Schlußendlich seufzte sie tief, mit einem: „Dit jeht so nich, dit passt so nich.“ und hatte damit ausgedrückt, was die Seefahrerseele bedrückte.
Allerdings war sie eine Frau der Tat und so saß sie bald schon auf dem gemütlichen Sofa, vornübergebeugt und bannte mit Skizzen ihre Wünsche auf Pergament.
Und währenddessen wich die Unzufriedenheit aus ihrem Gesicht und machte Platz für den Ausdruck von Vorfreude womit sich auch die Stirnfalten glätteten.
Mit Rückenwind im Kleidersegel eilte sie mit ihren Skizzen zu Leoras, dem K'awi Schreiner und breitete diese vor ihm aus.
Mit dem Finger tippte sie auf die erste Skizze und fuhr die mit Kohle gezeichneten Linien entlang.
„Meen Leorasjung, passte uff. Dit soll een Tisch werdn, dit aussieht,wie een Boot. Een kleena Einmasta, vastehste?“ Mit dem Finger tippte sie auf die erste Skizze und fuhr die mit Kohle gezeichneten Linien entlang.

„Dit sind zwee Teile von dit Bug. Is eens füa dit Backbord und eens füa dit Steuabord. Nimmste Weißeiche und machste so eene scheene Form, so dit man denkt, dit hiea, wenn Wassa wär, man gloobt, dit da de Natua uff de Handwerkskunst trifft. So eene Harmonie, vastehste? Und denn machste uff jede Seite noch een kleen Anka.“
Sie wartete sein Nicken ab, schob die erste Skizze zur Seite und legte die zweite nach oben.
Wieder tippte sie auf das Pergament und zeichnete mit dem Finger die Kohlelinien nach.

„Dit is dit Rumpf von dit Janze. Machste dit so acht Schritt lang und zwee Schritt breit. Nimmste och dit Weißeiche, weil dit ist robust, aba hat och eene jewisse Elejanz. Denn hebste dit Masrung so raus, dit man denkt, dit is eene Partitua von een altet Seemannslied in dit Wind. Vastehste?“
Wieder wartete sie sein Nicken ab, um dann die dritte Skizze zurechtzulegen.
Auch der Vorgang des Tippens darauf und Entlangfahrens auf den Kohlelinien wiederholte sich.

„Dit is dit Heck, meen Leorasjung. Dit nimmste och dit Weißeiche und denn muss dit in een Schwung von dit Rumpf in dit Höhe jehn. Is een Schritt uff jede Seite. Und denn muss dit scheen polieat sein, damit, wenn dit Licht druff fällt in dit warme Joldtöne schimmat und man dit Schnitzerein jut akennt. Machste scheene Musta. Vastehste?“
Abermals wartete sie auf sein verständiges Nicken und legte dann die letzte Skizze zurecht.

Auf diese tippte sie lediglich, während sie erklärte: „Dit is dit Achtakastell, füa dit Heck hintn druff. Wat nimmste dafüa? Richtich, dit Weißeiche! Dit will ick mit eene scheene Elejanz. Machste mia da scheene Vazierung von Fische, Anka, Muscheln, wat dia einfällt und machste och een paa scheene Intarsien. Und denn machste so kleene Scharniere an dit Tür, dit man se uffmachn kann. Vastehste?“
Nachdem Leoras alles abgenickt hatte, strahlte sie über die runden Wangen wie ein Honigkuchenfisch aus Sephiras Backstube.
„Machste denn noch een Mast, so zwee Schritt lang, ja?“

Beschwingt trat sie den Heimweg an.