Mit missmutigem Blick musterte er immer wieder die schwere Türe zu dem kleinen Alchemiesaal, welche nun schon seit Stunden nicht mehr bewegt worden war, aber durch deren Ritzen immer mal wieder verschiedenfarbige, stechend riechende Dämpfe gekrochen kamen. Seufzend ließ sich der Verwalter der Akademia zurück in den Stuhl sinken, mit der Linken nach dem Buch über Heilkräuter tastend, dass er eigentlich heute fertig lesen wollte. Seit Monaten hatte keiner der Ansässigen auch nur das geringste Interesse für die Alchemie bekundet und ausgerechnet heute dem einzig unterrichtsfreien Tag der Woche kam dieser ewig verklärt lächelnde Discipulus daher um irgendwelche Experimente durchzuführen. Warum hat er ihn nicht einfach abgewiesen, gesagt heute ist das Labor geschlossen und er solle Morgen wieder kommen?...Ein weiteres Krachen aus dem Labor ließ ihn aus dem Stuhl aufspringen und wie schon so oft am heutigen Tage auf das Labor zueilen, um mit einem heftigen Ruck die Türe aufzureißen um hustend durch die Nebelschwaden die nun schon automatisierte Frage zu stellen: „Discipulus Wyllen…ist alles in Ordnung?“ Auch diesmal erschien nach kurzer Zeit das Gesicht des jungen Magiers durch den Dunst der diesmal grünen und nach Schimmel riechenden Wolken. Das Grinsen ließ ihn erneut aufatmen, ehe er ihm den bösesten Blick zuwarf den er zu diesem Zeitpunkt noch zustande brachte. „Ihr müsst mehr aufpassen sonst passiert irgendwann noch etwas Schlimmeres…“, mahnte er heute schon zum X-ten Male und war sich dabei sicher, dass auch diese wieder einmal ignoriert werden würde. „Ist schon gut Sephraim…entspann dich einfach, ich bekomme das schon hin, entspann dich einfach...“, war die Antwort die ihm entgegenschallte, während der Discipulus ihm triumphierend eine giftig gelbgrünliche, schimmernde Phiole unter die Nase hielt. Nun war er sich auch sicher wo dieser Geruch herkam. Naserümpfend schob er die Flasche zu ihrem Besitzer zurück: „Was ist Phanodains Namen ist denn das für ein Gebräu?“. Mit einem angewiderten Blick bedachte er den – wie er ihn inzwischen bezeichnete – Alchimisten der Hölle. „Das, mein Guter, wird der große Durchbruch sein! Weißt du, alle Haartinkturen die ich bisher verwendet... ausprobiert habe, hatten keinerlei Wirkung. Nun bin ich dieses Problem von einem anderen Gesichtspunkt angegangen und habe einen Trank entwickelt der mich endlich von diesem graublauen Fluch von Haarfarbe erlösen kann.“ „Ihr wollt das nicht wirklich trinken oder?“, war die zu erwartenden Antwort, die ihm über die Lippen rutschte und welche andererseits nur mit einem Grinsen beantwortet wurde. Resignierend wandte er dann den Blick zur Decke: „Sagt nicht ich habe Euch nicht gewarnt…“. Doch auch diese kam wohl zu spät, denn der Giftmischer hatte bereits den Korken von der Phiole gezogen und mit einem Male hinuntergekippt….
Mit einem selbstgefälligen Lächeln ließ er sich nun wieder hinter dem Schreibtisch nieder. Er hatte es ja gesagt, aber wie immer wollte niemand auf ihn hören. Nun er musste eingestehen, dass der Discipulus wirklich einen Trank zustande gebracht hatte, der die Haarfarbe veränderte, nur das Ergebnis war nun wahrlich nicht nach dem Geschmack des Höllenalchimisten gewesen….nein ganz und gar nicht. Hatte der junge Mann sich nicht zu einer Prüfung beworben? Ja richtig, das wollte er Meister Elucius ja noch zukommen lassen. Mit einem breiten Grinsen legte er die Bewerbung nun ganz obenauf den Stapel der vielen Dokumente die sich über den Steintisch ausbreiten. Ja die würde er bevorzugt behandeln, denn die Erklärung die unweigerlich fällig würde, sollte der Giftmischer dem Akademieleiter über den Weg laufen, wollte er sich auf keinen Fall entgehen lassen…
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Neulich in der Akademia...
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Ving Wyllen
Neulich in der Akademia...
Zuletzt geändert von Ving Wyllen am Dienstag 7. November 2006, 20:20, insgesamt 3-mal geändert.
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Ving Wyllen
Grau….wieder einmal nur grau….warum zeigte dieser verdammte Spiegel immer nur grau? Der Glaskolben gab einen Verdächtig knirschenden Ton von sich, als der junge Magier ihn augenscheinlich mit zu viel Kraft zurück auf den Tisch platzierte. Grau….grün…hat das denn nie ein Ende? Sein Missgeschick bei dem letzten Versuch endlich die alte Haarpracht zurückzubekommen, hatte ein plötzliches Ende genommen, denn auch dieser Trank hatte zwar eine lange, aber dennoch sehr begrenzte Wirkung. Im Grunde war dies Erfreulich, da er nach etlichen weiteren Versuchen die Hoffnung schon aufgegeben hatte jemals ein passendes Gegenmittel zu kreieren, andererseits zeigte es sich, das seine Theorie doch noch etliche Fehlerquellen aufzuweisen hatte. Der fast schon prüfende Blick zum Fenster, zeigte ihm erneut die ersten Lichter des kommenden Tages und war der unumstößliche Beweis, dass er wieder eine Erfolglose Nacht hinter sich gebracht hatte…
Müde schlurfte er erneut aus dem Labor der Akademia. Die Wochen nach seiner Prüfung zum Veneficus hatten nicht viel Abwechslungsreiches gebracht. Nach den üblichen Stunden am Vormittag hat er Stundelang in der Bibliothek gesessen, ehe er sich zum hundertsten Male an einen der neuen Versuchsaufbauten gewagt hat, wie immer begleitet durch den strengen Blick des alten Verwalters, der keines seiner Experimente aus den Augen lies, allein schon weil ihn seine vielen fehlgeschlagenen Versuche scheinbar köstlich amüsierten und er sich somit keinen einzigen Entgehen lassen wollte. Ja Ving hatte fast das Gefühl, dass es für den alten Mann jeden Tag der Höhepunkt war, wenn er erneut hustend und rußbedeckt aus dem Labor taumelte. Fast schein es ihm als würde das Grinsen, das daraufhin das Gesicht des Verwalters zierte immer ein Stückchen breiter werden, während er ihm mit honigsüßer Stimme dazu aufforderte es doch nochmals zu versuchen, denn das nächste mal würde es bestimmt klappen…
Der Weg zurück in die Stadt schien an diesem Morgen noch weiter zu sein als sonst. Inzwischen kannte er die Namen der Bauern und der Höfe die sich entlang der Strecke aneinanderreihten und viele von ihnen riefen ihm sogar schon einen Morgengruß zu, während sie auf den Feldern ihrer Arbeit nachgingen. Da war der alte brummige Michel, der Milchjockel und die gute Emma beim versorgen ihrer heiß geliebten Pferde…warum wollte der blöde Trank einfach nicht seine Wirkung zeigen? War in Phanodains Namen hatte er vergessen oder nicht berücksichtigt? Vielleicht war es doch der Nachtschatten, wobei der als Fehlerquelle eigentlich ausgeschlossen werden kann, nach allem was er bisher…der plötzliche dumpfe Schlag riss ihn erbarmungslos aus seinen Gedanken zurück in die Realität und das Gezeter des dazugehörigen Wachmannes, den er gerade „übersehen“ hatte, war nur ein weiterer Beweis dafür, das er schleunigst sein Bett aufsuchen sollte….
Das Dach des kleinen Häuschens, dessen Miete er gerade so aufbringen konnte, glänze sanft im Morgenschein der Herbstsonne, sie zum Glück die letzten Tage wieder durch den grauen Himmel gebrochen ist…..grau….ah wie er dieses Wort inzwischen hasste…doch der Nachtschatten, aber warum nur….müde winkte er wie gewohnt gen seiner Haustüre ehe der Blick auf etwas ungewohntes fiel. Anscheinend hat sich sein Nachbar ein neues Hausschild fertigen lassen, doch bei näherem hinsehen konnte man die geschwungenen Buchstaben erkennen, die eindeutig - Willony Talutah – beschrieben und nicht wie gestern…oder war es Vorgestern oder letzte Woche? ...den Namen Amelius Balthasar. Wieder ein neuer Nachbar…das musste jetzt der dritte in diesem Monat, Jahr... was auch immer… sein. Vielleicht sollte ich wirklich mal eine Pause einlegen und mich zumindest der Neuen – der Name gehört zu einer Frau denke ich – vorstellen, ich bemerke ja schon gar nicht mehr was um mich herum vorgeh…da krachte es erneut und diesmal durchbrach ein Fluchen den jungen Morgenfrieden, bei dem jede Mutter sofort die Hände über die Ohren ihres Kindes geschlagen hätte. Wütend wurde die Türe nach innen aufgetreten. „Lissi ich esse heute Morgen nichts, ich geh mich erstmal hinlegen…Lissi?“ Ach stimmt ja, meldete sich sein Gedächtnis zu Wort. Lissi, oder besser auch bekannt unter dem Namen Lileas Jagotin, wohnte ja nicht mehr unter seinem Dach. Er hätte es nie für möglich gehalten, dass das zerlumpte Ding, das er auf genau einem dieser Wege von der Akademia nach Varuna aufgelesen hatte in Wirklichkeit ein Mädchen aus gutem Hause ist. Es gab Anzeichen, aber es hatte es im Grunde als die Spinnereien eines jungen Mädchens abgetan, das…
Die Hängematte sah zu verlockend aus als das er diese Gedanken noch weiterspinnen wollte. Der Hofmagier hatte ihn zu sich gebeten und versprochen für den entstandenen Schaden aufzukommen, doch wann er seine Einladung an nahm, das kam darauf an wann er endlich etwas Zeit freischaufeln konnte…hatte er eigentlich die Türe hinter sich geschlossen?... Nun ja wie auch immer…dieser Nachtschatten…
[img]http://img459.imageshack.us/img459/1633/vingpostingno8.jpg[/img]
Müde schlurfte er erneut aus dem Labor der Akademia. Die Wochen nach seiner Prüfung zum Veneficus hatten nicht viel Abwechslungsreiches gebracht. Nach den üblichen Stunden am Vormittag hat er Stundelang in der Bibliothek gesessen, ehe er sich zum hundertsten Male an einen der neuen Versuchsaufbauten gewagt hat, wie immer begleitet durch den strengen Blick des alten Verwalters, der keines seiner Experimente aus den Augen lies, allein schon weil ihn seine vielen fehlgeschlagenen Versuche scheinbar köstlich amüsierten und er sich somit keinen einzigen Entgehen lassen wollte. Ja Ving hatte fast das Gefühl, dass es für den alten Mann jeden Tag der Höhepunkt war, wenn er erneut hustend und rußbedeckt aus dem Labor taumelte. Fast schein es ihm als würde das Grinsen, das daraufhin das Gesicht des Verwalters zierte immer ein Stückchen breiter werden, während er ihm mit honigsüßer Stimme dazu aufforderte es doch nochmals zu versuchen, denn das nächste mal würde es bestimmt klappen…
Der Weg zurück in die Stadt schien an diesem Morgen noch weiter zu sein als sonst. Inzwischen kannte er die Namen der Bauern und der Höfe die sich entlang der Strecke aneinanderreihten und viele von ihnen riefen ihm sogar schon einen Morgengruß zu, während sie auf den Feldern ihrer Arbeit nachgingen. Da war der alte brummige Michel, der Milchjockel und die gute Emma beim versorgen ihrer heiß geliebten Pferde…warum wollte der blöde Trank einfach nicht seine Wirkung zeigen? War in Phanodains Namen hatte er vergessen oder nicht berücksichtigt? Vielleicht war es doch der Nachtschatten, wobei der als Fehlerquelle eigentlich ausgeschlossen werden kann, nach allem was er bisher…der plötzliche dumpfe Schlag riss ihn erbarmungslos aus seinen Gedanken zurück in die Realität und das Gezeter des dazugehörigen Wachmannes, den er gerade „übersehen“ hatte, war nur ein weiterer Beweis dafür, das er schleunigst sein Bett aufsuchen sollte….
Das Dach des kleinen Häuschens, dessen Miete er gerade so aufbringen konnte, glänze sanft im Morgenschein der Herbstsonne, sie zum Glück die letzten Tage wieder durch den grauen Himmel gebrochen ist…..grau….ah wie er dieses Wort inzwischen hasste…doch der Nachtschatten, aber warum nur….müde winkte er wie gewohnt gen seiner Haustüre ehe der Blick auf etwas ungewohntes fiel. Anscheinend hat sich sein Nachbar ein neues Hausschild fertigen lassen, doch bei näherem hinsehen konnte man die geschwungenen Buchstaben erkennen, die eindeutig - Willony Talutah – beschrieben und nicht wie gestern…oder war es Vorgestern oder letzte Woche? ...den Namen Amelius Balthasar. Wieder ein neuer Nachbar…das musste jetzt der dritte in diesem Monat, Jahr... was auch immer… sein. Vielleicht sollte ich wirklich mal eine Pause einlegen und mich zumindest der Neuen – der Name gehört zu einer Frau denke ich – vorstellen, ich bemerke ja schon gar nicht mehr was um mich herum vorgeh…da krachte es erneut und diesmal durchbrach ein Fluchen den jungen Morgenfrieden, bei dem jede Mutter sofort die Hände über die Ohren ihres Kindes geschlagen hätte. Wütend wurde die Türe nach innen aufgetreten. „Lissi ich esse heute Morgen nichts, ich geh mich erstmal hinlegen…Lissi?“ Ach stimmt ja, meldete sich sein Gedächtnis zu Wort. Lissi, oder besser auch bekannt unter dem Namen Lileas Jagotin, wohnte ja nicht mehr unter seinem Dach. Er hätte es nie für möglich gehalten, dass das zerlumpte Ding, das er auf genau einem dieser Wege von der Akademia nach Varuna aufgelesen hatte in Wirklichkeit ein Mädchen aus gutem Hause ist. Es gab Anzeichen, aber es hatte es im Grunde als die Spinnereien eines jungen Mädchens abgetan, das…
Die Hängematte sah zu verlockend aus als das er diese Gedanken noch weiterspinnen wollte. Der Hofmagier hatte ihn zu sich gebeten und versprochen für den entstandenen Schaden aufzukommen, doch wann er seine Einladung an nahm, das kam darauf an wann er endlich etwas Zeit freischaufeln konnte…hatte er eigentlich die Türe hinter sich geschlossen?... Nun ja wie auch immer…dieser Nachtschatten…
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