Stein schleift Schere

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Neschdana Sidorka Milkow

Stein schleift Schere

Beitrag von Neschdana Sidorka Milkow »

Da stand sie nun. Die wahrscheinlich schlechteste Schmugglerin der Welt.
Sie hatte grade noch ihre zusätzlichen Stoffwickel um den Stein gebunden
und fragt sich gar wie blöd sie eigentlich sein muss. Für einen Stein. Für
einen lausigen Stein, der aussah wie jeder andere Stein auch. Und doch
war es kein gewöhnlicher Stein. Er war besonders. Ein besonderer Stein,
nur für sie. Ihr geheimes Projekt. Und sie durfte sich diesen Felsbrocken
auf gar keinen Fall wegnehmen lassen. Genau deshalb hat sie ihn versteckt.

Gut versteckt? Nun ja, jeder in der Bank wusste jetzt bescheid. Aber was
soll's? Ein Wachmann und eine Bankerin. Genau genommen waren beide
ja Frauen. Und Frauen halten doch zusammen. Außerdem was sollte es
Tineke und Marinnia scheren was Neschdana mit ihrem Stein anstellt?
Also watschelte sie nun wie eine schlanke hochschwangere Frau mit ihrem
bescheuerten Felsbrocken über den rutschigen Schnee gen Bajarder Tor.

Sie hatte ja schon Angst, dass es sie umbringen würde, wenn sie nur aus
der Bank heraustreten würde. Eine vereiste Treppe, einmal ausgerutscht
und über den Schnee geschlittert nur um dann im Hafenbecken jämmerlich
zu ersaufen. Was waren das nur für zermürbende zwei Minuten gewesen?
Und dabei musste sie nur um die Ecke. Ihre Nerven lagen blank. Und doch
hat sie es geschafft. Der Schnee knirschte unter ihren Füßen, weil sie es
nicht riskieren wollte auf den matschigen Wegen auszurutschen. Also nahm
sie lieber den schmalen wenig genutzten Bereich am Rand, der zumindest
noch durch Eiskristalle und gefrorenes Gras ein wenig Halt versprach.

Erschöpft und geschafft stand sie schnaufend hinter dem Tor. Hier draußen
dämmerte ihr, dass jede Etappe ihrer Reise gefährlich werden würde. Vom
Aufbruch über die Bemühung bis hin zu ihrer Erkenntnis und dem Bericht.
Doch ein Schritt nach dem anderen. Sie hatte sich schon einen kleinen Plan
zurechtgelegt. Als Erstes musste sie etwas herumprobieren. Sie brauchte
also einen sicheren Ort und etwas Werkzeug. Zum Glück gab es in der Nähe
von Bajard viele leerstehende Behausungen, in denen man fündig werden
könnte. Darunter auch die Überreste der ihr unbekannten Magierakademie.

Zu ihrem Glück war der Weg frei von Banditen. Was man über den anderen
Pfad nicht behaupten konnte. Mit letzter Kraft, zusammengebissenen Zähnen
und unter angestrengtem Ächzen hob sie ihren falschen Bauch, welchen sie
bisher mit beiden Armen fest umschlungen hielt, auf eine der Arbeitsflächen.

Es war ein dunkler kürbisgroßer Klotz. Hier und dort hatte er Spuren einer
Bearbeitung durch Werkzeuge. "Ja, das ist ein Fels." Dachte sie sich und
schnaufte wirr aus als sie sich ihrer aktuellen Situation bewusst wurde.
Wie verrückt das alles klang. Wie nebulös dieser ganze Umstand zu greifen
war. Und doch musste sie sich nun darin zurechtfinden. Einen Stein ohne
metallene Werkzeuge zu bearbeiten. Das sollte doch wohl machbar sein!

Wie hat man bitteschön sonst das allererste Mal Metall gegossen? Irgend-
einen Weg wird es da schon geben. Spätestens, wenn man ihn von einem
hohen Turm aus auf Wasser wirft oder ihn auf eine steinerne Fläche fallen
lässt muss er doch zerspringen. Aber erstmal musste sie antesten, ob er
sich nicht auch einfach mit anderen Felsen bearbeiten lässt. Immerhin gibt
es auch Speer- und Pfeilspitzen aus Feuerstein. Einfach zwei Steine gegen-
einander schlagen und schauen, ob sich dadurch etwas absplittern lässt.

Die bis ins Mark hinein entsetzende Frage jedoch ist: Was ist, wenn sich in
diesem Stein überhaupt nichts verbirgt? Was, wenn er einfach nur in tausend
Stücke zerbricht und das war's? Sie wollte sich gar nicht ausmalen, wie ihr
geschieht, würde dieser kostbare Stein nichts als Enttäuschungen enthalten.

Sie musste ganz dringend noch zu einem Magier. Und zu einem fachkundigen
Bergmann, der sich mit Felsbrocken auskennt. Vielleicht müsste sie ja eine
besonders vorsichtige Technik anwenden oder könnte gar eine spezielle
Form aus diesem wertvollen Felsen herausbekommen. Dann müsste sie sich
nur noch den Kopf darüber zerbrechen, was das für eine Form werden sollte.

Nun aber erstmal der Machbarkeitsbeweis. Sie griff einen herumliegenden
Trümmerbrocken und klopfte diesen Gegen die klobige dunkle Kugel. Klock.
Nichts geschah. "Hm, dann eben fester." Diesmal nahm sie ein wenig mehr
Schwung. Plock. Wieder nichts. Nun holte sie bis weit über ihren Kopf hinweg
aus und hämmerte nach wie vor etwas zaghaft auf den robusten schwarzen
Felsbrocken hernieder. Die Angst etwas unwiederbringlich zu vernichten war
einfach noch zu groß, weshalb sie sich nur nach und nach und unter aller-
größter Vorsicht erlaubte kräftiger auf ihren kleinen Schatz einzuschlagen.
Neschdana Sidorka Milkow

Beitrag von Neschdana Sidorka Milkow »

"Ich sollte ohne das Benutzen von metallenem Werkzeug
das aus dem Stein freilegen was auch in mir schlummert."


*Als Neschdana den Kreis betritt ist Getrippel hörbar und
es rauscht wild im Hintergrund umher, als würden viele
spitze Nadelfüßchen flink über den Steinboden hasten*


"Dafür habe ich den Stein zunächst untersucht und mir
fachkundigen Rat eingeholt wie ich am besten mit so
einem Felsen umgehe.

"Zunächst hatte ich angenommen, dass tatsächlich etwas im Inneren
schlummern könnte und habe mir auch dafür einmal Rat eingeholt."

"Nachdem nun aber sicher war, dass ich kreativ mit dem Stein arbeiten
muss und ihn nicht einfach zerschlagen kann, begann ich ihn vorsichtig
zu bearbeiten um eine saubere Bruchkante zu bekommen, damit der
Stein möglichst mittig und sauber durchbricht und nicht einfach nur
eine Ecke abplatzt und mir der Brocken nur nach und nach zerbröselt."


*Sie hält sich den Brocken an die Brust und und dreht den
Oberkörper ein, dass jeder einmal den Felsen begutachten
kann, während sie mit der Hand am Stein entlang fährt um
zu verdeutlichen wo genau sie ihn zerbrochen hat.*

*Genau an dieser Bruchkante kann man aber Spuren von etwas
Schwarzem erkennen, genauso wie der Stein offenbar auch mit
Feuer in Berührung gekommen ist.*


"Nachdem ich den Stein mittig aufgebrochen habe, nahm
ich mir ein paar spitze Edelsteinsplitter und benutzte sie um
mühsam ein Muster hineinzukratzen."

"Der Stein ist eine Form, eine Möglichkeit."

"Eigentlich stellt er sogar viele Möglichkeiten dar."

"Man hätte eine Figur daraus schlagen können
oder aber auch ein Mosaik formen können."

"Ich habe mich für eine Gussform entschieden."


*Das Wort 'schlagen' hallt als einziges in ihrem Satz
in der Grabkammer wider.*


*Nickend hebt sie die obere Steinhälfte ab um ein
reflektierendes schwarzes Gebilde zu präsentieren.*


"Eine Gussform, weil man damit nicht nur ein Werkzeug
geschaffen hat, sondern fortan auch weitere Werkzeuge
damit geformt werden können."

"Eine verdeutlichung dafür, dass wir nicht nur Werkzeuge sind..."


*Sie deutet einmal umher.*

"Sondern, dass wir eines Tages auch neue Werkzeuge
formen werden, wie wir auch geformt werden."

"Und für die Form des Messers entschied ich mich,
weil es ein vielseitig einsetzbares Werkzeug ist."

"Da ich kein Metall benutzen durfte habe ich mich
für Vulkanglas entschieden."

"Sollte etwas von der Klinge absplittern,
dann bleibt sie weiterhin scharf."


*Und noch einmal ist ein Wort inniger, lauter und hallend*

"Scharf... scharf... scharf..."

*die Geräusche sorgen lediglich dafür, dass das Getrippel
lauter wird und ein Flüstern, verworrener Worte aufkommt.*


*Gibt beim Ausatmen leise punktierte Geräusche von sich
um von ihrer Nervosität abzulenken und nimmt das Messer
in die rechte Hand während sie die beiden Felshälften
zusammenklaubt und links im Arm umgreift.*

*Aus der Hocke heraus wechselt sie in eine demütig kniende
und abgesenkte Haltung und schließt die Augen.*



*Worte, die nicht recht zuzuordnen sind, ineinander
schwappen, durch den Raum huschen sind zu hören.*


*Grausigerweise ist es auch ein Wort,
welches wiederholt wird und von einem leisen
Hall nach und nach zum Crescendo ansteigt.*


"stein... stein... Stein.... Stein... STein... STein... STEin... STEin... STEIn... STEIn... STEIN..."

"STEIN!"


*Der grob behauene Stein aus Varuna beginnt
zu klackern und knackt wieder unangenehm.*


*Sie schaut zu dem klackernden Stein.*

*Der dunkle Felsbrocken scheint im nächsten Moment
zu wachsen und sich auszudehnen, wird größer und rissiger.*


*Neschdana legt den Stein vor sich auf den Boden und
rutscht etwas zurück als er immer größer wird.*


*Wo gerade noch Risse waren, bilden sich plötzlich Löcher,
als habe der Stein Augen und einen gefräßigen, gierigen Mund.

Die Aufmerksamkeit gilt ganz und gar Neschdana, welche es anglotzt.*


*Sie schluckt schwer als der erschreckend große Stein
sich in Bewegung setzt und hält ihm demütig abgesenkten
Hauptes mit beiden Händen darbietend das Messer entgegen.*


"STEIN... STEIN... STEIN...."

*Hallt es aus der runden Öffnung des Mundes und dann auf einmal:*

"MEIN."

*Und damit macht es den letzten Schritt um sich 'Sein' zu nehmen.*

*Neschdana erliegt dem Stein chancenlos.

Man hört nur noch einen angsterfüllten Schrei von ihr.*


*Der Mund rollt voran, verschlingt Neschdana sofort und doch scheint sie nicht.... tot.*

*Wohl aber auf ewig ein Teil des Steins, der nun zufrieden knackt.*


"MEIN... MEIN... MEIn... MEIn.... MEin... MEin... Mein... Mein.. mein... mein..."

*Und damit schrumpft er, gemeinsam mit der Frau in seinem Inneren,
mit jedem Atemzug, bis zuletzt nur noch der Stein übrigbleibt,
der zu Beginn in der Mitte des Kreises lag.*
Neschdana Sidorka Milkow

Beitrag von Neschdana Sidorka Milkow »

Neschdana Sidorka Milkow hat geschrieben:"Ich sollte ohne das Benutzen von metallenem Werkzeug
das aus dem Stein freilegen was auch in mir schlummert."


*Als Neschdana den Kreis betritt ist Getrippel hörbar und
es rauscht wild im Hintergrund umher, als würden viele
spitze Nadelfüßchen flink über den Steinboden hasten*


"Dafür habe ich den Stein zunächst untersucht und mir
fachkundigen Rat eingeholt wie ich am besten mit so
einem Felsen umgehe.

"Zunächst hatte ich angenommen, dass tatsächlich etwas im Inneren
schlummern könnte und habe mir auch dafür einmal Rat eingeholt."

"Nachdem nun aber sicher war, dass ich kreativ mit dem Stein arbeiten
muss und ihn nicht einfach zerschlagen kann, begann ich ihn vorsichtig
zu bearbeiten um eine saubere Bruchkante zu bekommen, damit der
Stein möglichst mittig und sauber durchbricht und nicht einfach nur
eine Ecke abplatzt und mir der Brocken nur nach und nach zerbröselt."


*Sie hält sich den Brocken an die Brust und und dreht den
Oberkörper ein, dass jeder einmal den Felsen begutachten
kann, während sie mit der Hand am Stein entlang fährt um
zu verdeutlichen wo genau sie ihn zerbrochen hat.*

*Genau an dieser Bruchkante kann man aber Spuren von etwas
Schwarzem erkennen, genauso wie der Stein offenbar auch mit
Feuer in Berührung gekommen ist.*


"Nachdem ich den Stein mittig aufgebrochen habe, nahm
ich mir ein paar spitze Edelsteinsplitter und benutzte sie um
mühsam ein Muster hineinzukratzen."

"Der Stein ist eine Form, eine Möglichkeit."

"Eigentlich stellt er sogar viele Möglichkeiten dar."

"Man hätte eine Figur daraus schlagen können
oder aber auch ein Mosaik formen können."

"Ich habe mich für eine Gussform entschieden."


*Das Wort 'schlagen' hallt als einziges in ihrem Satz
in der Grabkammer wider.*


*Nickend hebt sie die obere Steinhälfte ab um ein
reflektierendes schwarzes Gebilde zu präsentieren.*


"Eine Gussform, weil man damit nicht nur ein Werkzeug
geschaffen hat, sondern fortan auch weitere Werkzeuge
damit geformt werden können."

"Eine verdeutlichung dafür, dass wir nicht nur Werkzeuge sind..."


*Sie deutet einmal umher.*

"Sondern, dass wir eines Tages auch neue Werkzeuge
formen werden, wie wir auch geformt werden."

"Und für die Form des Messers entschied ich mich,
weil es ein vielseitig einsetzbares Werkzeug ist."

"Da ich kein Metall benutzen durfte habe ich mich
für Vulkanglas entschieden."

"Sollte etwas von der Klinge absplittern,
dann bleibt sie weiterhin scharf."


*Und noch einmal ist ein Wort inniger, lauter und hallend*

"Scharf... scharf... scharf..."

*die Geräusche sorgen lediglich dafür, dass das Getrippel
lauter wird und ein Flüstern, verworrener Worte aufkommt.*


*Gibt beim Ausatmen leise punktierte Geräusche von sich
um von ihrer Nervosität abzulenken und nimmt das Messer
in die rechte Hand während sie die beiden Felshälften
zusammenklaubt und links im Arm umgreift.*

*Aus der Hocke heraus wechselt sie in eine demütig kniende
und abgesenkte Haltung und schließt die Augen.*



*Worte, die nicht recht zuzuordnen sind, ineinander
schwappen, durch den Raum huschen sind zu hören.*


*Grausigerweise ist es auch ein Wort,
welches wiederholt wird und von einem leisen
Hall nach und nach zum Crescendo ansteigt.*


"stein... stein... Stein.... Stein... STein... STein... STEin... STEin... STEIn... STEIn... STEIN..."

"STEIN!"


*Der grob behauene Stein aus Varuna beginnt
zu klackern und knackt wieder unangenehm.*


*Sie schaut zu dem klackernden Stein.*

*Der dunkle Felsbrocken scheint im nächsten Moment
zu wachsen und sich auszudehnen, wird größer und rissiger.*


*Neschdana legt den Stein vor sich auf den Boden und
rutscht etwas zurück als er immer größer wird.*


*Wo gerade noch Risse waren, bilden sich plötzlich Löcher,
als habe der Stein Augen und einen gefräßigen, gierigen Mund.

Die Aufmerksamkeit gilt ganz und gar Neschdana, welche es anglotzt.*


*Sie schluckt schwer als der erschreckend große Stein
sich in Bewegung setzt und hält ihm demütig abgesenkten
Hauptes mit beiden Händen darbietend das Messer entgegen.*


"STEIN... STEIN... STEIN...."

*Hallt es aus der runden Öffnung des Mundes und dann auf einmal:*

"MEIN."

*Und damit macht es den letzten Schritt um sich 'Sein' zu nehmen.*

*Neschdana erliegt dem Stein chancenlos.

Man hört nur noch einen angsterfüllten Schrei von ihr.*


[size=0][s]*Der Mund rollt voran, verschlingt Neschdana sofort und doch scheint sie nicht.... tot.*

*Wohl aber auf ewig ein Teil des Steins, der nun zufrieden knackt.*


"MEIN... MEIN... MEIn... MEIn.... MEin... MEin... Mein... Mein.. mein... mein..."

*Und damit schrumpft er, gemeinsam mit der Frau in seinem Inneren,
mit jedem Atemzug, bis zuletzt nur noch der Stein übrigbleibt,
der zu Beginn in der Mitte des Kreises lag.*
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Zuletzt geändert von Neschdana Sidorka Milkow am Samstag 11. Januar 2025, 14:24, insgesamt 1-mal geändert.
Neschdana Sidorka Milkow

Beitrag von Neschdana Sidorka Milkow »

Unter steinernem Reiben des Felsenmauls und dem
flatschigen Geräusch zermanschten Fleisches wird
die junge Frau im grotesken Maul ihres vermeintlichen
Kunstwerkes zerkaut.

Knochen knacken splitternd und brechend,
durchbohren Muskeln und Haut.

Gewebe und Säfte manschen und spritzen,
verstreuen Blut und Hautfetzen in der Umgebung.

Begleitend vergeht das schmerzdurchzogende
leidende Wimmern der Verstobenen.

Neschdana ist damit eindeutig, unzweifelhaft und
unwiederbringbar aus dem Leben geschieden.
Zuletzt geändert von Neschdana Sidorka Milkow am Samstag 11. Januar 2025, 14:32, insgesamt 1-mal geändert.
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