~ Das Schicksal der Verluste ~

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Sharie Ifrey

~ Das Schicksal der Verluste ~

Beitrag von Sharie Ifrey »

Es traf sie wie ein harter Fausthieb ins Gesicht.
„Sharie, es gibt eine andere Frau in meinem Leben, die ich mehr liebe….“
Ihr Herz zog sich krampfhaft zusammen, und es umspülte eine eisige Kälte.
Kemail…einstig Sohn der Razin, den sie in ihr Haus aufgenommen hatte, weil er alleine war, sprach die Worte direkt und bestimmt aus.
Kemail, mit dem sie schon Monate zusammen war. Ihn Ausgebildet hat zum Säbelschwinger und jetzt Feldherr der menekanischen Armee ist, hat sich für eine andere entschieden.
Monatelang hatten sie es geheim gehalten, nur dass er ihr als Schüler nicht entzogen wurde, doch für was das alles, frage sich Sharie nun. Sie waren sogar schon so etwas wie verlobt gewesen, und jetzt? Nichts von alldem blieb. Sie fühlte sich ausgenutzt und leer, hatte er ihr nicht vor ein paar Tagen noch versprochen, sie noch einmal zu Fragen? Und jetzt? Alles Worte die ihre Bedeutung vom einen Moment auf den anderen verloren.
Bitterkeit breitete sich in ihr aus. Die Frage um das WIESO stellte sie sich oft, doch umso öfter sie dies tat, desto mehr schien es keine Antwort auf manche fragen zu geben.

Allein…. Das war sie oft….und wieder mal haderte das Schicksal nicht lange mit ihr und führte ihr einen weiteren Schlag zu, der sie immer weiter gen Boden brachte.
Zwei Männer hatte sie schon durch den Tod verloren in ihrem Leben. Erst Talib, dann, Mujaahid und nun selbst der dritte wand sich von ihr ab.
Welche Bürde wurde ihr nur auferlegt, solche Qualen des Verlustes erleiden zu müssen. War das der Ewige Fluch der großen Ifrey? Sollte das ihre persönliche Strafe sein?
Bestimmt, warum sonst sollte Eluive sie immer weiter vor Herausforderungen stellen und sie Prüfen?

Vielleicht war es auch einfach nur ihr Schicksal, vielleicht aber auch nicht. Das wusste keiner bis auf Eluive selbst. Sharie fand sich nun einfach mit ihrem grausamen Schicksal ab.
Es war einfach zu viel und zu oft passiert. Sie hatte keine Kraft mehr erneut aufzustehn. Drei mal hatte sie ihre Liebe verschenkt, und dreimal wurde sie ihr genommen, jetzt war nichts mehr da von all dem, wie eine Blume, an der man zu oft roch, die darauf hin ihren Duft allmählich verlor. Ob diese jemals wieder im Stande sein wird zu lieben, und glücklich zu strahlen mag nur in den hell erleuchteten Sternen über Menek’Ur zu lesen sein.

So war sie nun wieder alleine, …. Unverheiratet und ohne Kinder, vielleicht bis zum Lebensende, doch wenn es das Schicksal sein sollte was Eluive für sie erwählt hatte, würde sie diesen Weg ohne Widerworte gehen….


[img]http://www.nature.com/news/2005/050207/images/heart.jpg[/img]
Sharie Ifrey

Beitrag von Sharie Ifrey »

Es war nun also entgültig aus zwischen ihnen beiden. Das Gespräch verlief nicht so ruhig wie sie es sich Gewünscht hatte, aber geschehen war geschehen und konnte nicht mehr rückgängig gemacht werden. Immer nur zu runtergeputzt hätte sie ihn, und als Feigling bezeichnet. Verstand er denn nicht, dass es ihr genauso wenig Spaß machte das zu tun, wie es ihm missfiel? Sie war sein Lehrmeisterin, die Leute hätten getuschelt, wenn sie ihn mit Samthandschuh angefaßt hätte. War ihm denn nicht klar, das so früher oder später alles aufgeflogen wäre, und genau das passiert wäre was sie nicht wollten...ihr als Schüler entzogen wurde?
Doch genau darin lag die Ironie. Wäre sie nicht die Lehrmeisterin gewesen hätten sich die Dinge vielleicht ganz anders entwickelt. Keine Geheimhalterei, kein Versteckspiel, kein Geschauspiele vor den anderen. Doch nun war es zu spät dafür.
Da ging er fort, und ließ eine Leere in ihr zurück, die für sie einst so fern war wie das Land Fuachtero, und jetzt doch so nah wie der Wüstensand ist.
Langsam wich ihre Bitterkeit gesäht von Enttäuschung und es keimte Wut in ihr. Ja wütend war sie, nicht auf Kemail, aber auf sich selbst. Wie konnte es nur so weit kommen, dass sie so abhängig von jemandem war, sie das stolze Oberhaupt der Ifreys? Sollte sie sich wieder für einige Wochen in Trauer hüllen? Nur weil ein Mann sie wegen einer anderen verlassen hatte, und im Selbstmitleid ertrinken? NEIN, diesmal nicht! Er war nicht gestorben, wie einst die anderen Männer an ihrer Seite. Er hatte sie aus freien Stücken verlassen, und selbst entschieden. Sollte sie sich nun deswegen strafen? Er war doch selbst schuld, wenn er an ihr nicht sah, was er an ihr hatte. Sollte er doch zur anderen Frau gehen. Sharie hatte er wirklich nicht verdient, wenn er sich durch so einfältige weibliche Tricks, hatte einlullen lassen.
Doch eines hatte er ihr gezeigt, und dafür dankte sie ihm: niemandem mehr würde sie ihr Herz schenken. War es zu zerbrechlich geworden in den Jahren, und würde kein weiteres mal dieses Leid überleben. So schweben folgende Gedanken in ihrem Kopf umher, wie ein immer wiederkehrender Singsang:


Alles, was ich glaubte
was mir meine Hoffnung gab
Ging mit Dir an diesem Tage
als für mich die Liebe starb.

Mein Glaube an die Liebe
das es sie jemals gab
Ging mit Dir an diesem Tage
Als für mich die Liebe starb.

Es lebt Nichts mehr an diesem Ort
den ich einst mein Herz nannte
Die Kraft, die Hoffnung an die Liebe - sie ist fort
Und kommt NIE mehr zurück.



Von jenen Gedanken würde sie jetzt immer begleitet werden, und es würde kaum eine Macht geben, die das ändern könnte, ausser Eluive selbst würde ihre Hand im Spiel haben...
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