"Wie habt Ihr Euch in der Rolle der Messdienerin bisher eingefunden?"
Ja, wie nur? Die Frage kam erwartet unerwartet, so wie sie es von den Templern gewohnt war, so wie sie es von ihr gewohnt war. Der zarte Streich einer Erinnerung kam kurz auf, der gleiche Ort nur ein paar Jahre zurück, andere Gesichter in gleichen Roben. Gespräche, die verändert hatten und letztlich zu dem geführt hatten, wo sie heute stand. In Messdienerrobe im Tempel. Zwar nicht ganz das was sich von ihr erhofft wurde, doch wer wusste schon, was die Zeit bringen würde. Am Ende lautete die Antwort wohl zufriedenstellend für beide Seiten, denn eins hatte dieser Schritt wohl bewirkt, wenn sie dem glauben durfte was man zu ihr sagte.
Wer wusste schon auch, ob nicht all diese Dinge dazu beigetragen hatten wohin der Abend letztlich geführt hatte. Während die Templer ihr Wirken taten schien das Blutbecken mehr und mehr zu rufen, lauter und fordernder, gar lockender. Es wurde mit jedem Herzschlag unwiderstehlicher wo die Templer all ihre Mühen in den letzten Schritt des Werkes taten. Das Verlangen diesem Locken nachzugeben wurde groß, so groß... die Leidenschaft für den Herrn wurde nur so zügelloser entfacht als wäre eine gewisse Stelle in ihr berührt worden die all das in sich verschlossen hatte was sie für den Herrn empfunden hatte. All das um sie herum schien mit einem Male bedeutungslos zu werden... die Templer, die Tempelwächter, die Blicke die sie prüfend oder forschend beobachteten... einzig allein diese Sehnsucht Ihm dienen zu können gleich mit welchem Opfer war so erschöpfend unbändig dass es die Messdienerin selbst zu übermannen drohte. Leise, ganz leise war da die Stimme Cailens, vor Monden, die eine Warnung ausgesprochen hatte vor ihm, diesem Becken. Der Wunsch, diese Stimme zu überhören wurde übermächtig und riss an ihr, zerrte sie auf die Knie mit dem inneren Kampf Vernunft gegen Verlangen, Verlangen gegen Fanatismus. Schwer, kräfteraubend war dieser Kampf der letzten Endes aber gewonnen wurde... knapp zwar, unendlich gefährlich knapp, doch gewonnen, auch wenn da dieser Sog zum Becken hin nicht ganz erlöschen wollte letztlich, ob eingebildet oder tatsächlich da.
Die Templer sahen schlimmer aus, man konnte ihnen ansehen welchen Kraftakt es gebraucht hatte um das Meisterwerk zu erwecken, doch es war vollbracht und sie alle Teil des Ganzen. Allein was zählte war es Sein Werk zu vollbringen und dies war geschehen an diesem Abend zur Zufriedenheit aller wie es schien. Doch was folgte waren wirre Träume, undefinierbare Echos und damit unruhige Nächte die jedoch ertragbar waren. Träume voller Dinge die sie gern auch vergessen wollte, Träume mit Dingen die sein konnten vermischt mit wirren Zusammenhängen die nicht passen konnten. Und bei jedem Aufwachen dieser Drang in den Tempel zu gehen. In den Alten wie jenen zu Düstersee. Ein Flüstern, ein Streicheln das forderte doch wo nur eines erlaubt war. Viel würde man die Messdienerin so im Tempel zu Düstersee sehen können, viel im Gebet und wer weiß? Vielleicht würde der eine oder andere behaupten sie schlafe gar nicht mehr, obgleich das nicht stimmen würde, doch wie Gerüchte so sind, je öfter man sie erzählt, desto mehr mochten sie sich wandeln. Es war nurmehr vor allem das Werk des Herrn was nun wichtig war. Gleich wie es ausging, ein Erfolg war es ohnegleichen bereits jetzt.

