Eine Blume versüsst den Morgen

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Arstein Faris

Eine Blume versüsst den Morgen

Beitrag von Arstein Faris »

Gerade mal zwei Tage war es her, dass Arstein mit dem Schiff von Stolzenfels hier her gekommen war.
Ruhig war die Fahrt gewesen und die Ankunft in Bajard unspektakulär.
Aber was hatte er auch erwartet?

Eigendlich nichts.
Vier Jahre reiste er nun schon durch die Länder, Lehen, Grafschaften und Baronien. Er hatte viel gesehen in den Jahren. Kuriositäten und einfach nur Seltsames. Aber auch viele schöne Dinge.
Stets begleitet von seinem Handwerk als Schneider und Tätowierer. Er liebte den Umgang mit der Nadel. Er sah sich nicht als Handwerker, nein.
Er war ein Künstler. Er stach Bilder in die Haut derer die sich trauten oder sich seine Dienste leisten konnten.
Das Schneiderhandwerk hatte er eher nebenher erlernt.
Er solle lernen mit einer Nadel umzugehen, hatte ihm sein Lehrmeister gesagt.
Es war nicht schlecht das er dies konnte. Schneidern war ebenso brauchbar und damit liess sich auch die ein oder andere Münze machen.

Die Kunst der Körperverzierung jedoch hatte seinen ganz eigenen Reiz für ihn.
Natürlich brachte es zum einen den angenehmen Nebeneffekt so manche schöne Maid zu sehen, wie sie sonst nur ihre Mutter oder der Ehemann sehen würde. Das war wie eine zusätzliche, süsse Entlohnung.
Andererseits war es natürlich auch seine Liebe zum Schaffen. Das Malen und Zeichnen war ihm im Blute. Er hielt in seinem Buch alles fest das er für interessant oder hübsch genug befand.

Nach Ländern wie Gryffenhorst, Wolfenfels, Winterbruch und Stolzenfels, war er nun also in Gerimor.
Bajard schien ein idyllisches kleines Fischerdörfchen, doch irgendwie hatte diese Idylle etwas trügerisches wie er bald erfahren musste.

Des Morgens hatte es ihn zum fischen gezogen. Es war eine alte Passion die er nicht abglegen konnte. Am Morgen bissen die Fische am besten.
Dort traf er auf die erste Maid. Vyra de Lopatzs.
Eine etwas seltsame Frau wie er fand. Nichts desdo trotz fand sie wohl Gefallen an seiner Arbeit.
Vielleicht würde sie ja bald als Kundin bei ihm stehen. Er würde sich nicht darüber beschweren.

Das Fischen war ein angenehmer Nebenverdienst und bald schon hatte er wieder einen kleinen Vorrat an Stoffen zusammen gebracht. Auch das Gold in seinem Beutel liess sich langsam wieder sehen und so begab er sich dann nun endlich auf den Weg gen Varuna.

Eine große Stadt. Hier würde sich sicher so manche gute Münze machen lassen, da war er sich sicher.
Er würde eine Bleibe brauchen solange er in Gerimor war.
Die Gasthäuser?
Nein, die waren überfüllt.
Also ging er die Häuser ab. Vielleicht fand sich ja etwas...

Den nächsten Morgen begann er genauso wie den ersten auf Gerimor.
Er ging fischen.
Der Geruch der Seeluft, der kühle Wind, die Morgenröte. Ja er mochte den Anblick, den Eindruck.
Heute zog es ihn in den Osten zum Meer. Dort wo er den Sonnenaufgang in seiner vollen Pracht würde sehen können.
Doch er war nicht alleine...
Kaum hatte er die Leine ausgeworfen und es sich gemütlich gemacht, als er jemandem im Zwielicht des jungfräulichen Morgens wahrnahm.

Eine Frau.
Sharina Nevrenes. Eine Gardistin Varunas.
Kurz hatte ihn jene Tatsach stutzig gemacht, doch als sie erörterte das sie Schützin sei, ergab das langsam Sinn.
Die kleine, zierliche Person sah nicht aus als würde sie in voller Rüstung mit Hellebarde durch die Straßen einer großen Stadt wandern.

Kurzerhand hatte man es sich gemütlich gemacht und war in Gespräch vertieft.
Arstein erzählte ihr von seiner Arbeit als Tätowierer. Machte es ihr sogar schmackhaft ihn einmal selbst an ihren Körper zu lassen. Natürlich wusste er das er seinen Charm auf die junge Frau wirken liess und sie mit den Zeichnungen seines Buches zusätzlich überreden vermochte.
Aber trotz allem fand er die Frau doch sehr charmant. Auch wenn sie selbst das wohl eher nicht so sah. Oder zumindest anders als er.
Einige Avancen seinerseits schmetterte sie gnadenlos ab. Vielleicht weil sie nicht verstanden hatte, oder war es volle Absicht gewesen?

Was jedoch klar war, war die Tatsache das die junge Frau, mit dem lockigen, goldenen Haar sehr süss aussah wenn sie verlegen wurde.
Und Arstein war kein Stümper wenn es um soetwas ging.
Auch war es wohl seine natürliche Art die ihr etwas seltsam anmutete.
Berührungsängste hatte er keine. Das währe nur hinderlich für seine Arbeit. Er hatte stets mit nackter Haut zu tun gehabt. Das war nichts ungewöhnliches für ihn. Er erfreute sich zwar ab und an eines schönen Anblicks, aber Arbeit war Arbeit.
Das erklärte er auch Sharina, die doch etwas piekiert darüber war, dass er vorschlug sie solle sich doch auf dem Busen tätowieren lassen, nachdem der Fussknöchel wohl nicht ihrer Idee entsprach.

Im Endeffkt hatte er ein Motiv für sie angefertig und er wusste:
Wenn das Motiv erstmal gezeichnet war, war es meist nurnoch eine Frage der Zeit bis er seine Nadeln zückte.

Aber es wurden auch privatere, intimere Dinge gesprochen. Arstein verstand nicht genau warum Sharina ihm erzählte was ihr wiederfahren war. War es ihr einfach ein Bedürfnis gewesen? Mochte sie ihn?
Er war sich nicht sicher.
Doch jener Morgen erinnerte ihn auch schmerzlich daran, warum er überhaupt seid vier Jahren durch das Reich zog.

Madleyne...Madleyne Faris....

Eigendlich sprach er nicht über diese Vergangenheit, doch irgendein Umstand lies ihn einfach erzählen.

Madleyne war seine Frau gewesen. Er war gerade mal 17 gewesen als sie geheiratet hatten, sie 16. Eluive und Temora wussten wie sehr er sie geliebt hatte.
Kurz nach ihrer Hochzeit wurde Madleyne schwanger. Das Glück schien perfekt. Doch...
Madleyne war tod und sein Sohn ebenso.
Gestorben am Kindbett hatten die Götter ihm nichts von diesem Glück gelassen. Fragen über Fragen. Warum? Wieso?
Aber keine Antworten.
Er war fortgegangen und er war sich sicher: Er würde niemals in seine Heimat zurück kehren.

Über 4 Jahre waren jedoch eine lange Zeit und Arstein konnte die Trauer mittlerweile gut wegwischen.
Wenngleich über dem Rest des Gesprächs mit Sharina jener dunkle Schleier von Schmerz und Treuer lag.
Kurzentschlossen hatte er sein Buch wieder zur Hand genommen.
Und was tat er?
Er zeichnete Sharina...

[img]http://img344.imageshack.us/img344/9351/sharinakj5.jpg[/img]

Sie hatte seine Zeichnung mit einer süssen Verlegenheit zur Kenntniss genommen und der eindringlichen Bitte, jenes Bild nicht zu einem Motiv für eine Körperverzierung werden zu lassen.
Es hatte ihn sehr amüsiert.

Die Sonne war schon aufgegangen als Sharina dann erklärte sie müsse langsam gehen. Gardedienst oder sowas.
Sie ging jedoch nicht ohne ihm zu zeigen wo sie wohnte.
Ein schönes Haus. Wirklich solide. Etwas wo man sich wohlfühlen konnte, da war Arstein sich sicher.
Frech pflückte er eine Blume aus ihrem Beet und reichte sie ihr. Sie nahm sie danken an.

"Eine Blume am Morgen versüsst jeden Tag", hatte er zu ihr gesagt.
Dann war er gegangen und er wusste genau was er Morgen Früh tun würde.

Eine Blume für eine Blume...Ja Sharina wollte ihre eigenen Blumen nicht opfern..dann brachte er ihr eben eine.
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