Manchmal sind es kleine Dinge, von denen eine große Wirkung ausgeht. Men denke an den berühmten Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt. Wer es etwas dramatischer mag, stelle sich das achtlos den Hang hinuntergestoßene Steinchen vor, das eine Gerölllawine auslöst.
Am Anfang dieser Geschichte steht ein Specht. Sein nächtliches Klopfen im Nuya’tan, dem sagen- wie nebelumwobenen Wald der Elfen. Dieser an sich vertraute und doch zu jener Stunde nicht passende Klang, der die Neugier zweier Eledhrim weckte. Seht sie durch das dunkle Dickicht des Waldes wandern, spähend, suchend, hocherhobenen Hauptes horchend. Ein Edhil mit güldenheller Haut, kurzgeschorenem hellen Haar, daneben der Lindil von blattgrüner Haut mit langem dunklem Haar. Äußerlich ganz verschieden, doch im Herzen einander nah verwandt. Nicht die wenigen gemeinsamen Jahre als Maethyr an der Lomelin Maethorim, der Dämmerhalle der Krieger allein schufen dieses Band. Es ist ihr unbedingter Wille zum Elentirith, der für sie weit mehr ist als ein zu leistender Wachdienst. Vielmehr haben sie ihr Sinnen und Streben darauf gerichtet, das Volk der Eledhrim und ihre Heimat zu behüten, zu jeder Zeit, jeder auf seine Weise.
Auf einer Lichtung halten sie inne. Der Specht schweigt, doch ist ihnen, als gehe jemand auf leisen Sohlen durchs Unterholz. Schon teilen sich vor ihnen die Farne, geben den Blick frei auf einen Edhil. Beide sind ihm schon begegnet, doch jeder zu einer anderen Zeit: Carantavor Ecthelsul. Dem Einen war er Lehrmeister, dem andern ein Ratgeber gewesen. Und an den Lindel, dem er einst riet, nach Ered Luin zu reisen und sich dort in der Kunst der Maethyr auf den Pfad des lilt nan hathel, des Klingentanzes, zu begeben, richtet er das Wort.
In Zeiten der Gefahr durch dunkle Drachen, Eglain, gefallene Götter soll er wiederfinden, was einst verloren war: Rammath en Galad. Nun ist es an ihm, erst das nötige Wissen zu erlangen und dann seine gwe-edhil um sich zu scharen, gemeinsam danach zu suchen. Doch was auch kommen möge, er weiß, dass er dabei auf die Hilfe seiner Geschwister vertrauen kann.
Was mag das Klopfen des Spechts bewirken? Wird die Suche von Erfolg sein? Und was wird es sein, das gefunden wird? Die Zeit wird es zeigen. Das Steinchen rollt.
[Q] Ein unverhofftes Wiedersehen
- Alaun Estelcolron
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Luzienth Dryel
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Luzienth Dryel stand reglos in der Dunkelheit des Waldes, während Alaun und Carantavor Ecthelsul sprachen. Die Worte über Rammath en Galad fielen wie Tropfen auf einen stillen See und lösten Wellen in ihm aus. Unmerklich spannte sich seine Haltung wie ein Bogen kurz vor dem Abschuss. Auch wenn er den Weg des Maethors verlassen hatte, hatte er die Instinkte eines Kriegers nie ganz abgelegt. Die Elentirith verband Alaun und Luzienth gleichermaßen.
Seine Gedanken kehrten zurück zu dem was sie hierhergeführt hatte. Ein Specht, ein banales Klopfen in der Nacht. Doch nichts war banal im Nuya’tan. Nicht in diesem uralten sagenumwobenen Wald, der seine Geheimnisse hütete wie ein Drache seinen Hort. Jedes Geräusch hatte eine Bedeutung, jede Regung war ein Flüstern aus der Vergangenheit oder ein Omen der Zukunft. Nun standen sie hier. Die Farne hatten sich geteilt und an ihrer Stelle war nicht die erwartete Leere, sondern Carantavor Ecthelsul.
Luzienth betrachtete ihn schweigend, während die Schatten der Bäume über dessen Gesicht tanzten. Dies war kein Zufall. Der Specht hatte nicht nur einen Klang in die Nacht getragen, sondern einen Ruf, der sie an diesen Punkt geführt hatte.
Seine Stimme war leise, kaum mehr als ein Raunen, das sich mit dem Wispern der Blätter vermengte.
„Rammath en Galad,“ wiederholte er und ließ den Namen auf der Zunge zergehen wie einen alten Zauber. „Eine Mauer aus Licht oder ein Licht, das durch die Risse einer alten Mauer bricht?“
Er trat einen Schritt zur Seite, schloss kurz die Augen, spürte die Erde unter seinen Stiefeln und hörte das Wispern der Bäume. Dies war kein gewöhnlicher Moment.
„Die Steine rollen, Alaun,“ fuhr er fort. „Aber nicht jeder Stein, der fällt, löst eine Lawine aus. Manche öffnen nur einen alten Pfad, einen, den niemand alleine beschreiten will oder kann.“
Er ließ die Worte zwischen ihnen stehen wie eine unausgesprochene Wahrheit. Was auch immer hier begonnen hatte, sie waren nun Teil davon. Der ewige Wachgang, die Elentirith hatte sie erneut an einen Scheideweg geführt. Egal, wohin dieser Pfad führte, er würde Alaun folgen. Luzienth hatte das Gefühl, es könnte der letzte Weg sein, den er je beschreiten würde. Mit einem Hauch von Melancholie und Vorfreude spürte er das Wiedersehen. Er könnte danach ins Lied zurückkehren, seine Liebe und sein Hên wiedersehen, die er vor langer Zeit bereits verloren hatte. Doch bis dahin war es wichtig Alaun mit seinen Fähigkeiten und Wissen zu unterstützen. Der Lindil würde ihn brauchen, als einen Freund und Waffenkameraden.
Seine Gedanken kehrten zurück zu dem was sie hierhergeführt hatte. Ein Specht, ein banales Klopfen in der Nacht. Doch nichts war banal im Nuya’tan. Nicht in diesem uralten sagenumwobenen Wald, der seine Geheimnisse hütete wie ein Drache seinen Hort. Jedes Geräusch hatte eine Bedeutung, jede Regung war ein Flüstern aus der Vergangenheit oder ein Omen der Zukunft. Nun standen sie hier. Die Farne hatten sich geteilt und an ihrer Stelle war nicht die erwartete Leere, sondern Carantavor Ecthelsul.
Luzienth betrachtete ihn schweigend, während die Schatten der Bäume über dessen Gesicht tanzten. Dies war kein Zufall. Der Specht hatte nicht nur einen Klang in die Nacht getragen, sondern einen Ruf, der sie an diesen Punkt geführt hatte.
Seine Stimme war leise, kaum mehr als ein Raunen, das sich mit dem Wispern der Blätter vermengte.
„Rammath en Galad,“ wiederholte er und ließ den Namen auf der Zunge zergehen wie einen alten Zauber. „Eine Mauer aus Licht oder ein Licht, das durch die Risse einer alten Mauer bricht?“
Er trat einen Schritt zur Seite, schloss kurz die Augen, spürte die Erde unter seinen Stiefeln und hörte das Wispern der Bäume. Dies war kein gewöhnlicher Moment.
„Die Steine rollen, Alaun,“ fuhr er fort. „Aber nicht jeder Stein, der fällt, löst eine Lawine aus. Manche öffnen nur einen alten Pfad, einen, den niemand alleine beschreiten will oder kann.“
Er ließ die Worte zwischen ihnen stehen wie eine unausgesprochene Wahrheit. Was auch immer hier begonnen hatte, sie waren nun Teil davon. Der ewige Wachgang, die Elentirith hatte sie erneut an einen Scheideweg geführt. Egal, wohin dieser Pfad führte, er würde Alaun folgen. Luzienth hatte das Gefühl, es könnte der letzte Weg sein, den er je beschreiten würde. Mit einem Hauch von Melancholie und Vorfreude spürte er das Wiedersehen. Er könnte danach ins Lied zurückkehren, seine Liebe und sein Hên wiedersehen, die er vor langer Zeit bereits verloren hatte. Doch bis dahin war es wichtig Alaun mit seinen Fähigkeiten und Wissen zu unterstützen. Der Lindil würde ihn brauchen, als einen Freund und Waffenkameraden.
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Der Erzähler
Und wieder flog der Specht im glänzenden, dunkelroten Gefieder durch den Nebelwald und beobachtete still die Wächter auf ihren Rundgängen. Still, fast lautlos glitten sie über die versteckten Pfade und die Augen des Spechts sahen, beobachteten wohlwollend und nicht ohne den trüben Hauch der Melancholie. Eine Weile begnügte er sich mit dieser Beaufsichtigung und hing einer lang vergangenen Zeit nach, bis er spürte, dass gerade diese sich wieder einmal gegen Ende neigte. Bevor er aber diesem Ruf folgen musste, wollte er noch einen letzten Blick auf den jungen Maethyr werfen, der als Einziger in der Lage war, zu finden und zu wecken, was zu lange als verloren galt. Noch einmal spreizte er die Flügel und mit wenigen, kraftvollen Schlägen machte er sich auf zur Stadt mit den bläulichen Dächern.
Er brauchte nicht einmal lange, um ihn zu finden und doch hatte er noch wenige Momente, in welchen er jubelnd zu sehen bekam, dass er ein Buch in den Händen trug und den Titel, welcher in geschwungenen Tengwar-Runen auf dem Eiband zu sehen war, war ihm bekannt.
Dankbar neigte der Specht den Kopf, ehe er für diesen Abend weichen musste... er würde es schaffen!

Er brauchte nicht einmal lange, um ihn zu finden und doch hatte er noch wenige Momente, in welchen er jubelnd zu sehen bekam, dass er ein Buch in den Händen trug und den Titel, welcher in geschwungenen Tengwar-Runen auf dem Eiband zu sehen war, war ihm bekannt.
Dankbar neigte der Specht den Kopf, ehe er für diesen Abend weichen musste... er würde es schaffen!

- Alaun Estelcolron
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Auch wenn die Worte Carantavors in Rätsel gehüllt waren, hatte Alaun doch Hinweise und Spuren darin ausgemacht, denen er in den folgenden Tagen nachging. Ered Luin, Stadt der blauen Dächer, war ihm in der Zeit seit seiner Ankunft durch unzählige Streifzüge und Wachgänge inzwischen wohlvertraut. Gewiss, auch er war ein aufs andere Mal verblüfft, wenn sich plötzlich zwischen Sträuchern ein neuer Pfad auftat, den er monatelang gar nicht bemerkt hatte. Nicht nur der Nuya’tan, auch die marmorne Stadt Ered Luin schien beinahe über etwas wie einen eigenen Geist zu verfügen. Nun aber betrachtete der Lindel die vertraute Umgebung mit neuem Bllick: dem des Suchenden nach Hinweisen, die sich irgendwo in der Stadt verbergen könnten. Von Aeneth und Finduath wusste er, dass viele der Kunstwerke in der Stadt mehr waren als Ausdruck des vollendeten Handwerks der Rhoedain. Sie waren stumme Künder der Geschichte der Eledhrim, die ihr Wissen an jene weitergaben, die verstanden zu lauschen.
Ob Statuen, Säulen, Mosaike oder Blumenarrangements, Gärten und gar manche der Bäume. Der Maethor erkannte sie als Bollwerke im ewigen Ringen mit dem ärgsten Widersacher Phanodains und so auch seiner Kinder: dem Vergessen. Derartigen Gedanken nachhängend hatte er seine Schritte an jenen Ort gelenkt, den man mit Fug und Recht als ein Heerlager des Widerstands gegen das Vergessen bezeichnen kann. Da standen sie Seite an Seite aufgereiht, in langen Reihen neben- und übereinander. Stolz präsentierten sie ihre Titel dem Betrachter. Manche schmal und dünn, andere breit und gewichtig, doch allesamt in selber Weise wichtige Widerstandskämpfer. Ihr Duft war nicht der von Waffenöl, sondern von Leder und Leim. Alaun kam an dem Feldlazarett vorbei, wo der Geruch besonders stark war, da gerade ein Rücken gestärkt wurde. Langsam, andächtig, Ausschau haltend, schritt er an den Regalreihen entlang. Doch nicht nur mit den Augen suchte er, all seine Sinne sandte er los. So war es denn nicht sein Auge, sondern die Nase, die ihm zuerst einen Hinweis gab. Ein Geruch, der an sich nicht ungewöhnlich, hier aber doch so auffallend war wie das Klopfen eines Spechts im nächtlichen Wald. Ein Geruch welcher die besonderen Nestyr dieses Ortes sogleich veranlassen würde, Hilfe zu leisten.
Schon fanden seine Augen das modrig riechende Buch, lasen seinen Titel: Aerlinn en Maethyr. Den Einband betrachtend erkannte er, dass es tatsächlich bereits alle Hilfe erhalten hatte, die wohl möglich gewesen war und die doch nicht alle Wunden hatte heilen können. Die Feinde mit Namen Nässe, Schimmel und Wurmfraß hatten dem kleinen Wissenswächter arg zugesetzt. Behutsam blätterten seine Finger, neugierig las er, was er noch zu entziffern vermochte. Es war die Rede von einem Geschenk an Elentári und alle Eledhrim, welches jedoch ein Opfer erforderte. Ein Anführer, ein Cáno… Etwas, das zum Schutz um Ered Luin in ganz bestimmtes Gestein gelegt worden war, ein Wall, doch nicht jene bekannten Mauern aus Marmor. Etwas, das gleichsam Schutz gab und die Herzen der Eledhrim mit Zuversicht im Auge der Gefahr erfüllen konnte. Ein Funke, der nötig war, dieses Feuer zu entfachen, welcher mit dem Opfer jenes Leitsterns erlosch. Doch Zuversicht, dass der Funke nicht verloschen, sondern weitergewandert ist. Dass er nun im Herzen eines andern Eledhrim verborgen schlummert, wartend darauf erneut geweckt zu werden.
Weitere Fragen, weitere Spuren. Das Buch schien lange Zeit an einem anderen Ort als dieser Bibliothek gelegen zu haben. Würde es sich lohnen, danach zu suchen? Was war mit diesem Wall? Welches Gestein war gemeint? War er immernoch vorhanden? Und zuletzt der Funke, der benötigt wird, um seine Wirkung abermals zu entfachen. Ob er wirklich in einem seiner gwe-edhil schlummerte? Und wenn ja, wie ihn suchen? Wie ihn wecken?`
Fragen über Fragen, auf welche er keine Antwort wusste. Doch dies machte ihm das Herz nicht schwer. Denn die Stärke der Eledhrim besteht nicht im Wissen, nicht in der Kraft des Einzelnen allein. Sondern vielmehr im geeinten Wissen, dem geeinten Willen. Ihm war klar, was als nächstes zu tun sei. Es war an der Zeit, seine Entdeckung mit seinen Geschwistern zu teilen und ihren Rat dazu zu erbitten.
Wussten die Telegain mehr über den Schöpfer dieses Berichts?
Hatten die Rhoedain von jenem Gestein gehört?
Kannten die Ithryn die im Buche geschilderten Wirkungen?
Und würde jener Cáno eine Erinnerung in den Maethyr wecken?
Ob Statuen, Säulen, Mosaike oder Blumenarrangements, Gärten und gar manche der Bäume. Der Maethor erkannte sie als Bollwerke im ewigen Ringen mit dem ärgsten Widersacher Phanodains und so auch seiner Kinder: dem Vergessen. Derartigen Gedanken nachhängend hatte er seine Schritte an jenen Ort gelenkt, den man mit Fug und Recht als ein Heerlager des Widerstands gegen das Vergessen bezeichnen kann. Da standen sie Seite an Seite aufgereiht, in langen Reihen neben- und übereinander. Stolz präsentierten sie ihre Titel dem Betrachter. Manche schmal und dünn, andere breit und gewichtig, doch allesamt in selber Weise wichtige Widerstandskämpfer. Ihr Duft war nicht der von Waffenöl, sondern von Leder und Leim. Alaun kam an dem Feldlazarett vorbei, wo der Geruch besonders stark war, da gerade ein Rücken gestärkt wurde. Langsam, andächtig, Ausschau haltend, schritt er an den Regalreihen entlang. Doch nicht nur mit den Augen suchte er, all seine Sinne sandte er los. So war es denn nicht sein Auge, sondern die Nase, die ihm zuerst einen Hinweis gab. Ein Geruch, der an sich nicht ungewöhnlich, hier aber doch so auffallend war wie das Klopfen eines Spechts im nächtlichen Wald. Ein Geruch welcher die besonderen Nestyr dieses Ortes sogleich veranlassen würde, Hilfe zu leisten.
Schon fanden seine Augen das modrig riechende Buch, lasen seinen Titel: Aerlinn en Maethyr. Den Einband betrachtend erkannte er, dass es tatsächlich bereits alle Hilfe erhalten hatte, die wohl möglich gewesen war und die doch nicht alle Wunden hatte heilen können. Die Feinde mit Namen Nässe, Schimmel und Wurmfraß hatten dem kleinen Wissenswächter arg zugesetzt. Behutsam blätterten seine Finger, neugierig las er, was er noch zu entziffern vermochte. Es war die Rede von einem Geschenk an Elentári und alle Eledhrim, welches jedoch ein Opfer erforderte. Ein Anführer, ein Cáno… Etwas, das zum Schutz um Ered Luin in ganz bestimmtes Gestein gelegt worden war, ein Wall, doch nicht jene bekannten Mauern aus Marmor. Etwas, das gleichsam Schutz gab und die Herzen der Eledhrim mit Zuversicht im Auge der Gefahr erfüllen konnte. Ein Funke, der nötig war, dieses Feuer zu entfachen, welcher mit dem Opfer jenes Leitsterns erlosch. Doch Zuversicht, dass der Funke nicht verloschen, sondern weitergewandert ist. Dass er nun im Herzen eines andern Eledhrim verborgen schlummert, wartend darauf erneut geweckt zu werden.
Weitere Fragen, weitere Spuren. Das Buch schien lange Zeit an einem anderen Ort als dieser Bibliothek gelegen zu haben. Würde es sich lohnen, danach zu suchen? Was war mit diesem Wall? Welches Gestein war gemeint? War er immernoch vorhanden? Und zuletzt der Funke, der benötigt wird, um seine Wirkung abermals zu entfachen. Ob er wirklich in einem seiner gwe-edhil schlummerte? Und wenn ja, wie ihn suchen? Wie ihn wecken?`
Fragen über Fragen, auf welche er keine Antwort wusste. Doch dies machte ihm das Herz nicht schwer. Denn die Stärke der Eledhrim besteht nicht im Wissen, nicht in der Kraft des Einzelnen allein. Sondern vielmehr im geeinten Wissen, dem geeinten Willen. Ihm war klar, was als nächstes zu tun sei. Es war an der Zeit, seine Entdeckung mit seinen Geschwistern zu teilen und ihren Rat dazu zu erbitten.
Wussten die Telegain mehr über den Schöpfer dieses Berichts?
Hatten die Rhoedain von jenem Gestein gehört?
Kannten die Ithryn die im Buche geschilderten Wirkungen?
Und würde jener Cáno eine Erinnerung in den Maethyr wecken?
- Alaun Estelcolron
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- Registriert: Donnerstag 1. Juni 2023, 10:07
Nachdem die letzte Schriftrune gezeichnet ist, betrachtet der Schreiber zufrieden die Zeilen.
Eine Ende? Mitnichten, mein Freund. Vielmehr ein Anfang.
Eine Ende? Mitnichten, mein Freund. Vielmehr ein Anfang.
Rammath en Galad war sowohl ein Bund wie auch ein Bau, welchen die Maethyr mit den Ithryn geplant hatten und den danach ganz Ered Luin verwirklichte. Doch war es zunächst nicht möglich, den letzten Schritt zu entdecken. Er blieb eine Weile Theorie und halb ausgeführte Praxis, verbunden mit den Warnkristallen und doch kraftlos. Die größten der Mirmaeron schufen dann diesen einen Kristall und bald war deutlich, dass dieser die Kräfte, welche die Maethyr durch ihre Hingabe freiwillig an den Rammath en Galad gaben, verwalten, bestärken und lenken würde. Aber dafür musste einer mit Geist und dem Klang des Liedes vollends dort aufgehen und würde nicht mehr, mit keinem Teil seiner Selbst, je wieder neu im Lied aufwachen.
Alagosencrist Hwiniol, ihr Cáno, war es, der nicht zuließ, dass auch nur irgendeiner der Wacht auf die Idee kommen würde, sich zu opfern und so gab er sich, sein Lied, seinen Klang, sein Leben um dort als ihr wahrer Leitstern der Maethyr all die geschenkten Kräfte, die Treue, den Schutz und Ehrbarkeit in Ered Luin zum Schild zu formen.
Nachdem er dies vollbracht hatte, waren die andern Maethyr von dem innigsten Wunsch durchdrungen, diesen Kristall zu beschützen, zu bewahren und nicht in fremde Hände fallen zu lassen. Doch gerade, indem sie ihn wie einen Schatz behüteten und so auch horteten, wurden jene, deren Gier unersättlich ist, erst darauf aufmerksam. Die Maethyr hatten ihn weggesperrt, bewacht tief unter der Erde, anstatt ihn für alle sichtbar auf einem hohen Sockel als ein weiteres der unzähligen Lichter Ered Luins leuchten zu lassen. Die Orks wussten nie, was genau sie da in den Händen hielten, doch sie wussten, dass es wertvoll sein muss, sie wurden geradezu darauf hingewiesen.
Und so geriet der Kristall endlich in die Hände dieser unseligen Kreaturen. Carantavor Ecthelsuls war es, der ihn mit seinem Leben zu verteidigen versuchte, doch er wurde von den Pfeilen der Orks niedergestreckt. Nenloth Laerant, die Schülerin Carantavor Ecthelsuls schickte sich an, den Kristall wiederzubeschaffen. Doch der Heerzug, den sie im Sinn hatte, fand niemals statt. Wieso und weshalb, das zu ergründen mag ein andermal geschehen.
Jahrhunderte später war es erneut ein Maethor, Alaun mit Namen, der von Carantavor geleitet seine Freunde um sich scharte. Kein Heerzug war es, der nach all der Zeit tief in die Kavernen der Orks vordrang. Derart verborgen gelang es ihnen, die wenigen Wachen in den Gängen rasch zu überwinden und nach einiger Suche stießen sie in alte, seit vielen Jahren verlassene Bereiche der Kaverne vor. Alauns Gespür folgend, stießen sie dort auf die Überreste eines Orks und bei ihm auf den Kristall. Und so kam es, dass nach all der Zeit erneut das Licht der Sterne auf ihn fiel. Und so soll es auch fortan sein. Willst Du ein Blatt verstecken, so bringe es in den Wald. Wo besser einen Kristall verstecken als inmitten Myriaden weiterer, in deren Glanze Ered Luin erstrahlt. Das Wissen aber um diesen Kristall mögen die Eledhrim, unter ihnen besonders die Maethyr, fortan bewahren.
Rammath en Galad, Elentirith, die Zeit mag Worte und Bräuche ändern, im Geiste aber tragen jene, die sich dem Schutz Ered Luins, des Nuya’tan und aller Eledhrim verschrieben haben, denselben Wunsch in sich. Und die Maethyr unter ihnen tragen den Geist jener Tirinth um ihren Cáno Alagosencrist Hwiniol weiter. Nicht allein ihr Gedenken ist es, das ihn ehrt. Vielmehr ist es ihr Tun, ihre Hingabe und Leidenschaft, durch welche der Glanz der Rammath en Galad nie verblassen wird.
Dies sind die Namen derer, die Alaun halfen, den Kristall zu finden und zu bergen:
Aeneth Eleneril, Maethor
Arkalimon, Ithron
Finduath Morgalad, Maethor
Luzienth Dryel, Maethor
Miriel Idhralain, Talagan
Nimuir Mithalagos, Faernestor