darf dem Hochedlen zu diesem Schritt innerhalb seiner Ausbildung gratulieren und gespannt verfolgen, welchen Weg seine Studien künftig nehmen werden. Dabei bleibt es dem Herzogtum zu wünschen, dass Wissen und Einfluss auch künftig mit derselben Verantwortung getragen werden, die ein solcher Titel verlangt.


Ein Blick in die Geschichte
Die Tiefenberger Kunde bat verschiedene Bewohner Lichtenthals darum, Erinnerungen an frühere Zeiten auf Gerimor mit der Leserschaft zu teilen. Nachfolgend veröffentlichen wir den ersten uns erreichten Leserbrief aus der Feder des Hochedlen Aaryon von Hohenfels, der Erzählungen seiner Eltern mit uns teilt:

„Heute bevölkern schändliche Skelette das, was einst die Kirche der großen und blühenden Stadt Varuna war. Ein Unding und Hohn für all jene, die sich noch erinnern. Dort schloss einst Sir Aradan Krenor, junger Ritter und Hauptmann der Königlichen Garde zu Varuna, seinen Ehebund. Derselbe Ritter ließ später sein Leben für König und Reich auf den Stufen des Rahaler Tempels, als die Pantherstadt zum ersten Male umfassend gestürmt wurde.
Auch Hudgarr Amarth, später ebenfalls Hauptmann der Königlichen Garde zu Varuna, schloss vor dem Altar der Kirche den Bund mit der Freiin Florence von Stolzenfels und erhielt die Ehre, fortan ihren Namen weiterzuführen, und seinen belasteten Namen Amarth abzulegen.
Gar Seine Erlaucht Sir Adrian von Hohenfels, zu jener Zeit Truchsess des Reiches und Oheim Seiner Majestät, ging in diesem Gemäuer seine erste Ehe mit der Edlen Eileen de Galway ein, welche später Opfer eines feigen Meuchlers wurde.
Liebe wurde geschworen und besiegelt dort, wo heute Dunkelheit herrscht. Mögen die Handlanger des Raben noch lachen - manche Erinnerungen vermögen selbst den Tod zu überdauern.“

Aaryon von Hohenfels (lektoriert)

Fischfangverbot in Bajard
Die Hafenmeisterei von Bajard veröffentlichte zum jährlich gefeierten „Tag der Meerjungfrau“ neue Regelungen für den Fischfang innerhalb des Freihafens. Demnach soll der Fangbetrieb ab dem 20. Wechselwind 269 für alle vollständig eingestellt werden. Begründet wird dies mit dem Schutz der Fischbestände, der Laichzeiten sowie traditionellen Verpflichtungen gegenüber den „Schaumgeborenen“. Der Gedanke zeitweiliger Schonzeiten für Gewässer und Fischbestände dürfte dabei selbst außerhalb Bajards kaum auf grundsätzlichen Widerspruch stoßen. Weniger eindeutig fiel hingegen die Meinung über die Ausgestaltung der Bekanntmachung aus. So enthält der Aushang keine Angabe darüber, wie lange das Fischfangverbot gelten soll. Ebenso wurden mögliche Strafen - von Verwarnungen bis hin zu Hafenverboten - weitgehend in das Ermessen der Hafenmeisterei gestellt. Ob dies in den kommenden Tagen für ruhige Gewässer oder eher für unruhige Gespräche unter Fischern und Händlern sorgen wird, bleibt abzuwarten.


Anstehende Termine
02. Eluviar 269 - Maskenball der Elemente auf K'awi
08. Eluviar 269 - 5. Informationsabend für Interessierte Neubürger nahe Kronwalden
11. Eluviar 269 - Königliche Modenschau im Adoraner Palast
24. Eluviar 269 - Eröffnung des Berchgarder Stadtmuseums
31. Eluviar 269 - Feiertag der Heiligen Ilara
27. Schwalbenkunft 269 - Sommerball zu Berchgard


- Verfasst in der Scriptorei Nordlicht -
Antworten