Briefe nach Hause
Moderator: Adoran [Mod]
- Aaryon von Hohenfels
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Briefe nach Hause
Und prompt verbrachte er die Hälfte seiner Zeit gefühlt nur am Schreibtisch, es war doch zum Mäusemelken! Aber was sein muss, muss sein, und so verfasste Aaryon ein erstes Schreiben an seine Eltern, das vor Informationen glatt hätte platzen können.
„Gegeben am 31.Hartung 268
verfasst von eigener Hand, Adoran
Die Streitbare mit Euch, Herr Vater, Frau Mutter!
Ich bin wohlbehalten an den Gestaden Gerimors angelangt. Es ist, wie wir befürchtet hatten und wie man landläufig auch erzählte: das Antlitz Gerimors hat sich geändert. Und doch sind auch viele Dinge geblieben, so dass ich wandel zwischen Erzählungen über damals, die ich im Hier und Heute teils wiedererkenne – teils nicht.
Was mich selbst betrifft, so muss, kann und darf ich mitteilen, dass sich etwas bestätigt hat, was wir eigentlich widerlegt glaubten: in mir ruht magische Kraft! Und sie wird der Grund sein, warum ich mich mit Rüstwerk und Eisen und auch mit dem Bogen stets schwer tat. Erleichterung, nun um den Grund zu wissen, wechselt sich noch ab mit dem Bedauern, eurem Weg des Schwertes so nicht folgen zu können und einer gewissen Scheu angesichts des völlig neuen Berges an zu lernenden Dingen, dem ich ungewohnt unvorbereitet gegenüber stehe.
Gleichzeitig freue ich mich: ich wollte einen neuen Weg für mich finden, und auf eben jenem wandel ich nun schneller, als ich es mir hätte träumen lassen können. Die Lehren Phanodains werden sich zu jenen Temoras gesellen.
Die Personen, denen ich bisher begegnete, erwiesen sich im bislang weit überwiegenden Maße als freundlich und hilfreich. Vertraute Namen kann ich euch nennen, welche ich nun selbst persönlich kennen lerne: Baron und Erzmagier Arenvir von Tilianas ist es, der auf meine Begabung aufmerksam wurde und sich nun vorgenommen zu haben scheint, ein wachsames Auge auf mich zu haben. Magus Silvan, Freiherr von Dragenfurt begegnete ich ebenso in der weißen Magierakademie, welche in Adoran ansässig ist, dem Konvent des Fuchses. Zum jetzigen Zeitpunkt darf ich mich bereits Novize nennen.
Trotz dieser Begegnungen lassen sich die Personen, die um meine Herkunft wissen, bislang in scharf gezogenen Grenzen halten, sechs an der Zahl. Hinzu kommen wird seine herzögliche Hoheit von Lichtenthal. In diesem Zusammenhang bitte ich um eure Unterstützung:
Ich bat Kronritter Sir Heinrik von Alsted, Graf von Tiefenberg darum, seiner herzöglichen Hoheit ein Schreiben mit meiner Vorstellung persönlich auszuhändigen, damit ich nicht offizielle Insignien nutzen muss, um die Schreibtische der Vorzimmer zu überwinden. Er akzeptierte meinen Ring als Legitimation meiner Person, besteht allerdings darauf, dass ihr meiner Anwesenheit auf Gerimor gewahr seid und sie duldet, um mich nicht „unverzüglich nach Elbenau zu verfrachten“, wie er es ausdrückte. Ein entsprechendes Schreiben bitte ich euch, an ihn oder seine Gattin, Kronritterin Dame Helisande von Alsted, Gräfin von Tiefenberg überbringen zu lassen. Der Ort sei die Burg des Ordens der Ritterschaft Alumenas, befindlich in der Adlerklamm zu Lichtenthal.
Eine interessante Bekanntschaft machte ich auch mit der jungen Erzmaga und Gräfin Nyome von Meerswacht, einstmals „Nyome Belfa“. Ich werde diskret ein weiteres Mal fragen müssen, doch sie erzählte, von Drachenfels zu stammen und dass ihrer Familie (ihr Vater sei Winzer gewesen) hier einst Unrecht getan wurde.
Es spielt vermutlich keine Rolle mehr, doch vielleicht ließe sich zu gegebener Zeit zu ihrer Freude eine alte Narbe glätten. Ich werde hierzu ein andermal mehr schreiben.
Herr Vater, an dieser Stelle bitte ich Euch, das Schreiben an Frau Mutter zu überreichen, so Ihr Euer Herz nicht erneut mit Schmerzen vergangener Zeiten belasten wollt.
[der Brief ist an dieser Stelle gesondert eingefaltet, mit einem kleinen Klecks Siegelwachs verschlossen und offenbart die folgenden Zeilen erst nach dessen Brechen]
Ich vernahm von Erzmagus Arenvir, dass er seit Jahrzehnten das Ziel verfolge, die Gebeine unserer geliebten Königin Anara aufzuspüren und heim zu führen, welche sich leider immer noch in den Händen des Feindes befinden.
Vage nur stieg in mir eine Erinnerung auf: Hattet Ihr nicht einst erwähnt, dass Ihr mit Hilfe von? (Schalaril?) magische Duplikate gefertigt hattet, um die Originale zu verfolgen oder zumindest identifizieren zu können? War da nicht etwas, dass Ihr diese Duplikate letzlich in dem Gewölbe, in dem ich geboren wurde, verwahrt hattet? So Ihr Euch genauer entsinnen könnt, bitte ich Euch, Euer Wissen mit mir zu teilen.
Nein, ich weiß bislang nichts Neueres oder Genaueres über Euer Schutzobjekt oder den roten Fettsack. Ich halte mich aus Erkennungsgründen bisher damit zurück, zu engen Kontakt zur Priesterschaft zu suchen.
[für beide offen lesbar steht unter dem eingefalzten Teil]
In Liebe,
grüßt Ilarion und Anara herzlichst von mir,
Euer Sohn,
welcher auch den Vornamen von Lord Eldremon trägt“
Überlegend tippte er mit der Ecke des gefalteten und schmucklos versiegelten Briefes schließlich auf den Tisch. Wie sollte er dieses Papier am besten sicher und zügig überbringen lassen? Vermutlich würde Magister Arenvir einen Weg wissen...
„Gegeben am 31.Hartung 268
verfasst von eigener Hand, Adoran
Die Streitbare mit Euch, Herr Vater, Frau Mutter!
Ich bin wohlbehalten an den Gestaden Gerimors angelangt. Es ist, wie wir befürchtet hatten und wie man landläufig auch erzählte: das Antlitz Gerimors hat sich geändert. Und doch sind auch viele Dinge geblieben, so dass ich wandel zwischen Erzählungen über damals, die ich im Hier und Heute teils wiedererkenne – teils nicht.
Was mich selbst betrifft, so muss, kann und darf ich mitteilen, dass sich etwas bestätigt hat, was wir eigentlich widerlegt glaubten: in mir ruht magische Kraft! Und sie wird der Grund sein, warum ich mich mit Rüstwerk und Eisen und auch mit dem Bogen stets schwer tat. Erleichterung, nun um den Grund zu wissen, wechselt sich noch ab mit dem Bedauern, eurem Weg des Schwertes so nicht folgen zu können und einer gewissen Scheu angesichts des völlig neuen Berges an zu lernenden Dingen, dem ich ungewohnt unvorbereitet gegenüber stehe.
Gleichzeitig freue ich mich: ich wollte einen neuen Weg für mich finden, und auf eben jenem wandel ich nun schneller, als ich es mir hätte träumen lassen können. Die Lehren Phanodains werden sich zu jenen Temoras gesellen.
Die Personen, denen ich bisher begegnete, erwiesen sich im bislang weit überwiegenden Maße als freundlich und hilfreich. Vertraute Namen kann ich euch nennen, welche ich nun selbst persönlich kennen lerne: Baron und Erzmagier Arenvir von Tilianas ist es, der auf meine Begabung aufmerksam wurde und sich nun vorgenommen zu haben scheint, ein wachsames Auge auf mich zu haben. Magus Silvan, Freiherr von Dragenfurt begegnete ich ebenso in der weißen Magierakademie, welche in Adoran ansässig ist, dem Konvent des Fuchses. Zum jetzigen Zeitpunkt darf ich mich bereits Novize nennen.
Trotz dieser Begegnungen lassen sich die Personen, die um meine Herkunft wissen, bislang in scharf gezogenen Grenzen halten, sechs an der Zahl. Hinzu kommen wird seine herzögliche Hoheit von Lichtenthal. In diesem Zusammenhang bitte ich um eure Unterstützung:
Ich bat Kronritter Sir Heinrik von Alsted, Graf von Tiefenberg darum, seiner herzöglichen Hoheit ein Schreiben mit meiner Vorstellung persönlich auszuhändigen, damit ich nicht offizielle Insignien nutzen muss, um die Schreibtische der Vorzimmer zu überwinden. Er akzeptierte meinen Ring als Legitimation meiner Person, besteht allerdings darauf, dass ihr meiner Anwesenheit auf Gerimor gewahr seid und sie duldet, um mich nicht „unverzüglich nach Elbenau zu verfrachten“, wie er es ausdrückte. Ein entsprechendes Schreiben bitte ich euch, an ihn oder seine Gattin, Kronritterin Dame Helisande von Alsted, Gräfin von Tiefenberg überbringen zu lassen. Der Ort sei die Burg des Ordens der Ritterschaft Alumenas, befindlich in der Adlerklamm zu Lichtenthal.
Eine interessante Bekanntschaft machte ich auch mit der jungen Erzmaga und Gräfin Nyome von Meerswacht, einstmals „Nyome Belfa“. Ich werde diskret ein weiteres Mal fragen müssen, doch sie erzählte, von Drachenfels zu stammen und dass ihrer Familie (ihr Vater sei Winzer gewesen) hier einst Unrecht getan wurde.
Es spielt vermutlich keine Rolle mehr, doch vielleicht ließe sich zu gegebener Zeit zu ihrer Freude eine alte Narbe glätten. Ich werde hierzu ein andermal mehr schreiben.
Herr Vater, an dieser Stelle bitte ich Euch, das Schreiben an Frau Mutter zu überreichen, so Ihr Euer Herz nicht erneut mit Schmerzen vergangener Zeiten belasten wollt.
[der Brief ist an dieser Stelle gesondert eingefaltet, mit einem kleinen Klecks Siegelwachs verschlossen und offenbart die folgenden Zeilen erst nach dessen Brechen]
Ich vernahm von Erzmagus Arenvir, dass er seit Jahrzehnten das Ziel verfolge, die Gebeine unserer geliebten Königin Anara aufzuspüren und heim zu führen, welche sich leider immer noch in den Händen des Feindes befinden.
Vage nur stieg in mir eine Erinnerung auf: Hattet Ihr nicht einst erwähnt, dass Ihr mit Hilfe von? (Schalaril?) magische Duplikate gefertigt hattet, um die Originale zu verfolgen oder zumindest identifizieren zu können? War da nicht etwas, dass Ihr diese Duplikate letzlich in dem Gewölbe, in dem ich geboren wurde, verwahrt hattet? So Ihr Euch genauer entsinnen könnt, bitte ich Euch, Euer Wissen mit mir zu teilen.
Nein, ich weiß bislang nichts Neueres oder Genaueres über Euer Schutzobjekt oder den roten Fettsack. Ich halte mich aus Erkennungsgründen bisher damit zurück, zu engen Kontakt zur Priesterschaft zu suchen.
[für beide offen lesbar steht unter dem eingefalzten Teil]
In Liebe,
grüßt Ilarion und Anara herzlichst von mir,
Euer Sohn,
welcher auch den Vornamen von Lord Eldremon trägt“
Überlegend tippte er mit der Ecke des gefalteten und schmucklos versiegelten Briefes schließlich auf den Tisch. Wie sollte er dieses Papier am besten sicher und zügig überbringen lassen? Vermutlich würde Magister Arenvir einen Weg wissen...
- Arenvir von Tilianas
- Beiträge: 221
- Registriert: Samstag 11. Dezember 2021, 22:08
Den meisten Menschen war volkstümlich bekannt, dass Magier für Brot, Portale und Unsinn verantwortlich waren. Nur ein sehr geringer Teil an Nichtmagiern und auch nur die besser ausgebildeten Magier wussten, dass diese Portale nicht einfach nur ein lokal begrenztes Phänomen waren, sondern Reisen annähernd überall auf Alathair ermöglichten.
Es war alles eine Frage der Kraft und der Findigkeit, mit der man an derlei Sachen heran ging. Eine direkte Reise nach Alrynes war für einen Schüler annähernd unmöglich, für einen Magus aber eher trivial. Und wenn man den Ritualraum einer Akademie für derlei benutzte, konnte man jemandem zwei Depeschen, einen Beutel Gold und die freundliche Erinnerung "Du hast zwei Minuten um die Depeschen zu übergeben. Danach hast du sehr viel mehr Zeit für eine Schiffsreise zurück nach Gerimor" mitgeben.
Eine gewisse Insel namens Drachenfels zu "treffen" war so schwer nicht. Man brauchte nur jemanden, der schon mal dort gewesen war. Und so wurde ein Schüler des Konvents zur "Freiwilligkeit" verpflichtet, ging durch das Portal und drückte einem doch etwas verdatterten Drachenfelser Marktstandbesitzer seine Post in die Hand. "Überlanddepeschen für die Grafen von Drachenfels", ratterte er noch schnell hinunter, ehe man nur noch einen weiß gekleideten, berobten jungen Mann rasch wieder durch das Portal eilen sah, durch das er gekommen war.
Das etwas dicklichere Paket war mit den königlichen Schmuckbändern und dem silbernen Siegel des Konvents versiegelt. Brach man jenes, würde man Aaryons Brief oben auf und das mit dem Siegel der Baronie Gipfelsturm versehene Begleitschreiben Arenvirs darunter vorfinden:
Es war alles eine Frage der Kraft und der Findigkeit, mit der man an derlei Sachen heran ging. Eine direkte Reise nach Alrynes war für einen Schüler annähernd unmöglich, für einen Magus aber eher trivial. Und wenn man den Ritualraum einer Akademie für derlei benutzte, konnte man jemandem zwei Depeschen, einen Beutel Gold und die freundliche Erinnerung "Du hast zwei Minuten um die Depeschen zu übergeben. Danach hast du sehr viel mehr Zeit für eine Schiffsreise zurück nach Gerimor" mitgeben.
Eine gewisse Insel namens Drachenfels zu "treffen" war so schwer nicht. Man brauchte nur jemanden, der schon mal dort gewesen war. Und so wurde ein Schüler des Konvents zur "Freiwilligkeit" verpflichtet, ging durch das Portal und drückte einem doch etwas verdatterten Drachenfelser Marktstandbesitzer seine Post in die Hand. "Überlanddepeschen für die Grafen von Drachenfels", ratterte er noch schnell hinunter, ehe man nur noch einen weiß gekleideten, berobten jungen Mann rasch wieder durch das Portal eilen sah, durch das er gekommen war.
Das etwas dicklichere Paket war mit den königlichen Schmuckbändern und dem silbernen Siegel des Konvents versiegelt. Brach man jenes, würde man Aaryons Brief oben auf und das mit dem Siegel der Baronie Gipfelsturm versehene Begleitschreiben Arenvirs darunter vorfinden:
Baronie Gipfelsturm
Grafschaft Tiefenberg
⊕
9. Eisbruch im Jahre 268 n.BK.
Wacht und Wehr Temoras mit Euch,
Euer königliche Hoheit Sir Adrian,
Eure königliche Hoheit, Paladina Darna,
Grafen von Drachenfels!
Unter dem Wunsch, Euch beide bei bester Gesundheit zu wissen, entsende ich herzliche Grüße aus der alten Heimat.
Vorab das sicherlich wichtigste: Er hat die Insel wohlbehalten erreicht, es geht ihm soweit gut, er ist neugierig wie alle in seinem Alter und bringt sich -bisweilen- nicht in all zu große Schwierigkeiten.
Wie er Euch sicher in seinen eigenen Zeilen erklären wird, ist das Geheimnis um seine körperliche Befindlichkeit nun keines mehr. Euer Sohn trägt, wie auch ich, die Gabe der Arkanane Magie in sich und so werden wir es auf uns nehmen, ihn zum Magier auszubilden. Keine Sorge, er ist in besten Händen.
Von seiner Identität wissen nur wenige und so soll es zunächst bleiben, so lange es eben gut geht. Indefinit wird das nicht möglich sein, da er einfach zu gut erzogen wurde. Die väterliche Spitzbübigkeit kann die mütterliche Aufrichtigkeit dahingehend nicht gänzlich überspielen.
Sein Verhalten und seine Art erinnern mich manchesmal so schmerzlich an Euch beide, dass ich mir denke, dies sei die Quittung für viele meiner Streiche aus der Vergangenheit.
Wenn ihr beide das nächste Mal jemanden aus der Familie nach Gerimor schickt, wüsste ich ob meines eigenen Nervenkostüms eine Warnung sehr zu schätzen!
Möge Temora über Euch, Eure Familie und Euer Volk stets wachen. Ich würde mich freuen, Euch beide einmal wieder hier begrüßen zu dürfen. Es ist schon viel zu lange her. Ich verbleibe hier auf Gerimor, Euch stets wohlgesonnen.
- P.S. Adrian falls Ihr Eurer alten Gewohnheit, im mittleren Bücherregal Eures Arbeitszimmers ein Bierfass parat zu haben, noch frönt, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, Euch ein neues Versteck zu suchen. Es könnte sein, das ich mich verplappert habe. Er hat absolut Eure Gewitztheit und Euren Charme. Und auch falls ihr anderes glauben mögt, ihr habt hier immer noch viele Menschen, die Euch gewogen sind und den Namen Hohenfels in sehr guter Erinnerung bewahren.
P.P.S. Darna er erinnert mich zuweilen so sehr an Dich, dass ich mir ein Lachen verbeißen muss. So einen aufrechten, couragierten jungen Mann erlebt man selten. Aber er hat Temora sei Dank mehr Sinn für Humor und eine kleine Portion fröhliche Dreistigkeit mehr als du! Vielleicht gewinnst du deinen Mann ja für einen Besuch? Ihr fehlt hier.
Zuletzt geändert von Arenvir von Tilianas am Sonntag 9. Februar 2025, 11:59, insgesamt 1-mal geändert.
- Aaryon von Hohenfels
- Beiträge: 322
- Registriert: Samstag 4. Januar 2025, 13:02
Geflissentlich wurden die Zeilen studiert. Darna deutete auf die Stelle mit den Worten: „Keine Sorge, er ist in besten Händen“ und sah mit einer Mischung aus Belustigung und Sorge zu Adrian:
„Was meinst du: wie viele Entwürfe hat er vernichtet, in denen dahinter dann noch 'In meinen!' stand?“
„Was meinst du: wie viele Entwürfe hat er vernichtet, in denen dahinter dann noch 'In meinen!' stand?“
- So bald als möglich landet ein eigens mit diesem Auftrag instruierter Bote in einer rot-silbernen Livree in Adoran an und sucht direkt den Konvent des Fuchses auf. Dort wird er eine mit rot-silbernen Bändern verzierte Lederrolle an Erzmagus Arenvir von Tilianas, Baron von Gipfelsturm aushändigen wollen. Nur, sofern dieser auf absehbare Zeit dort nicht anzutreffen ist, wird sich der Bote nach Berchgard bemühen. Einer anderen Person wird das Schreiben nicht ausgehändigt.Arenvir,
Beigefügt sind eigens verschlossene und beschriftete Briefe für den Herrn Sohnemann.
Drachenfels, 11. Eisbruch des Jahres 268
Stadt Drachenfels, Grafenschloss

Wacht und Wehr der streitbaren Herrin Temora mit Euch,
Euer höchstgelehrte Magnifizienz,
Baron Arenvir von Tilianas!
⛯
ich kann es mir nicht verkneifen, anzumerken, dass ich mich noch nie so sehr gefreut habe, von Euch zu hören, wie dieses Mal! Und ich schätze, Ihr könnt Euch mein Schmunzeln dabei bildlich vorstellen, alles andere würde Euch schließlich nicht gerecht.
Wir danken Euch für die wohl sehr direkte Zustellung der Briefe. Und doch: so redlich die Menschen hier auch sein mögen, schwarze Schafe gibt es überall – wir würden uns freuen, wenn beim nächsten Mal die Depesche nicht im wahrsten Sinne des Wortes dem nächstbesten Menschen in die Hand gedrückt wird. Oder hatte Euer Bote Angst, hier länger zu bleiben? Das müsste er nicht – eine fürstliche Bewirtung wäre ihm gewiss.
Eure Worte sind Balsam. Ihr wisst, was ich meine.
Bis auf das mit der magischen Begabung. Meine Güte... musste das sein? Hätten nicht schon die ein oder anderen seltsamen Begebenheiten hier stattgefunden, ich würde ein abgekartetes Spiel von Euch und Aaryon im Bereich des Möglichen wähnen – zumal wir ihn nach den ersten gehäuften Vorkommnissen haben untersuchen lassen und eine klare Aussage bekamen, dass da nichts wäre!
Nun ja. Ich bin zu alt, um unbequeme Tatsachen nicht trotzdem als gegeben hinzunehmen. Vielleicht soll dies eine Art Quittung sein, so wie Ihr nun erwähntet, unter Aaryons Art in gewisser Hinsicht zu „leiden“.
Es ist vergeudete Tinte, Euch zu bitten, auf ihn aufzupassen, nicht wahr? Vielleicht sollten wir Euch eher bitten, darauf zu achten, dass er genug Freiraum erhält, um zu wachsen. So viel Überwindung es mich – uns – auch kostet. Und wenn er sich deswegen mal den Kopf am Türrahmen stößt, sei es drum; das gehört wohl dazu. Nur bete ich, dass Gerimor ihm nicht die gleichen tiefen Narben beschert wie uns. Es war ihm nicht auszureden, dass es Gerimor sein muss. ICH habe es ihm nicht ausreden können! Arenvir! Hütet Euch vor dieses Burschen Zunge und Sturkopf!
⛯Doch wo ich bei Gerimor, „Narben“ und Eurer freundlichen Einladung war, die mich fast in Versuchung führen könnte... Adrian frage ich nicht – entweder, ich täte ihm allein schon mit der Frage nur unnötig weh, oder er verspürt von sich aus diesen Wunsch; dann brauche aber nicht ich für ihn zu sprechen.
Ich würde nur in einem Falle aus eigenem Antrieb zurück kommen, Arenvir, und dieser tritt hoffentlich niemals ein: Wenn dieses verfluchte Eiland Aaryon das Leben kosten sollte, werden die Schuldigen durch Flamme und Schwert sterben. Es solle das letzte sein, was ich in diesem Leben tue.
⛯Noch etwas: Sollte es, wie wir oft genug erlebten, unserem Sohn widerfahren, von feindlichem Gesocks gefangen genommen zu werden, ist Aaryon über die Konsequenzen und Bedingungen bestens im Bilde und wird selbst nichts anderes verlangen:
- über ein Lösegeld in angemessener Höhe mag verhandelt werden
Forderungen, die
- Leib und Leben anderer redlicher Personen bedrohen
- ein Handeln erfordern würden, das zutiefst gegen die Tugenden der lichten Götter verstößt
- ein Handeln erfordern würden, das sich gegen das Wohl und die Gesetze von Reich und König richtet
wird von uns ignoriert werden. Ein „Ihr seid selber schuld, dass wir eurem Sohn die Kehle durchschneiden mussten“ und ähnliche Späße können sie sich dorthin stecken, wo keine Sonne scheint, bevor ich ihnen wie versprochen den Allerwertesten bis zum Hals aufreiße!
⛯Möge Phanodain dir immer deine charmante bis nervige Gerissenheit segnen
und möge erst Temora darüber richten müssen, ob du es irgendwann dabei mal übertrieben hast.
Es grüßt mit einem Lächeln
[/c]
- Aaryon von Hohenfels
- Beiträge: 322
- Registriert: Samstag 4. Januar 2025, 13:02
Dem Brief an Arenvir sind zwei seperate versiegelte Zettel beigefügt, die laut Beschriftung "an Sohn" auszuhändigen sind.
beigefügt eine Nachricht, die dem Schriftbild nach aus des Vaters Hand stammt:
- Drachenfels, 11. Eisbruch des Jahres 268Aaryon,
Stadt Drachenfels, Grafenschloss

Temora mit dir, mein Sohn!
⛯
es erleichtert uns sehr, zu hören, dass du gut angekommen bist! Und nun, du wirst mir vergeben, dass ich kaum recht weiß, wie ich zu der Nachricht um deine magische Begabung stehe. Was sagt man da: „herzlichen Glückunsch“? Mein Herz blutet ein wenig, meinen Erstgeborenen nun im wahrsten Sinne des Wortes verbrieft nicht in den Fußstapfen von drei Generationen unserer Familie zu wissen, aber nun ja. Vielleicht mögen Ilarion oder gar Anara diese Lücke füllen. Deine Zeilen wirken auf eine glückliche Weise aufgeregt, und so wünschen wir dir alles Gute. So widme dich also dieser Kunst mit der gleichen Ernsthaftigkeit und dem Pflichtbewusstsein, die von einem von Hohenfels zu erwarten sind!
Im gleichen Zuge, wie du dieses Schreiben erhälst, muss ein Bote die genannte Ritterburg erreicht haben. Es sollte dann nichts mehr deiner Absicht im Wege stehen, seiner herzoglichen Hoheit deine Aufwartung zu machen. Du hast unsere Zusage, aber auch deine persönliche Verpflichtung, dass du auf eigene Verantwortung handelst! Handel entsprechend.
Es freut uns sehr, von dir zu lesen, was deine Bekanntschaften betrifft, sei es, vertraute Namen zu hören, die uns (selbst deinem Vater) ein Lächeln auf die Lippen zaubern, oder neue Verbindungen, die Neugier wecken. Was die Gräfin von Meerswacht anbelangt, meinte dein Vater, dass er selbst ein paar Zeilen dazu schreiben wird.
Dass es mich mehr bewegt, als es sollte, ihn dabei zu sehen, wie er Zeilen verfasst, die er nach Gerimor entsenden will, sei nur dir anvertraut und du behälst es gefälligst für dich.
Der Brief ist an dieser Stelle ähnlich wie Aaryons Exemplar extra eingefaltet und mit einem gesonderten Kleks Siegelwachs verschlossenDie Gebeine von Königin Anara... Grundgütige, sie sind immer noch ein Thema? Vergib mir – ich habe ein Stück weit damit abgeschlossen, seit... nun ja, du erinnerst dich richtig. Als Rafael in Rahal gefangen war und für seine Auslösung gefordert wurde, die Gebeine Anaras herzugeben, brach es deinem Vater das Herz, seine Schwester – wie er es ausdrückte - „ein zweites Mal zu verlieren“.
Shalaryl Di'naru, eine Liedweberin des höchsten Ranges vom Volk der Waldelfen, ersann eine Möglichkeit, den Gebeinen nachspüren zu können:
Alles hat seine Struktur im Lied, und da die Pantherdiener schon ein mal über die Knochen verfügten, mussten wir ihrer Drohung, dass sie die Gebeine würden identifizieren können, leider glauben. Ebenso war es aber also auch möglich, eine magische Kopie dieser anzufertigen. Eine Struktur, dem Original so ähnlich, dass Shalaryl später versuchte, ihrer Spur zu folgen.
Leider kehrte sie unverrichteter Dinge zurück: ihre Spur verlor sich im Bereich des rahaler Tempels, die Dissonanzen dort machten es Shalaryl unmöglich, ihre Konzentration weiter zu verstärken oder hätte sie in unverantwortbare Gefahr gebracht.
Ich weiß nicht mehr, wie viel Zeit hernach verging – Jahre? Ich weiß nur, als wir vor dem Fall Varunas, dem absehbaren Überfall Kryndlagors, auch das Schloss räumen mussten, holte ich die Kiste aus ihrem Versteck in der Gruft für ihre Majestät, die sich im Garten des Grafenschlosses befand.
Und ich brachte sie an den sichersten Ort, den ich zu diesem Zeitpunkt wusste. Zumindest sehr nahe bei. In dem Raum, in dem du geboren wurdest, stand ein Ankh, vor dem gebetet werden konnte. Ich stellte die Kiste direkt hinter dieses.
Und nun dürfte dir auch die Schwierigkeit bewusst sein, die mit all dem verbunden ist. Alles weitere liegt bei dir. Auch, wie viel du Arenvir hierüber meinst, erzählen zu können - und zu dürfen.
Ende des eingefalteten Teiles
Mögen also nicht nur der Herrin der Tugenden deine Schritte gefallen und sie dir ihren Segen spenden, sondern auch Phanodain. Strebe nicht nur nach Schläue, mein Sohn, sondern vor allem nach Weisheit!
Ich denke jeden Tag an dich und schließe dich in meine Gebete mit ein
beigefügt eine Nachricht, die dem Schriftbild nach aus des Vaters Hand stammt:
Temora sei mit dir, mein lieber Sohn!
Es freut mich zu lesen, dass du endlich deinen Weg zu finden imstande bist. Die offiziellen Schriftstücke anzufertigen, überlasse ich in diesem Falle deiner Mutter. Ich weiss, wie sehr sie es liebt, sich um diese Dinge zu kümmern. Ich werde vermeiden, sie diese Zeilen lesen zu lassen. Die Folgen vermag ich mir ebenso auszumalen, wie du es gewiss kannst.
Eines sollte dir immer Gewissheit sein. Es kommt im Leben darauf an, die gegebenen Talente und Fähigkeiten stets zu höchster Kunst zu führen. Darum bemühe dich mit all deinem Willen und deiner Kraft. Dann werden deine Mutter und ich mit Stolz und Freude erfüllt sein.
Vernachlässige auch nie die Kunst der Diplomatie zu erlernen und zu verbessern. Dieses Können wird dir im Leben ebenso hilfreich sein. Nutze hierbei stets Intelligenz und Weisheit. Auch dein Gegemüber wird hierin geschult sein.
Weiterhin vergiss nicht deine Jugend zu geniessen. Beachte jedoch, die Nähe schöner Damen vermag dir eine wundervolle Zeit zu bescheren. Man hat hierbei jedoch zu beachten, nicht der falschen Frau sein Herz zu schenken. Zu leicht passiert es, dass die Katastrophen über dich herein brechen. Mein Glück war es, dass deine Mutter in mein Leben trat. Sie ist der Inbegriff von Ehre und Treue, wie du sehr wohl weisst. Mein werter Freund Rafael de Arganta, der bedauerlicher Weise viel zu früh aus dem Leben schied, könnte dir über die Wahl der falschen Dame jedoch sehr viel berichten.
Mit einigem Bedauern lese ich deine Worte über das Unrecht, welches der Familie der heutigen Gräfin von Meerswacht zugestossen sei. Ich habe derzeit hierüber keine Kenntnisse, doch mag es eine gute Möglichkeit sein, dich als mein Erbe in den oben erwähnten Künsten der Diplomatie zu schulen, indem du dich persönlich um die Aufklärung dieser Angelegenheit kümmerst. Es sei dir hiermit von deinem Vater zur Aufgabe erklärt. Ich bin gewiss, dass du mich hierfür um so mehr ehren und lieben wirst!
So will ich dieses Schreiben hiermit beenden und hoffe über deinen weiteren Werdegang in steter Regelmäßigkeit zu erfahren.
Dein alternder Vater oder wie es mancher wohl ausdrückt,
der verschrobene Zyniker
- Aaryon von Hohenfels
- Beiträge: 322
- Registriert: Samstag 4. Januar 2025, 13:02
Dem kennenden Auge wird beim Lesen der Zeilen schnell auffallen, dass die Schrift in Kleinigkeiten nicht so sauber ist wie stets, und wortwörtlich "der Schwung" fehlt. Dennoch wird dies eindeutig keine Fälschung sein.
„Gegeben am 17.Eluviar 268
verfasst von eigener Hand,Hosp Adoran
Die Streitbare mit Euch, Herr Vater, Frau Mutter!
Die Zeit verfliegt, und es gäbe viel Gutes zu berichten. Vergebt: es gibt viel Gutes zu berichten, und ich will die Gegebenheiten nicht gering reden, nur weil gerade Schatten über manchem liegt.
Meine Ausbildung im Konvent nahm ihren Gang, und mir fehlen nur noch sehr wenige Lehreinheiten - eigentlich nur die Kunde über Ritaulmagie -, um die Prüfung zum Studiosus angehen zu können. Es bereitet mir Freude, den Magistern zu lauschen und mich zu bemühen, ihr Wissen zu verstehen und Phanodains Weg zu folgen. Ich genoss die große Ehre, von einer erfahrenen Liedweberin der Edhil, der Elfen, in die Drachenakademie Ered Luins eingeladen worden zu sein und durfte mit ihr dort ein sehr langes Gespräch führen, nach welchem sie offenbar mit Wohlgefallen auf mein Denken und Sinnen blickte.
In der Drachenakademie steht eine Statue von Seline... Und Vater, ich denke, du kannst erahnen, was ich meine, und wie sehr es mein Herz ergriff, sie zu sehen; und mag es "nur" Stein gewesen sein. Die Abbildung wirkte so lebensecht, als ruhe, stehe sie tatsächlich dort in all ihrer Erhabenheit!
Leider gilt Shalaryl nach wie vor in Gefilden der Magie verweilend, in denen sie kaum zu erreichen ist.
Zurück nach Lichtenthal: ein Gespräch mit der Vogtin von Berchgard, um in den Besitz eines Bürgerbriefes zu gelangen, erwies sich wie erwartet als beiläufige Leichtigkeit, bei der mir die Lüge, einen falschen Nachnamen nennen zu müssen, am schwersten fiel.
Die Zeit, die ich incognito auf Gerimor verweilte, neigt sich absehbar ihrem Ende zu. Und muss ich es zusammenfassen, denke ich, dass ich erreicht habe, was ich erreichen wollte:
Ich kann die Herzen der Menschen auch ohne meinen richtigen Namen berühren. Ihr Vertrauen gewinnen. Integer und zuverlässig wirken. Respekt erwiesen bekommen, ohne ihn aufgrund meines Standes einfordern zu müssen.
Dieses zu wissen, es tatsächlich erlebt und geschafft zu haben, statt es nur versichert oder erzählt zu bekommen, gibt mir unglaublich viel, auch wenn diese Scharade auch ihre Schattenseiten hatte.und ungewollten Schaden angerichtet hat.
Gleichwohl gibt es viele, angenehm und teils überraschend viele Menschen hier, Vater, die den Namen "von Hohenfels" bis zum heutigen Tage in hohen Ehren halten und von nichts als Freude ergriffen wären, so sie dessen gewahr werden. Ich soll ergebenste und innigste Grüße von Frau Amelie Salberg, längst angemessen geehrt Freiherrin Amelie von Salberg, ausrichten. Sie hat eine prächtige und große Familie, ist geachtet und glücklich; ich bin gewiss, es wird euch freuen.
Vor wenigen Wochen kehrte Freiherr Antarian von Dynal nach Gerimor zurück, auf der Suche nach einer neuen Aufgabe ähnlich seiner alten unter Euch, die er wohl vermisst. Doch er wird sich hier erst etablieren müssen.
Mutter: Ich hätte es dir gern persönlich gesagt, um den Anblick von Freude und Erleichterung in deinem Gesicht tief in mein Herz zu brennen... Marlan Kabo, damals Oberst, ist _nicht_ tot! Nach Jahren der Gefangenschaft bei den Letharen, welche entsetzlich gewesen sein muss, sei ihm die Flucht gelungen und ausgerechnet er war es, der mir rettend zur Seite stand, als ich vor Berchgard mit einem Rahaler aneinander geriet und leider klar unterlegen und vor allem nicht schnell genug durch das rettende nahe Stadttor war.
Ich kann nur entfernt ahnen, was ihn antreibt, aber nach allem Leid steht dieser Mann allen Ernstes wieder dem Regiment zur Verfügung, und sei es nur als Gardist. Ich weiß nicht, wie man "unzerbrechbar" sonst buchstabieren sollte als mit seinem Namen.
Ich unterbreitete ihm das Angebot und die Bitte, mir neben seinem Regimentsdienst verbindlich zur Seite zu stehen, so ich mit Rang und Namen meine eigenen Gefolgsleute um mich zu sammeln begänne. Er wird darüber nachdenken. Eine überaus kompetente Heilerin verliere ich wohl gerade durch... nein. Nun ja, es wird sich zeigen.
Überhaupt beeindrucken mich der Mut und die Hingabe der Menschen hier für die Sache des Königs und das Wohl Lichtenthals immer wieder aufs Neue und ich bin bemüht, ihnen in dieser Selbstlosigkeit in nichts nachzustehen, denn sie hätten nichts Geringeres verdient.
Und ich muss mit Bitterkeit erfahren, dass ich längst noch nicht kann, wie ich wollte.
Ich habe Fehler begangen. Mehr als schmerzhafte Fehler. Es tut mir schon jetzt leid, eure Unbeschwertheit zu trüben, aber ihr werdet es erfahren wollen und habt jedes Recht darauf:
Ich weiß - nein, kann förmlich sehen - wie ihr die Augen rollt, gerade Vater, wenn ich benenne, dass ich mein erstes festes Domizil in Berchgard bezog. Ich weiß, welcher Schmerz von euch mit diesem Ort verbunden ist. Nichtsdestotrotz ist Berchgard ein höchst charmanter Ort, mit Menschen, die mir wichtig wurden und gab mir ein Gefühl von Sicherheit.
Doch es gibt keine Sicherheit auf Gerimor. Ja, Frau Mutter. Ihr hattet recht.
In Rahal regiert seit erstem Mal seit Menschengedenken nicht ein Alka, sondern derer zwei. Und beflügelt von dieser neuen Macht und in alatargegebenem Wunsch nach Rache für das nur gerechte Urteil über ihren "Vorgänger" griffen die Truppen Rahals mit allem, was Macht und Rang aufwies, in einem strategisch erschreckend klugen Streich Berchgard an - nicht aus dem Westen, sondern aus dem Osten!
Das Regiment war zu diesem Zeitpunkt so dezimiert, was Offiziersränge betrifft, dass Baron von Tilianas als Oberst a.D. vorübergehend die Führung übernommen hat. Die Belagerung von Berchgard währte mehrere Tage, und der Ort war nicht nur belagert, sondern die Unterstadt wurde zeitwilig auch eingenommen.
Die verteidigenden Menschen, darunter ich, retteten sich in die Oberstadt.
Ich werde nicht alle Details berichten, es würde den Rahmen haltlos sprengen. Zu sagen bleibt mir aber, dass ich Sir Heinrik von Alsted folgte, als er mich bat, einen Teil der Wehrmauer auf ihre strukturelle Festigkeit zu prüfen. Ich bin Novize. Kein Architekt. Dies sagte ich ihm auch und folgte dennoch.
Hätte ich nur auf meine eigenen Worte gehört, welche ich sprach...
Aber mir unterlief der Fehler, dass der Wunsch, gleichwertig von Nutzen zu sein, für einen Moment stärker wurde als mein Anerkennen der Realitäten. Im Bemühen, auf magischem Wege die Struktur brüchiger Bodenplatten zu stärken, unterlief mir ein Fehler und ich stürzte vom oberen Wehrgang in das drei Meter tiefer gelegene Innere der Wehranlage, fiel auf Geröll und Trümmer auf mich herab. Mein rechtes Bein wurde vom Fuß bis zur Höhe des halben Unterschenkels unrettbar zerquetscht. Obwohl Sir Heinrik mich sofort barg und ins Lazarett schaffte, hätte es kein Heiler der Welt mehr retten können.
Derzeit befinde ich mich auf dem mühsamen Weg der Genesung.
Gestern dann rückte mir Sir Heinrik den Kopf zurecht. Nicht wegen des Unfalls, sondern wegen.. persönlicher Belange. Belangen, die ich gern im Privaten belassen hätte, aber sie wurden vor allem durch das Chaos und den Stress der Belagerung auffälliger, als sie hätten werden sollen. Und ich mache niemandem einen Vorwurf daraus, eigentlich nicht mal mir selbst, aber wie es Sir Heinrik leider auch treffend sagte: "Die Schuld daran, dass es passierte, tragt letzten Endes Ihr." Das stimmt. So es an euer Ohr dringe, dass Euer Sohn und Erbe sich hier mit nicht standesgemäßen "Weibergeschichten" befasse, tut es mir von Herzen leid, dass dies in Teilen der Wahrheit entspricht, aber fordert jede Unverschämtheit in meinem Namen ruhig zum Duell!
Und ginge es nach mir, dürfte es auch Sir Heinrik sein, der als Sekundant jedem Lästermaul eben jenes stopfen solle.
Ich weiß noch nicht abschließend, was ich von diesem Mann halten soll. In meinen Augen ist das kein Ritter. Nicht im Sinne von "ritterlich", wie ich es verstehe, wie es Sir Rafael war und wie Ihr es seid, Frau Mutter. Dieser Mann ist Soldat. Bis in Mark und Bein und wohl die Tiefen seiner Seele. So geradlinig, so schnörkellos, dass ich mich frage, warum er Kronritter ist und nicht Feldwebel.
Dann wieder ist er aber so brutal effizient, so klar, so unbezweifelbar loyal und allen Anforderungen gleich welcher Natur genügend, dass ich aus tiefstem Herzen seiner Majestät gratuliere, diesen Mann in seinem direkten Dienste zu wissen. Manchmal braucht es wohl halt kein Skalpell, sondern einen Vorschlaghammer.
Sei es, wie es sei, dieser Brief gerät zu lang...
Ja, ich bin verletzt. Körperlich. Auch seelisch.
Nein, ich werde nicht nach Drachenfels deswegen zurück kehren. Ich werde nicht "den Schwanz einkneifen" und wie ein kleiner Junge weinend nach Hause laufen. Ich werde das hier mit Temoras Hilfe irgendwie durchhalten.
Aber ja, ich vermisse euch. Ich vermisse euch bitterlich.
Gebe Temora, dass ihr behütet bleibt.
In Liebe,
euer Sohn
"
„Gegeben am 17.Eluviar 268
verfasst von eigener Hand,
Die Streitbare mit Euch, Herr Vater, Frau Mutter!
Die Zeit verfliegt, und es gäbe viel Gutes zu berichten. Vergebt: es gibt viel Gutes zu berichten, und ich will die Gegebenheiten nicht gering reden, nur weil gerade Schatten über manchem liegt.
Meine Ausbildung im Konvent nahm ihren Gang, und mir fehlen nur noch sehr wenige Lehreinheiten - eigentlich nur die Kunde über Ritaulmagie -, um die Prüfung zum Studiosus angehen zu können. Es bereitet mir Freude, den Magistern zu lauschen und mich zu bemühen, ihr Wissen zu verstehen und Phanodains Weg zu folgen. Ich genoss die große Ehre, von einer erfahrenen Liedweberin der Edhil, der Elfen, in die Drachenakademie Ered Luins eingeladen worden zu sein und durfte mit ihr dort ein sehr langes Gespräch führen, nach welchem sie offenbar mit Wohlgefallen auf mein Denken und Sinnen blickte.
In der Drachenakademie steht eine Statue von Seline... Und Vater, ich denke, du kannst erahnen, was ich meine, und wie sehr es mein Herz ergriff, sie zu sehen; und mag es "nur" Stein gewesen sein. Die Abbildung wirkte so lebensecht, als ruhe, stehe sie tatsächlich dort in all ihrer Erhabenheit!
Leider gilt Shalaryl nach wie vor in Gefilden der Magie verweilend, in denen sie kaum zu erreichen ist.
Zurück nach Lichtenthal: ein Gespräch mit der Vogtin von Berchgard, um in den Besitz eines Bürgerbriefes zu gelangen, erwies sich wie erwartet als beiläufige Leichtigkeit, bei der mir die Lüge, einen falschen Nachnamen nennen zu müssen, am schwersten fiel.
Die Zeit, die ich incognito auf Gerimor verweilte, neigt sich absehbar ihrem Ende zu. Und muss ich es zusammenfassen, denke ich, dass ich erreicht habe, was ich erreichen wollte:
Ich kann die Herzen der Menschen auch ohne meinen richtigen Namen berühren. Ihr Vertrauen gewinnen. Integer und zuverlässig wirken. Respekt erwiesen bekommen, ohne ihn aufgrund meines Standes einfordern zu müssen.
Dieses zu wissen, es tatsächlich erlebt und geschafft zu haben, statt es nur versichert oder erzählt zu bekommen, gibt mir unglaublich viel, auch wenn diese Scharade auch ihre Schattenseiten hatte.
Gleichwohl gibt es viele, angenehm und teils überraschend viele Menschen hier, Vater, die den Namen "von Hohenfels" bis zum heutigen Tage in hohen Ehren halten und von nichts als Freude ergriffen wären, so sie dessen gewahr werden. Ich soll ergebenste und innigste Grüße von Frau Amelie Salberg, längst angemessen geehrt Freiherrin Amelie von Salberg, ausrichten. Sie hat eine prächtige und große Familie, ist geachtet und glücklich; ich bin gewiss, es wird euch freuen.
Vor wenigen Wochen kehrte Freiherr Antarian von Dynal nach Gerimor zurück, auf der Suche nach einer neuen Aufgabe ähnlich seiner alten unter Euch, die er wohl vermisst. Doch er wird sich hier erst etablieren müssen.
Mutter: Ich hätte es dir gern persönlich gesagt, um den Anblick von Freude und Erleichterung in deinem Gesicht tief in mein Herz zu brennen... Marlan Kabo, damals Oberst, ist _nicht_ tot! Nach Jahren der Gefangenschaft bei den Letharen, welche entsetzlich gewesen sein muss, sei ihm die Flucht gelungen und ausgerechnet er war es, der mir rettend zur Seite stand, als ich vor Berchgard mit einem Rahaler aneinander geriet und leider klar unterlegen und vor allem nicht schnell genug durch das rettende nahe Stadttor war.
Ich kann nur entfernt ahnen, was ihn antreibt, aber nach allem Leid steht dieser Mann allen Ernstes wieder dem Regiment zur Verfügung, und sei es nur als Gardist. Ich weiß nicht, wie man "unzerbrechbar" sonst buchstabieren sollte als mit seinem Namen.
Ich unterbreitete ihm das Angebot und die Bitte, mir neben seinem Regimentsdienst verbindlich zur Seite zu stehen, so ich mit Rang und Namen meine eigenen Gefolgsleute um mich zu sammeln begänne. Er wird darüber nachdenken. Eine überaus kompetente Heilerin verliere ich wohl gerade durch... nein. Nun ja, es wird sich zeigen.
Überhaupt beeindrucken mich der Mut und die Hingabe der Menschen hier für die Sache des Königs und das Wohl Lichtenthals immer wieder aufs Neue und ich bin bemüht, ihnen in dieser Selbstlosigkeit in nichts nachzustehen, denn sie hätten nichts Geringeres verdient.
Und ich muss mit Bitterkeit erfahren, dass ich längst noch nicht kann, wie ich wollte.
Ich habe Fehler begangen. Mehr als schmerzhafte Fehler. Es tut mir schon jetzt leid, eure Unbeschwertheit zu trüben, aber ihr werdet es erfahren wollen und habt jedes Recht darauf:
Ich weiß - nein, kann förmlich sehen - wie ihr die Augen rollt, gerade Vater, wenn ich benenne, dass ich mein erstes festes Domizil in Berchgard bezog. Ich weiß, welcher Schmerz von euch mit diesem Ort verbunden ist. Nichtsdestotrotz ist Berchgard ein höchst charmanter Ort, mit Menschen, die mir wichtig wurden und gab mir ein Gefühl von Sicherheit.
Doch es gibt keine Sicherheit auf Gerimor. Ja, Frau Mutter. Ihr hattet recht.
In Rahal regiert seit erstem Mal seit Menschengedenken nicht ein Alka, sondern derer zwei. Und beflügelt von dieser neuen Macht und in alatargegebenem Wunsch nach Rache für das nur gerechte Urteil über ihren "Vorgänger" griffen die Truppen Rahals mit allem, was Macht und Rang aufwies, in einem strategisch erschreckend klugen Streich Berchgard an - nicht aus dem Westen, sondern aus dem Osten!
Das Regiment war zu diesem Zeitpunkt so dezimiert, was Offiziersränge betrifft, dass Baron von Tilianas als Oberst a.D. vorübergehend die Führung übernommen hat. Die Belagerung von Berchgard währte mehrere Tage, und der Ort war nicht nur belagert, sondern die Unterstadt wurde zeitwilig auch eingenommen.
Die verteidigenden Menschen, darunter ich, retteten sich in die Oberstadt.
Ich werde nicht alle Details berichten, es würde den Rahmen haltlos sprengen. Zu sagen bleibt mir aber, dass ich Sir Heinrik von Alsted folgte, als er mich bat, einen Teil der Wehrmauer auf ihre strukturelle Festigkeit zu prüfen. Ich bin Novize. Kein Architekt. Dies sagte ich ihm auch und folgte dennoch.
Hätte ich nur auf meine eigenen Worte gehört, welche ich sprach...
Aber mir unterlief der Fehler, dass der Wunsch, gleichwertig von Nutzen zu sein, für einen Moment stärker wurde als mein Anerkennen der Realitäten. Im Bemühen, auf magischem Wege die Struktur brüchiger Bodenplatten zu stärken, unterlief mir ein Fehler und ich stürzte vom oberen Wehrgang in das drei Meter tiefer gelegene Innere der Wehranlage, fiel auf Geröll und Trümmer auf mich herab. Mein rechtes Bein wurde vom Fuß bis zur Höhe des halben Unterschenkels unrettbar zerquetscht. Obwohl Sir Heinrik mich sofort barg und ins Lazarett schaffte, hätte es kein Heiler der Welt mehr retten können.
Derzeit befinde ich mich auf dem mühsamen Weg der Genesung.
Gestern dann rückte mir Sir Heinrik den Kopf zurecht. Nicht wegen des Unfalls, sondern wegen.. persönlicher Belange. Belangen, die ich gern im Privaten belassen hätte, aber sie wurden vor allem durch das Chaos und den Stress der Belagerung auffälliger, als sie hätten werden sollen. Und ich mache niemandem einen Vorwurf daraus, eigentlich nicht mal mir selbst, aber wie es Sir Heinrik leider auch treffend sagte: "Die Schuld daran, dass es passierte, tragt letzten Endes Ihr." Das stimmt. So es an euer Ohr dringe, dass Euer Sohn und Erbe sich hier mit nicht standesgemäßen "Weibergeschichten" befasse, tut es mir von Herzen leid, dass dies in Teilen der Wahrheit entspricht, aber fordert jede Unverschämtheit in meinem Namen ruhig zum Duell!
Und ginge es nach mir, dürfte es auch Sir Heinrik sein, der als Sekundant jedem Lästermaul eben jenes stopfen solle.
Ich weiß noch nicht abschließend, was ich von diesem Mann halten soll. In meinen Augen ist das kein Ritter. Nicht im Sinne von "ritterlich", wie ich es verstehe, wie es Sir Rafael war und wie Ihr es seid, Frau Mutter. Dieser Mann ist Soldat. Bis in Mark und Bein und wohl die Tiefen seiner Seele. So geradlinig, so schnörkellos, dass ich mich frage, warum er Kronritter ist und nicht Feldwebel.
Dann wieder ist er aber so brutal effizient, so klar, so unbezweifelbar loyal und allen Anforderungen gleich welcher Natur genügend, dass ich aus tiefstem Herzen seiner Majestät gratuliere, diesen Mann in seinem direkten Dienste zu wissen. Manchmal braucht es wohl halt kein Skalpell, sondern einen Vorschlaghammer.
Sei es, wie es sei, dieser Brief gerät zu lang...
Ja, ich bin verletzt. Körperlich. Auch seelisch.
Nein, ich werde nicht nach Drachenfels deswegen zurück kehren. Ich werde nicht "den Schwanz einkneifen" und wie ein kleiner Junge weinend nach Hause laufen. Ich werde das hier mit Temoras Hilfe irgendwie durchhalten.
Aber ja, ich vermisse euch. Ich vermisse euch bitterlich.
Gebe Temora, dass ihr behütet bleibt.
In Liebe,
euer Sohn
"Wo der wohl wieder reingeraten ist... Der zieht das magisch an!"
- Kronritter von Salberg *noch qualmend* -
- Kronritter von Salberg *noch qualmend* -
- Heinrik von Alsted
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- Registriert: Dienstag 1. September 2015, 12:52
Burg des Ordens der Ritterschaft Alumenas, Adlerklamm
17.05.268
An Ihre Erlauchten vn Hohenfels
Krone und Reich zur Ehr eure Erlauchten von Hohenfels,
ich schreibe diese Zeilen mit einer weniger erfreulichen Nachricht in Bezug auf euren Sohn.
Es hat sich ein Angriff des Westens auf Berchgard zugetragen und in Erfüllung seiner Pflicht ist euer Sohn verunfallt.
Bei der Überprüfung eines Bruchs der Ostmauer Berchgards ist jener in den Bruch gefallen und wurde von Schutt begraben. Er konnte mit Temoras Hilfe geborgen werden, doch sein rechter Unterschenkel war zerquetscht. Die fähgien Heiler des Feldlazaretts konnten jenen nur noch abnehmen um das Leben des Jungen zu retten.
Er wird in den nächsten Tagen aus dem Hospital Adorans entlassen.
Hervorheben möchte ich seinen Einsatzwillen und Kampfgeist, welcher dem eines Ritters Alumenas in nichts nachsteht, wenn es auch an Selbsteinschätzung mangelt.
Andersweitig macht sich der Junge prächtig. Er ist von altersgerechten Nöten und Wünschen geplagt und lebt sich hervorragend ein. Seine Bestrebungen seinen Stand und Würde anzunehmen werden wohlwollend aufgenommen und so wird in Zukunft alles seinen gewohnten Gang nehmen.
Ich hoffe die Zeilen lassen euch nicht mit überbordender Sorge zurück und verbleibe positiv gestimmt was seine Zukunft in Lichtenthal angeht.
Für Krone, Reich und Glauben
Sir
Ritter der Krone Alumenas
17.05.268
An Ihre Erlauchten vn Hohenfels
Krone und Reich zur Ehr eure Erlauchten von Hohenfels,
ich schreibe diese Zeilen mit einer weniger erfreulichen Nachricht in Bezug auf euren Sohn.
Es hat sich ein Angriff des Westens auf Berchgard zugetragen und in Erfüllung seiner Pflicht ist euer Sohn verunfallt.
Bei der Überprüfung eines Bruchs der Ostmauer Berchgards ist jener in den Bruch gefallen und wurde von Schutt begraben. Er konnte mit Temoras Hilfe geborgen werden, doch sein rechter Unterschenkel war zerquetscht. Die fähgien Heiler des Feldlazaretts konnten jenen nur noch abnehmen um das Leben des Jungen zu retten.
Er wird in den nächsten Tagen aus dem Hospital Adorans entlassen.
Hervorheben möchte ich seinen Einsatzwillen und Kampfgeist, welcher dem eines Ritters Alumenas in nichts nachsteht, wenn es auch an Selbsteinschätzung mangelt.
Andersweitig macht sich der Junge prächtig. Er ist von altersgerechten Nöten und Wünschen geplagt und lebt sich hervorragend ein. Seine Bestrebungen seinen Stand und Würde anzunehmen werden wohlwollend aufgenommen und so wird in Zukunft alles seinen gewohnten Gang nehmen.
Ich hoffe die Zeilen lassen euch nicht mit überbordender Sorge zurück und verbleibe positiv gestimmt was seine Zukunft in Lichtenthal angeht.
Für Krone, Reich und Glauben
Sir
Ritter der Krone Alumenas
Zuletzt geändert von Heinrik von Alsted am Samstag 17. Mai 2025, 12:43, insgesamt 1-mal geändert.
- Helisande von Alsted
- Beiträge: 4067
- Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42
Das Schreiben weist die genormte, militärische Handschrift der Helisande von Alsted auf. Drachensiegel und Efeublatt verschließen den Brief. Das unmissverständliche Ziel des Briefes ist Darna von Hohenfels.
Grafschaft Tiefenberg. Das Schreiben scheint frisch und sauber abgeschrieben und somit vermutlich einige Male überarbeitet worden zu sein. Das Erstellungsdatum liegt einen halben Mondeslauf gar zurück.
Grafschaft Tiefenberg. Das Schreiben scheint frisch und sauber abgeschrieben und somit vermutlich einige Male überarbeitet worden zu sein. Das Erstellungsdatum liegt einen halben Mondeslauf gar zurück.
- 15. Eluviar 268
Grafschaft Tiefenberg
Kron und Reich zur Ehr, Eure Erlaucht von Hohenfels,
bevor Ihr Euch zu sehr beunruhigt, Eurem Sohn geht es gut. Er ist munter, geht seiner Ausbildung im Konvent gewissenhaft nach und er hat hier in Lichtenthal gute und starke männliche Vorbilder gefunden. Ebenso hat mir der junge Herr Mikh glaubhaft versichert, dass er Euch, seiner Mutter, schreiben wird.
Trotz der Euch hoffentlich überbrachten Schreiben Eures Sohnes, nehme ich mir die Freiheit Euch ebenfalls kurz zu berichten. Am 09. Eluviar wurde Berchgard nach einer mehrtägigen Belagerung vom Alatarischen Reich teilweise eingenommen. Natürlich befand sich Euer Sohn mitten unter den Streitern, die sich zur Verteidigung direkt am ersten Tag der Belagerung gesammelt hatten. Wir konnten die Unterstadt nicht halten, da das Heer des Feindes mit geballter Kraft und einer Vielzahl an Arkorithern und Rabendienern unsere Truppen in die massive Defensive zwang. Euer Sohn stand wacker in unseren Reihen und tat seine Pflicht.
Der junge Herr Mikh schloss sich nicht nur an einem der Belagerungstage einem Stoßtrupp an, der ein Katapult des Feindes zerstörte. Er wurde dabei auch verletzt und konnte sich nur mühsam auf sicheren Boden retten. Nach nur kurzer Ruhephase und noch nicht voller Genesung stand er wieder in den Reihen und bot dem feindlichen Heer die Stirn. Er war abgestellt mit kleinen magischen Entladungen den gewobenen Schutz der feindlichen Liedwirker abzulenken, um unserem Erzmagus den Gegenschlag zu ermöglichen. Durch das Befolgen der Befehle und dem guten Zusammenwirken war es möglich einen der mächtigeren Schwarzkittel auszuschalten und den Rückzug zur Oberstadt für alle zu sichern.
Leider erlitt der junge Herr Mikh während der Vorbereitungen zum Gegenschlag einen unglücklichen Unfall. Einer seiner Unterschenkel musste amputiert werden. Doch es obliegt ihm selbst die näheren Umstände hier zu schildern.
Der junge Herr Mikh genießt den Schutz meines Haushalts und hat einen sicheren Ort, an dem er Zuflucht suchen kann, falls seine Identität ihn in Schwierigkeiten bringt. Meiner unmaßgeblichen Einschätzung zur Folge, ist es nur eine Frage der Zeit, bis er erneut ein Wespennest findet, in das er eine Fackel wirft. Er hat so eine faszinierende Neigung stets am Rand oder mitten im Trouble aufzutauchen. Zumindest erkennt er inzwischen Templer Alatars, Rabendiener und Arkorither recht sicher und kann dort nähere Verstrickungen, so Temora es will, aktiv vermeiden.
Oder suchen.
Sorgt Euch nicht zu sehr, mein Gatte hat ein waches Auge auf den jungen Mann und ebenso seine Hochwohlgeboren von Tilianas. Auf beide ist zu vertrauen, wenn es darum geht zu führen und zu leiten.
Ich halte Euch auf dem Laufenden, sofern es etwas zu berichten gibt. Keine Nachrichten von mir können zwingend als gute Nachrichten über den jungen Herren von Hohenfels interpretiert werden.
Temoras Schutz und Eluives Geduld mit Euch.
Gräfin von Tiefenberg
Ritter der Krone Alumenas
- Aaryon von Hohenfels
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- Registriert: Samstag 4. Januar 2025, 13:02
Gegeben am 06. Cirmiasum 268
von eigener Hand
Anwesen von Hohenfels, Adelsviertel Adoran

Studiosus vom Konvent des Fuchses
Hochedler von Lichtenthal
( * -> #ooc: interessierte Spieler können mich gern anschreiben)
von eigener Hand
Anwesen von Hohenfels, Adelsviertel Adoran
- Die Streitbare mit Euch, Herr Vater, Frau Mutter!
Wie in meinem letzten Brief angedeutet, ist die Zeit des vorsichtigen Erkundens vorbei und der Name unseres Hauses tritt wieder offen auf Gerimor in Erscheinung. Meine Audienz bei seiner herzoglichen Hoheit Anselm von Lichtenthal verlief zufrieden stellend, auch wenn der Weg, zu altem Rang und Ansehen zu finden, lang werden wird - aber das ist eben die Schattenseite des Amtsadels von Gerimor. Ich bin gewillt, den Wert unseres Hauses erneut unter Beweis zu stellen und weiß wohlwollende Verbündete auf meiner Seite.
Arcomagus Arenvir, Baron von Tilianas ist ein Mentor, dessen Rat und Weisung ich sehr schätzen gelernt habe, auch wenn seine Lektionen manches Mal abenteuerlich sind und er mich in harten Wind stellt - er tut es weise bemessen und schätzt mich nicht gering, was ich ihm hoch anrechne.
Am 19ten Schwalbenkunft stand im Konvent des Fuchses meine erste Prüfung an, die ich vor dem Arcomagus, Magister Eibenbruch und Maga Adelena von Salberg ablegte. Kleinere Fehler, aber ich habe solide Zeugnis von meinem Wissen abgelegt und darf mich nun mit Fug und Recht Studiosus des Konvents nennen.
Keine zwei Wochen später wurde westlich von Berchgard eine Arkoritherin gesichtet und gestellt. Ich begleitete von Tilianas und Kabo, die dem Ruf nach Verstärkung natürlich folgten. Der Arcomagus konfrontierte die wohl noch recht junge Dame; und als er feststellte, dass ihr Rang in etwa dem meinen entspricht, erlegte er ihr allen Ernstes auf, dass sie freien Abzug gewährt bekomme, wenn sie gegen mich "ein Magierduell nach alten Regeln" bestreitet. Es war ihr nicht genehm, und auch mir war es zunächst nicht geheuer, muss ich zugeben.
Aber es war lehrreich. Und bessere Rahmenbedingungen hätte ich im Prinzip nicht haben können: ein Hochgeweihter der Herrin Temora, seine Eminenz Berenguer von Salberg, war hinzu gekommen, beobachtete aus dem Hintergrund und hätte in Ernstfällen also heilen können. Mehrere Mitglieder des Regimentes waren zu Pferde Zeuge des Geschehens und hätten bei unerwarteten Zwischenfällen eingreifen können, und nicht zuletzt also der Arcomagus selbst, der alles überwachte. Es war hart, zumal ich erkennen muss, dass meine nun naturgemäß leicht angreifbare Standfestigkeit ein offensichtliches Manko ist, aber ich habe dennoch gewonnen!
Und mit einem Schmunzeln muss ich gestehen: in der Tat, es bereitet außerordentlich große Genugtuung, schwarze Gestalten vor einem fliehen zu sehen...
Ja - ich habe mich ihr vorgestellt. Und nicht nur diese Arkoritherin, sondern auch der aktuelle Maestro des schändlichen Ordens, ein Mann der sich "Althan" nennt - aber Arkorithern darf man ja gar nichts glauben -, scheint aktuell auf mich aufmerksam zu werden, auch wenn sein Augenmerk dabei eher dem Umstand zu gelten scheint, Arenvir schaden zu wollen.
Es ist eine Frage der Zeit, bis die Gegner kommen. Wir sind wachsam.
Zudem ist Valentin wohlbehalten eingetroffen. Es hat ein paar Tage gebraucht, bis er begriff und akzeptierte, dass er hier nicht wie in Drachenfels auf einen fünfzehnjährigen Strolch aufzupassen hat. Ich bin jetzt fünf Jahre älter.
Ja Herr Vater, ich sehe Euch grinsen.
Ich sprach es an, und ihr werdet sicher wissen wollen, wie es um meine Versehrtheit bestellt ist: Die Wunde ist abgeschlossen verheilt, doch das Bemühen, die knapp 30 Zentimeter vom Beinende bis zum Boden überbrücken zu wollen, erweist sich leider als komplizierter als gedacht. Eine in höchstem Maße kunstbegabte Schreinerin aus Adoran, Fräulein Elibell Eichengold, hat mit der Leiterin des Hopitals und Hochgeboren Amelie von Salberg zusammen gearbeitet, um eine geradezu innovative Prothese für mein Bein zu fertigen, doch es scheint, es fehlt ein gewisses Etwas, von dem wir bisher nicht wissen. Oder es stimmt zu meinem Leidwesen, was mancher über Adel lästert und mein "Fleisch ist zu verweichlicht", immerhin bin ich kein hartgesottener Seefahrer: es ist mir unmöglich, die Prothese sinnvoll lange Zeit zu tragen, ohne dass mein gesamtes rechtes Bein schmerzt, als würde ein Balron es nun ganz abreißen wollen, während er es bereits zwischen den Zähnen hält. Wir sind ratlos.
Ich bin fortwährend auf zwei Unterachselkrücken angewiesen, solange ich mich in menschlicher Gestalt fortbewege. Aber noch gebe ich die Hoffnung nicht völlig auf - die Wege der Magie sind weit und vielfältig; wer weiß, was sich ergibt.
Ich habe seiner herzoglichen Hoheit angeboten, neben meinen Studien an der Akademie zu dienen, indem ich Informationen über unsere Feinde sammel, so gut es mir gegeben sein mag - nach anfänglich vielversprechenden Fortschritten muss ich feststellen, mit wie hoher Gefahr diese Tätigkeit verbunden ist und wie schnell Personen in einen unliebsamen Fokus des Feindes rücken, die offen sichtbar nach Lichtenthal Kontakte pflegen. Es wird schwierig, hier geeignete Kandidaten zu finden, deren Loyalität zu vertrauen ist, ohne dass ihre Gesichter dem Westen bereits bekannt sind...
So Ihr, Herr Vater, Frau Mutter, Personen kennt, deren Leumund Ihr empfehlen könntet und die willens wären, aus welchen Gründen auch immer dem Reich hier auf diese höchst delikate Art zu dienen und sich damit Verdienste erwerben zu wollen, würde ich sie gerne hier willkommen heißen und nach besten Kräften unterstützen! *
Ich weiß, dass Ihr diese Art der Arbeit nicht leiden könnt, Frau Mutter - aber Ihr wisst so gut wie ich, dass sie notwendig ist, wenn wir nicht blind und taub sein wollen. Berchgard hat es erneut bewiesen.
Ehe ich es vergesse, etwas Erfreulicheres: Sir Beak von Sankurio, Freiherr von Schwingenstein, dient der Herrin Temora als Paladin. Ich konnte erste Gespräche mit ihm führen, und es werden sich gewisslich derer weitere ergeben. Euer Wirken, Frau Mutter, mag in Teilen in Vergessenheit geraten sein, Vieles hat sich geändert, weiterentwickelt, aber es gibt jene, die Euch nicht vergessen haben. Ich soll beste Grüße ausrichten. Sanft scherzend merkte Sir von Sankurio an, dass es nie zu einer formellen Entlassung seiner Person aus Euren Diensten kam...
und so kann ich den Bogen meines Schreibens schließen: ich weiß wertvolle Verbündete an meiner Seite.
In diesem Sinne hoffe ich, meine Zeilen mögen Euch erfreut und beruhigt haben
und verbleibe in Ergebenheit und Liebe,
Studiosus vom Konvent des Fuchses
Hochedler von Lichtenthal

Zuletzt geändert von Aaryon von Hohenfels am Freitag 5. September 2025, 08:56, insgesamt 1-mal geändert.
"Wo der wohl wieder reingeraten ist... Der zieht das magisch an!"
- Kronritter von Salberg *noch qualmend* -
- Kronritter von Salberg *noch qualmend* -
- Aaryon von Hohenfels
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- Registriert: Samstag 4. Januar 2025, 13:02
Gegeben am 05. Searum 268
von eigener Hand
Anwesen von Hohenfels, Adelsviertel Adoran

Studiosus vom Konvent des Fuchses
Hochedler zu Lichtenthal
Ein eigens gefaltet beigelegtes und schmucklos gesiegeltes Blatt ist mit
"An Savea"
beschriftet und offenbart die Zeilen:
von eigener Hand
Anwesen von Hohenfels, Adelsviertel Adoran
- Die Streitbare mit Euch, Herr Vater, Frau Mutter!
Ich muss um Vergebung bitten, dass mein letzter Brief tatsächlich schon zwei volle Monde her ist. Doch vielleicht hat euch Valentin zwischenzeitlich geschrieben? Ich achte nicht auf seine Korrespondenz. Aber wir haben uns zu einem verlässlichen Gespann entwickelt, ich weiß seine Begleitung sehr zu schätzen, und wir haben uns in Adoran gut eingelebt. Nichtsdestotrotz: Um ihn zu entlasten und angesichts einer teils sehr angespannten Lage bin ich derzeit dabei, mich nach einem zweiten Leibwächter umzusehen. Mein Augenmerk liegt bisher auf dem Regiment - Kabo dient dort bereits wieder im Rang eines Korporals, man weiß ihn zu schätzen. Er hat sich allerdings dem Haus der Gräfin von Tiefenberg angeschlossen, was ich ihm nicht verübel; es ist nicht ganz einfach, neben den weiteren bedeutenden und aktiv werbenden Häusern wie auch von Dynal hier zuverlässige Leute vollumfänglich an mich zu binden. Ich bin mit Valentin und Fräulein Cecilia als meiner Heilerin bislang jedoch gut versorgt und pflege genügend Kontakte, sorgt euch nicht!
Die Feindschaft zu den schwarzen Magiern des Westens hat sich "etabliert", könnte man sagen und trieb bereits unschöne Blüten. Jene, mit der ich mich duellierte, hat mir die letzte Zeit ein unliebsames Maß an Aufmerksamkeit geschenkt und mit enormer Verschlagenheit dafür gesorgt, dass zeitweilig ein Fluch des Rabendämons auf mir lag, der für zunehmenden Verfolgungswahn von mir sorgte.
Wie Arenvir es hernach ausdrückte: "Eine rote Linie wurde überschritten." Auch wenn jenes Weib die ausführende Hand gewesen sein mag, wissen wir die Verantwortung beim Maestro des Ordens - und er wird dafür zur Rechenschaft gezogen werden.
Der Spuk währte gut eine Woche, bis mein vertrautes Umfeld ob meines Verhaltens argwöhnisch wurde und Arcomagus von Tilianas mich zum Glück mit diplomatischem Geschick "einfing", bevor es völlig eskaliert wäre. Nach dreitägigem Aufenthalt im Kloster dann konnte der Fluch von den Eminenzen von Salberg und Lathaia (Ja: Raia Lathaia, so euch der Name von früher noch etwas sagt; ich darf von Herzen grüßen!) und Diakon Aurael Nehemioth mit Temoras Hilfe gebrochen werden. Ich habe zuvor dennoch leider mit Magie eine treue Person verletzt und es gab einigen Aufruhr - ich hoffe, wir konnten und können den Schaden so rasch wieder gut machen, wie er eintrat. Jene, die ich verletzte, weiß um die Umstände und hat mir der göttinseidank vergeben, wie auch jene Personen, die ich mit meinem Misstrauen in ihrem Denken von mir verletzt habe.
Der Fluch sollte mir das nehmen, was ich - auch dadurch - aber als das wertvollste Gut erkannt habe, das ich hier gewinnen muss und zum Teil auch bereits habe: Zuverlässige Getreue und Freunde, die mich kennen und wohlmeinende Menschen, die hinter, neben und zur Not auch vor mir stehen und mich unterstützen.
Ohne sie werde ich hier nichts werden und nichts gewinnen.
Gerimor...
Der Hauptschauplatz des Wirkens der Götter, mögen sie auch allgegenwärtig sein. Man liest es in Geschichten, ihr habt es mir gesagt, und doch erlebte und begriff ich in der Zwischenzeit Phänomene, die das Erleben jedes "gewöhnlichen" Menschen auf dem Festland weit übersteigen.
Ein Greif landete in Adoran vor der Kirche. Ein G r e i f, Mutter! Diese Wesen sind so unglaublich wunderschön! Mich schaudert es selbst jetzt vor Ehrfurcht und Begeisterung, wo ich nur an ihn denke!
Ihr werdet den Auftrag erahnen, den er dem Klerus wie aber auch allen Gläubigen hier gab. Es fanden Pilgerreisen zu den Schreinen statt. Derzeit steht noch einzig der der Tapferkeit aus. Die heilige Flamme brennt und wird weitergetragen. Und es mag sein, dass die Herrin es fügt, dass mir unter dem wachsamen Blick und Geleit von Sir von Sankurio, frisch zum Baron erhoben, eine besondere Ehre und Aufgabe dabei zukommen wird. Mag jener Eid, den Ihr geleistet habt, Frau Mutter, von Euren Schultern genommen worden sein... sein Erbe wird sich womöglich in anderer Art fortsetzen.
Aber was rede ich von "besondere Ehre wird mir" - sie ist es bereits: An bisher jedem Schrein durften wir leibhaftige Erscheinungen der sieben Kinder Temoras mit eigenen Augen sehen, welche uns von ihrer Lehre berichteten, uns Aufgaben stellten und heilige Reliquien überreichten! Und am Schrein der Geistigkeit erfuhr ich die große Gnade und überaus große Ehre, einen Teil der heiligen Flamme von der Erscheinung Fasamars überreicht zu bekommen mit der Weisung, sie wohlbehütet nach Adoran zu bringen.
Gute Göttin! Ich kann nicht in Worte fassen, was mich bewegte! Ich weiß, Frau Mutter, dass Ihr gerade mit dieser Tugend, besser gesagt: mit der Art, wie sie zu Eurer Zeit hier gelebt wurde, so Eure liebe Not hattet und manches Mal über "die Vergeistigung bis hin zur Weltfremdheit des Klerus und mancher Diener" schimpftet. Doch mir zittern in Ehrfurcht, aber auch in Glück die Hände, wenn ich dies als Auftrag und mit Zuversicht in meinem Herzen fasse, dass es darum gehen wird, mit der Herrin Wohlwollen rechtes Wissen zu sammeln und für das Gute, für die Menschen und Eluives herrliche Schöpfung, einzusetzen!
Zwei Monde... Ich hoffe, ich habe angemessen Einblick gegeben, auch wenn es sicher vielerlei Dinge mehr zu schreiben gäbe.
In diesem Sinne hoffe ich, meine Zeilen mögen Euch erfreut und beruhigt haben,
bitte auch ausdrücklich darum, Leonore und Ilarion von mir zu herzen und zu grüßen
und verbleibe in Ergebenheit und Liebe,
Studiosus vom Konvent des Fuchses
Hochedler zu Lichtenthal

Ein eigens gefaltet beigelegtes und schmucklos gesiegeltes Blatt ist mit
"An Savea"
beschriftet und offenbart die Zeilen:
- Temora mit Euch, Fräulein Savea,
seid mir herzlichst gegrüßt!
Ich hoffe, Euch und Shaya ergeht es ebenso wohl wie der Familie und aus dem Hausstand versucht niemand zu sehr, Euch auf der Nase herum zu tanzen! Wobei: einen oder eine gibt es immer, nicht wahr? Ich bin mir recht gewiss, Ihr habt im Geheimen Euer Vergnügen daran, dieses also bedauernswert und schon auf verlorenem Posten irrlichternde Wesen in Reih und Glied zu bringen.
Ich habe eine gesonderte Bitte an Euch, und ja: Ihr dürft jetzt sagen "Ich wusste, er schreibt mir persönlich nicht ohne Grund!"
Es gilt für mich, eine Gefälligkeit einzulösen bei der hiesigen Gräfin und Arcomaga Nyome von Meerswacht, einst unter dem Namen Nyome Belfa an diese Gestade gelangt. Sie erwarb wohl vor einer Weile ein Anwesen im Sonnenhang-Viertel von Drachenfels Stadt. Dieses Anwesen sollte leicht ausfindig zu machen sein - wenn nicht anhand der Besitzerin, dann an dem Umstand, dass vor ungefähr fünfzehn Jahren eine nicht unerhebliche Explosion einen der Erkertürme zerstörte.
Sie bat mich, "ihr zuverlässige Handwerker zu empfehlen"... So gut ich hier inzwischen diesbezüglich vernetzt bin, weiß ich auf Drachenfels dies besser in Eure Hände und unter Euer wachsames Auge zu geben. Das Anwesen liegt ihrer Erlaucht persönlich am Herzen, da sie mit ihrer Frau Mutter dort lebte, ich möchte mich diesbezüglich nicht blamieren, Ihr versteht.
Ach Savea... manches Mal vermisse ich Euch tatsächlich! Nein, ich scherze nicht, und ich sage es auch nicht nur, weil ich Euch weit weg weiß. Ihr seht mich schmunzeln. Ihr werdet es schon vorher gewusst haben, dass Ihr recht behalten werdet, jetzt wo ich ein eigenes Anwesen und eigenes Personal zu unterhalten habe:
"Gutes Personal ist schwer zu bekommen."
"Ein Haushalt führt sich nicht von selbst." und
"Die Kosten fressen einem die Haare vom Kopf."
Ich muss darauf acht geben, dass ich Herrn Vater und Frau Mutter nicht bald um Geld bitten muss. Die hier nötigen Investitionen scheinen bisher kein Ende zu nehmen, gestern erst erhielt ich eine Rechnung von unserem künftigen Hausschneider, die mich lehrte, künftig bei Bestellungen vorher eine Preisgrenze zu setzen. Und es ist ja nicht so, dass Valentin nicht auch modebewusst wäre... Auch wenn ich mir stattdessen zur Zeit bei Sir von Sankurio etwas Geld geliehen habe, um eine Diamant-Rüstung für ihn finanzieren zu können. Eine Investition, die seither gute Früchte trägt.
Sorgt Euch nicht, wir kommen zurecht! Abseits der Führung eines Hauses: Ich vermisse Euch wie auch die anderen. Eure Umsicht. Eure Fürsorge. Eure Stimme, die mir immer signalisierte, dass "alles auf Kurs gehalten" wird, in einer strengen, aber auch liebevollen Art. Ihr habt Drachenfels, und früher gewiss auch den Haushalt meiner Mutter auf Gerimor zu einem sicheren Hafen für alle gemacht.
Hier suche ich noch nach einem solchen Juwel und beginne das Ausmaß der Last zu begreifen, das eine solche Person auf den Schultern trägt.
So entbiete ich Euch eine vielleicht neue Form von Respekt, Savea.
Bleibt bitte behütet,
Euch zugeneigt,
"Wo der wohl wieder reingeraten ist... Der zieht das magisch an!"
- Kronritter von Salberg *noch qualmend* -
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- Aaryon von Hohenfels
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von eigener Hand
Anwesen von Hohenfels, Adelsviertel Adoran

Studiosus vom Konvent des Fuchses
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- Die Streitbare mit Euch, Herr Vater, Frau Mutter!
Ich hoffe, es ergeht euch, der Familie und den Menschen unseres Hauses und auf Drachenfels wohl!
Da dachte ich, ich würde „schon wieder“ schreiben, wenn ich mich nun an den Schreibtisch setze, aber die Zeit, sie rast… der nächste Mond schon wieder verstrichen.
Das kronritterlich-gräfliche Paar von Alsted hat eine Offensive gegen den Westen organisiert, die zu einem dreitägigen Einsatz führte. Das Ziel war ein offen gebautes Nest namens „Grenzwarth“, an dem nicht der Ort oder die Bewohner selbst das Gefährliche waren, sondern das Letharenpack, das sich dort eine Festung errichtete und neben dem militärischen Entsatz zahlreich dort erschien. Dieses Volk ist wirklich wahnsinnig… aber damit erzähle ich nichts Unbekanntes. Der Aufbau des Lagers durch die Sappeure und die Arbeit des Regiments waren teils mehr als vorbildlich und machten das Manko wett, dort eine Stellung ohne feste Gebäude halten zu müssen. Auf die verbündeten Völker ist nach wie vor in beruhigender Weise Verlass.
Ich tat, was ich vermochte, um die Truppen und die Operation zu unterstützen; ihre Erlaucht Dame Helisande von Alsted äußerte sich hernach lobend. Wir erreichten nicht alles, was wir wollten, aber haben keine Toten zu beklagen. Ich selbst wurde verletzt, weil ein Trupp Rahaler mich beim Abzugsgefecht niederritt, aber nichts, was bleibende Folgen hätte, keine Sorge. Fräulein Cecilia, die neben zahlreichen weiteren Pflichten höchst zuverlässig als meine persönliche Heilerin agiert, bewährt sich in bester Weise – auch wenn das durchaus bedeutet, dass ich Eure persönliche Abneigung gegen einschränkende Auflagen der Heilkundigen inzwischen wesentlich besser nachvollziehen kann, Frau Mutter. Ich bemühe mich aber, ihnen, so gut es die Umstände halt zulassen, nachzukommen.
Etwas doch deutlich Persönlicheres… wie beginne ich es? Ich würde mich sehr freuen, euch demnächst eine junge Dame vorstellen zu dürfen, die seit mehreren Monden mein Interesse geweckt hat. Ihr Name ist Serina Marcel, sie ist entfernt verwandt eine Großnichte ihrer Hochgeboren Amelie und seiner Hochgeboren Sir Keylon von Salberg, kürzlich von seiner Majestät zum Kronritter ernannt; vielleicht hat euch die Nachricht gar schon erreicht.
Auch wenn Fräulein Marcel nicht von Stand ist, wie uns beiden schmerzlich bewusst ist, genießt sie den Rückhalt und Schutz dieses hier sehr einflussreichen Familiengeschlechts, und in einem ersten Gespräch mit dem Gemahl ihrer Hochgeboren: seiner Eminenz Berenguer von Salberg und Sir von Salberg erhielt ich von dieser Seite die Erlaubnis, um Fräulein Marcel werben zu dürfen.
Sie ist als Holzhandwerkerin bei den Sappeuren tätig und arbeitet zusätzlich als Mitglied der Stadtverwaltung der hochedlen Vogtin von Nordlicht in Berchgard zu. Sie weilt ähnlich lange auf Gerimor wie ich und hat sich als einfache Bürgerliche schon in dieser kurzen Zeit durch ihren Einsatz in Berchgard eine Auszeichnung des Regimentes verdient. Die Aussichten stünden gut, dass sie mindestens den Rang einer Edlen zu erreichen in der Lage ist.
Ich hoffe sehr, ihr würdet Euch selbst ein Bild von dieser strebsamen jungen Frau machen mögen, Herr Vater und Frau Mutter. Wir würden euch bei nächster Gelegenheit gern in Drachenfels aufsuchen mögen.
In diesem Sinne hoffe ich, wir mögen uns gar bald endlich wieder einmal sehen
und verbleibe in Ergebenheit und Liebe,
Studiosus vom Konvent des Fuchses
Hochedler zu Lichtenthal

"Wo der wohl wieder reingeraten ist... Der zieht das magisch an!"
- Kronritter von Salberg *noch qualmend* -
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Savea Falkenlohe
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- Registriert: Donnerstag 1. Mai 2014, 11:42
Der Brief Aaryons schickte sie ohne Umwege in die Vergangenheit.
Von Geburt an hatte sie den erstgeborenen Winzling ins Herz geschlossen. Trotzdem war sie auch zuständig fürs Ohren langziehen und das ein oder andere Mal übers Knie legen.
Wenn Shaya und sie dann am Abend zusammensaßen in ihrer tatsächlich großzügig gestalteten Unterkunft, die sogar ein eigenes Bad beinhaltete, dann lachten sie über den ein oder anderen Jungenstreich, den sich Aaryon oder einer seiner Freunde ausgedacht hatte.
Es war kein Auslachen, denn trotz der verabreichten Strafen traf so mancher Unsinn auf das Verständnis der beiden Frauen. Auch sie waren irgendwann einmal jung gewesen.
Mehr als einmal knöpfte sie sich bei Ungerechtigkeiten Aaryon gegenüber die Übeltäter vor und las ihnen die Leviten, ohne es Aaryon selbst wissen zu lassen. Meistens merkte er es nicht einmal, wenn Shaya oder sie in seiner Nähe waren, aufpassend, dass aus ihm ein anständiger, hilfsbereiter, für die Nöte anderer einen Blick habender junger Mann heranwuchs, neben der elterlichen Erziehung und seiner sonstigen Lehrer.
Aaryon kannte Savea so gut, wie sie ihn und so muss es nicht wundern, dass ihr genau jene Worte schon beim ersten Lesen entfleuchten: „Natürlich schreibt der Bengel mir nicht einfach so, ohne Grund!“ Viele Zeilen später blinzelte sie vor sich hin. Shaya, die inzwischen den Raum betreten hatte, musterte sie und platzte dann heraus: „Heulst du etwa? Ist jemand gestorben?“
Keine Antwort abwartend, nahm sie Savea den Brief aus der Hand und las selbst.
Kurz darauf gab sie ihn ihr mit einem kleinen Räuspern zurück. „Äh gut. Jede Wimper, die dir ins Auge gefallen ist, ist berechtigt.“
Die nächsten Wochen waren damit angefüllt Minenarbeiter, Steinmetze, Holzfäller und Schreiner zu finden, die Saveas Überprüfungen und Nachforschungen zu deren Vertrauenswürdigkeiten und Verlässlichkeiten standhielten. Endlich hatte sie eine Liste mit Namen der jeweiligen Handwerke, mit jeweils einem Vorarbeiter zusammengestellt. So trudelte dann auch irgendwann ein Schreiben für Aaryon ein.
Drachenfels, Goldblatt 268
Stadt Drachenfels, Grafenschloss
Temora mit Euch, Aaryon!
Der Grund Eurer Zeilen sei Euch verziehen. Wagt es nicht zu fragen, warum!
Seid unbesorgt, allen geht es gut und es tanzt hier niemand auf irgendwelchen Nasen herum, seit Eurer Abreise!
Hier nun eine Liste für Ihre Erlaucht von Meerswacht:
Vorarbeiter Mine: Roderic Felsspan
Minenarbeiter: Bramhard Felsenschläfer, Alderic Steinspitz, Calderius Bruchstein
Vorarbeiter Schmied: Falco Stahlbart
Schmiede: Karla Eisenfunk, Pioran Flamm, Silas Funkenflug
Vorarbeiter Steinmetz: Theron Eisenhammer,
Steinmetze: Gavril Granit, Finnrian Marmorhaut, Leofric Meißelgut
Vorarbeiter Holzfäller: Cederica Baumkling
Holzfäller: Arvid Holzschlag, Dorn Herzfäller, Elric Waldstamm
Vorarbeiter Schreiner: Branim Eichenscheit
Schreiner: Eberhard Feilenschaft, Lys Sägeblatt, Veronika Birkenspan
Selbstverständlich wurden sie auf Herz und Nieren geprüft, dennoch halte ich keine Hand an einen Felsen unter eine Spitzhacke, lege keine Hand auf einen Amboss, keine Hand unter einen Meißel, keine Hand an einen Baumstamm unter eine Axt, lasse mir keine Finger feilen und von Hand ins Feuer legen brauchen wir schon gleich gar nicht zu sprechen!
Die Herren und Damen Handwerker wissen Bescheid und stehen auf Abruf für Ihre Erlaucht zur Verfügung.
Gern geschehen!
Solltet Ihr es Euch einfallen lassen noch einen Teil Bein oder Arm oder gar den Kopf zu verlieren,
dürft Ihr Euch meiner Anreise gewiss sein.. natürlich im Auftrag Eurer verehrten Eltern!
Bleibt so anständig, wie Ihr uns verlassen habt, dabei geschützt und gestärkt durch die lichten Götter, wehrhaft wie die Schildmaid und wie Shaya und ich! Erste lässt Grüße ausrichten.

Von Geburt an hatte sie den erstgeborenen Winzling ins Herz geschlossen. Trotzdem war sie auch zuständig fürs Ohren langziehen und das ein oder andere Mal übers Knie legen.
Wenn Shaya und sie dann am Abend zusammensaßen in ihrer tatsächlich großzügig gestalteten Unterkunft, die sogar ein eigenes Bad beinhaltete, dann lachten sie über den ein oder anderen Jungenstreich, den sich Aaryon oder einer seiner Freunde ausgedacht hatte.
Es war kein Auslachen, denn trotz der verabreichten Strafen traf so mancher Unsinn auf das Verständnis der beiden Frauen. Auch sie waren irgendwann einmal jung gewesen.
Mehr als einmal knöpfte sie sich bei Ungerechtigkeiten Aaryon gegenüber die Übeltäter vor und las ihnen die Leviten, ohne es Aaryon selbst wissen zu lassen. Meistens merkte er es nicht einmal, wenn Shaya oder sie in seiner Nähe waren, aufpassend, dass aus ihm ein anständiger, hilfsbereiter, für die Nöte anderer einen Blick habender junger Mann heranwuchs, neben der elterlichen Erziehung und seiner sonstigen Lehrer.
Aaryon kannte Savea so gut, wie sie ihn und so muss es nicht wundern, dass ihr genau jene Worte schon beim ersten Lesen entfleuchten: „Natürlich schreibt der Bengel mir nicht einfach so, ohne Grund!“ Viele Zeilen später blinzelte sie vor sich hin. Shaya, die inzwischen den Raum betreten hatte, musterte sie und platzte dann heraus: „Heulst du etwa? Ist jemand gestorben?“
Keine Antwort abwartend, nahm sie Savea den Brief aus der Hand und las selbst.
Kurz darauf gab sie ihn ihr mit einem kleinen Räuspern zurück. „Äh gut. Jede Wimper, die dir ins Auge gefallen ist, ist berechtigt.“
Die nächsten Wochen waren damit angefüllt Minenarbeiter, Steinmetze, Holzfäller und Schreiner zu finden, die Saveas Überprüfungen und Nachforschungen zu deren Vertrauenswürdigkeiten und Verlässlichkeiten standhielten. Endlich hatte sie eine Liste mit Namen der jeweiligen Handwerke, mit jeweils einem Vorarbeiter zusammengestellt. So trudelte dann auch irgendwann ein Schreiben für Aaryon ein.
Drachenfels, Goldblatt 268
Stadt Drachenfels, Grafenschloss
Temora mit Euch, Aaryon!
Der Grund Eurer Zeilen sei Euch verziehen. Wagt es nicht zu fragen, warum!
Seid unbesorgt, allen geht es gut und es tanzt hier niemand auf irgendwelchen Nasen herum, seit Eurer Abreise!
Hier nun eine Liste für Ihre Erlaucht von Meerswacht:
Vorarbeiter Mine: Roderic Felsspan
Minenarbeiter: Bramhard Felsenschläfer, Alderic Steinspitz, Calderius Bruchstein
Vorarbeiter Schmied: Falco Stahlbart
Schmiede: Karla Eisenfunk, Pioran Flamm, Silas Funkenflug
Vorarbeiter Steinmetz: Theron Eisenhammer,
Steinmetze: Gavril Granit, Finnrian Marmorhaut, Leofric Meißelgut
Vorarbeiter Holzfäller: Cederica Baumkling
Holzfäller: Arvid Holzschlag, Dorn Herzfäller, Elric Waldstamm
Vorarbeiter Schreiner: Branim Eichenscheit
Schreiner: Eberhard Feilenschaft, Lys Sägeblatt, Veronika Birkenspan
Selbstverständlich wurden sie auf Herz und Nieren geprüft, dennoch halte ich keine Hand an einen Felsen unter eine Spitzhacke, lege keine Hand auf einen Amboss, keine Hand unter einen Meißel, keine Hand an einen Baumstamm unter eine Axt, lasse mir keine Finger feilen und von Hand ins Feuer legen brauchen wir schon gleich gar nicht zu sprechen!
Die Herren und Damen Handwerker wissen Bescheid und stehen auf Abruf für Ihre Erlaucht zur Verfügung.
Gern geschehen!
Solltet Ihr es Euch einfallen lassen noch einen Teil Bein oder Arm oder gar den Kopf zu verlieren,
dürft Ihr Euch meiner Anreise gewiss sein.. natürlich im Auftrag Eurer verehrten Eltern!
Bleibt so anständig, wie Ihr uns verlassen habt, dabei geschützt und gestärkt durch die lichten Götter, wehrhaft wie die Schildmaid und wie Shaya und ich! Erste lässt Grüße ausrichten.
- Aaryon von Hohenfels
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- Registriert: Samstag 4. Januar 2025, 13:02
Re: Briefe nach Hause
Gegeben am 13. Rabenmond 268
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Die Streitbare mit Euch, Herr Vater, Frau Mutter!

Studiosus vom Konvent des Fuchses
Hochedler zu Lichtenthal

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Die Streitbare mit Euch, Herr Vater, Frau Mutter!
- Die kalte Jahreszeit hat Einzug gehalten und ich hoffe, die Bürger von Drachenfels sind wie eh und je gut gegen die nasse Kälte gewappnet. Wie verhält es sich eigentlich mit der "Warmen Stube" und dem Seemannsheim, wo ich fort bin? Übernahmen nun Ilarion oder Leonore die Schirmherrschaft?
Auch in Lichtenthal gibt es immer mal wieder gemeinnützige Veranstaltungen und Unternehmungen, den allermeisten Leuten geht es gut. Ihr kennt selbst die Großzügigkeit der Menschen hier, dass man sich wundern sollte, dass nicht tagtäglich hunderte arme Seelen auf Suche nach Hilfe und Obdach hier an die Gestade gespült werden…
Aber Valentin und ich bekamen erst jüngst zu spüren, was Menschen mit Fug und Recht vor Gerimor zurückschrecken lassen mag. Wir gerieten durch einen unseligen Zufall an zwei Vertreter des Letharenvolkes - ausgerechnet eine Priesterin des Panthers und einen Krieger, der die Macht wie ein Ahad sein Eigen nennt. Vater, Mutter… bitte sorgt euch nicht übermäßig, wenn ihr die Zeilen weiterlest: wir beide sind vollständig genesen, hatten das Glück, in Ered Luin beste Versorgung zu erfahren und haben keine bleibenden Schäden aus diesem Treffen davongetragen!
Valentin hätte es nichtsdestotrotz fast das Leben gekostet. Um mir die Flucht zu ermöglichen, hat er sich zwei Mal in absolut bemerkenswerter Weise den Letharen trotz von Anfang an klarer Unterlegenheit entgegengeworfen. Diesen Ahad-Letharen, der ihm dabei seine unheilige Waffe in die Brust stieß, kennt Ihr sogar, Frau Mutter: Es ist dieser nach wie vor Wahnsinnige, der damals mehrmals versuchte, Euch "zum Tanzen" aufzufordern. Er trachtet nun danach, sich stattdessen an Sir von Sankurio abzuarbeiten - ich werde es nicht dazu kommen lassen, wenn es nach mir geht, selbst wenn dies bedeutet, mir die Rachegelüste dieser verfluchten Blauhäute aufzuladen.
Sie haben mir den rechten Arm gebrochen und ein paar kleinere Blessuren zugefügt. Wie gesagt, es ist alles vollständig verheilt, ich konnte deswegen nur nicht so zeitig schreiben, wie ich es mir gewünscht hätte.
Nun ja. Ansonsten geht alles hier seinen emsigen Gang. Ich habe mehrere Forschungsprojekte, teils in magischer Hinsicht, teils als Dienst für die von Alsteds. Letztere ehrten letzte Woche in einer Feier in Berchgard die Streiter, die für Berchgard und danach gegen Grenzwarth gekämpft haben, mit einem Orden, so also auch mich. Kabo, inzwischen schon Feldwebel, wurde verdientermaßen gesondert hervorgehoben.
Ich war gestern in Ered Luin und habe mich bei den Heilerinnen Celilomea und Erioleth bedankt, durch deren wertvollen Beistand wir gerettet wurden, sie haben mit Cecilia Hand in Hand gearbeitet.
Dabei erhielt ich auch die Gelegenheit, mich mit mehreren Angehörigen des Elfenvolkes darüber auszutauschen, mit was ich im Namen unserer Familie Seline eine Freude bereiten könnte. Ich bin mir gewiss, dass ihr es begrüßt, wenn ich ihr herzlichste Grüße ausrichte, dass wir mit Freude an sie denken und mitteilen lasse, dass unser Haus - allen voran Ihr, Herr Vater - ihr, Slain und allen Silberdrachen weiterhin in aller Ergebenheit zur Seite stehen.
Gewissermaßen keine Neuigkeiten gibt es, was Fräulein Marcel und mich betrifft: Es ist nach wie vor mein Ansinnen, um sie werben zu dürfen, und ich hoffe, euer Schweigen diesbezüglich möge mir kein Anlass zu Sorge sein?
Grüßt bitte die Familie und alle uns treuen Seelen, richtet Savea meinen Dank für ihr Schreiben und ihre Arbeit aus, sie hat uns sehr geholfen!
Ich verbleibe in Ergebenheit und Liebe,
Studiosus vom Konvent des Fuchses
Hochedler zu Lichtenthal

"Wo der wohl wieder reingeraten ist... Der zieht das magisch an!"
- Kronritter von Salberg *noch qualmend* -
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- Arenvir von Tilianas
- Beiträge: 221
- Registriert: Samstag 11. Dezember 2021, 22:08
Re: Briefe nach Hause
Wie angedroht kam dieser Brief nicht alleine sondern in Gestalt eines Begleitschreibens von Arenvir.
Baronie Gipfelsturm
Grafschaft Tiefenberg
⊕
12. Rabenmond im Jahre 268 n.BK.
Wacht und Wehr Temoras mit Euch,
Euer königliche Hoheit Sir Adrian,
Eure königliche Hoheit, Paladina Darna,
Grafen von Drachenfels!
Ich entbiete herzliche Grüße von der Insel der Verrückten!
Getreu dem Motto, das man ein Schreiben immer mit guten Nachrichten beginnen soll: Er lebt noch. Ist das nicht wundervoll?
Er übt sich in den arkanen Studien, das Konvent steht trotz seiner Bemühungen noch, weitere Körperteile hat er auch nicht verloren (allen Mühen zum Trotze!) und noch sind wir nicht mitten in einem hochoffiziellen, hochbrisanten Liebesskandal.
Es könnte wahrlich schlimmer laufen oder nicht?
Zwischenzeitlich hat er sich zwei Spitznamen eingefangen, weil einer nicht ausreicht. Die einen nennen ihn Bursche, um ihn wenig daran zu erinnern, dass es Leute gibt, die hier schon länger schalten und walten, als er überhaupt lebt und wiederum andere nennen Ihn Seine Motzigkeit.
Beides beherrscht er hervorragend und ich habe mir schon verschiedenste Methoden ausgemalt, ihm meine....Wertschätzung...zu demonstrieren. Das Katapult und der See liegen immer noch auf Platz 1, dicht gefolgt von einem Portal über den See. Hier bin ich mir aber im einen Fall über den korrekten Abschusswinkel und im anderen über die beste Höhe uneins. Ich halte Euch natürlich informiert.
Politisch passieren hier seltsame Dinge dieser Tage. Von den Alkaren hört man recht wenig, sie scheinen ihre Macht zu konsolidieren und augenscheinlich tun sie das auch nicht schlecht. Der Gegenangriff auf ihre Ländereien dürfte dem ganzen einen kleinen Dämpfer verpasst haben, aber es wäre nicht das Heilige Alatarische Reich, wenn sie nicht schon längst wieder etwas aushecken würden.
Euer Neffe und der Herzog kamen auf die unglaublich weise Idee, das Konvent des Fuchses zu einer herzoglichen Institution zu degradieren. Mit uns Magier hielt man keine Rücksprache und informierte uns im gleichen Atemzug wie das Volk. Unnötig zu sagen, dass Ausbildung und Magische Lehre im Herzogtum nach dieser unverdienten Kränkung zum Erliegen gekommen sind. Aber es soll sich ja nichts geändert haben. Nun ja. Wir haben ja schon öfter gesehen, was passiert, wenn Leute, die überhaupt keine Ahnung haben, einfach mal Dinge entscheiden.
Was mich anbelangt, so bilde ich Aaryon aus, weil er Euer Sohn ist und mir am Herzen liegt. Aber mein Eid als Magier galt der Alumenischen Krone und ich habe keinen neuen geschworen. Von dem her können Ador und Anselm mich gerne haben. Sollen sie sich mal an der magischen Ausbildung versuchen. Ich bin gespannt. Aber ich glaube, ich bin wirklich durch mit dem Thema. Ich habe mein Pflichtteil mehr als abgeleistet. Wenn die Herrschaften meinen, mir dahingehend weiter auf den Nerv gehen zu müssen, ist doch sicher eine nette Villa irgendwo in Drachenfels frei?
Zusammengefasst erkennen wir dieser Tage eine deutliche Neigung hin zum Favoritentum, während andere Grafschaften links liegen gelassen werden, die Kommunikation zwischen Führung und Rest ist eigentlich nicht mehr existent und weil wir im Gegensatz zu ihnen wissen, was wir tun, funktioniert der Laden noch. Das letzte Wort solltet ihr Euch allerdings in Großbuchstaben vorstellen. Wie lange das alles noch gut geht, werden die nächsten zu erwartenden Konflikte aufzeigen. Auf Aaryon gebe ich soweit acht, als es mir möglich ist, keine Sorge.
Wie stehen die Dinge in Drachenfels dieser Tage? Grüßt mir die anderen!
- Aaryon von Hohenfels
- Beiträge: 322
- Registriert: Samstag 4. Januar 2025, 13:02
Re: Briefe nach Hause
Über verschachtelte Wege, aber stets von zuverlässigen und dem Adel treuen Händen zu ebensolchen, gelangt eine mit rot-silbernen Bändern verzierte Lederrolle nach Adoran. Dort aber wird sie nicht Richtung Konvent, sondern nach Berchgard weitergeleitet, zu Erzmagus Arenvir von Tilianas, Baron von Gipfelsturm. Nur, sofern dieser auf absehbare Zeit dort nicht anzutreffen ist, wird der Bote sich an das kronritterliche Grafenpaar wenden mit der Bitte, ihn bei der Übermittlung des Schreibens zu unterstützen. Einer anderen Person wird das Schreiben nicht ausgehändigt.

Wacht und Wehr der streitbaren Herrin Temora mit Euch,
Euer höchstgelehrte Magnifizienz,
Baron Arenvir von Tilianas!
Wählt sichere Wege, die See und die Zeiten sind mal wieder stürmischer geworden,

Paladina in Diensten der Herrin Temora
Gräfin zu Drachenfels
nicht königliche Hoheit
Drachenfels, 16. Eisbruch des Jahres 269
Stadt Drachenfels, Grafenschloss
Stadt Drachenfels, Grafenschloss
Wacht und Wehr der streitbaren Herrin Temora mit Euch,
Euer höchstgelehrte Magnifizienz,
Baron Arenvir von Tilianas!
⛯
- Arenvir,
halten wir es kurz: Ohne Euch befehlen zu können oder zu wollen, wünschen Adrian und ich Euch zu sprechen. Persönlich. Und zwar so bald als irgend möglich. Lasst Aaryon noch in Adoran, wir werden ihm zu gegebener Zeit signalisieren, wann er uns aufsuchen mag.
Eine angemessene Unterkunft erwartet Euch. Mit einer Abschrift des Kapitels über Katapulte und Winkelberechnung von "De architectura" von Praeceptor von Vitruv. Nur für den Notfall.
Wählt sichere Wege, die See und die Zeiten sind mal wieder stürmischer geworden,
Paladina in Diensten der Herrin Temora
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- Aaryon von Hohenfels
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- Registriert: Samstag 4. Januar 2025, 13:02
Re: Briefe nach Hause

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- Schöne Neuigkeiten: Ich habe meine Prüfung zum Magus am Konvent des Fuchses am Elften diesen Mondes sauber erfolgreich bestanden. Vielleicht gar mehr als das; Nyome und Arenvir scheinen Wert darauf zu legen, dass ich so bald als irgend möglich auch eigenverantwortlich Unterricht geben darf, was bedeuten würde, dass ich mich in Kürze auch Magister nennen dürfte. Ein Lob von Arenvir bedeutet mir viel, da ich ohne jeden Zweifel weiß, dass er mit Kritik nicht spart, wo sie angebracht ist.
"Neues von der Front?" - ja, leider auch. Was auch sonst. Es scheinen auch im Negativen Traditionen fortgeführt zu werden: Der Westen versucht, die Schreine zu schänden, und "wir dürfen hinterputzen", wie Ihr es mal ausdrücktet, Frau Mutter.
Nicht mehr ganz so einfach, wo die Grenzen des rahalischen Reiches über zwei der Schreine hinaus gewuchert sind wie Schimmelpilz. Dem Schrein der Ehre haben sie offenbar nennenswerter zugesetzt. Aber alle der sieben haben etwas abbekommen, wurden mit höhnischen Symboliken verunstaltet - beim Schrein der Geistigkeit haben sie gar gewagt, tatsächlich komplett eine Mauerwand drum herum zu ziehen und diese magisch zu sichern. Es war mir noch nicht möglich, das in Ruhe zu untersuchen.
Umso mehr verärgert es mich, wie übermäßig eindeutig ein Versuch von mir gescheitert ist, die führenden Köpfe von Klerus, Ritterschaft und Regiment zu einer gemeinsamen, zielgerichteten Strategie zu bringen. Nein: "Nadelstiche" sollen verübt werden, und zwar derart unterschiedliche und an derart sinnlos verstreuten Zielen, dass Rahal sich auf ihnen wird ausruhen können wie ein Fakir auf einem Bett aus Nägeln. Während Rahal, wenn es agiert, wie an den Schreinen, mit allem anrückt, was verfügbar ist, von Legion bis Arkorithern - und, wie ich anerkennen muss, mit erschreckend durchdachten Plänen.
Diese Verschwendung von geeinter Schlagkraft und das ohne Sinn und zentrales Ziel, was unsere Seite betrifft, lässt mir die pure Wut empor steigen.
Und da wird mir scheinbar allen Ernstes entgegen gehalten, was mich Militär und Strategie interessieren, ich sei doch Magier...? Ich werde an meinen Lebensjahren bemessen, als zähle nur die Meinung eines Vierzigjährigen. Ein Umstand, der mich zunehmend zornig macht.
Ich überlege noch, wie ich damit umgehe. Ein "dann macht euren Kram doch alleine!" kommt nicht in Frage, ich bin eben kein bockiges Kind. Ein allein stehendes "Dann mach ich es eben alleine!" ist jedoch genauso unsinnig und hieße, mich dem Fehler der anderen auch noch anzuschließen. Mit ihren Dummheiten einfach nur mitziehen, weil es eben so beschlossen wurde, mag das eine oder andere mal ertragbar sein, ist aber auch keine Lösung und im schlimmsten Fall wäre es lebensgefährlich, so wie bei euch damals der Kampf gegen die Eisenwart.
Nun. Ich werde wohl jene, die mich gering schätzen, ignorieren, und mit Taten und Erfolgen überzeugen müssen. Nicht allein agieren, aber mir die Kräfte, die es zur Unterstützung braucht, durch privatere Gespräche an die Seite holen, wenn die nötigen Planungen bereits stehen.
Und gleichzeitig muss ich aufpassen, zu deligieren, denn Konvent, Forschung, Lehre, Diplomatie, Adelsbelange, Privatleben und dann auch noch "Kriegsführung" werde ich nicht alleine stemmen können. Schon jetzt muss ich dämonisch aufpassen, mich nicht völlig in unterschiedlichen Projekten zu verlieren, auch wenn es klug ist, sich nicht mit nur einer Sache zu beschäftigen. Immer wieder gerät das eine oder andere ins Stocken, müssen Pläne verworfen oder zumindest pausiert werden.
Was weder verworfen noch pausiert ist: Mein Interesse an Fräulein Marcel. Auch sie stellt sich diversen Herausforderungen und wächst zusehends an ihren Aufgaben. Sollte ich euer Schweigen in dieser Hinsicht zu recht so deuten, dass ihr einfach abgewartet hättet, bis mein Interesse nachließe und sich einer anderen zuwendet, so muss ich euch "enttäuschen". Eigentlich aber irritiert mich die Stille von eurer Seite hierzu zunehmend. Oder wartet ihr längst auf unseren Besuch wie angekündigt?
Mag die See ruhiger werden - es ist derzeit die Arbeit, die mir das Wasser bis zum Hals stehen lässt. In der Hoffnung, dass ihr den Frühling auf Drachenfels in all seiner rauhen Schönheit mit Muße genießen könnt,
verbleibe ich in Ergebenheit und Liebe,
Magus vom Konvent des Fuchses
Hochedler zu Lichtenthal

"Wo der wohl wieder reingeraten ist... Der zieht das magisch an!"
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