Ein Schreiben an Sir Beak von Sankurio

Forum Bajard & des Gebietes Markweih

Moderatoren: Adoran [Mod], Bajard [Mod]

Antworten
Gustav Grann

Ein Schreiben an Sir Beak von Sankurio

Beitrag von Gustav Grann »

Im Schein einer Kerze sitzt der, nur in kurzen Leinenhosen und einem weit aufgeknoepften Leinenhemd bekleidete Grann an einem Tisch am Strand von K'awi. Ein Getraenk mit Schirmchen vor sich stehend taucht er die Feder ins Tintenglas ein und beginnt die folgenden Zeilen zu schreiben.

Der Lichtmaid's wärmster Gruss Sir Beak von Sankurio, Freiherr von Schwingenstein,

mit vornehmster Ehrerbietung nehme ich Kenntnis von der vakanten Position des Vogtes im Lehen Schwingenstein und erlaube mir, meine Bewerbung für dieses ehrenvolle Amt vorzulegen. Als Gustav Grann, gefeierter Advokat der Stadt Adoran, verfüge ich über einen lupenreinen Leumund, welcher durch meine unerschütterliche Integrität und moralische Standhaftigkeit geprägt ist.

Mein exzellentes Netzwerk zu anderen Völkern, insbesondere den Menekanern und dem Rat zu K'awi, zeugt von meiner diplomatischen Fähigkeit und dem tiefen Verständnis für interkulturelle Beziehungen. Diese Kontakte sind nicht nur ein Beweis meiner kommunikativen Stärken, sondern auch ein unschätzbares Gut für Schwingenstein, insbesondere angesichts seiner strategischen Lage an den Grenzen des Reiches.

Die Bedeutung eines weitreichenden Netzwerks an Informanten kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, gerade in einer Zeit, in der die Gefahr durch die Schergen des Westens stetig wächst. Mein Informantennetzwerk verspricht eine effektive Vorwarnung und präventive Maßnahmen, um die Sicherheit und Stabilität des Lehens Schwingenstein zu gewährleisten.

Als Advokat bringe ich zudem ein tiefgreifendes Rechtswissen mit, das ich im Laufe meiner Karriere erworben und stets zum Wohle der Gerechtigkeit eingesetzt habe. Diese juristische Expertise ist von unschätzbarem Wert, um die Rechtsprechung und -pflege im Lehen Schwingenstein zu stärken und dessen Bewohnern gerechte und weise Urteile zu garantieren.

Ich versichere Euch, dass meine Loyalität, mein Engagement und mein juristisches Fachwissen dem Wohle des Lehens Schwingenstein und seiner Bewohner dienen werden. Mit der Hoffnung auf eine positive Antwort und in der Erwartung, meine Fähigkeiten im Dienste Ihrer ehrenwerten Gemeinschaft unter Beweis stellen zu dürfen, verbleibe ich

mit größter Hochachtung,

Gustav Grann
Erster Advokat Adorans
Inhaber der Advokatur Grann und Soehne
Gustav Grann

Beitrag von Gustav Grann »

Im Schatten der Palmen, während der Wind der Küste leise das Pergament tanzen lässt, neigt Gustav Grann das Haupt, zieht den Federkiel aus dem Tintenfass - und schreibt:

Sir Beak von Sankurio,
Paladin der Krone des Ritterordens Alumenas,
Freiherr von Schwingenstein,
und Kommandant der Klosterwache zu Schwingenstein,

Ewiger Friede sei mit Eurem Hause,
und der Lichtmaid Segen auf all Euren Wegen.

Vor nunmehr achtzehn Monden sandte ich Euch - inmitten flirrender Hitze und tropischer Melancholie - ein Schreiben, in dem ich mich voller Demut und Überzeugung um das ehrenvolle Amt des Vogtes zu Schwingenstein bewarb. Es war mir eine Freude, Euch bald darauf persönlich begegnen zu dürfen, und das Gespräch, das wir führten, hallt mir noch heute in wohltuender Erinnerung nach.

Da mir seither keine Nachricht Eurerseits zuteil wurde, hege ich keine Gewissheit, ob meine Bewerbung alsbald Erwägung fand oder ob andere Umstände Euren Hof bewegten. Auch vernahm ich kein Gerücht, dass das Amt anderweitig besetzt worden sei.

So wage ich es, in aller Bescheidenheit und mit dem gebotenen Respekt, an mein Anliegen zu gemahnen - nicht aus Ungeduld, sondern aus aufrichtigem Interesse am Wohl des Lehens, dem ich mit all meinem Wissen, meiner Feder und meiner ungebrochenen Loyalität zu dienen bereit bin.

Sollte sich das Blatt inzwischen gewendet haben, so würde ich dennoch für eine kurze Mitteilung in Dankbarkeit verbleiben - und andernfalls erneuere ich mein feierliches Angebot, mein Wirken dem Schutz und Gedeihen Schwingensteins zu widmen.

In tiefer Achtung und unverbrüchlicher Hoffnung auf Eure Antwort verbleibe ich

Euer ergebenster,


Gustav Grann
Erster Advokat Adorans
Gründer der Advokatur Grann & Söhne
Benutzeravatar
Beak von Sankurio
Beiträge: 1113
Registriert: Montag 23. Februar 2015, 21:17
Wohnort: Schwingenstein

Beitrag von Beak von Sankurio »


  • ... ein Botenreiter wird Gustav Grann aufsuchen wollen, eher planlos wird er die Suche wohl in Adoran beginnen ...


    Gerimor, 14. Eluviar 268
    - Schwingenstein, Herrenhaus derer von Sankurio.

    In ewigen Gedenken an die heiligen Sieben,
    unter dem lichten Banner der Hoffnungsträgerin,
    entsende ich Euch meine besten Grüße, werter Herr Grann.


    Eure Zeilen sind mit einer aufrichtigen Haltung niedergeschrieben und so erfüllt es mich mit gewisser Achtung, dass Ihr noch das Wohl Schwingensteins im Herzen tragt.
    Ich versichere Euch, dass es mir bisweilen nicht entgangen ist einen Vogt für das Dorf am Fuße des Klosters der Lichteinigkeit zu ernennen.
    Viel mehr traf ich als Freiherr vor Monden nach reiflicher Überlegung eine Entscheidung.

    Schwingenstein als Grenzlehen, schlicht an Gestalt und doch reich an Geiste, lebt in naher Verbundenheit zum genannten Kloster.
    Eine Gemeinschaft im Dorf, welche weder einen Vogt noch einen städtischen Ehrgeiz verlangt.
    Kein Ort weltlichen Wachstums soll es sein, sondern eine Zuflucht stillen Fleißes, gläubiger Demut und innerer Ordnung.

    Mit diesen Zeilen werdet Ihr sicher verstehen, dass ein Amt als Vogt in diesen Gefilden weder vorgesehen noch mehr angestrebt wird.

    Seid gewiss, dass Eure Worte geschätzt wurden und dass Euer Name mir in guter Erinnerung bleibt.
    Möge Euch das Licht der Maid leiten auf den Wegen, die Eurer Berufung gerecht werden.

    Des Adlers wachsamer Blick Euch folgend.

    Bild
    - Paladin der Krone des Ritterordens Alumenas -
    - Freiherr von Schwingenstein -
    - Kommandant der Klosterwache zu Schwingenstein -

    Bild
Gustav Grann

Beitrag von Gustav Grann »

Am Gestade von K'awi,
im Glanze des 20. Sonnenuntergangs des Eluviars,
unter dem Klang der Möwen und dem fernwehtrunkenen Schwappen der Wellen.


An den hochwohlgeborenen
Sir Beak von Sankurio,
Freiherr von Schwingenstein,
Adler des Grenzlandes,
Bewahrer stiller Ordnung,
Zierde jeder Andacht.

Im ehrfürchtigen Gedenken an die Heiligen Sieben,
und mit einer Feder, die sich nur selten zu solch gewichtigen Adressen erhebt, sende ich Euch meinen tief empfundenen Dank für Eure soeben empfangenen Zeilen.

Dass mein Schreiben Euch erreicht hat, ja gar geschätzt wurde, erfüllt mich mit einer Wärme, die beinahe den sanften Sonnenbrand heilt, den ich mir bei der täglichen Wacht über den Postkasten zugezogen habe - immer in Erwartung des Kurieres aus Schwingenstein, versteht sich.

Ich entnehme Euren erleuchteten Worten, dass sich das Lehen - entgegen jedweder irdischer Logik - zu einem Ort gewandelt hat, der weder Ordnung durch Verwaltung, noch weltliche Leitung, ja nicht einmal den beflissenen Dienst eines Vogtes benötigt. Welch hehre Vorstellung! Welch stille Größe!

Sicherlich ein Konzept, das auch meine Gläubiger mit großem Interesse aufnehmen würden, zumal ich ihnen die letzten 18 Monde stets versicherte, dass die Berufung zum Vogt nur noch der schriftlichen Bestätigung harre. Manch einer unter ihnen hatte gar schon mit Investitionen in Schwingenstein geliebäugelt - vom hiesigen Hutmacher bis zum Stadtherold von Adoran, der eigens ein Lied auf meine zukünftige Amtseinführung verfasst hatte (es reimte auf "Vogt" allerdings nur sehr bedingt).

Ich nehme Euren Entschluss daher mit der mir eigenen Demut und einem nur leichten Zucken im linken Augenlid zur Kenntnis - letzteres, so sagen es der Apothekarius, sei eine nervöse Reaktion auf unerwarteten Gehaltsausfall. Welch glückliche Fügung jedoch, dass ich neben der Advokatur auch das Schnitzen von Miniaturmöwen aufgenommen habe, ein Handwerk, das - wie ich hörte - in Schwingenstein derzeit ebenso überflüssig ist wie ein Vogt.

Doch genug der Spitzfeder - mögen Eure Entscheidungen von Weisheit getragen sein und Euer Lehen in jener friedvollen Andacht verweilen, die keinen Grann benötigt. Mein Herz bleibt dem Licht der Maid zugewandt und meine Feder stets bereit - falls dereinst ein anderer Ort ein wenig weniger still, ein wenig weniger demütig, ein wenig mehr Grann sucht.

Mit unerschütterlicher Hochachtung und dem flüchtigen Duft von Kokosöl auf der Haut,

Gustav Grann
Erster Advokat Adorans
Inhaber der Advokatur Grann & Söhne
Zuletzt geändert von Gustav Grann am Mittwoch 21. Mai 2025, 11:23, insgesamt 2-mal geändert.
Antworten