Im Kamin aber loderten die Flammen und Kerzenschein erhellt den Raum zusätzlich, während auf dem Schreibtisch eine dampfende Tasse Kaffee neben ihr stand, deren köstlicher Duft sich durch den Raum zog. Der Schneesturm wirbelt draußen, doch drinnen herrschte eine angenehme Ruhe, die nur durch das Knistern des Feuers und das gelegentliche Pfeifen des Windes durchbrochen wurde.
Vor ihr lag der Dolch.
Sie musste ihn nicht berühren, um zu wissen, dass ihre Fingerspitzen leicht zu kribbeln beginnen würden. Geweiht durch den Tempel war die Aura deutlich wahrnehmbar und im Kerzenschein schimmerten die Rubine dunkelrot.
Mit einem leisen Atemzug lehnte sie sich in ihrem Stuhl zurück.
Das Vorhaben des Tempels würde sie unterstützen, aber viel Zeit blieb nicht.
Mit einer sachten Bewegung schob sie den Dolch ein wenig zur Seite und nahm zwei Pergamente heraus.
Sie nahm nur den Griffel und nicht die Feder und begann zu schreiben. Anschließend versiegelte sie die beiden Pergamente.
Wahrscheinlich hätte sie die Nachricht auch mündlich überliefer, doch sie hatte es eilig, zum Dienst zu kommen. So würden die beiden immerhin informiert sein.
Wenn sie das Siegel brechen würden, dann würde dort lediglich in ihrer nicht wirklich perfekten Schrift und ohne jede Unterschrift stehen:
“Achte Abendstunde und eine Halbe. Oberstadt Haus Vylen.




