Eine Telegrammdepesche für ihre Gräfin Nyome von Meerswacht
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- Ignaz Nefario Milan
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Eine Telegrammdepesche für ihre Gräfin Nyome von Meerswacht
Ihrer Erlaucht
der Gräfin
Nyome von Meerswacht
Adoran
Am 20. Wechselwind des Jahres 268
Rehabilitierungsersuch
Hochverehrte Erlaucht Nyome von Meerswacht,
in allerhöchster Ehrerbietung Euch und dem Herzogtum Lichtenthal gegenüber und mit größter Bestürzung betreffend meiner Selbstreflexion der verstrichenen Jahre meiner gerimorianischen Jugend wende ich mich hoffnungsvoll an Euch.
Nach meiner Metamorphose der Reifung empfinde ich tiefste und aufrichtige Reue gegenüber meinem abgelegten despektierlichen Charakter der Vergangenheit. Meine abstoßenden rebellischen Zeiten würde ich, stünde es denn nur in meiner Macht, nur zu gern ungeschehen machen. Doch wird mein damaliges Verhalten dadurch weder getilgt noch vergessen werden können, sondern verweilt fortwährend als bedauernswerter und zu verurteilender Schatten hinter mir.
Was ich aber vermag, ist die Verantwortung dafür zu übernehmen und mich den Geistern meiner Vergangenheit zu stellen. Gern würde ich das Unrecht sühnen und Wiedergutmachung leisten. Zwar wird dies die Last auf meinem Gewissen nicht schmälern, doch ist es das richtige und mindeste was ich unternehmen kann.
Viel zu lange war ich ruhig und untätig. Doch kann sich über eine solche Vergangenheit kein Schleier legen, und sei die verstrichene Zeit noch so lang. Dem Paradox der bemühten Besserung durch Stillschweigen soll nun das Ende nahen. Ich kann lediglich hoffen durch vorbildlicheres Verhalten dazu im Stande gewesen zu sein den Beweis zu erbringen, dass es auch anders geht.
So mag ich, wenngleich von der Zeit davongetragen, um die Erteilung einer Erlaubnis bitten, das Gesuch an Euch heranzutragen, den Status meiner Person neu zu evaluieren.
Bar jeden Zweifels gehören dazu auch die Vergeltung getätigter Missetaten und die Kompensation verletzter Ehre. So mag ich einen kleinen Katalog an möglichen Durchführungen zur Entschuldigung an Euch herantragen.
Mit meinen aufgefrischten Kenntnissen der Etikette könnte ich dem Adel gegenüber meinen Respekt bei einem Empfang zum Bankett auf K'awi erweisen und mich persönlich, meine Buße verdeutlichend, förmlich entschuldigen.
Vor dem Volke käme mir eine Armenspeisung und Kleiderspende als Zeichen meiner Demut und als Stärkung in den harten Wintermonaten in Betracht.
Womöglich würde sich auch der Hort des Wissens über weitere Zuwendung meinerseits freuen, wo ich Adel und Volk gemeinsam über entdeckte Geschehnisse aus der Vergangenheit K'awis berichten kann.
Auch würde ich keine Mühe scheuen dem Adel eine Hatz zu bereiten, bei welcher der Kurzweiligkeit gefrönt werden kann.
An Euer Mitgefühl appellierend ersuche ich Euch mit mir zusammen eine Manifestation der Gerechtigkeit zu suchen, die zu einem Abschluss des Zerwürfnisses führt, bei welcher ich auch wieder die Nähe zum Herzogtum Lichtenthal suchen kann.
Ich benutze diesen Anlass, um Euch, Erlaucht, meine ganz ausgezeichnete Hochachtung zu versichern.
Ignatius Milan
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