
Das Leben in Bajard
Das Leben in Bajard fühlte sich für Sophie Alixan wie ein ferner Traum an. So weit entfernt war es von den düsteren Jahren, die sie in Adoran verbracht hatte.
Die geschäftigen Straßen, die salzige Meeresluft und die Menschen, die niemand nach ihrer Vergangenheit fragten, hatten ihr die Möglichkeit gegeben, sich selbst neu zu entdecken.
Doch selbst hier, in diesem Hafen des Neuanfangs, gab es Tage, an denen ihre Gedanken zurückwanderten – zu den schmerzvollen Ereignissen, die sie hierhergeführt hatten.
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Das Leben in Junkerstyn und die Begegnung mit Amu
Vor vielen Monden hatte Sophie, damals noch Sophie Rhens, auf einem Bauernhof in Junkerstyn gearbeitet.
Die harte Arbeit hatte ihr wenig Zeit zum Nachdenken gelassen, und sie hatte sich in ihrem einfachen Leben eingerichtet.
Ihr Ehemann, Stefano Rhens, lebte zu dieser Zeit noch in seiner alten Heimat. Nach der Eheschließung hatte er sie in Junkerstyn zurückgelassen, um seine Geschäfte zu regeln und sich um die Beerdigung von Sophies Eltern zu kümmern.
Dann lernte sie Amu Konak kennen, einen Schmied, der an der Akademie zu Kompass und Schwert arbeitete.
Amu war klug, gütig und voller Leidenschaft für seine Arbeit.
Sophie bewunderte ihn, und bald waren sie sich nähergekommen.
Was als unschuldige Freundschaft begann, entwickelte sich zu einer heimlichen Liebe.
In Amu fand sie etwas, das Stefano ihr nie hatte geben können: Verständnis, Wärme und einen Hauch von Freiheit.
Doch diese Liebe brachte Schuldgefühle mit sich.
Als Stefano sie schließlich nach Adoran holte, um dort gemeinsam zu leben, versuchte Sophie verzweifelt, ihre Gefühle für Amu zu unterdrücken. Immer wieder zweifelte sie, und dabei entfernte sie sich mehr und mehr von Amu, bevor sie ihn erneut suchte, was ihn tief verletzte.
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Das Geständnis an die Kirche und Sophies Verzweiflung
Die Situation wurde unerträglich, als die Kirche Temoras im östlichen Reich – eine mächtige und strenge Institution – von Sophie selbst und ihrer heimlicher Affäre erfuhr.
Von ihrem schlechten Gewissen geplagt und unter dem Druck ständiger Drohungen entschloss sie sich, die Wahrheit selbst zu beichten.
Sie gestand der Eminenz Antorius ihre Liebe zu Amu und hoffte, dadurch Erlösung zu finden.
Doch die Kirche reagierte unerbittlich.
Sophie wurde verurteilt, und man verbot ihr jeglichen Kontakt zu Amu, der weiterhin in der Akademie arbeitete und sein Leben unbehelligt fortführte. Diese Trennung verstärkte Sophies Schuld und Scham nur noch mehr.
In einem Moment der Verzweiflung ging sie eines Abends zum Haupttor von Adoran.
Sie brachte eine Flasche Rum mit, trank sich in einen Zustand der Betäubung und schnitt sich schließlich die Handgelenke auf.
Es war eine stille, verzweifelte Tat, die das Ende ihrer Qualen bringen sollte. Pure Verzweiflung .
Doch ein kräftiger Thyre namens Thorlav fand sie rechtzeitig und brachte sie ins Heilerhaus zu Esther.
Die Heilerin Esther nahm Sophie entgegen, behandelte ihre Wunden und nähte sie, zeigte jedoch wenig Mitgefühl.
Statt Richtigen Trost zu spenden fesselte sie Sophie, um sicherzustellen, dass sie sich nicht erneut verletzte oder an einer möglichen Erstickung durch Übergeben starb.
Sophie war von dieser Kälte tief erschüttert zumindest was sie in der Situation mit bekahm , doch vor Erschöpfung fiel sie in einen unruhigen Schlaf.
Als sie am nächsten Tag erwachte, war sie noch immer an Armen und Beinen gefesselt.
Ihre Wut wuchs, und sie forderte, sofort losgebunden zu werden.
Weder Ramon und seine Begleitung schafften es stattdessen wurden sie aus dem Heilerhaus verband , wie sie sich an den Wachen vorbei geschlichen hatten war bis dahin ein Rätzel .
Die Heilerin Esther machte jedoch klar, dass sie Sophie nur unter der Bedingung freilassen würde, dass Sophie sie nicht öffentlich verunglimpfte. Widerwillig willigte Sophie ein.
Schließlich wurde sie entlassen – mit der Auflage, nie wieder das Heilerhaus zu betreten.
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Die neue Aufgabe im Rathaus als Schreiberin und der Tod von Stefano
Als Sophie die Augen öffnete, war sie in ihrem Haus im Bauernviertel.
Ihre Wunde schmerzte, das einzige, was sie an die vergangenen Ereignisse erinnerte.
Zum Verbandswechsel suchte sie regelmäßig Balduin auf, dem sie vertraute.
Eines Tages bekam sie von der Vogtin van Winterwacht das Angebot, als Schreiberin der Stadt Adoran zu arbeiten.
Dankbar nahm sie die Aufgabe an und hoffte, dass ihre früheren Taten irgendwann verblassen würden.
Doch das geschah nicht so leicht.
Nach einiger Zeit zog sie zu Stefano in die Stadt.
Lange Gespräche führten beide dazu, dass er ihr irgentwann vergab.
Sie lebten nebeneinander, verbanden ihre Häuser mit einem Durchbruch und verbrachten die Zeit miteinander.
Monate vergingen. Sophies Ansehen wuchs allmählich, oder so dachte sie.
Sie war zufrieden mit ihrer Arbeit und übernahm die Vertretung der Vogtin, wenn diese abwesend war. Märkte richtete sie aus, half, wo sie nur konnte – stets mit der Hoffnung, eines Tages Vergebung zu finden.
Sie hatte sich von Amu abgewandt, doch Stefano vergaß den Verrat nie.
Er, zutiefst verletzt durch Sophies Geständnis und die vergangenen Ereignisse, entschloss sich schließlich, Adoran zu verlassen.
Auf hoher See geriet sein Schiff in einen Sturm, und er fand den Tod – allein und fernab von allem, was er kannte.
Die Nachricht von seinem Tod erreichte Sophie in Adoran und zerstörte sie endgültig.
Die Verachtung der Kirche und der Gesellschaft, das Wissen um ihren Verrat und die Schuld an Stefanos einsamem Ende drückten sie in eine tiefe Dunkelheit.
Sie nahm ihren alten Namen wieder an und erklärte Stefano für tot.
Dennoch versuchte Sophie, ihre Arbeit fortzuführen.
Als die Vogtin erkrankte, wollte sie zu ihr eilen, doch die Heilerin Cecilia verweigerte ihr den Zugang. Cecilia wich ängstlich vor Sophie zurück und drohte, die Wachen zu rufen.
Sophie versuchte wiederholt, die Vogtin zu sprechen, was ihr nie gelang. Verzweifelt legte sie ihr Amt nieder und beschloss, Adoran und das Lichtreich zu verlassen.
Den Glauben an Temora hatte sie längst verloren aber das sagte sie niemanden
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Ein neues Leben in Bajard
Nachdem Sophie die letzten Überreste ihrer Würde und ihres Lebens in Adoran verloren hatte, brach sie auf.
Mit ihrem Hab und Gut reiste sie, bis sie schließlich den Freihafen Bajard erreichte.
Hier war die Welt eine andere. Die Kirche hatte keine Macht, und die Menschen lebten nach ihren eigenen Regeln.
Sie begann ein einfaches Leben mit ihrer Pazelle und den Tieren und fand schließlich Frieden, den sie nie für möglich gehalten hätte.
In den ganzen Monden lernte sie Männer kennen aber für sie war nicht das richtig dabei von dem sie ausging auf ewig glücklich zu sein.
Vor kurzem lernte sie Tehlar Origon kennen, einen Krieger mit ruhigem und tiefem Wesen.
Tehlar hörte sich Sophies Geschichte an, ohne sie zu verurteilen.
Mit ihm entdeckte sie, dass Liebe nicht nur leidenschaftlich und zerstörerisch sein musste, sondern auch sanft und heilend sein konnte.
Langsam, Schritt für Schritt, baute sie ein neues Leben auf.
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Der Frieden
Sophie hatte viel verloren: ihre Ehre, ihre Ehe, ihre erste Liebe und einen großen Teil von sich selbst.
Doch in Bajard fand sie nicht nur einen Neuanfang, sondern auch die Kraft, sich selbst zu vergeben.
Die Wunden der Vergangenheit verblassten.
Mit Tehlar an ihrer Seite konnte sie endlich den Frieden finden, den sie so lange gesucht hatte.
Sie schaute auf ihre verblasste Narbe dann lächelte sie
schaute dann aus dem Fenster auf die offene See hinaus , dann erblickte sie Tehlar im Garten schnellen Schrittes lief sie in den Garten um ihn zu begrüssen