Sitzt am Pier auf einem Seile,
Altgedient die Händlerin,
Ohne allzugroße Eile,
Gibt sie sich dem Pfeifchen hin,
Kaum bemerken ihre Ohren,
Einen schwachen Nachtgesang,
Den der Wind im Schnee geboren,
Wird ihr Atem tief und lang,
Allzu wohlbekannte Stimmen,
Dringen lachend in sie ein,
Glöckchenhaft ist dieser Klang,
Vor ihr: Weiß, das Ritterkind!
-
"Liebes Fräulein Calamahr,
Für die lectio ultima,
Ist es heut' die rechte Zeit,
Wollt Ihr auch geduldig sein?
Denn das Feuer zu erklimmen,
Braucht es einen Firnenschein,
Und ein unverbrauchtes Lachen,
Mut und Paiens Federkleid! -
Könnt Ihr alles unterwerfen,
Der integritas finalis?
Für die lectio terminalis?
Könnt Ihr frei von allem sein,
Das - wie alte Kindersachen -
Nicht mehr nach Beachtung schreit?"
-
"Niciodată! [Niemals!]" ruft es da,
Aus dem Mädchen, das sie war,
"Allzusehr lieb' ich die Dinge,
Schaut! Mit diesen handeln wir:
Gold und Kleidern, Steinen, Ringen,
Wut und Trauer, Schmerz und Leid,
Freud' und Jammer, Herzeknattern,
Nattern, Liebe, Freundlichkeit,
Sturmgebraus und Mummenschanz,
Zuckeräpfeln! Rotbemalt!
Feen, Kobolden und mit Drachen,
Elfentanz im Märchenwald! -
Wenn im klaren Erdenfeuer,
Sterne dichter stehn,
Schaut die fiesen Ungeheuer! -
Dann wolln wir mal sehn!
Alle diese feinen Sachen,
Sind uns Seele, Salz und Brot!
Nein! Von "Dingen" lass' ich nicht,
Das ist meine Händlerpflicht!
-
"Mahr! Im Firne wird die Glut!"
- versetzt der weiße Gott,
Flocken mischen sich mit Blut,
Alles unter ihr erbebt,
Tares spornt sein Federroß.
Bunt keucht's in den Tod.
Für die Kunst!