Es war schon recht spät geworden, die Sonne schob sich müde ob des langen Tages über den Rand des Horizonts und die Luft wurde in einen warmen Rot-Ton getaucht. In seinem Häuschen, am Rand des Dorfes Bajard sass Zator auf dem einfachen Holzbett und starrte auf die Holzwand. Doch war es nicht das rissige Holz oder die sicherlich einigen Holzwurmfamilien, denen dieser Blick galt, nein, vielmehr schien es, als würde Zator durch die Wand, ja, gar durch die Zeit blicken.
Und so war es auch: In Gedanken spielte er sein bisheriges Leben durch, bis er immer wieder zu dem Geschehen kam, welches erst einige Tage alt war. Ohne viel Hoffnung war er vor das Tor der Feste der Allianz getreten und hatte erneut vor einer Delegation der Gemeinschaft gesprochen. Und wieder hatte er unverblümt von seiner Vergangenheit berichtet und wieder wurden die Gesichter seiner Gegenüber misstrauisch, ihr Worte schärfer. Sie würden sich bei ihm melden, hiess es und er hatte noch einige Tage die Hoffnung im Herzen behalten, dass sie ihm wohl eine Möglichkeit geben würde, seine Läuterung zu beweisen.
Doch nun war schon was Zeit ins Land gegangen und der Funken der Hoffnung war erloschen. Kein Hass oder Niedertracht bemächtigte sich seiner, über diesen Punkt war Zator längst hinweg. Nur ein Gefühl der Leere breitete sich in ihm aus und wäre nicht ein kleines Gesicht, umrahmt von strohblondem Haar in den Augenblicken der größten Verzweiflung bei ihm gewesen, Zator hätte sich gewiss Leid zugefügt.
Doch ihm ward nicht alles genommen worden, durch seine Vergangenheit, nein, etwas hatte sie ihm auch geschenkt. Und es war mehr wert als eine Gemeinschaft es je hätte sein können.
Langanhaltend lächelte er zu Leon, dann ergriff er die Angelrute und sprach zu dem Jungen:
"Lass uns fischen gehen, Leon, im Dunkeln beissen sie am besten."