...entsteht wahre Stärke.
"Die Rüstung eines Kriegers entsteht in der Seele - Doch selbst die stärkste Seele benötigt einen äußeren Schutz, um den Körper zu bewahren.
Eine gute Rüstung ist wie eine Verlängerung der Seele eines Kriegers.
Sie mag nicht die Seele schützen, aber sie gibt dem Körper die nötige Festigkeit, um den Herausforderungen des Lebens standzuhalten.
Der Körper ist die Hülle, durch die die Seele wirkt. Ein Kämpfer mag innerlich stark sein, aber ohne eine solide Rüstung ist er verwundbar.
Die Arbeit eines Schmiedes ist daher unerlässlich, um den Körper zu schützen und den Krieger auf seinem Weg zu unterstützen."
"Die Rüstung eines Kriegers entsteht in der Seele - Doch selbst die stärkste Seele benötigt einen äußeren Schutz, um den Körper zu bewahren.
Eine gute Rüstung ist wie eine Verlängerung der Seele eines Kriegers.
Sie mag nicht die Seele schützen, aber sie gibt dem Körper die nötige Festigkeit, um den Herausforderungen des Lebens standzuhalten.
Der Körper ist die Hülle, durch die die Seele wirkt. Ein Kämpfer mag innerlich stark sein, aber ohne eine solide Rüstung ist er verwundbar.
Die Arbeit eines Schmiedes ist daher unerlässlich, um den Körper zu schützen und den Krieger auf seinem Weg zu unterstützen."
Monoton drangen die Geräusche aus der düsteren Tiefe der staubigen Mine, in der das fahle Licht der Fackel ständig gegen die Dunkelheit ankämpfte und die Laterne, der stetige Begleiter, für den ein oder anderen Schatten sorgte.
Der Geruch von Staub, Erde und auch Schweiß lag schwer in der Luft, als man ein leises Fluchen hörte, während er einen besonders harten Brocken mit der Picke bearbeitete, bis er endlich brach und sein kostbares Innere freigab.
Mitten im Staub ging er in die Knie und mit behutsamen Fingern löste er noch einige Brocken bis das kostbare Erz endlich freilag. Im fahlen Licht der Laterne und bedeckt mit Staub hatte es wenig gemeinsam mit dem Barren, der daraus irgendwann werden würde. Mit einem leichten Funkeln in seinem Auge drehte er es dennoch im Licht hin und her und inspizierte seine Oberfläche ausgiebig. Sein Herz begann ein wenig schneller zu schlagen, als er die charakteristischen Anzeichen erkannte, die funkelnden Einschlüsse, die unverkennbare Härte, die den Diamanterz von gewöhnlichem Gestein unterschied.
In dem Moment breitete sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus und er begann den Rest des Erzes vorsichtig aus dem schweren Stein zu klopfen und lauschte dabei auf den Klang. Sobald er sich von dumpf und dunkel zu hell und klar änderte, wusste er, dass er an der richtigen Stelle war und er ein weiteres Stück von Diamanterz freilegen konnte. In der Dunkelheit waren zwei Augen nicht zwingend besser als das Eine, aber ein gutes Gehör und Fingerspitzengefühl, der Instinkt, den er so sehr zu schätzen wusste, waren so viel mehr wert.
Mit geschickten Händen setzte er einen recht kleinen Meißel ein, um nichts von dem kostbaren Erz zu zerstören als er den Brocken dann weiter zerteilte bis das Erz vor ihm auf dem Boden lag und trotz des Staubes im Licht der Laterne zu schimmern begann. Er bewegte noch einmal zufrieden die Strahl darüber und das Licht warf glitzernde Reflexionen an die dunkle Wand der Mine.
Mit einem triumphierenden Lächeln betrachtete er das geschürfte Erz. Es war nur schwer zu finden, beinahe so schwer wie das noch kostbarere Gold und jedes Mal, wenn er Erze in der Hand hatte, war es ein besonderes Gefühl. Doch dieses Mal war es richtig gutes Erz, große Brocken aus denen er perfektes Platten fertigen konnte.
Und eben jene würde er bald dringend brauchen.
Die Schmiede in seiner Ausbildung damals, ein Ort der Hitze und des Lärms, war für einige Jahre sein zweites Zuhause gewesen. Stunde um Stunde hatte er zwischen flammenden Öfen und dampfenden Ambossen verbracht und war dem Meister zur Hand gegangen. In dieser Zeit hatte er beobachtet und genau zugesehen, zugehört und gelernt, wie das glühende Metall in Form gebracht wurde und wie sein Meister es mit dem Rhythmus seines Hammers verstand, die Schmiede zum Leben zu erwecken. Irgendwann begann er sogar am wasserbetriebenen Schwanzhammer zu arbeiten, den er in der neuen Heimat für so manche grobe Arbeit schmerzlich vermisste.
Und dennoch fühlte er sich noch deutlich mehr von der Feinschmiedekunst angezogen, von der Kunst der filigranen Formgebung und der Gestaltung von etwas feineren Stücken und der Mechanik, die sich in dem ein oder anderen verbarg.
Es waren eher die stillen Momente, wenn der Feierabend hereinbrach wenn er dann seinen Platz am Amboss fand, wo er mit eher geschickten Fingern und vorsichtigen, präzisen Schlägen kunstvolle Muster in Metall hämmerte und es in elegante Formen verwandelte.
Irgendwann hatte er gelernt, dass man beides durchaus gut miteinander verbinden konnte und auch wenn er die Schmiede nicht mit einem Meisterbrief verließ, jenen würde er erst in der neuen Heimat erhalten, war seine letzte Arbeit ein Zierschild für seinen Meister, das mit einer einzigartigen Szene des Schmiedes bei der Arbeit versehen war, dass er dem rauen Mann damit beinahe die Tränen in die Augen trieb.
Danach hatte er nur noch selten komplette Rüstungen angefertigt, wenn nur auf Bestellungen und dann aber mit vollem Herzblut.
An diesem Abend saß er in einem der Häuser in Rahal, das sich doch deutlich von den meisten anderen unterschied. Wieder einmal auf einem Kissen am Boden und wieder einmal mit dem Problem konfrontiert, wo man so seine Beine unterbringen sollte. Der Geruch des fremdländischen Essens lag noch in der Luft, während er der jungen Kriegerin zuhörte und mit ihr eine Weile über das Material diskutierte und sich mit ihr austauschte.
Am Ende war der Auftrag auf den ersten Blick einfacher als gedacht:
Keine Verzierungen, kein Schnörkel, kein Prunk.
Einfach eine schlichte Rüstung, die ihr Leben schützen sollte, wenn sie ihren Dienst tat. In seinem Kopf begannen sich bereits die einfachen Bilder eines Brustpanzers, Armlingen, Beinlingen. Handschuhen und eines geschlossenen Helmes zu bilden, während sein Auge sie betrachtete. Sie war nicht wirklich groß und keineswegs bullig, wenn sie doch die eher breiteren Schultern einer Kriegerin hatte. Auch wenn der Schutz im Vordergrund stehen würde, war sein zweites Ziel ihr eine Rüstung zu schaffen, die ihr dennoch die größte Bewegungsfreiheit bieten würde, die er schaffen konnte, ohne dass die Sicherheit zu kurz kam.
Es lag einiges an Arbeit vor ihm.
An diesem Abend war es totenstill im Haus und er saß noch lange im Schein der Öllampe in seinem Zimmer vor den ausgebreiteten Pergamenten und begann mit den Skizzen.
Am Brustpanzer würde er die Bereiche um Herz und Lunge noch deutlich mit Glättstahl verstärken, um sie besonders zu schützen. Ebenso hatte er vor, an allen beweglichen Stellen durch die Anbringung von Lederstreifen die Verbindungen zwischen den einzelnen Plattenteilen zu fixieren und damit für einen größeren Tragekomfort zu sorgen.
Den Kopf auf der einen Hand abgelegt schrieb er sich kurze Notizen an den Rand. Nieten würde er in großer Menge brauchen und auch wenn sie für ein wenig mehr Gewicht sorgen würden, wäre die Beweglichkeit, die er damit erreichte, es auf jeden Fall wert.
Irgendwann wurde der Kopf allerdings schwer und der Schlafmangel der letzten Nächte machte sich deutlicher bemerkbar als zuvor.
Wenig später wurde es dunkel bei den Brüdern Dalvon.