Dunkelheit umgibt mich, die Schatten greifen nach mir. Ich irre umher ohne Ziel, ohne wahrlich zu sein. Ich greife nach meinen Erinnerungen, doch entgleiten sie mir immer wieder, wie Sand durch die Finger. Alles, was mir bleibt, ist ein Name.
Ador.
Gekrönt, seine Silhouette so klar wie die eines Königs und doch zerrissen wie in alten Erinnerungen. Das Gesicht verschwommen, unklar, doch die Krone auf seinem Haupt und das Schwert in der Hand lassen das Bild wieder klarer wirken.
Ich streiche mir durch das Gesicht, als würde ich mir die Gegenwart wieder in den Sinn rufen wollen. Wieder umfängt mich die Dunkelheit, eingesperrt in den Tiefen seiner Festung. Das stetige Wispern, welches mich umgibt, ich weiß nicht, ob es überhaupt da ist, aber es wirkt so lockend. Immer wieder erklingt das tobende Grollen, als würde der All-Eine seine Wut nicht unter Kontrolle haben. Alles wirkt unruhiger, nicht gefestigt wie sonst, aus seiner Struktur geraten.
Eine Leere umgibt mich, als hätte er alles mitgerissen und nur was zuvor war oder viel weniger, in mir gelassen.
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Das alatarische Reich liegt in tiefer Dunkelheit, die Nacht hat ein Meer aus stillen Schatten über jenes gelegt. In den verwinkelten Gassen bis hin zu den umliegenden Dörfern sind nur noch schemenhafte Umrisse zu erkennen, verschluckt vom Mantel der Nacht. Nichts regt sich, kein Windhauch, kein Geräusch - als hätte die Welt den Atem angehalten.
Wie aus dem Nichts drückt sich der Mond durch die Wolken und erhellt durch und durch einen blassen Schleier silbernen Lichts die Straßen und Wege. Für einen flüchtigen Augenblick erwacht die Stadt, ein aufblinzeln aus einem tiefen Schlaf. Die Dächer funkeln im fahlen Glanz, doch die Dunkelheit weicht nicht ganz, sie zieht sich lediglich in die tiefen Ecken und Winkel zurück, lauernd und darauf wartend wiederzukehren.
Ein für die Lebewesen Gerimors unhörbares Wispern trägt sich durch die Gassen, es kommt von überall und nirgendwo, getragen vom Windhauch selbst. Es drückt sich durch das steinerne Gemäuer, durch geöffnete Fenster, durch Türschlitze bis hin zu den Schlafenden und wird sich dort in den Träumen verankern.Die Anwohner des alatarischen Reiches, ganz gleich welcher Herkunft und Stellung, werden die erste unruhige Nacht erleben. Sie werden am Morgen erwachen und sich nur an Traumfetzen erinnern können. Ihre Gemütslage wird durchwachsen sein, schließlich war es eine unstete Nacht.
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Traumsequenz 1.
Du verweilst auf dem höchsten Berg und blickst über dein Reich. Endlose Wälder, Flüsse, Dörfer und die wunderschöne Stadt Rahal. Deine Wut ist unbändig, dein Hass erfüllt dich gänzlich. Die Maske macht dein Gesicht schwer, die Dunkelheit umschlingt dich, als du die Augen schließt. Jeder Atemzug wird schwerer, dein Brustkorb fühlt sich nach und nach enger an. Die Welt beginnt sich zu drehen, du hast das Gefühl zu fallen. Du erwachst schweißgebadet.
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Traumsequenz 2.
Die glühend gelben Augen starren dich an. Er beobachtet dich, seine Präsenz erdrückt dich. Ein Schmerz, als würde man alles in dir herausreißen, deine Seele selbst stehlen und dich wie eine leere Hülle zurücklassen. Du versuchst zu sprechen, doch deine Stimme erstickt. Ein dunkles Knurren erfüllt deine Sinne. Du erwachst schweißgebadet.
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Traumsequenz 3.
Du stehst am Ufer eines riesigen, unendlichen Ozeans. Das Wasser ist pechschwarz unter dem dunklen Nachthimmel. Wenn du genauer hinsiehst, wirst du erkennen, dass es nicht das Wasser ist, welches sich dort, in diesem schier unendlichen Becken tummelt, sondern Blut. Du senkst den Blick und bemerkst die Tropfen, welche über deine Hände rinnen, hinab in die tiefe See. Es ist dein Blut, das diesen Ozean füllt und in kleinen wabernden Wellen mit dem restlichen Blut vermengt. Dir wird schwindelig. Du erwachst mit Kopfschmerzen.
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Traumsequenz 4.
Eine verdorrte Landschaft, kein Grashalm, kein grüner Baum, nichts, was auch nur im Ansatz das Leben birgt. Die Luft ist so trocken, dass alles in dir nach einem Schluck Wasser schreit. Es ist kalt, frostig, du zitterst am ganzen Körper. Überall um dich herum flüsternde Stimmen. “Geh!” “Bleib nicht stehen.” “Er wird dich richten.” Als du erwachst schmerzt dein Kiefer, als hätte dich ein heftiger Schüttelfrost geplagt und du hast wahnsinnigen Durst.